Bei den Freunden von fussballmachtspass.de und des FC Bayern München werden wohl die Sektkorken geknallt haben, wohingegen sich Béla Réthy wahrscheinlich bald für einen Spanischkurs anmelden wird. Grund dafür ist der Wechsel des Kolumbianers James Rodríguez von Real Madrid an die Isar.
Es läuft die 61. Minute im Spiel zwischen Real Madrid und dem FC Sevilla, als James Rodríguez ausgewechselt wird, und er sich jeder Tribüne im Santiago Bernabéu zuwendet und applaudiert. So als wüsste er schon, dass dies sein vorerst letztes Spiel vor den Madridistas sein würde. Knapp drei Monate später sind alle Anzeichen auf einen Wechsel Realität geworden, denn Bayern München gelang es alle Konkurrenten auszustechen, und den 26-jährigen für zwei Jahre (mit Kaufoption) auszuleihen. Mit James Rodríguez bekommt Carlo Ancelotti seinen Wunschspieler, der während seiner Amtszeit bei Real Madrid zu überzeugen wusste, und nun in Deutschland wieder zu alter Stärke finden möchte. Unter Zinedine Zidane kam er in den beiden letzten Jahren hauptsächlich nur in den „unwichtigen“ Spielen zum Zuge, und saß teilweise nicht einmal auf der Bank.
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Werdegang von James Rodríguez
Weltweit bekannt ist der Kolumbianer erst seit der WM 2014, bei der er Torschützenkönig wurde, und sein Land fast im Alleingang ins Viertelfinale führte. Dass der technisch versierte Spielmacher mal zu Großem fähig sein würde, war aber schon weitaus früher sichtbar. Seine Karriere begann in der Jugendabteilung des FC Envigado, die schon zahlreiche namhafte Spieler herausrausbrachte, wie z.B. Fredy Guarín (lange Zeit bei Inter Mailand) oder auch den Bundesligaakteur Jhon Córdoba. Bei den Profis verbrachte er jedoch nicht viel Zeit, da er schon mit 17 Jahren den Weg nach Argentinien fand. Bei CA Banfield wusste er direkt zu überzeugen, woraufhin er zur Saison 2010/2011 zum FC Porto wechselte, wo er mit mehreren anderen Kolumbianern zusammenspielte (u.a. Falcao) und ebenfalls kaum Eingewöhnungszeit benötigte. In Portugal konnte er mehrere Meistertitel feiern, und war maßgeblich am Gewinn der Europa League im Jahr 2011 beteiligt.
AS Monaco und Real Madrid
Nach zwei weiteren Spielzeiten auf der iberischen Halbinsel wagte er den nächsten Schritt, und wechselte 2013/2014 für 45 Millionen zum AS Monaco. Das Team aus dem Fürstentum war gerade erst wieder in die Ligue 1 aufgestiegen, konnte aber dank einem Investor namhafte Spieler verpflichten. Denn das Ziel war es wieder auf die internationale Bühne zurückzukehren. Die Saison bei den Monegassen verlief gut für den Kolumbianer, weshalb das ganze Land seine Hoffnung auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft in ihn steckte. Und diese konnte er mehr als erfüllen, wurde mit sechs Treffern Torschützenkönig, und machte die Welt auf sich aufmerksam. Kurz darauf überwies das große Real Madrid 80 Millionen auf das Konto von Monaco, und hatte mit James Rodríguez einen der Shootingstars der WM 2014 in seinen Reihen. Die erste Saison in Madrid verlief gut und man merkte ihm keine Anpassungsprobleme an.
Schwierige Zeit unter Zidane
Jedoch waren die folgenden zwei Jahre nicht leicht für den gebürtigen Cucutaner. Unter Zidane bekam er kaum Chancen sich in wichtigen Spielen zu zeigen, wobei er auch nicht richtig in dessen System passte. Der Franzose spielte meist mit einem 4-3-3 und in dieser Taktik fand sich normalerweise kein Platz für den „klassischen 10er“. Nachdem es bei Real ein Überangebot an überragenden Mittelfeldspielern gibt, und für James kein Stammplatz in Aussicht war, gab es viele Gerüchte über einen Wechsel. Lange Zeit schien Manchester United der Favorit zu sein, doch dann gaben die Münchener überraschenderweise den Transfer bekannt. Für die Bundesliga ist der Kolumbianer eine Bereicherung, und es spricht für das Niveau der Liga, dass ein Weltstar wie James Rodríguez nach Deutschland wechselt. Zudem wird es zahlreiche kolumbianische Anhänger anziehen, die zuvor auch bei seinem Ex-Verein in den sozialen Netzwerken ihren Stempel aufdrückten. Sollte er unter Ancelotti wieder zu seiner gewohnten Stärke finden, könnte er ein wichtiger Bestandteil beim deutschen Rekordmeister werden.
Seine Entwicklung in Deutschland wird Chefutbol jedenfalls weiter intensiv beobachten. In diesem Sinne: „Mucha suerte y feliz cumpleaños, James“



