Kolumbien – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Sat, 27 Apr 2019 10:11:09 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.1.1 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Kolumbien – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Aufsteiger aus Cúcuta an der Spitze http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/aufsteiger-aus-cucuta-an-der-spitze http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/aufsteiger-aus-cucuta-an-der-spitze#respond Tue, 19 Feb 2019 09:20:25 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11506 Fünf Runden sind in der kolumbianischen Apertura gespielt und von der Tabellenspitze grüsst überraschend der Aufsteiger aus Cúcuta (Cúcuta Deportivo). Rund 35’000 Zuschauer gerieten am Sonntag in Ekstase, als Neuzuzug Andres Mosquera in der Nachspielzeit das 3:2 gegen Atlético Bucaramanga...

The post Aufsteiger aus Cúcuta an der Spitze appeared first on chefutbol.

]]>
Fünf Runden sind in der kolumbianischen Apertura gespielt und von der Tabellenspitze grüsst überraschend der Aufsteiger aus Cúcuta (Cúcuta Deportivo). Rund 35’000 Zuschauer gerieten am Sonntag in Ekstase, als Neuzuzug Andres Mosquera in der Nachspielzeit das 3:2 gegen Atlético Bucaramanga (Club Atlético Bucaramanga) erzielte. Zum ersten Mal seit 10 Jahren kam es wieder zum „Clasico des Ostens“ gegen den Rivalen aus der „Nachbarschaft“. 

Seit 33 Spielen ist der Aufsteiger nun im heimischen Stadion ungeschlagen. Die Rückkehr ins Estadio General Santander (Estadio General Santander) war ein Glücksfall für die rot-schwarzen „Motilones“. Noch vor 2 Jahren – nach einem Streit mit der lokalen Regierung – musste das Team die „Heimspiele“ in verschiedensten Stadien in der Nähe Bogotas, u.a. in Zipaquira, weit weg von der Heimat, austragen. Mit der Rückkehr nach Cucuta kam der Erfolg: 2018 verlor die Mannschaft nur zwei von 35 Spielen und stieg gemeinsam mit Union Magdalena direkt in die höchste Spielklasse auf. 

Das Saisonziel für Cucuta ist klar: möglichst wenig mit dem Abstieg zu tun haben. Die praktische und effiziente Spielweise brachte bereits 13 wertvolle Punkte.

The post Aufsteiger aus Cúcuta an der Spitze appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/aufsteiger-aus-cucuta-an-der-spitze/feed 0
Copa Libertadores: Argentinisches Finale mit “kolumbianischen Flair” http://www.chefutbol.com/lateinamerika/copa-libertadores-de/copa-libertadores-argentinisches-finale-kolumbianischen-498402 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/copa-libertadores-de/copa-libertadores-argentinisches-finale-kolumbianischen-498402#respond Wed, 07 Nov 2018 08:46:53 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11281 Am Samstag findet das Hinspiel des Copa Libertadores-Finales statt. Mit River Plate und Boca Juniors treffen wohl die zwei größten Erzrivalen Südamerikas aufeinander. Auch wenn “El Superclasico” ein rein argentinisches Duell ist, hat diese Paarung einen ziemlich kolumbianischen Geschmack. Mit...

The post Copa Libertadores: Argentinisches Finale mit “kolumbianischen Flair” appeared first on chefutbol.

]]>
Am Samstag findet das Hinspiel des Copa Libertadores-Finales statt. Mit River Plate und Boca Juniors treffen wohl die zwei größten Erzrivalen Südamerikas aufeinander. Auch wenn “El Superclasico” ein rein argentinisches Duell ist, hat diese Paarung einen ziemlich kolumbianischen Geschmack.

Mit Wilmar Barrios, Edwin Cardona, Sebastian Villa (alle Boca Juniors), Santos Borre und Juan Quintero (beide River Plate) könnten ganze fünf Kolumbianer zum Einsatz kommen. Mit dem schwer verletzten Frank Fabra (Boca Juniors) wären es sogar sechs. Dass die fünf Spieler in ihren Klubs prägende Rollen inne haben, zeigen vor allem die letzten Libertadores-Spiele. Bis auf Cardona gehörten die vier Akteure im Halbfinale zum Stammpersonal.

Kolumbianischer “Spielerboom” in Argentinien

Bei dem argentinischen Meister sticht vor allem Barrios heraus. Der 25-Jährige zählte während der Meisterschaft zu einem der wichtigsten Akteure. Sein Spielstil erinnert ziemlich an N´Golo Kante. Wie beim Franzosen sind seine Stärken die Balleroberungen und der Kampfgeist. Diese Spielweise hat den heimischen Fans zuletzt ziemlich imponiert. Auch aufgrund seiner kolumbianischen Herkunft sehen in Barrios viele Boca-Fans Mauricio “Chicho” Serna. Zwischen 1997 und 2002 war der 50-Jährige ein ähnlicher Leader, wie es heute Barrios ist. Ob der Mittelfeldmotor auch nach der Saison gehalten werden kann ist noch fraglich. Nach einer starken Weltmeisterschaft hat er letztlich auch den europäischen Markt auf sich aufmerksam gemacht.

Im Aufwind ist derzeit auch Sebastian Villa. Der schnelle Außenstürmer bereitete im Halbfinale den wichtigen Augleichstreffer bei Palmeiras vor. Trickreich und viel Tempo sind die passenden Attribute für seine Spielart. Knapp zwei Millionen überwiesen die “Xeneizes” an Deportes Tolima, um sich die Dienste des Dribblers zu sichern. Mit 22 Jahren könnte Villa den Argentiniern demnächst viel Geld einbringen.

Nicht besonders glücklich waren die letzten Auftritte von Cardona. Im Rückspiel des Halbfinales wurde der Spielmacher nicht einmal nominiert. Viele Medien spekulieren schon über einen Abschied im Winter. Ein Einsatz in den Finalspielen wird der Kolumbianer wohl nur über eine Einwechslung schaffen.

Borré und Quintero endlich angekommen

Mit großer Sicherheit in der erneuten Auflage des “Superclasico” spielen werden Borre und Quintero auf Seiten von River. Vor allem Quintero sorgte in letzter Zeit für großes Aufsehen in Argentinien. Nach einer starken WM kam er für die Argentinier öfter zum Einsatz und zahlte das Vertrauen prompt zurück. Besonders die große Übersicht und die herausragenden Technik machen ihn zu einem Schlüsselspieler im Team von Marcelo Gallardo. Wenn er so weitermacht wie bisher, dann führt sein Weg wohl irgendwann wieder zurück nach Europa. Wieder ins Rampenlicht spielte sich zuletzt auch Borre. Nach Anfangsschwierigkeiten zählt der Stürmer zum Stammpersonal von River. In der Endrunde der Libertadores gelangen dem fleißigen Angreifer sogar drei Tore.

The post Copa Libertadores: Argentinisches Finale mit “kolumbianischen Flair” appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/copa-libertadores-de/copa-libertadores-argentinisches-finale-kolumbianischen-498402/feed 0
Interview mit Alvaro Melendez – Das Leben eines Profis in Kolumbien http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/interview-alvaro-melendez-kolumbien-485924 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/interview-alvaro-melendez-kolumbien-485924#respond Thu, 25 Oct 2018 19:51:36 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11220 Vor wenigen Wochen hatte Chefutbol die Möglichkeit ein Interview mit Alvaro Melendez zu führen. Der 21-Jährige Offensivspieler steht derzeit bei Deportivo Pereira unter Vertrag. Mit dem kolumbianischen Zweitligisten kämpft der Offensivspieler um den Aufstieg in die Liga Aguila. Gegenüber Chefutbol...

The post Interview mit Alvaro Melendez – Das Leben eines Profis in Kolumbien appeared first on chefutbol.

]]>
Vor wenigen Wochen hatte Chefutbol die Möglichkeit ein Interview mit Alvaro Melendez zu führen. Der 21-Jährige Offensivspieler steht derzeit bei Deportivo Pereira unter Vertrag. Mit dem kolumbianischen Zweitligisten kämpft der Offensivspieler um den Aufstieg in die Liga Aguila. Gegenüber Chefutbol äußerte er sich über die Bedingungen eines Profifußballers in Kolumbien, aber auch über seine persönlichen Ziele.

“Das ist der Unterschied zwischen den armen und den reichen. Der Arme hat immer Hunger, sich zu verbessern.”

Hallo Alvaro, wie geht’s dir?

Mir geht’s gut danke dir!

Erst einmal vielen Dank für das Interview. Es ist etwas ganz Besonderes für Chefutbol.

Kein Problem. Es ist mir eine Freude, das mit euch zu machen.

Als aller erstes wollte ich dich fragen, wie du den Fußball in Kolumbien im Vergleich zum Fußball der anderen Länder in Südamerika siehst?

Der Fußball in Kolumbien ist relativ vielfältig. Der brasilianische und argentinische Fußball sind uns derzeit noch etwas überlegen. Ich denke die Spieler aus diesen Ländern verhalten sich einfach noch ambitionierter im Vergleich zu uns Kolumbianern. Hier haben wir Talent, Qualität und die entsprechenden Spieler, aber wir sind nicht so zielgerichtet wie die Argentinier oder Brasilianer. Das ist einfach der Unterschied. Das merkt man auch, wenn kolumbianische Vereine gegen Klubs aus diesen Ländern spielen.

Alles in allem siehst du den kolumbianischen Fußball als drittstärkste Kraft in Südamerika?

Ja, das denke ich! Kolumbien hat viele starke Spieler. Hier gibt es jeden Tag bessere Spieler. Viele schöpfen ihr Potenzial leider nicht aus. Im Großen und Ganzen denke ich, dass wir was den Klubfußball betrifft, vor vielen Ländern stehen.

Alvaro grüßt Chefutbol – Gracias Crack!!

Was denkst du bezüglich der jungen Spieler in Kolumbien – Braucht ein junger Kolumbianer auch die finanzielle Unterstützung, um sich eine Profikarriere zu ermöglichen?

Das Geld hilft natürlich in vielen Fällen einen jungen Spieler möglichst weit zu bringen. Insgesamt denke ich aber trotzdem noch, dass eben die jungen talentierten Spieler oft so hungrig sind, dass sie den Weg in den Profifußball letztlich doch über das eigene Talent schaffen. Einfach die Motivation, jeden Tag besser zu werden. Das ist der Unterschied zwischen den armen und den reichen. Der Arme hat immer Hunger, sich zu verbessern.

In deinem Fall – Hast du viel Geld gebraucht um in den Profifußball zu gelangen?

Nein. Wir hatten nie viel Geld. Meine Familie war nicht arm, aber meine Lust und Motivation hat mich letzten Endes hier hingebracht, wo ich jetzt bin. Wenn man klare Ziele hat, kann man alles schaffen.

“Für mich ist Kolumbien ein ziemlich ruhiges Land”

Du bist in Cartagena aufgewachsen und hast dort gespielt – Wieso bist du dann nach Pereira gegangen?

Als ich in der Jugend für Cartagena spielte wollte ich einen Arbeitsvertrag haben. Wir kamen zu keinem Vertrag, wodurch ich mich zusammen mit meinem Berater dazu entschied den Verein zu wechseln. Daraufhin wechselte ich 2015 zu Once Caldas. Dort lief es sehr gut für mich, aber man ließ mich nie für die erste Mannschaft debütieren. Auch hier wollte man mir keinen Arbeitsvertrag anbieten, sodass ich den Weg zum Profiteam von Pereira fand. Hier gab man mir mehr Chancen. 2025 durfte ich für den Klub mein Profidebüt in der zweiten kolumbianischen Liga geben. Hier durfte ich nach und nach meine ersten Minuten im Profifußball sammeln.

Alvaro Melendez in Aktion

Was denkst du als Fußballer in Kolumbien über die Kriminalität – Kannst du dich ohne Sorgen in der Öffentlichkeit bewegen?

Für mich ist Kolumbien ein ziemlich ruhiges Land. Es hat aber auch seine gefährlichen Gebiete, wie jedes Land. Vor allem hier in Pereira passiert einem nichts, solange man sich nicht mit den falschen Personen abgibt. Ich habe keine Angst, wenn ich hier durch die Straßen laufe.

Die Nachrichten haben zuletzt öfter darüber berichtet, dass die Auseinandersetzungen zwischen den Fans teilweise eskalierten. Was denkst du darüber?

Es kommt immer auf den Verein darauf an. Es gibt viele große Vereine hier in Kolumbien. Den jeweiligen Fans gefällt es einfach nicht Personen mit anderen Trikotfarben zu sehen. Zum Beispiel können die Millonarios-Anhänger keine Santa Fe-Fans sehen. Es ist natürlich schade, denn jeder sollte selbst entscheiden dürfen, welche Mannschaft er unterstützt.

Wie fühlt es sich an in einem so großen Stadion zu spielen?

Für mich ist es eine Ehre in solch einem schönen Stadion zu spielen. Besonders auch für so einen großen Verein. Hier durfte ich meine ersten Erfahrungen sammeln, weshalb ich dem Klub ewig dankbar sein werde. Die Historie des Vereines ist so lang, wodurch wir den Fans endlich den Aufstieg schenken möchten. Als Fußballer möchte man den Fans auch mal etwas zurückschenken.

Was ist euer Zuschauerschnitt ?

Also während wir noch nicht in den Playoffs spielen kommen nur 1.000-2.000. In den Playoffs sind es dann schon beinahe 20.000.

Im Vergleich zu den anderen Zweitligisten ist Pereira ein ziemlich großer Klub. Das Hauptziel von euch muss nach mehreren Jahren Abstinenz der Aufstieg sein, oder siehst du das anders?

Nein, ganz klar der Aufstieg. Hier geht es nur darum. Alle Spieler die kommen, sollen dem Verein direkt weiterhelfen. Alle mit dem gleichen Ziel. Diese Stadt hat es einfach wieder verdient!

Was ist dein persönliches Ziel für die Zukunft?

Ich denke jeder Fußballer möchte irgendwann für einen möglichst großen Klub spielen. Und auch für die Nationalauswahl aufzulaufen. Auch wenn ich es vielleicht nicht nach Europa schaffen sollte, ist es mir wichtig meine Familie wenigstens hier abzusichern.

Hast du bereits mit „bekannten“ Spielern zusammen gespielt?

Ja. Ich hatte die Möglichkeit mit Jorman Campuzano zu spielen. Der erst kürzlich zu Atletico Nacional wechselte und auch für Kolumbien debütierte. Aber auch mit Juan „Cucho“ Hernandez durfte ich zusammen spielen. Durch solche Spieler verspüre ich mehr Motivation meinem Traum weiter zu folgen. Sie halfen mir bereits viel. Bei „Cucho“ sah man immer diese große Motivation irgendwann zu einem großen Verein zu gehen.

Siehst du selbst gerne den Fußball aus Europa?

Ja klar. Am liebsten sehe ich die Premier League. Aber auch den kolumbianischen Fußball verfolge ich natürlich.

Wie professionell ist das Training in Kolumbien?

Wir trainieren jeden Tag. Hin und wieder bekommen wir mal einen Tag frei. Meistens sind es drei Stunden Training pro Tag. Unser Trainerteam besteht aus zahlreichen Coaches, die für die jeweiligen Bereiche verantwortlich sind.

Lebst du allein? Und inwiefern unterstützt du deine Familienmitglieder?

Ich lebe zusammen mit meiner Frau. Meine Familie bekommt hin und wieder Unterstützung von mir, aber großteils verdienen sie mit ihren Jobs ihr eigenes Geld. Sie sind unabhängig von mir.

Welchem Verein in Kolumbien würdest du nie absagen?

Ganz klar America Cali. Sollte sich irgendwann die Möglichkeit eröffnen, würde ich nicht absagen.

Wie sieht deine persönliche Zukunft aus?

Ich möchte jetzt erst einmal mit Pereira aufsteigen. Danach werde ich den Verein wohl verlassen, wenn es nach mir geht. Es ist mein drittes Jahr hier und der Plan ist auch, dass es mein letztes Jahr hier wird.

Vielen Dank für das Interview! Wir von Chefutbol wünschen dir weiterhin viel Glück und den Aufstieg mit Pereira!

Ebenfalls Danke, dass ihr mir diese Möglichkeit gegeben habt.

The post Interview mit Alvaro Melendez – Das Leben eines Profis in Kolumbien appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/interview-alvaro-melendez-kolumbien-485924/feed 0
Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (3/3) http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-365432 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-365432#respond Fri, 03 Aug 2018 07:33:19 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10766 Während es bei América de Cali die ersten drei Jahre nach dem Ende der Generación Dorada (goldenen Generation) sportlich nicht mehr ganz so hoch her ging, nahm dafür der Drogenkrieg in Kolumbien Fahrt auf, und wurde von Jahr zu Jahr...

The post Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (3/3) appeared first on chefutbol.

]]>
Während es bei América de Cali die ersten drei Jahre nach dem Ende der Generación Dorada (goldenen Generation) sportlich nicht mehr ganz so hoch her ging, nahm dafür der Drogenkrieg in Kolumbien Fahrt auf, und wurde von Jahr zu Jahr brutaler und rücksichtsloser. 

Wenn man dem Buch des Sohnes von Kartell-Chef Gilberto Orejuela Glauben schenken kann, hatten die Mitglieder des Cali-Kartells einst ernsthaft in Erwägung gezogen aus dem Geschäft auszusteigen, zögerten aber zu lange und verpassten den richtigen Moment. Denn als Pablo Escobar seinen Krieg gegen jeden und alles der nicht auf seiner Seite stand intensivierte, und auch die Zivilbevölkerung nicht mehr vor ihm sicher war, gab es für die Politik keine andere Alternative mehr als alle Kartelle zur Strecke zu bringen. Aber trotz der sich allmählich zuspitzenden Lage für die Drogenbosse hatten sie immer noch genug Zeit und Lust sich mit Fußball zu beschäftigen, wenn auch mehr und mehr aus dem Hintergrund. Bei América de Cali merkte man jedenfalls wenig von den Problemen seiner Besitzer.

1988 – Jahr 1 nach der Generación Dorada

Der Nachfolger von Erfolgscoach Uribe war dessen Assistent Humberto Ortiz, mit dem man in der Liga einen respektablen 3. Platz und in der Copa Libertadores das Halbfinale erreichte, wo man gegen Nacional aus Uruguay mit 0:1 und 1:1 den Kürzeren zog.

1989 – Ligaabbruch nach Mord an Schiedsrichter Álvaro Ortega

Pünktlich zur neuen Saison übernahm der alte Erfolgscoach Uribe wieder das Zepter bei América, und es schien so als würden mit ihm die alten Erfolge wieder zurückkehren. Die Roten Teufel konnten das Torneo Apertura (Hinrunde) und das Torneo Finalización (Rückrunde) gewinnen und lagen klar auf Meisterschaftskurs, als die Liga nach dem Mord an Schiedsrichter Álvaro Ortega abgebrochen wurde. Der Referee wurde aus einem fahrenden Auto heraus in Medellín erschossen. „Popeye“, einer der bekanntesten Auftragsmörder von Pablo Escobar, bestätigte Jahre später, dass der „Patrón“ den Auftrag dafür gegeben hatte.

(Titel: Nicht einmal die Schiedsrichter können sich retten)

 

 

Der 32-jährige Referee und Vater zweier Töchter war an seinem Todestag, dem 15. November 1989, noch als Linienrichter beim Spiel zwischen Medellín und América eingesetzt worden und befand sich somit in der Heimatstadt Escobars. Sein Todesurteil fiel angeblich jedoch schon am 26. Oktober, als er in einem der Kartell-Clássicos zwischen América und Independiente de Medellín Pablo Escobar zum Toben brachte, als er zwei Minuten vor Abpfiff den per Fallrückzieher erzielten 3:3 Ausgleichstreffer der Gäste wegen gefährlichen Spiels aberkannte.

Der Mord war der Höhepunkt der Gewalt gegen die Schiedsrichter, die sich aufgrund der Vereine in Kartell-Besitz oft zwischen den Fronten sahen, und manchmal sogar von zwei Seiten bestochen wurden. Einige wollten anschließend bestimmte Spiele nicht mehr pfeifen, da man nach schwerwiegenden Fehlern offensichtlich seines Lebens nicht mehr sicher war. Die Kartelle/Vereine wussten in der Regel im Voraus über die Schiedsrichter-Ansetzungen des Verbandes Bescheid und wussten wen es zu bestechen galt.

1990 – Uribe machts wieder: Mit 101 Toren zur 7. Meisterschaft

1990 wurde der Ligabetrieb wieder aufgenommen und die Roten Teufel knüpften an die starke Vorsaison an und konnten wieder alle drei Turniere der Meisterschaft gewinnen (Apertura, Finalización, Cuadrangular final). Die Elf von Uribe spielte eine konstant hervorragende Saison in der sie die eigenen Fans mit einer tollen Offensive berauschte: 101 Tore in 52 Spielen. Die treffsichersten Stürmer der Roten Teufel waren Antony de Ávila (25) und Sergio Angulo (20), die fast für die Hälfte der Treffer verantwortlich waren.

Vor der Saison wurde der damals 24-jährige Mittelfeldspieler Freddy Rincón (später u.a. SSC Neapel und Real Madrid) verpflichtet, dessen Stern bei der WM 1990 aufging, als er im Gruppenspiel gegen Deutschland das wichtige 1:1 für Kolumbien erzielte, und der zur ersten goldenen Generation der Cafeteros gehörte.

Jener Rincón erzählte Jahre später, dass ihm die Orejuela-Brüder mehrmals verboten hatten den Verein zu verlassen, auch wenn sie ihn nie bedroht hätten. Trotzdem musste er bis 1994 warten bis er die Erlaubnis bekam zu Cruzeiro nach Brasilien wechseln zu dürfen. Im Jahr 2007 saß Rincón 123 Tage in einem brasilianischen Gefängnis, da gegen ihn wegen Drogenschmuggel, Geldwäsche und Verbindungen zu kriminellen Vereinigungen ermittelt wurde.

1991 – Vizemeister und USA-Trips

In der endgültig letzten Saison mit Gabriel Ochoa „El Médico“ Uribe auf der Bank reichte es für den Titelverteidiger nur zur Vizemeisterschaft. Den nationalen Titel holte sich Atlético Nacional aus Medellín, gegen den América auch im Viertelfinale der Copa-Libertadores den Kürzeren zog (0:0, 0:2), obwohl man in der Gruppenphase noch beide Duelle für sich entschieden hatte. Da selbst der südamerikanische Fußballverband (Comnebol) fürchtete, dass es bei Spielen auf kolumbianischem Boden zu Schiedsrichterbestechungen kommen könnte, mussten die beiden Vereine in der Spielzeit 1991 ihre Spiele außerhalb des Landes durchführen. Die Partien wurden entweder in Venezuela (San Cristobal) oder in den USA (Miami, Los Angeles) ausgetragen.

Dr. Gabriel Ochoa Uribe ist bis heute einer der – wenn nicht sogar der – berühmtesten kolumbianischen Trainer. Insgesamt saß er bei 1.565 Spielen auf der Bank und ist Rekordtrainer von América (763 Spiele) und von Millonarios (546). In seiner Trainerlaufbahn gewann der Mann aus der Kleinstadt Sopetrán 13 Meisterschaften: 7 mit América, 5 mi Millonarios und 1 mit Santa Fe. Sein letztes Spiel auf der Trainerbank war der 3:1 Sieg von América gegen Santa Fe am 18.12.1991.

1992 – 8. Meisterschaft und Halbfinal-Aus gegen das Newell’s von Bielsa

Zur neuen Saison übernahm mit Francisco Maturana ein anderer bekannter kolumbianischer Coach das Traineramt bei den Diablos Rojos und führte América direkt zur 8. Meisterschaft und bis ins Halbfinale der Copa Libertadores. Die Meisterhelden und Stars der Mannschaft waren u.a. Freddy Rincón, Jorge Bermúdez, Antony de Ávila, Nestor Fabbri, Wilmer Cabrera und Stürmer Jorge da Silva. Die Meisterfeier wurde vom Kartell organisiert und fand in einer lokalen Diskothek statt, zu der die drei besten Salsa-Gruppen Calis zu dieser Zeit eingeladen waren.

Der argentinische Mittelfeldspieler Néstor Villareal, der vor der Saison 1992 von Independiente CA zu América gewechselt war, erzählte dass ihm während der Feier José „El Chepe“ Santacruz (Mitbegründer des Cali-Kartells) sagte, dass er einen Wunsch frei hätte. Jedoch wusste Villarreal nicht was er antworten sollte, da er erst seit kurzem in Cali war, und noch nicht richtig wusste wie mit solchen Vorschlägen der Kartell-Chefs umzugehen war. Im Nachhinein sagten ihm seine Freunde, dass dies der Moment war sich ein Haus zu wünschen.

(Villarreal links vom Torwart)

Um seine Verpflichtung hatte sich Miguel Rodríguez Orejuela persönlich gekümmert, der ihn als Ersatz für den verletzten kolumbianischen Nationalspieler Leonel Álvarez im Team haben wollte. Villareal erzählte, dass er an dem Tag zu Vertragsgesprächen am Vereinssitz von Independiente weilte und man gerade eine Pause machte. In dieser wurde er ans Telefon gerufen und die Stimme mit kolumbianischem Akzent am anderen Ende die Leitung fragte, wie viel er verdienen wolle. Überrascht und ohne groß nachzudenken entgegnete Villarreal: “90.000 Dollar.” Die Antwort des Anrufers war: “Gut ich zahle dir 90.000, ein Auto und eine Wohnung und wenn wir Meister werden gibt es nochmal 20.000 obendrauf.” Später stellte Villarreal fest, dass es sich bei dem Anrufer um keinen geringeren als Miguel Rodríguez Orejuela gehandelt hatte.

Im Halbfinale der Libertadores traf América auf die Newell’s Old Boys aus Rosario, mit Marcelo „El Loco“ (Der Verrückte) Bielsa an der Seitenlinie. In beiden Duellen stand es nach Schlusspfiff jeweils 1:1, sodass der Sieger vom Punkt aus ermittelt werden musste. Das Elfmeterschießen das folgte, sollte in die Geschichte des Wettbewerbs eingehen, denn erst der 26. Elfmeter brachte die Entscheidung: 11:10 n.E. hieß es am Ende für die Leprosos. Zum Helden in Cali avancierte Newell’s Keeper Scoponi, der zwei Versuche parierte und selbst verwandelte.

1993 – Platz 4 und erneutes Halbfinal-Aus

In einer sehr engen Finalrunde der Meisterschaft reichte es für América am Ende nur zum 4. Platz, und damit nicht zur Teilnahme an der Copa Libertadores im nächsten Jahr. Die vier Finalteilnehmer trennten am Ende ganze zwei Punkte, und Juniors aus Barranquilla holte sich die Meisterschaft nur dank der besseren Tordifferenz.

In der Copa Libertadores drang man wieder bis ins Halbfinale vor, wo man gegen Universidad Católica (Chile) im Rückspiel – mal wieder – dramatisch scheiterte. Nach der 1:0 Hinspielniederlage in Chile führte man im Rückspiel im heimischen Estadio Pascual Guerrero bis zur 87. Minute mit 2:1, ehe Lunari den Ausgleich für die Chilenen erzielte. Allerdings wurde América de Cali in der 90. Minute noch ein schmeichelhafter Elfmeter zugesprochen, mit dem man zumindest die Verlängerung hätte erzwingen können, da die Auswärtstorregel erst ab dem Entscheidungsspiel zur Anwendung kam. Doch Escobar versagten die Nerven und América schied aus.

1994 – Letzte Saison unter dem Cali-Kartell

Nach einem mittelmäßigen Saisonstart und Platz 7 nach Torneo Apertura und Torneo Finalización spielten die Roten Teufel eine starke Halbfinal- und Finalrunde und wären fast noch Meister geworden. Am Ende der knappen Finalrunde kostete letztendlich doch die durchwachsene erste Saisonhälfte den Titel, da man im Vergleich zu den Rivalen kaum Bonuspunkte mit in die Endrunde nahm, die am Ende entscheidend dafür waren, dass sich Atlético Nacional den Titel holte. (Spalte „Bon“=Bonuspunkte (ergeben sich aus Platzierungen in Apertura/Finalización); bis 1995 immer noch 2-Punkte- Regel)

1995 – Nachwehen der Zerschlagung des Cali-Kartells

Die Köpfe des Cali-Kartells, die Orejuela-Brüder Gilberto und Miguel sowie die große Mehrheit ihrer Partner, wurden im Juni bzw. August 1995 festgenommen. Damit versiegte zwar die größte Geldquelle des Vereins, doch für die Zukunft weitaus schlimmer war die Tatsache, dass der Verein auf die sogenannte Clinton-Liste gesetzt wurde. Mit der Clinton-Liste ging die US-Regierung gegen Vereine, Firmen und Privatpersonen vor, denen sie unterstellte Verbindungen zur Drogenkriminalität zu haben. Stand man auf der Liste, musste man abgesehen von einer zerstörten Reputation damit rechnen, dass alle Vermögen in den USA eingefroren wurden, dass man keine Visa mehr für die USA erhielt und dass man keine legalen Geschäfte mehr mit US-Bürgern tätigen konnten. Auch Preisgelder aus internationalen Wettbewerben konnten nicht mehr ausgezahlt werden, sodass América de Cali bald fast ausschließlich nur noch Ticketeinnahmen erzielte. Dies führte dazu, dass der Verein, dessen Besitzer einst 150 Spielerpässe horteten und den Stadionausbau mitfinanzierten, finanziell langsam ausblutete und nicht mehr konkurrenzfähig war. Dieser “schleichende” Tod mündete 2011 in den ersten Abstieg seit 60 Jahren, und erst 2013 wurde der Verein wieder von der Clinton-Liste gestrichen, was die Bedingung für den Wiederaufstieg war.

Wiederaufstieg und Eklat beim Freundschaftsspiel

América de Twitter

Ende November 2025 kehrte América de Cali nach fünf Jahren Zweitklassigkeit wieder in die erste Liga zurück. Einige Monate zuvor, im Januar, kam es bei einem Freundschaftsspiel in Miami zu einem Eklat, als “Fans” der Roten Teufel ein Plakat zeigten, auf dem sie Miguel Orejuela für sein früheres Engagement dankten, auf dem «Muchas gracias, don Miguel Rodríguez» stand. Dies war nicht nur wegen der Aussage polemisch, sondern auch weil die Orejuela-Brüder ihre Haftstrafen in der Nähe Miamis verbüßen. Sie hatten gestanden zwischen 1990 und 2002 über 200.000 Tonnen Kokain in die USA geschmuggelt zu haben und hatten Glück, dass die 1980er nicht in die Anklage mit aufgenommen wurden.

(NetflixES-Werbung aus dem letzten Jahr, nach dem Mega-Transfer von Neymar: “Die Paten aus Cali haben genug Geld um euch alle zu kaufen, ihr Feiglinge.”)

The post Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (3/3) appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-365432/feed 0
Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (2/3) http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-248983 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-248983#respond Thu, 02 Aug 2018 09:49:00 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10712 Zwar hatte América de Cali 1979 endlich die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte erringen können, doch niemand hätte es für möglich gehalten, dass in den 1980ern noch fünf Meisterschaften hinzukommen würden, und noch weniger, dass man sie hintereinander gewinnen würde. Allerdings...

The post Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (2/3) appeared first on chefutbol.

]]>
Zwar hatte América de Cali 1979 endlich die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte erringen können, doch niemand hätte es für möglich gehalten, dass in den 1980ern noch fünf Meisterschaften hinzukommen würden, und noch weniger, dass man sie hintereinander gewinnen würde. Allerdings werden die Fans der Diablos Rojos, aufgrund dreier verlorener Copa Libertadores-Endspiele hintereinander, auch immer mit einem weinenden Auge auf das goldene Jahrzehnt zurückblicken.

Die goldenen 80er

In dieses goldene Jahrzehnt fielen fünf aufeinanderfolgende Meisterschaften (1982-1986) und drei aufeinanderfolgende Finalniederlagen in der Copa Libertadores (1985-1987). Die beiden Saisons nach der Meisterschaft von 1979 beendete América jeweils auf dem dritten Rang, wobei man 1980 erstmalig bis ins Halbfinale der südamerikanischen Königsklasse vordringen konnte. 1981 wurde dank der neuen finanziellen Möglichkeiten, deren Herkunft kein großes Geheimnis war, der 1,99m große argentinische Torwart und Elfmetertöter Julio Falcioni von Vélez Sarsfield verpflichtet, der bis 1989 das Tor der Roten Teufel hütete, dabei 376 Spiele absolvierte und zu einer Vereinsikone wurde. Zudem war er ein Beispiel dafür wie das Kartell den Verein zur Geldwäsche nutzte, denn auf dem Papier verdiente der Schlussmann lediglich 85.000 Pesos, obwohl es tatsächlich um die zwei Millionen pro Jahr waren. Falcioni selbst wusste auch Bescheid darüber, wer den Verein führte, schließlich hatte ihm Miguel Orejuela, der fußballbegeistertere der Anführer des Cali-Kartells, persönlich sogar ein Haus gekauft. Und spätestens nach einem Zwischenfall bei dem Falcioni einer Person, die ihn zuvor aus einer Gruppe heraus beleidigt hatte, eine Pistole an die Schläfe hielt, wurde ihm bewusst, dass sich Miguel außerhalb des Vereins nicht so friedlich gab. Dieser rief ihn nämlich später an und sagte ihm, dass wenn er nochmal eine Waffe ziehen würde ohne abzudrücken, er ein Problem mit ihm bekäme.

Ein weiterer Zwischenfall der die Verstrickung zwischen den Kartellen und dem Fußball bewies, ereignete sich am 1. Dezember 1981 bei einem Spiel der Finalrunde zwischen América de Cali und dem von Pablo Escobar unterstützten Atlético Nacional. Während der Partie flog ein Kleinflugzeug über das Estadio Pascual Guerrero und warf Flugblätter ab, mit denen die Gründung der ersten paramilitärischen und aus Drogengeldern des Cali- und Medellín-Kartells finanzierten Gruppe M.A.S (Muerte A Secuestradores/ Tod den Entführern) publik gemacht wurde. Grund dafür war die Entführung von Marta Nieves Ochoa, der jüngeren Schwester der Ochoa-Brüder, Partner des Medellín-Kartells, durch die linksgerichtete Movimiento 19 de Abril-Gruppierung (dt. Bewegung 19. April). In den Flugblättern stand geschrieben, dass 223 Anführer verschiedener Kartell-Gruppierungen (und sonstige “Geschäftsleute”) ausgestattet mit 9 Millionen US-Dollar und 2.000 Mann bereit stünden, um die Entführer und Hintermänner zu töten, und falls man diese nicht finden würde stattdessen deren Familien ermorden würden.

Bis zum Ende des Jahrzehnts war dies eine der wenigen Aktionen bei der die Narcos im Fußball so öffentlich in Erscheinung traten. Die anschließende Titelserie von América unterstützte das Cali-Kartell hauptsächlich finanziell aus dem Hintergrund.

1982-1987 – Generación Dorada 

1982 – Der Stern von Antony de Ávila geht auf

In der Saison 1982 beendete América de Cali sowohl das Torneo Apertura als auch das Torneo Finalización auf dem ersten Tabellenplatz. Und auch die trotzdem noch alles entscheidende Finalrunde mit acht Mannschaften (Ligamodus, Hin- und Rückspiel) konnte die Elf von Coach Uribe gewinnen, sodass man zum Saisonabschluss  drei Punkte Vorsprung auf Deportes Tolima hatte. Grundlage für die zweite Meisterschaft war – streng nach Phrase – die starke Abwehr. In alle drei Turnieren kassierte man die wenigsten Gegentore, und vorne erzielte Humberto Sierra in dieser Saison 22 seiner insgesamt 43 Tore für Cali, womit er zweitbester Torschütze der Liga wurde.

Vor jener Saison stieß zudem der 1,57m kleine und 52Kg leichte Stürmer Antony de Ávila zu den Diablos Rojos, der aufgrund seiner Körpergröße „El Pitufo“ (Der Schlumpf) genannt wird. Der Mann, der bis heute mit 208 Toren in 582 Spielen, immer noch der Rekordtorschütze von América ist, wurde von einem Talentspäher beim Kicken am Strand entdeckt, und zum Probetraining eingeladen. Anschließend konnte der junge Mann auch Coach Uribe überzeugen, und er erhielt einen Vertrag, wenn auch er erst ab 1984 zum Stamm gehörte. Für einen Skandal sorgte „El Pitufo“ am 20.7.1997, als er nach einem 1:0 Sieg mit der Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Ecuador, bei dem er das entscheidende Tor schoss, dieses vor laufender Kamera zwei Personen widmete, “denen die Freiheit verwehrt würde, die viel für ihn getan hätten, aber deren Namen er nicht nennen wollte”. Erst später als der Druck der Medien immer weiter anwuchs, gab er zu, dass er damit die mittlerweile inhaftierten Anführer des Cali-Kartells Miguel und Gilberto Rodríguez Orejuela gemeint hatte.

1983 – Der dritte Streich: Meister mit 0,75 Punkten Vorsprung

Als wäre der Ligamodus nicht schon anstrengend und langwierig genug, machte es der kolumbianische Verband vor der Saison 1983 noch komplizierter. Die Saison begann mit der neu eingeführten Copa de la Paz (entspricht der Apertura/Hinrunde) die aus zwei Gruppen à 7 Teams bestand, und normal mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde. Allerdings spielten jeweils die beiden Gruppenersten- und zweiten anschließend, ebenfalls in Hin- und Rückspiel, noch um Bonuspunkte die am Ende der Saison im alles entscheidenden Finalturnier dazugezählt wurden. Im Duell der Ersten gab es für den Sieger 1,0 Bonuspunkte und für den Verlierer 0,75, im Duell der Zweiten respektive 0,5 und 0,25. Auch im neuen Torneo Nacional (Finalización/Rückrunde) gab es Bonuspunkte: 1,0 für den Ersten, 0,75 für den Zweiten, 0,5 für den Dritten und 0,25 für den Vierten. América de Cali ging in der Copa de la Paz zwar leer aus, erhielt durch den 2. Platz im Torneo Nacional aber 0,75 Bonuspunkte, die sich als entscheidend für die Meisterschaft herausstellen sollten. Denn nach Ende der Finalrunde trennten Meister América und Vizemeister Junior aus der Hafenstadt Barranquilla nur 0,75 Punkte.

(Links Abschlusstabelle, rechts Bonuspunktetabelle)

 

 

 

 

 

Vor der Saison wechselte Willington „Viejo Willy“ (Alter Willy) Ortiz, den einige für den besten kolumbianischen Fußballspieler aller Zeiten halten, für eine unbekannte Ablösesumme vom Stadtrivalen Deportivo zu América. Er war unumstrittener Stammspieler und Fixpunkt im Mannschaftsgerüst für die nächsten Jahre. Er spielte von 1983 bis 1988 bei América und erzielte in 197 Spielen 61 Tore.

In der Copa Libertadores erreichte man 1983 das Halbfinale, schied dort aber in der Dreiergruppe mit dem späteren Sieger, und HSV-Gegner im Weltpokalfinale, Grêmio Porto Alegre aus.

Narcofutbol zum ersten Mal in der Öffentlichkeit

Am 21. Oktober 1983 wurden die Verbindungen zwischen Kartellen und Fußballvereinen von Justizminister Rodrigo Lara Bonilla zum ersten Mal öffentlich gemacht. In seiner Rede warf er Atlético Nacional, Millonarios, Santa Fe, Deportivo Independiente Medellín, América und Deportivo Pereira Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor. Allerdings wiesen sowohl der Verband DIMAYOR als auch die Vereine die Vorwürfe zurück, und der Fußball litt kaum unter den Vorwürfen. Eher im Gegenteil, die Bevölkerung nahm die kriminellen Machenschaften im Hintergrund schweigend hin, da es die Drogenbosse durch großzügige Spenden schafften einen nicht zu verachtenden Teil der Bevölkerung hinter sich zu bringen. Justizminister Lara Bonilla wurde am 30. April 1984 im Alter von 38 Jahren im Norden von Bogotá von Auftragsmördern von Pablo Escobar ermordet. Er hinterließ drei Kinder.

1984 – Titelhattrick

Im Jahr 1984 schaffte es América zum zweiten Mal alle drei Turniere der Liga zu gewinnen (Copa de la Paz, Torneo Nacional, Octogonal final), blieb zeitweise für 23 Spiele ungeschlagen und holte sich damit zwei Bonuspunkte, ohne die der Titel an Millonarios aus Bogotá gegangen wäre. Trotzdem hatten es die Millonarios am letzten Spieltag sogar selbst in der Hand Meister zu werden. Allerdings verlor das Team, das das Spielzeug von Gonzalo Rodríguez Gacha alias „El Méxicano“ war, einem Mitglied des Medellín-Kartells, am letzten Spieltag gegen Juniors. Gleichzeitig siegte América dank eines Treffers von Luis Eduardo Reyes mit 1:0 gegen Escobar’s Atlético Nacional und sicherte sich die Trophäe. In der Copa Libertadores war für die Roten Teufel in der Brasilien/Kolumbien-Gruppe (je 2 Teams pro Land) dafür schon nach der Vorrunde Schluss.

Vor der Saison hatte man unter anderem das 19-jährige Mittelfeldtalent Alexander Escobar Gañán verpflichtet, der dreizehn Jahre für América spielte und in seinen 578 Spielen 88 Tore schoss. Außerdem noch die beiden peruanischen Stars und Nationalspieler César Cueto und Guillermo La Rosa, die es allerdings beide nur eine Saison lang aushielten.

Angeblich unterhielt das Kartell von Cali sehr gute Beziehungen zum peruanischen Fußballverband, weshalb es angeblich die peruanische Nationalmannschaft während der WM 1978 in Argentinien bestochen haben soll, damit diese hoch gegen die Gastgeber verlöre. Argentinien benötigte damals einen hohen Sieg um Brasilien vom ersten Gruppenplatz zu verdrängen und sich noch für das Finale zu qualifizieren. Obwohl Argentinien mit 6:0 gegen Peru gewann, handelt es sich hierbei wohl mehr um eine Legende als um eine wahre Geschichte.

1985 – 4. Titel in Folge und 1. Finale in der Copa Libertadores

Hatten die Diablos Rojos die Meisterschaft 1983 mit 0,75 Punkten Vorsprung gewonnen, so war es 1985 noch knapper. Am Ende lag nur ein halber Punkt zwischen América (20,5) und Deportivo Cali (20,0). Entscheidend für die Meisterschaft war der 1:0 Sieg gegen Junior ,zwei Tage vor Weihnachten, im letzten Spiel der Finalrunde. Den goldenen Treffer erzielte Juan Battaglia per Kopf. Dadurch kam man in der Endabrechnung auf 20,0 Punkte und dank der damit verbundenen Bonuspunkte konnte man dem Stadtrivalen den Titel noch entreißen.

(Juan Battaglia in einem Graffiti verewigt)

Vor der Saison war die Mannschaft mit dem argentinischen Ricardo „El Tigre“ Gareca und paraguayischen Stürmer Roberto Cabañas prominent verstärkt worden, die ohne die Kartellgelder nicht bezahlbar gewesen wären. Ersterer und einige andere Spieler sollen laut Fernando Rodríguez, Sohn von Gilberto Orejuela, auch regelmäßig leistungssteigernde Substanzen genommen haben, manchmal sogar während dem Spiel, da es keine Anti-Dopingtests gab, oder diese manipuliert wurden.

In der Copa Libertadores erreichte der kolumbianische Serienmeister 1985 zum ersten Mal in seiner Geschichte das Finale. In der Vorrunde setzte man sich gegen Cerro Porteño, Millonarios Fútbol Club und Club Guaraní durch und in der Zwischenrunde gegen Peñarol aus Montevideo und El Nacional aus Quito. Im anschließenden Finale wartete der Jugendverein Maradonas: Argentinos Juniors. Nach einer 1:0 Hinspielniderlage (Torschütze: Commisso) im Estadio Monumental in Buenos Aires und einem 1:0 Sieg im Rückspiel in Cali (Torschütze: Ortiz), musste der Sieger in einem Entscheidungsspiel ermittelt werden, das am 24. Oktober in Asunción der Hauptstadt Paraguays stattfand. Nach 90 Minuten stand es nach Toren von Commisso (37.) und Gareca (41.) 1:1 und das Elfmeterschießen musste entscheiden. Dort setzten sich die Argentinier nach einem Fehlschuss von „Schlumpf“ De Ávila mit 5:4 durch. Eigentlich war Keeper Falcioni für den letzten Elfmeter Américas vorgesehen, doch er traute sich nicht, sodass De Ávila für ihn schießen musste, und an Keeper Vidallé scheiterte.

1986 – 5. Meisterschaft hintereinander und 2. Finale in der Copa Libertadores

Dem 5. Meistertitel hintereinander und dem 6. der Vereinsgeschichte ging ein harter Zweikampf mit Lokalrivale Deportivo Cali voraus, der diesmal aber zur Abwechslung schon am vorletzten Spieltag entschieden wurde. Miguel Orejuela schenkte im Rahmen der Feierlichkeiten Roberto Cabañas ein Penthouse in der Avenida Roosevelt in Cali, nachdem sein Tor Cali die sechste Meisterschaft gesichert hatte.

Auch in der Gruppenphase der südamerikanischen Königsklasse landete man vor Deportivo auf Platz 1 und zog in die Zwischenrunde ein. Dort setzte sich die Mannschaft von Coach Uribe in einer engen Gruppe gegen Club Olimpia aus Paraguay und Bolívar aus Bolivien durch. Im zweiten Finale in Folge wartete mit River Plate erneut ein Kontrahent aus der argentinischen Hauptstadt, aber im Vergleich zum Jahr davor war die Angelegenheit diesmal nicht so ausgeglichen. Die Millonarios waren in beiden Duellen die bessere Mannschaft und gewannen verdient sowohl das Hinspiel in Cali mit 1:0, als auch das Rückspiel in Buenos Aires mit 2:1. Zudem hatten sie den herausragenden Spieler der Finals in ihren Reihen: Juan „El Búfalo“ Funes, der zwei der drei Treffer erzielte.

1987 – Vizemeister und 3. Finale in der Copa Libertadores

In der 40. Saison seit der Professionalisierung des Fußballs in Kolumbien gelang es Millonarios die Titelserie von América Cali zu brechen, und sich den 12. Titel der Vereinsgeschichte zu sichern. Den zweiten Tabellenplatz und damit die Copa Libertadores-Teilnahme sicherte sich América am letzten Spieltag im Estadio Atanasio Girardot in Medellín gegen Atlético Nacional, die bei einem eigenen Sieg ihrerseits auf den 2. Platz hätten springen können. In dem Endspiel um den 2. Platz avancierte América Keeper Flacioni zum Helden, da er zuerst in der 64. Minute einen Elfmeter von Galeano parierte und in der 89. Minute einen zweiten von seinen Ex-Teamkollegen Humberto Sierra. Zwischen den beiden Strafstößen hatte “el Viejo Willy” Ortiz in der 71. Minute den umjubelten Siegtreffer für die Roten Teufel im Kartell-Clássico erzielt.

Deutlich schmerzhafter als der 2. Platz in der heimischen Liga war für América jedoch die dritte aufeinanderfolgende Finalniederlage in der Copa Libertadores, die noch um einiges dramatischer und bitterer war als die erste gegen Argentinos Juniors. Doch der Reihe nach. In der Vorrunde setzte sich América nach Elfmeterschießen in einem Entscheidungsspiel – mal wieder gegen Lokalrivale Deportivo – durch, nachdem beide Vereine die Gruppe punkt- und torgleich beendet hatten. Ähnlich knapp ging es in der Zwischenrunde zu, wo sich América aufgrund der um ein Tor besseren Tordifferenz gegen Deportes Cobreloa aus Chile durchsetzte und sich somit zum dritten mal für das Finale qualifizierte.

Im Finale traf man auf den uruguayischen Traditionsverein Atlético Peñarol, der mit elf Landsleuten auflief, wohingegen bei dem südamerikanischen Ensemble von América nur sechs Spieler aus Kolumbien kamen. Das Hinspiel im Estadio Pascual Guerrero in Cali gewannen die Männer von Trainer Uribe durch die Treffer der beiden Paraguayer Battaglia und Cabañas souverän mit 2:0 weshalb man zuversichtlich zum Rückspiel nach Montevideo reiste. Doch trotz einer 1:0 Führung durch Cabañas aus der 19. Minute musste sich América kurz vor Schluss, Villar traf in der 87. Min. zum 2:1, noch geschlagen geben. Es musste also wieder ein Entscheidungsspiel her, da die Auswärtstorregel erst ab dem dritten Spiel angewendet wurde. Dies bedeutete jedoch, dass den Kolumbianern dort ein Unentschieden genügen würde.

Das alles entscheidende Spiel, drei Tage nach der Niederlage in Montevideo, wurde am 31.10.1987 im nicht einmal halbvollen Estadio Nacional de Santiago in Chile ausgetragen. Nur 16.589 Zuschauer fanden den Weg ins weite Rund und sahen wie América bis zehn Sekunden vor Ende der Verlängerung die ersehnte Trophäe in der Hand hielt. Bis zur 120. Minute stand es nämlich 0:0, was América gereicht hätte, ehe der 19-jährige Diego Aguirre mit dem letzten verzweifelten Angriff den 1:0 Siegtreffer für Peñarol erzielte, und die Roten Teufel erneut ins Tal der Tränen stürzte.

Die Anreise nach Chile von Montevideo verlief dabei alles andere als optimal für die Kolumbianer. Das Flugzeug das die Mannschaft nach Chile bringen sollte, hatte einen Defekt, weshalb die Mannschaft am Flughafen übernachten musste, da es im Hotel keine freien Zimmer mehr gab. Sabotagevorwürfe wurden laut, konnten aber nicht beweisen werden. Das Finale zählt als letztes Spiel der sogenannten Generación Dorada (Goldene Generation).

The post Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (2/3) appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-248983/feed 0
Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (1/3) http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-293847 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-293847#respond Wed, 01 Aug 2018 13:29:58 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10684 América de Cali dominierte in den 1990er Jahren den kolumbianischen Fußball fast nach Belieben und holte zwischen 1982 und 1986 fünf Meistertitel in Folge und stand dreimal hintereinander im Finale der Copa Libertadores. All dies wäre jedoch nicht ohne die...

The post Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (1/3) appeared first on chefutbol.

]]>
América de Cali dominierte in den 1990er Jahren den kolumbianischen Fußball fast nach Belieben und holte zwischen 1982 und 1986 fünf Meistertitel in Folge und stand dreimal hintereinander im Finale der Copa Libertadores. All dies wäre jedoch nicht ohne die finanzielle Unterstützung des Cali-Kartells mit den Gebrüdern Orejuela an der Spitze möglich gewesen.

Im damaligen Kolumbien befanden sich zahlreiche Fußballvereine in den Händen von mächtigen Drogenbossen, die deren Geschicke mal mehr, mal weniger aus dem Hintergrund steuerten. Dabei vermischten sich oft die durchaus vorhandene Fußballleidenschaft der Kartellbosse mit finanziellen Interessen, denn der Fußball war ein gutes Instrument um illegal verdientes Drogengeld reinzuwaschen. Aus selbigen Motiven übernahmen auch die berühmten Orejuela-Brüder Gilberto und Miguel die Geschicke bei América de Cali, das bis dato noch keine einzige Meisterschaft in seiner Vereinsgeschichte hatte gewinnen können. Ursprünglich war der Arbeiterverein nur die zweite Wahl gewesen, denn das eigentliche Ziel der beiden war es Hauptanteilseigener beim erfolgreicheren Stadtrivalen Deportivo Cali zu werden, in dessen Umfeld sich zudem ein Großteil der Oberschicht der Stadt bewegte, und zu der sie gerne gehören wollten. Allerdings verboten die Vereinsstatuten solch eine Übernahme, und auch die Mitglieder wollten nichts mit den Neureichen zu tun haben, denen man zwar nicht beweisen konnte, woher ihr Vermögen stammte, aber es jeder ahnte. Diese Tatsache motivierte den jüngeren Miguel Orejuela zusätzlich es der alteingesessenen reichen Elite zu zeigen.

https://www.americadecali.co/content/uploads/2018/01/Identifiquelos-America-1979-06-600×375.jpg

Mit den neuen Besitzern drehten sich die sportlichen Vorzeichen schnell um, und América sollte im anschließenden Jahrzehnt den kolumbianischen Fußball dominieren. Während dieser Zeit holte der Arbeiterverein, der auch La Pasión de un Pueblo (Die Leidenschaft einer Stadt) genannt wird, acht Meisterschaften, davon fünf in Folge, und stand dreimal im Finale der Copa Libertadores, wovon man jedoch keines gewinnen konnte. Der Grundstein für den ersten Titel im Profifußball wurde aber noch größtenteils ohne den Einfluss des Kartells gelegt, das erst ab Januar 1980 komplett die Kontrolle übernahm.

Diego Maradona

Allerdings hätte Miguel Orejuela Ende 1979 fast das 19-jährige Talent namens Diego Maradona nach Cali gelotst. Die Gespräche mit dem jungen Maradona, damals noch in Diensten von Argentina Juniors, fanden im Vorfeld eines Auswärtsspiels mit seinem Verein gegen die Roten Teufel aus Cali statt. Da die Teams damals noch mit regulären Linienflügen reisten und es keine täglichen Verbindungen gab, waren die Argentinier schon drei Tage vor dem Spiel in der Stadt. Diese Chance wollte sich der fußballbegeisterte Miguel nicht entgehen lassen und lud Maradona zu einem luxuriösen Abendessen ein, während dem er dem damals 19-jährigen die Offerte unterbreitete: 3 Millionen US-Dollar (davon eine halbe Million sofort) für 6 Monate Vertrag. Der junge Argentinier soll so beeindruckt und überrascht gewesen sein, dass er sofort unterschrieb, doch sein Berater, Guillermo Cóppola, der wohl fürchtete leer auszugehen, erklärte diesen Vertrag nachher für ungültig, da Maradona zuvor angeblich schon in Barcelona unterschrieben haben soll. Trotzdem hegte der mächtige Chef keinen Groll und Miguel Rodríguez und Maradona behielten sogar noch ein freundschaftliches transatlantisches Verhältnis und telefonierten ab und zu. Außerdem soll Maradona handsignierte Trikots aus Neapel und Barcelona nach Kolumbien geschickt haben, und Miguel im Gegenzug einige Rolex-Uhren nach Europa. Doch auch ohne den jungen Maradona sollten dem Verein goldene Jahre bevorstehen.

Aquel 19 – Erster Meistertitel der Vereinsgeschichte

Über 52 Jahre musste der 1927 gegründete Verein auf die erste Meisterschaft warten, bis an jenem 19. Dezember 1979 (sp. Aquel 19), nur fünf Tage vor Weihnachten, die erste Meisterschaft feststand. Als Vater dieses und der noch kommenden Erfolge gilt Trainer Gabriel Ochoa Uribe, den noch der alte Präsident José Sangiovanni zum Verein lotste. Uribe legte zu dieser Zeit gerade eine Pause vom Fußball ein und arbeitete als Arzt, woher auch sein Spitzname „El Médico“ stammt. Doch nach langem Drängen und Bemühen seitens des Präsidenten willigte der Ex-Spieler von América und Meistertrainer von Millonarios und Santa Fe schließlich ein und übernahm das Traineramt bei den Diablos Rojos (Roten Teufeln). Gründe für den ersten Titel gab nach Aussage des Trainers nur einen einzigen: Arbeit, viel Arbeit. Von sich selbst sagte er, dass er 20 Stunden am Tag arbeitete und die restlichen 4 von der Meisterschaft träumte.

Der Weg zum ersten Titel war sehr lang, und am Ende hatte man 61 Spiele absolviert, in denen man 81 Punkte holte (2 Punkte-Regel). Zu dieser Zeit gab es in Kolumbien pro Kalenderahr nur einen Meister, und es galt nach Addierung der Punkte aus dem Torneo Apertura (eine Art Hinrunde, 26 Spiele) und dem Torneo Finalización (Rückrunde, 21 Spiele, aber anderer Modus) unter den besten acht Vereinen zu liegen, um in das Halbfinale (Cuadrangulares semifinales) der Liga einzuziehen, das aus 2 Gruppen à 4 Vereinen bestand und in Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde. Anschließend qualifizierten sich die beiden Gruppenersten für das Finale (Cuadrangulares finales), das nach dem selben Modus ausgespielt wurde.

An besagtem 19. Dezember stand der letzte Spieltag der Finalgruppe an und die Roten Teufel mussten zu Hause gegen Unión Magdalena gewinnen, denen ein Unentschieden zum Titel gereicht hätte. Aber durch Tore von Alfonso Cañón (11.) und Víctor Lugo (56.) holte man vor 42.000 Zuschauern im Estadio Pascual Guerrero den benötigten Sieg und konnte endlich die erste Meisterschaft der Vereinsggeschichte feiern. Die wichtigsten Persönlichkeiten der Meisterelf waren das Innenverteidigerduo das aus dem argentinischen Kapitän Aurelio José Pascuttini und Luis Eduardo Reyes „El Hombre de Hierro“ (der Eisenmann) bestand, die beiden neuverpflichteten paraguayischen Mittelfeldspieler Juan Manuel Battaglia und Gerardo González Aquino, die beide über 300 Spiele für América absolvieren sollten, sowie die Stürmer: der teaminterne Torschützenkönig Jorge Ramón Cáceres mit 19 Treffern und Finaltorschütze Alfonso Cañón.

Jener 19. wurde außerdem in einem Bolero des dominikanischen Sängers Alberto Beltrán verewigt, der zu einer Art Vereinshymne geworden ist

OYE, LO QUE QUIERO DECIRTE, (Bis)

FECHAS HAY EN LA VIDA

QUE NUNCA PODEMOS,

JAMÁS OLVIDAR

 

ESA, LO SABES ALMA MÍIA

LA LLEVARÉ PRENDIIDA

EN MI SER COMO AYER

 

AQUEL, 19 SERÁ,

EL RECUERDO QUE EN MIII VIVIRÁS

ESE DÍA QUE FELIZ, TAN FELIZ

 

ESA, LO SABES ALMA MÍA

LA LLEVARÉ PRENDIDA

EN MI SER, COMO AYEEER..

Hey, was ich dir sagen will,

es gibt Tage im Leben,

die wir niemals,

wirklich niemals vergessen können

 

Das weißt du, meine Seele

die (Tage) ich für immer mit mir trage

in meinem Wesen als wäre es gestern (gewesen)

 

Jener 19. wird das Erlebnis sein,

das immer in mir leben wird

dieser frohe, ach so frohe Tag

 

Diesen Tag, das weißt du meine Seele

werde ich für immer mit mir tragen

in meinem Wesen als wäre es gestern (gewesen)

The post Narcofutbol – América de Cali und das Cali-Kartell (1/3) appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-america-de-cali-kartell-293847/feed 0
Viertelfinale – Playoff-Hinspiele http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/playoffs-kolumbien-viertelfinale-519753 Tue, 15 May 2018 17:04:46 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10204 An diesem Wochenende fanden in Kolumbien die Viertelfinal-Hinspiele der Liga Aguila statt. Dabei hat es einige Überraschungen gegeben. Deportivo Cali – Atletico Nacional 1:0 (0:0) In dem Duell zweier Schwergewichte des kolumbianischen Fußballs konnte Gastgeber Cali den Favoriten aus Medellín...

The post Viertelfinale – Playoff-Hinspiele appeared first on chefutbol.

]]>
An diesem Wochenende fanden in Kolumbien die Viertelfinal-Hinspiele der Liga Aguila statt. Dabei hat es einige Überraschungen gegeben.

Deportivo Cali – Atletico Nacional 1:0 (0:0)

In dem Duell zweier Schwergewichte des kolumbianischen Fußballs konnte Gastgeber Cali den Favoriten aus Medellín bezwingen. Nacional, das in Bestbesetzung antrat, begann zwar stark, doch nach einer Weile flachte das Spiel ab, sodass sich das Hauptgeschehen im Mittelfeld abspielte. Bei Deportivo verletzte sich Abel Aguilar nach wenigen Minuten leider so schwer, dass er gegen Andres Balanta ausgewechselt werden musste. Der eingewechselte Balanta war jedoch keineswegs eine Schwächung, und sogar am Tor des Tages beteiligt. In der 78. Minute konnte er den Ball erobern, und Didier Delgado auf die Reise schicken. Der Außenstürmer flankte anschließend ins Zentrum, wo Youngster Nicolas Benedetti zum 1:0 einköpfte.

https://youtu.be/XqmANUKbcn8

Trotz mehrerer Chancen auf beiden Seiten blieb es bei diesem Tor. Auch wenn das Hinspiel gewonnen wurde, wird das Rückspiel eine Bärenaufgabe für das junge Team von Cali. Denn im letzten Jahr konnte Medellin “Los Azucareros” vor heimischem Publikum mit 5:1 besiegen.

Once Caldas – Deportes Tolima 1:0 (0:0)

Einen wichtigen Schritt in Richtung Halbfinale machte Once Caldas. Mit einem knappen 1:0-Heimerfolg wurde Tolima auf die Heimreise geschickt. Die erste Hälfte litt unter zahlreichen fußballerischen Mängeln, wodurch es selten zu Strafraumaktionen kam. Zur zweiten Halbzeit trauten sich beide Mannschaften mehr zu, wodurch es endlich zu Torszenen kam. Eine davon führte in der 55. Minute zum Tor. Diego Peralta brachte den Ball auf Stürmer Cesar Amaya, welcher zur Führung einnetzte.

https://youtu.be/oihxeeG_MCg

Trotz des Sieges ist diese Begegnung noch völlig offen, denn beide Mannschaften zeigten sich in Manizales auf einem ähnlichen Niveau.

Atletico Junior – Independiente Medellín 0:1 (0:0)

Relativ überraschend konnte sich Independiente Medellín mit 0:1 in Barranquilla durchsetzen. Obwohl Junior auf die gewohnte Stammelf setzte, steht das Team von der Karibikküste nun vor dem Aus. Die Gastgeber bestimmten zwar das Spielgeschehen, allerdings ohne wirklich für Gefahr im gegnerischen Strafraum zu sorgen. “El Poderoso” stand gut gestaffelt und stellte Junior spätestens ab dem Strafraum vor unlösbare Probleme. Vor allem die beiden Nationalspieler Yimmi Chara und Teofilo Gutierrez enttäuschten auf ganzer Linie. Für die Gäste erzielte Kapitän Didier Moreno in der 58.Minute das Tor des Tages. Beim schön herausgespielten Treffer musste er alleinstehend vor Torwart Sebastian Viera nur noch einschieben.

https://youtu.be/sLc6U2t-jbY

Am Ende hatten “Los Tiburones” insgesamt 72% Ballbesitz und 23 Schüsse abgegeben, standen aber mit leeren Händen da. Vor allem an Durchschlagskraft im Strafraum fehlte es Junior, sodass ein Weiterkommen auf der Kippe steht.

Patriotas Boyaca – Atletico Huila 1:1 (0:0)

Im Duell der Überraschungsteams trennten sich Boyaca und Huila mit einem 1:1. Es war ein relativ ausgeglichenes Spiel, wodurch das Remis am Ende durchaus in Ordnung ging. In der 65. Minute setzte sich Ivan Rivas, nach einem schönen Zuspiel, durch und erzielte die Führung für Boyaca. Und als alle bereits dachten, dass der Gastgeber das Hinspiel mit einem Sieg beenden würde, gelang Huila der Ausgleich. Edward Lopez köpfte in der Nachspielzeit zum verdienten Ausgleich ein.

https://youtu.be/ZgBQjlEpvf8

 

The post Viertelfinale – Playoff-Hinspiele appeared first on chefutbol.

]]>
Playoff-Vorschau Liga Águila http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/playoff-kolumbien-cali-nacional-caldas-3829s2 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/playoff-kolumbien-cali-nacional-caldas-3829s2#respond Sat, 12 May 2018 15:02:43 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10181 Am vergangenen Wochenende endete die Apertura in der kolumbianischen Liga Águila, und unter den besten acht Teams die sich für die Playoffs qualifizieren konnten, gibt es diesmal reichlich Überraschungen. Besonders sorgt aber die Nicht-Qualifizierung der Teams aus Bogotá für Aufsehen....

The post Playoff-Vorschau Liga Águila appeared first on chefutbol.

]]>
Am vergangenen Wochenende endete die Apertura in der kolumbianischen Liga Águila, und unter den besten acht Teams die sich für die Playoffs qualifizieren konnten, gibt es diesmal reichlich Überraschungen. Besonders sorgt aber die Nicht-Qualifizierung der Teams aus Bogotá für Aufsehen.

Meister Millonarios Bogota konnte aus 19 Spielen nur 26 Punkte holen, was nur für den neunten Platz reichte. Auch der große Konkurrent Independiente Santa Fe spielte eine ganz schwache Runde, und beendete die Saison auf dem enttäuschenden zwölften Platz. Auch beim Traditionsklub América Cali sieht die Situation nicht viel besser aus. Ganz im Gegenteil, der 17. Tabellenplatz ist ein Debakel für den beliebten Verein.

Aufgrund der zahlreichen Enttäuschungen gab es aber auch mehrere Überraschungen, z.B. Once Caldas und Patriotas Boyaca, mit denen vor der Saison kaum einer gerechnet hatte. Der Erfolg von Caldas ist dabei eng mit der Verpflichtung des Trainers Hernan Bodhert zu Saisonbeginn verbunden, der den Verein wieder in die Spur brachte. Eine noch größere Überraschung stellt jedoch das furios aufspielende Atlético Huila aus der Stadt Neiva dar, das sich trotz des geringen Etats für die Playoffs qualifizieren konnte.

Die Playoffs setzen sich aus folgenden Begegnungen zusammen:

Patriotas Boyaca – Atlético Huila

In diesem Spiel treffen zwei vermeintliche Außenseiter aufeinander. Doch vor allem Patriotas, das von Diego Corredor trainiert wird, zeigte in der letzten Zeit immer wieder starke Leistungen. Vor allem gegen die großen Gegner war man stets im Stande zu punkten, und gegen Ligaprimus Altetico Nacional gelang sogar ein Sieg. Im heimischen “Estadio La Independencia” spielte Boyaca meist stark auf, weshalb es das Ziel sein wird, sich im Hinspiel eine möglichst gute Ausgangsposition zu verschaffen. Diese Woche war sogar eine Abordnung des Vereins bei Bayern München zu Gast, um einen Einblick in die Arbeit beim Rekordmeister zu bekommen.

Auf der anderen Seite steht Atlético Huila, das nach Jahren der Misere wieder einmal in die Playoffs einzieht. Dieser Erfolg ist vor allem Trainer Nestor Craviotto zu verdanken. Nach den jüngsten Erfolge kamen zuletzt auch Spekulationen auf, die den Argentinier als Trainer-Kandidat bei América Cali sehen.

Zu den bekanntesten Spielern in diesen Partien zählen die Veteranen Omar Pérez seitens Boyaca und Mayer Candelo auf Seiten von Huila. Zwei Spielmacher, die schon seit vielen Jahre ihr Können in der Liga Águila zeigen.

Deportivo Cali – Atlético Nacional

Einen wahren Kracher erwartet die Zuschauer in den Ausscheidungs-Spielen zwischen Cali und Medellín, zwei Schwergewichter des kolumbianischen Fußballs. Nach einem schlechten Saisonstart konnte sich Cali fangen und startete eine Siegesserie. Im heimischen “Estadio Palmaseca” möchte das Team von Gerardo Pelusso nun einen erfolgreichen Start hinlegen. In schlechter Erinnerung sind mit Sicherheit noch die Finalbegegnungen von 2017, als man ebenfalls gegen Atletico Nacional antrat. Damals konnte man das Hinspiel mit 2:0 für sich entscheiden, aber verlor im Rückspiel mit 5:1, womit Medellin mal wieder als Meister feststand. Im Hinspiel müssen “Los Azucareros” jedenfalls auf Kevin Balanta und Andres Roa verzichten.

Als klarer Favorit geht “El Verdolaga” in diese Begegnungen. Die Mannschaft von Jorge Almiron stand nach der Apertura mit sechs Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz, hat qualitativ eine der besten Mannschaften der Liga, und besticht durch Effektivität. Denn obwohl der Fußball der Medellíner nicht der Schönste ist, bringt er die gewünschten Ergebnisse. Nachdem Nacional im vergangenen Jahr bereits im Playoff-Viertelfinale an Tolima scheiterte, möchte man 2018 unbedingt wieder den Titel.

Atlético Junior – Independiente Medellin

Nach Cali-Nacional gibt es zwischen Atletico Junior und Independiente Medellin den nächsten Kracher. Junior konnte sich seit dem letzten Jahr wieder in der Spitzengruppe der Liga Aguila etablieren. Großen Anteil daran hatten auch die kostspieligen Investitionen. Vor allem Teofilo Gutierrez hat mit sechs Ligatreffern seinen Teil zur Qualifikation beigetragen. Der fünfte Tabellenplatz ist darauf zurück zu führen, dass seit Saisonbeginn meist die zweite Garde spielte, um die Stammspieler für die Libertadores zu schonen. Auch im jetzigen Hinspiel wird Trainer Julio Comesana rotieren, da in der kommenden Woche das entscheidende Libertadors-Spiel gegen Palmeiras ansteht.

Bei Independiente Medellin hat dagegen die Liga derzeit höchste Priorität. Unter der Woche schied man schmerzhaft aus der Copa Sudamericana aus, weshalb man nun wieder Gutmachung betreiben möchte. Hinter Erzrivale Atlético Nacional landete “El Poderoso” auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit 32 Toren war das Team von Ismael Rescalvo die Torfabrik der Liga, jedoch musste man im Schnitt auch mindestens ein Gegentor hinnehmen. Mit Abstand wichtigster Spieler in der Apertura war German Cano. Der Argentinier, der zu Beginn des Jahres kam, erzielte zehn Tore und bereitete zwei weitere vor.

Je nach dem, wie stark Junior rotieren wird, kann es zu ausgeglichenen Spielen kommen. Sollten “Los Tiburones” mit ihrer B-Elf aufspielen, dann ist Medellin leicht favorisiert.

Once Caldas – Deportes Tolima

Für viel Aufsehen sorgte die geglückte Qualifikation von Once Caldas. Unter Erfolgstrainer Hernan Bodhert zeigte das Team aus Manizales einen bis dato unbekannten Offensivfußball, der sogar noch gute Ergebnisse einbrachte. Trotz ausgeglichener Tordifferenz zog man in die Playoffs in. Vor der Spielzeit fand ein großer Umbruch statt, weshalb mehrere Leistungsträger der letzten Saison, wie z.B Elkin Soto gehen mussten. Dafür wurden eher vielversprechende, unbekannte Spieler verpflichtet. Besonders Außenstürmer Luis Sinisterra erwies sich als Glücksgriff und weckt Begehrlichkeiten. Der schnelle Dribbelkünstler war mit acht Torbeteiligungen ein wichtiger Faktor im Offensivspiel von Caldas. Zudem war wichtig, dass Stürmer Edder Farias wieder zu seiner Form fand. Nach einer verkorksten letzten Saison gelangen dem bulligen Stürmer bislang acht Tore.

Mit Tolima wartet ein ziemlich formstarker Gegner auf Caldas. Seit acht Spielen ist das Team von Alberto Gamero nun ungeschlagen. Gamero war nach einem zwischenzeitlichen Engagement bei Junior wieder nach Tolima zurückgekehrt. Im vergangenen Jahr gelang “El Vinotinto” die Sensation, als man Altetico Nacional rauswarf. Auch in diesem Jahr hat die Mannschaft durchaus wieder die Möglichkeit ganz weit zu kommen.

Es wird schwer sein einen Favoriten auszumachen, da beide Mannschaft klar von der Tagesform abhängig sind. Für Once Caldas ist die Qualifikation jetzt schon ein Highlight, nachdem man in der Vergangenheit nur in der unteren Tabellenhälfte mitspielte.

The post Playoff-Vorschau Liga Águila appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/playoff-kolumbien-cali-nacional-caldas-3829s2/feed 0
Narcofutbol – Fußball in Zeiten der großen Drogenkartelle 6/6 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-escobar-wm1994-kolumbien-632986 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-escobar-wm1994-kolumbien-632986#respond Sat, 21 Apr 2018 11:21:11 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=9950 Als wäre das unerwartet frühe Ausscheiden der Cafeteros bei der WM 1994 für das Land nicht schon schlimm genug gewesen, ereignete sich wenige Tage später eine viel größere Tragödie. Während in den USA noch die KO-Runde lief, wurde der kolumbianische...

The post Narcofutbol – Fußball in Zeiten der großen Drogenkartelle 6/6 appeared first on chefutbol.

]]>
Als wäre das unerwartet frühe Ausscheiden der Cafeteros bei der WM 1994 für das Land nicht schon schlimm genug gewesen, ereignete sich wenige Tage später eine viel größere Tragödie. Während in den USA noch die KO-Runde lief, wurde der kolumbianische Abwehrchef Andrés Escobar in seiner Heimat auf einem Parkplatz ermordet.

Am 2. Juli 1994, nur sechs Tage nach dem bedeutungslosen Spiel gegen die Schweiz wurde Andrés Escobar im Alter von 27 Jahren in Medellín mit sechs Schüssen in den Rücken erschossen. Ein Mann der als Franco Baresi-Ersatz zum AC Mailand wechseln sollte, der in der Heimat Caballero del Fútbol genannt wurde, der sein Land liebte, der die Macht der Drogenbosse schwer ertrug, der mit armen Kindern arbeitete, und der ein Stipendium an seiner alten Schule stiftete. Andrés ging an jenem Abend, entgegen der Warnung seiner Verlobten und vieler Freunde aus, um den Menschen nach seinem folgenschweren Eigentor sein Gesicht zu zeigen.

Andrés Escobar – “La vida no termina aquí, es solo un partido de fútbol”

Der Mord ereignete sich gegen vier Uhr in der Früh in auf einem Parkplatz in Medellín. Der angeblich angetrunkene Escobar war in einer Diskothek aus einer Gruppe von Männern heraus mehrfach mit seinem Eigentor provoziert worden, woraufhin er diese mit seinen Freunden verließ. Doch die Sache eskalierte später erneut auf einem Parkplatz, wo er erneut auf die Männer traf. Unter ihnen befanden sich die Gebrüder Gallón-Henao, die – wie könnte es anders sein –  auch im Drogenbusiness ihr Geld verdienten. Die Provokationen gingen weiter, und Escobar erbat sich aus seinem Auto heraus Respekt, und bot ihnen an über das Tor zu diskutieren. Doch nach dem lautstarken Wortwechsel fielen auf einmal die Schüsse, an denen Escobar 45 Minuten später im Krankenhaus sterben sollte.

Der Schütze war Humberto Muñoz Castro, der Fahrer des Bruderpaars, der als er gefragt wurde, ob ihm seine Bosse befohlen hätten Escobar zu töten, kalt antwortete: „Nein, noch nicht.“ Einer der ermittelnden Staatsanwälte, Jesús Albeiro Yepes, der großer Fan von Atlético und Escobar war, beschrieb den Mord als griechische Tragödie, da Escobar im ganzen Land beliebt war, und ein einzigartiger Spieler war. Er erinnert sich auch daran, wie tief der Schock im ganzen Land saß, nachdem die Gewalt schon wieder rücksichtslos zugeschlagen hatte. Aber auch daran, wie das Land an einem Strang zog. Im Minutentakt gingen Zeugenberichte ein und es schien, als ob die ganze Stadt helfen wollte die Verbrecher zu fassen. Keine zehn Stunden später war durch Zeugenhinweise das Fluchtauto gefunden worden, hatte man eine Spur von der Tatwaffe, wusste die Polizei wer der Besitzer war, dass die Brüder Gallón involviert waren. Der Staatsanwalt sagte, dass er an diesem Tag gelernt hat, welche Macht ein Staat haben kann. Wenn er nur wolle, könne er selbst das bestvorbereiteste Verbrechen innerhalb von 24 Stunden aufklären, gab aber auch an, dass bei den anschließenden Ermittlungen viel zu nachlässig gearbeitet wurde. Unter anderem nicht intensiv ermittelt, ob die Gebrüder Gallón eventuell nicht doch den Mord – eventuell durch eine kurze Geste oder ein Codewort – in Auftrag gegeben hatten. Castro gestand schließlich den Mord, gab jedoch zu Protokoll, dass er nicht wusste, dass es Andrés Escobar war. Die Volksseele kochte nach der Nachricht über den Mord hoch, und man wollte Castro lynchen, weshalb er nach Bogotá transferiert werden musste.

Lange Zeit hielt sich auch die Theorie, dass der Mord aus Frust über das frühe Ausscheiden der Nationalmannschaft und damit verbundenen Wettverlusten verübt wurde, die durch den Bericht des ehemaligen Staatsanwaltes jedoch unwahrscheinlich ist. Auch Escobar-Auftragsmörder Popey schloss aus, dass wirklich das Eigentor und die daraus resultierende Niederlage das Mordmotiv waren. Stattdessen war es laut ihm einfach die Tatsache, dass sich der Fußballspieler mit Männern die keinen Widerspruch dulden ein Wortgefecht lieferte. Diese fühlten sich zu dieser Zeit allmächtig in Medellín, und der Mord stellte eine reine Machtdemonstration dar. Das Unglück war umso tragischer da Andrés Escobar auf Initiative einiger seiner Freunde wenige Tage zuvor eine Kolumne in der Zeitung El Tiempo veröffentlichte, die mit den Worten endete „la vida no termina aquí es solo un partido de fútbol / das Leben endet nicht hier, es ist nur ein Fußballspiel“. Zur Beerdigung des kolumbianischen Franz Beckenbauers kamen über 120.000 Menschen inklusive Präsident César Gaviria.

(Screenshot The Two Escobars; Text: „Bitte verhaltet euch weiterhin respektvoll. Eine kräftige Umarmung für alle, und ich möchte euch sagen, dass es eine Chance war, und eine phänomenale und einzigartige Erfahrung war, die ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde. Bis bald, denn das Leben endet nicht hier.“)

Castro wurde zu 43 Jahren Haft verurteilt, aber bereits nach 11 Jahren wegen guter Führung entlassen. Ob der Mann der tatsächliche Mörder ist, bleibt bis heute zweifelhaft. Santiago Gallón wurde 2018 wegen Drogengeschäften festgenommen, und soll bald an die USA ausgeliefert werden. Der Tenor der Menschen auf der Straße war damals, dass wenn Pablo Escobar noch am Leben gewesen wäre, auch Andrés Escobar nicht getötet worden wäre, da zu Zeiten des Patrón keine Entführung und kein Mord in Medellín ohne dessen Genehmigung ausgeführt wurden.

Auswirkungen auf den Fußball

Die Tode der beiden Escobars markierten das Ende der bis dahin erfolgreichsten Ära des kolumbianischen Fußballs, und den Beginn dessen Abstiegs. Der Mord an Andrés hatte außerdem gezeigt, dass nicht einmal mehr der Volkssport Fußball, frei von blutiger Gewalt war. Direkte Konsequenzen der Tat waren, dass einige Spieler wie Valderrama oder Herrera ihre Karriere komplett beendeten, oder im Falle von Faustino Asprilla 20 Bodyguards an die Seite gestellt bekamen. Außerdem gingen die Zuschauerzahlen wegen der zunehmenden Gewalt nach und nach zurück, bis die Regierung eine neue rücksichtslose Kampagne startete, mit dem Ziel alle Kriminellen aus dem Sport zu vertreiben. In dieser Zeit wurden unter anderem die Gründer des Cali-Kartells, und Strippenzieher von América de Cali, die Gebrüder Rodriguez an die USA ausgeliefert, wo sie zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Der Präsident des kolumbianischen Fußballverbandes während der Zeit der großen Kartelle, Juan José Bellini, wurde später wegen Geldwäsche zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Ausscheiden der Kartelle und das Versiegen des Geldstroms führte zu einer fußballerischen Rezession. Dadurch, dass die Vereine weniger Geld zur Verfügung hatten, konnten sie weder die einheimischen Topspieler im Land halten, noch ausländische Trainer oder Spieler verpflichten. Das Niveau der Liga sank rapide, und mit ihm das der Nationalmannschaft. Stand man 1994 noch auf Platz 4 der Weltrangliste, war man 1998 nur noch auf dem 34. Rang. Bevor 2001 mit dem Sieg der Copa América die Wende eingeleitet wurde. Sportlich ist man heute wieder auf einem guten Weg, wirtschaftlich dagegen noch nicht, selbst im Jahr 2010 waren 14 der 18 Erstligavereine immer noch in Gefahr bankrott zu gehen.

The post Narcofutbol – Fußball in Zeiten der großen Drogenkartelle 6/6 appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-escobar-wm1994-kolumbien-632986/feed 0
Narcofutbol – Fußball in Zeiten der großen Drogenkartelle 5/6 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-wm1994-escobar-387290 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-wm1994-escobar-387290#respond Wed, 18 Apr 2018 14:57:48 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=9864 In der heutigen Episode bleibt es größtenteils sportlich. Dabei geht es um die Auftritte der Cafeteros bei der WM 1994 in den Vereinigten Staaten, und die Dinge die nach der Auftaktniederlage gegen Rumänien ihren Lauf nahmen.  Nach der berauschenden Qualifikationsrunde...

The post Narcofutbol – Fußball in Zeiten der großen Drogenkartelle 5/6 appeared first on chefutbol.

]]>
In der heutigen Episode bleibt es größtenteils sportlich. Dabei geht es um die Auftritte der Cafeteros bei der WM 1994 in den Vereinigten Staaten, und die Dinge die nach der Auftaktniederlage gegen Rumänien ihren Lauf nahmen. 

Nach der berauschenden Qualifikationsrunde der Cafeteros die mit dem 5:0 im Monumental gegen Argentinien gekrönt wurde, dem Lob Pelés, und dem eigenen Glauben über die kleine Chance eventuell das Unmögliche zu vollbringen, lag vielleicht mehr Druck auf der Mannschaft als viele dachten. Zusätzlich zu den normalen sportlichen Ambitionen wollten die Spieler vor allem ihr Land vor der Welt gut repräsentieren. Deshalb wohnten im Teamhotel auch noch kolumbianische Fans und Journalisten, da man nach außen als Einheit auftreten wollte. Trotz der politisch geforderten Ausbootung von Keeper Higuita (s. Teil 4) tummelte sich in der Mannschaft von Trainer Francisco Maturana immer noch sehr viel Qualität. In der Mannschaft ragten Andrés Escobar, Carlos „El Pibe“ Valderrama, Freddy Rincón (Torschütze gegen Deutschland bei der WM 1990), Faustino „Tino“ Asprilla und Adolfo „El Tren“ Valencia heraus. Namen, mit denen man als Favorit aufs Weiterkommen in der Gruppe A mit der Schweiz, den USA, und Rumänien galt.

Kolumbien – Rumänien 1:3

Im ersten Gruppenspiel traf das Team von Coach Mataruna vor 91.856 in Los Angeles auf Rumänien, angeführt vom „Karparten-Maradona“ Gheorge Hagi, und verlor überraschend mit 3:1. Die favorisierten Südamerikaner machten das Spiel, und erarbeiteten sich zahlreiche Chancen, die allerdings allesamt vergeben wurden. Gemäß der Fußballweisheit – wer seine Chancen nicht nutzt, der wird bestraft – erzielten die Rumänen mit dem ersten Konterangriff das 1:0. Und auch im weiteren Verlauf des Spiels kamen Valderrama und Co. nicht mit der rumänischen Kontertaktik zurecht. Zwar rollte weiterhin Angriff auf Angriff auf das Tor von Bogdan Stelea, doch der Ball wollte nicht reingehen. Stattdessen erhöhte der Gegner in Person von Hagi, nach einem Fehler von Higuita-Ersatz Córdoba in der 39. Minute auf 2:0. Ex-Bayern Profi Valencia gelang kurz vor der Halbzeit der Anschlusstreffer, doch es sollte der einzige Treffer der Kolumbianer an diesem Tag bleiben. Trotz totaler Offensive fiel der Ausgleich nicht, und Rumänien entschied das Spiel in der 89. Minute durch Raducioiu, der auch für das 1:0 verantwortlich war.

Die Niederlage und ihre Folgen

Die unerwartete und in Teilen auch unglückliche Neiderlage löste in der Mannschaft vor dem nächsten Gruppenspiel gegen die USA eine psychologische Krise aus, auf die das Team so nicht vorbereitet war. Gegen die Mannschaft des Gastgebers hatte man in vergangenen Freundschaftsspielen immer problemlos gewonnen, selbst ohne 100% Einsatz zeigen zu müssen, jedoch waren die Vorzeichen vor dieser Begegnung anders. Wenngleich die Amerikaner eigentlich nichts zu der veränderten Ausgangslage beigetragen hatten. Die US-Boys konnten jedoch frei aufspielen, da die Öffentlichkeit keine großen Erwartungen in sie setzte. Ganz anders in Kolumbien. In der Heimat war man ebenso entsetzt über die Niederlage wie die Spieler selbst, zudem hatten viele Leute Geld auf einen Sieg gegen Rumänien gesetzt und verloren.

Und es sollte sich zeigen, dass Kriminalität und Gewalt auch nach dem Tod von Pablo Escobar das Land im Griff hielten. Kurz nach der Niederlage gegen Rumänien erreichte das Team die Nachricht, dass ein Bruder von “Chonto” Herrera ermordert worden war. Doch dabei bleib es nicht. Über die Vorgänge vor dem Spiel gegen die USA existieren mehrere Geschichten, die sich teilweise widersprechen, bzw. deren Wahrheit nicht zu 100% verifizierbar ist.

Laut dem Dokumentarfilm The Two Escobars flimmerten hollywoodreif während der Vorbereitung auf das vorentscheidende Spiel gegen die USA im Fernseher im Teamhotel Todesdrohungen aus der Heimat für den Fall einer Niederlage über die manipulierten Fernsehbildschirme. Gemäß einer anderen Geschichte, war gedroht worden, dass falls Gabriel „Barrabás“ Gómez auflaufen würde, alle ermordet werden würden. Aus diesem Grund entschied sich Coach Maturana unter Tränen dafür, seinen Schlüsselspieler nicht aufzustellen, der daraufhin im Anschluss an das Turnier seine Karriere beendete. Ein Grund für diese sportlich sinnlose Forderung war, dass die heimischen Vereinspräsidenten ihre eigenen Spieler im Team sehen wollten, damit sich deren Marktwerte steigerten. Dass sie dadurch das eigene Team schwächten, interessierte dabei kaum. Trotz der Ereignisse – aufzugeben war keine ratsame Alternative -, mit nichts als dem Sieg im Kopf, liefen die Kolumbianer vor 93.896 Zuschauern auf.

USA – Kolumbien 2:1

Das Spiel gegen die US-Amerikaner verlief ähnlich wie das vorherige Spiel gegen Rumänien. Trotz einer Belagerung des US-Tors in der Anfangsviertelstunde, inklusive zahlreicher Abschlüsse, weigerte sich der Ball ins Tor zu gehen, als ob ihn eine dunkle Macht daran hindern würde. In der 35. Minute geschah dann das, was der physisch labilen und nervösen Mannschaft nicht passieren durfte. Eine Flanke von außerhalb des Sechzehners lenkte Abwehrchef Andrés Escobar ins eigene Tor ab, dem einzigen Eigentor seines Lebens. Das Tor das nicht hätte fallen dürfen, und an dem die Mannschaft mental zerbrach. Alexis Garcia sagte: „Es schockte uns alle, ich sah sein [Escobar] Gesicht und fühlte großen Schmerz, als hätte er eine Vorahnung.“

Das 2:0 der US-Boys durch Stewart acht Minuten nach der Halbzeit bedeutete den Genickschlag für die Kolumbianer. Der Anschlusstreffer von Valencia in der 90. Minute hatte nur noch statistischen Wert. Aufgrund des Ergebnisses im anderen Gruppenspiel, waren die hochgehandelten Cafeteros ausgeschieden, und auch der Sieg 2:0 im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz konnte daran nichts mehr ändern. Das Turnier war zwar beendet, doch sowohl für die Spieler als auch für den Fußball selbst folgten sieben magere Jahre.

Nach dem das Ausscheiden besiegelt war, kam es in Kolumbien zu Ausschreitungen, und weitere Todesdrohungen gegen Spieler wurden an Mauern gesprayt. Die Spielerfamilien standen allesamt unter Polizeischutz, doch trotzdem kehrten die Spieler wieder in die Heimat zurück.

The post Narcofutbol – Fußball in Zeiten der großen Drogenkartelle 5/6 appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/narcofutbol-wm1994-escobar-387290/feed 0