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Sabatini lockt Toptalente Cecchini und Colidio zu Inter

Der italienische Traditionsverein Inter Mailand befindet sich im Umbruch. Seit etwa einem Jahr gehören die „Nerazzurri“ zu 70 Prozent dem chinesischen Einzelhandelsriesen Suning, im Laufe des Jahres sollen die verbleibenden 30 Prozent, derzeit noch in Händen des Indonesiers Erick Thohir, folgen. Die Millionen aus Fernost bringen nicht nur völlig neue finanzielle Ressourcen bei den zuletzt klammen Lombarden, sondern auch strukturelle Veränderungen.

Seit  einigen Wochen fungiert Walter Sabatini als Sportdirektor für Inter, aber auch für den Hausklub in den chinesischen Super League, Jiangsu Suning. Er soll den sportlichen Kurs des Konzerns künftig entscheidend mitbestimmen. Der 62-Jährige, der bekennender Kettenraucher ist und schon mal Pressekonferenzen für eine kleine Zigarettenpause unterbricht, war zuvor der Transfer-Verantwortliche beim Ligakonkurrenten AC Rom. Sabatini verfügt über exzellente Kontakte zum südamerikanischen Spielermarkt, schon in der Hauptstadt entdeckte er damals schon junge Juwelen wie den Argentinier Érik Lamela oder Brasiliens Nationalverteidiger Marquinhos.

Kaum bei seinem neuen Arbeitgeber im Amt, zog Sabatini nun auch bereits bei Inter die ersten Strippen, um talentierte Südamerikaner in die Lombardei zu lotsen. Und er scheint mal wieder ein gutes Gespür für das Talent und Potenzial der jungen Akteure zu haben.

Emanuel Cecchini

 Cecchini (Mitte) spielte eine überragende Saison in Argentinien

Der 20-Jährige hat eine exzellente Saison bei Banfield hinter sich und gilt als einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass sich der argentinische Klub für die Copa Libertadores qualifizieren konnte. Inter sicherte sich Cecchini für eine kolportierte Ablöse von vier Millionen Euro, die aber – wie heute üblich – durch diverse Bonuszahlungen noch weiter ansteigen kann. Bereits mit 16 Jahren debütierte der Mittelfeldregisseur, der jedoch auch über einen starken Zug zum Tor verfügt und dynamisch ist, für Banfield in der Profimannschaft. Auch weitere Interessenten, etwa Erzrivale Juventus Turin oder der FC Sevilla, sollen sich ernsthaft um ihn bemüht haben – mitunter den Ausschlag für seine Entscheidung, in Zukunft für Inter aufzulaufen, soll Argentiniens Fußballlegende Javier Zanetti gegeben haben. Der langjährige Kapitän der Nerazzurri stammt ebenfalls aus der Jugendabteilung Banfields und ist mittlerweile Vize-Präsident bei Inter. Ohne Umschweife sagte auch Cecchini, was ein Transfer zu Inter für ihn bedeutet: „Das ist  nicht weniger als ein Traum, der für mich in Erfüllung geht.“ Allerdings muss er auf dessen Verwirklichung noch ein wenig warten. Wie Enrico Preziosi, der Präsident des CFC Genoa bereits bestätigte, wird Cecchini zunächst ein Jahr in die Region Ligurien verliehen, um Spielpraxis in der italienischen Serie A zu sammeln.

Facundo Colidio

Noch einmal teurer wird der gerade einmal 17-jährige Angreifer von den Boca Juniors. Sieben Millionen Euro wird Inter an den Klub aus Buenos Aires für Facundo Colidio überweisen, der in der argentinischen Heimat bereits mit dem jungen Carlos Tévez verglichen wird. Zwar ist der Youngster doch ein paar Zentimeter größer als der bullige Tévez, die Spielweise sei dennoch sehr ähnlich, berichten Fußballexperten aus Südamerika. Exzellente Technik, ein dynamischer Zug zum Tor – das soll Colidio vor allem auszeichnen. Obwohl der U17-Nationalspieler noch nicht in der Profimannschaft der Boca Juniors zum Einsatz kam, löste der Wechsel im Lande durchaus Empörung aus. Roberto Digón, der Alternativkandidat bei den bevorstehenden Wahlen für das Präsidentschaftsamt bei Boca, das derzeit Daniel Angelici inne hat, kritisierte diesen scharf: „Aus dem Bombanera dürfen keine Spieler mit so einem Potential verkauft werden, das entspricht nicht der Philosophie.“ Aber einen Spieler zu halten, der mal wieder Top-Interessenten aus Europa hatte? Neben Inter buhlte auch wieder Juventus Turin um das argentinische Angriffstalent.