Liga MX – chefutbol https://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Mon, 18 Jun 2018 12:23:51 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 https://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Liga MX – chefutbol https://www.chefutbol.com 32 32 Vom Winde verweht? „Chucky“ Lozano auf dem Sprung nach Europa https://www.chefutbol.com/einer-fur-die-zukunft/winde-verweht-chucky-lozano-sprung-europa-484713 https://www.chefutbol.com/einer-fur-die-zukunft/winde-verweht-chucky-lozano-sprung-europa-484713#respond Mon, 18 Jun 2018 10:38:19 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=2173 Artikel vom 21. Januar 2017. Flügelstürmer Hirving Lozano ist mit 21 Jahren eine der Attraktionen in Mexikos Liga MX und die derzeit wohl größte Zukunftshoffnung des Landes. Noch kann Stammklub Pachuca das Juwel trotz lukrativer Angebote halten, doch es ist...

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Artikel vom 21. Januar 2017.

Flügelstürmer Hirving Lozano ist mit 21 Jahren eine der Attraktionen in Mexikos Liga MX und die derzeit wohl größte Zukunftshoffnung des Landes. Noch kann Stammklub Pachuca das Juwel trotz lukrativer Angebote halten, doch es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er für eine Millionensumme den Sprung nach Europa wagt.

Es ist der siebte Januar 2017, das neue Jahr ist erst eine Woche alt und auch die neue Saison in der mexikanischen Liga MX nimmt gerade ihren Anfang. Und wie so oft in den letzten Monaten sticht einer gewohnt vom Start weg heraus: Hirving Lozano. Mit Pachuca ist er zu Gast in León, ein kompliziertes Pflaster, doch Lozano erwischt einen Sahnetag. Mit beeindruckender Unbekümmertheit beschäftigt er die Abwehr der Gastgeber über 90 Minuten, am Ende gelingen ihm drei Treffer, die Pachuca zum 4:2-Auftaktsieg verhelfen.

Tore und Tritte: Harte Schule in der Heimat

Für Mexikos größtes Offensivtalent ist die Sache damit beendet. Die Leistung hat gestimmt, die Ausbeute auch – Aufgabe erledigt. Doch wie so oft ist Lozano auch im Anschluss an die Partie das große Thema, ohne dass er selbst vor die Mikrofone treten müsste. Leóns Rechtsverteidiger Fernando Navarro, im Spiel sein direkter Gegenspieler, greift zu drastischen Worten: „Lozano hat es sich verdient, dass er so oft getreten wird. Er ist ein großartiger Fußballspieler, aber ein sehr schlechter Gewinner.“ Zwei Tage später sperrt das Sportgericht Leóns Innenverteidiger Diego Novaretti für sechs Spiele. Im Anschluss an einige verbissene Duelle verlor der Argentinier die Nerven und bespuckte seinen Gegenspieler. Die Angelegenheit wird zu einem immer größeren Thema, sodass sich auch Lozano, sonst eher zurückhaltend, äußern muss. „Ich werde dazu nichts sagen, man sieht im Video was passiert und dafür gibt es das Sportgericht.“ Angesprochen auf die vielen Fouls, die er Woche für Woche einstecken muss, gibt er sich pragmatisch. „Wenn sie mich treten wollen, bitteschön. Für so etwas ist der Schiedsrichter da.“

 Mit Lozano gehen die Gegenspieler nicht gerade zimperlich um

Ob ihn der Umgang seiner Gegenspieler tatsächlich derart kalt lässt, wird sein Geheimnis bleiben, doch selbst als neutraler Zuschauer gibt es eigentlich nur zwei Empfindungen, die man während seiner Spiele verspürt. Zum einen Bewunderung für die Schnelligkeit, die leichtfüßigen Bewegungen und den gewaltigen Zug zum Tor des Rechtsfußes, der in aller Regel den linken Flügel besetzt. Und zum anderen ernsthafte Sorgen um dessen Gesundheit angesichts der zahlreichen, oft wüsten Fouls, die ihn immer wieder zu Boden zwingen. Trainer Diego Alonso sah sich bereits zu mehreren öffentlichen Appellen berufen, in denen er verstärkten Schutz für den „meistgefoulten Spieler der Liga“ forderte: „Sie schießen sich so lange auf ihn ein bis er zurückzieht, aber das wird er nicht tun. Trotzdem wird er nicht geschützt, darüber werden nicht nur wir uns am Ende ärgern, sondern ganz Mexiko.“

Vielleicht kann Lozano inzwischen so unbeeindruckt damit leben, weil er seit Beginn seiner Profi-Karriere keinen anderen Umgang erlebt hat und auch im Jugendbereich bereits kaum mit erlaubten Mitteln zu stoppen war. Diese Zeit verbrachte er seit seinem elften Lebensjahr in Pachuca, 100 Kilometer nordöstlich seiner Geburtsstadt Mexiko-City. In Mexiko spricht man oft von „La Bella Airosa“, der windigen Schönheit, wenn von der knapp 2500 Meter hoch gelegenen Stadt die Rede ist. In der Jugendakademie von CF Pachuca, dem ältesten bekannten Fußballklub mit der derzeit wohl besten Jugendabteilung des Landes, reift er über sieben Jahre, ehe er Anfang 2014 als 18-Jähriger und keine zwei Wochen nach der Geburt seiner Tochter Gabriela sein Profi-Debüt feiert.

Traumdebüt von Lozano im Estadio Azteca

Im Gastspiel bei Rekordmeister América wird er im Estadio Azteca in der 84. Minute beim Stand von 0:0 eingewechselt. Anstelle von Jürgen Damm, zur damaligen Zeit ähnlich hoch gehandelt wie Lozano heute, betritt er mit der Rückennummer 70 das weite Rund. Anlaufzeit braucht er anschließend nicht: Fünf Minuten später nimmt er an der Mittellinie über rechts Tempo auf, zieht bis vor den Strafraum und erzielt in der 89. Minute mit einem Flachschuss aus 16 Metern den Treffer zum 1:0-Sieg, den er anschließend in der Jubeltraube seiner Teamkollegen mit Tränen in den Augen feiert.

Kurz darauf steigt Lozano zum Stammspieler auf, absolviert seitdem über 100 Ligaspiele mit mehr als 50 Scorerpunkten für Pachuca, das in dieser Zeit einen Meistertitel und eine Vizemeisterschaft verzeichnet. An seiner Seite prägen weitere Eigengewächse das ansehnliche Spiel der Mannschaft, auch die jungen Érick Gutiérrez und Rodolfo Pizarro steigen durch ihre herausragenden Leistungen zu mexikanischen Nationalspielern auf. Den größten Schrecken aber verbreitet, ganz seinem Spitznamen entsprechend, Flügelflitzer Lozano. Seit dieser sich in Pachucas Jugendinternat regelmäßig unter den Betten versteckte um seine Mitspieler zu erschrecken, wird er in Anlehnung an die bekannte mörderische Horrorfilm-Puppe oft nur „Chucky“ gerufen.

Zu derlei Streichen ist er mit 21 Jahren inzwischen nicht mehr aufgelegt, die ersten Jahre als Profi und das Leben als Familienvater und Ehemann haben ihn früh reifen lassen. Anders als bei vielen mexikanischen Talenten vor ihm droht der Fortgang der anfangs vielversprechenden Karriere nicht an fehlender Charakterstärke zu scheitern, denn vom zu Tränen gerührten Debütanten aus dem Estadio Azteca ist außer den fußballerischen Fähigkeiten nicht mehr viel übrig geblieben. Dazu trug auch das Umfeld in Pachuca seinen Teil bei, der Klub ist deutlich weniger im medialen Fokus als die großen Klubs des Landes, sodass gerade die jungen Spieler vor verfrühtem Rummel geschützt werden.

Europa als stete Motivation und nächster Schritt

Nach inzwischen drei Jahren als Profi in Pachuca, in denen Lozano sich mustergültig und ohne nennenswerte Rückschläge entwickelte, soll in absehbarer Zeit nun der nächste Schritt folgen – der Wechsel nach Europa. Während viele Talente, wie zuletzt auch Ex-Teamkollege Pizarro, einen ligainternen Transfer nach Guadalajara als Zwischenschritt vorziehen, kommt für Lozano einzig und allein der Sprung ins Ausland infrage. „Entweder Europa oder Pachuca“, äußerte er sich in dieser Hinsicht unmissverständlich. Ein Schnäppchen wird er dabei allerdings nicht werden: Der im letzten Jahr bis 2020 verlängerte Vertrag beinhaltet eine Ausstiegsklausel in Höhe von 20 Millionen Euro, mehrere Angebote im zweistelligen Bereich konnten Pachuca bisher nicht dazu bewegen, von der festgelegten Forderung abzurücken.

Angesichts verschiedener Gerüchte, zuletzt unter anderem über das vermeintliche Interesse von Ajax Amsterdam, wird Lozano immer wieder auf seine Zukunft angesprochen, bleibt dabei aber stets diplomatisch: „Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit der positiven Resonanz, aber ich nehme diese Sachen ganz entspannt hin. Bei Gelegenheit werden wir uns mit Präsident Jesús Martínez unterhalten und gemeinsam schauen, was die beste Option für mich ist.“

Spätestens im Sommer dürfte man bei diesen Gesprächen zur Übereinkunft kommen, dass die Zeit für den nächsten Schritt gekommen ist. Hirving Lozano überragt regelmäßig in der heimischen Liga, hat sich in der mexikanischen Nationalmannschaft etabliert und Pachuca nach zuvor neun titellosen Jahren zurück zu alter Größe geführt. Was nun folgt, scheint logisch: „Chucky“ wird der windigen Schönheit nach einer gemeinsamen Dekade den Rücken kehren, um seinen Schrecken fortan in den europäischen Abwehrreihen zu verbreiten.

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Furch schießt Santos zum Titel – Lobos dürfen bleiben https://www.chefutbol.com/lateinamerika/furch-schiest-santos-zum-titel-lobos-durfen-bleiben-293838 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/furch-schiest-santos-zum-titel-lobos-durfen-bleiben-293838#respond Tue, 22 May 2018 07:35:39 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10256 Durch ein 1:1 im Finalrückspiel in Toluca und einen 2:1-Sieg im Hinspiel zu Hause hat Santos Laguna im mexikanischen Torneo Clausura seinen insgesamt sechsten Meistertitel gefeiert. Der sportliche Absteiger Lobos BUAP darf hingegen doch in der Liga bleiben. Am Ende...

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Durch ein 1:1 im Finalrückspiel in Toluca und einen 2:1-Sieg im Hinspiel zu Hause hat Santos Laguna im mexikanischen Torneo Clausura seinen insgesamt sechsten Meistertitel gefeiert. Der sportliche Absteiger Lobos BUAP darf hingegen doch in der Liga bleiben.

Am Ende schaffte es Julio César Furch sogar, Torschützenkönig Djaniny in den Schatten zu stellen. Mit seinem Treffer beim gestrigen 1:1-Unentschieden in Toluca sowie dem späten Siegtreffer beim 2:1-Erfolg im Hinspiel am Donnerstag avancierte der argentinische Stürmer zum Titelgaranten für Santos Laguna, das erstmals seit 2015 wieder den Meisterpokal in die Höhe stemmen durfte. In der regulären Saison war Furch mit fünf Saisontreffern noch von seinem kapverdischen Sturmpartner in den Schatten gestellt worden, nachdem dieser mit 14 Toren eine Bilderbuchspielzeit hingelegt hatte. Doch in den Play-offs lief der Argentinier zu großer Form auf, erzielte insgesamt vier Treffer, zwei davon in den insgesamt 180 Minuten gegen Toluca. “Ich bin stolz auf alle meine 26 Spieler, die alle großartige Arbeit geleistet haben und Teil dieses Erfolgs sind”, wollte Trainer Robert Dante Siboldi nach dem Spiel dennoch keinen seiner Schützlinge gesondert herausnehmen.”

Toluca kommt zu spät zurück

Im ersten Duell am Donnerstag sah es für Santos lange Zeit nur mäßig aus, bis 20 Minuten vor dem Ende lag man durch einen Treffer von Luis Quiñones aus der 53. Minute mit 0:1 hinten. Doch dann gelang in der 71. Minute zunächst Djaniny der Ausgleich, Furch drückte eine Flanke des in den Play-offs ebenfalls überragenden Bryan Lozano in der 89. Minute am kurzen Pfosten über die Linie. Im Rückspiel, bei dem sich zunächst ein Hagelschauer über dem Estadio Nemesio Díez ergoss und später immer wieder Nebelschwaden aus dem Block der heimischen Barra Perra Brava strömten, ließ sich der 28-Jährige dann deutlich weniger Zeit, schon in der zehnten Minute traf er mit einem platzierten Flachschuss aus 20 Metern, der Nationalkeeper Alfredo Talavera auf dem falschen Fuß erwischte. Im weiteren Verlauf lebte erhöte Toluca nach und nach den Druck, scheiterte aber immer wieder an Gästekeeper Jonathan Orozco, der schon im ersten Durchgang mit zwei Glanzparaden gegen Rubens Sambueza (38.) und José Antonio Ríos (45.+1) die Pausenführung rettete. Santos kam vereinzelt zu guten Gelegenheiten, so traf Kapitän Carlos Izquierdoz in der 33. Minute mit einem Kopfball nur den Pfosten. Nach der Pause wurden die Gelegenheiten für die Diablos Rojos seltener, der Ausgleich von Gabriel Hauche in der 82. Minute sorgte noch einmal für Spannung, weitere gute Chancen ergaben sich bis zum Schluss allerdings nicht.

Vor den Augen von Nationaltrainer Juan Carlos Osorio, der mit Tolucas Keeper Talavera und dem seit Wochen verletzten Santos-Verteidiger Néstor Araujo lediglich zwei Akteure der Finalteilnehmer in den vorläufigen WM-Kader berufen hatte, zeigte sich Santos bis zuletzt sattelfest und brachte das Remis über die Zeit. Besonders Mittelfeldspieler José Juan Vázquez, der als Abräumer 2014 eine starke WM-Vorrunde gespielt hatte, wusste einmal mehr zu überzeugen, seine Nicht-Nominierung gilt als eine der am meisten kritisierten Personalien seit Veröffentlichung des 28-Mann-Aufgebots. “Jetzt gibt es keine Chance mehr, ich bin sehr zufrieden mit dem was ich erreicht habe, aber diese Etappe ist jetzt vorüber”, zeigte sich der 30-Jährige nach dem Spiel realistisch, zeigte sich davon angesichts des Titelgewinns aber auch nur mäßig beeindruckt.

Lobos rettet sich am Grünen Tisch

Vor einigen Wochen schon stand Aufsteiger Lobos BUAP als sportlicher Absteiger fest, nun bestätigte die Liga aber doch noch den Klassenverbleib des Universitätsklubs aus Puebla. Nachdem der eigentliche Aufsteiger Cafetaleros de Tapachula nicht die Richtlinien für eine Lizenz erfüllte, war Lobos der Klassenerhalt gegen Zahlung einer Summe von 120 Millionen Pesos, umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro, angeboten worden. Nach langem Hin und Her und öffentlichen Streitigkeiten mit der Liga konnte der Klub die Summe letztlich doch aufbringen, sodass auch im kommenden Jahr mit 18 Teams gespielt wird, während der sportliche Abstieg zwecks der Aufstockung auf 20 Teams in den kommenden zwei Jahren ausgesetzt ist.

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Toluca und Santos im Finale um die Meisterschaft https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/toluca-und-santos-finale-meisterschaft-182838 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/toluca-und-santos-finale-meisterschaft-182838#respond Mon, 14 May 2018 06:45:54 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10192 Durch Siege über Tijuana und América haben sich Tabellenführer Deportivo Toluca und der Fünfte der regulären Saison, Santos Laguna, für das Finale im die Meisterschaft im mexikanischen Torneo Clausura qualifiziert. Die Duelle um den Titel steigen in der Nacht von...

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Durch Siege über Tijuana und América haben sich Tabellenführer Deportivo Toluca und der Fünfte der regulären Saison, Santos Laguna, für das Finale im die Meisterschaft im mexikanischen Torneo Clausura qualifiziert. Die Duelle um den Titel steigen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sowie von Sonntag auf Montag.

Toluca – Tijuana (4:1; 1:2)

Als Toluca es mit doppelter Überzahl gegen Tijuana noch einmal spannend machte, sprach Fernando Uribe ein und machte endgültig alles klar. Nach einer 1:2-Niederlage im Hinspiel im Estadio Caliente hatten die Diablos Rojos im Rückspiel durch einen Doppelpack von Uribe (9. und 31. Minute) früh die Weichen auf den Finaleinzug gestellt, der Platzverweis für Gäste-Angreifer Luis Mendoza nach 37 Minuten hatte die Aussichten weiter verbessert. Doch Toluca vergab eine Chance nach der anderen, ließ Tijuana damit am Leben und kurz nachdem nach einer Stunde mit Miller Bolaños der zweite Offensivmann bei den Xolos vom Platz gestellt wurde, machten es die Nord-Mexikaner plötzlich sogar noch einmal spannend. Luis Chávez verwandelte in der 66. Minute einen Freistoß aus knapp 30 Metern direkt und Tijuana fehlte plötzlich nur noch ein Tor für das Finale. Über 20 Minuten vermochte es der Superlíder nicht, seine numerische Überlegenheit entscheidend auszuspielen, dann wischten Uribe und Pablo Barrientos in der Schlussphase alle Zweifel beiseite. Zunächst servierte der in den Play-offs überragend aufspielende Barrientos in der 86. Minute mit einem schönen Steilpass das stark vollendete 3:1 von Uribe, zwei Minuten tauschten beide die Rollen und der Argentinier nutze ein Anspiel des Kolumbianers für den Treffer zum 4:1 Endstand. „Vor sechs Monaten wollten uns viele noch an den Kragen, inzwischen sind die Leute glücklich und unterstützen uns auch, wenn es mal nicht so gut läuft“, freute sich Trainer Hernán Cristante über die Entwicklung in Toluca, nachdem er einer drohenden Entlassung in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrmals nur knapp entgangen war.

Santos – América (2:2; 4:1)

Im Endspiel geht es für seine Mannschaft, die im vierten Play-off-Spiel ihren ersten Sieg feierte, nachdem in der regulären Saison noch ein Rekord mit neun Erfolgen in Serie gelungen war, nun gegen Santos Laguna, das insbesondere dank eines furiosen Hinspiels Rekordmeister América ausschaltete. Vor heimischem Publikum sorgten die Laguneros für eine magische Nacht und erinnerten beim 4:1-Sieg an die Zeiten vor wenigen Jahren, als das Estadio Corona noch regelmäßig als Stätte unvergesslicher Partien gedient hatte. Osvaldo Martínez hatte Santos im Duell gegen seinen Ex-Klub nach einer Viertelstunde mit einem satten Fernschuss in Führung gebracht, Cecílio Domínguez nutzte nach einer halben Stunde einen Torwartfehler von Jonathan Orozco zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Nach der erneuten Führung, bei der Julio César Furch Gästekeeper Marchesín in der 38. Minute mit einem Fernschuss auf dem falschen Fuß erwischte, verpasste América noch vor der Pause das 2:2, als Jérémy Ménez mit einem schwachen Foulelfmeter an Orozco scheiterte. Auch nach der Pause ließen die Águilas zunächst eine gute Chance liegen, ehe Santos durch Furch in der 54. Minute auf 3:1 erhöhte. Der Schlusspunkt war eine Viertelstunde vor dem Ende Joker Edwuin Cetré vorbehalten, der alleine vor Marchesín die Nerven bewahrte und satt einschoss.

Im Rückspiel machte es América zu Beginn noch einmal spannend, ging durch einen verwandelten Elfmeter von Domínguez (11. Minute) und ein Kopfballtor von Diego Valdez (23. Minute) schnell mit 2:0 in Führung. Nach und nach setzte Santos der radikalen Offensive der Gastgeber aber gezielte schnelle Konter entgegen, kurz vor der Pause brachte das den Anschlusstreffer von Jonathan Rodríguez (41.). Nach dem Seitenwechsel rannte América gegen gut sortierte Gäste an, scheiterte letztlich aber vor allem an der eigenen Chancenverwertung und schaffte es nicht mehr, das Ruder noch einmal herumzureißen. Mit dem 2:2-Ausgleich in der 85. Minute beendete der kurz zuvor eingewechselte Jesús Isijara alle Hoffnungen der Águilas auf eine späte Wende und sicherte Santos die Finalteilnahme.

Würdiger Saisonabschluss

Das Duell zwischen dem zehnfachen Meister Toluca und dem fünfmaligen Titelträger Santos als Endspielpaarung ist indes kein Novum in Mexiko, schon 2000 und 2010 waren beide im Finale aufeinandergetroffen, beide Male behielten die Diablos Rojos am Ende die Oberhand. Auch diesmal scheint die Favoritenrolle leicht bei Cristante und seinen Mannen zu liegen, wenngleich Santos in den Play-offs mit Tigres und América bereits zwei Giganten aus dem Weg räumte und seine zwischenzeitlich verlorene Bestform wiedergefunden hat. Mit neun (Toluca) beziehungsweise acht Toren (Santos) überzeugten beide Teams vor allen Dingen in der Offensive. Bei Toluca ist Rubens Sambueza auch im hohen Alter weiter der unermüdliche Antreiber und Spielgestalter auf der Außenbahn, Pablo Barrientos und Fernando Uribe glänzen mit Treffsicherheit in den K.o.-Spielen. Bei Santos ist Torjäger Djaniny die Leichtigkeit etwas abhandengekommen, dafür springt Sturmpartner Furch grandios in die Bresche, außerdem zieht Osvaldo Martínez die Fäden, während ihm mit José Juan Vázquez einer der besten Abräumer der Liga den Rücken freihält und Bryan Lozano zwischen den Strafräumen ein überragendes Pensum abspult.

Angesichts der guten Form beider Teams ist eine Prognose nur schwer möglich, der kommende Titelträger nur schwer abzusehen. Deutlich gesicherter scheint da die Voraussage, dass die letzten 180 Minuten der Saison noch einmal einen würdigen Höhepunkt darstellen werden und ein Finale auf hohem Niveau die beiden besten Mannschaften im Verlaufe des Torneo Clausura vereint. Dabei wird das Hinspiel in der Nacht auf Freitag zunächst in Torreón stattfinden, ehe in der Nacht auf Montag in Toluca die Entscheidung um den Titel fällt.

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América stürmt ins Halbfinale, Santos ringt Tigres nieder https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/america-halbfinale-santos-tigres-364798 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/america-halbfinale-santos-tigres-364798#respond Mon, 07 May 2018 11:16:50 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10120 Im Play-off-Viertelfinale der mexikanischen Liga MX hat América den Clásico Capitalino souverän für sich entschieden, Meister Tigres ist hingegen früh gescheitert. Komplettiert wird das Halbfinale von Superlíder Toluca und Tijuana. América – Pumas (4:1; 2:1) Mit Spannung war der Hauptstadt-Klassiker...

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Im Play-off-Viertelfinale der mexikanischen Liga MX hat América den Clásico Capitalino souverän für sich entschieden, Meister Tigres ist hingegen früh gescheitert. Komplettiert wird das Halbfinale von Superlíder Toluca und Tijuana.

América – Pumas (4:1; 2:1)

Mit Spannung war der Hauptstadt-Klassiker zwischen Pumas und América zum Auftakt ins Play-off-Viertelfinale erwartet worden, doch schon nach dem Hinspiel war aus dem ewigen Duell jegliche Spannung gewichen. Durch einen beeindruckenden 4:1-Auswärtssieg machten die Águilas im Estadio Olímpico Universitario früh Nägel mit Köpfen und demontierten den Rivalen nach allen Regeln der Kunst. Gerade einmal 55 Sekunden dauerte es, bis Mateus Uribe nach einem Freistoß von Renato Ibarra die 1:0-Führung köpfte, Jérémy Ménez mit einem Elfmeter in der 30. Minute und erneut Uribe (38.) sorgten früh für klare Verhältnisse. Zwar kamen die Gastgeber vor der Pause durch einen Elfmeter von Nicolás Castillo auf 1:3 heran, doch mit seinem zweiten verwandelten Strafstoß stellte Ménez nach einer Stunde den alten Abstand wieder her.

Im Rückspiel dauerte es erneut nicht lange, bis América den ersten Treffer erzielte, wieder war es Uribe, der nach vier Minuten nach einem rasanten Konter und feinem Zusammenspiel mit Ménez zum 1:0 einschob. In der Folge stand Schiedsrichter Marco Antonio Ortiz im Mittelpunkt, der Pumas-Mittelfeldspieler Marcelo Díaz in der 20. Minute mit Gelb-Rot wegen Meckerns vom Platz stellte, nachdem der Chilene eine Minute zuvor bereits wegen Protestierens verwarnt worden war. Zwar glich Nationalspieler Jesús Gallardo kurz vor der Halbzeit nach schöner Einzelaktion aus, doch Hoffnung kam zu keiner Zeit mehr auf, zumal Castillo in der 70. Minute für ein Einsteigen mit gestrecktem Bein eine äußerst harte Rote Karte bekam. Mit zwei Spielern weniger schleppten sich die Pumas über die Zeit und ließen dabei lediglich noch den Siegtreffer von Andrés Ibargüen in der 80. Minute zu.

Santos -Tigres (0:2; 2:0)

Für Meister Tigres schien einmal mehr alles bereitet für den Einzug ins Halbfinale, doch überraschend ließ die Mannschaft von Trainer Ricardo Ferretti die große Chance auf das Weiterkommen liegen. Gegen Santos Laguna, das die reguläre Spielzeit formschwach und mit drei Niederlagen abgeschlossen hatte, gelang im Hinspiel vor eigener Kulisse ein 2:0-Erfolg durch Tore von Hugo Ayala (21. Minute) und André-Pierre Gignac (Elfmeter, 79.). Und gerade, als man im Rückspiel gegen die furios gestarteten Guerreros durch einen Freistoß von Osvaldo Martínez aus der 17. Minute in Rückstand ging, verbesserten sich die Aussichten durch einen Platzverweis gegen Santos-Angreifer Jonathan Rodríguez, der Javier Aquino nach einer knappen Halben Stunde im Mittelfeld auf den Knöchel gestiegen war. In rund 60-minütiger Überzahl blieb der Titelverteidiger allerdings weit unter den eigenen Möglichkeiten, verwaltete in erster Linie den knappen Gesamtvorsprung, statt konsequenter auf den Ausgleich zu drängen. Bestraft wurde das eine Viertelstunde vor dem Ende: Djaniny zog aus gut 20 Metern ab, Torhüter Nahuel Guzmán machte keine gute Figur und fing sich den zweiten Gegentreffer, der dank der schlechteren Tabellenposition das Ausscheiden bedeutete. In den letzten Minuten warfen die Gäste zwar noch einmal alles nach vorne, viel Ertrag brachte das aber nicht mehr. „Wir haben niemals den Glauben, niemals das Vertrauen verloren“ freute sich Trainer Dante Siboldi über die Willensleistung seiner Mannschaft, die nun mit dem Halbfinal-Duell gegen América belohnt wird.

Tijuana – Monterrey (1:1; 2:1)

Überraschend verabschieden musste sich Vizemeister Monterrey im Duell mit Tijuana. Mit einem 1:1 im Hinspiel hatten sich die Rayados gegen den auswärtsschwachen Gegner eigentlich eine gute Ausgangslage verschafft, doch ein 1:2 im Rückspiel vor heimischer Kulisse bedeutete das enttäuschende frühe Aus im Viertelfinale. Dabei war Tijuana schon im Hinspiel die deutlich bessere Mannschaft, besonders nachdem Ignacio Rivero mit einem Freistoß in der 53. Minute den 0:1-Rückstand (Pabón, 39.) egalisiert hatte.

Im Rückspiel erwischten die Xolos dann einen Start nach Maß, ein abgefälschter Schuss von Miller Bolaños fand bereits in der sechsten Minute per Bogenlampe den Weg ins Tor. Nach 23 Minuten erhöhte Juan Martín Lucero nach Vorarbeit von Gustavo Bou auf 2:0, womit Tijuana nach einem guten Viertel der Spielzeit bereits doppelt so viele Auswärtstore erzielt hatte wie in zuvor acht Auswärtsspielen der regulären Saison. Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam Monterrey durch Dorlan Pabón noch einmal heran, bestürmte anschließend den gegnerischen Strafraum, ließ allerdings etliche Chancen liegen und kam nicht einmal mehr zum Ausgleich. Trainer Antonio Mohamed ließ seine Zukunft nach dreieinhalb Jahren im Amt offen, Präsident Duilio Davino kündigte Gespräche für die nächsten Tage an.

Toluca – Morelia (2:2; 2:2)

Ohne Glanz, dafür aber mit nur kurzem Zittern hat Superlíder Toluca die Auftakthürde überstanden und sich dank der besseren Tabellenposition nach zwei 2:2-Unentschieden gegen Monarcas Morelia durchgesetzt. Im Hinspiel in Morelia brachte Pablo Barrientos die Gäste nach 14 Minuten nach einem frechen Schuss aus 40 Metern mit 1:0 in Führung, Fernando Uribe rettete mit seinem Ausgleichstor in der 79. Minute ein Remis, nachdem Mario Osuna (56.) und Emanuel Loeschbor (63.) die Partie zu Beginn der zweiten Hälfte für die feldüberlegenen Gastgeber gedreht hatten.

Im Rückspiel sah es dann lange nicht nach Spannung aus. Schon in der zweiten Minute gelang Cristian Borja ein Gewaltschuss zur 1:0-Führung, die bis in die Schlussminuten Bestand hatte. Rubens Sambueza baute den Vorsprung mit einem verwandelten Freistoß nach 86 Minuten gar noch aus. Morelia kam in der Nachspielzeit binnen 57 Sekunden noch zu zwei Treffern durch Loeschbor (91.42) und Miguel Sansores (92.39), schaffte es in den verbleibenden 91 Sekunden aber nicht mehr, für eine der größten Sensationen der Liguilla-Geschichte zu sorgen. Toluca ist nach zuvor neun Siegen in Serie nun seit drei Spielen ohne Erfolg und steht vor einem ausgeglichenen Halbfinal-Duell mit Tijuana.

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Hauptstadtklassiker zum Start in die Liguilla https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/hauptstadtklassiker-zum-start-in-die-play-offs-954787 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/hauptstadtklassiker-zum-start-in-die-play-offs-954787#respond Wed, 02 May 2018 10:15:03 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10079 Die Play-offs in der mexikanischen Liga MX starten mit dem Clásico Capitalino zwischen América und Pumas, im Anschluss gastiert Vizemeister Monterrey in Tijuana. Teil zwei der Vorschau mit dem Liguilla-Auftakt von Meister Tigres und Spitzenreiter Toluca folgt am Donnerstag. Pumas...

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Die Play-offs in der mexikanischen Liga MX starten mit dem Clásico Capitalino zwischen América und Pumas, im Anschluss gastiert Vizemeister Monterrey in Tijuana. Teil zwei der Vorschau mit dem Liguilla-Auftakt von Meister Tigres und Spitzenreiter Toluca folgt am Donnerstag.

Pumas – América (Do. 2.30 Uhr; So. 2 Uhr)

Als Erbín Trejo am Sonntag im Gastspiel von Querétaro bei Pumas UNAM in Minute 77 den Ausgleichstreffer erzielte, hatte das Tor für seine Mannschaft in der Tabelle keinen Wert mehr. Für die Gastgeber aus der Hauptstadt war das Gegentor hingegen von großer Bedeutung: Durch das 1:1-Unentschieden gegen die Gallos Blancos beendete die Mannschaft von Trainer David Patiño die Saison nicht auf Platz sechs, sondern auf dem siebten Rang – die Folge ist das Duell gegen den Zweiten der regulären Spielzeit, den ewigen Rivalen América. Die Águilas waren zuletzt nur in mäßiger Verfassung, wenngleich Trainer Miguel Herrera für die Kritik kein Verständnis hatte. „Wie gut, dass wir in einer schlechten Saison am Ende 29 Punkte haben und auf Platz zwei stehen“, antwortete er den Pressevertretern nach dem 1:0-Sieg über Santos Laguna am letzten Spieltag.

Pumas als formstarker Außenseiter

Nach fünf Pflichtspielen ohne Sieg brachte der Erfolg über den vorigen Tabellenzweiten neues Selbstvertrauen, das gegen den Hauptstadtrivalen auch durchaus nötig sein wird. Schließlich ließen die Pumas eine lange Krise mit acht sieglosen Partien zuletzt hinter sich und beendeten die reguläre Saison mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen. Besonders große Hoffnungen ruhen auf Torjäger Nicolás Castillo, der mit elf Treffern maßgeblichen Anteil am Play-off-Einzug hatte und in einer äußerst unkonstanten Mannschaft klar heraussticht. Das letzte Liguilla-Duell beider Mannschaften entschied der Universitätsklub im Torneo Apertura 2015 für sich, dafür ist América-Coach Herrera in acht Spielen gegen die Pumas bei einer überragenden Bilanz von sieben Siegen und einem Remis noch ungeschlagen. Nachdem er Gerüchte über einen vorzeitigen Abgang zuletzt verbal beiseite wischte, will er der Ankündigung weiterer Titel nun auch Taten folgen lassen.

Angesichts dieser Bilanz geht die Mannschaft des früheren mexikanischen Nationaltrainers auch favorisiert in das Duell, zumal sie im direkten Vergleich auf nahezu allen Positionen besser besetzt ist. Sorgen machte den Águilas zuletzt lediglich die Durststrecke im Sturm, wo Oribe Peralta nur drei Treffer erzielte und Henry Martin mit fünf Treffern bester Torschütze, letztmals am fünften Spieltag erfolgreich war. Der Kolumbianer Mateus Uribe sprang zwischenzeitlich in die Bresche und war ein entscheidender Faktor in der Offensive. Wenn er sein Niveau hält oder die Stürmer ihre Form wiederfinden, geht América mit den deutlich besseren Karten ins Hauptstadtduell, den Pumas bleiben auch in guter Form nur Außenseiterchancen.

Tijuana – Monterrey (Do. 4.30 Uhr; So. 4 Uhr)

Würde man Hin- und Rückrunde zusammenrechnen, wäre Monterrey mit 66 Punkten verdienter Meister in Mexiko. Doch nachdem in der Apertura nach herausragender regulärer Spielzeit in den Play-offs nur die Vizemeisterschaft blieb, wollen die Rayados sich zumindest in der Rückrunde für eine punktemäßig tadellose Spielzeit belohnen. Nach Platz drei in der Abschlusstabelle wartet zum Auftakt in die K.o.-Runde nun der Sechste aus Tijuana, der sich trotz großer Investitionen in die Offensive am Ende nur dank der guten Defensivarbeit unter die ersten Acht schleppte. So stellt die Mannschaft von Trainer Diego Cocca mit zwölf Gegentoren zwar die beste Abwehr der Liga, doch gerade einmal 18 eigene Treffer bedeuten einen Tiefstwert, der zuletzt vor fünf Jahren für die Liguilla gereicht hatte. Gerade der Blick auf die Auswärtsbilanz, die in acht Spielen nur einen(!) Treffer aufweist, zeigt, wo die Xolos sich in der entscheidenden Saisonphase steigern müssen.

Späte Belohnung für Monterrey?

Monterrey hingegen beeindruckte auch in dieser Runde wieder mit Offensivpower und stellte mit 30 Treffern erneut den besten Angriff der Liga. In einer Offensive um große Namen wie Rogelio Funes Mori, Dorlan Pabón und Avilés Hurtado wurde überraschend Arturo González mit sechs Treffern bester Torschütze. Der 23-Jährige hatte sein großes Potenzial aufgrund von Verletzungen lange nicht abrufen können, wuchs in der Rückrunde aber in die Schlüsselrolle im offensiven Mittelfeld hinein. Bei Tijuana enttäuschte Angreifer Gustavo Bou, der nach sieben Treffern in der Hinrunde nur auf drei Tore in der zweiten Serie kam. Sein argentinischer Landsmann Juan Iturbe enttäuschte in der Hinrunde und fiel gleich zu Beginn der Rückrunde mit einem Kreuzbandriss bis Saisonende aus. Eine bittere Nachricht gab es gestern mit Blick auf den ehemaligen mexikanischen Nationalspieler Yasser Corona. Der 30 Jahre alte Innenverteidiger, der bis zuletzt bei den Xolos unter Vertrag gestanden hatte, musste seine Karriere nach einem im Februar 2017 erlittenen Halswirbelbruch beenden, nachdem er trotz intensiver Reha-Maßnahmen keine Chance mehr auf eine Rückkehr auf den Rasen sah.

Mit sechs Spielen ohne Niederlage, darunter vier Siege, brachte Monterrey die zwischenzeitlich etwas holprige Spielzeit bestmöglich zu Ende und geht die entscheidende Phase mit Zuversicht an. „Wir haben es unter die ersten Drei geschafft und damit unser Ziel erreicht“, kommentierte Trainer Antonio Mohamed den versöhnlichen Abschluss trocken. Nachdem Tijuana in der Vorsaison trotz Tabellenführung in Hin- und Rückrunde am Ende ohne den Titel dastand, wollen die Rayados es dieses Mal besser machen. Der erste Versuch im Winter ging ausgerechnet gegen Lokalrivale Tigres schief, umso größer ist der Wille, das Fußballjahr 2017/2018 mit einer gelungenen Liguilla und der Meisterschaft zum Ende des Torneo Clausura erfolgreich abzuschließen.

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Hochspannung in der LigaMX – Sieben Teams kämpfen um drei verbliebene Play-Off-Plätze https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/mexiko-ligamx-tigres-389147 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/mexiko-ligamx-tigres-389147#respond Tue, 24 Apr 2018 12:53:26 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=9985 Hochspannung in der LigaMX – Noch eine Runde ist zu spielen und sieben Mannschaften kämpfen um die letzten drei Play-Off-Plätze. Definitiv qualifiziert haben sich Toluca, Santos Laguna, Monterrey, Tigres und America. In die beste Ausgangslage haben sich mehr oder weniger...

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Hochspannung in der LigaMX – Noch eine Runde ist zu spielen und sieben Mannschaften kämpfen um die letzten drei Play-Off-Plätze.

Definitiv qualifiziert haben sich Toluca, Santos Laguna, Monterrey, Tigres und America. In die beste Ausgangslage haben sich mehr oder weniger aus dem Nichts die Pumas geschossen. Das Universitätsteam schlitterte nach einem starken Saisonstart in eine veritable Krise, von der es sich gerade noch rechtzeitig zu erholen scheint: zwei Siege in Serie. Vor allem der herausragende Auftritt beim 2:1-Auswärtssieg bei Santos lässt die Fans wieder träumen. In der umgekehrten Richtung ist das Überraschungsteam Monarcas unterwegs. Nach zwei Niederlagen muss die Mannschaft aus Morelia doch noch um die Qualifikation bangen. Der Vorteil der beiden Teams: Sowohl die Pumas als auch die Monarcas können mit einem Heimsieg gegen Queretaro bzw. Necaxa ihren Platz unter den besten Acht aus eigener Kraft sichern.

Direkt dahinter folgt das grosse Gedränge: Die Xolos aus Tijuana und Pachuca sind punktgleich nur durch drei Tore voneinander getrennt. Tijuana empfängt den Leader Toluca, Pachuca empfängt Atlas, das zwar auf dem drittletzten Platz liegt, jedoch nicht weniger als 10 Punkte aus den letzten 4 Spielen geholt hat. Ausserdem wird es das letzte Spiel von Rafa Marquez sein. Bilder von seinem Abschied aus dem Estadio Jalisco seht ihr im Video – beim 1:0-Sieg im Derby gegen die Chivas.

Necaxa liegt zwar einen weiteren Zähler hinter den Plätzen, welche zur Teilnahme an der Liguilla berechtigen, doch mit einem Sieg bei Monarcas wäre die Qualifikation mit grosser Wahrscheinlichkeit Tatsache.

Nur noch wenig Hoffnung dürfen sich Puebla (20 Punkte), Cruz Azul und Leon (je 19 Punkte) machen. Sie sind gezwungen, ihre Partien zu gewinnen, und müssen zugleich auf mehrere Ausrutscher der fünf vor ihnen liegenden Teams vertrauen.

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Vier setzen sich ab – Endspurt im Abstiegskampf https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/vier-setzen-sich-ab-endspurt-im-abstiegskampf-085643 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/vier-setzen-sich-ab-endspurt-im-abstiegskampf-085643#respond Tue, 03 Apr 2018 13:54:18 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=9684 Nach dem 13. Spieltag der mexikanischen Liga MX hat ein Quartett um Tabellenführer Toluca die Play-offs beinahe sicher, im Kampf gegen den Abstieg ist weiterhin alles offen. Über 50.000 Fans von América waren ins Estadio Azteca geströmt, um im Clásico...

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Nach dem 13. Spieltag der mexikanischen Liga MX hat ein Quartett um Tabellenführer Toluca die Play-offs beinahe sicher, im Kampf gegen den Abstieg ist weiterhin alles offen.

Über 50.000 Fans von América waren ins Estadio Azteca geströmt, um im Clásico Joven eine weitere Bruchlandung von Lokalrivale Cruz Azul zu erleben und trotz der frühen Führung der Gäste wurden sie nach 90 Minuten nicht enttäuscht. Denn während América durch den 2:1-Heimsieg Platz vier verteidigte und schon mit den Play-offs planen kann, hat Cruz Azul als 16. mit fünf Punkten Rückstand auf Rang acht praktisch keine Chance mehr auf den Einzug in die Liguilla. Vor dem Halbfinal-Hinspiel in der CONCACAF Champions League in Toronto tankte der Rekordmeister hingegen neues Selbstvertrauen. „Am meisten freue ich mich darüber, dass wir nach der kalten Dusche mit dem frühen Gegentor Charakter gezeigt haben“, zeigte sich Torhüter Agustín Marchesín höchst zufrieden. „Wenn du keine Tore machst, gewinnst du keine Spiele“, äußerte sich Cruz Azuls Trainer Pedro Caixinha angesichts des Chancenwuchers seiner Mannschaft pragmatisch.

Toluca übernimmt die Spitze

Deutlich besser war die Stimmung beim neuen Tabellenführer Deportivo Toluca, der durch ein 2:1 bei Abstiegskandidat Lobos BUAP den Sprung an die Spitze schaffte. „Es stimmt, dass sehr wenig darüber gesprochen wird, was diese Mannschaft leistet“, sagte Co-Trainer Joaquín Velázquez, der seinen gesperrten Chef Hernán Cristante an der Seitenlinie vertrat. Auch ohne ihren argentinischen Trainer holten die Diablos Rojos ihren sechsten Sieg in Folge, an dem Luis Quiñones mit seinen Treffern in der zehnten und 53. Minute maßgeblich beteiligt war. Nach der frühen Führung wirkte Tolucas Sieg kaum gefährdet, der Anschlusstreffer des Aufsteigers nach 81 Minuten durch Julian Quiñones sorgte nur noch kurz für Spannung.

Die Steilvorlage für Tolucas Tabellenführung hatte bereits am Freitag Santos Laguna geliefert, nachdem der bisherige Spitzenreiter bei Schlusslicht Atlas Guadalajara mit 2:3 unterlegen war. Ohne den angeschlagenen Toptorjäger Djaniny in der Startelf lief Santos nach 50-Minuten einem 0:3-Rückstand hinterher, spannend wurde es erst, nachdem Julio César Furch mit einem Doppelschlag in der 67. und 69. Minute auf 2:3 verkürzte. Hinter Santos auf Platz drei lauert Meister Tigres UANL, der gegen León souverän mit 4:1 siegte und die Krise bei den Esmeraldas weiter verschärfte. Schon zur Pause lag der Universitätsklub mit 4:0 vorne, Enner Valencia (12.), Rafael Carioca (15.), Javier Aquino (26.) und Ismael Sosa (45.+1) schossen die komfortable Führung heraus. „Tigres ist eine der besten Mannschaften, die ich seit langem gesehen habe“, staunte Landon Donovan auf Seiten der Gäste, während sein Trainer Gustavo Díaz die Niederlage angesichts von nur fünf Punkten aus den letzten sieben Spielen als „Abbild unserer Saison“ einordnete.

Elf Teams für vier Plätze

Mit sieben Punkten Vorsprung auf Rang neun hat América als Vierter die Play-offs quasi sicher, gleiches gilt für das Spitzentrio vor den Águilas. Dahinter entbrennt hingegen ein intensiver Kampf, bei dem sich Monterrey als Fünfter seiner Sache noch nicht sicher sein kann und León als 15. weiterhin nur zwei Punkte Rückstand aufweist. Die letzten vier Spieltage bringen entsprechend eine Menge Spannung mit sich, unter anderem weil Rekordmeister Chivas sich zuletzt stark verbessert zeigte und von Platz zwölf auf den nächsten tabellarischen Sprung lauert. Noch stehen Morelia als Sechster mit 20 Punkten sowie Puebla und Tijuana mit jeweils 17 Zählern auf den begehrten Plätzen, zahlreiche direkte Duelle könnten das Tableau in der Endabrechnung aber noch gehörig durcheinanderwürfeln.

Im Keller liegen die Nerven blank

Als Aufsteiger Lobos BUAP am neunten Spieltag im Abstiegskrimi gegen Konkurrent Veracruz einen begeisternden 5:0-Sieg einfuhr und sich in der Abstiegstabelle absetzte, schien die Spannung im Keller ein bisschen verloren. Anschließend ließ der Universitätsklub aber nur einen Zähler aus vier Spielen folgen und ist damit wieder ganz dicht an der roten Linie. Denn mit zwei Siegen in Serie hat Veracruz den verlorenen Kontakt nun wiederherstellen können, schon am nächsten Wochenende könnten die Tiburones Rojos an den Lobos vorbeiziehen. Nach dem 1:2 gegen Toluca ist die Nervosität beim Neuling entsprechend groß, so musste Aufstiegstrainer Rafael Puente nun vor dem Endspurt seinen Hut nehmen. Das Kuriosum der Dreijahrestabelle als Kriterium im Abstiegskampf sorgt dafür, dass die Mannschaft im Falle einer Niederlage hinter Veracruz auf den letzten Platz rutschen würde, selbst wenn auch diese ihr Spiel verlieren sollten. Für den sicheren Klassenerhalt ohne Rechenspiele bräuchten die Lobos insgesamt 15 Punkte und damit sechs Zähler aus den verbleibenden vier Spielen. Als moralischer Favorit sieht sich entsprechend Veracruz, das seine Auferstehung nun auch erfolgreich abschließen will. „Es folgen sehr komplizierte Spiele, es ist der Endspurt, aber wir sind da und kämpfen für den Klassenerhalt“, gab Trainer Guillermo Vázquez den Startschuss für die verbleibenden vier Spiele.

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Orozco verliert den Kampf gegen den Krebs https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/orozco-verliert-den-kampf-gegen-krebs-245789 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/orozco-verliert-den-kampf-gegen-krebs-245789#respond Sat, 17 Mar 2018 16:02:18 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=8271 Der mexikanische Fußball trägt Trauer: Nach anderthalbjährigem Kampf gegen den im November 2025 diagnostizierten Lungenkrebs ist Angreifer Ezequiel Orozco vom Zweitligisten Murciélagos FC am gestrigen Freitag im Alter von 29 Jahren verstorben. Sein Fall hatte den Fußball in Mexiko bewegt...

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Der mexikanische Fußball trägt Trauer: Nach anderthalbjährigem Kampf gegen den im November 2025 diagnostizierten Lungenkrebs ist Angreifer Ezequiel Orozco vom Zweitligisten Murciélagos FC am gestrigen Freitag im Alter von 29 Jahren verstorben.

Sein Fall hatte den Fußball in Mexiko bewegt und ein Stück weit vereint: Im Juni 2017 verlängerte Zweitligist Murciélagos FC den Vertrag mit dem Monate zuvor an Krebs erkrankten Angreifer Ezequiel “Cheque” Orozco und rief die Vereine der ersten Liga gleichzeitig dazu auf, in einem Benefizspiel Einnahmen für die Behandlung des damals 28-Jährigen zu sammeln. In den folgenden Tagen gab es im mexikanischen Fußball kaum mehr ein anderes Thema, Rekordmeister América versprach ein Gastspiel beim Klub aus dem Bundesstaat Sinaloa und löste das Versprechen nach wenigen Wochen ein, Spieler wie André-Pierre Gignac, Chicharito oder Guillermo Ochoa versteigerten Trikots, Schuhe und andere Utensilien und ließen Orozco die Einnahmen zukommen. Unter dem Hashtag #FuerzaCheque entwickelte sich eine Welle der Solidarität, die auch über die Landesgrenzen hinaus schwappte. “Hier existieren weder Grenzen noch Distanzen”, gab auch der FC Arsenal Genesungswünsche ab.

Doch trotz allen Beistands und aller Hilfe verschlechterte sich der Zustand von Orozco kontinuierlich. Schon im November 2025 hatte er gleich nach der Diagnose seine Karriere beenden müssen, in einem letzten Spiel wurde er nach der ersten Minute ausgewechselt und verließ durch ein anerkennendes Spalier aus Mitspielern und Gegnern symbolisch den Rasen. In einem Video gab er einen Einblick in die verschiedenen Behandlungen, denen er sich in der Folge unterziehen musste, wenngleich diese nie die erhoffte Besserung mit sich brachten. Das Benefizspiel zwischen Murciélagos und América im Juli des vergangenen Jahres konnte er sichtlich gezeichnet nur noch im Rollstuhl verfolgen. Die Hoffnungen auf eine Genesung schwanden immer mehr, zu sehr hatten sich die Krebszellen bereits in Orozcos Körper verbreitet. In den letzten Monaten führte er einen stillen Kampf gegen die Krankheit, öffentliche Auftritte wie die Entgegennahme eines Sonderpreises durch den TV-Sender Univision im Dezember waren eine Ausnahme, für mehr fehlte ihm schlichtweg die Kraft. Am gestrigen Freitag vermeldete Murciélagos dann die traurige Nachricht. Mit 29 Jahren hat Orozco den Todeskampf verloren, aber sein Schicksal gleichzeitig für viele andächtige Momente und Gesten gesorgt, die den Fußball in Mexiko auf und neben dem Platz ein Stück weit bereichert haben. Ebenso wie Orozco selbst werden sie so schnell nicht in Vergessenheit geraten.

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Geschichten aus 1201 Spielen: Ferretti ist Rekord-Trainer https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/1201-ferretti-rekord-trainer-mexiko-561827 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/1201-ferretti-rekord-trainer-mexiko-561827#respond Mon, 26 Feb 2018 12:06:57 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=8067 Seit seiner Amtsübernahme 2010 führte Ricardo Ferretti den mexikanischen Universitätsklub Tigres UANL zu vier Meisterschaften und ungeahnter Größe. Mit nun insgesamt 1201 Pflichtspielen als Trainer bei verschiedenen Klubs im Land ist der brasilianische Trainer endgültig zur Legende aufgestiegen. Für einige...

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Seit seiner Amtsübernahme 2010 führte Ricardo Ferretti den mexikanischen Universitätsklub Tigres UANL zu vier Meisterschaften und ungeahnter Größe. Mit nun insgesamt 1201 Pflichtspielen als Trainer bei verschiedenen Klubs im Land ist der brasilianische Trainer endgültig zur Legende aufgestiegen.

Für einige Minuten musste Ricardo „Tuca“ Ferretti noch zittern, dann konnte er einen gelungenen Abschluss seines Rekordspiels feiern: Beim 2:1-Sieg seiner Tigres gegen Monarcas Morelia am achten Spieltag der Liga MX saß der brasilianische Trainer zum 1201. Mal in einem Pflichtspiel auf der Trainerbank eines mexikanischen Vereins und stellte damit einen neuen Rekord auf. Nachdem er unter der Woche durch den Einsatz seiner Tigres in der CONCACAF Champions League mit dem legendären Nacho Trellez gleichgezogen war, sicherte er sich am Wochenende nun die alleinige Bestmarke. „Für uns ist es eine Ehre, „Tuca“ als Trainer zu haben. Wir fühlen uns geehrt und wollen ihn so lange wie möglich bei uns haben“, erklärte Linksverteidiger Jorge Torres Nilo, der ebenso wie Ferretti im Sommer 2010 zu den Tigres gewechselt war.

Ohnehin zeichnet sich dessen dritte Amtszeit beim aktuellen Meister durch enorme Kontinuität und große Erfolge aus. Zum damaligen Zeitpunkt im Juli 2010 hatte Ferretti den Klub in ernsthafter Abstiegsgefahr übernommen, seitdem gelangen vier Meisterschaften, ein Pokalsieg und Finalteilnahmen in Copa Libertadores und der nordamerikanischen Champions League. Stand der Universitätsklub vor knapp acht Jahren noch an der Schwelle zum Abgrund, wird inzwischen diskutiert, ihn neben América, Chivas, Cruz Azul und Pumas in die mythische Riege der „vier Großen“ aufzunehmen, den vier populärsten Klubs des Landes. Den Architekten des Erfolgs ließen derlei Diskussionen stets kalt, gewohnt stoisch konzentriert er sich vor allem darauf, die goldenen Jahre so weit wie möglich zu verlängern. „Wir sind ein verhältnismäßig junger Verein, wir wissen was wir machen und wofür wir stehen und wollen unsere Sache einfach gut machen“, äußerte er unlängst.

Dass Ferretti selbst seine Sache gut macht, daran gibt es in Mexiko ohnehin keinen Zweifel. Nicht nur, dass er nun auf 1201 Spiele als Trainer kommt, seit Beginn seiner Karriere als Fußballlehrer 1991 ist er noch nie entlassen worden und steht somit seit inzwischen 9738 Tagen ununterbrochen in Diensten verschiedener Klubs, mit denen er insgesamt sechs Meisterschaften gewann. Inzwischen gehört zu jeder Titelfeier der Tigres das angestammte Ritual, bei dem die Spieler ihrem Trainer den charakteristischen Schnauzbart abrasieren. Dieser gehört seit jeher zu Ferretti, ebenso wie seine knurrige Haltung und die regelmäßigen Wutausbrüche am Spielfeldrand und auf dem Trainingsplatz. Seine wohl größte Schimpftirade ereignete sich 2014 in der Saisonvorbereitung, als eine misslungene Trainingsübung ihm sichtlich auf die Stimmung schlug, was wiederum für Millionen Klicks auf Youtube sorgte.

Seine Schützlinge schätzen an ihm aber vor allen Dingen die väterlichen Ansprachen und den umsichtigen Kurs bei der Führung einer Mannschaft. Immer wieder ist zu beobachten, wie er einzelne Spieler vor ihrer Einwechslung zu sich auf die Bank holt, um minutenlang mit der Taktiktafel in der Hand mögliche Szenarien durchzusprechen und Lösungen mit auf den Weg zu geben. Im aktuellen Kader finden sich noch sechs Spieler, die bereits seit 2010 dabei sind, mit Kapitän Juninho, den mexikanischen Nationalspielern Hugo Ayala und Jesús Dueñas sowie Torres Nilo gehören vier davon auch weiterhin zum unumstrittenen Stammpersonal.

Auch wenn die Mannschaft seit 2010 niemals für den spektakulärsten Fußball im Land stand, ist doch immer eine mehr als klare Handschrift zu erkennen gewesen. Saison für Saison weisen die Statistiken die meisten gespielten Pässe, die beste Passquote und den höchsten Ballbesitz für die Tigres aus. Mit bis ins kleinste Detail geschliffenem Spiel steht die Kontrolle des Spiels über allem, auch wenn die Spieler in einer Schwächephase 2014 ermüdet vom engen Korsett wirkten und es schien, als drohe eine Wachablösung auf der Trainerbank. Dank einer ersten Transferoffensive im Jahr 2015 folgte dann allerdings die endgültige Wende, mit Neuverpflichtungen wie André-Pierre Gignac stieß der Verein finanziell in neue Sphären und ist seitdem der große Dominator im Land.

Zu Gignac pflegt Ferretti auch eine spezielle Beziehung, beide tauschen sich regelmäßig intensiv aus, oft wirkt es, als habe der leidenschaftlich aufbrausende Franzose seinem stoischen Trainer ein wenig mehr Lockerheit im Alltag verliehen. „Für mich ist er genauso cholerisch wie Marcelo Bielsa, aber er pflegt einen familiären Umgang, ist in ständigem Kontakt mit den Spielern und macht auch den einen oder anderen Spaß“, beschreibt der Torjäger seinen Trainer. „Er ist sehr fordernd, schimpft viel, aber vor allem ist er ein großartiger Mensch“, pflichtet Nationalspieler Jürgen Damm bei. Auch abseits des Alltagsgeschäfts zeigt sich der Brasilianer immer umsichtig und aufmerksam.

Mit den berüchtigten Wutausbrüchen ist es aber dennoch nicht endgültig vorbei, so explodierte er 2025 im Rahmen einer Pressekonferenz, als er zunächst um die Fragen der anwesenden Reporterinnen bat, sich dann allerdings ein männlicher Kollege vordrängeln wollte. „Ich werde nicht mit Ihnen diskutieren und sie haben mir verflucht nochmal nicht zu sagen, was ich zu tun habe“, fauchte er den Journalisten an. „Seien Sie verdammt nochmal still“, legte er nach und verließ anschließend wutentbrannt den Saal.

Doch neben den vielen Ausbrüchen gibt es auch zahlreiche launische Auftritte auf Pressekonferenzen, auf denen Ferretti Witze erzählt, ans Handy eines Journalisten geht oder Kuchen an die Runde verteilt. Den jüngsten Auftritt nutzte er dazu, seine Vertragsverlängerung bis 2021 zu verkünden, nachdem es eigentlich geheißen hatte, er wolle 2020 mit dann 66 Jahren abtreten. „Man wird mich keine zwei, sondern noch drei Jahre ertragen müssen“, diktierte er den Medienvertretern mit einem Lächeln in ihre Blöcke.

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Spitzenquartett lässt Federn – Lobos im Abstiegskampf vorne https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/liga-mx-spitzenquartett-lasst-federn-weiter-spannung-im-tabellenkeller https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/liga-mx-spitzenquartett-lasst-federn-weiter-spannung-im-tabellenkeller#respond Mon, 19 Feb 2018 08:15:59 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=7956 Am achten Spieltag des mexikanischen Torneo Clausura schwächelte die Spitzengruppe, lediglich Tabellenführer América gelang ein Punktgewinn. Im Abstiegskampf bleibt es trotz Vorteilen für Aufsteiger Lobos BUAP weiter spannend. Die Verfolger Santos Laguna, UNAM Pumas und Monterrey hatten allesamt bereits verloren...

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Am achten Spieltag des mexikanischen Torneo Clausura schwächelte die Spitzengruppe, lediglich Tabellenführer América gelang ein Punktgewinn. Im Abstiegskampf bleibt es trotz Vorteilen für Aufsteiger Lobos BUAP weiter spannend.

Die Verfolger Santos Laguna, UNAM Pumas und Monterrey hatten allesamt bereits verloren und auch Ligaprimus América stand bei Abstiegskandidat Veracruz kurz vor der ersten Saisonniederlage. Erst ein später Ausgleichstreffer von Bruno Valdez in der zweiten Minute der Nachspielzeit rettete den Águilas ein 1:1-Unentschieden und verhinderte einen kollektiven Ausrutscher des Spitzenquartetts am achten Clausura-Spieltag. In einem kampfbetonten Spiel im Estadio Luis Pirata Fuente hatten die Tiburones Rojos die überlebenswichtigen drei Punkte nach dem Führungstor von Carlos Esquivel aus der 49. Minute bereits dicht vor Augen, doch Américas Ausgleich nach einer Ecke bescherte Veracruz einen neuerlichen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. „Für uns bleibt der bittere Beigeschmack, dass das Ergebnis eigentlich für uns sprach. Es ist schmerzhaft, weil wir nicht die drei Punkte geholt haben, aber uns bleibt nichts anderes übrig als weiter zu kämpfen“, gab sich Trainer Guillermo Vázquez trotzig.
Der Besuch des Rekordmeisters hatte die Anhängerschaft der Gastgeber trotz deutlich erhöhter Eintrittspreise eindrucksvoll mobilisiert, das baufällige Stadion war nicht zum ersten Mal vollkommen überfüllt, Teile der 26.800 Zuschauer besetzten Treppen und Ausgänge. Bis in die Nachspielzeit hinein schien sich der Besuch gelohnt zu haben, dann folgte die kalte Dusche, als Valdez den Ball im Anschluss an eine Ecke aus einem Meter über die Linie drückte. Außerhalb kam es einmal mehr zu unschönen Szenen zwischen Heim- und Gästefans, die sich mit Flaschen und Steinen bewarfen, ehe die Polizei mit Gummigeschossen und Tränengas einschritt.

Abstiegsgipfel am Wochenende

Nach einem Auswärtssieg bei den Pumas unter der Woche hätte Veracruz beinahe den zweiten Favoriten gestürzt und den Anschluss im Abstiegskampf hergestellt, so wurde zum zweiten Mal in dieser Saison eine 1:0-Führung in der Nachspielzeit abgegeben und damit auch die Chance, wieder näher an Konkurrent Lobos BUAP heranzurücken. Der Aufsteiger aus Puebla unterlag seinerseits nach 1:0-Führung noch mit 1:2 in Morelia, verpasste dabei in letzter Minute nach einem Freistoß zumindest den Ausgleich. Mit vier Punkten aus den vorigen zwei Spielen hat die Mannschaft von Trainer Rafael Puente dennoch ein Lebenszeichen gesendet und Veracruz mindestens bis zur übernächsten Woche auf Abstand gehalten. In der Abstiegstabelle kommt der Universitätsklub auf einen Punkteschnitt von 1,12, Veracruz liegt bei 1,04. In absoluten Zahlen muss Veracruz noch mindestens fünf Punkte auf die Lobos aufholen. Nächste Woche folgt nun der Abstiegsgipfel in Puebla, dort könnten die Lobos mit einem Heimsieg einen vielleicht vorentscheidenden Schritt machen, eine Niederlage würde wohl Spannung bis zum Saisonende verheißen. Wie lange es derlei Szenarien noch gibt, scheint derzeit allerdings fraglicher denn je. In einem Vorstoß zahlreicher Erstligisten debattiert die Liga derzeit darüber, Auf- und Abstieg für mehrere Jahre auszusetzen, um nach offizieller Begründung die Konkurrenzfähigkeit der zweiten Liga zu steigern. Auch wenn die Liga selbst kein Interesse an öffentlichen Diskussionen hat und das Thema lieber klein hält, dürfte auf der Generalversammlung im Mai eine entscheidende Abstimmung anstehen.

Pumas und Monterrey rutschen ab

Fernab des Tabellenkellers hatten sich Vizemeister Rayados und die erstarkten Pumas zuletzt auf den Spitzenplätzen eingenistet, doch eine Schwächephase in den letzten Tagen macht sich nun auch tabellarisch bemerkbar. Monterrey holte in der Englischen Woche nur einen Punkt aus drei Spielen und ist nur noch Siebter, eine 0:3-Schlappe in Necaxa rundete die Horror-Woche am Samstag ab. Ähnlich schlecht erging es auch den Pumas, die das Feld am vergangenen Wochenende noch angeführt hatten. Doch das überraschende 1:2 zu Hause gegen Veracruz sowie ein deutliches 1:4 in Tijuana bedeuteten die ersten zwei Saisonniederlagen, verbunden mit Platz drei und nur noch zwei Punkten Vorsprung auf den ersten Nicht-Play-off-Platz. Als letztes Mitglied des Spitzenquartetts verblieb Santos Laguna trotz einer 0:2-Niederlage in Toluca auf Rang zwei, nachdem die Guerreros sich mit Siegen über Guadalajara (2:0) und León (5:1) nach vorne geschoben hatten. In Toluca ging Santos-Torjäger Djaniny zwar leer aus, dennoch ist der Angreifer von den Kapverden nach der ersten Saisonhälfte der überragende Mann, in acht Spielen gelangen ihm zehn Treffer und damit so viele wie in seinen drei letzten Halbsaisons mit 44 Spielen zusammen.

Puebla stark, Cruz Azul enttäuscht

Als bisherige Überraschung zeigt sich der einstmalige Abstiegskandidat Puebla, der unter Trainer-Urgestein Enrique Meza vor allen Dingen dank seiner Heimstärke bis auf Platz vier vorgerückt ist. Die Camoteros gewannen als einzige Mannschaft jedes ihrer vier Spiele vor eigenem Publikum und kassierten dabei erst einen Gegentreffer. Unter Meza setzt Puebla erfolgreich auf Ballbesitzfußball und Passstärke, in dieser Ausrichtung blühen Spieler wie Brayan Angulo, Francisco Acuña oder der Kolumbianer Christian Marrugo auf, Lucas Cavallini bestätigt die positiven Eindrücke der Hinrunde und ist mit vier Treffern aus sieben Spielen bester Torschütze. Im Gastspiel bei Cruz Azul gelang Acuña vier Minuten vor Schluss der Treffer zum 1:1 und damit dem ersten Auswärtspunkt im vierten Spiel. Während Puebla nach dem Remis zufrieden die Heimreise antrat, sorgt die Punkteteilung bei Cruz Azul einmal mehr für Ernüchterung. Unter Trainer Pedro Caixinha war es das fünfte Unentschieden im achten Spiel, zu Hause ist der Hauptstadtklub gar noch ohne Sieg, ein enttäuschender 15. Platz ist die Folge. Gegen Puebla ruhten sich die Celestes lange auf der knappen Führung aus und wurden spät bestraft, auch in den vorigen Partien ließen die Auftritte gerade offensiv zu wünschen übrig. Nach einem soliden Jahr unter Paco Jémez geht die Tendenz unter Caixinha entsprechend schon wieder nach unten. Der Portugiese steht im gewohnt ungeduldigen Umfeld bereits in der Kritik und braucht dringend Siege, um in den kommenden Wochen ungestört arbeiten zu können.

Chivas in der Krise

Noch schlechter als Cruz Azul steht derzeit Vorjahres-Meister Chivas da. Die Mannschaft von Trainer Matías Almeyda verpasste schon in der Apertura die Play-offs und liegt derzeit mit nur sechs Punkten auf einem ernüchternden 16. Rang, bereits sechs Punkte hinter Platz acht. Gegen Pachuca gab es im vierten Heimspiel durch ein 1:1 erst den ersten Punktgewinn, für Ablenkung soll das nun anstehende Achtelfinale der CONCACAF Champions League gegen Cibao FC aus der Dominikanischen Republik sorgen. „Solange wir können, werden wir in beiden Wettbewerben alles geben“ zeigte sich Almeyda am Samstag kämpferisch. Trotz der anhaltenden Krise steht die Vereinsführung weiter hinter dem 44-jährigen Argentinier.

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