Für Racing Club de Avellaneda steht am kommenden Wochenende eine richtungsweisende Partie gegen den Lokalrivalen Independiente in der argentinischen Primera División an. Fehlen wird dem Team von Trainer Diego Cocca die wohl bedeutendste Neuentdeckung diesen Jahres. Shootingstar Lautaro Martínez. Chefutbol stellt den talentierten Angreifer vor.
Am 25. Spieltag der Primera División treffen der Tabellensechste, Racing Club, und der Tabellenneunte, CA Independiente aufeinander. Die Partie ist nicht nur aufgrund der geographischen Nähe und der damit verbundenen Rivalität der beiden Vereine ein echtes Spitzenspiel. Beide Teams trennen lediglich 4 Zähler voneinander. Racing Club könnte mit einem Auswärtssieg im Estadio Liberatadores de América Boden auf Spitzenreiter Boca Juniors gut machen, die mit 49 Punkten derzeit die Liga anführen.
Verzichten muss Racing Club bei der Begegnung auf Sturmjuwel Lautaro Martínez, der derzeit in Vietnam weilt und sich mit der U20 Auswahl der “Albiceleste” auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in Südkorea vorbereitet. Zum Einen ist die Teilnahme an einem derart prestigeträchtigen Nachwuchsturnier für Martínez eine Ehre und außerdem eine hervorragende Möglichkeit, um sich mit guten Leistungen in den Fokus internationaler Topclubs zu spielen. Andererseits bedauert der junge Argentinier seine Abwesenheit; nur zu gerne wäre der 19-Jährige im Lokalderby aufgelaufen und hätte seiner Mannschaft geholfen.
An einem Sieg von Racing hat er jedoch keine Zweifel. Seiner Meinung nach gewinnt Racing die Partie souverän mit 2:0 durch Tore von Altmeister Lisandro López und Gustavo Bou.
Anfänge in Bahía Blanca – Wechsel zu Racing Club
Eben jener Lisandro López, der auch in Europa aufgrund seiner Stationen FC Porto und Olympique Lyon kein Unbekannter ist, war und ist für den jungen Martínez sozusagen ein “Lehrmeister” und Vorbild, seitdem dieser aus der berüchtigten “Academia” von Racing 2015 zu den Profis stieß. Seine fußballerischen Anfänge machte Martínez jedoch in seiner Geburtsstadt Bahía Blanca, etwa 600 km südlich von der Landeshauptstadt Buenos Aires bei Liniers. Als Martínez mit der U17-Mannschaft von Liniers im Finale um die argentinische Meisterschaft 2013 sogar Rosario Central in die Schranken wies und das damals 15-Jährige Sturmtalent Topscorer des Turniers mit 13 Treffern wurde, dauerte es nicht lange, bis Racing Club auf ihn aufmerksam wurde und ihn für die eigene “Academia” verpflichtete.
Dort angekommen, brauchte Martínez nicht lange, um sich zu aklimatisieren und auch für seinen neuen Club Herausragendes zu Leisten. In zwei Jahren gelangen der argentinischen Nachwuchshoffnung insgesamt 50 Tore für diverse Jugendmannschaften von Racing, sodass es keine Überraschung war, als Trainer Diego Cocca Martínez im Jahre 2015 erstmals in den Kader der ersten Mannschaft berief. In der Partie gegen Crucero del Norte war es dann so weit. Zehn Minuten vor Schluss wurde der Nachwuchsstürmer für keinen geringeren als “El Principe” Diego Milito eingewechselt und konnte erste Erfahrungen im Profibereich sammeln.
Interesse aus Europa?
Nachdem sich in der Saison 2025/17 Torjäger Lisandro López schwerwiegend am Knie verletzte und über längere Zeit ausfiel, füllte Martínez die vakante Stelle im Kader von Racing Club mehr als zufriedenstellend aus. Insgesamt gelangen ihm in 19 Partien sieben Treffer und drei Torvorlagen. Bereits nach der vergangenen U20-Südamerikameisterschaft, in der er mit fünf Treffern einziger Lichtblick einer ansonsten mittelmäßigen “Albiceleste” war und dem “L’Alcudia”-Turnier letztes Jahr in Spanien, bei dem die Veranstalter Martínez zum “Spieler des Turniers” kürten, wurden Gerüchte um ein Interesse der europäischen Schwergewichte Real Madrid und FC Arsenal laut. Auch der FC Liverpool soll bereits Scouts nach Argentinien entsendet haben, um das Sturmjuwel genauer zu begutachten. Die aktuell vielversprechenden Leistungen könnten das ohnehin bestehende Interesse aus Europa weiter verstärkt haben. Die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 9 Mio. € dürfte hierbei für keinen der Interessenten eine größere Hürde darstellen, zumal man einen entwicklungsfähigen und immens torgefährlichen Stürmer bekäme. In Zeiten milliardenschwerer TV-Deals wurden bereits ganz andere Summen für Spieler eines geringeren Kalibers bezahlt.
Lautaro Martínez eine Mischung aus Agüero und Suárez
Trotz seiner 19 Jahre besitzt Martínez bereits alle Anlagen und Fähigkeiten, um den anspruchsvollen Sprung in eine europäischen Topliga zu schaffen. Mit einer Körpergröße von 1,72 m ist Martínez für einen Mittelstürmer zwar eher klein, jedoch ist er körperlich ausgesprochen robust und hat keine Probleme, sich auch gegen hochgewachsenere Innenverteidiger durchzusetzen. Nicht zuletzt deswegen wird er bei Racing Club auch “El Toro“, der Stier genannt. Hinzu kommt, dass es sich bei “El Toro” um einen technisch versierten und außerordentlich antrittsstarken Stürmer mit gutem Auge und Positionsspiel handelt.
Gleicht er von den körperlichen Voraussetzungen eher einem Sergio Agüero, der ausgerechnet bei Racings Rivalen Independiente seine Karriere begann, ist er was die technische Finesse angeht Luis Súarez nicht unähnlich. Letzterer ist das große Vorbild des Jungen aus Bahía Blanca. Genauso wie “El Pistolero” möchte auch Martínez eines Tages bei einem großen Club in Europa unterschreiben und Tore am Fließband produzieren. Nach Suárez erster Station bei Ajax Amsterdam war es dann letztlich der FC Liverpool, der den Uruguayer zum Weltstar formte und ihn später für eine rekordverdächtige Summe von 80 Mio € zum großen FC Barcelona weiterveräußerte. Mittlerweile hat Luis Suárez einen Marktwert von 90 Mio € und ist Teil des berühmt berüchtigten MSN-Sturms der Blaugrana.
Sollte auch Lautaro Martínez dem Ruf aus Europa folgen und möglicherweise auch bei den von Jürgen Klopp trainierten Reds unterschreiben, könnte der “El Toro” einen ähnlichen Weg wie sein großes Vorbild beschreiten. Das nötige Zeug dazu hat der junge Argentinier auf alle Fälle.


