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Copa Sudamericana: Cali demontiert Bolívar

Die 2. Runde der Copa Sudamericana begann diese Woche mit sieben Spielen. Neu dabei sind die Absteiger aus der Copa Libertadores, doch von den vier Teams siegte kein einziges. Besonders deutlich erwischte es Bolívar, die mit 0:4 bei Deportivo Cali untergingen und im Rückspiel ein Wunder brauchen.

Caracas FC (VEN) – Sport Huancayo (PER) 2:0 (1:0)

Eröffnet wurde die Runde durch das Duell zwischen Caracas und dem letzten peruanischen Vertreter, Sport Huancayo. Die Marschrichtung des Spiels war schnell vorgegeben: Nach einem langen Ball zeigte sich Huancayos Innenverteidiger Rodrigo Colombo viel zu passiv, und der schnelle Diomar Díaz vollendete relativ problemlos (7.). Das Defensivkonzept der Gäste war so früh über den Haufen geworfen, während die Gastgeber mit der Führung im Rücken frei aufspielen und dem Gegner auch mal den Ball überlassen konnten. Arieteguieta und Canelón vergaben auf Seiten der Gastgeber Chancen auf das zweite Tor, für die Gäste war Jean Deza mit einem schönen Freistoß aus der Distanz dem Ausgleich am nächsten. Dann legte Huancayos Keeper Pinto kurz vor Schluss den eingewechselten Angreifer Arrieta im Sechzehner, und Ricardo Martins ließ sich die Chance aufs 2:0 nicht nehmen (81.). Es war der Endstand, mit dem Caracas gute Chancen auf die nächste Runde der Copa Sudamericana hat.

Lanús (ARG) – Junior (COL) 1:0 (1:0)

Zu den nominell interessanteren Begegnungen der Runde zählte fraglos das Aufeinandertreffen zwischen Lanús, vor nicht mal einem Jahr noch Finalist in der Copa Libertadores, und den aufgerüsteten Kolumbianern von Junior, die in der Libertadores an Boca und Palmeiras gescheitert waren. Beide Teams hatten vor der WM-Pause eher mäßige Resultate vorzuweisen und benötigten etwas Zeit, um ins Spiel zu finden. Trotz wechselnden Dominanzphasen ergab sich ein zerfahrenes und nicht wirklich spannendes Match, in dem das einzige Tor des Tages durch einen Standard fiel: Fernando Barrientos fand per Freistoß Rolando Garcia Guerreño, der sicher einköpfte (21.). Nach der Pause hätte Coniglio erhöhen können, doch nach einer wackligen Abwehr von Juniors Torhüter Chunga landete sein Kopfball nur an der Latte (48.). Auch der auffällige Marcelino Moreno scheiterte mit einer Großchance (56.). In den letzten zwanzig Minuten kippte das Spiel zugunsten der Gäste, doch Esteban Andrada zeigte sich in seinem letzten Spiel für Lanús stets souverän und hielt die Null fest.

Defensa y Justicia (ARG) – Nacional Quito (ECU) 2:0 (0:0)

Der Star von Defensa y Justicia ist der Coach: Sebastián Beccacece, der als Assistent von Jorge Sampaoli bei der argentinischen Nationalmannschaft tätig war. Bei seiner Rückkehr zum Halcón hatte er es mit dem ecuadorianischen Vertreter Nacional aus Quito zu tun. Im Gegensatz zur Albiceleste funktionierte der Fußball der Grüngelben hervorragend, doch das Tor der Gäste schien vernagelt: Alexander Barboza (2x), Nicolás Fernandez und Christian Almeida scheiterten am Aluminium, bei weiteren Gelegenheiten brillierte Nacionals Keeper Johan Padilla. Erst nach 72 Minuten lag das Netz im Tor: Fernández‘ 20-Meter-Schuss war selbst für Padilla unhaltbar. Damit hatte Nacional sein Glück endgültig aufgebraucht, denn nur vier Minuten später wurde ein eher harmloser Schuss von Almeida unhaltbar zum 2:0 abgefälscht. Nacional war trotz vereinzelter Konter mit dem Ergebnis noch gut bedient und kann nun auf die Höhe von Quito setzen, um die Serie eventuell noch zu drehen.

Deportivo Cali (COL) – Club Bolivar (BOL) 4:0 (1:0)

Eher wenig dürfte die Höhe von La Paz dagegen im Duell zwischen Deportivo Cali und Bolivar ausmachen, denn die Bolivianer, die in der Copa Libertadores-Gruppe B ausgeschieden waren, kassierten auswärts eine heftige 0:4-Klatsche und dürften kaum  noch Chancen auf das Achtelfinale besitzen. Cali besitzt mit den schnellen Außenstürmern Didier Delgado und Jhon Mosquera, dem talentierten offensiven Mittelfeldspieler Nicolás Benedetti und dem abgebrühten Goalgetter José Sand eine hervorragende Offensive, die nun noch durch die beiden Spielmacher Macnelly Torres und Matías Cabrera ergänzt wurde. Torres stand noch nicht im Kader, dennoch funktionierte das Angriffsspiel der Grünen hervorragend – auch wenn ein Patzer von Bolivars Keeper Fernando Laforia den Weg ebnete: Der Uruguayer vertändelte den Ball gegen den aufmerksamen Benedetti, und Jhon Mosquera schob den Ball in den leeren Kasten (31.). Spätestens ab da war Deportivo Cali klar Herr im Haus, und in der zweiten Hälfte kam es zur verdienten Goleada: Zunächst revanchierte sich Mosquera bei Benedetti für den Assist zum 1:0 mit einer guten Ablage vom linken Flügel, die der Youngster mit rechts ins lange Eck verwertete (50.). Dann durfte auch Sand mal, nachdem Delgado den nicht nur in dieser Situation überforderten Pedraza stehengelassen hatte (63.). Bolivar war offensiv genauso unglücklich und inkonsequent wie defensiv, so dass einzelne Versuche wie etwa vom eingewechselten Riquelme ohne Ertrag blieben. Stattdessen durfte Matías Cabrera bei seinem Debüt für die Azucareros jubeln: Nach einer Kombination mit Giraldo vollendete er mit bemerkenswerter Ruhe zum 4:0-Endstand (90.). Abpfiff und großer Jubel im Monumental de Palmaseca, denn in dieser Form könnten die Grünweißen noch weit kommen.

Sol de América (PAR) – Club Nacional (URU) 0:0 (0:0)

So viele Tore hätten die Zuschauer in Asunción bestimmt auch gerne gesehen, doch das Match zwischen Sol de América und dem uruguayischen Libertadores-Absteiger Nacional blieb ganz ohne Treffer. Der paraguayische Außenseiter war dem Sieg näher, doch der Schiedsrichter verwehrte ihnen einen klaren Handelfmeter, und César Villagra traf aus kurzer Distanz nur die Latte. Auf der anderen Seite machte Sol de Américas guter Torhüter Gerardo Ortiz die Angriffe der Albos zunichte, so etwa bei einem Freistoß von Luis Aguiar. Das 0:0 riskierten beide Teams letztlich nicht, sodass das Duell in Montevideo entschieden wird. Nacional darf dabei als Favorit gelten.

Deportivo Cuenca (ECU) – Jorge Wilstermann (BOL) 2:2 (2:0)

Ebenfalls remis endete das Duell zwischen Deportivo Cuenca und einem weiteren Absteiger aus der Copa Libertadores, nämlich Jorge Wilstermann. Dabei schienen die Gastgeber aus Ecuador alles in der Hand zu haben, denn Jonathan de la Cruz (21.) und der starke Juan Rojas (42.) sorgten für eine vermeintlich komfortable 2:0-Pausenführung. Doch angetrieben vom eingewechselten Brasilianer Lucas Gaúcho steckten die Aviadores nicht auf – zunächst verkürzte Gaúcho vom Elfmeterpunkt (72.), dann servierte sein Landsmann Serginho für Goalgetter Gilbert Alvarez, der zum 2:2 vollstreckte. Mit dem Remis kann das heimstarke Wilstermann sicher besser leben und hat nun alle Chancen auf das Weiterkommen.

Rampla Juniors (URU) – Independiente Santa Fe (COL) 0:0 (0:0)

Viel weniger Aufregung gab es in Montevideo, wo der internationale Debütant Rampla Juniors im Ausweichstadion Luis Franzini die Kolumbianer von Independiente Santa Fe empfing. Beide Teams spielten abwartend und kamen eher zufällig zu Abschlüssen – wie etwa Gonzalo Rizzo, dessen  Befreiungsschlag von der Mittellinie tückisch aufsprang und Castellanos im Gästetor fast vor Probleme stellte. Die Gäste kamen selten zu geordneten Angriffen, was sich fast gerächt hätte – Panzariello hatte in der Schlussphase die große Chance auf den Sieg für den Außenseiter, doch Castellanos parierte seinen Abschluss. So blieb es beim 0:0.