FC Sevilla
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Vor dem Saisonstart – Veränderter FC Sevilla auf dem Prüfstand

Nach einer emotionalen Spielzeit 2025/17 mit Höhen und Tiefen und einem Neustart im Sommer steht der FC Sevilla vor dem Pflichtspielauftakt in die neue Spielzeit. Die Playoffs zur Champions League gegen Basaksehir stellen für die Andalusier den ersten Prüfstein dar. Chefutbol erklärt, was sich im Sommer bei Sevilla verändert hat und wie die Chancen für die neue Spielzeit in La Liga und international stehen.

Großer personeller Umbruch im Sommer

Ob Trainer Jorge Sampaoili (argentinische Nationalmannschaft) oder der langjährige Sportdirektor Monchi (AS Roma): Wichtige Gestalter der letztjährigen Erfolge verließen diesen Sommer den FC Sevilla, um anderswo ihr Glück zu suchen. Die Fluktuation beschränkte sich dabei nicht nur auf den Trainer- und Sportdirektorposten. Mehr als der halbe Kader der Andalusier wurde diesen Sommer ausgetauscht, wichtige Spieler und Säulen der letzten Jahre verließen den Verein. Andererseits kehrten verlorene Söhne an ihre alte Wirkungsstätte ins Stadion Ramón Sánchez Pizjuán zurück.

Namhafte Abgänge in der Offensive

Bei Stevan Jovetic, der Inter-Leihgabe der vergangenen Rückrunde, war Sevilla das Paket aus Kaufoption und Ablöse zu teuer. Der Serbe wechselte nach nur einem halben Jahr wieder zurück nach Italien. Selbiges gilt für Samir Nasri. Der technisch beschlagene Franzose konnte dem Spiel der Andalusier an guten Tagen seinen Stempel aufdrücken, tauchte jedoch an schlechten Tagen komplett ab. Mit Mariano und Adil Rami verließen zwei Stammspieler der letztjährigen Abwehrreihe den Verein in Richtung Istanbul und Marseille. In der Offensive schmerzt vor allem der doppelte Abgang von Vitolo und Vietto zu Atlético Madrid. Den massiven Umbruch komplett machte der Abgang von Kapitän Vicente Iborra, der den Verein in Richtung Leicester City verließ.

Heimkehr der verlorenen Söhne

Das Kreativloch im Mittelfeld nach dem Nasri-Abgang soll vor allem Rückkehrer Éver Banega stopfen, der mit Sevilla zweimal die Europa League gewann und sich bei Inter nicht durchsetzen konnte. Ansonsten schlug Sevilla bei Pep Guardiolas Manchester City gleich doppelt zu und verpflichtete für die offensiven Außen Nolito und den „verlorenen Sohn“ Jesús Navas. Von den Tigres aus Mexiko kam der in Europa nur Insidern bekannte Guido Pizarro nach Sevilla, aus Italien holte der Klub neben Banega noch den Instinktfußballer Luis Muriel (Sampdoria) für das Sturmzentrum. Auch eine Rückkehr von Carlos Bacca (Milan) ist noch nicht vom Tisch. Den freigewordenen Platz im Abwehrzentrum nimmt Simon Kjaer ein, Mariano wurde durch den schnellen Corchia (OSC Lille) positionsgetreu ersetzt. Darüber hinaus erhoffen sich Trainer Eduardo Berizzo und die Fans endlich den Durchbruch von Franco „El Mudo“ Vázquez im offensiven Mittelfeld.

Erfolgreiche Sommervorbereitung

Die Ergebnisse der Saisonvorbereitung lassen optimistisch in die neue Spielzeit blicken. Anfang Juli wurden die beiden ersten Testspiele gegen japanische Gegner absolviert. Dabei konnte Cerezo Osaka mit 3:1 besiegt werden. Gegen die Kashima Antlers setzte es allerdings eine 0:2-Niederlage. Im Rahmen des Emirates Cup traf Sevilla in London auf Arsenal und RB Leipzig und entschied beide Spiele mit 2:1 sowie 1:0 für sich. Die Generalprobe vor den wichtigen Aufgaben in der Champions League Qualifikation glückte mit einem 2:1-Sieg über den AS Rom.

Wichtige Weichenstellung Champions League Playoffs

Damit der neue Trainer weiterhin in Ruhe arbeiten kann, sollte sich Sevilla für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren. Mit Basaksehir aus der Türkei wartet jedoch ein äußerst unangenehmer Gegner. Die Mannschaft um Kapitän Emre Belözoglu kämpfte sich in der dritten Quali-Runde nach einem zwischenzeitlichen 0:2 in Brügge nochmal zurück, holte schließlich im Hinspiel in Belgien ein 3:3 und besiegte Brügge zu Hause mit 2:0. Sevilla geht jedoch trotz der rundum erneuerten Mannschaft als Favorit ins Rennen. Die Mannschaft wirkt trotz der zahlreichen personellen Änderungen stabil. Sorgen bereiten lediglich einige angeschlagene Spieler wie Correa, Mercado oder Sarabia, die zumindest für das Rückspiel gegen die Türken zur Verfügung stehen sollten. Darüber hinaus halten sich hartnäckig Wechselgerüchte um Steven N’Zonzi. Der Franzose ist nach wie vor ein gefragter Mann in der Premier League.

Saisonprognose

Vieles hängt davon ab, wie sich die Rückkehrer Banega oder Jesús Navas in die Mannschaft integrieren können und wie sich der neue Stürmer Muriel an La Liga gewöhnt. Gelingt Sevilla die schnelle Integration, so ist zumindest Platz 4 durchaus in Reichweite. Für die drei obersten Plätze dürfte den Andalusiern schlichtweg die Eingespieltheit fehlen. Sollte sich Sevilla für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren, ist ihnen der Einzug ins Achtelfinale auch dank der guten Positionierung in den UEFA-Lostöpfen zuzutrauen. Dort könnte Sevilla dann die Rechnung begleichen, die nach dem bitteren Achtelfinal-Aus gegen Leicester aus der letzten Saison nach wie vor offen ist.