Von Golazos und Caños: Das Fußball-ABC von Chefutbol

Im Fußball gibt es viele Fachbegriffe und Ausdrücke, die man zwar häufig von Experten oder Journalisten hört, man aber nicht unbedingt in einem Sprachkurs lernt. Chefutbol sammelt einige der spanischen Begriffe, die ein Fan des Fußballs in La Liga oder in Lateinamerika schon einmal gehört haben sollte (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Wenn euch noch ein Begriff einfällt, der auf der Liste fehlt, schickt uns gerne E-Mail.

A

el árbitro. Der Schiedsrichter.

el arco. Das Tor(gehäuse). Siehe auch la portería.

el arquero. Der Torwart. Auch guardameta und portero

B

la bicicleta. Der Übersteiger, eine bekannte Finte, um im Dribling an einem Gegenspieler vorbei zu kommen. Dabei macht der ballführende Spieler einen Ausfallschritt über den Ball und täuscht damit eine Richtungsänderung an. Danach führt er den Ball mit dem anderen Fuß am Gegenspieler vorbei. Spieler wie Ronaldo Nazario oder Cristiano Ronaldo haben diesen Trick auch etliche Male hintereinander gezeigt. Eigentlich heißt biclcleta Fahrrad auf Spanisch. Zu Zeiten von Robinho bei Real Madrid kursierte in Spanien folgender Witz, der auf diesem Wortspiel basierte: Robinho ist ein Triathlet. Wieso? “Porque corre, hace bicicletas y luego, nada” (auf deutsch: weil er rennt, Übersteiger macht und später nichts dabei rauskommt). “Nada” bedeutet im Spanischen nicht nur “nichts”, sondern ist auch die dritte Person Singular von “nadar” (schwimmen) und bedeutet somit auch “er schwimmt”. “Bicicleta” bedeutet zudem “Fahrrad”. Somit wäre auch folgende Übersetzung möglich: “weil er rennt, Fahrrad fährt und später schwimmt”.

Vorsicht: Im Englischen gibt es den Ausdruck Bicycle Kick. Das bezeichnet im Spanischen aber die Chilena.

C

el cabezazo. Der Kopfball. Leitet sich von la cabeza für Kopf ab.

la camiseta. Das Trikot. Heißt eigentlich einfach nur T-Shirt.

el campeón. Der Meister.

la cancha. der Fußballpatz.

cantar el aliron. Ein Ausdruck, der verwendet wird, wenn einer Mannschaft die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen ist. Kann mit „die Siegeshymne anstimmen“ übersetzt werden.

el caño. Der Beinschuss, Tunnel oder Leo. Der ballführende Spieler spielt den Ball einem Gegenspieler flach durch die Beine. Das passiert entweder, um den Ball zu einem Mitspieler zu passen, oder um sich den Ball selbst aufzulegen (eine Spezialität von Lionel Messi) oder um einen Torwart im mano a mano zu bezwingen. Auch das Wort túnel ist im Gebrauch.

el centrocampista. Der Mittelfeldspieler.

el césped. der Rasen

la champions. Der in Spanien gebräuchliche Begriff für die Champions League.

la chilena. So wird im Spanischen sowohl der Fallrückzieher als auch der Seitfallzieher bezeichnet. Der Name bezieht sich darauf, dass diese Schusstechnik möglicherweise in Chile erfunden worden oder zumindest bekannt geworden ist. Das ist aber umstritten.

el chut. Der Schuss. Auch el tiro.

el crack. Hat mit der Droge nichts zu tun, sondern bezeichnet einen fantastischen Spieler.

D

el defensa. Der Verteidiger.

el delantero. Der Stürmer

E

en directo/ en vivo. Live, gemeint ist eine Fußball-Live-Übertragung.

el equipo. Die Mannschaft. Als Synonym wird auch la plantilla verwendet.

la explusión. Der Platzverweis. Siehe auch tarjeta roja.

el extremo. Der Außenstürmer. Extremo derecho bezeichnet den Rechtsaußen, extremo izquierdo den Linksaußen.

F

fallar un gol cantado. Eine hundertprozentige Torchance vergeben. Direkt übersetzt „ein gesungenes Tor vergeben“. Der Ausdruck bezieht sich darauf, dass spanische und lateinamerikanische Radio- und Fernsehmoderatoren ein Tor egal welcher Mannschaft fast ekstatisch bejubeln. Dazu wird das Wort Gol (Tor) entweder einmal extrem in die Länge gezogen geschrien oder häufig hindereinander verwendet. Es bezieht sich also darauf, dass ein Spieler den Ball nicht im Kasten unterbringt, obwohl der Moderator den Torschrei schon auf den Lippen hat. Im Englischen heißt die Redewendung übrigens „to miss a sitter“.

la falta. Bezeichnet im Spanischen sowohl das Foul als auch den Freistoß. Direkt übersetzt heißt falta eigentlich nur „Fehler“ – auch das kann von einem Kommentator gemeint sein.

fuera de juego. Abseits

G

el gol. Das Tor. Wichtigstes Wort aller spanischsprachigen Fußball-Kommentatoren, die es fast bis ins unendliche in die Länge ziehen, wenn ein Treffer gefallen ist.

el golazo. Das Traumtor

el guardameta. Der Torwart. Auch arquero und portero. Wird manchmal abgekürzt mit meta.

L

el larguero. Die Torlatte.

el lateral. Der Außenverteidiger. der lateral derecho spielt rechts, der lateral izquierdo links.

M

la manita. Direkt übersetzt „das Händchen.“ Von einer Manita ist häufiger die Rede, wenn einer Mannschaft ein Kantersieg mit fünf Toren (meist zu null) gelingt. In der Geschichte des spanischen Fußballs versteht man darunter auch einen bestimmten Clásico, der am 29. November 2010 mit 5:0 für den FC Barcelona endete. In der ersten Saison von José Mourinho als Real-Trainer wurde Real Madrid phasenweise vorgeführt. Xavi, Pedro, Villa (2) und der eingewechselte Jeffren trafen. Nach dem Spiel streckte Piqué seine rechte Hand mit fünf gespreizten Fingern in Richtung der Fans. Auf die Geste angesprochen, antwortete er damals schelmisch, er habe nur die Zuschauer grüßen wollen. In Spanien ging die Geste in die Fußball-Geschichte ein.

la mano. Das Handspiel. mano heißt eigentlich nur Hand.

mano a mano. So bezeichnet man im Spanischen die Eins-gegen-Eins-Situation eines angreifenden Spielers, der alleine auf den Torwart zuläuft. Die direkte Übersetzung ist Hand-zu-Hand. Der Ausdruck kommt ursprünglich aus dem Stierkampf.

P

el palo. Der Pfosten

el paquete. Hat mit der direkten Übersetzung (Paket, Päckchen) nichts zu tun. Der Ausdruck bezeichnet einen richtig schlechten Spieler, dem auf dem Platz so gar nichts gelingt.

el pase. Der Pass

el pase de la muerte. Direkt übersetzt der tödliche Pass. Dabei handelt es sich aber konkret um einen Pass, den ein angreifender Spieler, der die gegnerische Abwehr überlaufen hat, (fast) von der Grundlinie quer zurück vor das Tor spielt – der Mitspieler muss dann nur noch einschieben.

el pasillo. Direkt übersetzt der Gang oder Korridor. Bezeichnet in Spanien auch eine Tradition in der Liga: Wenn der Meister in der Primera División feststeht, huldigt ihm stellvertretend für die gesamte Liga der Gegner im nächsten Spiel. Dazu stellen sich die Spieler der gegnerischen Mannschaft vor dem Anpfiff der ersten Halbzeit nahe des Spielfeldrands in einem Korridor von wenigen Metern auf und klatschen, während die Meistermannschaft durch diesen Korridor hindurch auf den Platz läuft.

la pelota. Der Ball.

el penalti. Der Elfmeter

la pena maxima. Die Höchststrafe. Ein Synonym für penalti.

el pichichi. Der Toptorjäger der spanischen Liga wird so genannt. Die Bezeichnung kommt vom Stürmer Rafael Moreno Aranzadi, einem baskischen Spieler von Athletic Bilbao, der Anfang des 20. Jahrhunderts aktiv war und etliche Tore erzielte.

la portería. Das Tor(gehäuse), der Kasten, in dem der Torhüter steht. Auch el arco

el portero. Der Torwart. Auch arquero und guardameta

R

el regate. Das Dribbling, also das Führen den Balles. Dazu gehört unter anderem la bicicleta.

la roja. Der Spitzname der spanischen Nationalmannschaft, also „die Rote“, auch „la furia roja“ (die rote Furie) wird benutzt.

el rondo. So nennt man in Spanien die Trainingsübung, die im Deutschen meist Fünf gegen Zwei genannt wird. In einem wenige Quadratmeter großen Feld passen sich mehrere außen stehende Spieler meist flach den Ball zu, während einer oder zwei Spieler innen versuchen müssen, die Passwege zuzulaufen und den Ball zu erobern. Diese Übung ist auch in Spanien bis hin zu den Toplubs sehr beliebt. Caños sind dabei keine Seltenheit.

S

saque de esquina. Der Eckball

saque de puerta. Der Abstoß

saque de banda. Der Einwurf

T

la tarjeta amarilla. Die gelbe Karte

la tarjeta roja. Die rote Karte. Der Ausdruck „gelb-rote Karte“ ist in Spanien nicht gebräuchlich. Statt dessen spricht man dann von „doble amarilla“, also doppelt gelb (gleich rot). Wenn betont werden soll, dass ein Spieler glatt Rot sieht, ist oft die Rede von „roja directa“.

el técnico. Der Trainer. Auch el entrenador und el míster werden verwendet.

tiki-taka (auch tiqui-taka). Das spanische Kurzpassspiel, mit dem die Nationalmannschaft unter Luis Aragonés und Vicente del Bosque zwei Europameisterschaften und eine Weltmeisterschaft gewinnen konnten. Der Ausdruck kommt von aufeinanderprallenden Klick-Klack-Kugeln und wurde bei der WM 2006 zum ersten Mal von einem spanischen Journalisten für den Spielstil von La Roja verwendet. Diese Idee basiert auf technisch sehr versierten und sehr passsicheren Spielern und hohem Ballbesitz, mit dem der Gegner müde gespielt werden soll. Der Fußball von Pep Guardiola beim FC Barcelona (bedeutende Spieler wie Xavi und Iniesta prägten den Stil im Verein und in der Nationalmannschaft) und auch bei Bayern München wird ebenfalls als tiki-taka bezeichnet. Bei Bayern München kam Kritik an dieser Spielidee auf. 2014 äußerte sich Guardiola dazu, von fruchtlosem Passen nur um des Passens willen halte er gar nichts.

el tiro. Der Schuss. Auch el chut.

el túnel. Siehe caño.

Z

la zaga. Ein Synonym für die Abwehr(kette). Heißt eigentlich Heck.

el zaguero. Ein anderes Wort für Abwehrspieler, das sich von der zaga ableitet.