Chile – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Sat, 27 Apr 2019 10:11:09 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.1.1 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Chile – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 C.D. Cobresal 2015 – Desierto Florido del Fútbol http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/c-d-cobresal-2015-chile-394873 http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/c-d-cobresal-2015-chile-394873#respond Sat, 02 Mar 2019 11:54:25 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11536 Wäre die Meisterschaftsgeschichte von C.D. Cobresal im Jahr 2015 ein Film, hätte man danach sicherlich das Bedürfnis, sich persönlich beim Regisseur für das großartige Drehbuch zu bedanken. Vor allem für das spannende Finale am vorletzten Spieltag, an dem Cobresal im...

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Wäre die Meisterschaftsgeschichte von C.D. Cobresal im Jahr 2015 ein Film, hätte man danach sicherlich das Bedürfnis, sich persönlich beim Regisseur für das großartige Drehbuch zu bedanken. Vor allem für das spannende Finale am vorletzten Spieltag, an dem Cobresal im Fernduell mit Universidad Católica den Titel holt. 

C.D. Cobresal ist in der auf 2.600m Höhe liegenden Bergbaustadt El Salvador beheimatet, die sich mitten in der berühmten Atacama-Wüste, einem der trockensten Flecken auf diesem Planeten, befindet. Um sie auf dem Landweg zu erreichen, fährt man mit dem Auto von der Provinzhauptstadt Copiapó 2,5 Stunden durch die Wüste, bis man dann im Nichts, in einer Senke, El Salvador findet. Die Stadt wurde in den 1950er Jahren gegründet, nachdem dort eine der größten Kupferminen der Welt entdeckt wurde. Von der Mine hängt gleichzeitig auch das Schicksal von El Salvador und auch von C.D. Cobresal ab. Wenn die Mine schließen muss, wird die Einwohnerzahl von El Salvador vermutlich deutlich zurückgehen, wie es im Nachbarort Diego de Almagro der Fall ist, und der Fußballverein wird entweder umziehen müssen oder er wird verschwinden. Der bekannteste chilenische Spieler, der bei Cobresal bisher spielte, war Ivan Zamorano, der in jungen Jahren, und lange vor seiner Zeit bei Real Madrid und Inter Mailand, in der Atacama-Wüste seine Profi-Karriere begann und 1987 den chilenischen Pokal mit Cobresal gewann, der gleichzeitig der erste Titel in der Vereinsgeschichte war.

El Salvador hat ca. 9.000 Einwohner, von denen rund 2.000 in der Kupfermine arbeiten. Die Stadt ist in der Form eines Amphitheaters angelegt, und hat außer einem Kino und einem Restaurant nichts zu bieten. Genau aus diesem Grund, um die Leute abzulenken, wurde 1979 C.D. Cobresal gegründet, was die Situation laut Aussage des Torhüters der Meisterelf, Nicolás Perich nicht sehr verbessert hat. Denn dieser gab auch 30 Jahre später noch von sich, dass man sich im ersten Moment fragt, was man eigentlich dort (in El Salvador) mache, dass es dort nichts gäbe, was man in der Freizeit machen können und dass man eigentlich nur wieder abhauen will. In dieselbe Kerbe schlägt auch der heute 35-jährige Mittelfeldspieler Victor Sarabia, der sagt, dass es in El Salvador nichts gibt, was in anderen Orten normal ist. Die Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Kupfermine und wenn man so will, das Stadion.

Estadio El Cobre – Das größte Stadion der Welt

Das Kupferstadion (Estadio El Cobre) musste in den 1980er Jahren auf eine Kapazität von 20.000 Plätzen erweitert werden, da man sich für die Copa Libertadores qualifiziert hatte und das Stadion damals nicht die vorgeschriebene Mindestkapazität aufwies. Aufgrund der Kapazität wird das Stadion auch als das größte Stadion der Welt bezeichnet, ganz einfach da es nie ausverkauft sein wird, da es mehr als doppelt so viel Plätze wie Einwohner hat. Zudem wird in der Mine rund um die Uhr im Schichtbetrieb gearbeitet, weshalb sich die Zahl von 9.000 potenziellen Besuchern noch einmal reduziert. In der besagten Meistersaison lag der Zuschauerdurchschnitt von Cobresal bei 1.543 pro Spiel. Manchmal kommen nicht einmal 100 Zuschauer in das weite Rund, sodass man als Spieler genau merkt, wer einen auf der Tribüne anschreit und man ihn am nächsten Tag im Supermarkt darauf ansprechen kann. Am entscheidenden Spieltag, an dem es 2015 um die Meisterschaft ging, fanden immerhin 5.000 Zuschauer den Weg ins Stadion. Auch aus diesem Grund ist El Salvador nicht das typische Wunschziel eines Fußballers, zumal Cobresal traditionell eher um den Klassenerhalt als um die Meisterschaft kämpft und schon einige Auf- und Abstiege hinter sich hat.

Torneo Clausura 2015 – Spieltage 1-12

In Chile werden traditionell zwei Meister pro Saison gekürt. Die Saison 2014-2015 bestand aus dem Torneo Apertura (19.07.-21.12.2014) und dem Torneo Clausura (2.1. bis 20.05.2015). Die Liga bestand aus 18 Mannschaften, und jedes Team spielte pro Turnier einmal gegeneinander. Auch in diese Saison ging Cobresal als Abstiegskandidat und man wusste noch nicht, was man von der Mannschaft erwarten konnte. Doch entgegen aller Erwartungen holten die Mineros aus den ersten acht Spielen 5 Siege und 2 Unentschieden bei 1 Niederlage. Somit fuhr man am 9. Spieltag überraschend als Tabellenführer zum Spitzenspiel gegen Universidad Católica, einem der größten Vereine Chiles und Meisterschaftsfavorit. Trotz der Serie im Rücken und dem Gefühl eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu haben, sah man sich bei Cobresal als krassen Außenseiter und der Matchplan war hinten dicht zu halten und dann zu schauen, was nach vorne geht. Cobresal ging trotzdem in der 33. Minute durch Jorge Donoso in Führung, musste aber kurz vor der Pause den Ausgleich der Gastgeber hinnehmen. Doch anstatt vor ungewohnt großer Kulisse (12.616 Zuschauer) einzubrechen, gewann die Elf von Coach Giovagnoli nach weiteren Toren durch Sepúlveda, erneut Donoso und Poblete, bei einem Gegentreffer von Gutiérrez, mit 4:2. Durch den Sieg wurde man jetzt auch in der Hauptstadt langsam als Titelanwärter anerkannt und auch innerhalb der Mannschaft fing man an, an die Sensation zu glauben. Zu den Schlüsselspielern von Cobresal gehörten die beiden Stürmer Ever Cantero und Matías Donoso, Mittelfeldstratege und Elfmeterschütze Hugo Sarabia und Keeper Nicolás Perich, der das Gefühl vermittelte, dass man immer mindestens mit einem Punkt nach Hause gehen würde. Im Anschluss an diesen Sieg holte man aus den nächsten zwei Spielen allerdings nur ein Punkt und verlor die Tabellenführung an Colo-Colo, dem anderen großen Hauptstadtklub. Am 12. Spieltag bot sich allerdings die Chance mit einem Heimsieg gegen Universidad de Concepción die Tabellenführung wieder zu übernehmen. Und tatsächlich, konnten die Mineros die 1:0 Führung der Gäste mit 10 Mann, Salazar war zwischenzeitlich vom Platz geflogen, durch zwei Tore in der 87. Minute und in der Nachspielzeit, noch drehen. Auf die Rückeroberung der Tabellenspitze folgte jedoch erst einmal ein Schock.

25. März – Naturkatastrophe und Umzug nach Santiago

Am 25. Und 26. März 2015 wurde die gesamte Atacama Region, wie erwähnt, eine der trockensten Regionen der Erde, deren Beschaffenheit dem Mars ähnelt, von Niederschlägen ungewohnten Ausmaßes heimgesucht, die insgesamt 31 Menschenleben forderte. Außerdem werden seitdem 49 Personen vermisst. Teilweise regnete es in einigen Stunden so viel, wie sonst in drei oder vier Jahren zusammen. Auch in El Salvador hinterließ eine Schlammlawine eine Spur der Verwüstung, die zudem die Wasserversorgung zerstörte, mit der Folge, dass die Einwohner einige Wochen lang mit fünf Liter Wasser pro Tag auskommen mussten, für die sie Schlange stehen mussten.

Aufgrund der prekären Situation in der Stadt zog die Mannschaft inklusive Familien, Präsident, Sportdirektor und Maskottchen kurzfristig nach Santiago de Chile und quartierte sich in einem Hotel ein. Die Spieler genossen den Umzug zu Beginn und fühlten sich ein wenig wie eine Schulklasse vom Land die ins Schullandheim in die große Stadt fährt, was den Teamgeist der Mannschaft sogar noch weiter steigerte. Im Laufe der Wochen kam allerdings doch ein Lagerkoller auf, da die Mahlzeiten im Hotel immer zur selben Zeit waren, und der Bus zum Training ebenfalls immer zur selben Zeit abfuhr.

Torneo Clausura 2015 – Spieltage 13-17

Nach dem erzwungenen Umzug waren noch fünf Ligaspiele zu absolvieren, wobei zu Beginn gleich das Spitzenspiel gegen Verfolger Colo-Colo im Estadio Monumental auf dem Programm stand. Zur Halbzeit stand es 1:1, wobei Sarabia sogar einen Elfmeter verschoss, ehe in der 93. Minute Johan Fuentes mit seinem starken linken Fuß, nach einem Fehler von Colo-Colo-Verteidiger Maldonado, ein Traumtor aus ca. 35 Metern Torentfernung schoss und den Sieg perfekt machte (letztes Tor im Video). Spätestens jetzt glaubte jeder bei Cobresal an die eigene Chance.

Da der Platz im eigenen Stadion nicht bespielbar war, musste Cobresal das nächste Heimspiel gegen Ñublense de Chillán in Santiago austragen, gewann dieses aber mit 1:0 durch ein Tor von Donoso in der 5. Minute. Obwohl das Spiel darauf gegen O’Higgins verloren ging, konnte Cobresal am darauffolgenden vorletzten Spieltag bereits Meister werden. Voraussetzung dafür: ein eigener Sieg gegen das schon als Absteiger feststehende Barnechea, und Universidad Católica durfte gegen Deportes Iquique maximal unentschieden spielen. Das Problem: weder Stadion noch Stadt hatten sich von dem Unwetter erholt.

Die Wasserversorgung der Stadt war immer noch unterbrochen, die Einwohner mussten für ihr Wasser immer noch Schlange stehen und der Rasen im Estadio El Cobre war nach über 20 Tagen ohne Bewässerung staubtrocken. Der Verein stand vor dem großen Dilemma: in dieser Situation einen Fußballplatz zu bewässern wäre unmoralisch, allerdings handelte es sich um eine vermutlich einmalige Chance in der Vereinsgeschichte, die Meisterschaft zu Hause zu gewinnen. Schlussendlich wurden in mehreren Nacht- und Nebelaktionen täglich über 50.000 Liter Wasser über 200 Km durch die Wüste gefahren
(3 LKWs/pro Tag, laut Legende von einem Fan gefahren) und das Feld nachts bewässert, um den Platz doch noch bespielbar zu machen. Mit Erfolg! Am 26. April konnte das Heimspiel gegen Barnechea ausgetragen werden und dies vor einer Rekordkulisse von 5.000 Zuschauern.

Das große Finale – Hollywood lässt Grüßen

Die Spiele Cobresal-Barnechea und Universidad Católica-Deportes Iquique wurden beide um 16:30 angepfiffen und entweder der Fußballgott oder die russische Wettmafia hatte sich einiges vorgenommen. Im Fernduell lag Universidad Católica nach zehn Minuten schon mit 2:0 in Führung und zum Schrecken der Cobresal-Fans kassierte man selbst in der 21. Minute das 0:1. In der 29. Minute konnte Ever Cantero zwar den Ausgleich für die Mineros erzielen, doch noch vor der Halbzeit kam es knüppeldick, Universidad erhöhte auf 3:0 und Moya erzielte für Absteiger Barnechea das 2:1. Nach 45 Minuten mussten daher insgesamt fünf Tore für die jeweils richtige Mannschaft fallen. Zwei davon musste man selbst schießen und Iquique (12.) auswärts drei beim Tabellenzweiten, jeweils ohne dabei einen Gegentreffer zu kassieren. Eine Wettquote von 1:5000 wäre bei dieser Ausgangslage vermutlich noch optimistisch geschätzt. Was danach passierte ist schwer zu erklären und eigentlich unmöglich, doch eins nach dem anderen. Iquique kämpft sich in Santiago durch Tore in der 47. und 61. Minute schnell auf 3:2 heran, und in El Salvador erzielt Cobresal durch Francisco „Paco“ Sánchez in der 62. den Ausgleich. Die Hoffnung lebt wieder und es fehlten nur noch zwei der ursprünglich fünf Tore. Und schon in der 66. Minute erzielt Iquique das 3:3 womit nur noch ein eigenes Tor fehlen würde. Acht Minuten vor Schluss kam es dann zum magischen Moment. Fast zeitgleich wurde sowohl ein Elfmeter für Universidad Católica und für Cobresal gegeben. Während in Santiago der Keeper von Iquique den Elfmeter an die Latte lenkt und auch der Nachschuss vorbei ging, verwandelt Matías Donoso nervenstark zum 3:2 für Cobresal und ließ die Wüste erbeben. Danach war zittern angesagt und Barnechea traf sogar noch einmal den Pfosten bevor der Sieg endgültig feststand. Allerdings war in Santiago noch eine Minute zu spielen und es musste gezittert werden. Erst als Stadionsprecher Jorge Ayala nach qualvollen 60 Sekunden im Herzen der Wüste „Aus“ (terminó) und „Cobresal es Campeón“ ins Mikrofon brüllt, brachen alle Dämme, und der Platz wurde gestürmt. C.D. Cobresal war zum ersten Mal, in der 36-jährigen Vereinsgeschichte chilenischer Meister geworden. (34 Punkte aus 17 Spielen, 10S, 4U, 3N).

In Chile wird der Titelgewinn von Cobresal mit dem in der Atacama-Wüste vorkommendende Naturphänomen desierto florido (Blumenwüste) verglichen. Wenn es zu Niederschlag in der Wüste kommt, erblühen dort tausende Blumen auf einmal, deren Samen teilweise seit vielen Jahren im Ruhestadium unter der Erde liegen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%BChende_Atacamaw%C3%BCste).

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Frank Darío Kudelka – “La solución” http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/frank-dario-kudelka-talleres-la-u-283940 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/frank-dario-kudelka-talleres-la-u-283940#respond Mon, 28 May 2018 10:10:00 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10280 Der ehemalige Trainer von CA Talleres, Darío Kudielka, hat wie erwartet das Traineramt bei Club Universidad de Chile übernommen. Der Erfolgscoach, der den Traditionsverein aus Córdoba von der 3. Liga in die Copa Libertadores zurückführte, wurde vor vier Tagen offiziell bei La...

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Der ehemalige Trainer von CA Talleres, Darío Kudielka, hat wie erwartet das Traineramt bei Club Universidad de Chile übernommen. Der Erfolgscoach, der den Traditionsverein aus Córdoba von der 3. Liga in die Copa Libertadores zurückführte, wurde vor vier Tagen offiziell bei La U vorgestellt.

Der Wechsel des 57-jährigen Kudelka nach Chile wurde vor vier Tagen bestätigt, und war von allen erwartet worden. Kudelka war am 18. Mai, nach Saisonende, mit Einverständnis von Talleres zurückgetreten, und wird in der chilenischen Hauptstadt die Nachfolge seines Landsmanns Ángel Guillermo Hoyos übernehmen. Offiziell wird der Mann mit tschechoslowakischen Wurzeln das Team ab dem 10. Juni, dem Pokalspiel gegen Deportes La Serena, betreuen.

Von der Federal A bis in die Copa Libertadores

Der Mann, der genauso wie der argentinische National- und Ex-Universidad de Chile-Coach Jorge Sampaoli selber nie Profi war, hat sich spätestens seit er Talleres vor drei Jahren übernahm zu einem ausgezeichneten Trainer mit einem großen Taktikverständnis entwickelt. Sein eigener Profitraum wurde einst vom Einberufungsbescheid zum Wehrdienst zerstört, der nur wenige Tage nach einer Einladung zum Probetraining von Rosario Central B bei ihm im Briefkasten lag. Gezwungenermaßen musste er den Canallas absagen, schwor sich aber selbst eines Tages in einem Stadion zu stehen. Nach dem Wehrdienst studierte Kudelka dann Physiotherpaie und arbeitete viele Jahre als Trainer in unteren Ligen (u.a. Huracán, Santa Fe). Bei seiner Vorstellung bei Talleres versprach der studierte Physiotherapeut, keinen Aufstieg, sondern nur harte Arbeit. Gleichwohl stieg er mit La T in seiner ersten Saison mit nur einer Niederlage (19 Siege, 11 Unentschieden, 1 Niederlage) von der 3. Liga in die Nacional B auf. Doch dabei sollte es nicht bleiben.

Durchmarsch in die Primera División

Sogar noch eindrucksvoller wie der Aufstieg in die 2. Liga, gelang dem Verein aus Córdoba der Aufstieg in die 1. Liga. In jener Saison blieb man bei 14 Siegen und 7 Unentschieden sogar ganz ohne Saisonniederlage, und schrieb damit argentinische 2.Liga-Geschichte, da dies zuvor noch keinem Team gelungen war. In die Vereinsgeschichte ging vor allem das Spiel vom 19. Spieltag gegen All Boys ein, in dem die Rückkehr nach zwölf Jahren Abwesenheit in die 1.Liga klargemacht wurde. Da Verfolger Chacarita gegen Independiente Mendoza schon früh hoch führte, musste die Kudelka-Elf ihr Spiel gewinnen, um vorzeitig aufzusteigen. Allerdings sollte sich dies als schwieriges Unterfangen herausstellen, da Rodrigo Burgos in der 41. Minute die gelb-roten Karte sah, und All Boys in der 82. Minute durch Lessmann mit 1:0 in Führung ging. Aber nur eine Minute später gelang Klusener der Ausgleich, und angetrieben von Kudelka und den Einwechselspielern erzielte Pablo Guiñazú mit einem Traumtor aus 17 Metern in den Winkel in der 95. Minute das umjubelte 2:1 für das in Unterzahl spielende Talleres.

Die Erfolgsstory geht weiter

Die Euphorie nach dem Aufstieg in die Primera División löste im Stadtviertel Jardín (Garten) große Euphorie aus, und die Mitgliederzahl wuchs auf 50.000 an. In der ersten Erstligasaison unter der Regie von Kudelka spielte man eine sehr ausgeglichene Runde, und beendete sie mit 11 Siegen, 9 Unentschieden und 10 Niederlagen auf Platz 15.

In der Saison 2017/18 führte Kudelka Talleres auf den 5. Platz (12 Punkte hinter Meister Boca Juniors, die man sogar 2:1 schlug), und damit nach 13 Jahren zum ersten Mal wieder in die südamerikanische Königsklasse, die Copa Libertadores. Das 2:2 gegen Absteiger Olimpio am 12.5. sollte das letzte Spiel von Talleres mit Kudelka auf der Bank werden, bevor er am 18.5. unter Tränen seinen Rücktritt verkündete. Der Verein und die Fans waren jedoch keinesfalls enttäuscht oder wütend, sondern bedankten sich bei El Profe (Der Lehrer) mit Gesängen und der Verein mit einem emotionalen Video (s. oben).

Respekt erarbeitete sich Kudelka, der inzwischen den Spitznamen „La solución“ (Die Lösung) verpasst bekam, auch für ein Interview vor einem Derby gegen Belgrano. Auf die Frage eines Journalisten ob es um „töten oder sterben“ in dem Spiel gehe, antwortete er, dass es wichtigeres als Fußball gebe, und kritisierte stattdessen die sozialen Missstände im Land.

„Wissen sie wie viele Jungen zwischen 20 und 21 für ihre Familien sorgen müssen? Die kaum genug Essen und kein Haus haben. Und das heute bei diesen schwierigen Zeiten. Es gibt viele soziale Missstände in unserem Land, und niemand hilft ihnen. Man gibt ihnen nicht einmal die Chance zur Schule zu gehen, oder eröffnet ihnen andere Perspektiven.

 

Dabei ist dies dringend nötig, das ist das was eigentlich wichtig ist. Aber sicher kein Fußballspiel, bei dem sie Spaß haben sollen. Sicherlich müssen sie dabei auch schwierige Entscheidungen treffen, da sie die Farben tragen die tausende Talleres-Fans in ihrem Herzen tragen. Trotzdem haben wir immer versucht mit Ruhe, gewissenhafter Arbeit, und Verantwortung diesem Anspruch gerecht zu werden. Und in diesen Rahmen muss es bleiben, zumindest meiner Meinung nach

“Saben cuántos chicos de 20 ó 21 años tienen que mantener a su familia… No tienen para comer, no tienen casa. Hoy, en las condiciones… Y de hace bastante tiempo en las condiciones sociales y demás que tenemos en nuestro país, nadie los ayuda, no se la dan. No les dan educación. No les dan posiblidades…

 

eso es una necesidad, eso es un punto extremo. No un partido de fútbol, en el cual trato de que disfruten y en el cual seguramente (los jugadores) tienen que tomar decisiones muy importantes porque no cabe duda de que están llevando esa bandera que miles de hinchas de Talleres tienen en el corazón. Pero desde la tranquilidad, desde la responsabilidad y desde la exigencia máxima, siempre hemos tratado de darle. No pasa por ese contexto, por lo menos para mí”

 

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Campeonato Nacional: “Cruzados” an der Spitze – Colo Colo schon 8 Zähler Rückstand! http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/campeonato-nacional-cruzados-an-der-spitze-colo-colo-schon-ruckstand http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/campeonato-nacional-cruzados-an-der-spitze-colo-colo-schon-ruckstand#respond Thu, 19 Apr 2018 14:12:36 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=9907 Nach nunmehr neun absolvierten Partien zeichnet die Tabelle in Chiles höchster Spielklasse ein realistisches Bild der diesjährigen Leistungsvermögen der Vereine aus dem Andenstaat ab. Nach zwei durchwachsenen Spielzeiten führt Universidad Católica die Tabelle mit 24 Punkten an, der zweite Universitätsklub...

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Nach nunmehr neun absolvierten Partien zeichnet die Tabelle in Chiles höchster Spielklasse ein realistisches Bild der diesjährigen Leistungsvermögen der Vereine aus dem Andenstaat ab. Nach zwei durchwachsenen Spielzeiten führt Universidad Católica die Tabelle mit 24 Punkten an, der zweite Universitätsklub Santiagos, Universidad de Chile rangiert mit drei Zählern Rückstand auf dem zweiten Platz, Colo Colo reiht sich nach U. de Concepción auf dem vierten Rang ein und hat hierbei schon acht Punkte Rückstand auf die “Cruzados”. Die Leistungen der “großen Drei” und alles sonst noch Wissenswerte haben wir wie immer für euch zusammengefasst. 

Cruzados mit bester Defensive der Liga

Mit dem neuen Trainer Bernat San José läuft es einfach. Nachdem Erfolgscoach Mario Salas nach einer mehr als enttäuschenden Spielzeit vor Beginn der aktuellen Saison seinen Hut nehmen musste, scheint auch der Erfolg zurückgekehrt zu sein ins Barrio San Carlos de Apoquindo. Mit lediglich fünf Gegentoren stellen die “Cruzados” die mit Abstand beste Abwehr der Liga, was mit ursächlich für den Höhenflug des Universitätsklub ist.

Der Defensivverbund um die beiden Innenverteidiger Lanaro und Ampuero sowie Außenverteidiger Rebolledo und Magnasco präsentiert sich in herausragender Form, noch in keiner Partie setzte es mehr als ein Gegentor. Auch musste man mit dem Auswärtsspiel beim amtierenden- und Rekordmeister Colo Colo erst einmal eine Niederlage hinnehmen (0:1). Andererseits war der Sieg (3:1) gegen Union Espanola auch die einzige Partie der “Cruzados”, die mit mehr als zwei eigenen Treffern gestaltet werden konnte. Bereits viermal sicherte sich Universidad Católica die drei Zähler mit einem knappen 1:0 Sieg.

Topscorer von “UC” ist in dieser Saison bislang der Mittelfeldakteur Fuenzalida mit bis dato vier Treffern. Auf der einen Seite ist es natürlich von Vorteil, einen offensiv derart gefährlichen Spieler wie Fuenzalida in den eigenen Reihen zu haben, andererseits fehlt “UC” nach dem Abgang von Toptorjäger Nicolas Castillo vor mittlerweile zwei Jahren ein torgefährlicher Goalgetter. Solange die Defensive jedoch felsenfest steht und den Akteuren um Fuenzalida mindestens ein Tor gelingt, genügen die mageren Offensivleistungen, um die nötigen Punkte einzufahren. Im weiteren Saisonverlauf sollte “UC” einen größeren Fokus auf das Erzielen der Tore liegen. Zwar springt ein gutes Pferd in der Regel nur so hoch es muss, gegen Teams wie U. de Concepción oder U. de Chile sowie Colo Colo könnte es allerdings durchaus schwierig werden, in jedem Fall eine weiße Weste zu behalten.

Summa summarum bleibt es also abzuwarten, ob der aktuelle Höhenflug der “Cruzados” nur ein Strohfeuer ist oder Abbild einer nachhaltigen Entwicklung, die vom Spanier San José initiiert wurde.

Am Wochenende steht für “UC” die Partie gegen Schlusslicht Audax Italiano an. Verzichten müssen die Cruzados hierbei auf Abwehrchef Ampuero, der bislang als einziger Akteur von San Josés Rotationsmaschine verschont geblieben ist. An seiner Statt wird wahrscheinlich Benjamin Kuscevic auflaufen.

“La U” in Lauerstellung

Doch nicht nur die Cruzados, auch der zweite Universitäsklub der chilenischen Hauptstadt, Universidad de Chile spielt bislang eine formidable Saison. Mit aktuell nur drei Zählern Rückstand auf “UC” rangiert man auf Tabellenplatz zwei. Mit nunmehr 16 Toren stellen die “Los Leones” obendrein die beste Offensive der Liga. Bis letzte Woche musste “La U” auch erst sechs Gegentore hinnehmen. Im “Superclásico” am Wochenende gegen Colo Colo setzte es jedoch dann eine deutliche 1:3 Heimniederlage, was die wiedereinmal atemberaubend gute Stimmung im Estadio Nacional schnell zunichte machte.

Nichtsdestotrotz war der Superclásico erst die zweite Partie in dieser Spielzeit, nach der die “Los Leones” als Verlierer vom Platz gingen nachdem man sich am ersten Spieltag Union Espanola mit 1:2 geschlagen geben musste. Alles in allem funktioniert das von Chefcoach Guillermo Hoyos praktizierte 3-5-2 nämlich sehr gut. Der etatmäßige Linksverteidiger Beausejour kann sich als hochstehender Außenspieler besser ins Offensivspiel einschalten und durch das Generieren von Überzahlsituationen auf dem Flügel Räume und somit auch Torgelegenheiten im Zentrum schaffen, was zugegebenermaßen vergangene Woche eher weniger gut funktionierte, da Beausejour nach 61 Minuten vom Platz flog, sich allerdings im weiteren Saisonverlauf als probates Mittel darstellen könnte. Nächste Woche reist “La U” zum Aufsteiger Union La Calera. Alles andere als ein Sieg dürfte hierbei für Universidad de Chile definitiv zu wenig sein.

Derbysieg als Initialzündung? Colo Colo kommt nicht richtig in Tritt

Bei Rekordmeister Colo Colo spielt man bislang eine, verglichen mit der Meistersaison im letzten Jahr, eher durchwachsene Spielzeit. Platz vier mit bereits acht Punkten Rückstand auf die “Cruzados” sind, gemessen an den Ansprüchen im Estadio Monumental, definitiv zu wenig. Der wichtige 1:3 Derbysieg am letzten Wochenende war somit Balsam für die “geschundene” Seele der “Los Albos”. Den frühen Rückstand durch Pinilla egalisierte Esteban Paredes, ehe er mit seinem zweiten Treffer des Tages Colo Colo auf die Siegerstraße brachte. Kurz vor Schluss macht Oscar Opazo mit seinem Tor zum 1:3 alles klar. Ein weiterer Silberstreif am Horizont für Colo Colo ist es, dass man es bisher als einzige Mannschaft vermochte, mit einem Sieg über die Cruzados die drei Punkte aus dem Estadio San Carlos de Apoquindo zu entführen.

Und die Tatsache, dass Altmeister Esteban Paredes mit nunmehr 37 Jahren wieder einmal die Torschützenliste des Campeonato mit acht Treffern anführt, wird fast schon zur Regel. Mit ingesamt 14 Toren hat man ebenso oft den Ball in den Maschen versenkt wie der Tabellenführer, allerdings stehen auch fast doppelt so viele Gegentore zu Buche, was sich im weiteren Saisonverlauf noch als Problem entpuppen könnte. Erst ein einziges Mal blieb Colo Colo ohne Gegentor, für einen Titelaspiranten definitiv zu wenig.  Auch ist es kritisch zu sehen, dass Spiele wie gegen San Luis oder U. de Concepción verloren gehen, obwohl man über den gesamten Spielverlauf “eigentlich” das bessere Team war, hochkarätige Chance jedoch ungenutzt ließ.

Dass man allerdings trotz eines Derbysieges seinen Trainerjob nicht immer sicher hat, haben die “Los Albos” am heutigen Donnerstag eindrucksvoll bewiesen. Erfolgscoach Pablo Guede wurde die Entscheidung freigestellt, ob er weiter auf der Trainerbank im Estadio Monumental sitzen möchte. Vorangegangen waren Differenzen zwischen ihm und Gabriel Ruiz Tagle, der einen engen Vertrauten von Guede, Aníbal Mosa, im Präsidum ersetzt hatte, und einiger weiterer Krisenherde. Guede hat sich am Morgen von der Mannschaft verabschiedet, wer sein Nachfolger wird ist noch unklar.

Angesichts der Modusänderung in Chiles höchster Spielklasse machen sich diverse Formdellen nichtmehr derart bemerkbar wie noch zur Zeiten des Apertura/Clausura System, will Colo Colo aber auch in diesem Jahr ein Wörtchen um den Titel mitreden, muss die anfällige Defensive dicht gemacht werden, ansonsten werden in diesem Jahr Andere Teams das Rennen um die begehrte Trophäe unter sich ausmachen.

Alle bisherigen Ergebnisse und die Tabelle Chiles höchster Spielklasse findet ihr hier.

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Campeonato Nacional: Católica und Colo Colo mit Auftaktsiegen http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/campeonato-nacional-catolica-und-colo-colo-mit-auftaktsiegen http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/campeonato-nacional-catolica-und-colo-colo-mit-auftaktsiegen#respond Tue, 13 Feb 2018 10:03:49 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7862 Nachdem im letzten Jahr der Rekordmeister Colo Colo abermals triumphieren und den Titel ins Estadio Monumental holen konnte wurden die Karten vor dem Campeonato Nacional 2018 neu gemischt. Doch nach zwei Spieltagen stehen die “Los Albos” gemeinsam mit Universidad Católica,...

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Nachdem im letzten Jahr der Rekordmeister Colo Colo abermals triumphieren und den Titel ins Estadio Monumental holen konnte wurden die Karten vor dem Campeonato Nacional 2018 neu gemischt. Doch nach zwei Spieltagen stehen die “Los Albos” gemeinsam mit Universidad Católica, die zuletzt eine durchwachsene Spielzeit durchlebten, noch ohne Punktverlust an der Tabellenspitze. Universidad de Chile musste eine Auftaktniederlage gegen Union Espanola hinnehmen, siegte jedoch in der darauffolgenden Partie in Iquique. Alle Geschehnisse sowie alles Wissenswerte zum Campeonato Nacional haben wir für euch zusammengefasst. 

Neues Jahr, neuer Modus? Änderungen im Überblick

Wie in nahezu jedem südamerikanischem Land ist es auch in Chile Tradition, in steter Regelmäßigkeit den Ligakalender samt -Modus vollends zu ändern und ein neues System zu etablieren.

Wie in Südamerika eigentlich gängig, hatte auch Chile zunächst seinen Ligabetrieb in ein Apertura und Clausura System untergliedert, sozusagen “Halbjahresmeisterschaften”. Nach dem Torneo de Transición, also der “Übergangsspielzeit” im vergangenen Herbst/Winter hat sich nun im Campeonato Nacional der Modus zu einem europäischen System gewandelt. Das heißt, dass die 15 Ligateams jeweils Hin- und Rückspiel gegeneinander bestreiten, die Plätze für die Copa Libertadores und Copa Sudamericana werden am Saisonende an die Plätze Eins bis Sieben sowie an den Copa Chile Sieger vergeben. Die beiden Letztplatzierten müssen in die Primera B absteigen.

Nach dem Abstieg der Santiago Wanderers im letzten Jahr ist Union La Calera von Chiles zweiter Liga in die höchste Spielklasse aufgestiegen. Der Verein aus der gleichnamigen Stadt, gelegen in der Provinz Valparaíso, stieg in der Clausura 2015/16 in die Primera B ab, setzte sich in den Aufstiegsplayoffs nun erfolgreich gegen die Wanderers durch.

Goalgetter Paredes kann es auch mit 37 noch

Für den Vorjahresmeister Colo Colo fing die neue Saison genau dort an, wo die Alte im Vorjahr aufhörte. Nachdem die “Los Albos” in der Transferperiode keinen Leistungsträger abgeben mussten hat sich der Kader von “El Cacique” nicht wirklich verändert. Auch beim Toreschießen bleibt alles beim Alten. Top-Torjäger ist nach wie vor Esteban Paredes. Am ersten Spieltag netzte der 37-jährige zur 0:1 Führung und zum erlösenden 1:2 Siegtreffer in der 80. Minute ein, nachdem Flavio Ciampichetti zwischenzeitlich für die Hausherren zum Ausgleich getroffen hatte.

Und auch am vergangenen Wochenende stellte Paredes seine immense Bedeutung für die “Los Albos” unter Beweis. In einem nervenaufreibenden Spiel gegen Audax Italiano erzielte Pardes alle drei Treffer und konnte den Fans im heimischen Estadio Monumental somit einen knappen 3:2 Sieg bescheren. Für die Gäste trafen Sergi Santos und Osvaldo Bosso, letzterer in der 89. Minute zum 2:2 Ausgleich. Doch quasi im direkten Gegenzug stellte der Kapitän Colo Colos die Führung wieder her.

Somit steht Colo Colo ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz, punktgleich mit Universidad Católica, die aufgrund des leicht besseren Torverhältnisses derzeit die Liga anführen. Doch wenn Colo Colo in diesem Campeonato weitestgehend vom Verletzungspech verschont bleibt, Leistungsträger wie Paredes, Octavio Rivero und Jaime Valdés an ihre Vorjahresleistungen anknüpfen und vielversprechende Talente wie der junge Ivan Morales besser in das bestehende Team integriert werden können, wird auch in diesem Jahr die Entscheidung über den Meistertitel nur über den Rekordmeister gehen.

Nach Seuchensaison wieder oben dabei: Universidad Católica noch ungeschlagen

Nach einer mehr als durchwachsenen Spielzeit mit Platz Elf im Vorjahr musste Erfolgstrainer Mario Salas im Dezember seinen Hut nehmen. Der neue Mann auf der Trainerbank im Barrio San Carlos de Apoquindo ist der Spanier Benat San José. Der 38-jährige Iberer hat bereits Trainererfahrung auf dem südamerikanischen Kontinent gesammelt, zuletzt coachte er Club Bolívar aus der bolivianischen Hauptstadt La Paz sowie Católicas Ligakonkurrenten Antofagasta.

Zuvor war San José in Saudi-Arabien tätig, wo er mit Al-Ittihad die Meisterschaft im Jahr 2013 gewinnen konnte. Seine Ursprünge als Trainer befinden sich in der Jugendabteilung des baskischen Teams Real Sociedad. Und bislang scheint es, als hätte der Spanier eine frische Brise mit in das zuletzt verstaubt wirkenden Team der “Cruzados” gebracht. Mit talentierten Youngstern wie Fabian Monilla vom mexikanischen Klub Toluca oder dem Sebastián Perez von den Rangers Talca hat San José sein Team in der Breite weiter verstärkt.

Zu seinem Debüt auf der Trainerbank stand für San José das Heimspiel gegen Deportes Temuco an, das die “Cruzados” mit 2:1 siegreich gestalten konnten. Torschützen für das Heimteam waren Aued und Guillermo Hauche. Matiás konnte nur noch den Anschlusstreffer erzielen.

Und auch die Auswärtspremiere am Wochenende glückte für den 38-jährigen Spanier. Gegner Curicó Unido war beim 1:3 Auswärtssieg nahezu chancenlos. Die Gäste gingen in der 23. Minute durch Aued in Führung, David Llanos erhöhte kurz vor dem Pausentee auf 0:2. Nach Wiederanpiff glückte den Hausherren in Person von Martín Cortés der Anschlusstreffer, in der 66. Minute machte Germán Lanaro für die Gäste jedoch alles klar. Erstmals seit der Meistersaison 2015/2025 stehen die “Cruzados” somit an der Tabellenspitze der höchsten chilenischen Spielklasse. Zwar ist die tabellerische Situation nach erst zwei Spieltagen meist nicht mehr als eine Momentaufnahme, für Universidad Católica ist es jedoch ein Fingerzeig in die richtige Richtung.

Nach Auftaktdämpfer wieder in der Spur – “La U” siegt in Iquiqe

Der zweite Universitätsklub der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile, Universidad de Chile, blieb wie Erzfeind Colo Colo auf dem Transfermarkt weitestgehend inaktiv. Lediglich Yeferson Soteldo Martínez fand seinen Weg ins Estadio Nacional und Universidad de Chile könnte damit ein echtes Schnäppchen gemacht haben. Zunächst ist Martínez bis Endes Jahres ausgeliehen von Huachipato, Universidad de Chile besitzt jedoch eine Kaufoption. Und die Verantwortlichen bei “La U” wären gut damit beraten, diese zu ziehen. Der 20-jährige Venezolaner ist auf der linken Außenbahn beheimatet und besticht durch ein immenses Tempo gepaart mit beeindruckender Beweglichkeit und technischer Finesse. Da Martínez noch jung ist und noch Einiges an Entwicklungspotenzial besteht, dürfte sich der Marktwert des nur 1,60 m großen Dribblers schon bald auf ein Vielfaches der aktuell taxierten 2 Mio. € belaufen.

Bislang kam der siebenfache venezolanische Nationalspieler in dieser Spielzeit zweimal zum Einsatz, die knappe Auftaktniederlage gegen Unión Espanola konnte jedoch auch er nicht verhindern. Nach der frühen Gästeführung durch Misael Dávila in der vierten Spielminute reagierte “La U” nur kurz geschockt und arbeitete zielstrebig auf den Ausgleich hin, der bereits nach einer Viertelstunde durch Pinilla besorgt wurde. Im Folgenden bot sich dem Zuschauer ein offener Schlagabtausch mit insgesamt sieben gelben Karten, was in Südamerika nicht zwingend unüblich ist, der für “Los Hispanos” das bessere Ende bereit hielt. Tobias Figuero erzielte 15 Minuten vor Abpfiff die erneute Führung für die Gäste, was zeitgleich auch den Entstand bedeutete.

Nach der überraschenden Auftaktniederlage stand am vergangenen Wochenende für Universidad de Chile die Auswärtspartie im Norden bei Deportes Iquique an. Im Vergleich zur Vorwoche veränderte Coach Hoyos sein Team auf zwei Positionen. Für Monzon rückte Echeverria in die Innenverteidigung und Sebastian Beausejour spielte für Lorenzetti, zusätzlich musste Araos dem zusätzlichen Stürmer Nicolas Guerra weichen. Insgesamt stellte Hoyos von einem 4-5-1 auf ein 3-5-2 System um mit Beausejour und Rodríguez als hochstehenden Außenverteidigern. Und der Plan des Argentiniers schien aufzugehen. Nach einer halben Stunde schoss der frisch ins Team rotierte Guerra die verdiente Gästeführung, was zeitgleich den Pausenstand bedeutete. In Halbzeit zwei besorgte Pinilla rasch das 2:0 ehe Diego Torres 20 Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer gelang.

Nach dem verkorksten Start in den Campeonato befinden sich die “Los Leones” demnach wieder voll im Soll. Auch in diesem Jahr dürfte Universidad de Chile gemeinsam mit Colo Colo und Teams wie Everton Vina und Universidad Católica sowie Unión Espanola um  die Fleischtöpfe der Copa Libertadores spielen. Das Team von Guillermo Hoyos ist in der Breite gut ausbalanciert und verfügt über die Möglichkeit, mehrere System zu spielen, was gerade in der chilenischen Liga nicht zwingend Usus ist. Der Universitätsklub gehört also auch dieses Jahr wieder zu den Topteams, es bleibt abzuwarten inwiefern sich alle Teams mit dem neuen Ligaablauf akklimatisieren, es verspricht erneut ein spannender Campeonato zu werden im Andenstaat.

Alle weiteren Ergebnisse Chiles höchster Spielklasse findet ihr hier, alle News zum Fußball aus dem Westen Südamerikas gibt es hier im Überblick.

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Ivan Morales: Colo Colos nächster Rohdiamant? http://www.chefutbol.com/einer-fur-die-zukunft/ivan-morales-nachwuchshoffnung-670463 http://www.chefutbol.com/einer-fur-die-zukunft/ivan-morales-nachwuchshoffnung-670463#respond Tue, 23 Jan 2018 11:08:41 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7523 Der chilenische Rekordmeister Colo Colo ist seit jeher für seine ausgezeichnete Jugendarbeit bekannt, jedes Jahr wird talentierten Nachwuchshoffnungen aus der eigenen Talentschmiede die Chance gegeben, sich auf Profi-Ebene zu zeigen. Nicht selten beweisen die Verantwortlichen bei den “Los Albos” hierbei...

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Der chilenische Rekordmeister Colo Colo ist seit jeher für seine ausgezeichnete Jugendarbeit bekannt, jedes Jahr wird talentierten Nachwuchshoffnungen aus der eigenen Talentschmiede die Chance gegeben, sich auf Profi-Ebene zu zeigen. Nicht selten beweisen die Verantwortlichen bei den “Los Albos” hierbei einen guten Riecher, Arturo Vidal oder der vor Kurzem zu Manchester United gewechselte Alexis Sánchez sind hierbei wohl die prominentesten Vertreter. Doch nun scheint es, als befände sich in der aktuellen Meistermannschaft Colo Colos ein neues Juwel, das ebenso wie Vidal und Sánchez das Talent haben könnte, auf der ganz großen Bühne des Weltfußballs für Furore sorgen zu können. Die Rede ist vom 18-jährigen Nachwuchsstürmer Ivan Morales. Chefutbol wirft einen genaueren Blick auf den chilenischen U20-“Delantero”. 

Talent mit Stallgeruch

Ivan Andrés Morales Bravo, wie der Youngster mit vollem Namen heißt, ist eines von jenen Talenten, mit dem sich jeder Klub weltweit rühmen würde, hätte er denn ein solches in den eigenen Reihen. Der 1999 in Linares geborene Goalgetter spielt seit seinem 13. Lebensjahr für den Rekordmeister Chiles, für den er nahezu alle Jugendmannschaften durchlief. Mit der U17 der “Los Albos” spielte Morales sogar einige prestigeträchtige internationale Jugendturniere, wie den Torneo Juvenil in Gradisca, Italien.

Sein Debüt für die erste Mannschaft Colo Colos gab Ivan Morales am 26. August 2025 beim 2:2 gegen Huachipato in der Apertura 2025, in jener Spielzeit kam “Tanquesito”, der kleine Panzer, zu fünf weiteren Einsätzen und konnte gegen Huachipato zwei Monate später sogar seinen ersten Treffer feiern, der erste Titel ließ mit der Copa Chile im gleichen Jahr ebenso nicht lange auf sich warten. Auch in der vergangenen Spielzeit war Morales fester Bestandteil der Mannschaft und erhielt, auch aufgrund des Alters und einiger kleiner Blessuren des etatmäßigen Stürmers Esteban Paredes, einige Einsätze. In sechs Spielen über die volle Distanz stehen wohlgemerkt drei Tore zu Buche, keine schlechte Quote für einen 18-jährigen.

Designierter Paredes-Nachfolger? Ivan Morales als Stürmertyp

In der letzten Saison der chilenischen Liga war Meister Colo Colo oftmals von den Toren der Klublegende Esteban Paredes abhängig, der bullige Angreifer war für zehn der 29 Treffer der “Los Albos” verantwortlich. Zwar wird Paredes auch in der kommenden Spielzeit wieder für Gefahr in den gegnerischen Strafräumen sorgen, mit nun 37 Jahren wird er allerdings nicht jünger und wird nicht jedes Spiel über die volle Distanz bestreiten können. Hier kommt nun Ivan Morales ins Spiel. Der junge Angreifer ist von der körperlichen Konstitution her nahezu ein Abbild des Kraftpakets Paredes, nicht umsonst lautet sein Spitzname “El Tanque”, der Panzer.

Mit einer Größe von 1,80 m und einem Gewicht von 80 Kilogramm auf der Waage ist Ivan Morales der Inbegriff des bulligen Stoßstürmers. Mit seiner enormen Schnelligkeit, insbesondere auf den ersten Metern, vermag der Youngster es, geschickt im Strafraum seinen Verteidigern zu entwischen und und sich in aussichtsreiche Position zu bringen. Allerdings hat Morales es auch im Repertoire, als sogenannter “Wandspieler” zu fungieren. Das bedeutet letztlich, sich als Mittelstürmer des Öftern auf die designierte “Spielmacher”-Position hinter den Spitzen fallen zu lassen und mit scharfen, sowohl horizontalen als auch vertikalen One-Touch Pässen seine Mitspieler in Szene zu setzen und somit Angriffe zu initiieren.

Hinzu kommt, dass Morales eine gewissen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und ein gutes Auge für den bester postierten Teamkollegen auszeichnen. Zwar verpasst “El Tanque” noch des Öfteren den richtigen Moment für das Zuspiel, allerdings ist es für einen Spieler in seinem Alter durchaus normal, dass sich noch Fehler ins Spiel einschleichen.

Einer für Europa?

Da die chilenische Liga ebenso wie die meisten anderen südamerikanischen Ligen von Europas Topvereinen minutiös verfolgt wird, ist es kaum verwunderlich, dass mit Inter Mailand bereits das erste große europäische Schwergewicht seine Fühler nach dem jungen Ivan Morales ausgestreckt hat. Auch die rheinischen Nachbarn Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln wissen wohl um Morales Qualitäten und haben jeweils Scouts in den Andenstaat entsandt, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Aktuell laboriert der dreimalige U-20 Nationalspieler Chiles an einer Meniskus-Verletzung, die ihn wohl für 8-10 Wochen außer Gefecht setzen wird. Danach will Morales aber endlich in der heimischen Liga durchstarten, die für ihn allerdings wohl nur eine Art Sprungbrett sein wird. Im Interview mit Maule Al Día gab Morales zu verstehen, dass es ihm zwar primär in seiner Karriere darum gehe, die Annehmlichkeiten und Möglichkeiten, die einem der professionelle Fußball bietet zu genießen, dabei mit den Füßen am Boden zu bleiben und nie zu vergessen wo man herkomme. Weiterhin macht er allerdings auch keinen Hehl daraus, dass sich die Karriere auch finanziell komfortabel gestalten solle.

Bei einem Wechsel in eine von Europas Topligen wäre sicherlich ein höheres Salär möglich, als beim chilenischen Rekordmeister aktuell. Und ein solcher Transfer könnte durchaus schneller passieren, als es den Verantwortlichen im Estadio Monumental lieb sein dürfte. Mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von nur 5 Mio. $ fällt Morales bei den aktuellen Preisen auf dem Transfermarkt sicherlich unter die Kategorie “Schnäppchen”, weshalb man sich nicht wundern sollte, wenn Ivan Morales sich schon bald durch die Hintermannschaften Europas tankt. Die Voraussetzungen, um es auf Europas Toppflaster zu schaffen, hat er auf alle Fälle.

 

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Ivan Zamorano: Der chilenische Bomber http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/ivan-zamorano-chile-156631 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/ivan-zamorano-chile-156631#comments Thu, 18 Jan 2018 17:15:45 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=1566 Ivan “Bam Bam” Zamorano war ein Mittelstürmer, ein klassischer Neuner, ein Killer vor dem Tor. Ein Porträt über die personifizierte Torgefahr. Die klassische Nummer 9 ist im heutigen Fußball eine aussterbende Spezies. Gerade in Mannschaften, die ein ballbesitzorientiertes Spiel pflegen,...

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Ivan “Bam Bam” Zamorano war ein Mittelstürmer, ein klassischer Neuner, ein Killer vor dem Tor. Ein Porträt über die personifizierte Torgefahr.

Die klassische Nummer 9 ist im heutigen Fußball eine aussterbende Spezies. Gerade in Mannschaften, die ein ballbesitzorientiertes Spiel pflegen, werden Mittelstürmer immer häufiger von der modernen Variante verdrängt, quasi ein Angreifer 2.0. Die falsche 9 spielt umtriebig, lässt sich fallen und ist kaum mehr im gegnerischen Strafraum anzutreffen. Doch es gab auch einmal Zeiten, da verbreiteten klassische Torjäger genau dort Angst und Schrecken. Ivan der Schreckliche beispielsweise.

Die Rede ist von Ivan Zamorano, ein Strafraumungeheuer der 90er-Jahre. Er erhielt seinen Spitznamen in Anlehnung an Iwan IV. Wassiljewitsch, im 16. Jahrhundert der erste Großfürst von Moskau und später selbsternannter Zar Russlands. Mit der historisch belegten Grausamkeit des autoritären Machthabers hat Zamorano jedoch wenig gemein. Der Chilene war als aktiver Fußballer, zum Leiden der gegnerischen Abwehrspieler, einfach nur grausam effizient.

Seine ersten Tore im Profifußball machte Zamorano für Club de Deportes Cobresa, ein chilenischer Verein aus El Salvador, dessen Stadion am Fuße der Anden liegt. Bereits in jungen Jahren zeigte der Stürmer seine klinische Effizienz, mit 20 war er fester Bestandteil der chilenischen Nationalmannschaft, seinen ersten Treffer für “La Roja” erzielte er gleich bei seinem Debüt gegen Peru.

Vom vermeintlichen Transferflop zum Torschützenkönig – Traumduo mit Davor Šuker

Die Qualitäten des Stürmers hatten sich nun bis nach Europa rumgesprochen. Im Jahr 1988 nahm ihn der FC Bologna unter Vertrag, nur um ihn leihweise in die Schweiz zum FC St. Gallen abzuschieben, da man ihn beim italienischen Erstligisten als nicht gut genug befand. Ein großer Irrtum, wie sich später herausstellen sollte. Für Bologna machte der damals schmächtige Zamorano kein einziges Spiel, St. Gallen nahm den Chilenen nur gegen eine Zuzahlung des FIFA-Agenten Vinico Fioranelli in seinen Kader auf. Er war der erste südamerikanische Spieler in der Geschichte des Erstligisten, seine Motivation für den Wechsel in die Schweiz war aber eine andere. “Ich wollte meiner Familie ein Haus kaufen, einen schönen Platz, in dem alle gemeinsam wohnen können. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich mir so etwas leisten”, erzählte der in Armut aufgewachsene Stürmer einmal über die damalige Zeit.

Zamorano war ein von den schweizerischen Medien prognostizierter Transferflop, doch diese Stimmen verstummten schnell, als er mit 23 Treffern Torschützenkönig der nationalen Liga wurde. Nach zwei Spielzeiten beim FC St. Gallen wechselte der heute 49-Jährige nach Spanien zum FC Sevilla, wo er mit dem Kroaten Davor Šuker ein Sturmduo bildete, von dem sie sich noch heute bei den Andalusiern erzählen. Schnell legten die beiden ein nahezu blindes Verständnis an den Tag und harmonierten so, als hätten sie seit jeher als Doppelspitze auf dem Feld gestanden. Šuker, gesegnet mit einer Technik wie kaum ein anderer Angreifer zu dieser Zeit, war die perfekte Ergänzung zu Zamoranos Torinstinkt und Kaltschnäuzigkeit.

Die große Bühne wartete auf Zamorano

Gemeinsam spielten sie sich ins Rampenlicht, doch Zamorano war nach nur zwei Jahren bei Sevilla bereit für eine noch größeren Bühne, der vielleicht bedeutendsten im europäischen Fußball: Real Madrid verpflichtete den Chilenen im Jahr 1994 für die heute winzig anmutende Ablöse von fünf Millionen Dollar. Hier erlebte Zamorano unter Trainer Jorge Valdano die wohl beste Zeit seiner Karriere. Der Argentinier, früher selbst für die Königlichen am Ball, war die vielleicht prägendste Figur in der Karriere Zamoranos. “Ich hatte viele tolle Trainer, doch Valdano war definitiv der Beste. Als Spieler bin ich unter ihm unglaublich gereift. Er ist eine ehrliche Person, die Vertrauen in mich hatte”, erzählte der Chilene in einem Interview mit dem britischen FourFourTwo-Magazin.

Während seiner Zeit in Madrid erzielte Zamorano 101 Tore in 173 Spielen – zur damaligen Zeit eine der besten Trefferquoten in der Geschichte der Königlichen. Mit 27 Treffern wurde der Chilene 1995 Torschützenkönig, im selben Jahr gewann er mit Real Madrid die spanische Meisterschaft und durchbrach so die Dominanz des FC Barcelona, der in den Spielzeiten zuvor den nationalen und internationalen Fußball unter Trainer Johann Cruyff maßgeblich geprägt hatte. Es war das Ende einer Ära, das Real Madrid mit einem berauschenden 5-0 Erfolg im Clasico bereits während der Saison einläutete. Zamorano erzielte an jenem Tag drei Tore und galt nun als einer der besten Stürmer der Welt.

Von Real Madrid zu Inter Mailand und zur Rückennummer “1+8”

Doch auch die Ära Zamoranos bei Real Madrid währte von da an nur mehr ein Jahr, 1996 verließ er die spanische Hauptstadt in Richtung Mailand. Die Königlichen wollten eine Mannschaft um den jungen Raúl aufbauen, bei Inter war gerade Massimo Moratti neuer Eigentümer geworden, um den Klub zu altem Glanz zu führen. Zamorano wählte wieder seine angestammte Rückennummer 9 und erreichte in der ersten Saison mit den Nerazzurri das Uefa Cup-Finale gegen Schalke 04, wo man gegen die “Eurofighter” jedoch den Kürzeren zog.

Es war das Jahr 1997, das bei Inter und Zamorano große Veränderungen mit sich brachte. Moratti verpflichtete mit Ronaldo den damals teuersten und besten Spieler seiner Zeit. Der Chilene verlor nicht nur seinen Stammplatz, sondern aus Marketinggründen auch seine Rückennummer. “R9” ist bei Nike eine internationale Marke geworden, Inter hatte mit dem amerikanischen Giganten gerade einen Ausrüster-Kontrakt unterzeichnet. Zamorano wollte aber nicht auf seine Lieblingsnummer verzichten. Er wählte die 18 und ließ das Trikot zwischen den Ziffern kurzerhand mit einem “+” bedrucken. Zumindest in der Summe hatte der Chilene wieder seine Nummer 9.

Mit Ronaldo war Inter wieder im Konzert der Großen angekommen. In der Serie A belegten die Mailänder den 2. Platz hinter Juventus Turin, noch heute diskutieren die Tifosi über fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen während der Saison 97/98. Im Uefa Cup erreichte Inter abermals das Finale, gewann diesmal aber 3:0 gegen Lazio Rom. Zamorano war neben Ronaldo einer der Torschützen an jenem Abend von Paris.

Unrühmliches Ende bei Colo Colo

In den Folgejahren investierte Moratti voller Sehnsucht nach dem Scudetto immer mehr Geld in die Mannschaft, allen voran im Angriff. Große Namen wie Christian Vieri, damals der teuerste Transfer aller Zeiten, Roberto Baggio oder Álvaro Recoba sorgten dafür, dass Zamorano fortan nicht mehr über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskam. Seine Karriere beendete er wenig rühmlich bei Colo Colo in Chile. Beim Finalrückspiel der Apertura-Runde 2003, das Colo Colo gegen CD Cobreloa bestritt, rastete der Stürmerstar aus und attackierte aufgrund einer umstrittenen Abseitsentscheidung den Schiedsrichter mit Fausthieben und Fußtritten. Das Ergebnis seines Ausrasters: die rote Karte wegen Tätlichkeit und in der Folge eine Rekordsperre von elf Spielen, die vom nationalen chilenischen Verband verhängt wurde. Colo Colo verlor das Spiel 0:4 und Zamorano beendete daraufhin seine Profikarriere. Es war der wohl unrühmlichste Moment von Ivan dem Schrecklichen.

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Liga Chilena Transición: Colo Colo holt den Titel! http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/colo-colo-titel-670321 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/colo-colo-titel-670321#comments Mon, 11 Dec 2017 15:42:16 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6999 Es ist vollbracht! Nach dem traumatischen Verlust der Meisterschaft im letzten Jahr krönt sich der chilenische Rekordmeister Colo Colo mit einem 0:3 Sieg bei Huachipato zum 32. Mal zum Champion im Andenstaat. Unión Espanola kann den Tabellenvierten Everton Vina mit...

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Es ist vollbracht! Nach dem traumatischen Verlust der Meisterschaft im letzten Jahr krönt sich der chilenische Rekordmeister Colo Colo mit einem 0:3 Sieg bei Huachipato zum 32. Mal zum Champion im Andenstaat. Unión Espanola kann den Tabellenvierten Everton Vina mit 2:0 niederringen, so richtig Freude kommt bei den Hispanos ob des verlorenen Titels allerdings keine auf. Vorjahresmeister Universidad de Chile beendet die Spielzeit mit einem knappen 1:0 Sieg über Iquique auf dem dritten Rang. 

“El Cacique” behält in Concepción die Nerven – Orellana, Valdes und Rivero schießen Colo Colo zum Titel

Bereits im Vorfeld des letzten Spieltages stand für alle Beteiligten fest: Sollte Colo Colo sein letztes Auswärtsspiel in Concepción gegen Huachipato für sich entscheiden können, sind die “Los Albos” unabhängig von den Ergebnissen des Zweitplatzierten Unión Espanola und des Erzrivalen Universidad de Chile zum erneuten Male chilenischer Meister. Sollte “El Cacique” gegen Huachipato nur unentschieden spielen und zeitgleich Unión Espanola gegen Everton Vina gewinnen, käme es zu einem Entscheidungsspiel. Aber der Rekordchampion wollte erst gar keine Zweifel daran aufkommen lassen, wer am Ende des Torneo de Transición die begehrte Trophäe in die Höhe recken wird.

Die Gäste starteten mutig und engagiert, Huachipato bekam nahezu keinen Zugriff und hat es einzig und allein Keeper Carlos Lampe zu verdanken, dass die Partie nicht schon früh in ein Schützenfest ausartete. Der 30-jährige Bolivianer parierte mehrere Male glänzend gegen Valdivia und Figueroa, sodass die Acereros ein 0:0 in die Pause retten konnten.

Nach Wiederanpfiff legte Colo Colo eine Schippe drauf und kam zu weiteren guten Torraumszenen, wieder einmal hielt Lampe glänzend erst gegen Berriós und nur wenige Augenblicke später gegen Valdivia. In Minute 61 erzielte Uníon Espanola allerdings den Führungstreffer im Parallelspiel gegen Everton Vina, zu diesem Moment wäre eine Entscheidungspartie zwischen den beiden Top-Teams der diesjährigen Saison angestanden.

Doch der Rekordmeister ließ sich nicht beirren und drückte Huachipato weiter tief in die eigene Hälfte, die zum Teil mit Mann und Maus das Tor verteidigten, was bis dato auch gut funktionierte. In der 72. Minute jedoch bekam Nicolás Baeza den Ball im Sechzehner an die Hand, der Schiedsrichter deutete auf den Elfmeterpunkt. Jaime Valdes nahm sich ein Herz und verwandelte den fälligen Strafstoß zum längst überfälligen 0:1 für die Gäste, der Bann war gebrochen. Nur neun Minuten später schickte der Torschütze Valdes Stürmer Octavio Rivero steil in den Strafraum, der Angreifer ließ sich nicht zweimal bitten und vollstreckte aus spitzem Winkel zum durchaus sehenswerten 0:2, die Entscheidung. Die Partie verlor fortan etwas an Struktur und lief ihrem Ende entgegen, der eingewechselte Nicolas Orellana setze mit einem platzierten Rechtsschuss den Schlusspunkt zum 0:3, “El eterno Campeón” hatte es wieder einmal geschafft.

Über die ganze Saison gesehen war Colo Colo schlichtweg das formbeständigste Team, mit zehn Siegen aus 15 Spielen, lediglich zwei Niederlagen und unglaublichen 33:13 Toren geht der Titel verdient ins Estadio Monumental.

Unión Espanola mit formidabler Spielzeit – Copa Libertadores in Reichweite

Obwohl der 2:0 Sieg der Hispanos gegen Everton Vina keine Auswirkungen mehr auf das Titelrennen hat, darf man bei Unión Espanola mehr als stolz auf das Geleistete sein. Bis zum letzten Spieltag hielten die Rojos de Santa Laura die Meisterschaft offen und können für den internationalen Wettbewerb planen. Sollte die Qualifikation für die Copa Libertadores gegen Universidad de Concepción misslingen, würde der Klub aus Santiago automatisch in der Copa Sudamericana an den Start gehen, ein fantastischer Erfolg für den Vorjahresfünften.

Unión-Trainer und Boca Juniors Legende Martin Palermo stellte im Vorfeld der Partie klar, dass man den Titel keineswegs schon abgeschrieben habe und gegen Everton Vina noch einmal alles geben würde. Dementsprechend forsch und enthusiastisch starteten die Hispanos auch die Partie, allerdings sollte Union Espanolas Übereifer schnell ein erstes Opfer fordern.

Schon in der 6. Minute kam es zu einem unnötigen Foul an Sebastián Leyton, der 24-jährige Chilene fasste sich umgehend an linken Knöchel, auch für den Laien war hier schon optisch erkennbar, dass die Partie für Leyton ein frühes Ende nehmen würde, er wurde durch Jaime Carreno ersetzt.

Spielerisch dauerte es lange, bis die Partie in Santa Laura Fahrt auf nahm. Keines der beiden Teams konnte in der ersten Halbzeit den jeweils gegnerischen Defensivverbund vor ernsthafte Aufgaben stellen, sodass sich die Mannschaften mit einem 0:0 zum Pausentee verabschiedeten. Die Hausherren kamen jedoch frischer aus der Kabine, eine viertel Stunde nach Wiederanpfiff hatte Sebastian Jaime auf der rechten Seite einmal Platz zum Flanken, die Hereingabe fand in Person von Routinier Gustavo Canales einen dankbaren Abnehmer, der zur verdienten Führung für die Hispanos einnickte.

Nur sieben Minuten später zeigte Unión-Mittelfeldspieler Pablo Aranguíz seine ganze Klasse. Nach Zuspiel von Guillermo Hauche drang der 20-jährige Chilene blitzschnell in den Strafraum ein und zog schnörkellos aus 16 Metern ab, der Ball schlug unhaltbar für Everton Vina-Schlussmann Lobos im rechten Toreck ein. Der zentrale Mittelfeldspieler auf Seiten Uníon Espanolas könnte, wenn es nach seinem Trainer Martin Palermo geht, einmal “ein ganz Großer werden”. Und der Boca Juniors-Stürmerstar könnte mit seiner Prognose durchaus Recht behalten.

Denn die Zahlen, die Aranguíz in dieser Saison aufgelegt hat, sind schlicht und ergreifend Weltklasse. In wohlgemerkt 15 Spielen stehen drei Tore und 15 Assists für Aranguíz zu Buche, fantastische Werte. Der Mittelfeldakteur bildet gemeinsam mit Pablo Galdames und Santiago Gallucci ein mehr als ordentliches Mittelfeld, das auch, sollte es in dieser Konstellation zusammenbleiben, in der Copa Libertadores für Furore sorgen könnte. Sollte Aranguíz und allgemein Unión Espanola in der kommenden Spielzeit gute Leistungen auf kontinentaler Ebene abrufen, dürfte es nicht lange dauern, bis namhafte Klubs aus Europa Interesse am 20-jährigen “Centrocampista”hinterlegen. Doch bis das passiert, wird man in Santa Laura noch viel Freude an diesem Juwel haben.

Universidad de Chile mit guter Saison – Pizarro hängt noch ein Jahr dran

Für den Erzrivalen von Colo Colo, Universidad de Chile, endete der Torneo de Transición mit einem 1:0 Sieg über Deportes Iquique, der zeitgleich den dritten Tabellenplatz hinter Colo Colo und Unión Espanola bedeutete. Der verlorene Superclásico sowie die Niederlage gegen Audax Italiano am 13. Spieltag (0:3) verhinderte, dass die Mannschaft von Coach Guillermo Hoyos bis zuletzt ernsthaft im Titelrennen mitmischte.

Am letzten Spieltag hatte “La U” den Tabellenletzten Iquique zu Gast. In einer weitestgehend ereignislosen Partie dauerte es bis zur 83. Minute, bis Alejandro Contreras die Heimfans mit seinem Führungstor erlösen konnte und trotz des Titels des Erzrivalen Colo Colos für versöhnliche Töne im Estadio Nacional de Chile sorgte. Alles in allem war es für “Los Leones” eine gute Spielzeit, in der im Besten Fall vielleicht mehr drin gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz ist das Team aus Santiago als Vorjahresmeister bereits für die Copa Libertadores qualifiziert, sodass der dritte Rang nach dem Herzschlagfinale im letzten Jahr summa summarum in Ordnung geht. Auch in der kommenden Spielzeit wird Universidad de Chile dabei auf Routinier David Pizarro zurückgreifen können. Der 38-jährige Mittelfeldspieler nahm Abstand von etwaigen Rücktrittsgedanken und wird nun erst 2018 von der Bühne des Weltfußballs abtreten. Insgesamt stand der ehemalige Fiorentina-Akteur 2017 in 38 von 40 Spielen auf dem Platz und konnte mit vier wettbewerbsübergreifenden Toren seine beste Spielzeit seit 2007 hinlegen.

Universidad Católica sind “Los Reyes de la Remontada” – Santiago Wanderers mit Entscheidungsspiel

Im Barrio San Carlos de Apoquindo der chilenischen Hauptstadt Santiago, der Heimat von Universidad Católica, wird man mehr als froh sein, dass der Torneo de Transición schließlich ein Ende gefunden hat. Die “Cruzados” hatten von Anfang an Schwierigkeiten damit, in die Saison zu finden und beenden die Spielzeit auf dem elften Rang. Ein 2:4 Auswärtssieg gegen Antofagasta am letzten Spieltag ermöglichte es “UC” noch, einen Sprung weg von Platz 15 zu machen, zufrieden sein wird damit niemand beim Traditionsklub.

Die Partie gegen Antofagasta begann für Universidad Católica typisch. Das Team von Noch-Trainer Mario Salas verschlief die erste Halbzeit komplett und lag somit zur Pause durch die Tore von Bryan Carvallo und Flavio Ciampichetti mit 2:0 zurück. Doch die “Cruzados” gaben sich noch nicht geschlagen. Salas brachte zur Halbzeit Youngster David Henriquez, der für Schwung im Offensivspiel des Universitätsklubs sorgte und kurz nach Wiederanpfiff auf 2:1 verkürzte. In der 67. Spielminute konnte Spielmacher Diego Buonanotte per Traumtor zum 2:2 ausgleichen, ehe Fuenzalida und Aued mit ihren späten Treffern in der 88. und 92. Minute den Auswärtserfolg für “UC” besiegelten. Ingesamt elf Mal in den letzten 30 Jahren konnte Universidad Católica ein 2:0 noch drehen, damit sind die “Cruzados” die unangefochtenen “Reyes de la Remontada“, die Könige der Aufholjagd. Rekordmeister Colo Colo gelang ein derartiges Kunststück lediglich fünf mal.

Gegner Antofagasta verspielte somit am letzten Spieltag die mögliche Qualifikation für die Copa Sudamericana. Durch die 2:4 Niederlage verbleiben “Los Pumas” auf dem siebten Tabellenplatz, Deportes Temuco ist mit einem Zähler mehr (22 Punkte) auf dem sechsten Platz und qualifiziert sich damit für das südamerikanische Äquivalent zur Europa League

Mit dem Ende des Torneo de Transición geht bei Universidad Católica auch die dreijährige Ära des Mario Salas zu Ende. Kapitän und Torschütze Fuenzalida sowie Luciano Aued und José Luiz Munoz widmeten den Sieg daher dem scheidenden Trainer.

“Es ist schade, dass er geht, aber wir wissen, dass es so läuft im Fußball. Es war ein hartes Jahr für uns, da sind Abnutzungserscheinungen ganz normal. Mario hat das hier drei Jahre gut gemacht und ich möchte ihm sowohl für alles danken, was er für den Klub getan hat, als auch alles erdenklich Gute für die Zukunft wünschen!”, gab der Spielführer der “Cruzados” nach der Partie zu Protokoll.

Als möglichen Nachfolger bringt Salas selbst Miguel Ramírez ins Gespräch, aktuell Trainer des Ligarivalen CD San Luis.

Zwar konnten die Santiago Wanderers die Saison auf dem 13. Tabellenplatz abschließen und insgesamt 15 Zähler sammeln, über die beiden Halbserien gerechnet kommen die Wanderers allerdings nur auf 46 Punkte und müssen somit ein Endspiel gegen den Sieger der Aufstiegsplayoffs der Primera B absolvieren, um einen möglichen Abstieg noch abzuwenden. Die Partie gegen Union La Calera, einem Team aus der Region Valparaíso, entscheidet für den dreimaligen chilenischen Meister somit über Klassenerhalt oder Abstieg.

Alle Ergebnisse des letzten Spieltags und die Abschlusstabelle des chilenischen Torneo de Transición findet ihr hier, weitere News zum Fußball im Andenstaat könnt ihr hier verfolgen.

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Chile gegen UdSSR: Eine geisterhafte Begegnung im Estadio Nacional http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/spiele-fur-die-ewigkeit/chile-gegen-udssr-eine-geisterhafte-begegnung-im-estadio-nacional http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/spiele-fur-die-ewigkeit/chile-gegen-udssr-eine-geisterhafte-begegnung-im-estadio-nacional#respond Sun, 12 Nov 2017 13:46:39 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6556 Das Qualifikationsrückspiel für die Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland zwischen Chile und der UdSSR am 21. November 1973 ist das wohl absurdeste Beispiel dafür, dass Politik und Sport nicht stets für sich stehen, sondern auch auf bedrückende Art und Weise verstrickt...

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Das Qualifikationsrückspiel für die Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland zwischen Chile und der UdSSR am 21. November 1973 ist das wohl absurdeste Beispiel dafür, dass Politik und Sport nicht stets für sich stehen, sondern auch auf bedrückende Art und Weise verstrickt sein können. Chefutbol erzählt, was sich im Herbst 1973 im Estadio Nacional de Chile zutrug. 

Im Vorjahr der Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland befand sich der bis dato sozialistisch geprägte Andenstaat Chile in keinem guten Zustand. Zwar qualifizierten sich die von Rudi Gutendorf trainierten Chilenen für die Playoffs gegen die UdSSR, politisch gesehen befand sich das Land jedoch in Aufruhr. Augusto Pinochet hatte an Seiten des Militärs Präsident Allende gestürzt und die Macht übernommen, es herrschte eine düstere Atmosphäre. Soldaten patroullierten in den Straßen und Pinochet verfolgte all seine politischen und ideologischen Gegner mit harter Hand.

14 Tage nach dem Putsch stand für die chilenische Auswahl das Playoffrückspiel im Estadio Nacional in Chile an. Das Hinspiel in Moskau endete torlos, die Heimmannschaft lag vor dem Rückspiel demzufolge leicht im Vorteil. Zu besagtem Aufeinandertreffen kam es jedoch nie, obwohl die Partie so gesehen stattfand.

In Folge der radikalen Verfolgung politischer Gegner wandelte Putschist Pinochet das Estadio Nacional de Chile in der Hauptstadt Santiago kurzerhand zu einem Konzentrationslager um, Menschen wurden in den Katakomben des Stadions festgehalten, misshandelt und getötet.

Die Tatsache, dass das begehrte WM-Ticket nun an einem Ort vergeben würde, wo zeitgleich Menschen aufgrund ihrer politischen, in erster Linie “linken” Überzeugungen interniert und Gewalt ausgesetzt sind, war für die UdSSR ein untragbarer Zustand, sie legte Protest bei der FIFA ein.

Der Weltfußballverband wollte von all dem nichts wissen, und auch der chilenische Verband würde den Austragungsort nicht verlegen, dachte man doch, der Protest sei nichts als eine bloße Ausrede der UdSSR aufgrund des Hinspielresultats.

Es blieb folglich bei der Ansetzung für den 21. November im Estadio Nacional. Die Auswahl der UdSSR bestieg jedoch gar nicht erst das Flugzeug nach Südamerika, sodass am Spieltag die chilenischen Akteure neben nahezu leeren Rängen auch keine Gegnermannschaft vorfanden. Dafür allerdings jede Menge Militärs, die sicherstellen sollten, dass alles seinen gewohnten Ablauf nehmen würde.

“Uns wurde klar, dass sich Politik und Fußball doch nicht so leicht voneinander trennen lässt. Das ganze Stadion war voll mit Soldaten, einige von ihnen eskortierten uns sogar ins Stadion und auf den Platz. Und dann standen wir auf dem Rasen: allein, ohne Gegner. Elf Chilenen in diesem riesigen Stadion. Wir kamen uns aber nicht nur auf dem Platz ziemlich alleine vor, auch die Ränge waren so gut wie leer.” berichtete der chilenische Mittelstürmer Carlos Caszely von diesem denkwürdigen Tag.

Chiles Nationalstadion fasste zum damaligen Zeitpunkt knapp 100.000 Fans, gekommen waren neben den Soldaten höchstens 15.000 Zuschauer, alles geladene Gäste des neuen Machthabers Pinochets.

Der österreichische Referee Erich Linemayr pfiff die Partie an, die Chilenen passten den Ball ein paar Mal hin und her ehe Kapitän Francisco Valdes zum 1:0 einschob. Da die Partie in Ermangelung eines Gegner im Anschluss nicht wieder angepfiffen werden konnte, wurde das Spiel abgebrochen und mit 2:0 für die Hausherren gewertet.

Carlos Caszely verließ aufgrund seine politischen Nähe zu Allende das Land, erst 1978 kehrte er in den Andenstaat zurück. Chiles Nationalelf sicherte sich das begehrte Ticket für die WM in Deutschland. Dort enttäuschte “La Roja” jedoch. Nach zwei Unentschieden gegen die DDR und Australien verlor man auch gegen die BRD und musste den frühen Heimweg antreten. Doch viel denkwürdiger als Chiles Teilnahme an dieser Weltmeisterschaft ist vielmehr der Weg dorthin.

Die Playoff-Begegnung der Chilenen gegen die UdSSR wird nicht nur den elf Spielern und den Zuschauern als gespenstisch in Erinnerung bleiben, es zeigt auch, dass Politik und Sport nicht immer klar voneinander abgrenzbar sind.

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Am elften Spieltag des chilenischen Torneo de Transición siegt Universidad de Chile im “Clásico Universitario” knapp gegen den Lokalrivalen Universidad Católica. Colo Colo kassiert drei rote Karten und verliert neben der Partie in Temuco auch die Tabellenführung. Unión Espanola siegt fulminant gegen Schlusslicht Iquique und grüßt von der Tabellenspitze. Die fußballerischen Geschehnisse in Chile zusammengefasst. 

Ekstase im Estadio Nacional – “La U” entscheidet “Clásico Universitario” für sich

Am vergangenen Sonntag stand für Universidad de Chile nicht nur die 90-Jahr-Feier an, sondern mit dem “Clásico Universitario” auch ein außerordentlich wichtiges Heimspiel, und das gleich aus zwei Gründen. Zum Einen ist die Rivalität zwischen den beiden Universitätsklubs der Hauptstadt Santiago fast so alt wie der Fußball im Andenstaat selbst, zum Anderen waren die “Los Leones” zum Siegen verdammt, um vier Spieltage vor Schluss nicht den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren.

Im erneut wahnsinnig stimmungsvollen Estadio Nacional waren es zunächst jedoch die Gäste aus San Carlos de Apoquindo, die couragiert begannen und früh zu ersten Chancen kamen. Einen Kopfball von Benjamin Vidal konnte “La U”-Keeper Johnny Herrera gerade noch entschärfen ebenso wie einen Distanzschuss von Jeisson Vargas nur wenige Minuten später.

Nach einer halben Stunde fiel dann das erste und zugleich auch einzige Tor der Begegnung. Fernando Monzón, der auf der Linksverteidigerposition auflief, flankte von der Grundlinie maßgenau hinter die Abwehr, wo David Pizarro bereits einschussbereit wartete. Der Mittelfeldspieler ließ sich nicht zweimal bitten und sorgte mit einer trockenen Direktabnahme für die Führung im “Clásico Universitario“.

Nach dem Seitenwechsel waren es erneut die Gäste, die besser aus der Kabine kamen. Das Team von Mario Salas wollte sich mit der drohenden Niederlage nicht zufrieden geben und erarbeitet sich in Halbzeit zwei einige aussichtsreiche Torchancen. Ein Kopfball von Fuenzalida strich knapp am rechten Pfosten vorbei, Munoz traf mit einem herrlichen Schlenzer außerhalb des Strafraums nur Aluminium. Kurz vor Spielende entschärfte der starke Herrera einen strammen Linksschuss von Espinosa, sodass “La U” die knappe Führung über die Zeit rettete und die drei Punkte im heimischen Estadio Nacional behielt.

Universidad de Chile siegt somit knapp im “Clásico Universitario” und springt mit nun 21 Zählern auf den dritten Rang. Nach drei Siegen in Folge gegen Antofagasta, CD Palestino und nun “UC” darf sich der Vorjahresmeister berechtigte Hoffnungen auf die Titelverteidigung machen. Aktuell sind es für “La U” nur drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Union Espanola, sodass vier Spieltage vor Schluss noch alles offen ist.

Universidad Católica, die nach einer ordentlichen Leistung mindestens einen Punkt hätten mitnehmen können, fällt auf den 13. Rang. Die Cruzados, die vor zwei Wochen 2:0 gegen Iquique gewinnen konnte und Morgenluft witterten, sind nach der deutlichen 3:1 Niederlage gegen Huachipato und dem verlorenen “Clásico Universitario” wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Die Gründe für die Krise sind leicht auszumachen. Zwar spielt sich Universidad Católica einige gute Torgelegenheiten heraus, allerdings verwerten die “Cruzados” schlicht und ergreifend zu wenige, nur acht Tore nach zehn Spielen geben akuten Anlass zur Sorge.

Colo Colo verliert drei Spieler und die Partie

Bei Colo Colo herrscht an diesem Montag vermutlich Katerstimmung. Überraschend verliert der Rekordmeister sein Auswärtsspiel bei Deportes Temuco mit 0:1 und kassiert außerdem gleich drei (!!) Platzverweise. Als wäre das alles nicht schlimm genug, verloren die “Los Albos” auch noch die Tabellenführung.

Die Gäste fanden zunächst gut ins Spiel und kamen früh in Person von Esteban Paredes und Jorge Valdivia zu Chancen, ließen diese jedoch ungenutzt. Doch auch die Heimelf spielte munter mit und strahlte vor allem bei Standards Torgefahr aus. Nach einem Freistoß von Canio von links kam Cris Martínez vollkommen unbedrängt zum Kopfball; dieser strich nur wenige Zentimeter über die Latte, nur wenig später parierte Orión einen erneuten Kopfball des Temuco-Angreifers. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie hitziger. Benjamín Berrios, der schon in Halbzeit eins wegen eines Foulspiels gelb gesehen hatte, kassierte in der 51. Minute die zweite Amarilla, der Rekordmeister war ab diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt.

Kurz nach dem Platzverweis war es erneut Colo Colo-Keeper Orión, der die “Los Albos” im Spiel hielt. Einen Distanzschuss aus circa 20 Metern wehrte der Schlussmann exzellent ab und war nur wenige Augenblicke später im Glück, dass Farfán den Abpraller aus guter Position nicht im Tor unterbringen konnte. Ab der 78. Minute überschlugen sich die Ereignisse förmlich. Einen Schuss von Matías Donoso blockte Colo Colo- Verteidiger Zaldivia mit der Hand, Elfmeter. Den fälligen Strafstoß verwandelte Martínez souverän, Zaldivia flog aufgrund des Handspiels mit gelb-rot vom Platz, er war bereits in der ersten Halbzeit verwarnt worden. Colo Colo war nur noch zu neunt.

Goalgetter Paredes, der zuvor bereits ausgewechselt worden war, machte ebenfalls seinem Unmut über die seiner Meinung nach fragwürdige Schiedsrichterleistung Luft; dem Unparteiischen blieb aufgrund der wohl derben Wortwahl des Chilenen nichts anderes übrig, als auch den dritten Spieler Colo Colos “vom Platz zu stellen”.

In der Nachspielzeit bekam Temuco den zweiten Elfmeter des Spiels zugesprochen, vorausgegangen war ein Foul von Barroso an Donoso. Zwar konnte Orión den Strafstoß entschärfen, allerdings kam Colo Colo dezimiert zu keinen weiteren Chancen, sodass die “Los Albos” nicht nur das Spiel, sondern gleich drei Spieler und obendrein die Tabellenführung verloren. Ein Nackenschlag im Titelrennen für den Rekordmeister, der in den vergangenen Wochen sowohl gegen Audax Italiano (0:3) und die Santiago Wanderers (0:2) mit formidablen Resultaten auf sich aufmerksam machen konnte.

Bereits kommende Woche jedoch könnten die “Los Albos” eine Vorentscheidung im Titelrennen herbeiführen. Am Sonntag kommt der aktuelle Tabellenführer Unión Espanola ins Estadio Monumental, bei einem Sieg wäre man punktgleich mit den “Hispanos”, aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz hätte Colo Colo in den letzten drei Spielen somit alles in der eigenen Hand.

4:2 gegen Iquique – Unión Espanola ist gerüstet für das Topspiel

Eben jene “Hispanos” haben durch ihren 4:2 Erfolg am Wochenende die kurzzeitig verlorengegangene Tabellenführung zurückerobert. Nachdem Unión Espanola am 9. Spieltag gleich vier Tore bei Palestino kassierte, wohlgemerkt die ersten Gegentore der Saison, konnte das Team von Martín Palermo bei Aufsteiger Curicó Unido mit 0:1 siegen und auch gegen Iquique die Punkte im heimischen Estadio Santa Laura behalten.

Den frühen Rückstand durch Jonathan Rebolledo egalisierten die Hispanos bereits in der 21. Minute, eine hohe Hereingabe in den Sechzehner verwertete Canales mit einem sehenswerten Kopfball über Iquique-Schlussmann Bryan Cortés zum 1:1. Unión Espanola spielte fortan weiter forsch nach vorne und ging bereits neun Minuten später durch Sebastian Jaime in Führung. Schlussmann Cortés sah bei dem Schuss in die kurze Ecke nicht unbedingt souverän aus.  In Halbzeit zeigte Unión Espanola dann, wieso in der Saison mit ihnen als Titelkandidat durchaus zu rechnen ist. Nach Ballgewinn im Mittelfeld zirkulierte der Ball zügig, der dadurch freigespielte Galdames konnte unbedrängt in den Strafraum flanken. Zunächst konnte die Hereingabe zwar noch abgewehrt werden, den Abpraller nahm Sebastian Jaime direkt per Fallrückzieher und konnte zum 3:1 erhöhen. Ein wunderschöner Angriff mit noch wunderschönerem Ende.

In der 66. Minute machten die Hispanos dann den Sack zu, nach einer Ecke tauchte Juan Gómez mutterseelenallein vor Cortés auf, gegen den platzierten Flachschuss war dieser machtlos. Zehn Minuten vor Schluss gelang Iquique in Person von Villalobos zwar noch der Anschlusstreffer, mehr als Ergebniskosmetik war dieser allerdings nicht.

Unión Espanola bestätigt die starke Form der letzten Wochen und geht gut gerüstet ins Spitzenspiel mit Colo Colo am kommenden Sonntag. Bei einem Sieg wäre der Titel den Hispanos zwar rechnerisch noch zu nehmen, sechs Punkte Vorsprung bei noch drei zu absolvierenden Spielen wäre allerdings eine kleine Vorentscheidung. Doch im Fußball soll man ja bekanntlich niemals nie sagen.

Die weiteren Ergebnisse und die Tabelle aus Chiles höchster Spielklasse findet ihr wie immer hier in der Übersicht.

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“La Roja” ohne Vidal und Aranguíz im Endspiel gegen die “Selecao” http://www.chefutbol.com/lateinamerika/eliminatorias/la-roja-vidal-aranguiz-selecao-768539 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/eliminatorias/la-roja-vidal-aranguiz-selecao-768539#comments Tue, 10 Oct 2017 15:51:02 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6256 Die aktuell drittplatzierten Chilenen müssen beim Endspiel um die WM-Teilnahme 2018 in Russland auf Superstar Vidal verzichten. Auch Charles Aranguíz von Bayer Leverkusen fehlt “La Roja” heute Nacht gegen Neymar & Co.  Die wohl spannendste WM-Qualifikation auf dem südamerikanischen Kontinent...

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Die aktuell drittplatzierten Chilenen müssen beim Endspiel um die WM-Teilnahme 2018 in Russland auf Superstar Vidal verzichten. Auch Charles Aranguíz von Bayer Leverkusen fehlt “La Roja” heute Nacht gegen Neymar & Co. 

Die wohl spannendste WM-Qualifikation auf dem südamerikanischen Kontinent seit geraumer Zeit steuert auf ihr Finale zu. Besonders die Partien Chile gegen die bereits qualifizierten Brasilianer und natürlich Argentinien um Superstar Leo Messi gegen Ecuador versprechen neben viel Spannung auch eine Gratwanderung zwischen frenetischer Ekstase und allumfassender Trauer zu werden, wie man es aus Südamerika ja eigentlich gewohnt ist.

“La Roja” mit besserer Ausgangslage

Während für das Nachbarland Argentinien ein Sieg gegen die ecuadorianische Auswahl für das Erreichen der Weltmeisterschaftsendrunde unabdingbar ist, reicht für “La Roja” unter Umständen sogar ein Unentschieden, um das begehrte Ticket nach Russland im kommenden Sommer lösen zu können. Sollte Argentinien gegen Ecuador nicht gewinnen, sind die von Juan Antonio Pizzi trainierten Chilenen automatisch qualifiziert. Da Chile aktuell den dritten Rang mit 26 Zählern vor Kolumbien (ebenfalls 26 Punkte) und Peru (25 Punkte) auf dem Playoff-Rang innehat, würde ein Unentschieden gegen Brasilien ausreichen. Peru trifft heute Nacht auf die Kolumbianer um Bayern-Star James Rodriguez, Chiles Verfolger nehmen sich somit gegenseitig die Punkte weg, Chile wird mindestens Vierter.

Vidal gesperrt – Brasilien in Bestbesetzung

Verzichten muss Pizzi auf einen anderen Akteur vom deutschen Rekordmeister. Arturo Vidal ist aufgrund zu vieler gelber Karten beim Endspiel gegen die Selecao nicht mit von der Partie. Die entscheidende Amarilla holte er sich dabei am vergangenen Spieltag beim dramatischen 2:1 Sieg gegen Ecuador im heimischen Estadio Monumental ab und steht “La Roja” gegen Brasilien somit nicht zur Verfügung, ebenso wie sein Bundesligakollege Charles Aranguíz, der aus taktischen Gründen nicht zum Kader gehören wird.

Es darf erwartet werden, dass die Brasilianer die Partie trotz der bereits feststehenden Qualifikation sehr ernst nehmen werden und eher als Vorbereitung für das Turnier in Russland verstehen. Der 222-Mio. Mann Neymar wird ebenso zum Aufgebot des fünfmaligen Weltmeisters gehören wie Gabriel Jesus von ManCity und Philippe Coutinho vom FC Liverpool. Für “La Roja” zwar keine unlösbare, allerdings durchaus komplizierte Aufgabe.

Im Vorfeld der Partie stellte Chiles Nationaltrainer Pizzi bereits klar, dass man ob der bevorstehenden Partie keineswegs Angst, sondern eher positive Anspannung empfinde. Man sei aufgeregt, die selbstgesetzten Ziele zu erreichen, und das WM Ticket zu lösen, sagte Pizzi auf der Pressekonferenz.

Kampf gegen die eigenen Nerven

Für Chile wird es in erster Linie darauf ankommen, inwiefern der Ausfall des Kriegers, Arturo Vidal, ins Gewicht fällt. Ein weiteres Problem könnten die eigenen Nerven werden. Bei einer derart spannenden Ausgangslage ist es wichtig, keine Nervosität ins eigene Spiel kommen zu lassen, selbst bei eigenem Rückstand und/oder einer Führung der Argentinier.

Bauen kann Chile allerdings auf die Unterstützung aus dem gesamten Andenstaat. Heute ist kein gewöhnlicher Tag, heute spielen wir mit allem, was wir haben, für das gesamte chilenische Volk, heute sind wir alle vereint, heute tragen wir alle das gleiche Trikot, ließ der chilenische Verband auf Twitter verlauten.

An der mangelnden Einstellung dürfte es für “La Roja” heute zumindest nicht mangeln.

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