Peru – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Fri, 07 Jun 2019 17:14:33 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Peru – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Das Wunder vom Titicacasee http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/wunder-titicacasee-318492 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/wunder-titicacasee-318492#respond Fri, 07 Jun 2019 17:14:30 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11703 Fußballverrückt sind sie wie alle Peruaner, die Menschen vom Titicacasee. Eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass die Einwohner von Puno, Desaguadero und Juliaca wie die ganze Welt am vergangenen Samstag vor dem Fernseher sitzen würden, Champions League-Finale, das Spiel der...

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Fußballverrückt sind sie wie alle Peruaner, die Menschen vom Titicacasee. Eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass die Einwohner von Puno, Desaguadero und Juliaca wie die ganze Welt am vergangenen Samstag vor dem Fernseher sitzen würden, Champions League-Finale, das Spiel der Spiele. Doch stattdessen strömten sie fast zeitgleich in das Estadio Municipal von Juliaca. Und eine knappe Stunde, nachdem Jürgen Klopp den Henkelpott in den Nachthimmel von Madrid streckte, bekam Michael Sotillo eine silberne Schale überreicht, die in ihrer Bedeutung kaum zu ermessen ist.

Das Hochplateau des Titicacasee ist eine bescheidene Region, geprägt von eisigen Winden und schneebedeckten Bergen. So malerisch der See selbst, so wenig pittoresk sind die Lebensbedingungen der hier lebenden Menschen. Juliaca, die Stadt, in der Michael Sotillo jubeln durfte, ist laut Lonely Planet ein „spröder, unfertiger Schandfleck inmitten einer wunderschönen Landschaft“. Desaguadero heißt wörtlich „Abfluss“ (und meint den Río Desaguadero, der aus dem Titicacasee fließt) und ist nicht schöner. Lediglich das koloniale Puno versprüht etwas Glamour, doch auch in der Hauptstadt der Region zeugen die unfertigen Häuser von der fehlenden Finanzkraft des Altiplano.

Der Klub: Neun Jahre, drei Heimspielstätten

In Desaguadero beginnt vor gerade einmal neun Jahren die Geschichte, die letzte Woche ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Der Bürgermeister der Stadt, Juan Carlos Aquino, gründete Deportivo Binacional, dessen Name eine Hommage an die zweisprachige Region des Altiplano ist: Das Hochland an der Grenze zu Bolivien ist von der peruanischen Nation ebenso geprägt wie vom kulturellen Erbe der Aymara. In der Region Puno hat der Fußball Tradition, aber besonders hochklassig ist er nicht. Der legendäre Klub Alfonso Ugarte Puno, der mit der Vizemeisterschaft 1976 und der Copa Libertadores-Teilnahme 1977 den mit Abstand größten fußballerischen Erfolg der Region vorzuweisen hatte, trudelt seit Jahren durch die Copa Perú, den größten Amateurwettbewerb der Welt. Die weiteren Klubs wie etwa die Diablos Rojos aus Juliaca sind noch weitaus erfolgloser. Die Struktur des peruanischen Aufstiegs bedeutet, dass der Poderoso del Sur sich nicht lange durch die Ligen kämpfen musste, sondern früh auf Augenhöhe mit den Großen der Region um den Einzug in die nationale Phase kämpfen konnte. Dieser gelingt erstmals 2012, doch in den Folgejahren kamen die Himmelblauen nicht mehr über die Regionalphase hinaus.

Für das Jahr 2025 traf die Klubführung eine weitreichende Entscheidung, die im Kontext des peruanischen Fußballs gar nicht so seltsam klingt, wie es dem gemeinen Mitteleuropäer erscheinen mag: Auf der Suche nach mehr Geld und besseren sportlichen Möglichkeiten zog der Klub in die wohlhabendere Großstadt Arequipa, einige Stunden vom Titicacasee entfernt. Dort fasste der Verein schnell Fuß, qualifizierte sich 2025 für die Endrunde der Copa Perú und schaffte 2017 den Aufstieg. Auch die Debütsaison der Himmelblauen in der ersten Liga verlief alles andere als schlecht, am Ende qualifizierte man sich sogar für die Copa Sudamericana. Doch es gab auch Dissonanzen. Binacional geriet in finanzielle Schwierigkeiten, konnte die Spieler und die Stadionmiete oft nur verspätet bezahlen. So etwas ist in Peru oft der Beginn einer institutionellen Implosion, wie sie etwa 2018 Sport Rosario erlebte. Auch im Falle Binacionals stand so etwas zu befürchten – der Verein sah noch vor wenigen Monaten ganz einfach nicht so aus, als stünden große Erfolge bevor. Immerhin wurde eine Entscheidung rundweg positiv aufgenommen: Binacional zog zur Saison 2019 wieder in die heimische Region Puno, genauer gesagt ins Estadio Guillermo Briceño Rosamedina von Juliaca. Dort suchte man mehr Unterstützung als in Arequipa, wo die Zuschauerzahlen zwar ordentlich waren, die Herzen der Einheimischen aber klar dem etablierten FBC Melgar gehört hatten. Zyniker meinten zudem, die Höhe von Juliaca (3825 Meter über dem Meeresspiegel) spielte eine entscheidende Rolle, um wenigstens die Heimspiele gewinnen zu können.

Der Kader: Wandervögel und viel Durchschnitt

Ganz unrecht hatten diese Stimmen nicht. Denn neben dem jungen Klub mit  dem etwas unsteten Werdegang versprach auch der Kader Binacionals wenig. Er ist praktisch vom ersten bis zum letzten Mann mit mittelmäßigen Wandervögeln besetzt. Repräsentativ sind Spieler wie der 34-jährige Kapitän Michael Sotillo, der in fast zehn Jahren Erstligafußball noch nie mehr als 22 (von in der Regel 44 möglichen) Ligaspiele bestritten hatte, oder Linksverteidiger Jeickson Reyes, der auf seinen beiden vorigen Stationen nach wenigen Monaten aussortiert worden war. Im Angriff stritten sich Marco Rodríguez, Héctor Zeta und Jefferson Collazos um einen Platz, die in der Vorsaison zusammen gerade mal 13 Tore in 93 Einsätzen erzielt hatten. und der größte Name der Mannschaft, Donald Millán, war unmittelbar vor der Saison von Ligarivale Real Garcilaso trotz Vorvertrags abrupt abgesägt worden. Ergänzt wurden dieses Ensemble durch Aufstiegshelden wie Innenverteidiger Eder Fernández und den dribbelstarken Andy Polar. Trainer war Javier Arce, ein 62-Jähriger Schleifer-Typ mit dunkler Sonnenbrille und einer turbulenten Karriere: Bei sechs Trainerstationen in der ersten peruanischen Liga hatte er es nur einmal länger als fünf(!) Monate ausgehalten, dafür aber zwei Abstiege in der Vita.

Javier Arces Binacional gewann zwölf von 16 Spielen, erzielte 14 Tore mehr als die zweitbeste Offensive der Liga, stellte in Mittelfeldspieler Donald Millan (elf Tore) einen der besten Spieler und Torjäger der Liga, brachte in Jungstar Andy Polar einen Nationalspieler hervor und war in der Apertura ganz einfach: Das beste Team Perus. Hinzu kam, dass man in Juliaca schnell eine Heimat fand und regelmäßig zahlreiche Fans anlocken konnte, die ihr Team zu acht Siegen in neun Spielen peitschten. Die Krönung kam mit einem souveränen 2:0-Erfolg über die Sport Boys. So konnte die Region Puno in einem völlig unerwarteten Moment ihren größten fußballerischen Erfolg feiern. Wie bedeutsam das ist, zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher: Nur zwei Teams von außerhalb der Metropolregion Lima, Juan Aurich und Melgar, konnten jemals peruanischer Meister werden. Das kleine Binacional hat im Finale am Jahresende die historische Chance, es den beiden Traditionsklubs nachzumachen und die finanziell weit potenteren Teams aus Lima erneut zu düpieren. Der Sieg in der Apertura muss nicht das letzte Wunder vom Titicacasee gewesen sein.  

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Saisonvorschau Torneo Descentralizado 2019: Drei Favoriten aus Lima http://www.chefutbol.com/lateinamerika/vorschau-descentralizado-2019-195123 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/vorschau-descentralizado-2019-195123#respond Sat, 16 Feb 2019 10:42:52 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11482 Das peruanische Torneo Descentralizado ist in der Nacht von Freitag auf Samstag in die neue Saison gestartet. Alianza Lima setzte sich im ersten Match klar mit 3:0 gegen die Sport Boys durch. Einen eindeutigen Favoriten gibt es nicht, weil Titelverteidiger...

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Das peruanische Torneo Descentralizado ist in der Nacht von Freitag auf Samstag in die neue Saison gestartet. Alianza Lima setzte sich im ersten Match klar mit 3:0 gegen die Sport Boys durch. Einen eindeutigen Favoriten gibt es nicht, weil Titelverteidiger Sporting Cristal eine turbulente Transferperiode erlebte. Die weiteren Großen, Alianza und Universitario, lauern im Windschatten. Unsere Saisonvorschau blickt auf alle 18 Teams.

Das Format

Das Torneo Descentralizado weist 2019 einige Neuerungen auf: Dieses Jahr sind es 18 Teams, die in zwei Runden Torneo Apertura und Clausura ausspielen. In den anschließenden Playoffs zwischen den besten vier Teams der Liga – darunter auf jeden Fall auch die Sieger von Apertura und Clausura – wird der Jahresmeister ermittelt. Hinzu kommt ein Pokal mit Teams aus den ersten beiden Ligen. Gegenüber dem kräftezehrenden Modellder letzten Jahre mit 16 Teams und 44 Spieltagen sollten diese Neuerungen einen Fortschritt darstellen. Kritischer zu beurteilen ist allerdings, dass diese Saison sogar vier Teams den Sprung in die erste Liga schafften: Die Aufsteiger aus Copa Perú und Segunda División stehen oft auf einer institutionell schwachen Basis und haben mit Finanzproblemen zu kämpfen.

Die Meisterkandidaten

Nach dem hochverdienten Titel 2018 müsste eigentlich Sporting Cristal als klarer Favorit ins Rennen gehen. Die Cerveceros aus Limas Stadtteil RImac waren das klar beste Team 2018 und verfügten in Gabriel Costa und Emanuel Herrera auch über die beiden besten Spieler. Doch Costa packte ebenso wie Erfolgscoach Mario Salas die Koffer und wechselte nach Chile zu Colo-Colo. Auch der Verlust von Mittelfeldmann Josepmir Ballón und Flügelspieler Marcos López schmerzt, während der Rest des Erfolgsteams zusammengehalten wurde. Die Neuzugänge Cristian Palacios, Christofer Gonzáles und Patricio Arce sind zwar gute Spieler, die den individuell wohl stärksten Kader der Liga ergänzen, doch scheiterte der neue Trainer Alexis Mendoza daran, aus den unterschiedlichen Charakteristiken ein klares fußballerisches Konzept zu entwickeln. Er wurde noch vor Saisonbeginn entlassen und durch Claudio Vivas ersetzt – auch er eine Unbekannte. Ein weiterer Schwachpunkt ist die fehlende Breite im Kader. So ist Cristal zwar ein Titelkandidat, aber nicht unbedingt klar über der Konkurrenz angesiedelt. Der letztjährige Vizemeister, Alianza Lima, möchte beispielsweise ein Wörtchen um den Titel mitreden. Mit Pedro Gallese und Leao Butrón verfügen die Intimos über zwei der besten Keeper der Liga, mit Wilder Cartagena und Aldair Fuentes über zwei vielversprechende Sechser, mit Mauricio Affonso über einen starken Angreifer. Doch ansonsten muss der argentinische Trainer Miguel Angel Russo auch mit einigen eher durchschnittlichen Mannschaftsteilen klarkommen – insbesondere auf den defensiven Außenbahnen hatten die Violetten zuletzt ihre Probleme, und im zentralen Mittelfeld fehlt es an Tempo. In den letzten beiden Jahren war Alianzas Erfolgsrezept die Stabilität, die den Titel 2017 und das Finale 2018 ermöglichte. Konstanter zu sein als die Konkurrenz bleibt Alianzas größte Chance. Stichwort Konstanz: Universitario de Deportes fehlte diese zuletzt völlig. Die finanziell gebeutelten Cremas legten 2017 und 2018 jeweils einen sehr schwachen Saisonstart hin, verbesserten sich aber im Lauf des Jahres. Mit Trainer Nicolás Córdova wollen sie diesmal von Beginn an um den Titel mitspielen. Eine erfahrene Mannschaft um WM-Fahrer Alberto Rodriguez und den argentinischen Sturmtank Germán Denis hat zumindest theoretisch das Potential dafür. Verglichen mit dem Vorjahr sollte vor allem die Defensive besser stehen, während in der Offensive hinter großen Namen eine dünn besetzte Bank wartet.

Die Verfolger

Melgar gewann zuletzt die Clausura und punktete in den letzten Jahren sehr konstant, andererseits muss man finanziell den Gürtel etwas enger schnallen. Besonders der Abgang von Patricio Arce schmerzt, auf der Habenseite steht dagegen mit Keeper Carlos Cáceda nur ein unumstrittener Topspieler. Viel hängt sicher an Trainer Jorge Pautasso. Der Argentinier war einst Co-Trainer von Gerardo Martino bei Barcelona und der argentinischen Nationalmannschaft und verficht einen pressingintensiven, eher offensiven Stil. Kann er ihn entsprechend vermitteln, ist auch Melgar ein Titelkandidat, doch individuell bleibt der Kader etwas hinter den drei großen Teams aus Lima zurück und dürfte daher eher um die Copa Libertadores kämpfen. Auch Real Garcilaso ist in den letzten Jahren ein notorischer Verfolger der Großen geworden und hat sich auch 2018 für die Copa Libertadores qualifiziert, wobei man in der Qualifikation schon ausgeschieden ist – gegen La Guaira scheiterte man spät und dramatisch am Auswärtstor der Venezolaner. Der Erfolg des Teams aus Cusco ist meist eher einem starken Budget als guter Planung geschuldet. Auch 2019 begann in dieser Tradition, als man einige Spieler unter Vertrag nehmen, davon aber bald nichts mehr wissen wollte – Klagen sind noch anhängig. Unabhängig davon haben die Himmelblauen einige gute Argumente auf ihrer Seite: Danilo Carando und Alfredo Ramúa gehören zu den besten Offensivspielern der Liga, und die Heimspiele in der Höhe von Cusco sind gefürchtet. Weil der Umbruch aber mal wieder zu groß war und die Defensive nicht eben furchteinflößend ist, dürfte es für den Titelkampf dennoch nicht ganz reichen. Auch der chilenische Trainer Héctor Tapia war zuletzt selten erfolgreich – wenige würden wohl auf seinen dauerhaften Verbleib wetten. Sport Huancayo ist nicht ganz so prominent besetzt, landete zuletzt aber immer in der Copa Sudamericana und kann auf einen soliden Kader zählen, der weitgehend zusammengehalten wurde. Der paraguayische Goalgetter Carlos Neumann und der dribbelstarke Zehner Marcos Lliuya dürften auch dieses Jahr wieder eine funktionsfähige Offensive garantieren, während man in der Defensive über eine grundsolide Truppe verfügt, die Torwart Salomon Libmán nochmal deutlich verstärkt. Municipal hat sich ebenfalls im oberen Tabellenmittelfeld etabliert. Das Team von Victor Rivera verlor mit José Manzaneda, Alfredo Alfageme, Rodrigo Cuba und Hector Salazar allerdings vier echte Säulen, während von den Neuzugängen nur der frühere uruguayische Nationalspieler Egidio Arévalo Rios und der Paraguayer Jeremías Bogado gehobene Klasse verkörpern. Daher erscheint es unwahrscheinlich, dass Muni in den Titelkampf eingreifen kann, doch für die Copa Sudamericana könnte es reichen. Ein Problem für die Ediles ist, dass das Heimstadion in Villa El Salvador nicht erstligatauglich ist – dort konnte Municipal immer auf starke Unterstützung zählen, während sich letzte Saison meist nur wenige Leute ins Exil nach Callao verirrten und die Heimbilanz deutlich litt. Vermutlich wird man seine Heimspiele nun in Huacho austragen. Die Universidad César Vallejo aus Trujillo ist derweil vermutlich der stärkste Aufsteiger und strebt ebenfalls eine internationale Qualifikation an. Der Verein hat zwar keine große Tradition, hatte sich aber vor dem überraschenden Abstieg 2025 in der oberen Tabellenhälfte etabliert, verfügt über relativ viel institutionelle Konstanz, ein ordentliches Budget und in José del Solar über einen guten Trainer. In Santiago Silva und Germán Pacheco hat man sich zwei Offensivspieler geschnappt, die zwar zuletzt nirgends lang Station gemacht, ihre Klasse in der peruanischen Liga aber schon lange nachgewiesen haben. Mit Raúl Fernández kommt dazu ein Ex-Nationaltorwart,und mit Alexis Rojas, Renzo Garcés und Erinson Ramírez konnte man sich ein junges und dennoch schon erstligaerfahrenes Trio sichern. Schlagen die Neuen wie erwartet ein, ist die Copa Sudamericana drin.

Das Mittelfeld

Union Comercio halt gegen die Übermacht der Teams von der Küste und aus dem Hochland die Flagge des Regenwalds hoch: Der Klub aus Nueva Cajamarca hält sich schon seit neun Jahren in der ersten Liga, meist allerdings in der zweiten Tabellenhälfte. 2018 hing man lang im Abstiegskampf fest, ehe der neue Trainer Marcelo Vivas das Team wieder flott bekam und eine gute Clausura spielte. Er blieb ebenso wie die meisten Leistungsträger an Bord, darunter der wichtigste Spieler, Offensivallrounder Willyan Mimbela. Erwartbar ist ein Platz in der zweiten Tabellenhälfte, aber ohne ernsthafte Abstiegsgefahr. Auch bei Ayacucho ist der Trainer ein gewichtiges Argument. Die Zorros spielten unter Mario Viera in der Clausura sogar lange um den Titel mit, nachdem sie sich lange in Abstiegsgefahr befanden hatten. Mit der Rückkehr ins renovierte Estadio Ciudad de Cumaná von Ayacucho setzte der früher als Inti Gas bekannte Klub neue Energien frei und gewann seine Heimstärke zurück. Mit den starken Routiniers Robert Ardiles und Mauricio Montes in der Offensive sollte Ayacucho gut genug sein, dieses Mal die Abstiegssorgen weitgehend fernzuhalten. Etwas kritischer ist die Universidad San Martín de Porres zu beurteilen. In den letzten Jahren spielten die Albos zwar stets guten, aber auch eher ineffizienten Fußball und landeten so nur in der unteren Tabellenhälfte. In den Ivorern Kofi Dakoi und Aké Arnaud Loba verlor der Klub seine beiden stärksten Spieler, dazu gingen mit Jesús Chávez, Gary Correa und Keeper Erick Delgado die wenigen Routiniers im Kader. Doch es sprechen auch einige Argumente für San Martin: Delgado wurde durch Diego Penny mehr als ersetzt, die vielen Youngster haben ein hervorragendes technisches Niveau und nun ein Jahr mehr Erstligaerfahrung, und erstmals spielt man in einem echten Heimstadion am Campus der Universidad San Martin. Cantolao ist in gewissem Sinne ein Schwesterklub der San Martin: Auch der Klub aus Callao verfügt über eine gute Jugendarbeit, technisch gut ausgebildete Spieler und mehr Ruhe als die meisten anderen Vereine. Allerdings spielt der Delfin, der in seinen ersten beiden Jahren in der ersten Liga jeweils auf Rang 12 landete, weiterhin im Estadio Alberto Gallardo von Callao, in das sich meist nur wenige Zuschauer verirren. Alles hängt bei den Gelben am Sturmzentrum: Dort explodierte 2018 der Kolumbianer Fabián González regelrecht und wurde zu einem der besten Angreifer der Liga. Mit seiner Geschwindigkeit und Dribbelstärke kompensierte er die fehlende Durchschlagskraft seiner Kollegen, die 2019 sicher mehr gefordert sein dürften. Denn der neue Mann im Sturmzentrum heißt Daniel Chávez und hat mehrere Seuchenjahre hinter sich. Findet er nicht schnell in die Spur, wird sich Cantolao nach unten orientieren müssen. Immerhin blieb der Rest der Mannschaft, insbesondere die ordentliche Defensive, weitgehend beisammen. Gar kein Stein auf dem anderen blieb hingegen bei UTC: Trotz der Qualifikation für die Copa Sudamericana verließen die elf Spieler mit den meisten Einsatzminuten allesamt den Verein. Insbesondere die Abgänge von Zehner Donald Millán und Torwart José Carvallo schmerzen. Immerhin blieb der Verantwortliche, Trainer Franco Navarro. Und der Ex-Nationalspieler hat in den letzten Jahren schon bewiesen, dass er mit den geringen Mitteln bei UTC gut zurecht kommt – zwei Mal in Folge qualifizierten sich die Cremas für die Copa Sudamericana. Dieses Mal wird die Aufgabe allerdings besonders schwer, selbst wenn die Rückkehr nach Cajamarca vermutlich ein paar Punkte in Heimspielen bescheren wird. Binacional, Sieger der Copa Peru 2017, hat ebenfalls eine neue Heimspielstätte: Juliaca, auf 3825 Metern in der Nähe des Titicacasees gelegen – ein Spielort, der auch den an Höhe gewöhnten Teams des peruanischen Fußballs einiges an Respekt abgewinnen dürfte. Das Team qualifizierte sich im Vorjahr mit diszipliniertem Fußball und einer guten Heimbilanz für die Copa Sudamericana. Mit Donald Millan und Juan Pablo Vergara ergänzen zwei feine Fußballer eine Offensive, die im letzten Jahr zu wenig durchschlagskräftig war. Die Defensive ist ordentlich, aber nicht überragend. Die größte Herausforderung für den Klub dürfte also institutioneller Natur sein: Im abgelaufenen Jahr gab es Irritationen um die wechselnden Heimstadien und späte Gehaltszahlungen. Geht alles gut, ist ein sicherer Mittelfeldplatz drin – falls nicht, ist ein ähnlich katastrophaler Absturz wie im letzten Jahr bei Sport Rosario (Copa-Perú-Sieger 2025, Copa Sudamericana-Qualifikant 2017, beinaheinsolventer Absteiger 2018) nicht undenkbar.

Die Abstiegskandidaten

Molinos El Pirata trägt den unerwünschten Titel des Abstiegsfavoriten. Das Team aus Lambayeque, Meister der Copa Perú 2018, geht in seine erste professionelle Saison und hat weite Teile des Aufstiegsteams ausgetauscht. Doch die Verstärkungen haben noch nicht die gewünschte Klasse – lediglich Luis Tejada, der mittlerweile auch schon 36-jährige Panamaer, garantiert Erstliganiveau. Auch die institutionellen Bedingungen des Teams mit Jack Sparrow im Logo scheinen wacklig, das Geld fehlt hinten und vorne, eine Heimspielstätte steht noch nicht fest. An derartigen Fragezeichen sind zuletzt die meisten Absteiger gescheitert. Seriöser wirkt das Projekt von Alianza Universidad, das zwar in der Finalísima der Copa Perú hinter den Piraten landete, sich dann über die Aufstiegsrunde für das Descentralizado qualifizierte. Das Team aus Huánuco kann auf eine solide Basis der Vorjahre bauen und hat sich mit Julio Landauri, Oscar Vilchez, Gianmarco Gambetta und Robinson Aponzá exzellent verstärkt. Zwar wird das Zusammenspiel der Aufstiegshelden mit den etablierten Erstligaspielern eine Unbekannte, aber der Kader hat ausreichend Potential, sich im Abstiegskampf zu behaupten. Angelo Mannucci ist ein weiterer Aufsteiger, der sich durchaus sinnvoll positioniert. Der beliebtere und traditionsreichere Klub von Trujillo kehrt nach 25 Jahren in die erste Liga zurück und dürfte sich mit Lokalrivale César Vallejo heiße Duelle liefern. Man konnte sich gut verstärken, schnappte sich etwa den starken Rechtsverteidiger Roberto Villamarin von Alianza Lima und den Sechser Jean Pierre Fuentes von Melgar. Doch weil größere Teile des Kaders zuletzt in der zweiten Liga spielten, gibt es auch einige Fragezeichen im Team von Coach José Soto – insbesondere in der Defensive, wo Manuel Heredia, Pedro Diaz, Ricardo Lagos und Joaquin Lencinas aus verschiedenen Gründen als Wackelkandidaten gelten müssen. Von ihnen hängt es ab, ob sich Mannucci etablieren kann. Der Vorjahresaufsteiger Sport Boys aus Callao rettete sich in der letzten Saison vor der schwächelnden Konkurrenz ins Ziel, dürften aber auch dieses Jahr wieder im unteren Drittel zu finden sein. Unter Ex-Reservetrainer Jesús Álvarez debütierten zuletzt einige Youngster, wobei die Rosados von der geographischen Nähe zum Talentreservoir Lima profitieren. Doch die Spieler mit der ganz großen Klasse fehlen, die größten Namen wie Jhonnier Montano, Joazhino Arroé und Luis Tejada verließen den Klub. Von den Neuzugängen ist nur Jesús Chávez eine etablierte Hausnummer in der ersten Liga, auch wenn man von Keeper Jonathan Medina ebenfalls gute Leistungen erwarten darf. So sieht es erneut nach Abstiegskampf aus.



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Saisonrückschau Peru: Cristal dominiert die Liga http://www.chefutbol.com/deutsche-posts/saisonruckschau-peru-186951 http://www.chefutbol.com/deutsche-posts/saisonruckschau-peru-186951#respond Sat, 29 Dec 2018 13:45:51 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11371 Saisonrückschau Peru: Cristal dominiert die Liga Die Saison in Peru hat vor drei Wochen einen hochverdienten Sieger gefunden: Sporting Cristal war mit Abstand das beste Team der regulären Saison und krönte die Runde mit einem 7:1-Gesamtscore im Finale gegen Alianza....

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Saisonrückschau Peru: Cristal dominiert die Liga

Die Saison in Peru hat vor drei Wochen einen hochverdienten Sieger gefunden: Sporting Cristal war mit Abstand das beste Team der regulären Saison und krönte die Runde mit einem 7:1-Gesamtscore im Finale gegen Alianza. Emanuel Herrera stellte einen Rekord auf, der für die Ewigkeit sein könnte. Das lange gebeutelte Universitario konnte den Abstieg mit einem Schlussspurt verhindern.

Der Saisonverlauf: Sporting Cristal dominierte im Torneo de Verano ebenso wie in der Apertura und fuhr zwei verdiente Titel ein. Dann ließen die Cerveceros etwas nach, so dass Melgar die Clausura holen konnte. Das wenig durchdachte Finalrundenkonzept ließ neben Melgar dann auch noch dem abgeschlagenen Dritten der Jahrestabelle, Alianza, eine Chance. Tatsächlich besiegten die Intimos Melgar nach zwei spektakulären Halbfinals im Elfmeterschießen und hatten so die Möglichkeit, sich mit einem Bicampeonato in die Geschichtsbücher einzutragen. Doch Sporting Cristal war zwei Nummern zu groß: Angetrieben vom brillanten Gabriel Costa (zwei Tore, drei Assists in den Finals) demütigte das Team von Mario Salas seinen Gegner mit 4:1 (in Alianzas gefürchtetem Heimatstadion Matute) und 3:0 (zum Schaulaufen im Nationalstadion). Auch im Abstiegskampf gab es keinen wirklichen Showdown: Während Comerciantes zum Jahresbeginn viele Punkte liegenließ und trotz Schlussspurt keine Chance mehr auf den Klassenerhalt hatte, stürzte Sport Rosario im Torneo Clausura völlig ab und landete mit acht Punkten ebenfalls weit hinter dem letzten Geretteten, den Sport Boys aus Callao.

Der Sieger: 46 Spiele,  113(!) Tore, 95 Punkte, zehn Punkte Vorsprung, zwei Kurzturniere gewonnen, insgesamt 7:1 in den Finals: Sporting Cristal war nicht nur der logische Meister, sondern auch das wohl beste Team der letzten Jahre. Der argentinische Goalgetter Emanuel Herrera pulverisierte sogar einen Rekord,  der vielen in Stein gemeißelt schien: Mit 40 Toren im Torneo Descentralizado 2018 überbot er den vorherigen Rekordhalter Eduardo Esidio um drei Treffer. Dabei verstand er sich insbesondere mit Top-Vorlagengeber Gabriel Costa bestens. Auch die Abwehr war ligaweit die beste (36 Gegentore in der regulären Saison), insbesondere dank Neu-Nationalkeeper Patricio Alvarez und Abwehrchef Omar Merlo. Gäbe es eine ähnliche Statistik für das Mittelfeld, es wäre ebenfalls glasklar, wer sie gewänne: Sporting Cristal um Jorge Cazulo, Horacio Calcaterra und Josepmir Ballón. Das Trio fand nach einer völlig missratenen Vorsaison wieder zu altem Selbstvertrauen zurück und dominierte das Geschehen meist nach Belieben. Zu verdanken haben sie ihren Formanstieg Cheftrainer Mario Comandante Salas, der in Peru nur die besten Erinnerungen hinterlassen wird – er verlässt Lima nach nur einem Jahr wieder, um in seinem Heimatland Chile den wankenden Riesen Colo-Colo wieder zu stabilisieren. Der Titel ist übrigens auch die Krönung für eine sehr seriöse Arbeit in allen Bereichen – Cristal gewann 2018 auch die Reserveliga sowie die Meisterschaft der U18 und U17.

Die Überraschung: Eigentlich bietet die Tabelle keine Überraschung im engeren Sinne. Binacional landete wohl am weitesten über den Erwartungen, nämlich auf Platz 8 und somit in der Copa Sudamericana. Der Aufsteiger aus der Copa Perú spielte in Torneo de Verano und Apertura überzeugend, wobei er sich vor allem auf den jungen Dribbler Andy Polar, den genialen Spielmacher Milton Benítez und eine sattelfeste Defensive verlassen konnte. Im Torneo Clausura kam es dann zu ersten Turbulenzen, als der Klub in finanzielle Nöte und eine Formkrise geriet, doch fingen sich die Blauen gerade noch rechtzeitig. Ein Blick auf Absteiger Sport Rosario zeigt aber, wie ernst man bei Binacional diese Warnsignale nehmen sollte: Auch das Team aus Huaraz qualifizierte sich im Vorjahr als Aufsteiger für die Copa Sudamericana und begann 2018 sogar recht ansprechend. Doch im Laufe des Jahres rächten sich die instabilen Strukturen, der Verein kam nah an den institutionellen Kollaps und muss den Gang in die zweite Liga antreten – oder sogar in die Copa Perú, wenn sich nicht bald ein Geldgeber findet.

Die Enttäuschung: Wiederum bietet die Tabelle keine wirkliche Sensation. Am weitesten unter den Erwartungen spielte Universitario, dessen Probleme wir bereits in diesem Artikel beleuchtet haben. Besonders vermeintliche Stars wie Raúl Fernández, Juan Manuel Vargas und Daniel Chávez waren völlig von der Rolle. In der Schlussphase fingen sich die Cremas aber und wären um ein Haar sogar noch in die Copa Sudamericana eingezogen, so dass man in Ate eigentlich sogar mit einem ganz ordentlichen Gefühl aus der Saison ginge – wäre da nicht der drückende Schuldenberg.

Der Topscorer: Eigentlich müsste man hier Emanuel Herrera erwarten. Der  Argentiner erzielte schließlich 40 Tore in 42 Spielen, dazu kamen fünf Assists. Doch es gab einen Spieler, der diese Bilanz noch überbot: Sein kongenialer Partner Gabriel Costa schaffte unfassbare 47 Scorerpunkte (22 Tore, 25 Assists). Für den gebürtigen Uruguayer, der meist als Rechtsaußen wirbelte, könnte sich das noch auszahlen: Nach fünf Jahren im peruanischen Fußball (zwei Jahre bei Alianza, drei bei Cristal) hält er nun auch den peruanischen Pass – eine Nominierung für die Blanquirroja nicht ausgeschlossen. Schließlich hat er es geschafft, sein zuvor zu unkonstantes Spiel auf ein ganz neues Level zu heben.

Überblick über die Entscheidungen:

Nationaler Meister: Sporting Cristal
Sieger des Torneo de Verano und des Torneo Apertura:
Sporting Cristal
Sieger des Torneo Clausura: FBC Melgar
Qualifiziert für die Copa Libertadores: Sporting Cristal, Alianza Lima, FBC Melgar, Real Garcilaso
Qualifiziert für die Copa Sudamericana:
Deportivo Municipal, Sport Huancayo, UTC Cajamarca, EM Binacional
Absteiger: Sport Rosario, Comerciantes Unidos
Aufsteiger: Universidad César Vallejo, Carlos Mannucci, Molinos El Pirata, Alianza Universidad Huánuco
Torschützenkönig:
Emanuel Herrera (40 Tore)
Topscorer:
Gabriel Costa (47 Scorerpunkte)



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Der tiefe Fall von Universitario de Deportes http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/tiefe-fall-universitario-deportes-185181 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/tiefe-fall-universitario-deportes-185181#respond Tue, 02 Oct 2018 14:45:41 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11152 Universitario de Deportes ist ein stolzer Verein. 26 Titel haben die Cremas, die in Lima im Stadteil Ate beheimatet sind, in 94 Jahren Vereinsgeschichte gewonnen. Damit sind sie Perus erfolgreichster Klub. Laut Umfragen drücken zudem 18% aller Peruaner La U...

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Universitario de Deportes ist ein stolzer Verein. 26 Titel haben die Cremas, die in Lima im Stadteil Ate beheimatet sind, in 94 Jahren Vereinsgeschichte gewonnen. Damit sind sie Perus erfolgreichster Klub. Laut Umfragen drücken zudem 18% aller Peruaner La U die Daumen – damit liegt man zwar hinter dem Erzrivalen Alianza, aber weit vor allen anderen Vereinen. In ganz Südamerika kennt fast jeder den Verein mit dem U im Logo. Doch der GAU droht: Nur zehn Spiele vor Saisonende steht Universitario auf einem Abstiegsplatz und könnte erstmals in der Vereinsgeschichte in die zweite Liga absteigen. Wie konnte es so weit kommen?

Wer verstehen will, wie tief Universitario de Deportes wirklich gesunken ist, der muss sich die Größenordnungen des Abstiegskampfs im peruanischen Torneo Descentralizado verdeutlichen. Wer hier mitspielt, hat meistens wirklich viel falsch gemacht: Planlose Umbrüche wie bei Comerciantes und Ayacucho, deren jeweils über 20 Neuzugänge im Jahr 2018 zum Teil schon wieder die Koffer gepackt haben. Permanente Trainerwechsel wie bei Comerciantes, Sport Boys und Unión Comercio, die jeweils ihren dritten Chefcoach der Saison beschäftigen. Finanzielle Probleme wie bei Sport Rosario, das mitten in der Saison die halbe Mannschaft verlor. Fehlende Infrastruktur und wirre Vereinsführungen, die Teams wie Ayacucho und Comerciantes zum Ausweichen in weit entfernte Städte zwangen. Und nicht zuletzt allgemeines Desinteresse: Unión Comercio und die Universidad San Martín locken meist nur knapp 300 Zuschauer an, Comerciantes sperrte das Stadion während des Ausweichens nach Guadalupe mangels Interesse nicht mal auf. Und schlechter als alle diese Klubs mit Ausnahme des designierten Letzten Comerciantes ist: Universitario de Deportes, der vielleicht größte Verein Perus, der erfolgreichste Klub des Landes mit Heerscharen an Fans, einer topmodernen Infrastruktur und zahlreichen ehemaligen oder aktuellen Nationalspielern.

Geldnot, Transfersperre und ein solider Kader

Ein gewichtiger Grund dafür hat mit dem Bankkonto zu tun. Universitarios Kader war in den letzten Jahren immer auf den Titelkampf und das Erreichen der Copa Libertadores gepolt und entsprechend teuer. Doch die Art und Weise, wie man die Copa zuletzt in der Qualifikationsrunde verpasste, lässt noch Red Bull Salzburg erblassen: 2017 siegte man auswärts beim paraguayischen No-Name-Klub Deportivo Capiatá mit 3:1 und beschäftigte sich schon mit der nächsten Runde. Lästigerweise musste man aber noch das Rückspiel bestreiten und unterlag dort vor 25000 entsetzten Fans mit 0:3 – das Aus. 2018 wurde es sogar noch absurder: Gegen Oriente Petrolero aus Bolivien verloren die Cremas auswärts 0:2. Kein gutes Ergebnis, doch das Matchglück schien im Rückspiel auf Seiten der Peruaner: Rechtsverteidiger Aldo Corzo machte ein großartiges Spiel, schnürte einen Doppelpack und legte das 3:0 auf. Zwischendurch war Paulo Rosales bei den Gästen vom Platz geflogen, ihm folgte kurz nach dem dritten Tor sein Teamkollege Yasmani Duk. Mit elf gegen neun musste Universitario nun nur das Ergebnis halten – und scheiterte: Ein lächerlicher Fehler von Torwart Raúl Superman Fernández ermöglichte Jorge Paredes das 3:1, das bis zum Ende Bestand haben sollte und La U eliminierte.

Die Gelder aus der eigentlich eingeplanten Copa fehlen Universitario nun – auch, weil man in der heimischen Liga ebenfalls mäßig erfolgreich war. Nur 2013 schaffte man dank eines bemerkenswerten Schlussspurts den Titelgewinn, ansonsten war La U zumeist nicht mal nah dran an ihrem historischen Auftrag. Gemeinsam mit einer desaströsen Klubführung, die bevorzugt auf gealterte vermeintliche Stars wie den Ex-Schalker Carlos Grossmüller setzte und auch ansonsten das Geld geradezu aus dem Fenster warf, bedeutete diese Erfolglosigkeit ein gewaltiges finanzielles Loch. Schon seit 2012 mussten die Budgets der Cremas angesichts der hohen Verbindlichkeiten durch Gläubiger (insbesondere die Steuerbehörde SUNAT) und den Verband abgesegnet werden, doch der Schuldenberg wuchs immer weiter. Momentan wird er auf 155 Millionen Soles (rund 40 Mio. Euro) geschätzt. Weil der Verein 2017 in Zahlungsnot geriet, musste ein Insolvenzverwalter die Geschicke des Vereins übernehmen – und der Verband FPF sprach für den Saisonbeginn eine Transfersperre aus.

Man konnte das Unheil dieser Saison daher schon ein bisschen erahnen: Während nach der auch schon nicht überzeugenden Vorsaison Spieler wie Topscorer Luis Tejada und Nationaltorwart Carlos Cáceda dem Verein den Rücken kehrten, rückten nur Jugendspieler nach. Insbesondere im Angriff verfügte Coach Troglio hinter Ex-Nationalspieler Daniel Chávez nur über blutjunge Talente wie etwa Anthony Osorio und Paulo de la Cruz. Dennoch gab der Kader nominell einiges her: Der frühere Nationalkeeper Raúl Fernández im Tor, Kapitän und WM-Fahrer Aldo Corzo rechts hinten, der frühere Serie-A-Spieler Juan Manuel Loco Vargas auf der linken Abwehrseite, der venezolanische Seleccionado Arquimedes Figuera auf der Sechs, die pfeilschnellen Alberto Quintero und Roberto Siucho auf Außen, der frühere Brügger Chávez im Sturm. So peilte man wieder eine internationale Qualifikation an.

Eine Katastrophe nimmt ihren Lauf

Doch schon das Auftaktturnier Torneo de Verano setzten die Cremas völlig in den Sand: Gerade mal zwei Siege gab es in 14 Spielen, beide gegen Comerciantes Unidos. Der menschlich wie fachlich hochgeschätzte Coach Pedro Troglio zog die Konsequenzen aus dem missratenen Start und dem chaotischen Umfeld und trat die Flucht in sein Heimatland Argentinien an, wo er bei Gimnasia La Plata unterschrieb. Bei La U hörte dagegen noch nicht jeder die Alarmglocken klingen, denn ein missratener Saisonauftakt ist in den letzten Jahren keine Neuheit. Sowohl 2025 als auch 2017 war man ähnlich gestartet, um sich dann jeweils nach einem Trainerwechsel aufzurappeln und bis auf Platz 3 bzw. 4 der Jahrestabelle vorzurücken. Doch diesmal kam es anders: Der Auserkorene für die Aufholjagd, der unerfahrene Chilene Nicolás Cordova, hat deutlich weniger Fortune als in den Vorjahren Roberto Chale und Troglio. In der Apertura war man lediglich einen Hauch besser als im Torneo de Verano und platzierte sich mit 18 Punkten im unteren Mittelfeld, in der für den Abstieg entscheidenden Jahrestabelle damit allerdings immerhin fünf Punkte vor Ayacucho auf Rang 15.

Zur Clausura wurde die Transfersperre aufgehoben. Universitario war entschlossen, den Klassenerhalt nun möglichst schnell unter Dach und Fach zu bringen und vielleicht, wie in den Vorjahren, mit einer Aufholjagd an die internationalen Plätze anzuschließen. Dementsprechend prominent verstärkte man sich: WM-Fahrer Alberto Rodríguez kehrte mal wieder nach Ate zurück, er dürfte einer der teuersten Verteidiger der Liga sein. Weiter vorn soll der Uruguayer Pablo Lavandeira in Schwung bringen, in den letzten Jahren bei Rosario und Municipal einer der besten offensiven Mittelfeldspieler der Liga. Und im Sturmzentrum steht seit einigen Wochen Germán Tanque Denis, ein ehemaliger argentinischer Nationalspieler mit 73 Serie-A-Toren auf der Habenseite. Betrachtet man den Kader von La U unvoreingenommen, vermutet man in der inkonstanten und qualitativ bescheidenen peruanischen Liga nun eher eine Mannschaft, die mit etwas Glück um den Titel mitspielt. Ganz so, wie es der Name Universitario de Deportes verlangt.

Doch nichts könnte aktuell ferner sein als das. Das erste Spiel der Clausura verlor man unglücklich bei Titelkandidat Melgar, dann revanchierte man sich mit einem Last-Minute-Sieg gegen UTC. In den folgenden drei Spielen hätte man gegen direkte Konkurrenz einen Riesenschritt gegen den Abstieg machen können, verlor aber gegen Cantolao und spielte gegen die Universidad San Martin nur Remis. Und am Wochenende, bei Ayacucho, verlor La U ein Spiel, das symptomatisch ist für den aktuellen Lauf der Dinge – und nach dem La U tiefer denn je im Abstiegskampf steckt. Nach gerade mal sieben Minuten flog Torwart Raúl Fernández wegen eines Handspiels außerhalb des Strafraums vom Platz. In Unterzahl geriet die U schnell in Rückstand und kassierte kurz nach der Pause das zweite Tor. Ein eher zufällig entstandener Elfmeter, den Denis zum Anschluss nutzte, wurde durch das postwendende 3:1 sofort zunichte gemacht, ehe Juan Manuel Vargas für eine Notbremse Rot sah. Nachdem beide Teams in der Nachspielzeit trafen, war Universitario mit dem 4:2-Endstand noch gut bedient. Nur der junge Torwart Zubczuk verhinderte ein Debakel. Und auch sonst kann man sich auf nichts verlassen: Außer Ayacucho siegten auch die Konkurrenten Unión Comercio, Sport Boys und Sport Rosario (und sogar Comerciantes Unidos, das zehn Punkte hinter La U aber ein episches Wunder für den Klassenerhalt benötigt). Nun steht zehn Spieltage vor Saisonende das stolze Universitario de Deportes auf Platz 15, drei Punkte hinter dem rettenden Ufer.

Der “Dino” am Abgrund

Natürlich ist noch nicht alles verloren für die Cremas, aber die Vorzeichen sind bedenklich. Die Defensive wackelt extrem, weil individuelle Klasse und taktische Geschlossenheit weitgehend abgehen und der Kader wenig Alternativen bietet. Am Wochenende musste der eigentliche Offensivspieler Javier Núnez den verletzten Kapitän Corzo rechts hinten vertreten und wurde von Gegenspieler Sandoval schwindlig gespielt, ehe er zur Pause erlöst wurde. An seiner Stelle rückte der defensive Mittelfeldspieler Emanuel Paucar auf die Rechtsverteidigerposition und litt dort die gleichen Qualen: Am Ende hatte Sandoval zwei Tore selbst erzielt und zwei vorbereitet. Auch in der Innenverteidigung fehlte ohne den ebenfalls verletzten Rodriguez die Übersicht und Klasse, Benincasa und Schuler waren hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt und sind insgesamt nur biederer Durchschnitt. Das deutet auf eine grundlegende Dysbalance der Kaderplanung von La U hin: Hinter den Spitzenspielern, die oft mit körperlichen Wehwehchen zu kämpfen haben (Quintero, Rodriguez, Corzo) oder meilenweit von ihrer Bestform entfernt sind (Fernández, Chávez, Vargas, Figuera), fehlt es an einem klaren Konzept. Trainer Nicolás Cordova, der bei seiner letzten Station schon den chilenischen Klub Santiago Wanderers in einen überraschenden Abstieg geführt hat, kann bisher weder über die taktische Ausrichtung noch über geschickte Personalwahl gegensteuern – ganz im Gegenteil, die Rotationen der Ersatzspieler scheinen eher für maximale Verwirrung zu sorgen. Sagenhafte 33 unterschiedliche Spieler haben die Cremas 2018 im Ligabetrieb eingesetzt. Dazu kommt eine markante Schwäche gegen die direkte Konkurrenz: Gerade mal zehn Punkte und einen Sieg(!) aus 14 Spielen gab es gegen Rosario, Cantolao, San Martin, Ayacucho und Unión Comercio. So wird der Klassenerhalt zur Herkulesaufgabe. Übrigens: Seit 1928 spielt die U ununterbruchen in der ersten Liga, ist damit der “Dino” des peruanischen Fußballs. Nur einmal stand man vor dem Abgrund: 1947. Damals wurde das Relegationsspiel gegen Sporting Tabaco (das heutige Sporting Cristal) aber kurzfristig abgesagt, weil der Verband doch auf Absteiger verzichtete. Auf ein ähnliches Glück sollte man in Ate 2018 nicht vertrauen.

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Torneo Descentralizado Apertura: Wieder jubelt Cristal http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/descentralizado-apertura-cristal-817591 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/descentralizado-apertura-cristal-817591#respond Wed, 29 Aug 2018 09:10:24 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11045 Wie viele andere lateinamerikanische Länder spielt auch Peru Kurzturniere aus. Der Titelträger des am Montag zu Ende gegangenen Torneo Apertura heißt Sporting Cristal. Damit wiederholen die Himmelblauen ihren Triumph aus dem Eröffnungsturnier Torneo de Verano und festigen ihren Ruf als...

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Wie viele andere lateinamerikanische Länder spielt auch Peru Kurzturniere aus. Der Titelträger des am Montag zu Ende gegangenen Torneo Apertura heißt Sporting Cristal. Damit wiederholen die Himmelblauen ihren Triumph aus dem Eröffnungsturnier Torneo de Verano und festigen ihren Ruf als Perus aktuell beste Vereinsmannschaft. Auch der beste Spieler der Halbserie spielt für Cristal.

Der Saisonverlauf: Die erste Hälfte der Apertura schien einen spannenden Titelkampf zu versprechen, denn kein Team konnte sich so richtig absetzen oder auch nur dauerhaft an der Spitze halten. Neben Sporting Cristal, das das Eröffnungsturnier Torneo de Verano gewonnen hatte, galten besonders Vorjahresmeister Alianza sowie das normalerweise recht konstante Melgar als Titelkandidaten, doch auch Überraschungsteams wie Sport Rosario oder Binacional hielten sich im Windschatten. So ging es acht Spieltage lang, ehe Cristal einen Gang höher schaltete: 3:0 gegen San Martin, 1:0 gegen Universitario, 4:0 gegen Cantolao, 1:0 gegen Ayacucho. Ein Zwischenspurt, mit dem die Cerveceros sieben Punkte zwischen sich und das Verfolgerfeld brachten – genug für den Titel, denn die anderen Kandidaten waren reichlich inkonstant. Als hätte es hierfür noch eines Beweises bedurft, verlor der letzte echte Verfolger, Alianza, sein vorletztes Spiel mit 0:1 gegen UTC, und Sporting Cristal durfte auf dem heimischen Sofa den Titel feiern. Die Intimos liefen letztlich mit fünf Punkten Rückstand als Vizemeister ein, waren aber immer noch best of the rest. Dahinter folgte ein breites Mittelfeld, in dem vor allem der späte Absturz von Sport Rosario (Zweiter nach neun Spielen, Zwölfter am Ende) und die Aufwärtstrends bei Garcilaso, UTC und Union Comercio erwähnenswert erscheinen. Die extrem populären Teams von Sport Boys und Universitario punkteten etwas besser als im Torneo de Verano, müssen aber weiter mit Abstiegskampf rechnen. Am Ende der Apertura-Tabelle stehen derweil die fußballerisch starke, aber ineffiziente Universidad San Martín, das auch von Mario Viera nicht stabilisierte Ayacucho und vor allem die sieglosen Comerciantes Unidos.

Der Meister: Viel hat sich im Spiel von Sporting Cristal seit dem überzeugenden Sieg im Torneo de Verano nicht getan: Von vorne bis hinten sind die Himmelblauen Perus beste Mannschaft. Noch mehr als die 27 Tore der starken Offensive um Gabriel Costa und Emanuel Herrera überzeugten in der Apertura aber die nur sieben Gegentreffer. Mario Salas‘ präzise taktische Vorgaben und die Verpflichtung des argentinisch-chilenischen Abwehrchefs Omar Merlo stabilisierten die im Vorjahr noch chaotische Defensive, in der sich selbst ein Wackelkandidat wie Renzo Revoredo deutlich verbesserte. Auch Torwart Patricio Alvarez und der junge Linksverteidiger Marcos López machten einen Sprung nach vorne, der mit ihrer Nominierung für die Nationalmannschaft belohnt wurde. Nur bei der Niederlage gegen Alianza Lima (1:2) musste Alvarez zweimal hinter sich greifen, doch dieses Spiel sollte die einzige Pleite bleiben. Somit stehen die Cerveceros schon sicher im Finale um den Jahrestitel gegen den Sieger der Clausura – mit einer Einschränkung: Momentan erscheint es realistisch, dass Comandante Salas und sein Team auch diesen Titel einfahren werden, womit ein Finalspiel natürlich überflüssig würde. Der neunzehnte Titel für Cristal wäre auch ein verdientes Karriereende für einen der besten peruanischen Fußballer des letzten Jahrzehnts: Carlos Lobatón. Der mittlerweile 38-jährige Loba ist in der Kabine der unangefochtene Leader der Cerveceros und wird von Mario Salas so dosiert und intelligent eingesetzt, so dass er auch in seinem letzten Karrierejahr noch einige tolle Momente hat – wie beispielsweise bei seinem Golazo gegen Cantolao.

Die Überraschung: Eine klassische Überraschung gab es nicht, tatsächlich spielten fast alle Teams im Rahmen ihrer Erwartungen. Doch vor einer kleinen Formdelle am Ende (drei Spiele, ein Punkt) hatte Binacional überraschend tatsächlich noch Titelchancen. Der Aufsteiger aus der Copa Perú blieb das gesamte Turnier über bei Heimspielen (die diesmal in Moquegua ausgetragen wurden) unbesiegt und war auch auswärts stets ein unangenehmer Gegner. Dabei war Organisation Trumpf – die kompakte Defensive erlaubte Torwart Sotillo viele Zu-Null-Spiele und dem mit Abstand besten Fußballer der Mannschaft, dem Zehner Milton Benítez, einige Freiheiten. Dazu kamen einige Glücksgriffe von Coach Luis Puchito Flores, dessen Joker mehrmals Punkte retteten. Dank der ebenfalls mehr als soliden Leistung im Torneo de Verano scheint Binacional bereits praktisch gerettet und hat auf Rang 8 der Jahrestabelle alle Chancen auf die Copa Sudamericana.

Die Enttäuschung: Wie schon erwähnt stellt die Tabellenposition der meisten Klubs keine große Überraschung dar – weder positiv noch negativ. Am weitesten hinken nominell wohl Melgar (Sechster) und Huancayo (Zehnter) hinter den eigenen Ansprüchen her, doch fehlten zu einer besseren Tabellenposition jeweils nur ein paar Pünktchen. Viel schlimmer ist die Lage bei den Comerciantes Unidos, deren letzter Tabellenplatz vielleicht sogar erwartbar war – nicht aber mit nur vier Zählern aus 15 Spielen. Tragischerweise gewann die Mannschaft sogar ein Spiel, doch ausgerechnet da war der gelbgesperrte Junior Aguirre zum Einsatz gekommen, und die drei Punkte wurden wieder aberkannt. In den ersten beiden Erstligajahren hatten die Aguilas eigentlich einen guten Eindruck hinterlassen, doch seit sie ihre Heimspiele wegen des dort furchtbaren Kunstrasens (dessen Verbot auch die in diesem Jahr auffällig weniger heimstarken Ayacucho, UTC und Municipal zum Umzug zwang) nicht mehr im heimischen Cutervo, sondern im einige Stunden entfernten Guadalupe austragen muss, spielt die Mannschaft desolat. Die miserable Kaderplanung hat da ihren Anteil, denn dass beispielsweise das völlige Fehlen eines Keepers auf Erstliganiveau einige Punkte kosten würde, war auch keine große Überraschung. So setzte es üble 31 Gegentore, insbesondere die Niederlagen gegen Alianza (1:5), Cantolao (0:4) und Universitario (3:4) schmerzten. Bei nun 13 Punkten Rückstand auf Universitario brauchen die Aguilas nun ein echtes Wunder für den Klassenerhalt, doch mit den offensiven Mittelfeldspielern Jeremias Bogado und Junior Aguirre drohen jetzt auch noch die beiden besten Fußballer der Mannschaft mit dem Abgang – keine guten Aussichten für Coach Juan Pajuelo, auf dessen dauerhaften Verbleib wohl niemand einen Pfifferling setzt.

Der Topscorer: Nach einem von Auf und Abs geprägten Vorjahr spielte Sporting Cristals Gabriel Costa schon eine wesentlich konstantere Rolle im Torneo de Verano, in dem er trotz zehn Scorerpunkten etwas im Schatten von Sturmpartner Emanuel Herrera stand. In der Apertura drehte sich das Blatt nun: Gabriel Costa war nicht nur mit sechs Assists (wie Alianzas Alejandro Hohberg) bester Vorbereiter der Liga, sondern verwies mit satten zwölf Treffern in 14 Spielen auch Herrera auf Platz zwei der Torjägerliste (mit Cantolaos Fabián González und Comercios William Mimbela). Und die Zahlen lügen nicht: Costa war der wichtigste Spieler des Meisters, hatte fast immer eine zündende Idee parat und zeigte als hängende Spitze oder Rechtsaußen auch die von Mario Salas geforderte Flexibilität. Dabei zeigte Costa die Abgezocktheit eines echten Stürmers, traf aus allen Lagen und mit beiden Füßen – der Doppelpack im Meister-Schaulaufen gegen Rosario war der passende Saisonabschluss: Einmal antizipierte er mit einem entschlossenen diagonalen Lauf eine durchrutschende Hereingabe von Lopez, dann ließ er in der Schlussminute zwei Gegenspieler stehen und traf mit links per Innenrist ins lange Eck. Ob Nationaltrainer Ricardo Gareca wohl zugeschaut hat? Der gebürtige Uruguayer Costa hat auf jeden Fall schon seit Dezember den peruanischen Pass und tat kürzlich kund, eine mögliche Nominierung für die Blanquirroja wohl zu akzeptieren.

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WM-Vorschau Peru: Ein fast unschlagbarer Außenseiter http://www.chefutbol.com/wm2018/wm-vorschau-peru-181691 http://www.chefutbol.com/wm2018/wm-vorschau-peru-181691#respond Tue, 12 Jun 2018 17:34:36 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10480 Noch Mitte 2025 hätte keiner einen Pfifferling auf Perus WM-Teilnahme gesetzt. Doch Ricardo Garecas Team ist nun seit fast 17 Monaten ungeschlagen und hat gar keine schlechten Chancen, bei der WM für eine Überraschung zu sorgen. Die Begnadigung von Starstürmer...

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Noch Mitte 2025 hätte keiner einen Pfifferling auf Perus WM-Teilnahme gesetzt. Doch Ricardo Garecas Team ist nun seit fast 17 Monaten ungeschlagen und hat gar keine schlechten Chancen, bei der WM für eine Überraschung zu sorgen. Die Begnadigung von Starstürmer Paolo Guerrero ist ein zusätzlicher Motivationsschub.

Der Weg nach Russland

Dass Peru überhaupt nach Russland fliegt, ist eine kleine Sensation. Noch nach der Hälfte der Qualifikationsspiele war man weit von Platz fünf entfernt und musste sich eher Bolivien und Venezuela vom Leib halten, um nicht auf den blamablen letzten Platz abzufallen. Das passte zum Trend: Seit 1982 war die Blanquirroja nicht mehr zur WM gefahren, seit Juni 2004 hatte man kein Pflichtspiel mehr auswärts gewonnen. Doch die geduldige Arbeit von Trainer Ricardo Gareca sollte letztlich Früchte tragen: Nach dem 16.11.2025 (0:2 gegen Brasilien) verlor man kein Spiel mehr und schob sich mit etwas Glück auf Rang 5 vor, der in Nervenschlachten gegen Argentinien und Kolumbien gehalten werden konnte. So erreichten die Incaicos die Play-Offs, die sie gegen Neuseeland sehr souverän bestritten: Einem 0:0 in Auckland folgte ein 2:0 in Lima und kollektive Ekstase.

Die WM-Geschichte

Peru ist kein Stammgast bei Weltmeisterschaften. Nach dem punktlosen Ausscheiden bei der WM 1930 dauerte es 40 Jahre, bis Peru wieder eine WM bestreiten sollte. In den Siebzigerjahren kam es zu den besten Auftritten der peruanischen Mannschaften: 1970 in Mexiko schaffte man es ins Viertelfinale, 1978 in Argentinien in die zweite Gruppenphase. Angeführt wurde Perus Mannschaft damals vom vielleicht besten Fußballer seiner Geschichte: Teofilo Nene Cubillas. 1970 und 1978 gelangen dem offensiven Mittelfeldspieler jeweils fünf Treffer, darunter ein Fabelfreistoß gegen Schottland, der zu den herrlichsten WM-Treffern überhaupt gehört. Auch 1982 qualifizierten sich Cubillas und Peru noch einmal für die WM, bei der die Mannschaft aber in der Vorrunde ausschied. Dann folgte eine Durststrecke von schier endlosen 36 Jahren, ehe Peru am 9.6.2018 ins Rampenlicht zurückkehren wird. Beim letzten WM-Spiel der Blanquirroja war kein Spieler des aktuellen Kaders auch nur geboren worden.

Die Mannschaft

Geht man nach den Marktwerten, ist Peru absoluter Außenseiter: Nur die Teams von Panama und Saudi-Arabien haben laut transfermarkt.de einen geringeren Wert. Daraus kann man schon ablesen, dass die mannschaftliche Geschlossenheit für Perus Erfolg eine Notwendigkeit ist. In Teilen ist sie aber auch das Resultat der hervorragenden Arbeit von Trainer Ricardo Gareca: Der hat vor der Copa America 2025 einige bekannte Gesichter aus dem Kader verbannt und so einen Reizpunkt gesetzt – die klare Botschaft: wer nicht mitzieht, hat keine Chance. Spieler wie Jefferson Farfán oder André Carrillo haben das mittlerweile verstanden und sind zurück in der Blanquirroja, während andere Akteure wie etwas Carlos Zambrano oder die Altstars Juan Manuel Vargas und Claudio Pizarro keine neue Chance erhielten.

Peru 2018

Der Kader hielt keine wirklichen Überraschungen parat, der Kern ist aus der WM-Qualifikation bekannt. Meist spielt Peru im 4-2-3-1 oder 4-4-1-1, in dem hinter dem Fixpunkt Paolo Guerrero eine offensive Dreierreihe um André Carrillo, Cristian Cueva und Edison Flores für Torgefahr sorgen soll. In letzter Zeit funktionierte das meist ganz gut, zumal mit Miguel Trauco und Luis Advincula nun offensivstärkere Außenverteidiger zum Einsatz kommen. Dennoch liegt die Stärke des Teams eher in der Defensive, wo man den eigenen Kasten mit aufopferungsvollem Kampf verteidigt. Der Lohn dafür ist eine ungeschlagene Serie von mittlerweile 15 Spielen, während der Teams wie Uruguay, Kroatien und Island besiegt wurden.

Der Trainer

Der Argentinier Ricardo Gareca ist der Vater des Erfolgs: Er übernahm 2015 eine chaotische Mannschaft, die in den beiden vorhergegangenen WM-Qualifikationen mit Pauken und Trompeten gescheitert war. Mit einer unaufgeregten Führungsstärke und einem extrem guten Händchen für die Teamchemie brachte El Tigre die Blanquirroja wieder in die Spur. Gareca ist ein charismatischer und sehr emotionaler Coach, der sich dennoch durch seine langfristige Denkweise auszeichnete. Der von der sensationalistischen und ungeduldigen peruanischen Presse zunächst kritisch beäugte Argentinier wurde so zum Volkshelden.

Der Schlüsselspieler

Der einzige Spieler mit Sonderstatus in Perus Team ist der Kapitän: Paolo Guerrero. Ausgerechnet er drohte die große Party aber zu verpassen, denn sein positiver Kokain-Test sorgte für ein langwieriges Hin und Her, ehe das Sportgericht erst vor knapp zwei Wochen seine Sperre für die Dauer der WM aussetzte. In Peru hatte man immer auf Biegen und Brechen um den Einsatz des Depredador gekämpft, denn der frühere Bayernstürmer ist die Seele der Mannschaft. Meist kämpft er alleine gegen die gegnerischen Innenverteidiger, reißt seine Teamkollegen mit  seinem unbändigen Einsatz mit und verfügt dabei gleichzeitig über eine bemerkenswerte fußballerische Klasse. So war es kein Zufall, dass ausgerechnet Guerrero mit seinem Freistoßtor gegen Kolumbien den Peruanern die Play-Offs sicherte. Auch nach seiner Dopingsperre meldete er sich direkt mit einem Doppelpack gegen Saudi-Arabien zurück.

Das Talent

Der jüngste Spieler im Kader ist der 22-jährige Renato Tapia, der bei Feyenoord aus Rotterdam unter Vertrag steht. Tapia, der mit nur 19 Jahren in der Blanquirroja debütierte, gehört aktuell zu Ricardo Garecas Stammelf und sorgt für die nötige Balance im Mittelfeld, denn der Sechser ist ein klassischer Allrounder: Seine Stärken in der Laufleistung und Zweikampfführung werden durch eine souveräne Spieleröffnung und gute Übersicht ergänzt. Bei Feyenoord kommt er sogar häufiger in der Innenverteidigung im Einsatz, in Russland ist das aber nicht zu erwarten.

Die Chefutbol-Prognose:

Peru kann trotz nur durchschnittlicher individueller Fähigkeiten eine außergewöhnlich entschlossene und kompakte Mannschaft aufbieten, die in den letzten eineinhalb Jahren hat aufhorchen lassen. Paolo Guerreros Begnadigung hat noch für einen zusätzlichen Schub gesorgt. Die Blanquirroja hat so das Zeug, eine der Überraschungen der WM zu werden und mit etwas Glück sogar ins Viertelfinale vorzudringen. Doch auch die Gruppengegner Frankreich und Dänemark scheinen bestens gerüstet – ein Gruppenaus ist ebenso möglich und wäre nicht unbedingt eine Schande. Die Hauptsache ist, dass die Blanquirroja nach langen Jahren der Stagnation mal wieder Begeisterung entfacht.

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Ein Ricardo Gareca bezahlt seine Schulden http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/ricardo-gareca-peru-argentinien-wm-298374 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/ricardo-gareca-peru-argentinien-wm-298374#respond Tue, 12 Jun 2018 14:56:06 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10465 Das ausgerechnet Ricardo Gareca die peruanische Nationalmannschaft nach 36 Jahren WM-Abstinenz zur Weltmeisterschaft führen sollte, ist wieder einmal ein Beweis, dass es einen Fußballgott geben muss. Denn es war Gareca’s Tor für Argentinien in der Qualifikation 1985, dass die Peruaner...

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Das ausgerechnet Ricardo Gareca die peruanische Nationalmannschaft nach 36 Jahren WM-Abstinenz zur Weltmeisterschaft führen sollte, ist wieder einmal ein Beweis, dass es einen Fußballgott geben muss. Denn es war Gareca’s Tor für Argentinien in der Qualifikation 1985, dass die Peruaner um die Teilnahme an der WM in Mexiko brachte.

30. Juni 1985: Argentinien – Peru

Zu dem Titel bei der WM 1986 in Mexiko, dem letzten der Albiceleste, und dem Titel der Messi noch fehlt, um endgültig auf einer Stufe mit Diego Maradona zu stehen, wäre es ohne Ricardo “El Tigre“ Gareca unter Umständen nie gekommen. Denn jener Gareca war es, der am 30. Juni 1985 den Ball im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Peru, in der 80. Minute über die Linie drückte. Die Argentinier waren als Gruppenerster mit acht Punkten in das letzte Spiel der Gruppe 1 gegangen, und trafen auf den direkten Verfolger aus Peru mit sieben Punkten auf dem Konto.

Das Estadio Monumental von River Plate war der Austragungsort des Gruppenendspiels in dem darüber entschieden wurde wer sich direkt für die WM qualifizieren sollte und wer in die Relegation musste (Die WM 1986 hatte nur 24 Teilnehmer, davon 4 aus Südamerika).

Das Spiel

Pedro Pablo Pasculli brachte die Gauchos in der 12. Minute in Führung, doch Juan José Velásquez (23.) und Gerónimo Barbadillo (39.) konnten das Spiel noch vor der Pause zu Gunsten des Außenseiters drehen. Mit diesem Spielstand hätte sich Peru direkt qualifiziert und die Heimelf von Coach Bilardo hätte in die Relegation gemusst. Doch in der 80. Spielminute setzte sich Daniel Pasarella auf der rechten Seite im Strafraum durch, und zog aus spitzem Winkel ab. Der Ball streifte Keeper Eusebio Acasuzo, ging an den Innenpfosten und kullerte auf der Linie entlang, wo Gareca vor Verteidiger Chirinos die Fußspitze an den Ball brachte, und ihn zum vielumjubelten 2:2 ins Tor stocherte. Dies sollte auch gleichzeitig der Endstand, und somit Argentiniens WM-Ticket sein. Peru musste in die Relegation, in der es mit 2:4 und 0:1 an Chile scheiterte, und den großen Traum begraben musste. Tragischerweise durfte Ricardo Gareca trotz seines entscheidenden Treffers, dem wichtigsten Tor seiner Karriere wie er sagt, nicht mit zur WM fahren, und musste vor dem Fernseher sitzend zusehen wie seine Mannschaftskameraden den Weltmeister-Titel holten.

Trainerstationen von Gareca

Im März 2015 wurde Ricardo Gareca als neuer peruanischer Trainer vorgestellt, nachdem Marcelo „El Loco“ (Der Verrückte) Bielsa das Amt zuvor abgelehnt hatte. Der Ex-Stürmer verbrachte seine erfolgreichste Zeit als Trainer bei Vélez Sarsfield. Den Verein aus Buenos Aires führte er 2013 zur argentinischen Meisterschaft. Seine weiteren Trainerstationen waren Talleres de Córdoba mit denen er 1999 die Copa Comnebol (Vorläufer der Sudamericana) gewinnen konnte und Universitario de Deportes aus Lima. Mit dem peruanischen Verein konnte, er 2008 das Torneo Apertura gewinnen.

Auch wenn sein Tor nicht rückgängig machen konnte, und ihn die Geschichte seit seiner ersten Pressekonferenz verfolgt, hat er mit der ersten erfolgreichen WM-Teilnahme seit 36 Jahren einen Platz im Herzen der Peruaner sicher. Inzwischen trägt er auch ein Armbändchen auf dem “Todos somos Perú” (Wir alle sind Peru), das ihm ein Fan vor dem Playoff-Hinspiel in Neuseeland schenkte.

Fun Fact:

Der brasilianischen Legende Didí gelang dasselbe Kunststück wie Gareca: Nachdem er mit einem Freistoßtor (sog. Folha seca) im Maracanã vor 120.000 Zuschauern Perus Hoffnungen auf die Teilnahme an der WM 1958 in Schweden begrub, führte er die „Incas“ 1970 als Trainer zur WM.

Folha seca: Freistoß, der mit viel Effet geschossen wird, damit der Ball kurz vor dem Tor für den Torwart unberechenbar – wie ein Blatt von einem Baum im Oktober – herunterfällt.

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Torneo de Verano: Cristal siegt verdient http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/torneo-verano-cristal-siegt-151666 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/torneo-verano-cristal-siegt-151666#respond Thu, 17 May 2018 15:08:43 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10221 In Peru heißt der Titelträger des Eröffnungsturniers Torneo de Verano Sporting Cristal. Das Team von Mario Salas war klar das beste der Liga und schlug in den Finals Sport Huancayo. Damit steht das Team aus Lima bereits als Libertadores-Teilnehmer 2019...

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In Peru heißt der Titelträger des Eröffnungsturniers Torneo de Verano Sporting Cristal. Das Team von Mario Salas war klar das beste der Liga und schlug in den Finals Sport Huancayo. Damit steht das Team aus Lima bereits als Libertadores-Teilnehmer 2019 fest. Gegensätzlich ist die Entwicklung bei den Traditionsteams Alianza Lima und Universitario.

Der Saisonverlauf:
Zwei Gruppen, zwei ganz unterschiedliche Bilder: In der Gruppe A schaffte Cristal einen Start-Ziel-Sieg. 33 Zähler aus 14 Spielen stehen für die Himmelblauen zu Buche – unfassbare dreizehn Punkte vor den Verfolgern Sport Rosario und UTC in einer sonst sehr ausgeglichenen Gruppe. So stand der Gruppensieg schon früh fest, und Mario Salas konnte etwas rotieren. In der Gruppe B sah es dagegen lange nach einem Fotofinish aus, ehe sich Huancayo und Melgar doch noch etwas absetzen konnten. Dem Rojo Matador reichte im direkten Aufeinandertreffen am letzten Spieltag dann ein 1:1 für die Finalqualifikation. Im Finalhinspiel in Huancayo holte Cristal ein wichtiges 1:1, und Renzo Revoredos 1:0-Siegtreffer in Lima bedeutete dann den Titelgewinn für die Cerveceros.

Der Sieger:
Ein desaströses Jahr lag hinter Sporting Cristal, das sich 2017 mit Ach und Krach in die Copa Sudamericana geschleppt hatte. Dennoch wurden am Kader nur ein paar Korrekturen vorgenommen: Außer Torwart Patricio Alvarez, Innenverteidiger Omar Merlo und Mittelstürmer Emanuel Herrera standen die meisten Spieler der Rimenses schon im letzten Jahr im Kader. Am wichtigsten war aber wohl der Wechsel auf der Bank: Pablo Zegarra wurde durch den Chilenen Mario Salas, dem früheren Erfolgscoach der Universidad Católica, beerbt. Salas brachte ein stabiles taktisches Gerüst mit, und auch dank Alvarez und Merlo stand die Abwehr viel besser als im Vorjahr. So wurde die Schießbude Cristal geschlossen – und vorne blieb man brandgefährlich: Rechtsaußen Gabriel Costa blühte auf, der zentrale Angreifer Herrera verwandelte die Vorlagen traumwandlerisch sicher. Auch die Mittelfeldspieler Horacio Calcaterra und Josepmir Ballón fanden zu alter Kontinuität und überwanden ihre Verletzungsprobleme, zudem setzten Youngster wie Flavio Gómez und Fernando Pacheco einige Highlights. So marschierte man mit 42 Toren in 14 Spielen durch die Gruppe, und in den Finals gegen Huancayo spielten die Rimenses abgezockt und ohne unnötiges Risiko. In Summe zeigte Cristal eine herausragende Runde und wird so auch der große Favorit für Apertura und Clausura sein. Zudem ist man bereits fix für die Copa Libertadores 2019 qualifiziert.

Die Überraschung:
Sport Huancayo war in den letzten Jahren meist ein sicherer Kandidat für die Copa Sudamericana, aber nicht für den Titelkampf. Der Rojo Matador galt dementsprechend in Gruppe B hinter Garcilaso und Melgar auch eher als Außenseiter, gewann diese aber verdient. In der Hochlandstadt Huancayo holte die Mannschaft 17 von 21 möglichen Punkten, aber auch auswärts war man mit elf Zählern eine der besseren Mannschaften. Die besondere Stärke von Chilaverts Mannschaft lag in der Offensive, wo sich der paraguayische Sturmtank Carlos Neumann mit 13 Toren als Volltreffer erwies. Gefüttert wurde er meist vom dribbelstarken Zehner Marcos Lliuya oder von Luis Trujillo – der Ex-Aliancista überzeugte vor allem mit starken Standards. So schaffte es der Rojo Matador das erste Mal überhaupt in ein Finale der ersten Liga, unterlag dort jedoch so knapp wie verdient Sporting Cristal. Ehrenhalber sei auch Aufsteiger Binacional erwähnt, der die schwierige Gruppe B auf einem hervorragenden dritten Platz abschloss.

Die Enttäuschung:
Alianza Lima hatte 2017 eine schwierige Dekade hinter sich gelassen – nach zehn Jahren gelang den Intimos mal wieder ein Meistertitel, eine Ewigkeit für Perus vielleicht populärsten Klub. Doch mittlerweile ist dem Klub die Feierlaune vergangen: Nur 19 Punkte und klägliche 16 Tore gab es in der Gruppe A für Pablo Bengoecheas Mannschaft zu holen. Der amtierende Meister hatte mit Lionard Pajoy und Luis Aguiar Klasse in der schon im Meisterjahr nur durchschnittlichen Offensive verloren und mit Mario Velarde und Janio Posito nur unzureichend nachgebessert. Dementsprechend unansehlich ist das Spiel der Blanquiazules oft; die weiterhin meist sichere Defensive hilft gegen abwartende Gegner da auch nur wenig. Lediglich Alejandro Hohberg ließ seine Klasse öfter aufblitzen, unter anderem bei einem Doppelpack gegen Universitario. Damit wären wir bei einer weiteren Enttäuschung: La U landete sechs Punkte hinter Alianza auf dem letzten Rang und bekleidet so aktuell einen Abstiegsplatz. Ganz überraschend ist das allerdings nicht, denn die Cremas hatten vor der Saison eine Transfersperre verhängt bekommen und treten daher oft mit einer blutjungen Mannschaft an. Nun wird es am ehemaligen Reservecoach Javier Chirinos liegen, den Super-GAU Abstieg zu verhindern.

Der Topscorer:
13 Spiele, 17 Tore, eine Vorlage – mehr als Emanuel Herrera bei Sporting Cristal kann man nicht einschlagen. Die Cerveceros hatten den 31-jährigen argentinischen Angreifer von den mexikanischen Lobos BUAP losgeeist und genau aufs richtige Pferd gesetzt. Im 4-3-3 oder 4-2-3-1 von den Außen Costa und Gomez gefüttert, traf Herrera quasi nach Belieben – einmal erzielte er gar binnen sieben Tagen ebenso viele Pflichtspieltreffer, darunter ein Hattrick zum 3:0 gegen den Erzrivalen Alianza. Herrera ist dabei ein klassischer Abschlussspieler und hat mit einem guten Antritt, starkem Kopfballspiel und hervorragendem Torriecher alle notwendigen Attribute. Zudem ist er Spezialist für das Torneo de Verano – schon 2017 hatte er seinen Ex-Klub Melgar zum Titel geschossen.

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Das peruanische Torneo Descentralizado gliedert sich dieses Jahr erneut in Torneo de Verano, Apertura und Clausura. Im ersten Abschnitt sind nun zehn Spiele ausgetragen, viele Tendenzen sind schon erkennbar. Während in der Gruppe A Sporting Cristal allen davonzieht, ist die Gruppe B noch umkämpft. Mit Universitario, Sport Boys und auch Municipal enttäuschen große Namen. Unsere Zusammenfassung des zehnten Spieltags, an dem der Clásico zwischen Sporting Cristal und Alianza Lima im Fokus stand.

Gruppe A: Herreras Tore, Cristals Siege

Sporting Cristal – Alianza Lima 3:0 (1:0)

Das traditionsreiche Duell im Estadio Nacional war ganz klar das Highlight der Runde. Mit einem Sieg hätte der amtierende Meister Alianza den Rückstand auf Tabellenführer Sporting Cristal auf vier Punkte verkürzen können, doch die Cerveceros behielten klar die Oberhand. Alle drei Treffer erzielte der Argentinier Emanuel Herrera, der in nur acht Spielen schon zwölfmal jubeln durfte. Exzellent beliefert wurde er dabei auch gegen Alianza von den Außen Gabriel Costa und Flavio Gómez, die ebenfalls eine gute Saison spielen. Der chilenische Coach Mario Salas hat das Team aus Rímac nach einer desaströsen letzten Runde stabilisiert, mit 23 Zählern aus zehn Spielen steht man schon quasi im Finale – und das völlig verdient: 27:10 Tore aus zehn Spielen zeugen von der offensiven Klasse der Himmelblauen. Auch die Defensive steht bis auf einen furchtbaren Aussetzer (3:5 bei Ayacucho) meist solide. Katzenjammer herrscht dagegen beim Gegner: Pablo Bengoecheas eher sicherheitsorientierter Fußball klappt dieses Jahr nicht so zuverlässig wie 2017, erst drei Siege haben die Intimos auf dem Konto. Gelegentliche Lichtblicke kommen vor allem von Alejandro Hohberg, Carlos Ascues und Luis Ramírez, doch ansonsten fehlt es am Überraschungsmoment – wenig verwunderlich, weil insbesondere das Sturmzentrum schwach besetzt ist. So muss man das Torneo de Verano abschreiben, kann aber natürlich noch auf Apertura und Clausura hoffen.

Ayacucho – Comerciantes 2:3 (2:1)

Drei Spiele, drei Niederlagen: So trist war Carlos Leebs Saisonstart mit Ayacucho. Dann kam Duilio Cisneros und hauchte dem Team Leben ein – elf Punkte aus fünf Spielen katapultierten die Zorros in der Tabelle ins Mittelfeld. Doch der Honeymoon scheint vorbei, denn nun setzte es auch für Cisneros die ersten beiden Niederlagen. Das 2:3 gegen Comerciantes war dabei ein Tiefschlag gegen einen potentiellen Abstiegskonkurrenten, denn Ayacucho – in Huancayo nur nominell Heimmannschaft – hatte sogar in Führung gelegen. Carlos Pérez‘ Kopfball zum 0:1 konterten Robert Ardiles und Kevin Sandoval zum vorübergehenden 2:1, doch in der zweiten Hälfte drehten Junior Aguirre und erneut Pérez das Spiel erneut. Durchaus symptomatisch, denn Ayacucho stellt mit 20 Gegentoren die schlechteste Abwehr der Gruppe; der Abgang des langjährigen Keepers Mario Villasantti ist spürbar. Offensiv sind die Ayacuchanos dagegen mit 16 Treffern durchaus durchschlagskräftig, auch wenn die meisten Angriffe getreu dem Motto „hoch und weit auf Mauricio Montes“ verlaufen – der hat immerhin schon sechs Tore und ein Assists auf dem Konto. Elf Zähler aus zehn Spielen sind insgesamt eine magere Ausbeute, ein Polster für die Hauptrunden des Descentralizado wird man so nicht mitnehmen können. Gegner Comerciantes hat auch nur drei Punkte mehr, in der auf schwachem Niveau ausgeglichenen Gruppe reicht dieser Punkteschnitt jedoch sogar für Platz drei. Hauptverantwortlich für diese gute Platzierung ist Jeremias Bogado – der offensive Mittelfeldmann aus Paraguay gehört zu den herausragenden Spielern der Liga und hat schon sieben Tore auf dem Konto.

UTC – Sport Rosario 1:0 (0:0)

Seit Saisonbeginn ist UTC auf der Suche: Nach einem Heimstadion – weil der Kunstrasen im Heroes de San Ramón nicht den Regularien entspricht – und nach der Form des letzten Jahres, als der Gavilán um ein Haar in die Copa Libertadores eingezogen wäre. Immerhin: Das Estadio Germán Contreras in Cajabamba scheint nun eine längerfristige Lösung zu sein, und es gab vier Punkte aus den ersten beiden Spielen dort. Dennoch fiel auch das 1:0 über Rosario durch Donald Millans Treffer eher unter die Kategorie „unansehlich“ – gerade mal sieben Treffer hat Franco Navarros UTC dieses Jahr erzielt, und erst durch die drei Punkte gegen Rosario kam das Team mit nun zehn Zählern vom letzten Platz weg. Rosario steht mit elf Punkten auch nur wenig besser da, dazu sind beide Teams schon aus der Copa Sudamericana ausgeschieden. Bei Rosario darf sich nun der Argentinier Fernando Nogara an Stelle von Pablo Abraham versuchen, bei UTC hält Navarros Kredit aus dem Vorjahr noch an.

Universitario – San Martin 2:2 (1:1)

Die rote Laterne der Gruppe A hält nun ein 26-facher Meister: Universitario. Erst einen Sieg haben die Cremas eingefahren, und im Duell der Remiskönige gegen San Martin (beide je sechs Unentschieden) kam es zu einem logischen 2:2. Universitario ging durch Aldo Corzo in Führung, dann drehten Gary Correa und ein Eigentor von Benincasa das Spiel, ehe San Martins Keeper Alejandro Duarte eine Freistoßflanke von Jersson Vásquez zum 2:2 passieren ließ. Die Torschützen verraten viel über Universitarios Misere: Es waren die beiden Außenverteidiger. Aldo Corzo, mit weitem Abstand Universitarios Bester, steht nun bei vier Pflichtspieltreffern, Vásquez bei zwei Toren und sechs Assists (inklusive Copa Libertadores). Spielerisch hakt es bei Universitario dagegen extrem, was kein wirkliches Wunder ist: Wegen einer Transfersperre ist der Kader von La U nur mäßig besetzt und gespickt mit Jugendspielern. Diese können zwar oft punktuell aufzeigen, sind aber zu inkonstant und nicht clever genug, so dass die Cremas erst neun Punkte einfahren konnten. Auch erfahrene Kräfte – allen voran Alberto Quintero und Daniel Chávez – enttäuschen bislang. Immerhin: Auch im letzten Jahr lief es im Torneo de Verano mies, dann folgte ein deutlicher Formanstieg. Das wäre auch zu hoffen, denn in der aktuellen Form spielt einer der größten Klubs des Landes gegen den Abstieg. Ähnlich viele Youngster wie La U hat Gegner San Martin vorzuweisen, doch bei den Albos läuft es besser, mit fünfzehn Punkten belegen sie Platz zwei. Besonders der gerade 20-jährige Ivorer Aké Arnaud Loba (vier Tore, zwei Assists) zeigt überragende Anlagen, aber auch die jungen Verteidiger José Lujan und Jefferson Portales sowie Torwart Alejandro Duarte und Mittelfeldspieler Jairo Concha haben den Sprung in die Stammelf geschafft. Hält ihr Aufwärtstrend an, kann San Martin sich berechtigte Hoffnungen auf eine internationale Qualifikation machen – allerdings dürften die acht Punkte Rückstand auf Sporting Cristal im Torneo de Verano unaufholfbar sein.

Gruppe B: Huancayo knapp vorn, Municipal enttäuscht

Cantolao – Municipal 1:1 (0:1)

Cantolao, das letztes Jahr in der Primera División debütierte und bis zum Ende im Abstiegskampf steckte, wirkt dieses Jahr viel gefestigter und hat sogar Chancen auf den Gruppensieg. Gegen Municipal kam der Delfin allerdings nicht über ein 1:1 hinaus, das Diego Ramírez nach Vorlage von Claudios Bruder Diego Pizarro sicherte. Cantolao lebt von einer sehr sicheren Defensive (nur sieben Gegentore) und gelegentlichen offensiven Geistesblitzen, vor allem vom Kolumbianer Fabián González. So scheint das Ziel Klassenerhalt absolut realistisch. Die Gäste, die einen internationalen Wettbewerb erreichen sollten, bleiben auch unter Coach Victor Rivera inkonstant und sind mit nur elf Zählern aus zehn Spielen enttäuschend weit weg vom Gruppensieg. Zu den Lichtblicken gehört Rechtsverteidiger Rodrigo Cuba, der gegen Cantolao sein viertes Tor innerhalb eines Monats erzielte. Auch Linksaußen José Manzaneda, der schon fünf Torvorlagen verbuchen kann, gehört zu Munis besseren Spielern und darf sich noch Hoffnungen auf die WM machen.

Union Comercio – Sport Boys 1:1 (0:1)

Die beiden Enttäuschungen der Gruppe trafen in Nueva Cajamarca aufeinander. Nachdem Piero Ratto die Gäste mit seinem ersten Erstligatreffer in Führung geschossen hatte, glich Wilmer Aguirre kurz nach der Pause aus. Zuvor hatte Reimond Manco nur Aluminium getroffen – der geniale Wirbelwind sticht als einziger aus Comercios tristem Gebolze heraus. Mit nur fünf Punkten aus zehn Spielen steht ein harter Abstiegskampf an. Bei den Sport Boys sieht es nicht so viel besser aus: Nach zwei Siegen in den ersten drei Spielen folgten nur noch drei Unentschieden. Den uruguayischen Aufstiegstrainer Mario Viera hat das schon den Job gekostet, doch unter Manzana Hernández sind die Rosados auch keinen Deut besser – und das, obwohl man mit Luis Tejada (fünf Tore) auf einen der besten Angreifer der Liga zählen kann.

Melgar – Garcilaso 1:2 (0:2)

Auch Garcilaso hat schon einen Trainerwechsel hinter sich: Oscar Ibánez wurde trotz des sensationellen 2:0 über Santos nach nicht einmal drei Monaten gefeuert. Die ungeduldige Direktive von Garcilaso will um den Titel mitspielen, auch wenn der Kader das nicht wirklich hergibt. Nun darf sich der Uruguayer Tabaré Silva beweisen, der 2015 mit der Máquina Celeste immerhin ins Meisterschaftshalbfinale eingezogen war. Sein Ligadebüt glückte beim 2:1 in Arequipa: Juan Lojas und Jean Archimbaud trafen früh zum 0:2, Omar Tejeda konnte mit einem schmeichelhaften Elfmeter nur verkürzen. So hat Garcilaso mit 16 Punkten sogar eine Chance auf den Gruppensieg. Hauptverantwortlicher ist natürlich Alfredo Ramúa, der in einer ansonsten inkonstanten Truppe schon wieder bei sieben Assists steht. Melgar hingegen musste die erste Niederlage hinnehmen und liegt nun drei Punkte hinter dem Ersten. Das Team von Enrique Meza Jr. spielt selten schlecht, aber viel zu oft Remis (schon fünf Unentschieden) und lässt offensiv trotz guter Namen zu oft die Durchschlagskraft vermissen. So wird eine Wiederholung des Vorjahrestitels schwierig.

Huancayo – Binacional 2:2 (2:2)

Von der Spitze grüßt derweil der Rojo Matador: Sport Huancayo scheint mit dem Trainer Rolando Chilavert einen guten Griff gelandet zu haben – zwanzig Punkte aus zehn Spielen, dazu das Weiterkommen in der Copa Sudamericana sind eine starke Ansage. Dennoch reichte es gegen Aufsteiger Binacional nur zu einem 2:2 durch ein Eigentor von Alfredo Rojas und einen Treffer von Carlos Neumann bei Gegentoren durch Hector Zeta und Eder Fernandez (Elfmeter). Der wuchtige Mittelstürmer Neumann ist mit sieben Treffern so etwas wie die Lebensversicherung von Huancayo und versteht sich blendend mit dem kleinen Spielmacher Marcos Lliuya (ein Tor, sechs Assists). Auch bei Standards ist Huancayo dank Luis Trujillo eine Macht. Defensiv wackeln die Roten allerdings bedenklich: Schon 16 Gegentore mussten Carlos Solis und Joel Pinto in nur zehn Spielen hinnehmen. Dennoch hat Huancayo beste Karten auf den Finaleinzug. Den könnte auch Binacional hypothetisch noch schaffen, zu rechnen ist bei sechs Punkten Rückstand und noch vier Spielen damit aber nicht. Dennoch ist der Copa-Peru-Sieger eine angenehme Überraschung, kassierte erst zwei Niederlagen. Der Aufsteiger von Luis Puchito Flores verfügt über eine kompakte und ausgeglichene Mannschaft, die individuelle Nachteile oft wettmachen kann und in dieser Form realistische Chancen auf den Klassenerhalt haben sollte – und eventuell schafft in Andy Polar ja auch das größte Talent des Teams den endgültigen Durchbruch.

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Copa Perú 2017: Von betrügerischen Trainern, Kantersiegen und Schüssen in die Luft http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/copa-peru-2017-betruger-schusse-715151 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/peru/copa-peru-2017-betruger-schusse-715151#respond Tue, 16 Jan 2018 15:15:29 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7418 Die Copa Perú, die als einer der faszinierendsten Wettbewerbe im Fußball überhaupt gelten darf, hat auch 2017 ihre unvergleichlichen Geschichten geschrieben. Über 30000 Mannschaften nahmen teil, am Ende stemmte EM Binacional aus Arequipa die Orejona Chola, den peruanischen Henkelpott, in...

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Die Copa Perú, die als einer der faszinierendsten Wettbewerbe im Fußball überhaupt gelten darf, hat auch 2017 ihre unvergleichlichen Geschichten geschrieben. Über 30000 Mannschaften nahmen teil, am Ende stemmte EM Binacional aus Arequipa die Orejona Chola, den peruanischen Henkelpott, in die Höhe. Anekdoten aus der wilden Welt des Fútbol Macho.

Der Betrüger. Eigentlich war Sport Collao auf der Departementsebene von Puno schon ausgeschieden: Im entscheidenden Spiel am 14. Juli gegen UDE Azángaro versagte der Mannschaft aus Ilave im Elfmeterschießen die Nerven, der Gegner qualifizierte sich für die Endrunde der Departementsebene in einer Dreiergruppe mit Estudiantes Puno und Alfonso Ugarte. Für Sport Collao dagegen hieß es: Saison beendet, alle nach Hause bis zum nächsten Jahr. Oder doch nicht? José Luis Bustamante, der Trainer von Collao, hatte da andere Informationen: Der Onkel eines Betreuers habe beim Verband in Lima ein gutes Wort eingelegt, und dieser werde für die Endrunde vermutlich eine Vierergruppe absegnen, mit Collao als viertem Klub (Collao und UDE waren punktgleiche Erste ihrer Gruppe gewesen, weswegen ein Elfmeterschießen notwendig wurde). Eine hanebüchene Story? Nicht in der Copa Perú, nicht für Sport Collao. Drei Wochen wurden die Spieler weiter bezahlt, trainierten und bereiteten sich vermeintlich auf die Endrunde vor, dann flog auf: Alles erfunden, eine Vierergruppe stand nie auch nur zur Debatte. Und José Luis Bustamante war seinen Job los.

Die Perfiden. Puno lieferte auch eine weitere gute Story. Eine Ebene weiter waren es die Estudiantes Puno und Alfonso Ugarte, die einen perfiden Plan ausheckten: Vor dem letzten Spiel, Estudiantes gegen Credicoop, waren die Estudiantes schon ausgeschieden. Alfonso Ugarte dagegen stand gemeinsam mit SIEN und jeweils elf Punkten an der Tabellenspitze, Credicoop hatte acht Zähler. Über die Tordifferenz hätte Credicoop nun die beiden Spitzenreiter noch einholen können, die Zuschauer im Estadio Politécnico Regional freuten sich schon auf eine spannende Aufholjagd. Die sollten sie nie zu sehen bekommen, denn die Gäste von Estudiantes traten die Reise nach Juliaca gar nicht erst an. Der Hintergedanke, wohl paktiert zwischen den Präsidenten von Estudiantes und Ugarte: Ein Sieg mit Nichtantritt wird als 3:0 gewertet – zu wenig für Credicoop (Tordifferenz nun +4), um Ugarte (+8) und SIEN (+5) noch abzufangen und in die nationale Ebene aufzusteigen. Letztlich wurde Ugarte noch belohnt: Per Auslosung wurde der Klub zum Gruppen- und damit Departementssieger erklärt. Credicoop hingegen musste ein Entscheidungsspiel um Platz zwei (der ebenfalls zum Aufstieg berechtigt) gegen SIEN bestreiten, zog den Kürzeren und war ausgeschieden.

Der wehrhafte Schiedsrichter. Weltweit sorgt aktuell das Nachtreten von Referee Tony Chapron im Ligaspiel zwischen PSG und Nantes für große Aufregung, doch in der Copa Perú lacht man über solche Banalitäten. Als Schiedsrichter Daniel Flores (auf der Provinzebene von Trujillo) Porvenirs Luis Luna Victoria vom Platz stellte, revanchierte sich der mit einem Schubser gegen den Unparteiischen. Dessen Reaktion: Ein beherzter Tritt in Lunas Hintern. Fútbol Macho halt.

Die Nimmersatten. Auf der Departementsebene von Tacna war Coronel Bolognesi, einst sogar Meister in der ersten Liga, der haushohe Favorit. Wie haushoch, das musste Juventud Locumba schmerzlich erfahren: Am Ende stand ein 22:0 für Coronel Bolognesi, Kevin Laura erzielte neun Tore. In der nur fünf Spiele umfassenden Gruppenphase schluckte Locumba 52 Gegentore, Coronel Bolognesi traf 49-mal. Ebenfalls ein 22:0 gab es auf Distriktsebene in der Liga von Morales zwischen Santa Rosa und Valle Real. Für manchen endet der ferne Traum von der ersten Liga also ziemlich unsanft.

Schüsse in die Luft. Ebenfalls unsanft zur Sache ging es zwischen Atlético Grau und Chorrillos auf der Departementsebene von Piura. Die Gastgeber führten mit 2:0, als der vermeintliche Anschlusstreffer von Chorrillos durch Linienrichter Edgar Chero aberkannt wurde. Direkt nach dem Pfiff stürmte eine kleine Gruppe von Chorrillos-Fans auf den Schiedsrichter zu und attackierte diesen mit Faustschlägen. Es entwickelte sich ein Tohuwabohu, in dem immer mehr Menschen auf das Spielfeld strömten und die Spieler von Grau und das Schiedsrichterteam attackierten. Auch auf den Rängen und vor dem Stadion gerieten die Fangruppen aneinander. Letztlich regelte die Polizei die Sache rustikal: Mehrere Schüsse in die Luft sollten die Gemüter beruhigen. Diese brachiale Methode funktionierte aber nur mäßig, so dass die Raufereien vor dem Stadion weitergingen. Am Ende wurde Chorrillos aus der Copa ausgeschlossen.

 

Das Aufstiegsdrama. Am Ende waren nur noch vier aus über 30000 Mannschaften übriggeblieben: Estudiantil CNI, José Carlos Mariátegui, EM Binacional und das eben erwähnte Atlético Grau. Keines der Teams kam aus Lima – die ersten beiden aus der Selva (Regenwald), Binacional aus der südlichen Millionenstadt Arequipa, Grau aus Piura im Norden. Dennoch wurden alle Spiele der entscheidenden Gruppenphase im Nationalstadion der Hauptstadt ausgetragen. Um möglichst viele Zuschauer anzulocken, programmierte der Verband dabei stets Doppelspieltage, wobei der Eintritt für beide Matches galt. Die favorisierten Atlético Grau und Binacional holten vier Punkte aus den ersten beiden Spielen und traten am letzten Spieltag gegen das schon ausgeschiedene José Carlos Mariátegui bzw. das noch auf ein Wunder hoffende CNI an. Angesetzt war im Doppelspieltag zunächst das Duell zwischen Grau und Mariátegui, direkt danach das zwischen Binacional und CNI. Doch dieser „Doppelpack“ an Spielen war hochumstritten: Da bei einem Sieg von Grau einerseits Binacional genau wusste, wie hoch sie für den Aufstieg gewinnen würden müssten und andererseits alle Aufstiegshoffnungen und somit jede Motivation für CNI sich in Wohlgefallen auflösen würden, forderten nicht nur Grau, sondern auch neutrale Beobachter, die Spiele zeitgleich und also in unterschiedlichen Stadien auszutragen. Umso mehr erschien dies sinnvoll, als dass Bestechungsvorwürfe in der Copa Perú alltäglich sind.

Der Verband lehnte das Ansinnen dennoch ab, und es kam, wie es kommen musste: Grau, das unter dem Druck stand, vorlegen zu müssen, führte zwar in den letzten Minuten mit 3:1, wusste aber vor dem Spiel von Binaconal nicht, ob das ein ausreichend hoher Sieg sein würde. Letztlich entschied man sich für den Angriff – und in der Nachspielzeit traf Mariáteguis Goalgetter Walter Cárdenas mitten ins Herz der Albos. Sein Anschlusstreffer bedeutete, dass Binacional jeder Sieg zum Titel reichen würde, während Gegner CNI durch Graus Sieg ausgeschieden war. Umso mehr schmerzte das Tor die Mannschaft von Grau, als dass Binacional sich dennoch schwer tat und lange nur mit 1:0 führte. Erst in der Nachspielzeit machte Eduardo Torres den Deckel drauf und Binacional endgültig zum Sieger der Copa Perú, zum Ersten unter tausenden Mannschaften des peruanischen Amateurfußballs – und nächstes Jahr zum Erstligisten: Sueño cumplido, der Traum ist in Erfüllung gegangen. Und zehntausende Amateurfußballer dürfen träumen, dass dann eben 2018 ihr großes Jahr wird.

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