La Roja
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“La Roja” ohne Vidal und Aranguíz im Endspiel gegen die “Selecao”

Die aktuell drittplatzierten Chilenen müssen beim Endspiel um die WM-Teilnahme 2018 in Russland auf Superstar Vidal verzichten. Auch Charles Aranguíz von Bayer Leverkusen fehlt “La Roja” heute Nacht gegen Neymar & Co. 

Die wohl spannendste WM-Qualifikation auf dem südamerikanischen Kontinent seit geraumer Zeit steuert auf ihr Finale zu. Besonders die Partien Chile gegen die bereits qualifizierten Brasilianer und natürlich Argentinien um Superstar Leo Messi gegen Ecuador versprechen neben viel Spannung auch eine Gratwanderung zwischen frenetischer Ekstase und allumfassender Trauer zu werden, wie man es aus Südamerika ja eigentlich gewohnt ist.

“La Roja” mit besserer Ausgangslage

Während für das Nachbarland Argentinien ein Sieg gegen die ecuadorianische Auswahl für das Erreichen der Weltmeisterschaftsendrunde unabdingbar ist, reicht für “La Roja” unter Umständen sogar ein Unentschieden, um das begehrte Ticket nach Russland im kommenden Sommer lösen zu können. Sollte Argentinien gegen Ecuador nicht gewinnen, sind die von Juan Antonio Pizzi trainierten Chilenen automatisch qualifiziert. Da Chile aktuell den dritten Rang mit 26 Zählern vor Kolumbien (ebenfalls 26 Punkte) und Peru (25 Punkte) auf dem Playoff-Rang innehat, würde ein Unentschieden gegen Brasilien ausreichen. Peru trifft heute Nacht auf die Kolumbianer um Bayern-Star James Rodriguez, Chiles Verfolger nehmen sich somit gegenseitig die Punkte weg, Chile wird mindestens Vierter.

Vidal gesperrt – Brasilien in Bestbesetzung

Verzichten muss Pizzi auf einen anderen Akteur vom deutschen Rekordmeister. Arturo Vidal ist aufgrund zu vieler gelber Karten beim Endspiel gegen die Selecao nicht mit von der Partie. Die entscheidende Amarilla holte er sich dabei am vergangenen Spieltag beim dramatischen 2:1 Sieg gegen Ecuador im heimischen Estadio Monumental ab und steht “La Roja” gegen Brasilien somit nicht zur Verfügung, ebenso wie sein Bundesligakollege Charles Aranguíz, der aus taktischen Gründen nicht zum Kader gehören wird.

Es darf erwartet werden, dass die Brasilianer die Partie trotz der bereits feststehenden Qualifikation sehr ernst nehmen werden und eher als Vorbereitung für das Turnier in Russland verstehen. Der 222-Mio. Mann Neymar wird ebenso zum Aufgebot des fünfmaligen Weltmeisters gehören wie Gabriel Jesus von ManCity und Philippe Coutinho vom FC Liverpool. Für “La Roja” zwar keine unlösbare, allerdings durchaus komplizierte Aufgabe.

Im Vorfeld der Partie stellte Chiles Nationaltrainer Pizzi bereits klar, dass man ob der bevorstehenden Partie keineswegs Angst, sondern eher positive Anspannung empfinde. Man sei aufgeregt, die selbstgesetzten Ziele zu erreichen, und das WM Ticket zu lösen, sagte Pizzi auf der Pressekonferenz.

Kampf gegen die eigenen Nerven

Für Chile wird es in erster Linie darauf ankommen, inwiefern der Ausfall des Kriegers, Arturo Vidal, ins Gewicht fällt. Ein weiteres Problem könnten die eigenen Nerven werden. Bei einer derart spannenden Ausgangslage ist es wichtig, keine Nervosität ins eigene Spiel kommen zu lassen, selbst bei eigenem Rückstand und/oder einer Führung der Argentinier.

Bauen kann Chile allerdings auf die Unterstützung aus dem gesamten Andenstaat. Heute ist kein gewöhnlicher Tag, heute spielen wir mit allem, was wir haben, für das gesamte chilenische Volk, heute sind wir alle vereint, heute tragen wir alle das gleiche Trikot, ließ der chilenische Verband auf Twitter verlauten.

An der mangelnden Einstellung dürfte es für “La Roja” heute zumindest nicht mangeln.