Uruguay
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Saisonvorschau Uruguay: Wer ärgert die Grandes?

Unteres Mittelfeld und Abstiegskampf

Juventud de Las Piedras

Der Verein: Juventud ist einer der wenigen Klubs, die nicht aus Montevideo stammen. Die Pedrenses sind ein klassischer Klub des unteren Mittelfelds, der nur eine Copa-Sudamericana-Teilnahme in seinen Geschichtsbüchern stehen hat. Immerhin hatte man zuletzt meist wenig Mühe mit dem Klassenerhalt. Nach einem mäßigen Uruguayo Especial muss man allerdings wieder nach unten schauen.

Transfers: Santiago Ostolaza ersetzte Jorge Giordano auf der Trainerbank. Ostolaza durfte auch einige Neuzugänge begrüßen. Am bemerkenswertesten sind wohl der erfahrene Torwart Juan Castillo, der Innenverteidiger Diego Rodríguez, der vielseitige Emiliano Albín und der Standardspezialist Leonardo Ezquerra. Dafür haben mit Matías Duffard und Fabián Carini zwei der Führungsfiguren der letzten Jahre den Klub verlassen.

Stärken und Schwächen: Im Uruguayo Especial hatte Juventud ein Torverhältnis von 9:11 in 15 Spielen. Im Wesentlichen dürfte die Abwehr auch unter Ostolaza das Prunkstück bleiben. Hier hat man viel Erfahrung vorzuweisen und eine breite Auswahl. Der neue Torwart Castillo sollte ein hervorragender Rückhalt werden. In der Offensive hat man weniger zu bieten – von allen Offensivspielern im Kader erzielte nur Delis Vargas im vergangenen Uruguayo Especial einen Treffer!

Die Chefutbol-Prognose: Vermutlich wird Juventud im Angriff nicht ganz so furchtbar schwach sein wie im letzten halben Jahr, doch um die Offensive wirklich ins Laufen zu bekommen, müsste Santiago Ostolaza schon starke Arbeit leisten. Das könnte im Laufe der Saison zum Problem werden, obwohl die Abwehr gut stehen sollte. Vermutlich bewegt man sich im unteren Mittelfeld, mit viel Pech könnte es die Pedrenses in den Abstiegskampf ziehen.

Plaza Colonia

Der Verein: Der größte Erfolg des Klubs datiert aus dem Mai 2016, als der damalige Aufsteiger für alle völlig überraschend die Clausura gewann. Ansonsten haben die Patas Blancas aus Colonia de Sacramento keine große Historie vorzuweisen und müssen sich jetzt wieder darauf besinnen, sich in der ersten Liga zu etablieren: Schließlich lief es im Uruguayo Especial nicht wirklich gut, und man kann also nicht auf ein Polster in der Durchschnittstabelle setzen.

Transfers: Plaza hat im letzten halben Jahr einen großen Aderlass verkraften müssen. Auch jetzt verließen mit Alejandro Villoldo, Kevin Dawson und Germán Ferreira wieder Leistungsträger den Klub. Verpflichtet hat man vor allem für den zuletzt schwächelnden Sturm, doch sind die Neuen eher No-Names. Ismael Páez, Copa-Libertadores-erfahrener Linksverteidiger aus Venezuela, hat wohl das größte Überraschungspotential.

Stärken und Schwächen: In Sturm und Tor sind die Patas Blancas unterdurchschnittlich besetzt, so wurde zum Beispiel der Abgang des starken Keepers Dawson nicht kompensiert. Besser sieht es im zentralen Mittelfeld aus, wo man mit Caseras, Waller und Redín durchaus gepflegten Fußball erwarten kann. Auch die Abwehrreihe ist zumindest ordentlich.

Die Chefutbol-Prognose: Für Plaza ist es sehr unglücklich, dass die starke Saison 2015/16 so schnell aus der Punktedurchschnittstabelle gestrichen wurde. So geht es zunächst einmal gegen den Abstieg. Mit dem schwachen Punkteschnitt von Trainer Rocco und einer bescheidenen Offensive ist der Klassenerhalt auch keine Selbstverständlichkeit, doch sollten Disziplin und Kampfgeist dafür ausreichen.

El Tanque Sisley

Der Verein: El Tanque ist ein relativ gesichts- und geschichtsloser Klub, der sich vor allem dank des einflussreichen Präsidenten Freddy Varela im Profifußball hält. Massive finanzielle Probleme und fehlende Zuschauerzahlen machen El Tanque zu einem klassischen Schaufensterklub – wer überzeugt, der verlässt den Verein meist gleich wieder. Nun konnte sich Varela mit einer Investorengruppe einigen, die den Klub als Zwischenstation für talentierte Spieler nutzen und so selbst von Transfererlösen profitieren will. So gehört Danubios Toptalent Joaquín Ardaiz nun offiziell El Tanque, spielt aber weiterhin für die Franja – und sollte er wechseln, streichen vor allem die Investoren Geld ein.

Transfers: El Tanque verbrachte zuletzt ein halbes Jahr in der Segunda División und hat sich für die erste Liga mit einigen Neuen verstärkt. Emilio MacEachen, Jhonny Galli, Santiago Fosgt, Lucas Tamareo und Anderson Silva gehören dabei zu den bekannteren Namen. Allerdings haben auch Stammspeiler wie Gastón Machado, Yefferson Moreira und Mathías Acuña den Klub verlassen.

Stärken und Schwächen: Für einen Aufsteiger ist man gar nicht schlecht besetzt, hat viel Auswahl. Santiago Fosgt und Emilio MacEachen sollten eine gute Abwehrzentrale bilden, Tamareo, Silva und Ademar Martínez ein kompaktes Mittelfeld. Der Trainer Raúl Möller hat schon früher erfolgreich bei El Tanque gearbeitet. Als Schwachpunkt könnte sich fehlende Kreativität aus der Zentrale heraus erweisen.

Die Chefutbol-Prognose: Mit solider Arbeit und etwas Aufstiegseuphorie sieht es für El Tanque gar nicht so übel aus. Nach dem letzten Aufstieg spielte man gar um die internationalen Plätze mit. Das dürfte diesmal nicht passieren, das klare Ziel ist der Nichtabstieg – aber dafür hat man keine schlechte Ausgangsposition. Das neue Turniermodell mit mehr Spielen könnte aber für den Aufsteiger kein Vorteil sein, da mehr Breite im Kader verlangt ist und sich der Aufstiegseffekt eventuell früher verflüchtigt.

IA Sud América

Der Verein: Die IASA ist ein sehr traditionsreicher Verein, der gemeinsam mit Fénix Rekordmeister der zweiten Liga ist, in der ersten Liga aber nie Erfolge feiern konnte. Nach einigen Jahren in San José tragen die Buzones ihre Heimspiele nun wieder in Montevideo aus, und zwar im Parque Palermo.

Transfers: Die IASA hat von allen Klubs vielleicht den größten Umbruch hinter sich. Nach einem leicht unterdurchschnittlichen Uruguayo Especial verließen zahlreiche Akteure den Klub, darunter mit Federico Gallego und Jonathan Barboza auch die wohl begabtesten Fußballer. Immerhin blieb der spanische Trainer José Riquelme. Unter den Neuen hat nur Mittelstürmer Gonzalo Mastriani gehobenere Klasse nachgewiesen, der Rest spielte zuletzt meist unterklassig.

Stärken und Schwächen: Die fehlende Konstanz konnte in der abgelaufenen Saison auch Riquelme nicht beheben. Stammverteidigern wie Santiago Carrera und Edgar Martínez fehlt es an Tempo, und im zentralen Mittelfeld verließen die Kreativsten den Klub, wurden aber kaum durch renommierte Neue ersetzt. Positiv ist die solide Kaderbreite, wobei das Sturmzentrum wohl am besten besetzt ist – mit Mastriani und Colmán kann man mancher gegnerischen Abwehr schlaflose Nächte bereiten. Der venezolanische Keeper Alain Baroja spielte eine starke Saison und ist ein guter Rückhalt.

Die Chefutbol-Prognose: Die Buzones haben kein großes Überraschungspotential und dürften sich den Nichtabstieg zum Ziel setzen. Schwer abzuschätzen ist hierbei vor Allem die Stärke der Konkurrenz – man ist in Uruguay auch schon mit einem Schnitt von deutlich über einem Zähler pro Spiel abgestiegen. Falls das auch 2017 der Maßstab ist, wird man sehr zu kämpfen haben.

Rampla Juniors

Der Verein: Der Klub aus dem Stadtteil Cerro, der im idyllisch gelegenen Estadio Olímpico antritt, feierte 2014 sein hundertjähriges Bestehen und war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein großer Name im uruguayischen Fußball, ist seitdem aber zu einem Fahrstuhlklub mit chronischen finanziellen Nöten verkommen. Auch 2017 konnte man die Teilnahme an der Liga erst in letzter Sekunde finanziell sichern.

Transfers: Die Abgänge der Stammverteidiger Williams Martínez und Willinton Techera schmerzen ebenso wie der von Topscorer Kevin Gissi. Mit Matías Soto und Nicolás Prieto hat man sich defensiv solide verstärkt, der einzige Neuzugang für den Sturm, Ignacio Panzariello, macht dagegen wenig Hoffnung.

Stärken und Schwächen: In den letzten 13 Spielen im Uruguayo Especial standen nur zwei Siege und fünf Tore zu Buche. Dass die Defensive meist solide stand, war da ein schwacher Trost. Nun konnte man sich für den Angriff nicht verstärken, verlor aber mit Gissi den Verantwortlichen für vier der neun Ligatore. Neben der schwachen Offensive ist auch die mangelnde Kaderbreite ein Problem.

Die Chefutbol-Prognose: Es bräuchte eine enorme Kraftanstrengung, um den Abstieg zu verhindern. Das Ausweiten der Liga auf 44 Spiele kommt den Picapiedras mit ihrem schmalen Kader auch nicht gerade zu Gute. Dazu kommt ein fehlendes Polster aus dem Uruguayo Especial – vermutlich geht es abwärts.

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