In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fanden erneut vier Spiele statt. Keine Tore gab’s in Montevideo und Bogotá, und auch in Manta und Rio de Janeiro endeten die Spiele unentschieden. Am meisten Drama gab es zwischen Flamengo und River Plate, wo die Argentinier spät ein 2:2 retteten.
Vier Siege in der uruguayischen Liga, Chapecoense und Banfield eliminiert – Nacionals starker Saisonstart hat sich in Südamerika rumgesprochen. Dementsprechend respektvoll reisten die Estudiantes de La Plata nach Montevideo und waren in ihrem 5-3-2-System erstmal auf Torsicherung bedacht. Das gelang dem Pincha auch: In einem hart umkämpften Spiel schaffte Nacional es nicht, genügend Strafraumpräsenz zu entwickeln. So musste Gästekeeper Mariano Andújar gar nicht die ganz großen Paraden auspacken, um den Kasten sauber zu halten. Weil auch die Argentinier nicht besonders präzise konterten, blieb es beim 0:0, mit dem Estudiantes besser leben kann.
Debütant Delfin musste im heimischen Estadio Jocay mit einer Punkteteilung leben. Der ecuadorianische Vizemeister musste gegen Bolivar einen frühen Rückschlag hinnehmen, als Marcos Riquelme einen Aussetzer von Luis Cangá zur frühen Gästeführung nutzte (16.). Die Bolivianer zogen sich daraufhin zurück, während Delfin über viele Flanken zum Erfolg zu kommen versuchte. Die offensive Wucht der Gastgeber fand ihre Belohnung noch vor der Pause, als Roberto Ordóñez eine schöne Flanke von Pedro Perlaza per Kopf verwertete (45./+2). Im zweiten Durchgang konnte Delfin das Tempo nicht ganz aufrechterhalten, und so war gegen Ende Bolivar dem Sieg sogar etwas näher. Weil Marcos Riquelme und Juan Carlos Arce ihre Chancen aber liegenließen, endete das Spiel mit einem verdienten 1:1. Beide Teams können so vom Weiterkommen träumen.
Das emotionalste Spiel des Abends fand in Rio de Janeiro statt – und das, obwohl keine Zuschauer ins Estadio Nilton Santos durften: Nach den Problemen im Finale der Copa Sudamericana wurde Flamengo mit einer Zuschauersperre belegt. Das Spiel vor leeren Rängen begann in der ersten Halbzeit fad, wurde aber nach Wiederanpfiff plötzlich unterhaltsam: Zunächst legte Leo Ponzio im Strafraum Gegenspieler Diego Ribas, Flamengos Stürmer Henrique Dorado verwertete den Elfer (54.). Doch nur Sekunden nach dem Führungstor köpfte der langsam wieder erstarkende Uruguayer Rodrigo Mora einen Freistoß seines Landsmanns Nico de la Cruz in die Maschen – der Ausgleich (55.). Dann war wieder Flamengo an der Reihe: Lucas Paquetás Steilpass fand Everton, der präzise und unhaltbar abschloss (66.). Doch auch River durfte noch einmal jubeln: Drei Minuten vor Abpfiff traf der eingewechselte Camilo Mayada – der wie Lucas Martínez Quarta von seiner Dopingsperre zurückkehrte – wuchtig zum Ausgleich. Beide Teams deuteten an, warum sie Favoriten der Gruppe 4 sind, konnten so aber keine drei Punkte zum Auftakt einfahren.
Im Gegensatz zum Geschehen in Rio begann das Spiel in Bogotá zwischen den gastgebenden Millonarios und Corinthians aus Brasilien emotionaler, als es endete. Zunächst schienen die Kolumbianer entschlossen zu attackieren, doch spätestens nach Angel Romeros Großchance für die Gäste (32.) bremsten sich die Embajadores etwas – wohlwissend, dass Corinthians’ Doppelspitze aus Romero und Clayson jederzeit einen Konter würde nutzen können. So entwickelte sich ein Match, das nur noch einmal richtig brisant wurde: Christian Huerfano scheiterte für die Gastgeber an der Latte (52.). Letztlich ein 0:0, das für die Millonarios zu wenig sein könnte.