Im brasilianischen Pokalwettbewerb standen die Halbfinalhinspiele zwischen Botafogo und Flamengo sowie Grêmio und Cruzeiro an. In zwei Partien kam es lediglich zu einem Tor. Einzig Mister Pokalwettbewerb Lucas Barrios traf für Grêmio und sicherte seinem Team somit eine gute Ausgangsposition für das in der kommenden Wochen stattfindende Rückspiel. Das Spiel in Rio de Janeiro endete torlos. Wir fassen beide Spiele nochmals zusammen.
Botafogo – Flamengo 0:0 – Botafogo leicht im Vorteil
Es war ein rassiges Derby, mit zwei Platzverweisen, vielen Diskussionen, großen Chancen aber keinem Tor. Leider kam es auch neben dem Feld zu Ausschreitungen. So wurde der Mannschaftsbus Flamengo´s mit Steinen beworfen und die Polizei musste Pfefferspray einsetzen. Viele Fans gelangen erst zum Ende der ersten Halbzeit ins Stadion.
Über die gesamten 90 Minuten waren die Gäste das spielbestimmende Team, speziell in der zweiten Hälfte. Die Zahlen können diese Einschätzung belegen. Flamengo hatte mit 11:6 Abschlüssen nahezu doppelt so viele als Botafogo vorzuweisen. Zudem hatte das Team um Diego zwei klare Torchancen, während die Gastgeber nicht ein einziges mal gefährlich vor des Gegners Tor auftauchten. 57 % Ballbesitz für Flamengo unterstreicht das Übergewicht nochmals. Die beste Möglichkeit hatte der Ex-Bremer Diego, als er in der 56. Spielminute mit einem Freistoß am Pfosten scheiterte. Kurz vor Ende der Partie (83.) gab es zudem noch zwei fragwürdige Platzverweise für Flamengo-Torhüter Muralha und Botafogo-Kapitän Carli. Nachdem der Torhüter beim Abfangen eines langen Balls den heranstürmenden Carli mit gestreckten Bein berührte, sah es so aus als würde dieser sich mit einem Tritt seinerseits revanchieren. Eine Ermahnung für beide wäre mit Sicherheit ausreichend gewesen.
Für das Rückspiel in einer Woche hat nun Botafogo die etwas besseren Karten. Mit jedem Unentschieden, bei dem Tore fallen, wären die Schwarz-Weißen im Finale. Für das Team um Trainer Jair Ventura, die in dieser Saison in den Pokalwettbewerben sehr gut vertreten sind, wäre ein Finaleinzug gegen den Stadtrivalen nicht nur ein Prestigeerfolg. Zudem stehen sie im Viertelfinale der Copa Libertadores, wo Grêmio als nächster Gegner wartet. Flamengo muss sich im Rückspiel nun strecken, um eine bislang verkorkste Saison noch retten zu können. Nachdem Ausscheiden in der Copa Libertadores sowie dem Abrutschen in der Liga, wäre ein nationaler Pokalerfolg Balsam auf die geschundene Fanseele.
Grêmio – Cruzeiro 1:0 – Barrios als Pokalexperte
Vor mehr als 45.000 Zuschauern kam es im Halbfinale der Copa do Brasil zum Aufeinandertreffen der beiden Spezialisten in diesem Wettbewerb. Grêmio gewann den Pokal als Rekordsieger bereits fünfmal, während Cruzeiro ihn viermal in die Lüfte strecken durfte. Zudem ist das Team aus Porto Alegre der amtierende Titelträger.
Die ersten Minuten der Begegnung gehörten klar den Gastgebern. In der 6. Spielminute hatte der ehemalige Kölner Pedro Geromel die erste gute Gelegenheit für das Heimteam. In der 12. Minute verhinderte Fábio nach einem Kopfball von Barrios mit einer tollen Parade das 1:0. Anschließend kam Cruzeiro besser in die Partie und hatte durch Lucas Silva ihre erste Chance (27.). Doch kurz vor der Pause gelang Grêmio dann doch die Führung. Nachdem sich Pedro Rocha über links schön durchgesetzt hat und Luan in Schussposition brachte, war es Lucas Barrios, der den Abpraller verwandelte. Es war bereits sein 5. Treffer in diesem Wettbewerb. Insgesamt kommt er auf beachtliche 17 Treffer in 30 Spielen für Grêmio. In der zweiten Halbzeit setzte Grêmio auf Konter, während Cruzeiro ein ums andere Mal am gut aufgelegten Marcelo Grohe scheiterte. In der Nachspielzeit hatte Raniel die große Chance zum Ausgleich, fand seinen Meister allerdings in Grohe.
Mit diesem Ergebnis kann Grêmio in Belo Horizonte bereits mit einem Unentschieden ins Finale einziehen, während Cruzeiro zu Hause gewinnen muss. Das Team von Mano Menezes wird in der heimischen Arena alles geben, um diesen Rückstand noch wett zu machen und ihre einzige Titelchance in dieser Saison zu nutzen.

