Im zweiten Halbfinale der Copa Libertadores blieb Barcelona ein Wunder verwehrt: Trotz des 1:0-Auswärtssieges bei Grêmio Porto Alegre ziehen die Brasilianer ins Finale ein. Den Gästen fehlte es an offensiven Mitteln, die Hinspielklatsche noch zu wenden.
Barcelona stand nach der 0:3-Hinspielniederlage vor einer Herkulesaufgabe: Ein Sieg mit drei Toren Differenz in Porto Alegre musste her. Immerhin: Lanús hatte am vorigen Abend aus ähnlich unmöglicher Situation die Sensation perfekt gemacht und den Favoriten River Plate aus dem Wettbewerb gekegelt. Barcelona wollte dem nacheifern und konnte immerhin wieder auf seinen wichtigsten Stürmer zählen: Jonathan Alvez, im Hinspiel rotgesperrt und schmerzlich vermisst, kehrte in die Startelf zurück. Bei Grêmio fehlte dagegen Goalgetter Lucas Barrios verletzt, für ihn lief Cicero auf. Mal wieder kam übrigens der für seinen Einsatz zwischen Lanús und River Plate so gescholtene Videoassistent zum Einsatz, doch sollte es in Porto Alegre keine wirklich strittigen Szenen geben.
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— CONMEBOL.com (@CONMEBOL) November 1, 2017
Das Spiel begann trotz der Ausgangslage mit einer Feldüberlegenheit der Gastgeber, die sie jedoch nicht in Tore ummünzen konnten. Ein 20-Meter-Flachschuss von Arturo strich am Tor vorbei (16.), dann scheiterte Luan per Direktabnahme an Barcelonas Torwart Máximo Banguera (20.). Erst nach knapp einer halben Stunde wurden die Ecuatorianer aktiver, griffen dabei vor allem über Marcos Caicedos linke Seite an. So fiel auch das Tor: Nach Caicedos Hereingabe klärte die Abwehr unzureichend, Alvez bewies seinen Torriecher und schoss aus dem Rückraum ein (34.). Eigentlich ein richtiges Ausrufezeichen, doch auch wenn Cicero unmittelbar darauf den Ausgleich verpasste (36.), tat das Tor dem Spiel nicht sonderlich gut: Grêmio zog sich zu sehr zurück, wollte nicht in die gleiche Falle tappen wie River am vorigen Tag. So ließen die Brasilianer Barcelona keine Räume für ein ansehliches Spiel.
Nach der Pause kam Esterilla dem 0:2 dennoch sehr nahe, als er aus 18 Metern nur den Pfosten traf (56.). Es blieb jedoch Barcelonas beste Chance, die Gäste schafften es in der zweiten Hälfte nicht, wirklichen Druck Richtung Tor von Marcelo Grohe aufzubauen. Stattdessen fand Grêmio gelegentlich Platz zum Kontern: Cícero lief recht unbedrängt auf Banguera zu, scheiterte mit einem unplatzierten Abschluss jedoch am Tormann der Canarios (67.), der eingewechselte Jael köpfte nur an den Außenpfosten (78.). So blieb das Wunder für Barcelona aus, stattdessen verabschiedete sich der Star des Teams unrühmlich: Jonathan Alvez sah für eine Schiedsrichterbeleidigung mit dem Abpfiff die Rote Karte. Es war das Ende einer herausragenden Copa-Saison für Barcelona, während Grêmio zum ersten Mal seit zehn Jahren in ein Copa-Finale einzieht und gegen Lanús auf den dritten Libertadores-Titel hoffen darf.


