Uruguay – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Mon, 15 Jul 2019 08:33:08 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Uruguay – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Uruguay: Peñarol gewinnt, Nacional verliert und Fenix überrascht http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguay-penarol-gewinnt-nacional-verliert-und-fenix-uberrascht http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguay-penarol-gewinnt-nacional-verliert-und-fenix-uberrascht#respond Mon, 15 Jul 2019 08:32:20 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11745 Die erste Runde des Torneo Intermedio gleicht einer Fortsetzung der ersten Saisonhälfte: Peñarol gewinnt, Nacional verliert und Fenix überrascht. Im Zwischenturnier, das nach der Apertura und vor der Clausura im uruguayischen Winter gespielt wird, treten die 16 Mannschaften in zwei...

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Die erste Runde des Torneo Intermedio gleicht einer Fortsetzung der ersten Saisonhälfte: Peñarol gewinnt, Nacional verliert und Fenix überrascht.

Im Zwischenturnier, das nach der Apertura und vor der Clausura im uruguayischen Winter gespielt wird, treten die 16 Mannschaften in zwei Gruppen mit je 8 Mannschaften an. Die Einteilung erfolgte aufgrund der Klassierung in der Apertura (gerade vs. ungerade Platzierung). Dies führte dazu, dass Nacional, Meister Peñarol, Danubio und Defensor in der gleichen Gruppe spielen. Nacional unterlag dabei zuhause in der ersten Runde mit 1:2 gegen Defensor.

Nach 7 Runden werden die beiden Gruppensieger feststehen, die sich dann in einem Finalspiel um den Titel duellieren. Die Punkte aus dem Torneo Intermedio zählen für die Jahreswertung (Tabla Anual). Im Dezember werden sich der Apertura- und Clausura-Campeon gegenüberstehen und der Sieger gegen die Mannschaft, die in der Tabla Anual am meisten Punkte erzielt haben wird, um den Meistertitel 2019 spielen.

Die grosse Figur beim gestrigen 4:0-Sieg von Peñarol war der U20-Internationale Darwin Núñez mit einem Hattrick. Sein Nationalmannschaftskollege und um 1 Jahr jüngere Brian Rodriguez eröffnete zudem den Torreigen. Die beiden hatten bereits an der WM im Mai mit Toren auf sich aufmerksam gemacht. Beide Spieler werden Peñarol in den nächsten Partien fehlen, da sie mit Uruguay an den Juegos Panamericanos spielen werden. Gut möglich, dass der definitive Abschied bald folgen wird.

In der Jahreswertung dicht auf den Fersen Peñarols bleibt das Überraschungsteam Fenix. Trotz schmerzhafter Abgänge besiegte die Mannschaft Juan Ramón Carrasco gestern dank eines herausragenden Torhüters die Rampla Juniors mit 1:0. Die Entwicklung von Rampla zu beobachten, wird spannend sein. Der Kultverein vom Cerro hat nicht weniger als 10 neue Spieler engagiert. Der Coup gelang den Picapiedras mit der sechsmonatigen Verpflichtung von Carlos Núñez, der von Pasto nach Montevideo ausgeliehen wurde. Sein Übername “Discoteca” sagt zwar einiges aus über seine Disziplin – auf ihm ruhen jedoch die Hoffnungen für die zweite Jahreshälfte.

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Uruguay: Clásico zwischen Peñarol und Nacional http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguay-clasico-zwischen-penarol-und-nacional http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguay-clasico-zwischen-penarol-und-nacional#respond Sun, 12 May 2019 17:52:08 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11691 Das Stadion ausserhalb Montevideos füllt sich langsam. In knapp einer Stunde erfolgt der Anpfiff zum „clásico“ zwischen Peñarol und Nacional. Bereits vor dem Spiel ist klar: Die Begegnung von heute geht in die Geschichtsbücher ein. Zum ersten Mal überhaupt duellieren...

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Das Stadion ausserhalb Montevideos füllt sich langsam. In knapp einer Stunde erfolgt der Anpfiff zum „clásico“ zwischen Peñarol und Nacional. Bereits vor dem Spiel ist klar: Die Begegnung von heute geht in die Geschichtsbücher ein. Zum ersten Mal überhaupt duellieren sich die zwei Grossen des uruguayischen Fussballs in Peñarols „neuem“ Stadion Campeon del Siglo. Seit 1929, als über 90 Jahre lang wurden die Clasicos im Estadio Centenario ausgetragen.

Peñarol (26 Punkte) geht als klarer Tabellenführer in die Partie. Mit einem Sieg heute würden die Carboneros den Vorsprung auf das zweitplatzierte Fenix auf 7 Punkte und auf Erzrivale Nacional (aktuell 17 Punkte) auf 12 Punkte ausbauen. Eine Hand wäre bereits am Meister-Pokal.

Die schwarz-gelben Fans hoffen auf Wiedergutmachung, denn unter der Woche schied ihr Team in der Copa Libertadores aus. Nacional hingegen seucht sich durch die heimische Liga, war jedoch in der Libertadores erfolgreich und wartet auf die Achtelfinal-Auslosung von morgen. Als Entschädigung für die verkorkste Saison zuhause käme ein Sieg im „Campeon del Siglo“ en Fans der Tricolores mehr als recht. Dem gestrigen Abschlusstraining wohnten über 8000 Fans bei.

Um die Sicherheit zu garantieren, stehen aktuell rund 1200 Polizisten in der Stadt und rund ums Stadion im Einsatz.

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Leonardo Fernández: Ein Toptalent auf dem Sprung http://www.chefutbol.com/lateinamerika/leo-fernandez-toptalent-532513 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/leo-fernandez-toptalent-532513#respond Sat, 30 Mar 2019 17:00:39 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11620 In Uruguay gibt es einen sensationellen Tabellenführer: Fénix, das vor fünf Monaten mit anderthalb Beinen in der zweiten Liga stand. Trainer Juan Ramón Carrasco kann vor allem auf einen zählen: Leonardo Fernández, den 20-jährigen Spielmacher. Wir schauen auf den Toptorschützen...

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In Uruguay gibt es einen sensationellen Tabellenführer: Fénix, das vor fünf Monaten mit anderthalb Beinen in der zweiten Liga stand. Trainer Juan Ramón Carrasco kann vor allem auf einen zählen: Leonardo Fernández, den 20-jährigen Spielmacher. Wir schauen auf den Toptorschützen der uruguayischen Liga.

Allein die Zahlen von Leonardo Fernández zeugen von Klasse: Der gerade mal 20 Jahre alte Mittelfeldspieler debütierte mit 16 Jahren in der ersten Liga und hat mittlerweile 81 Erstligaspiele auf dem Buckel – mit beeindruckenden 19 Toren und 16 Torvorlagen. Und die Zahlen werden stetig besser: Letzte Saison trug er mit elf Toren und zwölf Torvorlagen zum Last-Minute-Klassenerhalt von Fénix bei, war schon der wichtigste Mann der Albivioletas. Zum Saisonende wurde er als Uruguays Talent des Jahres ausgezeichnet. Diese Saison steht nicht nur sein Fénix an der Tabellenspitze, sondern er selbst ist auch der beste Schütze der Liga (mit Cerro Largos Sebastián Sosa): Sechs Spiele, sechs Tore, dazu kommt eine Vorlage. Als Fénix am letzten Wochenende Danubio mit 5:1 zerpflückte, war der Star des Tages mit einem Doppelpack mal wieder: Leonardo Fernández.

Fernández orchestriert das riskante, schnelle Passspiel von Fénix und leitet die überfallartigen Angriffe seines Teams häufig selbst ein. Mit seinen gerade mal 1,66 Metern und 62 Kilogramm ist er zudem prädestiniert für schnelle Richtungswechsel und Dribblings mit seinem starken linken Fuß. Trotz seiner filigranen Physis weiß sich Fernández dabei auch gegen das harte Einsteigen der uruguayischen Defensivreihen zu beweisen..Besonders überzeugend ist aber sein steter Drang zum Tor: Nicht nur trifft er regelmäßig mit seinen gefürchteten, flatternden Distanzschüssen und Freistößen, er beweist auch ein exzellentes Gespür für Räume und steht somit oft einfach am richtigen Ort.

Mit diesen Eigenschaften ist Fernández aktuell fraglos der beste offensive Mittelfeldspieler der Liga – und ein Spieler, den man auch im Ausland auf dem Zettel hat: „Leo“, der auch in der Jugend noch nie für einen anderen Profiklub als Fénix die Schuhe geschnürt, wird nach der Vorrunde mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Mexiko wechseln, hat bereits einen Vorvertrag bei den Tigres UANL unterschrieben. Monterrey statt Montevideo, die mexikanische Millionärsliga statt der hemdsärmligen uruguayischen Meisterschaft – keine kleine Herausforderung. Doch fußballerisch ist Fernández auf jeden Fall gewappnet.

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Peñarol dominiert http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/penarol-dominiert http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/penarol-dominiert#respond Mon, 11 Mar 2019 11:41:10 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11577 In der neuen Saison sind zwar erst vier Runden gespielt, doch die Gemütslage bei den zwei Dominatoren des heimischen Fussballs könnte unterschiedlicher nicht sein. Bereits neuen Punkte trennen Peñarol und Nacional. Die Schwarz-Gelben liegen mit dem Punktemaximum und einem Torverhältnis...

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In der neuen Saison sind zwar erst vier Runden gespielt, doch die Gemütslage bei den zwei Dominatoren des heimischen Fussballs könnte unterschiedlicher nicht sein. Bereits neuen Punkte trennen Peñarol und Nacional. Die Schwarz-Gelben liegen mit dem Punktemaximum und einem Torverhältnis von 11:1 an der Tabellenspitze. Die „Tricolores“ hingegen legten einen der schlechtesten Saisonstarts der letzten Jahre hin und warten weiterhin auf den ersten Sieg. Es reichte bisher einzig zu 3 Unentschieden gegen die ganz „Kleinen“ (Liverpool, Racing, Boston). Es sind nicht nur die Resultate, sondern vielmehr die völlig konzeptlose Spielweise, die enttäuscht.

Umgekehrte Vorzeichen auf internationaler Ebene: Zumindest resultatmässig glückte Nacional der Auftakt in die Copa Libertadores mit dem 1:0-Sieg in Venezuela gegen Zamora. Übermorgen kommt mit Atlético Mineiro jedoch ein anderes Kaliber nach Montevideo. Peñarol wiederum verlor den Libertadores-Auftakt in Quito mit 0:2 und empfängt diese Woche San Jose aus Bolivien.

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Saisonrückschau Uruguay: Bicampeón! Peñarol wiederholt den Titel http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/saisonruckschau-uruguay-196121 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/saisonruckschau-uruguay-196121#respond Sat, 24 Nov 2018 15:03:52 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11307 Das Torneo Uruguayo 2018 geht an Peñarol. Wie schon im Vorjahr war dafür eine beachtliche Aufholjagd der Carboneros notwendig, die sich mit viel Kampfgeist die Jahrestabelle sicherten. Das lange komfortabel führende Nacional brach dagegen in der Schlussphase ein und konnte...

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Das Torneo Uruguayo 2018 geht an Peñarol. Wie schon im Vorjahr war dafür eine beachtliche Aufholjagd der Carboneros notwendig, die sich mit viel Kampfgeist die Jahrestabelle sicherten. Das lange komfortabel führende Nacional brach dagegen in der Schlussphase ein und konnte den Spieß in der Finalrunde nicht mehr umdrehen – schon die 1:2-Halbfinalniederlage bedeutete das Ende der Titelträume. Im Abstiegskampf zogen neben Fixabsteiger El Tanque auch die Aufsteiger Torque und Atenas den Kürzeren. Wir blicken zurück auf die Saison der Klubs.

Peñarol:

Die Manyas gingen als Titelverteidiger in die Saison und starteten unter Meistercoach Leo Ramos durchaus ordentlich, doch nach dem Kreuzbandriss von Lenker Walter Gargano zeigte der Pfeil nach unten. So verloren die Gelb-Schwarzen Apertura und Torneo Intermedio (wo man hinter Torque nur Gruppenzweiter wurde) und lagen zwischendurch sieben Punkte hinter Nacional. Doch wie schon im Vorjahr kam die Trendwende mit der Clausura. Zuvor hatte Peñarol mit Coach Leo Ramos, Verteidiger Ramon Arias und Stürmer Cristian Palacios wichtige Figuren verloren, diese aber passend ersetzt: Der junge Trainer Diego Memo López kehrte nach vielen Jahren in Italien in sein Heimatland zurück, Carlos Rodriguez ersetzte Arias in der Innenverteidigung, und im Sturm kehrte Lucas Viatri nach Augenverletzung zurück.

Zunächst mussten López und sein Team allerdings einen schweren Rückschlag hinnehmen, als die Manyas mit einem Gesamtscore von 1:6 aus der Copa Sudamericana ausschieden. Auch in den ersten Ligaspielen unter López stotterte der Motor, doch dann fing man sich, spielte aber trotz einer sehr guten Bilanz oft gefährlich nah am Punktverlust. Doch in den entscheidenden Momenten wuchs die erfahrene Mannschaft an ihren Leadern: Lucas Viatri köpfte den späten Ausgleich gegen Nacional im Clásico der Clausura, Maxi Rodriguez‘ Last-Minute-Tor gegen Progreso sicherte die Clausura und ermöglichte es Peñarol, die Führung in der Jahrestabelle zu übernehmen, am letzten Spieltag bewahrte Keeper Kewin Dawson die Carboneros mehrmals vor einem höheren Rückstand gegen Defensor, ehe man mit einer maximalen Energieleistung (zwei späte Tore in Unterzahl zum 2:1-Sieg) das Blatt wendete. Und im Clásico des Halbfinals rettete Fabricio Formiliano, der Fels in der Abwehr, die Manyas in die Verlängerung, in der Kapitän Cristian Cebolla Rodriguez den entscheidenden Elfmeter verwandelte. In dieser nervenaufreibenden Saisonschlussphase war auch Walter Gargano wieder ein wichtiger Faktor– er verfügt nun über die unfassbare Bilanz von zwei Meistertiteln, 24 Siegen und 3 Remis bei 27 Ligaspielen für Peñarol und ist somit ein Gesicht des Bicampeonato.
Die besten Torschützen: Cristian Palacios und Gabriel Fernández (je 12 Tore)
Die besten Spieler: Cristian Rodriguez, Kewin Dawson, Fabricio Formiliano

Nacional:

Im Nachgang der Vorjahreskatastrophe (als man zehn Punkte Vorsprung in der Jahrestabelle verspielte und es nicht mal in die Finals schaffte) hatte man den jungen Reservetrainer Alexander Medina in die erste Mannschaft befördert. Der Cacique überzeugte zunächst, als Nacional es durch alle Qualifikationsrunden in die Copa Libertadores schaffte und sowohl Torneo Apertura als auch das Intermedio gewann. Zudem gelang es ihm, Youngster wie Christian Oliva und Guzmán Corujo zu Leistungsträgern zu machen. Später schaffte man es ins Viertelfinale der Copa Sudamericana, doch in den wichtigen Spielen knickten die Tricolores ein: Den Vorsprung in der Jahrestabelle gab man wegen vieler unnötiger Punktverluste in der Clausura her, in der Copa Libertadores verlor man das entscheidende letzte Gruppenspiel gegen Estudiantes La Plata, in der Copa Sudamericana das Viertelfinale zu Hause gegen Fluminense – und das bitterste von allen Spielen: Im Halbfinale unterlag man Peñarol mit 1:2 und musste dem Erzrivalen beim Feiern zusehen. Letztlich verfügte man nicht über die entscheidende mentale Stärke, die die Carboneros auszeichnete. Und so wird eine Saison, die lange mehr Gutes als Schlechtes bot, in der Nachbetrachtung zum Fiasko.
Der beste Torschütze: Gonzalo Bergessio (17 Tore)
Die besten Spieler: Christian Oliva, Gonzalo Bergessio

Danubio:

Best of the Rest, in Uruguay könnte sich das anfühlen wie ein Titel. Schließlich ist das Rennen zwischen den Grandes und den Verfolgern in jeder Hinsicht ziemlich ungleich. Doch obwohl Danubio als Dritter einlief, war die Saison der Franjeados nicht viel mehr als solide und die Euphorie dementsprechend gebremst. Unter dem früheren Jugendtrainer Pablo Peirano gelangen eine gute Apertura (Platz 3), ein mittelmäßiges Torneo Intermedio (Gruppendritter) und eine eher schwache Clausura (Zehnter), in der man sich dank Defensors Schwäche auf den dritten Platz rettete. Das eher mäßige Finish erklärt sich vor allem durch den Abgang des schussgewaltigen Mittelfeldspielers David Terans, der nach dem Torneo Intermedio (und satten 14 Toren in 20 Spielen) zu Atletico Mineiro wechselte – er hatte mit seiner Torgefahr spielerische Schwächen kompensiert. In der Clausura sprang dafür vor allem Carlos Grossmüller in die Bresche, doch der Ex-Schalker glänzte zwar durch seine Spielfreude, ist aber lange nicht so antrittsschnell und abschlussstark wie Terans. Weil die Stürmer außer dem auch nicht brillanten Federico Rodriguez (im ganzen Jahr neun Tore) ebenfalls wenig auf die Kette bekamen, erzielte Danubio nur 13 Treffer in der Clausura. Die eher rustikale Defensive um Gastón Bueno, Sergio Felipe und Ribair Rodriguez stand hingegen meistens gut und sicherte die internationale Qualifikation. Diese beschert Danubio dringend benötigte Einnahmen und die Möglichkeit, die eigenen Talente ins Schaufenster zu stellen – schließlich verfügt man über eine herausragende Jugendarbeit, die schon Spieler wie Edinson Cavani oder Marcelo Zalayeta hervorgebracht hat.
Der beste Torschütze: David Terans (14 Tore)
Die besten Spieler: David Terans, Carlos Grossmüller, Gastón Bueno

Defensor:

Im Vorjahr hatten es die Violetas bis ins Halbfinale der Meisterschaft geschafft – eine beachtliche Leistung angesichts der strukturellen Dominanz der beiden Grandes. 2018 konnte Eduardo Acevedos Team diese Leistung nicht bestätigen. Eine im Großen und Ganzen durchschnittliche Saison führte die Tuertos auf Rang vier und damit gerade so in die Copa Libertadores – zittern musste man dabei vor allem wegen drei Niederlagen in den letzten drei Spielen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren konnten die Violetas auch keine Talente groß rausbringen. Lediglich Rechtsverteidiger Mathias Suárez konnte seine guten Anlagen diesmal konstanter umsetzen und schaffte es so bis in die Nationalmannschaft. Immerhin: Mit den bekannt guten Jugendteams, den Geldern aus der Copa Libertadores und Transfereinnahmen aus dem vergangenen Sommer, als Benavidez und Castro gutes Geld in die Kassen spülten, ist Defensor auch für die Zukunft gut gerüstet.
Der beste Torschütze: Germán Rivero (10 Tore)
Die besten Spieler: Mathías Cardacio, Mathías Suárez

Cerro:

Die Albicelestes spielten eine hervorragende Saison, die ausgerechnet am letzten Spieltag etwas verdorben wurde: Durch die Niederlagen von Defensor und Danubio hatte man eine hervorragende Chance auf die Copa Libertadores, brauchte dazu nur einen Sieg gegen den Erzrivalen Rampla. Im Clásico de la Villa führte Cerro dann auch früh 2:0 und durfte 60 Minuten in Überzahl bestreiten – schenkte die komfortable Situation aber her und holte nur einen Zähler. So wird man 2019 in der Copa Sudamericana antreten, was dennoch ein sehr gutes Ergebnis ist. Besonders ermutigend: Der Coach Fernando Petete Correa, einst Nationalstürmer, hat den jungen Angreifern Nicolás González und Luis Acevedo sowie dem technisch begabten Mittelspieler Leandro Paiva zum Durchbruch verholfen. An dem Trio dürfte Cerro noch seine Freude haben.
Der beste Torschütze: Nicolás González (9 Tore)
Die besten Spieler: Leandro Paiva, Yonatan Irrazábal

Liverpool:

Liverpools wichtigster Transfer vor der Saison war der neue Coach: Paulo Papa Pezzolano, im Vorjahr Aufsteiger mit Torque, ist eines der begabtesten Trainertalente Uruguays. Für Pezzolano war es eine Rückkehr: Er hatte früher lange Jahre in Liverpools Mittelfeld die Fäden gezogen. Bei seiner zweiten Trainerstation überzeugte er erneut vollkommen. Die Negriazules, die mit einem eher mäßigen Punkteschnitt in die Saison gegangen waren, gerieten nie in Abstiegsnöte und qualifizierten sich souverän für die Copa Sudamericana – bei einem Sieg am letzten Spieltag wäre es sogar die Copa Libertadores geworden. Pezzolanos Mannschaft pflegte einen kontrollierten, technisch ansehlichen Stil, mit dem sie recht konstant Resultate einfuhr. Besonders wichtig war das brandgefährliche Duo aus Außenstürmer Federico Martínez und Mittelstürmer Juan Ignacio Ramírez, aber auch die Verteidiger Angelo Gabrielli und Sebastián Cáceres spielten eine hervorragende Saison. Pezzolano bewies dabei ein besonderes Händchen für Youngster, denn mit Ramírez (21), Cáceres (19), Martínez (22) und auch beispielsweise Cristian Souza (23) und Agustín Ocampo (20) verfügte Liverpool über eine recht junge Mannschaft mit viel Potential. Für die Negriazules bietet sich nun die Möglichkeit, sich wieder dauerhaft in den internationalen Plätzen zu etablieren, nachdem ein überraschender Abstieg 2015 den Verein zurückgeworfen hatte.
Der beste Torschütze: Federico Martínez (12 Tore)
Die besten Spieler: Federico Martínez, Sebastián Cáceres, Juan Ignacio Ramírez

Montevideo Wanderers:

Als Eduardo Espinel vor der Saison bei den Bohemios unterschrieb, machte sich mancher Fan klammheimlich Illusionen: Schließlich hatte der Trainer Plaza Colonia 2015/16 sensationell zum Clausura-Sieg gecoacht, und der Kader der Wanderers gehört zu den stärkeren der Liga. Doch die Liaison begann nicht besonders glücklich, denn der Klub aus El Prado beendete die Apertura als enttäuschender Elfter. Doch die Bohemios bewiesen Geduld mit Espinel und reagierten gut auf dem Transfermarkt: Mit Diego Riolfo und Nicolás Albarracin kamen spielstarke Partner für die schnellen Offensiven Manuel Castro und Rodrigo Pastorini. Dazu etablierten sich der junge Leihrückkehrer Ignacio De Arruabarrena im Tor sowie Youngster Bruno Méndez in der Abwehr – der Senkrechtstarter schaffte es nun sogar in die A-Nationalmannschaft. Die Oldies Nacho González, Sergio Blanco und Damián Macaluso rückten dagegen immer mehr ins zweite Glied. Zahlreiche Veränderungen, die sich auszahlten: Die Wanderers beendeten eine gute Clausura auf Platz 3. Mehr als Rang 7 in der Jahrestabelle war nach dem schwachen Start nicht mehr drin, aber der Trend geht klar nach oben. Für 2019 sollte dann die Copa Libertadores ein Ziel sein.
Der beste Torschütze: Manuel Castro (11 Tore)
Die besten Spieler: Adrián Colombino, Manuel Castro

River Plate:

Sechster in der Apertura, Dritter in der Intermedio-Gruppe, Dreizehnter in der Clausura: So wirklich nach oben zeigte der Trend bei River Plate diese Saison nicht. Trotzdem reichte es gerade noch so für die Copa Sudamericana, womit man sein Soll erfüllt hat. Vier schmerzende Niederlagen zum Saisonabschluss sorgen dafür, dass die Darseneros dennoch mit einem mäßigen Gefühl aus der Saison gehen. Unter Pablo Tiscornia und seinem Nachfolger Jorge Giordano schaffte man es weder, ein klares Spielkonzept zu etablieren noch Youngstern wirklich zum Durchbruch zu verhelfen. Neben den etablierten Matías Jones und Nicola Pérez war kein Rot-Weißer konstant, lediglich die Flügelspieler Facundo Boné und Mauro Da Luz ließen ihr Talent aufblitzen. Besonders enttäuschend: Die erfahrenen Angreifer Juan Manuel Olivera, Matías Alonso und Gabriel Leyes kamen zusammen auf gerade mal zehn Saisontore.
Der beste Torschütze: Matías Jones (9 Tore)
Die besten Spieler: Matías Jones, Nicola Pérez

Progreso:

Der Gaúcho del Pantanoso ging als Aufsteiger erstmal mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison. Doch schon eine starke Apertura deutete an, dass sich das Team von Marcelo Méndez keine großen Sorgen machen müsste. Im Gegensatz zu vielen anderen theoretisch stärkeren Mannschaften suchte Progreso fast immer eine saubere Spieleröffnung und war so eine angenehme Erscheinung. Im Angriff sorgten Ignacio Lemmo und Gastón Colman mit wechselnden Kollegen für viel Wirbel und beachtliche 51 Tore, in der Defensive legten No-Names wie Steve Makuka und Mauricio Loffreda hervorragende Debütsaisons in der ersten Liga hin: Nur die ersten drei Teams kassierten weniger Tore als Progreso. Etwas mehr Konstanz hätte den Gaúchos allerdings nicht geschadet – am Ende waren 13 Niederlagen eine zu viel, denn River Plate landete um Haaresbreite vor den Gelbroten, die somit die Copa Sudamericana verpassten.
Der beste Torschütze: Ignacio Lemmo (10 Tore)
Die besten Spieler: Ignacio Lemmo, Steve Makuka

Racing:

Eine nur durchschnittliche Vorsaison und ein Stotterstart verdammten die Escuelita dazu, die ganze Saison über den Blick nach unten zu richten. Unter dem debütierenden Coach Rodrigo López, der seine Karriere erst vor dieser Saison beendet hatte, spielten die Cerveceros fast immer nur durchschnittlich und verpassten die Befreiungsschläge. Besonders offensiv hatte das Team Ladehemmung – umso erstaunlicher, da López selbst ein herausragender Stürmer war. Letztlich war es keine Überraschung, dass der Debütant nach 25 Spieltagen gehen musste. Umso erstaunlicher war dafür, was sein Nachfolger Juan Tejera aus der Mannschaft holte: Sechs Siege aus zehn Spielen (López schaffte fünf in 25 Versuchen) reichten sogar für Platz 4 in der Clausura und für Platz 10 in der Jahrestabelle. Der stärkste Mannschaftsteil war dabei ganz klar die Defensive um Kapitän Lacoste, die mit 46 Gegentoren einen guten Eindruck hinterließ.
Der beste Torschütze: Maicol Cabrera (5 Tore)
Der beste Spieler: Pablo Lacoste

Torque:

Der ambitionierte Aufsteiger, der zum Imperium der City Football Group gehört, erlebte ein sehr unglückliches Debütjahr in der ersten Liga. Die Himmelblauen arbeiteten seriös und verstärkten sich solide. Nach einem durchschnittlichen Torneo Apertura schien man sich endgültig zu etablieren – zweimal schlug Torque den späteren Meister Peñarol und stand im Torneo Intermedio sogar kurz vor dem Sieg, ehe Finalgegner Nacional sich in letzter Sekunde noch durchsetzte. Doch übers Jahr gesehen ließ man vor allem offensiv Durchschlagskraft vermissen und steckte so bis zum Schluss im Abstiegskampf, hatte aber alles in der eigenen Hand – ein Sieg gegen die Konkurrenten Rampla oder Fénix hätte den Klassenerhalt bedeutet. Doch das Team von Pablo Marini holte nur einen Zähler und muss den bitteren Gang in die zweite Liga antreten.
Der beste Torschütze: Mauricio Gómez (6 Tore)
Die besten Spieler: Mauricio Gómez, Dario Pereira

Fénix:

El Fénix no baja, hallte es am letzten Spieltag durch den Parque Capurro. Der Klub, den der Journalist Hardy Grüne in Anlehnung an die Unabsteigbaren als den VfL Bochum Uruguays bezeichnet hat, machte seinem Namen mal wieder alle Ehre und schaffte die Wiederauferstehung, nachdem alles schon verloren schien. Unter Nathaniel Revetria versuchten die Lilaweißen von Beginn an, sich von den Abstiegsplätzen zu distanzieren, hatten dabei aber wenig Fortune. Nach neun Niederlagen in den ersten 17 Spielen musste Revetria gehen. Es kam eine der schillerndsten Figuren des uruguayischen Fußballs: Juan Ramón Carrasco, der den Klub einst mit ambitioniertem Fußball in die Copa Libertadores geführt hatte und für seine eigenwillige Spielauffassung berühmt ist. Doch auch unter Carrasco änderte sich nicht viel: Manchmal war Fénix‘ Fußball vor allem dank Jungstar Leo Fernández richtig gut anzuschauen, doch verloren die Albivioletas einfach viel zu oft (am Ende 18 Mal). So fiel man peu à peu zurück und stand am Ende mit dem Rücken zur Wand, brauchte mindestens einen Punkt gegen Danubio sowie Siege gegen die Konkurrenten Atenas und Torque. Ein dramatisches 2:1 über Atenas und ein erkämpftes Remis gegen Danubio brachten das gewünschte Endspiel gegen Torque im heimischen Parque Capurro. Dort hatte man dann mental und fußballerisch immer die Oberhand, und der 2:1-Sieg bedeutete den denkbar knappen Klassenerhalt.
Der beste Torschütze: Leonardo Fernández (11 Tore)
Die besten Spieler: Leonardo Fernández, Dario Denis

Atenas:

Das Team aus San Carlos ist in den letzten Jahren ein Fahrstuhlklub – meist zu gut für die Segunda División, aber zu schlecht für die Primera. Auch 2018 bestätigte sich diese Tendenz. Trotz diverser Kaderumbrüche und zweier Trainer standen die Carolinos meist unter dem Strich – weder offensiv noch defensiv hatte man wirklich die notwendige Klasse. Der gute Punkteschnitt der Konkurrenz tat sein Übriges, dass Atenas‘ Abstieg bereits nach dem vorletzten Spiel gegen Nacional (2:2) feststand. Der Abschied war in der folgenden Woche nicht eben ruhmreich: Bei Progreso gab’s ein 0:5.
Der beste Torschütze: Santiago Barboza (6 Tore)
Der beste Spieler: Federico Castellanos

Boston River:

Zwei Jahre in Folge hatte es das Team von Turco Apud bis in die Copa Sudamericana geschafft, nun aber enttäuschten die Grünroten: Platz 14 in der Jahrestabelle entspricht nicht den Erwartungen. Nur dank des guten Vorjahres blieb manch von einer echten Zitterpartie verschont. Dabei gelangen einige gute Transfers (wie etwa Gonzalo Mastriani und Keeper Gonzalo Falcón), und für Ronald Araujo (während der Saison zu Barca B) konnte man sogar als Sprungbrett nach Europa fungieren. Doch im Großen und Ganzen lief nicht viel bei Boston River, das diese Saison in Las Piedras spielte. Neben fehlendem Matchglück ist dafür wohl auch ein etwas unbalancierter Kader verantwortlich: Während an den schon seit einigen Jahren für Boston River auflaufenden Oldies um Kapitän Scotti (nun 41!) der Zahn der Zeit nagt, können die vielen Jungspunde ihre Leistung nicht konstant genug abrufen. So verlor man oft ausgerechnet gegen die schwächeren Teams, während man unter anderem Cerro, Nacional, Defensor und international Banfield schlagen konnte.
Der beste Torschütze: Gonzalo Mastriani (8 Tore)
Die besten Spieler: Ronald Araujo, Gonzalo Falcón

Rampla Juniors:

Die Picapiedras gingen 2018 mit einem positiven Gefühl an: Erstmals in der Vereinsgeschichte war man für die Copa Sudamericana qualifiziert, zudem startete man mit einem guten Vorsprung in der Abstiegstabelle. Doch scheinbar ruhte man sich zu sehr auf den Lorbeeren aus – in der heimischen Liga klappte bei dem Verein vom Cerro wenig, während der internationale Auftritt mehr als achtbar war. Mit den Trainern López und Fuentes schlingerte man in den Abstiegskampf, wo man dann einen Spezialisten aktivierte: Julio César Tola Antúnez. Der  formte eine kompakte und defensivstarke Mannschaft, die in den letzten sechs Spielen nicht mehr verlor (allerdings auch fünfmal Remis spielte) und somit gerade noch den Klassenerhalt schaffte, obwohl Rampla in der Jahrestabelle auf dem letzten Platz stand. Ins nächste Jahr wird man allerdings mit einer Hypothek gehen. Immerhin steht mit Julio César Toresani schon ein neuer Coach fest. Der Argentinier muss versuchen, mit den bei Rampla immer unglaublich limitierten Möglichkeiten den Klassenerhalt zu schaffen.
Der beste Torschütze: Diego Martiñones (11 Tore)
Der beste Spieler: Rodrigo Odriozola

El Tanque Sisley:

Der Fusionsverein, ein Projekt des umtriebigen Unternehmers Freddy Varela, trat diese Saison angesichts einer drückenden Schuldenlast nicht an. Daher wurden alle Spiele für die jeweiligen Gegner gewertet, und der Klub wird nächste Saison in der Segunda División antreten.

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Uruguayischer Clásico: Viatri rettet das Remis http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguay-clasico-viatri-351761 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguay-clasico-viatri-351761#respond Sun, 21 Oct 2018 12:54:39 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11206 Peñarol hat im uruguayischen Clásico ein spätes 1:1-Remis gerettet. Die Führung Nacionals durch Sebastián Fernández konterte der eingewechselte Lucas Viatri. Damit bleibt Nacional in der Jahrestabelle vorn, während Peñarol nächste Woche den Sieg in der Clausura fix machen könnte. Dann...

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Peñarol hat im uruguayischen Clásico ein spätes 1:1-Remis gerettet. Die Führung Nacionals durch Sebastián Fernández konterte der eingewechselte Lucas Viatri. Damit bleibt Nacional in der Jahrestabelle vorn, während Peñarol nächste Woche den Sieg in der Clausura fix machen könnte. Dann gäbe es in jedem Fall mindestens ein Endspiel zwischen den beiden Grandes.

Keine Überraschung gab es bei den Aufstellungen. Bei Nacional stürmte Seba Fernández an der Seite von Gonzalo Bergessio, bei Peñarol saßen Lucas Viatri und Walter Gargano nach Verletzungen nur auf der Bank, während Giovanni González an Stelle von Lolo Estoyanoff den Offensivdrang von Nacionals Linksverteidiger Espino einbremsen sollte. Das Spiel begann zerfahren und mit einer frühen gelben Karte gegen Jorge Fucile. Dann hatte Peñarol die beiden ersten Chancen: Darwin Núnez‘ Kopfball wurde vor der Linie geklärt (19.), Agustín Canobbio verfehlte den Kasten per Direktabnahme nur haarscharf (22.). Beide Möglichkeiten hatte González eingeleitet. Peñarol kontrollierte das Spiel in der ersten Halbzeit weitgehen, die Albos dagegen kamen bis zur 44. Minute kaum nach vorne. Ihre erste echte Möglichkeit hatte es allerdings in sich: Gonzalo Bergessio setzte sich vehement gegen einen Gegenspieler durch, scheiterte aber am stark reagierenden Dawson.

Diese Chance war ein erstes Anzeichen dafür, was nach der Pause kommen sollte. Peñarol begann völlig desorientiert und lag nach knapp 50 Sekunden zurück: Bergessio spielte einen wunderbaren Pass auf Seba Fernández, der präzise abschloss (46.). Keine Minute später kam Bergessio aus Nahdistanz zum Kopfball, Dawsons Abwehr landete wieder beim argentinischen Oldie – Lattenunterkante (47.)! Es war Nacionals beste Phase, doch das 2:0 sollte nicht fallen. Peñarols Angriffe wurden in Rückstand zunehmend planlos, der angeschlagene Gabriel Fernández und der gut isolierte Cristian Rodriguez hatten kaum zündende Ideen. So war der große Aufreger ein Handspiel von Nacionals Rodrigo Erramuspe (50.), das Referee Leodan González vertretbarerweise als unabsichtlich wertete. Peñarol brachte Lolo Estoyanoff und später den Argentinier Lucas Viatri, blieb aber unpräzise und verlegte sich zunehmend auf lange Bälle auf Viatri und Fernández. Das blieb zunächst erfolglos. Nacional zog sich zurück und inszenierte nur wenige Konter, meist über Christian Oliva. Kurz nach der Einwechslung von Walter Gargano (78.) folgte auf der Gegenseite der erste wirklich gute Spielzug der zweiten Hälfte – und der Ausgleich: Cristian Rodriguez passte auf Fernández, der sich drehte und eine präzise Flanke auf den Kopf von Viatri brachte. Dessen Kopfballaufsetzer schlug im langen Eck ein (81.). Es war erst Viatris zweites Saisontor, nachdem der Stoßstürmer weite Teile der Saison wegen einer schweren Augenverletzung verpasst hatte, und es war sein wohl wichtigster Treffer für die Aurinegros. Direkt nach dem Ausgleich ging das zuvor abwartende Nacional in die Offensive, zeigte sich dabei aber zu unpräzise. So endete das Spiel mit einem für beide Seiten vertretbaren Remis, auch wenn Nacional das Match lange im Griff zu haben schien. Die Albos verteidigen ihren Vorsprung in der Jahrestabelle (ein Punkt vor Peñarol), die Manyas dagegen haben zwei Spiele vor Schluss vier Punkte Vorsprung in der Clausura. Gewinnen sie diese, stehen sie auf jeden Fall im Halbfinale und haben gegen ihren Erzrivalen die Chance, den Titel von 2017 zu verteidigen.

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Uruguay vor dem Clásico: Es geht um alles http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguay-clasico-alles-186719 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguay-clasico-alles-186719#respond Fri, 19 Oct 2018 17:02:19 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11202 Der uruguayische Clásico zwischen Peñarol und Nacional ist einer der ältesten und heißesten des Kontinents. Diesmal geht’s wirklich um alles: Während Peñarol mit einem Sieg den Clausura-Titel fix machen kann, könnte Nacional den Carboneros bei einem eigenen Erfolg wieder auf...

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Der uruguayische Clásico zwischen Peñarol und Nacional ist einer der ältesten und heißesten des Kontinents. Diesmal geht’s wirklich um alles: Während Peñarol mit einem Sieg den Clausura-Titel fix machen kann, könnte Nacional den Carboneros bei einem eigenen Erfolg wieder auf die Pelle rücken. Und auch in der Jahrestabelle trennt beide nur ein Punkt…

Esa película ya la vi (den Film hab ich schon mal gesehen): So reagierten viele Nacional-Fans auf die jüngsten Punktverluste. Von den letzten vier Ligaspielen gewannen die Albos nur eines, am Wochenende gab’s ein 0:1 gegen Abstiegskandidat Boston River. Der Film, der den Hinchas so bekannt vorkommt, ist folgender: Nacional führt in der Jahrestabelle lange bequem vor Peñarol, bricht aber auf den letzten Metern ein, verliert den Clásico und lässt sich den Titel ausgerechnet vom Erzrivalen wegschnappen. So geschehen 2017. Und 2018 deutet vieles in eine ähnliche Richtung: Nacional gewann zwar Apertura und Torneo Intermedio und führte zwischenzeitlich mit sieben Punkten in der Jahrestabelle, hat aber in dieser nach der jüngsten Formdelle nur noch einen Zähler Vorsprung auf Peñarol. Die Carboneros dagegen liegen drei Spieltage vor Schluss der Clausura vier Punkte vor Nacional. Das heißt: Mit einem Sieg könnte Peñarol den Sieg in der Clausura fix machen und Nacional in der Jahrestabelle überholen – ein großer Vorteil auf dem Weg zum Titel, auch wenn Nacional als Sieger der Apertura bereits mindestens für das Halbfinale qualifiziert ist (im Halbfinale treffen die Sieger von Apertura und Clausura aufeinander, der Gewinner im Finale auf den Ersten der Jahrestabelle). Das heißt aber auch: Wenn Nacional siegt, könnte man Peñarol in der Clausura vielleicht sogar noch abfangen – dann ginge der Titel auf jeden Fall in die Avenida 8 de Octubre. Die Spannung ist auf jeden Fall zum Greifen in Montevideo: Nur auf der Nacional-Tribüne Olimipica gibt es noch ein paar Karten, ansonsten ist das altehrwürdige Estadio Centenario ausverkauft.

Peñarol: Die Punkte stimmen, die Verletzten machen Sorgen

12 Spiele, 29 Punkte – rein bilanziell ist bei Peñarol momentan alles im Lot. In den letzten elf Ligaspielen siegten die Manyas neunmal, auch wenn zwei unglückliche Punktverluste gegen Rampla und Torque die Stimmung etwas drücken. Allerdings schwebt immer noch das blamable Ausscheiden aus Copa Libertadores und Copa Sudamericana über dem Verein – Coach Diego López ist seitdem angezählt, auch wenn seine nationale Punktausbeute hervorragend ist. Seine Manyas haben mit 21 Toren den besten Angriff und mit 8 Gegentoren die beste Defensive der Liga. Die Achse aus Kevin Dawson, Innenverteidiger Fabricio Formiliano, dem Caudillo Cristian Rodriguez und Goalgetter Gabriel Toro Fernández macht trotz fußballerisch oft mäßiger Auftritte in der heimischen Liga fast immer den Unterschied. Allerdings macht die medizinische Abteilung Sorgen: Formiliano und der trotz bescheidener Torquote eminent wichtige Angreifer Lucas Viatri sind angeschlagen. Und Walter Gargano, der Kopf hinter der überragenden Rückrunde 2017, hat nach einem Kreuzbandriss im März gerade mal 45 Minuten Fußball in den Beinen, zu Wochenbeginn gegen Fénix‘ Reserve. Alle drei kämpfen noch um ihren Einsatz im Clásico, wobei es zumindest bei Gargano sicher nicht für die Startelf reichen würde.

Nacional: Ladehemmung in der Offensive

Bei Nacional kann das Pendel noch weit ausschwingen: Es könnte eine brillante Saison werden – im Debütjahr von Coach Alexander Medina steht man im Viertelfinale der Copa Sudamericana, dazu hat man in der heimischen Liga noch alle Karten in der Hand. Doch wenn man dem Druck von Peñarol nicht standhält, wird es wohl mal wieder ein Jahr zum Vergessen für die Tricolores. Deshalb darf der Clásico keinesfalls verloren werden – eine Ehrenrunde des Erzrivalen im Estadio Centenario wäre eine Blamage für das Team aus La Blanqueada. Besonders gut ist dessen Form nicht, besonders die Trefferquote von 15 Toren aus 12 Spielen stimmt nachdenklich – außer dem auch nicht immer glücklichen, aber enorm präsenten Gonzalo Bergessio fehlt es an Torgefahr. Die medienwirksame Rückkehr von Altstar Pierre Webó hat sich bislang noch nicht bezahlt gemacht. Vermutlich setzt Medina daher neben Bergessio diesmal auf den Clasico-erfahrenen Papelito Fernández. Und in der Innenverteidigung hat Nacional nicht das Tempo, um mit einer hohen Abwehrkette zu spielen, was die Innenverteidiger Rodrigo Erramuspe und Rafa García zuletzt öfter in Not gebracht hat. Ihr Abwehrkollege Alexis Rolín ist derweil angeschlagen und dürfte ebenso fehlen wie der langzeitverletzte Guzmán Corujo. Ohne die beiden muss Nacional versuchen, das erste Mal seit Juni 2015 einen Clásico auf dem Spielfeld zu gewinnen – dazwischen steht nur eine Spielwertung zu Gunsten der Albos in den Geschichtsbüchern, als ein Clásico nach Ausschreitungen von Peñarol-Fans gar nicht erst angepfiffen wurde. Topstimmung ist auf jeden Fall zu erwarten, wie dieses knapp sechs Jahre alte Video verdeutlicht.

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Uruguay vor dem Achtelfinale: Zittern um Giménez http://www.chefutbol.com/wm2018/uruguay-achtelfinale-gimenez-171691 http://www.chefutbol.com/wm2018/uruguay-achtelfinale-gimenez-171691#respond Sat, 30 Jun 2018 09:43:28 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10524 Neun Punkte, kein Gegentor: Uruguays Gruppenphase lief nahezu perfekt. Im Achtelfinale trifft man allerdings auf eine andere Hausnummer, nämlich Cristiano Ronaldos Portugiesen. Die Vorrunde: Souverän und doch mit Luft nach oben 1:0, 1:0, 3:0 – die Ergebnisse der Gruppenphase sprechen...

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Neun Punkte, kein Gegentor: Uruguays Gruppenphase lief nahezu perfekt. Im Achtelfinale trifft man allerdings auf eine andere Hausnummer, nämlich Cristiano Ronaldos Portugiesen.

Die Vorrunde: Souverän und doch mit Luft nach oben

1:0, 1:0, 3:0 – die Ergebnisse der Gruppenphase sprechen für Uruguay. Allerdings hatte man gegen die Außenseiter aus Ägypten und Saudi-Arabien gewaltige Mühe. Bemerkenswert war die Passivität, mit der die Celeste gegnerische Angriffe begleitete – oft war erst die überragende Innenverteidigung um Godín und Giménez Endstation für die Gegner. Auch offensiv sprühten die Himmelblauen nicht gerade vor Gefahr, denn die übliche Kontertaktik wurde gegen die selbst eher abwartenden Gegner durch ein wenig inspiriertes Ballgeschiebe ersetzt. Lediglich die Standardsituationen brachten zuverlässig Gefahr, so dass die aus zwei Kopfballtoren resultierenden sechs Punkte etwas über eigentlich enttäuschende Leistungen hinwegtäuschten. Erst im letzten Gruppenspiel gegen Russland schien sich die Celeste in allen Mannschaftsteilen gefunden zu haben: Guillermo Varela musste auf der Bank Platz nehmen, Martin Cáceres rückte von links nach rechts hinten, Diego Laxalt übernahm die linke Bahn und Nahitán Nández sorgte gemeinsam mit Torreira, Bentancur und Vecino für eine Art Raute, die sich oft durch Nández‘ Herauskippen zum 3-5-2 verschob. Gemeinsam mit etwas Fortune sorgte das für Uruguays besten WM-Auftritt und einen klaren 3:0-Sieg. Als einziges von 32 Teams überstand Uruguay die Gruppenphase so ohne Gegentor und ohne Punktverlust – eine Premiere für die Himmelblauen.

Das Achtelfinale: Wird Gimenez fit?

Im Achtelfinale trifft das Team von Oscar Tabárez nun auf den amtierenden Europameister Portugal. Trotz einer mittelmäßigen Vorrunde gehen die Lusitaner wohl leicht favorisiert in das Match, vor allem dank des vierfachen Torschützen Cristiano Ronaldo. Auch Uruguay wird defensiv alle Hände voll zu tun haben, den Weltstar unter Kontrolle zu halten. Dementsprechend zittert man aktuell um den Einsatz von Innenverteidiger José María Giménez – der Mann von Atlético Madrid kennt CR7 aus der Primera División bestens und bildet mit Godín in aller Regel eine fast unüberwindbare Abwehr. Allerdings hatte Giménez das Spiel gegen Russland verletzt verpasst, gegen Portugal entscheidet sich sein Einsatz erst in letzter Minute. Sein Vertreter wäre Sebastián Coates, der gegen Russland ein gutes WM-Debüt feierte. Ansonsten steht Uruguays Aufstellung so gut wie fest: Muslera – Cáceres, Giménez (Coates), Godín, Laxalt – Nández, Torreira, Vecino – Bentancur – Suárez, Cavani.

Gegen Portugal dürfte Uruguay vor allem auf Konter und lange Bälle setzen, was dem Charakter der Mannschaft mehr entgegen kommt als die dominante Rolle gegen Ägypten und Saudi-Arabien. Die Stärke der Uruguayer liegt dabei sicherlich in der Defensive, wo neben Godin und Giménez auch Torwart Muslera – mittlerweile Uruguays Rekord-WM-Spieler –  eine gute Weltmeisterschaft absolviert. Wichtig wird die Abstimmung auf der linken Seite: Dort läuft Diego Laxalt auf, der nur wenig Erfahrung als Linksverteidiger vorweisen kann und seine Stärken eher in der Offensive hat. Daher wird auf den linken Halbspieler Matías Vecino von Inter Mailand eine Menge Defensivarbeit zukommen. Vecino gilt wie seine mehrheitlich Serie-A-Erfahrenen Mittelfeldkollegen als diszipliniert und kampfstark, doch insgesamt fehlt es dem uruguayischen Mittelfeld etwas an Torgefahr und Kreativität. Daher werden die Angreifer Suárez und Cavani gegen Pepe und José Fonte Schwerstarbeit verrichten müssen, doch ihre überragende Kampfstärke und individuelle Klasse dürfte den Himmelblauen ein paar Chancen garantieren. Nutzt man sie, hat man keine schlechten Karten auf das Viertelfinale.

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WM-Vorschau Uruguay: Reicht ein Weltklassetrio? http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/wm-vorschau-uruguay-weltklassetrio-869413 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/wm-vorschau-uruguay-weltklassetrio-869413#respond Thu, 07 Jun 2018 15:15:38 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10372 Viel weniger nervenaufreibend als sonst war Uruguays WM-Qualifikation: An der Qualifikation für Russland 2018 bestand eigentlich nie ein Zweifel, die Gruppe beendete man als Zweiter. Der zweimalige Weltmeister wurde in eine Gruppe mit Russland, Ägypten und Saudi-Arabien gelost – nominell...

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Viel weniger nervenaufreibend als sonst war Uruguays WM-Qualifikation: An der Qualifikation für Russland 2018 bestand eigentlich nie ein Zweifel, die Gruppe beendete man als Zweiter. Der zweimalige Weltmeister wurde in eine Gruppe mit Russland, Ägypten und Saudi-Arabien gelost – nominell eine klare Sache für die Himmelblauen, die von Diego Godin, Luis Suarez und Edinson Cavani angeführt werden. Ob es für Uruguay aber viel weiter gehen kann, erscheint unklar.

Der Weg nach Russland

War relativ glatt – zum ersten Mal seit 1990(!!) fährt eine Celeste ohne den Umweg der Play-Offs zur WM. Von Beginn an war das Team von Oscar Tabarez immer auf Kurs, und auch eine kleine Leistungsdelle 2025 brachte die Qualifikation nicht in Gefahr. Letztlich schloss das kleine Land die Südamerikagruppe sogar auf Platz 2 ab. Insgesamt zeigte man dabei die bekannten Stärken (Standards, Kampfkraft, Defensive) und Schwächen (fußballerische Elaboration), konnte aber auch einen Generationsumbruch in die Wege leiten – die Youngster um Lucas Torreira und Rodrigo Bentancur versprechen einen gepflegteren Fußball, wenn sie denn zum Einsatz kommen.

Die WM-Geschichte

Die Weltmeisterschaft und Uruguay sind untrennbar verbunden, seit La Celeste 1930 das erste Turnier überhaupt austragen durfte und gleich auch den Pokal in Montevideo behalten konnte (der Finalspielort, das Estadio Centenario, ist übrigens bis heute das Nationalstadion – auch wenn der Zahn der Zeit gehörig am Bau genagt hat). Damals stellten die Uruguayer, die auch die WM-ähnlichen olympischen Turniere 1924 und 1928 gewannen, die wohl beste Mannschaft der Welt. 1950 folgte der vielleicht sensationellste Titelgewinn aller Zeiten, das Maracanazo – Alfredo Ghiggias Tor wurde in Uruguay zum Mythos und in Brasilien zu einem nationalen Alptraum. In den Jahrzehnten danach schwand die Glorie der Himmelblauen etwas: Halbfinalteilnahmen 1954, 1970 und 2010 blieben die Highlights, die sonstige Bilanz war eher trostlos. Zwischen 1994 und 2006 verpasste man gar drei von vier Weltmeisterschaften. Dann folgte der starke vierte Platz in Südafrika, ehe man 2014 im Achtelfinale sang- und klanglos gegen Kolumbien ausschied.

Die Mannschaft

Quelle: www.teledoce.com

Meist setzt Tabarez auf ein asymmetrisches 4-4-2, in dem Luis Suarez und Edinson Cavani die Doppelspitze geben – logisch bei deren Qualität. Der dritte Weltklassemann, Kapitän Diego Godin, hält derweil die Defensive zusammen. Im Mittelfeld kompensiert die Celeste fehlende individuelle Brillanz mit Laufstärke und Intensität, bringt aber nicht immer die notwendige Ruhe ins Spiel. Ohnehin werden die Wege zwischen den beiden Strafräumen oft relativ direkt überspielt, und neben Suarez und Cavani sollen es offensiv vor allem Standardsituationen für die Himmelblauen richten. Die Konsequenz ist oft eine gewisse Chancenarmut. Etwas kreativer ist die Ausrichtung, wenn im offensiven Mittelfeld der einzige echte Feingeist, Giorgian de Arrascaeta, zum Einsatz kommt. Ein paar Geistesblitze könnten gegen die vermutlich eher defensiv eingestellten Gruppengegner auch dringend notwendig sein. Potentielle Schwachstellen sind die beiden defensiven Außenbahnen, auf denen wohl der international unerfahrene Ex-Frankfurter Guillermo Varela sowie der verletzungsanfällige Martin Cáceres zum Einsatz kommen werden. Zu den Charakteristika der Mannschaft gehört neben der typischen uruguayischen Kampfstärke auch eine ordentliche Portion internationale Erfahrung – gleich vier Spieler des aktuellen Kaders haben schon 100 Länderspiele bestritten, auch Luis Suárez und Fernando Muslera dürften diese Schallmauer in Russland knacken.

Der Trainer

Oscar Tabarez, von allen nur Maestro gerufen, ist ein Weltrekordhalter: 171 Spiele stand er für Uruguay an der Seitenlinie, mehr als jeder andere Nationaltrainer für eine einzelne Mannschaft. Nach einer kurzen Ägide von 1988 bis 1990 übernahm er 2006 wieder die Celeste und führte sie zu drei Weltmeisterschaftsteilnahmen in Folge sowie zum Copa-America-Sieg 2011. Trotz dieser Erfolge muss sich Tabarez gelegentlich Kritikern stellen, die seine defensive Ausrichtung und seine Nibelungentreue zu vielen altgedienten Spielern bemängeln. Dies gilt umso mehr, als dass Uruguay nach den spektakulären Erfolgen von vor einigen Jahren (WM-Vierter 2010, Copa-America-Sieger 2011) einige Enttäuschungen wie das jeweils frühe Ausscheiden bei der Copa America 2015 und 2025 erleben musste. Die WM dürfte der letzte große Auftritt des mittlerweile 71-Jährigen an der Spitze der Celeste werden.

Der Schlüsselspieler

Unter den drei Weltklassespielern Uruguays ist Innenverteidiger Diego Godin vielleicht noch einen Tick wichtiger als Cavani und Suarez. Der Faraon ist in Antizipation, Zweikampf und Kopfballspiel schlichtweg überragend und geht gleichzeitig als Kapitän vorneweg. Zudem ist er auch offensiv bei Standardsituationen stets brandgefährlich.

Das Talent

Nahitan Nandez war einst der jüngste Kapitän in der Geschichte des uruguayischen Renommierklubs Peñarol. Mittlerweile hat der 22-jährige seine Zelte bei Boca aufgeschlagen und zählt auch beim argentinischen Meister zur Stammelf. Der Mittelfeldspieler überzeugt im zentralen oder rechten Mittelfeld mit seiner Dynamik, Aggressivität und guten Technik. Beste Voraussetzungen, um es auch bei der WM in die Startelf zu schaffen. Auf der Tribüne werden dann aufmerksame Beobachter sitzen – schon längst sind italienische und deutsche Spitzenvereine auf ihn aufmerksam geworden.

Die Chefutbol-Prognose

Die Mannschaft ist nicht frei von Fragezeichen und hat in den letzten Jahren nie vollends überzeugt. Dennoch kann man mit Godin, Suarez und Cavani ein Weltklassetrio aufbieten und viel Erfahrung vorweisen. Letztlich sollte es für die relativ einfache Gruppe A problemlos ausreichen, doch gegen echte Spitzenteams wie die möglichen Achtelfinalgegner Portugal oder Spanien dürfte die Reise wohl zu Ende gehen. Ein Viertelfinaleinzug könnte auf jeden Fall als Erfolg betrachtet werden.

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Torneo Uruguayo: Apertura geht an Nacional http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguayo-apertura-nacional-168161 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/uruguay-lateinamerika/uruguayo-apertura-nacional-168161#respond Wed, 09 May 2018 09:03:29 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10140 Keine großen Überraschungen in Uruguay: Die Favoriten Nacional und Peñarol kämpften bis zuletzt um den Titel der Apertura. Am Ende hatten die Tricolores die Nase vorn, mussten am letzten Spieltag aber gewaltig zittern. Unsere Rückschau auf den Kampf um die...

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Keine großen Überraschungen in Uruguay: Die Favoriten Nacional und Peñarol kämpften bis zuletzt um den Titel der Apertura. Am Ende hatten die Tricolores die Nase vorn, mussten am letzten Spieltag aber gewaltig zittern. Unsere Rückschau auf den Kampf um die Meisterschaft.

Bekanntermaßen teilt sich das uruguayische Kalenderjahr in mehrere Phasen auf: Die Apertura, das Torneo Intermedio und die Clausura. Besonders wichtig sind die Kurzturniere Apertura und Clausura für den Kampf um die Meisterschaft, denn der Sieg in einem der beiden Wettbewerbe qualifiziert mindestens fürs Halbfinale am Jahresende. Dazu spielt auch noch die Jahrestabelle eine gewichtige Rolle, während der Abstieg durch einen Koeffizienten über einen längeren Zeitraum ermittelt wird. Besonders wichtig war die abgelaufene Apertura also für die Titelkandidaten – in Uruguay heißt das immer zuallererst: Nacional und Peñarol.

Tatsächlich lieferten sich beide Granden ein heißes Rennen: Bis zum letzten Spieltag hatten beide kaum Punkte gelassen, ein umkämpftes direktes Aufeinandertreffen hatte 1:1 geendet. Nacional, das den etwas stärkeren Eindruck hinterlassen hatte und dank der klugen Rotation von Coach Alexander Medina physisch ausgeruhter war, ging mit zwei Punkten Vorsprung in die letzte Runde. Es stand aber eines der schwersten Spiele an: Bei Danubio, im Jardines de Hipodromo, hatten die Tricolores zuletzt nur drei von zehn Spielen gewinnen können. Dazu spielte La Franja als Dritter eine gute Saison. Für den sicheren Titelgewinn brauchte Nacional einen Sieg, ein Remis würde mindestens ein Entscheidungsspiel sicherstellen, bei einer Niederlage musste man sich auf einen Patzer Peñarols verlassen. Immerhin: Auch Peñarols Aufgabe war nicht wirklich einfach – Defensor Sporting hieß der Gegner der Manyas. Die Violetas waren Vierter und sind immer ein unangenehmer Gegner.

Beide Teams überwinden Rückstände

Der erste Torschrei kam aus dem Campeón del Siglo, und er schien eine Überraschung anzudeuten: Ayrton Cougo, Defensors linker Schienenspieler, brachte die Gäste nach Facundo Castros Flanke in Front (17.). Bahn frei für Nacional? Keinesfalls, es folgte eine Minute, die schicksalhaft hätte sein können: Rodrigo Rojo traf nach Chaos in Defensors Hintermannschaft zum Ausgleich für die Carboneros (34.), und nur Sekunden später ließ David Terans Nacionals Hintermannschaft ganz alt aussehen und schoss zu seinem zehnten Saisontor ein – das 1:0 für Danubio (35.)! Das Tor war etwas überraschend, denn Danubio hatte in der ersten Halbzeit nur einen Torschuss zu verzeichnen und Nacional durchaus kein schlechtes Spiel gemacht. So ging es aber in beiden Stadien mit der Aussicht auf eine dramatische Schlussphase in die Kabine.

Das Gefühl schien sich zu bestätigen, und Hauptverantwortlicher war Cristian Palacios. Der Peñarol-Stürmer brauchte nach seiner Einwechslung keine zehn Minuten, um einen Doppelpack zu schnüren (60., 63.)– 3:1 und die Tabellenführung für Peñarol. Nacional verzweifelte derweil an Danubios Schlussmann Federico Cristoforo, der seine wacklige Hintermannschaft ein ums andere Mal rettete. Doch auch Cristoforo war letztlich nicht genug: Nur kurz nach Peñarols 3:1 glich Nacional durch Gonzalo Bergessio aus (64.), und der Schwung der Tricolores ließ nicht nach. Angetrieben von Kapitän Diego Polenta schnürte Medinas Team Danubio regelrecht ein, scheiterte mehrfach nur knapp – und durfte dann doch noch jubeln: Alfonso Espino brach links zum wiederholten Male durch, flankte in die Mitte und fand Sebastián Papelito Fernandez, der die Kugel aus kurzer Distanz im Tor unterbrachte (82.). Der Sieg sollte nicht mehr in Gefahr geraten, so dass auch Peñarols 4:1 durch Fabricio Formiliano (86.) letztlich irrelevant wurde.

Ein verdienter Sieger – dank Medina

Wie schon über die ganze Apertura, zeigte Nacional auch am letzten Spieltage eine bemerkenswerte mentale Stärke und konnte so auf Rückschläge reagieren – beispielsweise beim Sieg über Danubio oder beim 1:1 im Clásico gegen Peñarol. 35 Punkte aus 14 Spielen sind eine hervorragende Ausbeute und zeugen von einem verdienten Champion. Umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass Coach Medina seine erste Profisaison angeht und der Kader durch die Copa-Teilnahme doppelt gefordert wurde. Die Doppelbelastung moderierte Medina jedoch hervorragend und nutzte zudem regelmäßig die Bank perfekt – dass beispielsweise Siegtorschütze Fernández als Joker gekommen war, war kein Zufall. Auch Youngstern schenkte Medina das Vertrauen: Zwei ganz entscheidende Figuren waren Innenverteidiger Guzmán Corujo und der zum besten Spieler der Apertura gewählte zentrale Mittelfeldspieler Christian Oliva, beide vor der Saison nur Insidern bekannte. Der Titelgewinn bedeutet dem Verein umso mehr, als dass das Turnier einem der legendärsten Spieler der Vereinsgeschichte gewidmet ist: Dem vor 100 Jahren verstorbenen Abdón Porte (die Widmung von Turnieren gehört zu den schönen Details des uruguayischen Fußballs. So lief die Apertura offiziell unter dem Namen “Torneo Apertura Sr. Abdón Porte”, die Clausura ist dem kürzlich verschiedenen früheren Danubio-Präsidenten Hugo Sebastiani gewidmet).

Im Gegensatz dazu schwächelte bei Peñarol die Ersatzbank oft, außerdem weigerte sich Coach Ramos, mehr zu rotieren. Eine Weigerung, die nun zu zahlreichen Verletzten geführt hat und den Klub auch das Weiterkommen in der Copa Libertadores kosten dürfte. Für das Torneo Uruguayo immerhin ist noch nichts verloren: In der wichtigeren Jahrestabelle liegt man nur einen Punkt hinter dem Erzrivalen, bei noch 22 ausstehenden Spielen. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag man zeitweise zwölf Punkte zurück, holte aber noch die Jahrestabelle und letztlich auch den Titel. Bereits am heutigen Mittwoch beginnt nun das Torneo Intermedio, ein Zwischenturnier mit sieben Spieltagen, in dem natürlich Nacional und Peñarol Favorit ihrer Gruppen sind.

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