Mexiko
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Saisonvorschau Mexiko: Tigres strebt das Bicampeonato an

Gerade einmal zwölf Tage nach dem Finale des Torneo Apertura fällt in Mexiko mit dem Beginn des Torneo Clausura bereits am Freitag der Startschuss für die zweite Saisonhälfte.

Während das Rennen um die Meisterschaft gewohnt breit gefächert ist, kommt für die Besetzung des einzigen Abstiegsplatzes lediglich ein Trio infrage.

Tigres im Dauereinsatz, León mit altem Bekannten

Praktisch ohne Pause und ohne Saisonvorbereitung, dafür aber mit dem fünften Meistertitel in der Tasche startet Tigres als einer der heißesten Kandidaten auf den Titelgewinn ins Rennen. Der personell hochklassig besetzte Kader blieb im Hinblick auf Abgänge komplett unangetastet und strebt das hoch angesehene Bicampeonato mit zwei Meisterschaften in Serie an, welches zuletzt León 2013/2014 unter Gustavo Matosas gelungen war.

 Bald wieder ein gewohntes Bild: Carlos Peña im Trikot von León

Die Esmeraldas ihrerseits dürfen ebenfalls zum Favoritenkreis gezählt werden, schließlich kehrte unter Trainer Javier Torrente der Erfolg ins Camp Nou zurück. Das Stichwort Rückkehr verkörperte im Rahmen des Draft, wo sämtliche nationalen Spielertransfers binnen eines Tages abgewickelt werden, zudem kein anderer so wie Carlos Peña. Der wegen seiner Haarpracht oft nur „Gullit“ genannte Mittelfeldspieler wechselte nach einem mäßig erfolgreichen Jahr in Guadalajara zurück in den Bundesstaat Guanajuato, wo er zuvor in viereinhalb Jahren zum Meister, Nationalspieler und Publikumsliebling aufgestiegen war. Mit ihm verstärkt der Klub das ohnehin schon als Prunkstück angesehene Mittelfeld und unterstreicht damit seine Ambitionen, von Beginn auf den vorderen Rängen mitzumischen.

América brennt auf Revanche, Toluca will das goldene Jubiläum

Bei Rekordmeister América herrscht kurz nach dem Ende der Jubiläumssaison zum 100-jährigen Bestehen noch immer Katerstimmung, die verpasste Meisterschaft und Platz vier bei der Klub-WM sind nicht gerade das, was sich die Verantwortlichen für den Abschluss der Feierlichkeiten vorgestellt hatten. Während man es dennoch nicht für nötig erachtete, sich mit neuen Feldspielern zu verstärken, machte man sich zwischen den Pfosten eine viel diskutierte Baustelle auf. So wurde mit Agustín Marchesín von Santos Laguna zwar einer der besten Keeper der Liga unter Vertrag genommen, doch die Umstände sorgten für viele Diskussionen. Noch vor dem Finale machte man damit den Abschied von Moisés Muñoz perfekt, der nach fünf Jahren humorlos zu Abstiegskandidat Chiapas abgeschoben wurde. Für die Verpflichtung Marchesíns wurde außerdem Mittelfeldstratege Osvaldo Martínez geopfert, der als Tauschobjekt in den Deal eingebunden wurde. Zu guter Letzt musste auch Kapitän Rubens Sambueza seine Koffer packen. Der 33 Jahre alte Argentinier konnte seine Leistungen im fünften Jahr in der Hauptstadt nicht halten, wodurch sich die vielen Undiszipliniertheiten auf dem Platz nicht länger kaschieren ließen. Er verließ die Águilas in Richtung Toluca, wo eine nicht ganz unbekannte Situation auf ihn wartet.

 Auch im Finale gegen Tigres flog Sambueza vom Platz

Schließlich steht in den kommenden Monaten nun bei den Roten Teufeln das 100-jährige Jubiläum an, von Trainer Hernán Cristante wird trotz der enttäuschenden ersten Halbserie nicht weniger als der Meistertitel erwartet, zumal man nach dem Umbau des Estadio Nemesio Díez nun auch wieder vor heimischer Kulisse, gemeinhin als „Inferno“ gefürchtet, auflaufen darf. Realistisch scheint der elfte Titel allerdings nur dann, wenn die zahlreichen Neuzugänge des Sommers die Erwartungen nun endlich erfüllen. Schließlich kann nun nicht mehr alles von Zaubermaus Sinha abhängen, der mit 40 Jahren seine letzten sechs Monate als Profi absolviert und zum Abschluss einer beachtlichen Karriere in Toluca gerne als Meister abtreten würde.

Quintett in Lauerstellung

Nicht weniger offen als América oder Toluca hegen auch Tijuana, Monterrey, Pachuca, Guadalajara und Pumas Ambitionen auf einen der oberen Tabellenränge. Nach einer herausragenden regulären Saison, die Tijuana als Tabellenerster beendete, war für die Xolos von Trainer Miguel Herrera in den anschließenden Play-offs bereits im Achtelfinale Schluss, sodass die Runde unter dem Strich enttäuschend endete. Wie Tijuana zum Ende dastehen wird ist schwer abzusehen, für die kommenden 17 Spieltage gelten die Nord-Mexikaner aber erneut als ein Kandidat auf die vorderen Ränge. Die Mannschaft, die von zahlreichen Argentiniern gespickt ist, verfügt über eine Menge Qualität und besitzt auf dem Papier ausreichend Potenzial, um diesmal auch in der entscheidenden Saisonphase ganz vorne mitzumischen.

Für Monterrey war das Verpassen der Play-offs angesichts eines der teuersten Aufgebote ein noch größeres Fiasko, nachdem man das Finale im Sommer erst in letzter Sekunde gegen Pachuca verloren hatte. Mit Blick auf die zuvor gezeigten Leistungen besaß Trainer Antonio Mohamed aber ausreichend Kredit, er durfte seinen Trainerposten behalten, muss mit einer erneut verstärkten Mannschaft aber umgehend Ergebnisse liefern. Die Rayados legten mit dem Argentinier Nicolás Sánchez für die Abwehr und Jesús Molina, einem der besten Abräumer Mexikos, speziell im Defensivbereich nach. Sie tauschten dafür aber überraschend Torhüter Jonathan Orozco an Santos Laguna, nachdem der inzwischen 30-Jährige als Eigengewächs zwölf Jahre lang für die erste Mannschaft aufgelaufen war und mit diversen Titeln eine Ära geprägt hatte.

 Hirving Lozano (rechts) ist das Top-Talent der Liga Bancomer MX

Für diesen Begriff ist es bei Pachuca noch zu früh, doch der Verein erlebt unter Trainer Diego Alonso und der Einbindung zahlreicher eigener Talente derzeit eine länger nicht gekannte Hoch-Phase, die man im Sommer mit dem Meistertitel krönte und in dieser Spielzeit gerne erneut in Titel ummünzen würde. Neben der CONCACAF Champions League, wo die Tuzos im Viertelfinale stehen, soll es dabei erneut auf nationaler Ebene funktionieren, wo die Truppe um die offensiven Wirbelwinde wie Hirving Lozano, Érick Gutiérrez oder Urreta schon seit längerer Zeit für spektakulären und erfolgreichen Fußball steht. Dass in Mexiko Prestige aber weiterhin die gleiche Rolle spielt wie sportlicher Erfolg, bewies Mittelfeldspieler Rodolfo Pizarro, der seinem Stammverein nach dreieinhalb Jahren als Profi den Rücken kehrte und für zehn Millionen Euro nach Guadalajara wechselte, wo die letzte Meisterschaft inzwischen schon zehn Jahre auf sich warten lässt.

Dennoch gelingt es den Chivas Jahr für Jahr, große Namen für nicht minder große Summen unter Vertrag zu nehmen. Mit Pizarro macht man nun den Abgang von Carlos Peña vergessen, der vor einem Jahr noch als damaliger Kracher für über sieben Millionen Euro gelockt wurde. Der 22-Jährige komplettiert ein Mittelfeld, das sowohl vom aktuellen Leistungsvermögen, als auch dem noch vorhandenen Entwicklungspotenzial zu den besten des Landes gehört und keinen Zweifel daran lässt, dass die verantwortlichen in Guadalajara die Zeit für den zwölften Meistertitel gekommen sehen.

Nicht ganz so pompös will sich mit Pumas ein weiteres Mitglied der „großen Vier“ des Landes zurück an die Spitze schleichen. Unter Trainer Francisco Palencia spielte man eine ordentliche Hinserie, bekam im Play-off-Achtelfinale gegen den späteren Meister aber deutlich die Grenzen aufgezeigt. Die Winterverpflichtungen für die Offensive, Bryan Rabello und Nicolás Castillo, sollen den Abstand nach vorne weiter verkleinern und dem Universitätsklub zudem als Stärkung in der nordamerikanischen Königsklasse dienen.

Mit Paco und Trompeten

 Der ehemalige Rayo-Vallecano-Trainer Paco Jémez soll Cruz Azul wieder in ruhmreichere Zeiten führen

Über die europäischen Grenzen hinaus mag es ihm noch am nötigen Renommee fehlen, doch nicht bloß für Beobachter des spanischen Fußballs dürfte die Ernennung von Paco Jémez zum neuen Trainer bei Cruz Azul ein wahrer Paukenschlag gewesen sein. Der Spanier, der speziell bei seiner mehrjährigen Station bei Rayo Vallecano für gepflegtes Spiel mit hohen Ballbesitzanteilen stand und bereits mit mehreren lukrativen Trainerjobs in Verbindung gebracht wurde, ist der inzwischen 15. vermeintliche Heilsbringer, der dem Klub aus der Hauptstadt nach 20-jähriger Durststrecke zum neunten Meistertitel verhelfen soll. Auch wenn Anspruch und Wirklichkeit bei Azul zuletzt oft weit auseinanderlagen, so wird es dennoch interessant sein, wie Jémez mit einem verhältnismäßig hochwertig besetzten Kader umgeht, der auch dank einiger Anpassungen im Winter definitiv zu den besseren der Liga gehört. Mit Martín Rodríguez und Ángel Mena, Nationalstürmer aus Chile und Ecuador, wurde speziell in die Abteilung Attacke investiert. Nach fünf Turnieren ohne Play-off-Teilnahme lechzt der einstige Erfolgsgarant nur so nach dem Gelingen des Experiments Paco Jémez und es scheint durchaus möglich, dass der Spanier nicht nur die Mannschaft, sondern auch die in Scharen abgewanderten Fans wieder auf Linie bringen kann. Der Blick auf die 14 mal mehr, mal weniger dramatisch gescheiterten Vorgänger der letzten zwei Dekaden verdeutlicht aber auch, dass Cruz Azul wahrlich nicht das einfachste Pflaster für ein erstes Trainerabenteuer außerhalb Europas darstellt.

Fünffache Unberechenbarkeit im gesicherten Mittelfeld

Die letzte Gruppe vor den Abstiegskandidaten stellt ein erneutes Quintett, bestehend aus Santos Laguna, Atlas, Querétaro, Puebla und Necaxa, deren Schicksale vollkommen im Argen liegen. Grundsätzlich besitzen Santos und Atlas die größeren Argumente für positive Ausschläge, gleichzeitig lassen sich aber auch Faktoren finden, die für ein eher schwaches Abschneiden sprechen. Santos Laguna beispielsweise, vor anderthalb Jahren noch Meister, schloss zwei der drei letzten Turniere trotz namhafter Akteure auf den hinteren Rängen ab. Der Verein verfügt über die wohl modernsten Trainingsanlagen in ganz Mexiko und ist finanziell gut aufgestellt, dennoch werden Leistungsträger immer wieder ohne Not an die Konkurrenz abgegeben und nicht adäquat ersetzt. Diesmal verließen mit Torhüter Marchesín, Mittelfeldspieler Molina, Spielgestalter Bryan Rabello und Stürmer Martín Bravo erneut vier Stammkräfte den Verein, allerdings scheinen ihre Nachfolger diesmal sogleich in die großen Fußstapfen treten zu können. Im Tor ist Orozco eine feste Größe in Mexiko, Mittelfeldspieler Martínez stellt gar ein Upgrade zu Rabello dar und auch Julio César Furch ist als Neuverpflichtung für den Sturm höher anzusiedeln als sein Vorgänger. Unter Mexikos früherem Nationaltrainer José Manuel de la Torre soll es dementsprechend wieder aufwärts gehen, die Play-off sind angepeilt, bedürfen aber einer deutlichen Steigerung in Puncto Konstanz.

 Fidel Martínez verstärkt Atlas Guadalajara

Genau das fehlte zuletzt auch Atlas Guadalajara, das im letzten Jahr besonders an seiner Auswärtsschwäche verzweifelte. So verloren die Zorros keines ihrer acht Heimspiele, gewannen aber auch nicht eine einzige der insgesamt neun Partien auf fremdem Platz. Auch wenn sich der Klub trotz der gelockerten Ausländer-Regelung freiwillig einem höheren Anteil einheimischer Akteure verschrieben hat, sind die beiden großen Transfers des Winters als Legionäre nach Mexiko gekommen. Fidel Martínez, einer der begabtesten Offensivspieler der Liga, aber passend zu Atlas kein Musterbeispiel an Konstanz, konnte von Pumas losgeeist werden. Außerdem wurde Matías Alustiza verpflichtet, der Pueblas Offensive in den vergangenen Jahren nahezu im Alleingang am Leben gehalten hatte. Mit ihnen ist noch einmal ein deutlicher Qualitätsschub an vorderster Front gelungen, der durchaus auch mit einem tabellarischen Sprung nach vorne einhergehen könnte.

Drei fallen etwas ab

Eine derartige Entwicklung hätte auch Pokalsieger Querétaro gerne vollzogen, doch Trainerlegende Víctor Manuel Vucetich gab öffentlich zu, dass von den von ihm gewünschten drei Neuzugängen letztlich nur einer zu den Gallos Blancos gelockt werden konnte. So muss Querétaro sich mit Abwehrspieler Hiram Mier begnügen, der nach zahlreichen Blessuren in Monterrey kaum noch zum Zug kam und nun auf die Unterstützung seines alten Förderers baut. Ein Mier in Topform könnte in Verbindung mit dem vorhandenen Personal bereits reichen, um den Klub in der oberen Tabellenhälfte einzusortieren. Eine starke erste Elf gibt der Kader durchaus her, doch die fehlende qualitative Tiefe könnte dazu führen, dass schon kleinere Personalsorgen den Play-off-Hoffnungen den entscheidenden Dämpfer versetzen.

Die Liguilla ist überraschenderweise auch das Gefilde, in das sich Aufsteiger Necaxa nach einer starken Hinserie einnistete. Mit 26 Punkten und dem anschließenden Einzug ins Halbfinale spielen die Rayos eine beeindruckende Runde, die alle Abstiegssorgen entscheidend beiseite wischte. Möglicherweise agiert die Mannschaft von Trainer Luis Alfonso Sosa nicht mehr mit der gleichen Leichtigkeit der ersten sechs Monate, doch mit dem nahezu sicheren Klassenerhalt ist das eigentliche Ziel schon nach halber Strecke in greifbarer Nähe.

 Der Abgang von Kapitän und Torjäger Alustiza ist ein herber Verlust für Puebla

Ähnlich gestaltet sich die Lage bei Puebla, das mit einem ordentlichen Vorsprung auf den Abstiegsrang in die Rückserie startet. Die Camoteros sind sich ihrer Sache angesichts des Polsters von elf Zählern derart sicher, dass sie mit Alustiza gar die Lebensversicherung der letzten Jahre abtraten. Ohne ihren Kapitän und Torjäger dürfte es der Mannschaft von Trainer Ricardo Valiño an der nötigen Klasse für einen der ersten acht Ränge fehlen, vielmehr könnte es im schlimmsten Fall sogar noch einmal ein Zitterspiel im Kampf um den Klassenerhalt geben.

Akut bedroht: Das Trio im Abstiegskampf

Am untersten Ende der Nahrungskette lassen sich vor Beginn des Torneo Clausura mit Chiapas, Veracruz und dem aktuellen Schlusslicht Monarcas Morelia drei Vereine finden, die den einzigen Absteiger wohl unter sich ausmachen werden. Das Punktsystem, das die Ergebnisse der letzten drei Jahre zu gleichen Teilen bewertet, weist für Morelia 94 Zähler aus, für Veracruz sind es 96 und Chiapas steht bei 98. Die Jaguares sind trotz der vier Punkte Vorsprung dennoch der heißeste Kandidat auf den Gang in Liga zwei, schließlich ist der Verein seit Jahren von argen finanziellen Problemen geplagt, oftmals erhielten die Spieler über Monate kein Gehalt, Drohungen, einzelne Spiele zu boykottieren, konnten teils erst im letzten Moment abgewendet werden. Das Resultat zeigte sich in der Hinrunde mehr als deutlich, gerade einmal neun von 51 möglichen Punkten holte das Schlusslicht, in der Runde davor waren es gerade einmal drei Zähler mehr. Zwar wurde der Kader im Winter noch einmal verstärkt, mit Torhüter Muñoz gelang gar ein echter Transferhammer, dennoch wird Trainer Sergio Bueno den Abstieg trotz seiner akribischen Arbeit nur mit größter Mühe und einem kleinen Wunder verhindern können.

Da Veracruz im Rahmen der letzten 34 Spiele lediglich fünf Zähler mehr holte, liegen die Tiburones Rojos in der Gesamtrechnung sogar noch hinter Chiapas. Nach einem höchst erfolgreichen Jahr bauten die Leistungsträger zuletzt merklich ab, Trainer-Urgestein Carlos Reinoso, im Sommer noch vor die Tür gesetzt, wurde vor lauter Verzweiflung schon wenige Monate später wieder als Retter zurückgeholt. Trotz der prekären Lage ließ der Klub aus dem Hafen zwar Torjäger Furch ziehen, dennoch geht man unter dem Strich mit einem Qualitätsplus aus der Transferperiode heraus. Die früheren mexikanischen Nationalstürmer Javier Orozco und Eduardo Herrera, Offensivallrounder Martín Bravo und Enfant Terrible Ángel Reyna sind interessante Ergänzungen, die bei einer schnellen Integration gar für einen Sprung in die Play-off-Ränge sorgen können. Zuvor müssen sie alle jedoch ihr persönliches Leistungstief hinter sich lassen: Das Quartett war, ebenso wie nahezu alle anderen Neuzugänge, nur zu haben, weil die Leistung bei der vorigen Station nicht mehr den Erwartungen entsprochen hatte.

 Der Top-Torjäger des letzen halbe Jahres: Raúl Ruidíaz (Morelia)

Von ganz unten und dennoch guten Mutes grüßt Monarcas Morelia, das das erste von 17 Endspielen als Schlusslicht antreten wird. Zwar hatte Trainer Enrique Meza in den letzten drei Turnieren solide Ergebnisse mit einem deutlichen Ausschlag nach oben geliefert, doch die Dreijahrestabelle hat die vorigen Spielzeiten mit zehn und 13 Punkten noch nicht vergessen. Dementsprechend schleppt Morelia die alte Last weiter mit, besitzt aber auch die Gewissheit, bei Bestätigung der jüngsten Leistungen die Rote Laterne noch abgeben zu können. Ein wenig überraschend musste Meza seinen Platz nach der Hinrunde dennoch räumen und an Pablo Marini, im Herbst noch bei Abstiegskonkurrent Veracruz geschasst, abtreten. Marini verfügt dank der Verpflichtungen von Linksverteidiger Carlos Rodríguez sowie den Mittelfeldspielern Aldo Rocha und Mario Osuna über einen noch einmal verbesserten Kader, in dem zuletzt Torjäger Raúl Ruidíaz mit elf Treffern herausstach. Bleibt das Umfeld weiter ruhig und verfällt nicht doch noch der Hektik des Abstiegskampfes, dann geht Morelia trotz der aktuellen Position mit guten Karten ins Rennen, den Sturz in die Zweitklassigkeit mit der zuletzt gezeigten Kontinuität zu verhindern.