Sebastian Papelito Fernandez

Uruguayischer Clásico: Viatri rettet das Remis

Peñarol hat im uruguayischen Clásico ein spätes 1:1-Remis gerettet. Die Führung Nacionals durch Sebastián Fernández konterte der eingewechselte Lucas Viatri. Damit bleibt Nacional in der Jahrestabelle vorn, während Peñarol nächste Woche den Sieg in der Clausura fix machen könnte. Dann gäbe es in jedem Fall mindestens ein Endspiel zwischen den beiden Grandes.

Keine Überraschung gab es bei den Aufstellungen. Bei Nacional stürmte Seba Fernández an der Seite von Gonzalo Bergessio, bei Peñarol saßen Lucas Viatri und Walter Gargano nach Verletzungen nur auf der Bank, während Giovanni González an Stelle von Lolo Estoyanoff den Offensivdrang von Nacionals Linksverteidiger Espino einbremsen sollte. Das Spiel begann zerfahren und mit einer frühen gelben Karte gegen Jorge Fucile. Dann hatte Peñarol die beiden ersten Chancen: Darwin Núnez‘ Kopfball wurde vor der Linie geklärt (19.), Agustín Canobbio verfehlte den Kasten per Direktabnahme nur haarscharf (22.). Beide Möglichkeiten hatte González eingeleitet. Peñarol kontrollierte das Spiel in der ersten Halbzeit weitgehen, die Albos dagegen kamen bis zur 44. Minute kaum nach vorne. Ihre erste echte Möglichkeit hatte es allerdings in sich: Gonzalo Bergessio setzte sich vehement gegen einen Gegenspieler durch, scheiterte aber am stark reagierenden Dawson.

Diese Chance war ein erstes Anzeichen dafür, was nach der Pause kommen sollte. Peñarol begann völlig desorientiert und lag nach knapp 50 Sekunden zurück: Bergessio spielte einen wunderbaren Pass auf Seba Fernández, der präzise abschloss (46.). Keine Minute später kam Bergessio aus Nahdistanz zum Kopfball, Dawsons Abwehr landete wieder beim argentinischen Oldie – Lattenunterkante (47.)! Es war Nacionals beste Phase, doch das 2:0 sollte nicht fallen. Peñarols Angriffe wurden in Rückstand zunehmend planlos, der angeschlagene Gabriel Fernández und der gut isolierte Cristian Rodriguez hatten kaum zündende Ideen. So war der große Aufreger ein Handspiel von Nacionals Rodrigo Erramuspe (50.), das Referee Leodan González vertretbarerweise als unabsichtlich wertete. Peñarol brachte Lolo Estoyanoff und später den Argentinier Lucas Viatri, blieb aber unpräzise und verlegte sich zunehmend auf lange Bälle auf Viatri und Fernández. Das blieb zunächst erfolglos. Nacional zog sich zurück und inszenierte nur wenige Konter, meist über Christian Oliva. Kurz nach der Einwechslung von Walter Gargano (78.) folgte auf der Gegenseite der erste wirklich gute Spielzug der zweiten Hälfte – und der Ausgleich: Cristian Rodriguez passte auf Fernández, der sich drehte und eine präzise Flanke auf den Kopf von Viatri brachte. Dessen Kopfballaufsetzer schlug im langen Eck ein (81.). Es war erst Viatris zweites Saisontor, nachdem der Stoßstürmer weite Teile der Saison wegen einer schweren Augenverletzung verpasst hatte, und es war sein wohl wichtigster Treffer für die Aurinegros. Direkt nach dem Ausgleich ging das zuvor abwartende Nacional in die Offensive, zeigte sich dabei aber zu unpräzise. So endete das Spiel mit einem für beide Seiten vertretbaren Remis, auch wenn Nacional das Match lange im Griff zu haben schien. Die Albos verteidigen ihren Vorsprung in der Jahrestabelle (ein Punkt vor Peñarol), die Manyas dagegen haben zwei Spiele vor Schluss vier Punkte Vorsprung in der Clausura. Gewinnen sie diese, stehen sie auf jeden Fall im Halbfinale und haben gegen ihren Erzrivalen die Chance, den Titel von 2017 zu verteidigen.