Fútebol boi
Video-Screenshot (https://www.biobiochile.cl)

Fútbol boi – Fußball und Stierkampf in einem

Was auf den ersten Blick nach einer verrückten japanischen Fernsehshow aussieht, ist tatsächlich eine Fußballvariante, die im nördlichen Paraguay beheimatet ist, und die auf lange Sicht die Zukunft des Fußballs sein wird.

Während in Europa die unersättliche Kommerzialisierung dazu beiträgt, den Fußball langweiliger werden zu lassen, da die Kluft zwischen den Topteams und den restlichen Mannschaften immer größer wird und sportliche Überraschungen immer seltener werden, hat man in Paraguay dem Fußball einfach ein Element hinzugefügt, das wieder Spannung in den Sport bringt und das die unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen ein wenig ausgleicht. Die meisten werden es sich sicher schon gedacht haben, bei diesem Element kann es sich nur um eine Kuh handeln!

Problemlos in Deutschland durchführbar

Fútbol boi wird seit 20 Jahren im Norden Paraguays praktiziert, kann jedoch bei Bedarf problemlos auch auf jedem deutschen Kreisliga-Acker gespielt werden. Nur in den Großstädten könnte es zu Engpässen kommen, da es dort schweiriger sein könnte, an den Wochenenden genügend Kühe bereitzustellen. Gegebenenfalls könnte jedoch der DFB in jeder Stadt einen Kuhstall errichten und somit für den notwendigen neutralen Spieler auf dem Platz sorgen. Geld dafür sollte eigentlich vorhanden sein, da beim Fútbol boi weder Schiedsrichter (die sich dann in Ruhe aufs Cornflakes essen konzentrieren könnten 😉) noch VAR benötigt werden.

Fútbol boi wird 5 gegen 5 auf einem kleinen Platz mit mannhoher Bande gespielt. Eine Halbzeit dauert dabei zehn Minuten. Bis hierhin klingt noch alles normal, wäre da nicht die eingebaute Schwierigkeit: die freilaufende (neutrale) Kuh, die ihr eigenes, nur ihr bekanntes Ziel, verfolgt und die normalerweise in jedem Spiel für einige Verletzte sorgt. Dies sollte bei den großen Wettanbietern für große Freude sorgen, wohingegen die Spieler nicht nur Ball und Gegner im Auge behalten müssen, sondern auch noch darauf achten müssen nicht auf die Hörner genommen zu werden. Bei Weltmeisterschaften im arabischen Raum, könnte man eventuell auf Kamele umsteigen.

Fouls gegen den neutralen Spieler sind natürlich verboten und laut Aussagen der Spieler kam es auch noch zu keinen Tätlichkeiten gegen Unparteiische. Vor Kurzem fand ein Turnier in Concepción vor stattlicher Kulisse statt, an dem 16, mehrheitlich von regionalen Viehzüchtern gesponsorte, Mannschaften teilnahmen. Den Sieg holten sich Los Polluelos (Die Küken) aus Jhugua Tadeo, die das Turnier bereits zum dritten Mal gewinnen konnten.

(Im südlichen Brasilien gibt es eine ähnliche Variante)