Juan Arango
Flickr / Juan Arango

Zwischen Copa Libertadores und Strand: Juan Arango wird 37

Lange Zeit sorgte “El Huracán del Caribe”, der Venezolaner Juan Arango mit maßgenauen Flanken, frech getretenen Freistößen und absoluten Traumtoren für Angst und Bange in den Strafräumen der Bundesliga. Der ehemalige Gladbacher lässt nun die Karriere in seinem Heimatland beim FC Zulia ausklingen und feiert heute seinen 37. Geburtstag. Chefutbol nimmt die aktuellen Geschehnisse um “Arangol” genauer unter die Lupe.

Juan Arango, der Venezolaner mit dem linken Zauberfuß, erfreut sich auch drei Jahre nach seinem Abgang von Borussia Mönchengladbach immer noch größter Beliebtheit unter den Fans der Borussia. Kaum ein anderer Spieler konnte derart filigran mit dem Ball umgehen und aus eigentlich aussichtslosen Positionen ein ums andere Mal Traumtore erzielen, die in steter Regelmäßigkeit zur Wahl zum “Tor des Monats” standen wie der schlitzohrige Venezolaner.

Doch seit seinem Abgang von Borussia im Sommer 2014 nach Mexiko zu Club Tijuana ist es ruhig geworden um den alternden Mittelfeldvirtuosen.

Für Tijuana lief “Arangol” insgesamt für zwei Spielzeiten auf, ehe es ihn im Januar 2016 in die Vereinigten Staaten zu New York Cosmos zog.

Nachdem Arango das Kapitel USA mit dem Gewinn der Regular Season und des Soccer Bowls bereits nach einem Jahr vorzeitig beendete, kehrte der zum damaligen Zeitpunkt 36-Jährige Anfang 2017 in seine Heimat Venezuela zurück und unterschrieb einen Vertrag beim Copa Libertadores-Teilnehmer und Ex-Klub FC Zulia. Bereits zu Beginn seiner Karriere lief der ehemalige Kapitän der “Vinotinto” zwölfmal für den Verein aus der Küstenstadt Maracaibo auf.

Erste Copa-Libertadores Teilnahme mit 36 Jahren

Mit seiner Rückkehr zu Zulia konnte sich “Arangol” auch einen lang gehegten Traum erfüllen. Im Alter von 36 Jahren feierte Arango im Spiel Zulia gegen Chapecoense AF sein Debüt in der Copa Libertadores. In seiner bisherigen Karriere war “El Huracán del Caribe” zwar nicht gerade als “Kopfballmonster” bekannt, jedoch trug sich Arango mit einem sehenswerten Kopfballtor direkt in die Torschützenliste ein und vergoldete somit sein Debüt im bedeutendsten Clubwettbewerb Südamerikas. Die 1:2 Niederlage konnte der Rekordnationalspieler Venezuelas zwar nicht verhindern, jedoch zeigte sich der ehemalige Gladbacher zufrieden mit der Teamleistung und gab das Weiterkommen als klares Ziel aus. Derzeit befindet sich Zulia auf Rang 3 der Gruppe 7,  das Erreichen des Achtelfinals ist bei 3 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Club Nacional und einer noch ausstehenden Partie augenblicklich nicht ganz ausgeschlossen.

Juan Arango zwischen Palmen und Strand: Karriereabend in der Karibik

In der heimischen Primera División befindet sich Zulia aktuell auf dem 8. Platz und hat einen Spieltag vor Saisonende keine Chance mehr auf den Gewinn der Meisterschaft. Arango selbst spielt bis dato eine solide Saison, neben zwei Treffern stehen in 14 Spielen auch fünf direkte Vorlagen zu Buche. Allerdings sammelte er hierbei auch vier gelbe Karten, unter anderem wegen Meckerns und taktischen Fouls im Umschaltspiel. Die Rückwärtsbewegung war ohnehin nie eine der Stärken des Venezolaners.

Obwohl Zulia in dieser Saison nur durchschnittliche Leistungen erbringt und Arango voraussichtlich keinen weiteren Pokal in die Vitrine stellen kann, könnte es für “Arangol” schlechtere Orte für den Karriereabend geben. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von knapp 29 Grad Celsius und nur etwa 40 Regentagen im Jahr ist die Küstenstadt Maracaibo ein hervorragender Alterssitz für den mittlerweile 37-Jährigen, der sich noch nicht sicher ist, ob dies seine letzte Spielzeit sein wird.

Sollte Arango seine Karriere nach der aktuellen Saison beenden, verlässt der vermutlich größte Fußballer Venezuelas aller Zeiten die Bühne des Weltfußballs. Jahrelang begeisterte Arango die Fans weltweit mit seinen atemberaubenden Freistößen, punktgenauen Hereingaben und schlicht und ergreifend wunderschönen Toren und wirbelte die gegnerischen Abwehrverbände reihenweise durcheinander. Ein echter “Huracán del Caribe” eben.

Feliz Cumpleaños, Juan!