Pablo VIcó
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Ein Mann, ein Verein – Pablo Vicó

Es gibt viele Beispiele für Vereinstreue, und doch ist Pablo Vicó eines der bekanntesten in Argentinien. Der kauzige Ex-Spieler und aktuelle Trainer von Brown de Adrogué hat eine einzigartige Geschichte auf und neben dem Platz vorzuweisen, die durchaus Filmpotential in sich birgt. Und jetzt steht man sogar in den Playoffs um den Aufstieg in die 1. Liga.

Besagter Pablo Vicó verhalf dem Verein aus dem Süden von Buenos Aires im Jahr 2013 zum ersten Aufstieg in die zweite Liga in der damals 68-jährigen Vereinsgeschichte. Die Freude bei den Fans von El Trico war dementsprechend riesig, und vergrößerte sich noch dadurch, dass der Aufsteigs-Trainer der Lieblingssohn des Vereins war.

Denn viel enger als Pablo Vicó, kann man mit einem Verein kaum verbunden sein. Bereits 14 Jahre vor dem großen Wurf fing der ehemalige Stürmer des Klubs an bei Brown de Adrogué zu arbeiten. Allerdings noch lange nicht als Trainer. Sein erster Job bei seinem Herzensverein, dessen Logo er sich inzwischen auf den Oberarm tätowieren ließ, war der Nachtwächterposten für das Stadion, wo er seitdem sein eigenes Bett stehen hat, und wo er zwischenzeitlich wohnte. Anschließend war er einige Jahre für die Vermietung und Instandhaltung der vereinseigenen Tennisplätze verantwortlich, und arbeitete später zum ersten Mal als Jugendtrainer. Nach einigen Jahren im Nachwuchsbereich ging im Jahr 2009 der Traum des hageren Mannes mit dem auffälligen Schnurrbart in Erfüllung: Trainer der 1.Mannschaft.

Vicó wird zur Legende

Und Pablo Vicó war noch lange nicht am Ende. Nach seinem persönlichen beruflichen Aufstieg schaffte er mit El Trico 2013 den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga (B Nacional). Durch diese sportliche Leistung wurde der Coach auch zum ersten Mal von den überregionalen Medien wahrgenommen, und allerspätestens als man mit dem 2:1 Sieg über Independiente zum ersten Mal einen der großen argentinischen Vereine schlug, kannte das ganze Land den Mann mit dem Schnurrbart. Zwar stieg man weider ab, doch Vicó durfte im Amt bleiben und zahlte das Vertrauen zurück.

Nur drei Jahre nach dem ersten Aufstieg, gelang nach einem Herzschlagfinale der erneute Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse. Dank eines 2:1 Sieges über Deportivo Morón, mit einem Tor in der 94. Minute durch Juan Manuel García, und heute steht man in den Playoffs um den Aufstieg in die 1. Liga (1. Spiel morgen Abend gegen Rafaela). Zumindest als neutraler Zuschauer würde man sich wünschen, dass Vicó und Brown einen weiteren historischen Aufstieg feiern könnten.

Eigene Straße

Bei den eigenen Fans ist Vicó alias „Don Ramón“ schon längst eine Legende, und sein Kultstatus wächst weiter. Der große Brown-Fan, und Immobilienbesitzer Alejandro Cignetti benannte eine Straße in einer privaten Wohnanlage nach Vicó. Dem Trainer war dies fast unangenehm, und er sagte, dass Cignetti verrückt sei, doch nachdem dieser nicht locker ließ, kam Vicó doch zur Taufe vorbei.