Maroni

Boca-Debütant Gonzalo Maroni: La “nueva” Joya?

Gonzalo Maroni heißt das neue Talent der Boca Juniors, das am 22. Spieltag im heimischen “La Bombonera” beim 3:0 Sieg gegen Arsenal de Sarandi sein Debüt gab und sich direkt in die Torschützenliste eintragen konnte und damit landesweit für Schlagzeilen sorgte. Doch wer ist der 18-jährige Newcomer eigentlich? Chefutbol wirft einen Blick auf das argentinische Offensivtalent. 

Als am vergangenen Sonntag das Heimspiel der Boca Juniors gegen Arsenal de Sarandi anstand, war den meisten Fans der “Azul y Oro” der Name Gonzalo Maroni noch kein Begriff. Doch das sollte sich nach den 90 Minuten gegen Arsenal schlagartig ändern.

Da der etatmäßige Stürmer Ricardo Centurión immer noch an einer Knieverletzung laboriert und damit nicht zur Verfügung stand, warf Coach Guillermo Schelotto kurzerhand den 18-jährigen Maroni ins kalte Wasser und stellte den Youngster von Beginn an auf. Das Risiko, das er damit einging, sollte sich jedoch lohnen.

Maroni krönt Debüt mit imposanter Direktabnahme

Maroni erwies sich nicht nur als ausgesprochen schnell und wendig, sondern auch als immens trickreich und mit einem starken Zug zum Tor. Der junge Offensivallrounder wirkte in seinem ersten Startelfeinsatz keineswegs nervös, sondern spielte unbekümmert und mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein die Verteidiger Arsenals ein ums andere Mal schwindelig. Spätestens als er auf Höhe der Mittellinie zwei Gegenspieler in feinster Riquelme-Manier erst per Heber und anschließend auch noch mit einem Beinschuss düpierte, gehörten Maroni die Herzen der Boca-Anhänger.

Mit einem sehenswerten Volleytreffer krönte der junge Argentinier seine ohnehin eindrucksvolle erste Vorstellung vor heimischer Kulisse. Beim anschließenden Jubel war der 18-jährige Maroni von der fantastischen Atmosphäre auf den Rängen der Bombonera, aber auch von seinen eigenen Emotionen derart überwältigt, dass er seinen ursprünglichen Plan nicht in die Tat umsetzen konnte. Im Interview nach dem Spiel verriet der Tordebütant, dass er anfangs eigentlich vorhatte, den Maskenjubel seines Idols Paulo Dybala nachzuahmen.

Anfänge bei Instituto – Vorbild “La Joya” Paulo Dybala

In der Regel sind es der eben erwähnte Juan Riquelme bzw. Stürmerstar Carlos Tevez, die beide aus der Jugendakademie der Boca Juniors stammen und als Vorbilder für Jugendspieler dienen, die den Sprung in die erste Mannschaft der Xeneizes schaffen wollen. Für Gonzalo Maroni jedoch ist dieses Vorbild “La Joya”, das Juwel, Paulo Dybala, dessen Ursprünge, ebenso wie die Maronis, nicht in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires und damit auch nicht bei den Azul y Oro liegen.

Maroni, der im Jahre 1999 in Córdoba das Licht der Welt erblickte, machte seine fußballerischen Anfänge in den Nachwuchsabteilungen des ortsansässigen Vereins Instituto. Ebenso wie sein großes Vorbild Paulo Dybala. Bereits im Alter von 16 Jahren gab Maroni, nachdem er zuvor nahezu alle Jugendmannschaften des Zweitligisten durchlaufen hatte, im Jahr 2015 sein Debüt für die Profimannschaft in der Partie gegen Atlético Tucuman und wurde somit zum jüngsten Debütanten Institutos aller Zeiten.

Nach einigen weiteren Partien und vielversprechenden Auftritten Maronis waren es dann letztlich die Boca Juniors, die sich Anfang 2025 90% seiner Transferrechte für 6,5 Mio. Pesos, umgerechnet circa 388.000€, sicherten. Zuvor hatten bereits San Lorenzo und auch Belgrano de Córdoba Interesse an einer Verpflichtung des jungen Stürmers signalisiert, vergeblich jedoch. Angekommen bei den Boca Juniors kam er zunächst in der Reserve zum Einsatz und konnte an seine guten Leistungen bei Instituto nahtlos anknüpfen.

Möglicher Einsatz im bevorstehenden “Superclásico”

Da ein Einsatz Centurións im anstehenden “Superclásico” gegen River Plate weiterhin fraglich ist, könnte Gonzalo Maroni auch in dieser prestigeträchtigen Begegnung der beiden Lokalrivalen Teil des Aufgebots sein. Damit würde sich Maroni ein selbst gestecktes Ziel erfüllen. Angesprochen auf das bevorstehende Derby konstatierte der Debütant, dass es der Traum eines jeden Spieler sei, einmal dieses Spiel absolvieren zu dürfen, er sei da keine Ausnahme.

Ein weiterer Traum Maronis ist es, eines Tages im selben Team wie sein großes Idol Paulo Dybala in Europa zu spielen. Zwar ist es nach lediglich einer Partie über die vollen 90 Minuten in Argentiniens höchster Spielklasse noch etwas früh, um von einem Wechsel nach Europa zu reden. Dass Maroni jedoch Talent und das notwendige Potenzial besitzt um la “nueva” Joya zu werden, hat er vergangene Woche sensationell unter Beweis gestellt.

Jugendtrainer Héctor Mantoni, der sowohl Dybala als auch Maroni bei Instituto trainierte, attestiert Maroni sogar mehr Talent als dem Stürmerstar von Juventus Turin. Darüber hinaus sei Maroni ein bescheidener Junge aus bodenständigen Verhältnissen, den man spätestens in zwei Jahren im Trikot der “Albiceleste” sehen wird.

Wenn der junge Angreifer weiterhin konzentriert arbeitet, am Boden bleibt und sich stetig verbessert, hat er vielleicht schon bald die Gelegenheit, den versäumten Maskenjubel seines Vorbildes nachzuholen. Möglicherweise jubeln das “neue” und das “alte” Juwel sogar eines Tages Seite an Seite..