In der Nacht von Donnerstag auf Freitag fanden die letzten vier Spiele der Woche statt. Godoy Cruz steht dabei nach einem 1:1 gegen Libertad erstmals in der Vereinsgeschichte im Achtelfinale. Den deutlichsten Sieg feierte The Strongest, das Sporting Cristal mit 5:1 demontierte. Santos schlug Santa Fe mit 3:2 und hat damit ebenso gute Aussichten für das Weiterkommen wie Guarani, das 3:1 bei Zamora siegte.
Gruppe 2: The Strongest – Sporting Cristal 5:1 (3:0) – The Strongest überrollt auch Cristal
4:0, 5:0, 2:0 – mit diesen Heimergebnissen und auch auswärts meist überzeugenden Leistungen gehört The Strongest aus La Paz zu den Überraschungsteams der bisherigen Copa Libertadores, während Sporting Cristal aus Peru vor Anpfiff noch auf den ersten Sieg wartete. Dementsprechend war im Estadio Hernando Siles die Favoritenrolle vor Anpfiff klar verteilt, zumal die Gäste aus Lima den Fußball in der Höhe nicht gewöhnt sind – und die Gastgeber wurden ihr gerecht. Dabei mussten sie jedoch erstmal einen Schreckmoment überstehen, als Gabriel Costa nach einem Konter frei auf Torwart Vaca zulief – der Uruguayer vertändelte jedoch. Besser machte es auf der Gegenseite sein Landsmann Matías Alonso nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff. Abram hatte den Ball bei einer Grätsche mit der Hand berührt. Alonso scherte sich nicht um die Diskussionen und verwandelte sicher. In der Folge erdrückte der Tigre aus La Paz die Gäste förmlich und erhöhte noch vor der Pause durch Chumacero, der bereits sein siebtes Tor erzielte, und erneut Alonso, der nach Flanke von Bejarano einschob, auf 3:0. Cristal wirkte desorientiert und hätte noch höher zurückliegen können.
Nach Wiederanpfiff stellten die Gäste taktisch zum wiederholten Male um und schienen etwas besser ins Spiel zu kommen. Dank eines Eigentors von Bejarano konnten sie zunächst sogar verkürzen, doch fehlten die fußballerischen und physischen Mittel für mehr. Innenverteidiger Martelli antwortete nur zehn Minuten später mit dem vorentscheidenden 4:1 – ein schöner Freistoß in den Torwinkel. Nur wenig später erhöhte Walter Veizaga nach Hereingabe des überragenden Chumacero auf 5:1 – eine verdiente Goleada. Die Gastgeber bleiben zu Hause verlustpunktfrei und haben durchaus gute Karten aufs Achtelfinale, während die Gäste, die seit 2004 keine Gruppenphase mehr überstanden haben, erneut enttäuschten und am fünften Spieltag unbedingt Santa Fe schlagen müssen, um wenigstens Aussichten auf die Copa Sudamericana zu haben.
Gruppe 8: Zamora FC – Guarani 1:3 (1:2) – García trifft doppelt
Unter 32 Teams war Zamora vor Anpfiff das einzige, das noch keinen einzigen Punkt gewinnen konnte. Das Heimspiel gegen Guarani stellte wohl die letzte Chance dar, noch einen Zähler gewinnen zu können, geht es am 6. Spieltag doch zu Gremio nach Porto Alegre. Doch die Gäste aus Paraguay, nach Iquiques Sieg gegen Gremio etwas unter Siegesdruck, ließen nie Zweifel an ihrer Überlegenheit. Angeführt vom schnellen Antonio Marin und von Spielmacher Hernán Novick waren die Schwarz-Gelben von Beginn an die bessere Mannschaft und führten schon nach 20 Minuten mit 2:0. Zunächst traf Epifanio García per Kopf nach Flanke von Bartomeus, wenig später scheiterte er erneut per Kopf an einer starken Reaktion von Carlos Salazar, doch Marcelo Palau war zur Stelle und staubte ab. Beide hatten schon beim 3:1 im Hinspiel getroffen. Etwas Hoffnung gab es für die Gastgeber kurz vor der Pause, nach einer schönen Kombination schloss Eduardo Sosa gut ab und verkürzte auf 1:2.
Zu Beginn der zweiten Hälfte ließ Guarani zunächst etwas die Konzentration vermissen – Clarke und Sosa scheiterten jedoch bei ihren Chancen an Alfredo Aguilar. Besser machte es auf der Gegenseite erneut Epifanio Garcia, der eine exzellente Kombination über Contrera, Novick und Palau per Flachschuss abschloss. Den Gastgebern fehlte es dann an Klasse und Motivation, das Spiel noch zu drehen, während die Gäste mit dem 3:1 hochzufrieden waren. So kam es zu keinen großen Aufregern mehr, ehe Schiedsrichter Oscar Rojas das Spiel beendete. Für Guarani reicht nun ein Remis zu Hause am letzten Spieltag gegen Iquique zum Weiterkommen, während Zamora wohl ohne Punktgewinn bleiben wird.
Gruppe 6: Godoy Cruz – Libertad 1:1 (1:1) – Dank Garro und Rey: Godoy Cruz steht im Viertelfinale
In Mendoza waren die Fans von Godoy Cruz vor dem Spiel höchst euphorisch: Schon ein Remis gegen Libertad würde erstmals in der Vereinsgeschichte für den Achtelfinaleinzug reichen. Das Team von Lucas Bernardi, in der heimischen Liga wenig erfolgreich, begann das Spiel denn auch mit reichlich Selbstvertrauen und dominierten die ersten 20 Minuten deutlich. Viera und Correa vergaben die Führung nur knapp. Dann jedoch begann das Match zu kippen – und plötzlich führte Libertad: Nach einer Flanke von Cardozo köpfte Danilo Santacruz den Ball in die Maschen. Die Gäste, die bislang in der Copa Libertadores weitgehend enttäuscht hatten und auf zwei Siege in den letzten beiden Spielen angewiesen waren, kontrollierten das Spiel nun, mussten aber noch vor der Pause einen Nackenschlag hinnehmen: Nach einem unnötigen Ballverlust im Aufbau kam Javier Correa zum Abschluss. Sein abgeblockter Schuss fiel Angel González vor die Füße, dieser behielt die Übersicht und legte quer auf Juan Garro, der locker einschob.
Libertad musste nun wieder kommen, schaffte es aber nur bedingt, Druck aufzubauen – auch weil Goalgetter Santiago Salcedo einen schlechten Tag erwischt hatte. Godoy Cruz jedoch konnte die entstehenden Räume auch nicht nutzen und war in der zweiten Halbzeit meist mit Verteidigen beschäftigt. So kam es zu einer brisanten Endphase, in der die Paraguayer mit allen Mitteln – bevorzugt jedoch mit langen Bällen – den Siegtreffer suchten. Kurz vor Schluss waren sie zudem in Überzahl, nachdem Angel Gonzalez für einen üblen Tritt Rot sah. Eine Chance ergab sich auch noch, doch Rodrigo Rey rettete die Gastgeber in der letzten Minute der Nachspielzeit mit einem sensationellen Reflex gegen Sergio Aquino. Danach war Schluss – während Godoy Cruz in Jubel ausbrach und momentan sogar an der Tabellenspitze steht, muss Libertad nun für die Copa Sudamericana planen.
Gruppe 2: FC Santos – Santa Fe 3:2 (2:2) – Santos gewinnt gegen starke Kolumbianer
Einen ganz ganz wichtigen Sieg feierte der FC Santos in der Gruppe 2 und ist weiterhin ungeschlagen. Auch die Kolumbianer aus Bogota sind weiterhin im Rennen, müssen aber auf Schützenhilfe hoffen.
Ein sehenswertes Spiel sahen die Zuschauer im Estadio Municipal Paulo Machado de Carvalho, bei der beide Mannschaft mit viel Leidenschaft und hoher Intensität agierten.
Bereits nach nur vier Minuten brachte Ricardo Oliveira die Brasilianer nach einem Fehler in der Santa-Fe-Abwehr in Führung. Santos drängte auf das zweite Tor, gewährte dabei den konterstarken Gästen jedoch auch Räume. So war es Jonathan Gomez, der mit seinem satten Schuss aus 25 Metern noch an der Querlatte scheiterte, den Abpraller verwertete Enfant Terrible Johan Arango jedoch zum Ausgleich (34.). Dieser sollte aber nicht lange Bestand haben, denn nur eine Zeigerumdrehung später war es Víctor Bueno, der die Schlafmützigkeit der Gäste-Abwehr ausnutzen konnte und die erneute Führung markierte. Nur sechs Minuten später aber der erneute Ausgleich für Santa Fe: Baldomero traf per Kopf nach einer Freistoßflanke.
Nach dieser aufregenden ersten Halbzeit ließen es beide Mannschaften in der zweiten Hälfte etwas ruhiger angehen und konzentrierten sich auf die Defensive. Vor allem Santa Fe zog ihr typisches Spiel auf und überließen den Ball den Gastgebern, standen tief und lauerten auf Konter. Die Taktik sollte aber nicht aufgehen, denn zwölf Minuten vor Schluss war es Lucas Verissimo, der nach einer Ecke und Vorarbeit von David Branz den Siegtreffer für Santos erzielte.
Santos muss nun in zwei Wochen zum ganz schweren Auswärtsspiel nach La Paz zu “The Strongest” reisen, während Santa Fe in Lima bei Sporting Cristal antreten und dort unbedingt gewinnen muss.



