Trotz der deutlichen Finalniederlage gegen Real Madrid meldete sich Juventus Turin diese Saison eindrucksvoll im Konzert der ganz großen europäischen Klubs zurück. Einen immensen Anteil daran trägt der Argentinier Paulo Dybala, einer der Stars der abgelaufenen Champions League-Saison. Wir stellen euch den Argentinier etwas ausführlicher vor.
Dybala, dessen Großvater von Polen nach Argentinien auswanderte, reifte in der Jugendabteilung des Klubs Instituto aus Córdoba heran. Als er sich mit 17 Jahren den Rekord des jüngsten Klubtorschützen von einem gewissen Mario Kempes schnappte, taufte ihn ein heimischer Journalist „La Joya“ – das Juwel. Dybalas Talent sprach sich schnell im ganzen Land herum und weit darüber hinaus. Im Sommer 2012 erreichte Instituto schließlich eine Offerte, die der Klub nicht ablehnen konnte. Dem US Palermo, ein Klub der sich zu jener auf den Kauf von südamerikanischen Talenten spezialisiert hatte, legte für Dybala die stolze Ablösesumme von 11,4 Millionen Euro auf den Tisch. Der damals 18-jährige Argentinier begann sein Abenteuer in Italien und nahm auch die italienische Staatsbürgerschaft an, da der Familienteil seiner Mutter aus dem Land entstammt.
Camino al scudetto ⚪⚫
Road to scudetto ⚪⚫
La corsa allo #scudetto ⚪⚫ ??? #finoallafine #juventus pic.twitter.com/U40eyWCUWs— Paulo Dybala (@PauDybala_JR) May 24, 2017
Steiler Aufstieg in der Serie A
Dort zeigte er schnell, weshalb er Palermo so viel Geld wert war. In seiner Premierensaison absolvierte er 27 Einsätze, in denen er drei Mal traf und kam auf 1.251 Minuten Spielzeit. Nach dem bitteren Gang in die Serie B geriet die sofortige Rückkehr ins Oberhaus für Dybala zum Triumphzug: In der Saison 14/15 spielte er 34 mal, traf zweistellig (13 Tore) und steigerte seine Spielzeit auf über das Doppelte seiner letzten Serie A-Saison: 2.964 Minuten. Spätestens nach der Saison 14/15 war klar, dass es Dybala nicht in Palermo halten würde. Als dann Juventus Turin mit 40 Millionen Euro winkte, wurde selbst der damalige exzentrische Klubpräsident Zamparini schwach und verabschiedete Dybala nach Turin. Juve hatte sich in einem Bieterduell unter anderem gegen Inter Mailand durchgesetzt.
In Turin zum kompletten Spieler gereift
Im Piemont entwickelte sich der 1,77 Meter große Dybala zu einem kompletten Fußballer. Sowohl als alleinige Spitze wie auch als hängender Stürmer und Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff lieferte er gute Spiele ab. Mal holt sich Dybala die Bälle tief aus der eigenen Hälfte und kurbelt so das Spiel an, mal wartet er vorne als klassischer „Fox in the Box“ auf den Schnittstellenpass . Zu seinen Spezialitäten zählt das Umgehen der gegnerischen Verteidigung, indem der Argentinier auf die Seiten ausweicht und somit dem Zugriff der meisten Verteidiger entgeht. Zu all diesen Qualitäten hinzu kommt noch das Markenzeichen Dybalas, der angedrehte Schuss mit links, zu bestaunen unter anderem beim Treffer zum 1:0 im CL-Viertelfinale gegen Barcelona. Insgesamt traf Dybala in der abgelaufenen Saison wettbewerbsübergreifend 19 mal und steuerte 9 Vorlagen bei.
Skepsis bei einer Legende des großen Konkurrenten
Beeindruckende Daten eines beeindruckenden Spielers. Nur einen scheint der fantasiereiche Offensivspieler nicht zu beeindrucken. Ausgerechnet die brasilianische Legende Pelé, der der italienischen Zeitung „Tuttosport“ gegenüber die Ansicht vertrat, Dybala sei in seinen Fähigkeiten überbewertet. Auch Vergleiche mit Diego Maradona kann Pelé nicht nachvollziehen: „Das Einzige was die beiden gemeinsam haben ist, dass beide Linksfüße sind“, so der ehemalige Weltstar. Die Fans von Juventus dürfte dies eher wenig beeindrucken. Mit dem Traumsturm Dybala-Higuaín zählt die „Alte Dame“ auch im kommenden Jahr zu den Topanwärtern auf den Scudetto. Es sei denn, Dybala erliegt dem Werben des FC Barcelona, wo auch Diego Maradona schon spielte. Das wäre dann zwar eine weitere Gemeinsamkeit zu Maradona, die den Juve-Fans allerdings überhaupt nicht schmecken würde.


