Erst am 19. Juli hatten wir in unserem Artikel das heiße Gerücht um die Wechselgedanken des brasilianischen Superstars Neymar berichtet. Mittlerweile kommen neue Infos an die Öffentlichkeit und der schier undenkbare Transfer könnte schon bald realisiert sein. Es wäre ein neues Kapitel im Buch des Fußballwahnsinns der letzten Jahre.
Nur ein Jahr, nachdem die magische 100 Mio. Euro Grenze beim Transfer von Paul Pogba gebrochen wurde, besteht schon wieder das Gerücht, dass auch dieser unvorstellbare Betrag durch einen neuen Rekord pulverisiert werden würde. 222 Mio. € steht auf dem Preisschild, welches der FC Barcelona seinem Star umgehängt hat. Die Summe wirkt abstrus. Noch verrückter klingt nur der Gedanke, dass ein Schiech in Paris sitzt, und diese Summe auch noch bereit ist zu bezahlen.
Finanzielles Fragezeichen
Fraglich ist jedoch, wie St. Germain Neymar finanzieren will. Die Summe aufzutreiben ist kein Thema in Paris. Dabei helfen unzählige „Scheichmillionen“. Die enormen Ausgaben vor der FIFA zu rechtfertigen ist eine ganz andere Sache. Das Financial Fairplay sitzt dem Club gewaltig im Nacken. PSG hatte bereits mit der FIFA diesbezüglich zu kämpfen und es drohte der Ausschluss aus der Championsleague. Das weiß auch Barcas Präsident Josep Maria Bartomeu. Im Financial Fairplay liegt wohl auch die einzige Möglichkeit, Neymar zu halten. Will der Spieler tatsächlich gehen und Paris bezahlt die festgeschriebene Ausstiegsklausel, wäre der spanische Topclub absolut machtlos.
„Niemand kann die Ausstiegsklausel zahlen, ohne gegen das Financial Fairplay zu verstoßen“, Bartomeu über den Transfer von Neymar
Ob Bartomeu Recht besitzt, oder ob das sein letzter Strohhalm ist, nachdem er greift muss sich zeigen. Fakt ist, wenn Neymar 222 Mio. Euro kosten wird, muss der PSG schnellstmöglich auch Transfereinnahmen generieren. An der Stelle kommt Veratti ins Spiel, an dem – wie soll es auch anders sein – der FC Barcelona Interesse bekundet. Deshalb könnte sich auch ein Tauschgeschäft rund um den Megadeal anbahnen. Für Verratti selbst werden übrigens auch Summen zwischen 80 und 100 Mio. Euro aufgerufen. Ebenfalls kein Schnäppchen, welches Barca einfach aus seiner Portokasse bezahlen kann. In diesem verrückten Wechselkarussell könnte der Italiener einer der großen Gewinner hervorgehen.
Neymar mimt das Pokerface
Der FC Barcelona hat im Endeffekt am wenigsten Einfluss. PSG muss die Summe irgendwie wieder reinholen und dann liegt die Entscheidung nur noch bei Neymar selbst. Der Brasilianer würde in Paris jedenfalls einige Landsmänner aus der Selecao vorfinden, was ebenso für einen Wechsel spricht. Ein Bekenntnis von Neymar zu einem der Clubs gibt es keins. Er inszeniert sich und seine Situation perfekt auf Instagram – er lässt Bilder statt Worte sprechen. Sein letztes Foto zeigt den Brasilianer beim Training des FC Barcelona auf dem Bauch liegend, mit der Hand am Kinn in nachdenklicher Pose inklusive entsprechendem Smiley. Er legt immer wieder Brennstoff in den Ofen der Gerüchteküche. Und welchem Spieler mag dieses Bild wohl gefallen? Genau, es ist kein geringerer als Marco Verratti.
Neymar wird auf finanzieller Ebene von einem Wechsel profitieren, das ist klar! Ein Nettogehalt von 30 Mio. Euro wird ihm in Aussicht gestellt. Das ist unbestritten ein Beweggrund, aber vielleicht – und das hofft man als Fußballfan – steckt noch mehr dahinter. Neymar ist ein absoluter Weltstar. Jedes Team bereichert er, sogar in Barcelona. Dennoch spielt er dort nur die zweite Geige hinter Messi, denn der ist selbst für Neymar (noch) nicht erreichbar. Möglicherweise ist auch die Idee, der unbestrittene Star bei PSG zu sein, der entscheidende Anreiz für einen Wechsel. Es wäre eine Begründung, die aus sportlicher Sicht sinnvoll erscheint. Das wäre zumindest ein wenig Balsam für die geplagten Seelen der Fußballromantiker, die nur noch Spieler erleben, die dem Ruf des Geldes folgen.
Spannung garantiert
Am Freitagmorgen wurden Meldungen publik, der Vater Neymars sei sich beinahe einig mit dem neuen Club. Von 95%iger Sicherheit wird berichtet und der Vater hätte bereits ein lapidares Handgeld von 40 Mio. Euro entgegengenommen. Was diese Prozentzahl letzten Endes wert sein wird ist offen. Bei solchen Geschäften zählt nur eines: Die trockene Tinte unter dem Vertrag. Und bis es soweit ist, wird es noch viele herrliche Spekulationen um die Transferposse des Sommers geben. Wir freuen uns drauf und halten euch auf dem Laufenden.



