Uruguay
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Saisonvorschau Uruguay: Wer ärgert die Grandes?

Das sichere Mittelfeld

River Plate

Der Verein: Unter den zahlreichen nach dem „echten“ River Plate aus Buenos Aires benannten Klubs ist das uruguayische River einer der bekanntesten Klubs. Die Darseneros haben schon einige internationale Auftritte hinter sich, aber auch ein schwaches 2016 zu beklagen, als Trainer Juan Ramón Carrasco mit seinem bekannt radikalen Offensivstil letztendlich scheiterte. Beerbt wurde er noch 2016 durch Pablo Tiscornia, der das Ruder aber auch nicht entscheidend herumreißen konnte, so dass das Ziel Copa Sudamericana verfehlt wurde.

Transfers: River Plate hat einige interessante Namen eingekauft. Der spannendste Neue ist Agustín Gutiérrez, der nach mäßigen Erfahrungen in Mexiko und Argentinien sein Talent als hängende Spitze wieder zeigen möchte. Auch die Defensiven Maxi Arias, Williams Martínez, Nicolás Rodriguez und Yefferson Moreira sowie die Mittelfeldspieler Joaquín Noy und Gonzalo Vega haben gute Chancen auf Startelfeinsätze. Auf Seiten der Abgänge gab es dagegen wenig zu vermelden, lediglich der erfahrene Bruno Montelongo spielte wirklich eine Rolle.

Stärken und Schwächen: River hat Offensivmaterial en masse und mit Mathías Saavedra und dem erfahrenen Richard Porta ein starkes Sturmduo sowie mit Fernando Gorriarán und Matías Jones auch eine gute Flügelzange. Ein Plus könnte die fehlende internationale Ablenkung sein. Die Abwehr, insbesondere die Innenverteidigung, ist dagegen eher mäßig besetzt besetzt und recht antrittsschwach.

Die Chefutbol-Prognose: Ein bisschen mehr Qualität als Quantität wäre hie und da nützlich, so wäre es etwas überraschend, wenn River weit oben mitspielen könnte. Allerdings darf man nie außer Acht lassen, dass aus der starken Jugendabteilung auch einmal jemand zum überraschenden Leistungsträger werden kann.

Liverpool

 

 

Der Verein: Keine eineinhalb Jahre nach dem Wiederaufstieg haben sich die Negriazules von Liverpool überraschend für die Copa Sudamericana qualifiziert. Der erfahrene Trainer Mario Saralegui hat eine kernige, recht konstante Mannschaft zusammengestellt, die nun erneut die einen internationalen Platz anstreben soll.

Transfers: Mit Carlos Bueno verließ der erfahrene Sturmführer den Klub, doch blieben alle anderen Stammspieler Liverpool erhalten. Mit dem Sturmtank Gabriel Leyes und dem flexiblen Mittelfeldspieler Maxi Cantera hat man sich interessant, aber nicht überragend verstärkt.

Stärken und Schwächen: In den letzten 19 Spielen musste man nur drei Niederlagen hinnehmen. Insgesamt ist die Mannschaft sehr kompakt und mental stabil. Mit Spielmacher Nicolás de la Cruz, der einer der Leistungsträger der U20-Nationalmannschaft ist, hat man ein hochbegabtes Talent, auch Torwart Guillermo de Amores ist trotz junger Jahre schon erfahren und sehr sicher. Fällt de la Cruz aus oder wird aus dem Spiel genommen, könnte es jedoch an Kreativität aus dem Mittelfeld mangeln. Auch bei den Stürmern kann man ein Fragezeichen hinter ihre Konstanz setzen.

Die Chefutbol-Prognose: Das Team ist möglicherweise offensiv nicht gut genug, um sich erneut international zu qualifizieren. Mit dem Polster aus dem starken Uruguayo Especial muss man sich jedoch keinerlei Sorgen machen, hinten reinzurutschen. Vermutlich landet man im oberen Mittelfeld.

CA Fénix

Der Verein: Die Albivioletas aus dem Stadtviertel Capurro machen ihrem Vereinsnamen gerne alle Ehre: Wie Phönix aus der Asche sind sie immer dann am stärksten, wenn ihnen in der  Abstiegstabelle das Wasser bis zum Halse steht. So hält man sich seit acht Jahren in der ersten Liga. 2017 kann man etwas entspannter angehen, denn im Uruguayo Especial hat man einen soliden Punkteschnitt geschafft.

Transfers: An vorderster Stelle ist der Abgang von Trainer Rosario Martínez zu nennen, der dem Klub bereits öfter zu erstaunlichen Höhenflügen verholfen hat. Allerdings wurde er mit Gustavo Ferrín stark ersetzt. Im Kader selbst gab es ebenfalls Bewegung. So verließen Sturmtank Lucas Cavallini, Spielmacher Matías Mirabaje sowie die Mittelfeldspieler Ignacio González und Maxi Cantera den Klub. Vielversprechend verstärkt hat man sich vor Allem im Angriff: Dort sind Mathias Acuña, Pablo Olivera, Cecilio Waterman und Pablo Olivera gute Transfers. Auch die Defensive konnte man mit dem großgewachsenen Rodrigo Cabrera sowie mit Linksverteidiger Matías Pérez sinnvoll verstärken.

Stärken und Schwächen: Bemerkenswert ist die defensive wie offensive Lufthoheit der Verteidiger Ignacio Pallas und Rodrigo Cabrera. Das Mittelfeld ist kompakt und kampfstark, doch fehlt seit dem Abgang von Martín Ligüera ein starker Spielmacher. Vermutlich wird Pablo Olivera die Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff herstellen sollen, er ist aber kein klassischer Denker und Lenker. Auch einen besonders starken Standardschützen hat man aktuell nicht mehr im Kader.

Die Chefutbol-Prognose: Normalerweise ist Fénix stark, wenn es unbedingt punkten muss, und schwach, wenn es in sicherer Position ist. Dementsprechend stünde eigentlich eine bescheidene Saison ins Haus. Doch mit Trainer Ferrín und einem solide besetzten Kader erscheint das unwahrscheinlich. Ein sicherer Mittelfeldplatz müsste drin sein.

Racing Club

Der Verein: Die Escuelita hält sich immer irgendwie in der Liga, ohne dabei zu glänzen. 2016 schrammte man nur haarscharf an der Copa Sudamericana vorbei, vermied aber auch den Abstieg in der Punktedurchschnittstabelle nur recht knapp. Für einen recht kleinen Klub haben die Cerveceros eine sehr interessante Jugendarbeit.

Transfers: Die Abgänge Jonathan Pérez, Ignacio Ithurralde, Joaquín Aguirre und Mauricio Affonso waren in der letzten Saison durchaus zu Einsätzen gekommen, aber keine Leistungsträger. Dafür hat man auf dem Transfermarkt gut zugeschlagen: Innenverteidiger Matías Malvino, Linksaußen Martín Alaniz, Spielmacher Lucas Acosta und auch der kleine Konterstürmer Joel Burgueño sind namhafte Zugänge, die der Escuelita richtig weiterhelfen sollten. Zudem konnte man Stürmerstar Gabriel Fernández halten.

Stärken und Schwächen: Der frühere Jugendtrainer Ney Morales hat als Coach von Racing einen sehr soliden Punkteschnitt. Unter ihm zeigt man sich offensiv stark, defensiv aber phasenweise recht anfällig. Die Offensivstärke sollte beibehalten werden – mit Klublegende Liber Quiñones und Gabriel Fernández hat man zwei starke Mittelstürmer, dazu mehrere kreative Mittelfeldspieler wie Alaniz oder Leandro Sosa. Defensiv dürfte man sich dank Matías Malvino leicht verstärkt haben, doch bleibt er der einzige Neue in der Abwehr.

Die Chefutbol-Prognose: Wenig spricht gegen eine sorgenfreie Saison, viel mehr erwartet man im Viertel Sayago ohnehin nicht. Mit etwas Glück könnte es aber Richtung Copa Sudamericana gehen.

Boston River

Der Verein: 2016 debütierten die Verdirrojos in der ersten Liga und verblüfften gleich alle: Mit technisch starkem Fußball stürmte man unter Trainer Alejandro Apud auf Platz sechs und in die Copa Sudamericana. Nun liegt es an den Spielern, zu beweisen, dass nicht nur die Aufstiegseuphorie sie so weit getragen hat.

Transfers: Hinter Boston River liegt ein bemerkenswertes Transferfenster. Nur drei Ergänzungsspieler verließen den Verein, dafür konnte man mit dem Ex-Peñarol-Kapitän Carlos Valdéz für die Abwehr, dem talentierten Mittelfeldspieler Federico Pintos und den beiden Stürmern Sebastián Sosa und Maxi Pérez renommierte Neue verpflichten.

Stärken und Schwächen: Adrián Berbia, Carlos Valdéz, Pablo Alvarez, Diego Scotti – Boston River hat eine beeindruckende Erfahrung besonders in der Defensive vorzuweisen. In der Offensive hat man mit Robert Flores, Pablo Ceppellini und Bruno Foliados starke Kombinationsspieler, und Federico Rodríguez verwertet Vorlagen meist treffsicher. Allerdings sind alle Offensivspieler nicht besonders konstant, und ein weiterer guter Abschlussspieler fehlt.

Die Chefutbol-Prognose: Sicheres Mittelfeld mit Tendenz nach oben. In der Copa Sudamericana wird man aber nicht besonders weit kommen.