WM 2018 – chefutbol https://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Sat, 27 Apr 2019 10:11:09 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.1.1 https://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg WM 2018 – chefutbol https://www.chefutbol.com 32 32 So hat die Seleção bei der WM abgeschnitten https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/so-hat-die-selecao-bei-der-wm-abgeschnitten https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/so-hat-die-selecao-bei-der-wm-abgeschnitten#respond Fri, 13 Jul 2018 13:14:11 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10554 Am kommenden Sonntag findet das WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien statt. Die brasilianische Nationalmannschaft musste hingegen im Viertelfinale die Segel streichen. Die hochgehandelte Seleção spielte ein, für ihre Verhältnisse, enttäuschendes Turnier. Chefutbol nimmt die einzelnen Spieler unter die Lupe.  Torhüter Alisson...

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Am kommenden Sonntag findet das WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien statt. Die brasilianische Nationalmannschaft musste hingegen im Viertelfinale die Segel streichen. Die hochgehandelte Seleção spielte ein, für ihre Verhältnisse, enttäuschendes Turnier. Chefutbol nimmt die einzelnen Spieler unter die Lupe. 

Torhüter

Alisson (1): Der Stammtorhüter hatte während des ganzen Turniers kaum Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Machte seinen Job aber relativ souverän. Sah bei den Kopfballgegentoren gegen Schweiz und Belgien nicht ganz so gut aus, hatte aber im Endeffekt keine Chance. An ihm lag es nicht, dass die Brasilianer schon im Viertelfinale die Segel streichen mussten.

Ederson (23): Ging als Nummer Zwei ins Turnier. Spielte keine Minute, fieberte aber von außen mit seiner Mannschaft mit. Fun Fact am Rande: Brachte seinen Coach Tité beim Torjubel zum Stürzen.

Cássio (16): Blieb ebenso wie sein Torwart-Kollege Ederson ohne Einsatz während der Weltmeisterschaft. Zeigte sich, wie Ederson, als Motivator von der Bank.

 

Verteidigung

Danilo (14): Zeigte im Auftaktspiel gegen Schweiz eine akzeptable Leistung. Der rechte Außenverteidiger von Manchester City rückte vor Turnierbeginn für den verletzten Dani Alves in die Startelf. Verletzte sich aber gleich im ersten Spiel am Knöchel und konnte keine weitere Partie mehr bestreiten.

Fagner (22): Für viele Fans kam seine Nominierung überraschend. Rückte für den verletzten Danilo ab dem zweiten Gruppenspiel in die Startelf Brasiliens. Der Ex-Wolfsburger war keineswegs ein adäquater Ersatz auf der rechten Außenbahn. Zeigte sich bemüht, war aber stets überfordert.

Miranda (3): Bildete mit Thiago Silva die Oldie-Innenverteidigung der Seleção. Zeigte das Turnier über, trotz seiner 33 Jahre, eine akzeptable Leistung, war aber nicht der erhoffte Stabilisator in der Defensive. Gilt als einer der „Lieblingsspieler“ von Nationaltrainer Tité – Miranda spielte die komplette WM durch und stand in (fast) allen WM-Qualifikationsspielen in der Startelf.

Thiago Silva (2): Der Routinier war einer der Lichtblicke im Team von Coach Tité. Im Gegensatz zu seinem Partner Miranda, wusste Thiago Silva durchwegs zu überzeugen. Auch als Torschütze konnte der Verteidiger von PSG glänzen: Im Spiel gegen Serbien köpfte er einen Eckball mustergültig zur 2:0-Führung. Im Großen und Ganzen war es für ihn persönlich ein starkes, und vermutlich, sein letztes Turnier.

Marquinhos (13): Der junge Innenverteidiger war, für viele überraschend, nur dritte Wahl im System von Tité. Lediglich im Achtelfinale gegen Mexiko kam Marquinhos zu einem Kurzeinsatz.

Pedro Geromel (4): Spielte eine starke Saison bei Grêmio und wurde dementsprechend auch mit einer Nominierung belohnt. Er war der einzige Innenverteidiger ohne Einsatz. Von seiner WM-Nominierung wird er wohl in Jahren noch seinen Enkeln erzählen.

Marcelo (12): Der Linksverteidiger von Real Madrid ging als Kapitän in das Turnier. Spielte gewohnt sehr offensiv und erledigte seine Sache im Auftaktspiel gegen die Schweiz souverän. Zog sich im letzten Gruppenspiel gegen Serbien einen Hexenschuss zu und wurde früh ausgewechselt. Ging leicht gehandicapt ins Viertelfinale und konnte dementsprechend nicht an seine vorherigen Leistungen anknüpfen. Trotzdem ist er unverzichtbar für die brasilianische Nationalmannschaft.

Filipe Luís (6): Vertrat den verletzten Marcelo in den Spielen gegen Serbien und Mexiko, konnte ihn aber nicht ersetzen. Für den mittlerweile 32-Jährigen war die WM wohl sein letztes großes Turnier im Dress der Seleção.

 

Mittelfeld

Casemiro (5): Erledigte seinen Job als Staubsauger vor der Abwehr gewohnt zuverlässig. Im Viertelfinale gegen Belgien fehlte er aufgrund einer Gelbsperre. Seinen Ausfall konnte nicht kompensiert werden, seine Stärken gegnerische Angriffe zu erahnen und auch mal rigoros zu unterbinden, wäre gegen das schnelle Umschaltspiel der Belgier von immensen Wert gewesen. Kann mit seiner persönlichen Leistung zufrieden sein und trug wesentlich zur Stabilisierung der Defensive bei.

Fernandinho (17): Die tragische Figur im brasilianischen Team bei dieser WM. In den ersten vier Auftritten immer als Joker ins Spiel gekommen, durfte er im Viertelfinale gegen Belgien für den gelbgesperrten Casemiro von Beginn ran und konnte ihn nicht ansatzweise ersetzen. Er kam nicht in die Zweikämpfe und lief den schnellen Offensivspielern der Belgier hinterher. Obendrein brachte er sein Team durch sein Eigentor auf die Verliererstraße. Nach der 1:7-Pleite gegen Deutschland vor vier Jahren, erneut ein Gesicht des Ausscheidens.

Fred (18): Der einzige Mittelfeldakteur ohne Einsatz bei dieser WM. Machte während des Turniers lediglich durch seinen millionenschweren Transfer von Schachtar Donezk zu Manchester United auf sich aufmerksam.

Paulinho (15): Als Achter im Mittelfeld gesetzt, war er im Gegensatz zu seinem Pendant Coutinho auf der linken Seite, defensiver unterwegs und war für die Stabilität im Mittelfeld verantwortlich. Gegen Serbien traf er zur wichtigen 1:0-Führung, in den K.o.-Duellen gegen Mexiko und Belgien blieb er blass. Wurde von Tité in jedem Spiel vorzeitig ausgewechselt. Verlässt nach der WM den FC Barcelona und wechselt zurück zu Guangzhou Evergrande nach China.

Renato Augusto (8): Dass der Ex-Leverkusener im WM-Kader stand überraschte nur diejenigen, die die Seleção nicht regelmäßig verfolgen. Seit seinem Amtsantritt setzt Tité auf die Erfahrung des mittlerweile in Peking spielenden Mittelfeldspieler. Wurde dreimal eingewechselt und traf gegen Belgien. War zwar nur Ergänzungsspieler aber nahm durch seine Erfahrung eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft ein. Sportlich Schlagzeilen hätte er geschrieben, wenn seine Mannschaft das Spiel gegen Belgien noch gedreht hätte.

 

Angriff

Willian (19): Der Wirbelwind auf der rechten Seite drehte erst im Achtelfinale so richtig auf und sorgte mit seinen Tempo-Dribblings für Chaos in der mexikanischen Abwehr. Davor war er in drei Vorrundenspielen äußerst blass geblieben und wohl nur aufgrund der Verletzung von Douglas Costa in der Startelf geblieben. Wurde von Tité sowohl gegen Costa Rica als auch gegen Belgien in der Halbzeit ausgewechselt. Eine einzige Vorarbeit im Spiel gegen Mexiko sind zu wenig und belegen die schwachen WM-Auftritte des Außenstürmers.

Philippe Coutinho (11): Trotz des enttäuschenden Verlaufs des Turniers, der Gewinner im Kader von Tité. Machte direkt im ersten Spiel gegen die Schweiz ein Traumtor. Auch in den folgenden Partien kurbelte er die Offensive der Brasilianer mächtig an. Und im Gegensatz zu Neymar ließ er sich nicht auf Spielchen der Gegner ein und konzentrierte sich auf seinen Job, was viele Menschen in der Heimat honorierten. Zwei Tore und zwei Assists stehen bei ihm zu Buche (genauso viele wie Neymar), dennoch war er es, der dem brasilianischen Spiel seinen Stempel aufdrückte.

Douglas Costa (7): Ein wenig der Pechvogel der Brasilianer. Kam verletzungsbedingt lediglich zu zwei Einwechslungen. Überzeugte bei seinen Auftritten mit Tempo und Zielstrebigkeit. Wäre in fittem Zustand eine starke Alternative zum schwach ins Turnier startenden Willian gewesen. So spielte er nur eine Nebenrolle im Team der Brasilianer.

Gabriel Jesus (9): Für Tité ganz klar Stürmer Nummer eins. Auch seine unglücklichen Auftritte änderten daran im Verlauf des Turniers nichts. Blieb ohne Treffer und überzeugte lediglich durch Leidenschaft und Einsatzwillen. Der junge Stürmer von Manchester City zeigte bei seiner ersten WM noch erhebliches Steigerungspotenzial und war beim Saisonhighlight weit von seiner Topform entfernt.

Neymar (10): Es sollte seine WM werden und schlussendlich redete auch die ganze Welt über ihn. Nur leider nicht wegen seiner fußballerischen Auftritte. Sein divenhaftes Auftreten und seine schauspielerischen Falleinheiten nervten selbst Fans und Experten in der Heimat. Stand trotz zwei Toren und zwei Assists im Schatten von Coutinho. In Erinnerung werden neben seinen unterschiedlichen Frisuren, die mehrmaligen Umdrehungen und das schmerzverzerrte Gesicht bleiben, die er nach einem harmlosen Tritt von Mexikos Layun auf den Rasen zauberte.

Roberto Firmino (20): Zeigte bei seinen Auftritten die Tugenden die ein Trainer von einem Joker sehen will. Er brachte sofort Schwung in das Offensivspiel und benötigte keine Anlaufzeit. Traf gegen Mexiko nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung. Kam viermal von der Bank und konnte ausgerechnet bei seinem längsten Einsatz, in der zweiten Hälfte gegen Belgien, keine Akzente setzen. Dennoch bleibt die Frage, warum Tité sein Team kein einziges Mal mit Firmino in der Startelf aufgestellt hat.

Taison (21): War im Angriff nur Stürmer Nummer fünf. Der Spieler von Schachtar Donezk blieb wie sein Freund Fred ohne Einsatz.

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Brasilien im Viertelfinale gegen Belgien ohne Schlüsselspieler https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/brasilien-im-viertelfinale-gegen-belgien-ohne-schlusselspieler https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/brasilien-im-viertelfinale-gegen-belgien-ohne-schlusselspieler#respond Thu, 05 Jul 2018 12:24:17 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10539 Nach der Gruppenphase und dem Achtelfinale, trifft die Seleção in der Runde der letzten Acht auf Mitfavorit Belgien. Es ist die erste große Aufgabe für die Mannschaft von Tité, denn Belgien ist der erste Kontrahent auf Augenhöhe. Der erste Gegner,...

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Nach der Gruppenphase und dem Achtelfinale, trifft die Seleção in der Runde der letzten Acht auf Mitfavorit Belgien. Es ist die erste große Aufgabe für die Mannschaft von Tité, denn Belgien ist der erste Kontrahent auf Augenhöhe. Der erste Gegner, der genauso viele Stars in seinen Reihen hat und über eine hohe individuelle Qualität verfügt. Zum ersten Mal werden die Brasilianer zeigen müssen, was wirklich in ihnen steckt.

Kurze Schwächephase – souveräner Sieg

Zwischen der 61. und 65. Minute mussten die Brasilianer plötzlich ein wenig zittern, bevor schlussendlich noch ein souveräner Sieg eingefahren werden konnte. Serbien hatte Oberwasser gewonnen und war einige Male gefährlich im brasilianischen Strafraum aufgetaucht. Dennoch: Im letzten Gruppenspiel zeigte die Seleção ihre bisher beste Leistung und gewann völlig verdient gegen die Mannschaft von Mladen Krstajic. Von Anfang an zeigte die Mannschaft von Trainer Tité, zu was die Ausnahmekicker in der Lage sind. Die brasilianische Nationalmannschaft zeigte sich deutlich verbessert und zielstrebiger, als in den vorherigen Spielen gegen Costa Rica und Schweiz.
Der Eine mit Gefühl; der Andere mit Wucht. Fußball kann einfach und schön zugleich sein – das verdeutlichten die beiden Tore. Einen Zauberpass von Philippe Coutinho verwandelte Paulinho mit brasilianischer Leichtigkeit zur 1:0-Führung für die Brasilianer: Der Barca-Spieler spitzelte nach einem perfekten Pass in die Schnittstelle der serbischen Abwehr den Ball mit der Pike über den herauseilenden serbischen Torhüter Vladimir Stojkovic.
In die stärkste Phase der Serben hinein traf Thiago Silva zum 2:0. Einen Eckball von Neymar köpfte der ehemalige Kapitän der Seleção wuchtig ins Tor. Das Achtelfinalticket war gebucht. Erwähnenswert: Neymar war auffällig unauffällig. Keine Showeinlagen, dafür aber ein toller Assist.

Starke zweite Halbzeit bringt den Sieg

Im Achtelfinale der Weltmeisterschaft musste die Seleção dann gegen die amerikanischen Fast-Nachbarn aus Mexiko ran. Gegen El Tri tat sich die Mannschaft von Tité deutlich schwerer, als gegen die Serben im letzten Gruppenspiel zuvor. Der Coach ließ seine Mannschaft getreu dem Motto „Never change a winning team“ (fast) unverändert. Einzig Linksverteidiger Marcelo musste wegen eines Hexenschusses weichen. Für ihn spielte Filipe Luis vom Stadtrivalen Atletico Madrid. Gegen eine aggressive und früh anlaufende mexikanische Mannschaft, tat sich die Seleção anfangs schwer. Erst ab der 25. Minute waren die Brasilianer im Spiel angekommen – doch Mexikos Torhüter Guillermo Ochoa brachte die Mannen um Neymar an diesem Tag schier zu Verzweiflung. Zur Pause blieb es beim 0:0. Die Brasilianer kamen mit ordentlich Elan aus der Halbzeitpause und direkt zu mehreren guten Chancen. Tité hatte in der Kabine wohl die richtigen Worte gefunden. In der 51. Minute erlöste Neymar die Brasilianer endlich. Eine wunderschöne Einzelleistung von Willian veredelte der PSG-Star grätschend zur 1:0-Führung. Auch beim zweiten Treffer hatte Neymar seine Beine im Spiel. Per Abstauber traf der kurz zuvor eingewechselte Roberto Firmino nach einem schönen Konter über Neymar. Nicht ganz souverän – aber effektiv. Auch das können die Brasilianer.


Facebook/Fernandinho

Defensive der Seleção erstmals richtig gefordert

Im Viertelfinale erwartet Brasilien eine erste echte Hausnummer: Belgien. Für den Sprung unter die letzten Vier wird sich die Seleção weiter steigern müssen. Auf die bislang so starke Defensive wird gegen die Mannschaft von Roberto Martinez das erste Mal Schwerstarbeit zukommen. Mit den Offensivkünstlern der Roten Teufel um Romelu Lukaku, Kevin de Bruyne und Kapitän Eden Hazard, wartet ein anderes Kaliber auf Thiago Silva und Co.
In die größte Bedrängnis brachte die brasilianische Hintermannschaft bislang das Team von Mexiko. Vor allem zu Beginn der Partie nutzten die Mexikaner die Räume auf den Flügeln zu gefährlichen Kontern. Sowohl Fagner auf der rechten, als auch Felipe Luis auf der linken Seite waren oft zu weit aufgerückt und rannten dem schnellen Umschaltspiel der Mexikaner hinterher. Auch die Belgier gehören zu den Teams, die das schnelle Umschaltspiel beherrschen. Das siegbringende Tor zum 3:2 gegen Japan dient als bester Beweis. Mit de Bruyne hat Belgien einen intelligenten Tempomacher im Zentrum, der den direkten Weg zum Tor sucht. Umso schmerzhafter für Tité, das mit Casemiro der Staubsauger vor der Abwehr gelbgesperrt fehlen wird. Seine Präsenz und die Fähigkeit gegnerische Angriffe zu erahnen, abzulaufen oder auch mal rustikal abzugrätschen, wird der brasilianischen Mannschaft fehlen.

Fernandinho ersetzt Casemiro

Seine Position wird Fernandinho einnehmen, der in jedem der vier Turnierspiele bislang als Joker zum Einsatz kam. Auf der linken Seite wird Marcelo wieder für Felipe Luis ins Team rücken. Denkbar ist zudem, dass Danilo für Fagner auf der rechten Seite beginnt. Während in der Defensive also zwangsläufig Umstellungen anstehen, wird Tité in der Offensive wohl keinen Wechsel vornehmen. Somit bliebe für Roberto Firmino erneut nur die Jokerrolle hinter Gabriel Jesus. Erfreut zeigte sich Tité über die Leistungssteigerung von Willian. Der flinke Rechtsaußen scheint endlich im Turnier angekommen zu sein und gehörte gegen Mexiko zu den offensiven Aktivposten der Seleção.
Trotz der hohen individuellen Klasse fällt Belgien nicht durch eine herausragende Defensive auf. Die nicht gerade zur Weltspitze zählenden Tunesien und Japan trafen beispielsweise je zweimal ins Gehäuse von Thibout Courtois. Gelingt es Fernandinho als Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff den Casemiro-Part zu übernehmen, wird die Seleção also zwangläufig über Neymar und Co. zu Chancen kommen.

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Uruguay vor dem Achtelfinale: Zittern um Giménez https://www.chefutbol.com/wm2018/uruguay-achtelfinale-gimenez-171691 https://www.chefutbol.com/wm2018/uruguay-achtelfinale-gimenez-171691#respond Sat, 30 Jun 2018 09:43:28 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10524 Neun Punkte, kein Gegentor: Uruguays Gruppenphase lief nahezu perfekt. Im Achtelfinale trifft man allerdings auf eine andere Hausnummer, nämlich Cristiano Ronaldos Portugiesen. Die Vorrunde: Souverän und doch mit Luft nach oben 1:0, 1:0, 3:0 – die Ergebnisse der Gruppenphase sprechen...

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Neun Punkte, kein Gegentor: Uruguays Gruppenphase lief nahezu perfekt. Im Achtelfinale trifft man allerdings auf eine andere Hausnummer, nämlich Cristiano Ronaldos Portugiesen.

Die Vorrunde: Souverän und doch mit Luft nach oben

1:0, 1:0, 3:0 – die Ergebnisse der Gruppenphase sprechen für Uruguay. Allerdings hatte man gegen die Außenseiter aus Ägypten und Saudi-Arabien gewaltige Mühe. Bemerkenswert war die Passivität, mit der die Celeste gegnerische Angriffe begleitete – oft war erst die überragende Innenverteidigung um Godín und Giménez Endstation für die Gegner. Auch offensiv sprühten die Himmelblauen nicht gerade vor Gefahr, denn die übliche Kontertaktik wurde gegen die selbst eher abwartenden Gegner durch ein wenig inspiriertes Ballgeschiebe ersetzt. Lediglich die Standardsituationen brachten zuverlässig Gefahr, so dass die aus zwei Kopfballtoren resultierenden sechs Punkte etwas über eigentlich enttäuschende Leistungen hinwegtäuschten. Erst im letzten Gruppenspiel gegen Russland schien sich die Celeste in allen Mannschaftsteilen gefunden zu haben: Guillermo Varela musste auf der Bank Platz nehmen, Martin Cáceres rückte von links nach rechts hinten, Diego Laxalt übernahm die linke Bahn und Nahitán Nández sorgte gemeinsam mit Torreira, Bentancur und Vecino für eine Art Raute, die sich oft durch Nández‘ Herauskippen zum 3-5-2 verschob. Gemeinsam mit etwas Fortune sorgte das für Uruguays besten WM-Auftritt und einen klaren 3:0-Sieg. Als einziges von 32 Teams überstand Uruguay die Gruppenphase so ohne Gegentor und ohne Punktverlust – eine Premiere für die Himmelblauen.

Das Achtelfinale: Wird Gimenez fit?

Im Achtelfinale trifft das Team von Oscar Tabárez nun auf den amtierenden Europameister Portugal. Trotz einer mittelmäßigen Vorrunde gehen die Lusitaner wohl leicht favorisiert in das Match, vor allem dank des vierfachen Torschützen Cristiano Ronaldo. Auch Uruguay wird defensiv alle Hände voll zu tun haben, den Weltstar unter Kontrolle zu halten. Dementsprechend zittert man aktuell um den Einsatz von Innenverteidiger José María Giménez – der Mann von Atlético Madrid kennt CR7 aus der Primera División bestens und bildet mit Godín in aller Regel eine fast unüberwindbare Abwehr. Allerdings hatte Giménez das Spiel gegen Russland verletzt verpasst, gegen Portugal entscheidet sich sein Einsatz erst in letzter Minute. Sein Vertreter wäre Sebastián Coates, der gegen Russland ein gutes WM-Debüt feierte. Ansonsten steht Uruguays Aufstellung so gut wie fest: Muslera – Cáceres, Giménez (Coates), Godín, Laxalt – Nández, Torreira, Vecino – Bentancur – Suárez, Cavani.

Gegen Portugal dürfte Uruguay vor allem auf Konter und lange Bälle setzen, was dem Charakter der Mannschaft mehr entgegen kommt als die dominante Rolle gegen Ägypten und Saudi-Arabien. Die Stärke der Uruguayer liegt dabei sicherlich in der Defensive, wo neben Godin und Giménez auch Torwart Muslera – mittlerweile Uruguays Rekord-WM-Spieler –  eine gute Weltmeisterschaft absolviert. Wichtig wird die Abstimmung auf der linken Seite: Dort läuft Diego Laxalt auf, der nur wenig Erfahrung als Linksverteidiger vorweisen kann und seine Stärken eher in der Offensive hat. Daher wird auf den linken Halbspieler Matías Vecino von Inter Mailand eine Menge Defensivarbeit zukommen. Vecino gilt wie seine mehrheitlich Serie-A-Erfahrenen Mittelfeldkollegen als diszipliniert und kampfstark, doch insgesamt fehlt es dem uruguayischen Mittelfeld etwas an Torgefahr und Kreativität. Daher werden die Angreifer Suárez und Cavani gegen Pepe und José Fonte Schwerstarbeit verrichten müssen, doch ihre überragende Kampfstärke und individuelle Klasse dürfte den Himmelblauen ein paar Chancen garantieren. Nutzt man sie, hat man keine schlechten Karten auf das Viertelfinale.

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Die Seleção mit einer bisher durchwachsenen Gruppenphase https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/die-selecao-mit-einer-bisher-durchwachsenen-gruppenphase https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/die-selecao-mit-einer-bisher-durchwachsenen-gruppenphase#respond Tue, 26 Jun 2018 16:58:22 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10515 So ganz angekommen ist die brasilianische Nationalmannschaft noch nicht bei der WM 2018 in Russland. Bisher schleppt sich die Seleção mehr durch die Gruppenphase, als das sie sie dominiert. Chefutbol blickt zurück auf die beiden Gruppenspiele gegen Schweiz und Costa...

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So ganz angekommen ist die brasilianische Nationalmannschaft noch nicht bei der WM 2018 in Russland. Bisher schleppt sich die Seleção mehr durch die Gruppenphase, als das sie sie dominiert. Chefutbol blickt zurück auf die beiden Gruppenspiele gegen Schweiz und Costa Rica und gibt einen Ausblick auf das wichtige Spiel gegen die serbische Nationalmannschaft.

Mehr pfui, als hui

Die hochgehandelte Mannschaft von Coach Tité konnte bisher gegen die Schweiz und Costa Rica (noch) nicht überzeugen. Gegen die Eidgenossen musste sich die Seleção mit einem leidigen 1:1-Unentschieden zufriedengeben. Viel war nicht zu sehen von den starken Leistungen in der südamerikanischen WM-Qualifikation, als die Brasilianer furiosen Fußball zeigten. Zu durchwachsen war die Leistung gegen die Nati in der Offensive. Die Multi-Kulti-Truppe von Trainer Vladimir Petković hatte die Brasilianer das Spiel über gut im Griff. Zumindest defensiv. Offensiv kam von den Schweizern kaum was, bis auf den Kopfballtreffer von Steven Zuber. Die Südamerikaner versuchten mit aller Macht das Spiel zu gewinnen, doch am Ende fehlte der letzte Punch. Ein Traumtor von Philippe Coutinho “bescherte” den Brasilianer wenigstens noch das Remis. Der Start also verlief nicht ganz optimal. Gegen Costa Rica wollte und sollte sich die brasilianische Nationalmannschaft von ihrer besseren Seite zeigen. Auch gegen Los Ticos tat sich die Seleção schwer. Ein ums Andere Mal bewahrte Keeper Keylor Navas seine Mannschaft vor einem Rückstand. Bis zur allerletzten Minute mussten die brasilianischen Fans zittern, ehe Coutinho zum viel umjubelten 1:0 traf. Neymar erhöhte noch kurz vor Schluss auf 2:0.

Coutinho: Der Schlüsselspieler der Seleção

Das zweite Tor gegen die Costa-Ricaner war für Neymar sein bisheriges Highlight bei der WM. Vielmehr fällt er durch seine arrogante und meckernde Art auf. Zu oft sucht er den Kontakt zum Schiedsrichter, um klarzustellen, dass er nicht gerecht behandelt wird. Auch wenn er, wie gegen die Schweiz, vor allem von Valon Behrami, “ordentlich bearbeitet“ wurde, hat er es nicht nötig sich ständig zu beschweren. Dafür ist er ein viel zu guter Spieler. Sinnbildlich für sein bisheriges Auftreten bei der Weltmeisterschaft, war die Schwalbe gegen Costa Rica, als Schiedsrichter Björn Kuipers zuerst fälschlicherweise auf Elfmeter entschied und nach Absprache mit dem VAR (Video Assistant Referee) die Entscheidung zurücknahm. Die Netzreaktionen ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Nach seiner Schwalbe und seinem Auftreten auf und neben dem Platz erntete der Superstar viel Hohn und Spott im In- und Ausland.

Im Gegensatz zu Neymar aber, blüht ein Spieler regelrecht auf. Philippe Coutinho ist der bisher alles überragende Spieler der Seleção. Seine beiden Treffer gegen Schweiz und Costa Rica retteten die Brasilianer vor einer Blamage. Anders als Neymar, fällt der Mittelfeldspieler mit starken Leistungen auf und beschäftigt sich kaum mit Nebenschauplätzen.

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Facebook/ Confederação Brasileira de Futebol

Bisher ist es nicht die Weltmeisterschaft der Brasilianer. Das könnte sich aber mit einem Sieg gegen Serbien ändern. In der KO-Phase warten dann nämlich andere Kaliber auf das Team von Coach Tité – vorausgesetzt die Brasilianer gewinnen gegen die Serben. Auf dem Papier waren die Gruppengegner – eigentlich – schwächer, sodass viele dachten, dass das ein Spaziergang wird für die Kicker vom Zuckerhut. Nichtsdestotrotz gelten die Brasilianer weiterhin als heißer Kandidat auf den WM-Titel, auch wenn sie in den zwei Spielen bisher (noch) nicht überzeugen konnten.

Ausblick auf das letzte Gruppenspiel der Seleção gegen Serbien

Brasilien hat gegen Serbien ein Endspiel. Das war nach dem 1:1 im Auftaktspiel gegen die Schweiz schon erwartet worden und wird die Seleção auch nicht sonderlich nervös machen. Zumal es auch anderen Favoriten so ergeht und sich die Spieler mit Drucksituationen auskennen. Dennoch werden sie wissen, dass sie sich nun keine Nachlässigkeiten mehr erlauben dürfen.

Zwar standen sie in keinem der beiden vorherigen Spiele weder am Rande einer Niederlage, noch unter immensem Dauerdruck, doch eine unkonzentrierte Aktion hätte den Außenseitern genügt um in Führung zu gehen. Bei der individuellen Stärke Serbiens könnte im abschließenden Gruppenspiel jeder kleine Fehler, zu einer gefährlichen Aktion des Gegners führen – und bei ausbleibendem eigenen Torerfolg sogar zum Aus.

Viel wichtiger wird für die Brasilianer ihr eigenes Spiel sein. Ziel muss es sein, ihre spielerische Dominanz, die die Seleção in den ersten beiden Spielen immer wieder aufbaute, konstanter in den 90 Minuten auf das Feld zu bringen. Im Abschluss gilt es effektiver zu sein und sich nicht mit den vielen kleinen Nicklichkeiten, mit denen fußballerisch limitierte Teams versuchen der spielerischen Klasse der brasilianischen Ballkünstler entgegen zu treten, zu befassen. Vor allem Neymar wird Tité in den letzten Tagen dabei nochmal ins Gewissen geredet haben. Bei aller Klasse, muss er dem exzentrischen Star der Mannschaft deutlich machen, dass seine Mätzchen gleichzeitig auch den Spielfluss der eigenen Mannschaft stören.

Auf dem Feld wird der Nationaltrainer wohl keine Experimente eingehen. Er ist nicht bekannt dafür seine Mannschaft nach schwachen Spielen groß umzukrempeln. Daher wird es auch gegen Serbien wohl maximal zu ein zwei Veränderungen kommen. Hinten rechts in der Viererkette wird Fagner weiterhin den an Hüftbeschwerden leidenden Danilo ersetzen. Die Frage, ob eventuell Douglas Costa gegen Serbien starten wird wie in brasilianischen Medien spekuliert wurde, hat sich erübrigt. Der Flügelstürmer hat sich eine leichte Verletzung im hinteren rechten Oberschenkel zugezogen, ist im Team-Quartier in Sotchi geblieben und gar nicht erst mit der Mannschaft nach Moskau gereist. Somit dürfte Willian trotz schwachen Auftritts zuletzt, auf der rechten Offensivseite starten. Eine Überlegung wäre Coutinho vorzuziehen und Fernandinho stattdessen ins Mittelfeld zu stellen. Angesichts der starken Leistungen Coutinhos im Zentrum in den ersten beiden Begegnungen ist das allerdings eher unwahrscheinlich.

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WM-Voschau Mexiko: Schicksalswochen für Juan Carlos Osorio https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/mexiko-schicksalswochen-juan-carlos-osorio-202029 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/mexiko/mexiko-schicksalswochen-juan-carlos-osorio-202029#respond Wed, 13 Jun 2018 10:00:00 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10325 Trotz einer souveränen Qualifikation ist in Mexiko die Kritik an Nationaltrainer Juan Carlos Osorio nicht verstummt. Für den Kolumbianer und sein Team wird schon das Achtelfinale ein hartes Stück Arbeit, mehr scheint kaum möglich. Vorgänger Miguel Herrera bringt sich für...

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Trotz einer souveränen Qualifikation ist in Mexiko die Kritik an Nationaltrainer Juan Carlos Osorio nicht verstummt. Für den Kolumbianer und sein Team wird schon das Achtelfinale ein hartes Stück Arbeit, mehr scheint kaum möglich.

Vorgänger Miguel Herrera bringt sich für eine Rückkehr in Stellung, André Villas-Boas soll in Kontakt mit dem mexikanischen Verband stehen und Matías Almeyda ist der Wunsch zahlreicher Fußballfans im Land. Während Mexiko sich unter Juan Carlos Osorio auf die WM in Russland vorbereitet, wo endlich der Einzug ins Viertelfinale gelingen soll, diskutiert ganz Mexiko bereits über die Nachfolge des Kolumbianers. Selten zuvor haben derart viele Spieler derart offensiv davon gesprochen, gar den Titel holen zu können. Im Land selbst herrscht hingegen eine deutlich negativere Erwartungshaltung, viele erwarten eine kurze Weltmeisterschaft als Abschiedsvorstellung für den ungeliebten Nationaltrainer.

Der Weg nach Russland

Nachdem Mexiko 2014 noch lange zittern musste und erst über die Play-offs gegen Neuseeland das Ticket buchte, war der Eindruck diesmal deutlich besser. Als souveräner Tabellenführer machte man schon mehrere Spieltage vor dem Ende Nägel mit Köpfen, die einzige Niederlage gab es erst am letzten Spieltag, als es bereits um nichts mehr ging.

Mexikos WM-Geschichte

Die WM-Bilanz der Tri ist inzwischen untrennbar mit einer Obsession verbunden: Dem Viertelfinale. Abgesehen von den Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 schaffte man es noch nie unter die besten Acht, zuletzt scheiterte man sechsmal in Folge im Achtelfinale. „Eine gute WM für Mexiko würde den Einzug ins Viertelfinale bedeuten“, macht Bundesliga-Legionär Marco Fabián von Eintracht Frankfurt keinen Hehl um die Ansprüche der Mannschaft. Kapitän Rafa Márquez, der nach monatelanger Unsicherheit aufgrund privater Probleme lange Zeit auf der Kippe stand, darf nun seine fünfte Weltmeisterschaft absolvieren und geht zu diesem Zweck deutlicher in die Offensive: Er beteuerte, dass nicht an das „fünfte Spiel“ zu denken sei, sondern vielmehr an den WM-Titel.

Die Mannschaft

Fußballerisch geht Mexiko mit einem seiner besten Kader der letzten WM-Teilnahmen ins Rennen, auf allen Positionen sind Europa-Legionäre mit viel Qualität und Erfahrung vorhanden. Beginnend im Tor mit Guillermo Ochoa, der Abwehr um Héctor Moreno und Miguel Layún, dem Mittelfeld mit Andrés Guardado und Héctor Herrera sowie dem Angriff um Hirving Lozano, Carlos Vela und Chicharito lassen sich überall interessante Akteure nennen. Anders als 2014, als das 5-3-2 von Trainer Miguel Herrera noch das unveränderliche Patentrezept darstellte, können mit einem 3-5-2, einem 3-4-3 sowie einem 4-3-3 drei verschiedene Spielsysteme flexibel verwendet werden. Doch trotz taktischer Möglichkeiten und starken Spielern wirft das Team insgesamt Fragen auf, besonders die Rückwärtsbewegung muss in Russland besser funktionieren als in den Monaten zuvor.

Der Trainer

Juan Carlos Osorio folgte im November 2015 auf Miguel Herrera und stand von Anfang an in der Kritik, da viele Größen im Land lieber einen einheimischen Nationaltrainer gesehen hätten. Nach einem herausragenden Start mit neun Siegen und nur einem Gegentor folgte bei der Copa América 2025 eine historische 0:7-Schmach gegen Chile, von der sich Osorios Stellenwert bis heute nicht erholt hat. Vielen Kritikern sind auch die häufigen personellen Rotationen ein Dorn im Auge. Der 57-Jährige ist ein Fußballverrückter im positiven Sinne, studiert jedes kleinste Detail des Spiels und fordert von seiner Mannschaft aktives Spiel mit sauberer Ballzirkulation. Während Fans und Presse ihn unaufhörlich kritisieren, stehen die Spieler bedingungslos hinter ihm. In Russland haben sie selbst Osorios Zukunft in der Hand: Nur mit dem Einzug ins Viertelfinale und dem Ende des Achtelfinal-Fluchs scheint es überhaupt denkbar, den Trainer zu halten.

Der Schlüsselspieler

Auch wenn er nicht für das ganz große Spektakel steht, dreht sich im mexikanischen Spiel vieles um Mittelfeldspieler Andrés Guardado. Der „kleine Prinz“ ist in der Schaltzentrale dank großer Ballsicherheit, Übersicht und strategischem Geschick nicht gleichwertig zu ersetzen. Nach einer Muskelverletzung musste er sich zu Beginn der WM-Vorbereitung erst wieder in Form bringen. Nach Wochen intensiver Arbeit steht er inzwischen aber wieder voll im Saft, um Mexiko als Kapitän aufs Feld zu führen, da Rafa Márquez in aller Regel nur der Platz auf der Bank bleiben dürfte.

Das Talent

Den Durchbruch hat Hirving Lozano bereits geschafft, mit 22 Jahren ist der Flügelstürmer über das Talentalter aber noch nicht hinaus. Gleich in seinem ersten Jahr in Europa lieferte „Chucky“ in Eindhoven überragende Leistungen und hatte mit knapp 30 Scorerpunkten gewaltigen Anteil an der souveränen Meisterschaft der PSV. Im Klub sowie im Nationalteam beackert er die linke Seite, zieht dort als Rechtsfuß häufig nach innen und sucht dabei den Abschluss. Auch ohne eine gute WM könnte ihm der Wechsel zu einem großen Klub wechseln, ein überzeugendes Turnier würde aber dabei helfen, die Güteklasse des zukünftigen Arbeitgebers noch etwas zu erhöhen.

Die Chefutbol-Prognose

Mit einem guten Kader und einigen Stärken geht Mexiko ins Turnier, aber auch die Schwachstellen sind durchaus ersichtlich. In der Gruppe mit Deutschland, Südkorea und Schweden dürfte es im letzten Gruppenspiel gegen die Skandinavier um das Achtelfinale gehen, mehr scheint nur möglich, wenn der Gegner im Achtelfinale nicht Brasilien heißt.

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WM-Vorschau Peru: Ein fast unschlagbarer Außenseiter https://www.chefutbol.com/wm2018/wm-vorschau-peru-181691 https://www.chefutbol.com/wm2018/wm-vorschau-peru-181691#respond Tue, 12 Jun 2018 17:34:36 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10480 Noch Mitte 2025 hätte keiner einen Pfifferling auf Perus WM-Teilnahme gesetzt. Doch Ricardo Garecas Team ist nun seit fast 17 Monaten ungeschlagen und hat gar keine schlechten Chancen, bei der WM für eine Überraschung zu sorgen. Die Begnadigung von Starstürmer...

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Noch Mitte 2025 hätte keiner einen Pfifferling auf Perus WM-Teilnahme gesetzt. Doch Ricardo Garecas Team ist nun seit fast 17 Monaten ungeschlagen und hat gar keine schlechten Chancen, bei der WM für eine Überraschung zu sorgen. Die Begnadigung von Starstürmer Paolo Guerrero ist ein zusätzlicher Motivationsschub.

Der Weg nach Russland

Dass Peru überhaupt nach Russland fliegt, ist eine kleine Sensation. Noch nach der Hälfte der Qualifikationsspiele war man weit von Platz fünf entfernt und musste sich eher Bolivien und Venezuela vom Leib halten, um nicht auf den blamablen letzten Platz abzufallen. Das passte zum Trend: Seit 1982 war die Blanquirroja nicht mehr zur WM gefahren, seit Juni 2004 hatte man kein Pflichtspiel mehr auswärts gewonnen. Doch die geduldige Arbeit von Trainer Ricardo Gareca sollte letztlich Früchte tragen: Nach dem 16.11.2025 (0:2 gegen Brasilien) verlor man kein Spiel mehr und schob sich mit etwas Glück auf Rang 5 vor, der in Nervenschlachten gegen Argentinien und Kolumbien gehalten werden konnte. So erreichten die Incaicos die Play-Offs, die sie gegen Neuseeland sehr souverän bestritten: Einem 0:0 in Auckland folgte ein 2:0 in Lima und kollektive Ekstase.

Die WM-Geschichte

Peru ist kein Stammgast bei Weltmeisterschaften. Nach dem punktlosen Ausscheiden bei der WM 1930 dauerte es 40 Jahre, bis Peru wieder eine WM bestreiten sollte. In den Siebzigerjahren kam es zu den besten Auftritten der peruanischen Mannschaften: 1970 in Mexiko schaffte man es ins Viertelfinale, 1978 in Argentinien in die zweite Gruppenphase. Angeführt wurde Perus Mannschaft damals vom vielleicht besten Fußballer seiner Geschichte: Teofilo Nene Cubillas. 1970 und 1978 gelangen dem offensiven Mittelfeldspieler jeweils fünf Treffer, darunter ein Fabelfreistoß gegen Schottland, der zu den herrlichsten WM-Treffern überhaupt gehört. Auch 1982 qualifizierten sich Cubillas und Peru noch einmal für die WM, bei der die Mannschaft aber in der Vorrunde ausschied. Dann folgte eine Durststrecke von schier endlosen 36 Jahren, ehe Peru am 9.6.2018 ins Rampenlicht zurückkehren wird. Beim letzten WM-Spiel der Blanquirroja war kein Spieler des aktuellen Kaders auch nur geboren worden.

Die Mannschaft

Geht man nach den Marktwerten, ist Peru absoluter Außenseiter: Nur die Teams von Panama und Saudi-Arabien haben laut transfermarkt.de einen geringeren Wert. Daraus kann man schon ablesen, dass die mannschaftliche Geschlossenheit für Perus Erfolg eine Notwendigkeit ist. In Teilen ist sie aber auch das Resultat der hervorragenden Arbeit von Trainer Ricardo Gareca: Der hat vor der Copa America 2025 einige bekannte Gesichter aus dem Kader verbannt und so einen Reizpunkt gesetzt – die klare Botschaft: wer nicht mitzieht, hat keine Chance. Spieler wie Jefferson Farfán oder André Carrillo haben das mittlerweile verstanden und sind zurück in der Blanquirroja, während andere Akteure wie etwas Carlos Zambrano oder die Altstars Juan Manuel Vargas und Claudio Pizarro keine neue Chance erhielten.

Peru 2018

Der Kader hielt keine wirklichen Überraschungen parat, der Kern ist aus der WM-Qualifikation bekannt. Meist spielt Peru im 4-2-3-1 oder 4-4-1-1, in dem hinter dem Fixpunkt Paolo Guerrero eine offensive Dreierreihe um André Carrillo, Cristian Cueva und Edison Flores für Torgefahr sorgen soll. In letzter Zeit funktionierte das meist ganz gut, zumal mit Miguel Trauco und Luis Advincula nun offensivstärkere Außenverteidiger zum Einsatz kommen. Dennoch liegt die Stärke des Teams eher in der Defensive, wo man den eigenen Kasten mit aufopferungsvollem Kampf verteidigt. Der Lohn dafür ist eine ungeschlagene Serie von mittlerweile 15 Spielen, während der Teams wie Uruguay, Kroatien und Island besiegt wurden.

Der Trainer

Der Argentinier Ricardo Gareca ist der Vater des Erfolgs: Er übernahm 2015 eine chaotische Mannschaft, die in den beiden vorhergegangenen WM-Qualifikationen mit Pauken und Trompeten gescheitert war. Mit einer unaufgeregten Führungsstärke und einem extrem guten Händchen für die Teamchemie brachte El Tigre die Blanquirroja wieder in die Spur. Gareca ist ein charismatischer und sehr emotionaler Coach, der sich dennoch durch seine langfristige Denkweise auszeichnete. Der von der sensationalistischen und ungeduldigen peruanischen Presse zunächst kritisch beäugte Argentinier wurde so zum Volkshelden.

Der Schlüsselspieler

Der einzige Spieler mit Sonderstatus in Perus Team ist der Kapitän: Paolo Guerrero. Ausgerechnet er drohte die große Party aber zu verpassen, denn sein positiver Kokain-Test sorgte für ein langwieriges Hin und Her, ehe das Sportgericht erst vor knapp zwei Wochen seine Sperre für die Dauer der WM aussetzte. In Peru hatte man immer auf Biegen und Brechen um den Einsatz des Depredador gekämpft, denn der frühere Bayernstürmer ist die Seele der Mannschaft. Meist kämpft er alleine gegen die gegnerischen Innenverteidiger, reißt seine Teamkollegen mit  seinem unbändigen Einsatz mit und verfügt dabei gleichzeitig über eine bemerkenswerte fußballerische Klasse. So war es kein Zufall, dass ausgerechnet Guerrero mit seinem Freistoßtor gegen Kolumbien den Peruanern die Play-Offs sicherte. Auch nach seiner Dopingsperre meldete er sich direkt mit einem Doppelpack gegen Saudi-Arabien zurück.

Das Talent

Der jüngste Spieler im Kader ist der 22-jährige Renato Tapia, der bei Feyenoord aus Rotterdam unter Vertrag steht. Tapia, der mit nur 19 Jahren in der Blanquirroja debütierte, gehört aktuell zu Ricardo Garecas Stammelf und sorgt für die nötige Balance im Mittelfeld, denn der Sechser ist ein klassischer Allrounder: Seine Stärken in der Laufleistung und Zweikampfführung werden durch eine souveräne Spieleröffnung und gute Übersicht ergänzt. Bei Feyenoord kommt er sogar häufiger in der Innenverteidigung im Einsatz, in Russland ist das aber nicht zu erwarten.

Die Chefutbol-Prognose:

Peru kann trotz nur durchschnittlicher individueller Fähigkeiten eine außergewöhnlich entschlossene und kompakte Mannschaft aufbieten, die in den letzten eineinhalb Jahren hat aufhorchen lassen. Paolo Guerreros Begnadigung hat noch für einen zusätzlichen Schub gesorgt. Die Blanquirroja hat so das Zeug, eine der Überraschungen der WM zu werden und mit etwas Glück sogar ins Viertelfinale vorzudringen. Doch auch die Gruppengegner Frankreich und Dänemark scheinen bestens gerüstet – ein Gruppenaus ist ebenso möglich und wäre nicht unbedingt eine Schande. Die Hauptsache ist, dass die Blanquirroja nach langen Jahren der Stagnation mal wieder Begeisterung entfacht.

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WM-Vorschau Kolumbien: Wird Cardonas Nichtnominierung zum Verhängnis? https://www.chefutbol.com/wm2018/wm-vorschau-kolumbien-james-falcao-392872 https://www.chefutbol.com/wm2018/wm-vorschau-kolumbien-james-falcao-392872#respond Mon, 11 Jun 2018 15:32:52 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10441 Bei der WM 2014 sorgte Kolumbien für Furore. Die “Cafeteros” zogen bis in das Viertelfinale ein, wo sie denkbar knapp an Gastgeber Brasilien scheiterten. Auch in diesem Jahr erhoffen sich die 48 Millionen Einwohner eine ähnliche Leistung, denn im Vergleich...

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Bei der WM 2014 sorgte Kolumbien für Furore. Die “Cafeteros” zogen bis in das Viertelfinale ein, wo sie denkbar knapp an Gastgeber Brasilien scheiterten. Auch in diesem Jahr erhoffen sich die 48 Millionen Einwohner eine ähnliche Leistung, denn im Vergleich zu 2014 fand im Team nur ein kleiner Umbruch statt. Einige frühere Leistungsträger sind inzwischen zwar nicht mehr in der Nationalmannschaft, doch die großen Stars sind nach wie vor in dem Team, das Jose Pekerman zum zweiten Mal nacheinander zu einer Weltmeisterschaft geführt hat.

Der Weg nach Brasilien

Der Weg zur sechsten WM-Teilnahme war allerdings steinig, und die Qualifikation konnte erst am letzten Spieltag der Eliminatorias gesichert werden . Ein zum Ende hin “skandalöses” 1:1 in Peru, das auch “Pakt von Lima” genannt wird, bedeutete letzten Endes den vierten Tabellenplatz in der südamerikanischen Qualifikations-Gruppe. “Pakt von Lima” daher, da das 1:1 aufgrund der Ergebnisse auf den anderen Plätzen beiden Teams half (Peru zum Playoff-Platz), und in den letzten Minuten kein Team mehr darauf aus war ein Tor zu erzielen.

Vor allem dank der Siege gegen die vermeintlich direkten Konkurrenten stand am Ende die Qualifikation fest, denn das Team um Superstar James Rodriguez hatte große Probleme gegen die höher eingeschätzten Gegner. Gegen Argentinien, Brasilien, Uruguay und Chile konnte man von acht Spielen kein einziges gewinnen. Auch spielerisch zeigte Kolumbien auf dem Weg nach Russland, trotz der hohen Offensiv-Qualität, eher Magerkost. Im Schnitt gelang nur knapp ein Tor pro Spiel!

Kolumbiens WM-Geschichte

In Russland tritt die Mannschaft von Jose Pekerman zur sechsten WM-Teilnahme an. Nachdem Kolumbien 1962 zum ersten Mal Teil dieses Turnieres war, dauerte es bis 1990, ehe man es wieder schaffte sich zu qualifizieren. In Italien gelang sogar der Einzug ins Achtelfinale, in dem Kamerun die Südamerikaner eliminierte. Danach war man auch 1994 und 1998 dabei, wobei man beide Male nach der Vorrunde ausschied. Vor allem das Vorrunden-Aus 1994 mit der goldenen Generation um “El Pibe” Valderrama und dem tragischen Eigentor von Andrés Escobar führten das Land in eine fußballerische Depression. Erst 16 Jahre später qualifizierte man sich wieder für die WM im Nachbarland Brasilien, wo am Ende die bisher erfolgreichste Teilnahme einer kolumbianischen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft feststand.

Die Mannschaft

Zehn Spieler aus dem Kader von vor vier Jahren sind auch in Russland wieder dabei. Nachdem er sich vor der letzten Weltmeisterschaft noch einen Kreuzbandriss zuzog, können die Kolumbianer diesmal auf die Dienste von Torjäger Falcao zählen. Bei Monaco fand der Knipser wieder zu alter Stärke, weshalb man sich von ihm einiges für die Weltmeisterschaft erhofft. Hinter dem 32-jährigen soll Bayern-Spieler James Rodriguez für Ideen im Offensivspiel sorgen. Jedoch fehlte es den Südamerikanern in letzter Zeit häufig an Kreativität. Neben James werden voraussichtlich Luis Muriel und Juan Cuadrado auflaufen. Die beiden offensiven Außenspieler bringen viel Tempo mit, wobei Muriel als Wackelkandidat für die Startelf gilt. Auch Jose Izquierdo wäre eine Option für die linke Außenbahn.

Auf der Doppelsechs wird mit Sicherheit Carlos Sanchez spielen. Der robuste Abräumer war auch schon in Brasilien ein wichtiger Faktor für den Viertelfinal-Einzug. Einige Experten sehen in Sanchez auch den für das Kollektiv wichtigsten Spieler Kolumbiens. Wer neben dem 32-jährigen spielt ist noch unsicher. Favorit auf den Platz neben Sanchez ist jedoch Mateus Uribe, der im Nationaldress zuletzt gute Leistungen zeigte, und sich deshalb gute Chancen auf den Platz ausrechnen kann.

Relativ neuformiert ist dagegen die Abwehrkette. Linksverteidiger Frank Fabra zog sich vor ein paar Tagen einen Kreuzbandriss zu, und für ihn wird voraussichtlich Johan Mojica ins Team rücken. Die Innenverteidigung bildet mit Davinson Sanchez und Yerry Mina ein sehr junges Duo. Beide zählen als große Innenverteidiger-Talente, wobei bei Mina noch zu sehen ist, in wie weit die fehlende Spielpraxis ein Problem sein könnte. Auf der rechten Abwehrseite hat sich mittlerweile Santiago Arias etabliert. Der beste Eredivisie-Spieler dieser Saison könnte nach der WM in eine europäische Spitzenliga wechseln. Im Tor steht wie auch vor vier Jahren David Ospina, der allerdings nur zweiter Torhüter bei Arsenal ist, und auch im Nationaldress einige Schwächen zeigte, weshalb einst gefordert wurde Franco Armani (jetzt voraussichtlich Nr.1 Argentiniens) einzubürgern.

Für viel Aufsehen sorgte die Nichtnominierung von Edwin Cardona. Der offensive Mittelfeldspieler brachte Kolumbien durch drei wichtige Tore ganze neun Punkte ein, weshalb seine Ausbootung für viel Kritik sorgte. Anstelle von Cardona entschied sich Pekerman für Juan Quintero, der bisher kein einziges Spiel in der Qualifikation bestritt.

(Motivationsnachricht kolumbianischer Journalisten für die Nationalmannschaft)

 

Der Trainer

Coach der “Cafeteros” ist seit 2012 Jose Pekerman, und mit dem Argentinier fand Kolumbien wieder in die richtige Spur zurück. Der 68-Jährige hatte zuvor bereits reichlich Erfahrung mit verschiedenen Ländern gesammelt. Seine größten Erfolge hatte er als Trainer der U-20 Argentiniens, mit der er 1995, 1997 und 2001 Weltmeister wurde. Aufgrund dieser erfolgreichen Arbeit wurde er 2004 Nationaltrainer der “Albiceleste”, gab aber nach dem Ausscheiden im Viertelfinale der WM 2006 gegen Deutschland seinen Rücktritt bekannt. Daraufhin folgten zwei Engagements in Mexiko, eher er vor sechs Jahren die kolumbianische Nationalmannschaft übernahm.

Der Schlüsselspieler

Trotz der Rückkehr von Falcao, hat sich mittlerweile ein ganz anderer Spieler in den Fokus gespielt: James Rodriguez. Dieser machte spätestens 2014 auf sich aufmerksam, als er bester Torschütze des Turniers wurde, und der seitdem eine Weltmarke geworden ist. Allerdings sind einige Einheimische  mit den Leistungen des offensiven Mittelfeldspieler seit Brasilien nicht mehr ganz so zufrieden. Zeigt Kolumbien ein schlechtes Spiel, dann trägt meist James die Hauptschuld. Trotz seinen Kritikern ist es eine Tatsache, dass der Techniker einen Riesenanteil an der kommenden WM-Teilnahme in Russland hat. An 13 Toren (von 21) war der 26-Jährige in der Qualifikation beteiligt. Man merkte dem Team auch oft an, dass offensiv die Ideen fehlen, wenn er nicht mitspielt. In Hinblick auf das anstehende Turnier hat der 80-Millionen-Mann hohe Ambitionen, und wenn es nach dem Superstar geht, hat sein Land durchaus gute Möglichkeiten ins Finale zu kommen.

Das Talent

Mit einem Durchschnittsalter von 28,4 Jahren, zählt die Mannschaft durchaus zu den Älteren. Ein besonderes Auge sollte man auf alle Fälle auf Davinson Sanchez werfen. Der 21 Jahre alte Innenverteidiger zählt zu den besten Spielern seiner Altersklasse auf dieser Position. Vor dieser Saison zahlte Tottenham Hotspurs knapp 40 Millionen Euro an Ajax Amsterdam, um sich die Dienste von Sanchez zu sichern. Im Vereins- und Nationaldress durfte er in letzter Zeit immer öfter spielen und wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei der WM auflaufen. Seine Robustheit und Zweikampfstärke brachten bereits einige hochkarätige Angreifer in der Premier League zum Verzweifeln. Zuletzt kamen auch immer wieder Gerüchte auf, dass der FC Barcelona an einer Verpflichtung interessiert sei.

Die Chefutbol-Prognose

Die Qualität im Kader ist durchaus höher, als in den vergangenen Jahren, aber trotzdem wirkt das Team seit der Weltmeisterschaft nicht wirklich eingespielt. Ein Grund dafür ist, dass Pekerman nur selten zwei Spiele mit der selben Mannschaft bestritt. Der Einzug ins Achtelfinale ist wahrscheinlich, wo höchstwahrscheinlich England oder Belgien warten werden, und eine Top-Leistung von Nöten sein wird. Auch wenn die Erwartungen in der Heimat riesig sind, muss sich Kolumbien nach der eher durchwachsenen Qualifikation deutlich steigern, wenn es ähnlich gut laufen soll wie vor vier Jahren.

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WM-Vorschau Costa Rica: Gleiche Spieler, gleiche Geschichte? https://www.chefutbol.com/wm2018/wm-vorschau-costa-rica-gleiche-spieler-gleiche-geschichte-294939 https://www.chefutbol.com/wm2018/wm-vorschau-costa-rica-gleiche-spieler-gleiche-geschichte-294939#respond Sun, 10 Jun 2018 10:00:53 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10362 Bei der WM 2014 trug Costa Rica mit großartigen sportlichen Leistungen und gewaltigem Optimismus das Landesmotto “Pura Vida” in die Welt hinaus, der Viertelfinaleinzug wurde für Spieler wie Keylor Navas zum Sprungbrett. Personell kaum verändert gehen die Ticos nun in...

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Bei der WM 2014 trug Costa Rica mit großartigen sportlichen Leistungen und gewaltigem Optimismus das Landesmotto “Pura Vida” in die Welt hinaus, der Viertelfinaleinzug wurde für Spieler wie Keylor Navas zum Sprungbrett. Personell kaum verändert gehen die Ticos nun in Russland an den Start, wo schon das Achtelfinale ein weiterer Erfolg wäre.

Als die 13. Spielminute im WM-Test der costa-ricanischen Nationalmannschaft gegen Nordirland lief, erhoben sich die 35.000 Zuschauer im Nationalstadion von San José und klatschten anerkennend Beifall. Der Applaus galt Torhüter Keylor Navas, der acht Tage zuvor den 13. Champions-League-Titel mit Real Madrid geholt hatte und seiner Geschichte als Nationalheld damit ein weiteres Kapitel hinzufügte. Vor vier Jahren, als die „Sele“ mit ihm zwischen den Pfosten bis ins WM-Viertelfinale stürmte und dort erst im Halbfinale an den Niederlanden scheiterte, hatte seine Erfolgsgeschichte ihren Anfang genommen. Im Nationaltrikot brennen er sowie seine Teamkollegen nun darauf, den Erfolg von 2014 wiederaufleben zu lassen. Mit praktisch der gleichen Mannschaft geht Costa Rica die WM 2018 an und erneut hofft man, als Außenseiter für Schlagzeilen zu sorgen.

Der Weg nach Russland

Hinter Primus Mexiko qualifizierte sich Costa Rica erneut souverän für die Weltmeisterschaft und stand wie 2014 bereits vor dem letzten Spieltag als Teilnehmer fest. Die Ticos überzeugten mit zwei Siegen über die USA, einem Remis gegen Mexiko und nur acht Gegentreffern in zehn Partien. Eine von nur zwei Niederlagen gab es zudem am letzten Spieltag in Panama, als das WM-Ticket bereits gebucht war.

Costa Ricas WM-Geschichte

Auch wenn die Sele noch immer als Fußballzwerg wahrgenommen wird, sind die Eindrücke der bisherigen vier WM-Teilnahmen insgesamt durchaus beachtlich. Beim WM-Debüt 1990 ging es nach Siegen über Schottland und Schweden gleich bis ins Achtelfinale, wo dann gegen die Tschechoslowakei beim 1:4 kein Kraut gewachsen war. Nachdem es 2002 trotz vier Punkten in der Gruppenphase nicht zum Weiterkommen reichte, strich man 2006 in Deutschland nach drei Niederlagen chancenlos die Segel. Das beste Ergebnis gelang bei der historischen 2014er-Ausgabe in Brasilien, als nach Siegen über Uruguay und Italien das Achtelfinale vorzeitig erreicht wurde und es nach einem Sieg im Elfmeterschießen über Griechenland bis ins Viertelfinale gegen die Niederlande ging.

Die Mannschaft

Der Großteil der aktuellen Mannschaft gehörte auch 2014 zum Stamm, vereinzelt wurde dieser Kern in den letzten Jahren durch nachrückende Akteure ergänzt. So stehen Keylor Navas, Giancarlo González, Óscar Duarte und Cristian Gamboa weiterhin für einen gesicherten Defensivverbund, Celso Borges zieht im Mittelfeld die Fäden und vorne besitzen Bryan Ruiz sowie Joel Campbell alle Freiheiten. Bryan Oviedo, der in Brasilien verletzt gefehlt hatte, steht diesmal für den Stammplatz hinten links bereit, den letzten freien Platz in der Fünferkette machen Jhonny Acosta, Francisco Calvo und Kendall Waston unter sich aus. Im zentralen Mittelfeld ist David Guzmán fest eingeplant, auch wenn er bei den Portland Timbers in der MLS wegen einer Knieverletzung in den letzten Monaten kaum zu Einsätzen kam. Insgesamt besitzt die Elf eine ähnliche Qualität wie 2014. Spieler wie Campbell oder Ruiz hatten keine gute Saison auf Vereinsebene, sind im Vergleich aber reifer und erfahrener und daher nicht schwächer einzuschätzen als beim WM-Debüt. Und Keylor Navas hat in seinen Jahren bei Real Madrid noch einmal zugelegt und kann im Notfall auch ein Spiel alleine retten.

Convocatoria

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Der Trainer

Erfolgstrainer Jorge Luis Pinto verließ Costa Rica nach der WM 2014, nach einem Experiment mit Paulo Wanchope als Nationaltrainer übernahme ab August 2015 Ex-Nationalspieler Óscar Ramírez das Amt und führte die Mannschaft souverän nach Russland. Der 53-Jährige arbeitete als Trainer in zwei Etappen von 2010 bis 2015 erfolgreich bei LD Alajuelense, holte fünf Meistertitel und brachte sich so für den Posten als Nationalcoach in Stellung. Neben dem Großteil des Kaders hat Ramírez auch die Taktik seiner Vorgänger übernommen, Costa Rica setzt weiter fest auf ein 5-4-1-System mit einer schwer zu bespielenden Defensive und schnellem Umschaltspiel über die Außenbahnen. “Wenn wir eine Einheit bilden, können wir viel erreichen”, zeigt er sich durchaus Optimistisch im Hinblick auf die Möglichkeiten seiner Mannschaft in einer Gruppe mit Brasilien, der Schweiz und Serbien. Für Ramírez ist die WM zwar als Trainer Neuland, als Spieler war er aber bereits 1990 bei Costa Ricas Debüt dabei und stand in allen vier Spielen über 90 Minuten auf dem Platz.

Der Schlüsselspieler

Auch wenn Kapitän Bryan Ruiz als Kopf der Mannschaft auftritt, ist Keylor Navas die ganz große Erscheinung des Landes. Der 31-Jährige hat sich mit seinen Titeln und Auftritten für Real Madrid zu einer Legende entwickelt, der Ende des letzten Jahres gar ein eigener biographischer Kinofilm gewidmet wurde. Entsprechend schauen viele im Land zu ihrem Torhüter auf, der wie schon bei der vergangenen WM glänzen will, um mit dem Einzug in die K.o.-Runde die Erfolgsgeschichte zu wiederholen. “Wir wollen, dass die Geschichte Costa Ricas noch bedeutender wird, entsprechend wollen wir noch besser sein als bei der letzten WM”, setzt Navas sich und seinen Teamkollegen große Ziele und stellt gleichzeitig die optimistische Grundhaltung im Lager der Ticos unter Beweis.

Das Talent

Im ältesten Aufgebot des Turniers finden sich mit den Außenverteidigern Ronald Matarrita (23) und Ian Smith (20) gerade einmal zwei(!) Spieler unter 25 Jahren, die Suche nach dem großen Talent im Aufgebot ist daher deutlich eingeschränkt. Für Matarrita wird es auf links hinter Oviedo schwer zu Einsätzen zu kommen, gegen einen starken Gegner wie Brasilien könnte der Mann vom New York City FC aber auch auf der offensiveren Außenbahn zum Einsatz kommen. Smith, der seit Januar in Schweden für Norrköping spielt, debütierte erst im März im Nationalteam und dürfte auf rechts noch nicht an Cristian Gamboa vorbeikommen, auch wenn der in der abgelaufenen Saison bei Celtic Glasgow komplett außen vor blieb und zu lediglich drei Einsätzen kam.

Die Chefutbol-Prognose

Die Mannschaft des großen Erfolgs 2014 ist im Kern die gleiche, sie ist an einigen Stellen zwar etwas überaltert, hat dafür deutlich mehr Erfahrung als noch in Brasilien. Entsprechend ist das Leistungsvermögen der Sele ähnlich einzuschätzen wie vor vier Jahren, doch erneut würde es nur für die K.o.-Runde reichen, wenn die Ticos von ihren Gruppengegnern unterschätzt werden.

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WM-Vorschau Brasilien: Sind Tités Mannen titelreif? https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/wm-vorschau-brasilien-sind-tites-mannen-titelreif https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/wm-vorschau-brasilien-sind-tites-mannen-titelreif#respond Sat, 09 Jun 2018 12:29:48 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10406 Wie vor jeder Weltmeisterschaft gilt Brasilien wieder als einer der Mitfavoriten auf den Titel. Die Mannschaft kann in Russland auf international erfahrene Topspieler zurückgreifen. Mit Tité haben sie zudem einen Trainer dem es gelungen ist, aus lauter Individualisten ein starkes...

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Wie vor jeder Weltmeisterschaft gilt Brasilien wieder als einer der Mitfavoriten auf den Titel. Die Mannschaft kann in Russland auf international erfahrene Topspieler zurückgreifen. Mit Tité haben sie zudem einen Trainer dem es gelungen ist, aus lauter Individualisten ein starkes Team zu formen.

Der Weg nach Russland

Der lange Weg durch die südamerikanische Qualifikationsrunde war eine Machtdemonstration und der Beweis der Brasilianer, dass sie zu vergangener Stärke zurückgefunden haben. Mit zehn Punkten Vorsprung auf Verfolger Uruguay und gar 13 Zähler mehr als der Dauerrivale Argentinien, sicherten sie sich bereits vorzeitig das WM-Ticket. Damit war die Mannschaft von Trainer Tité nach dem Gastgeber Russland das erste Team, welches sich für die Endrunde qualifizieren konnte. Nur eine Niederlage musste Brasilien auf dem Weg nach Russland einstecken – und das am 1. Spieltag in Chile, im Oktober 2015.

Die WM-Geschichte

Keine Nation blickt auf eine erfolgreichere Historie zurück als die Seleção. Fünf WM-Titel hat sich die Mannschaft vom Zuckerhut bereits sichern können; als einziges Team waren die Brasilianer an jeder WM-Endrunde beteiligt. Nach 1958, 1962 und 1970 sind die beiden Titel jüngerer Vergangenheit auf 1994 und 2002 datiert. Neben den großen Erfolgen zählen allerdings auch tragische Niederlagen zur Historie der Mannschaft. Besonders erwähnenswert sind die unerwarteten Niederlagen im Maracanã-Stadion gegen den kleinen Nachbarn aus Uruguay im Jahr 1950 und das 1:7-Debakel beim Halbfinale der Heim-WM 2014 gegen die deutsche Mannschaft. Dieses bis dato letzte WM-Spiel der Brasilianer sitzt noch tief in den Köpfen der Bevölkerung und soll nun in Russland vergessen gemacht werden. Der Rekordsieger will jedenfalls nach 16 Jahren wieder den goldenen Pokal nach Brasilien bringen.

Die Mannschaft

Fast schon traditionell sind die Brasilianer mit Weltklassespielern gespickt. Viel wird über Rekordmann Neymar und dessen Fitness gesprochen. Bei 100% soll er aktuell noch nicht sein, aber seine Teilnahme scheint als gewährleistet. Er kann den Unterschied ausmachen – damit ist er allerdings nicht alleine. Das brasilianische Ensemble auf den Superstar von PSG zu reduzieren, wäre der Mannschaft gegenüber aber nicht gerecht: In der Offensive tummeln sich mit Phillipe Coutinho und Gabriel Jesus noch zwei hochbegabte und schnelle Spieler, die in Europa unlängst Fuß gefasst haben. Hinter Gabriel Jesus reiht sich Roberto Firmino vom Champions-League-Finalisten FC Liverpool noch ein und wird ein starker Backup sein, welcher im Zweifel auch von Beginn an kommen kann.

Casemiro und Paulinho im Mittelfeld sind ebenso feste Größen bei ihren Vereinen Real Madrid bzw. dem FC Barcelona. Casemiro wird als „Staubsauger“ vor der Abwehr agieren, während Paulinho eher als „8er“ zu sehen ist und zuletzt durch seine Torgefahr in den Fokus gerückt war. Renato Augusto, der inzwischen seine Brötchen in China verdient, könnte das Mittelfeld komplettieren.

Bildergebnis für convocados brasil
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Auch die Defensivreihe verdient das Prädikat Weltklasse. Mit Thiago Silva und Marquinhos stehen zwei Teamkollegen von Neymar in der Innenverteidigung. Die beiden streiten sich zusammen mit Miranda von Inter Mailand um die beiden Plätze in der Startelf. Auf der linken Außenbahn kann auf Champions-League-Sieger Marcelo und Euro-League-Sieger Filipe Luís zurückgegriffen werden. Rechts muss man den Ausfall von Routinier Dani Alves verkraften. Er wird voraussichtlich durch Danilo ersetzt, der zwar nicht die Erfahrung und Klasse von Alves besitzt, allerdings bei Manchester City in der Premier League ordentliche Leistungen zeigt.

Und selbst das traditionelle Torwartproblem scheint der Vergangenheit anzugehören: Spielen wird voraussichtlich Alisson vom AS Rom, welcher eine überragende Saison gespielt hat und mit vielen Topklubs in Verbindung gebracht wird. Bereits in der Qualifikationsrunde war er seinen Vorderleuten ein sicherer Rückhalt. Sein Backup ist Ederson, Stammtorhüter vom englischen Meister Manchester City.

Der Trainer

Der brasilianische Nationalcoach Adenor Leonardo Bacchi, kurz Tité, hatte bereits nach wenigen Monaten etwas geschafft, was seinem Vorgänger Dunga verwehrt geblieben ist. Er hat den Respekt und die Anerkennung der Fans, Spieler und Experten im Land. Dieses steht, so scheint es, geschlossen hinter dem Trainer und seiner Mannschaft. Sogar den Aufruf „Staatspräsident Tité“ gab es nach der geglückten Qualifikation und den parallel dazu verlaufenden Skandalen auf der Politikebene des Landes – nur um sich Mal ein Bild des Ansehens des Trainers machen zu können.

Schlaflos sei er gewesen, gab Tité zu, nachdem ihm der Posten in der Selecão angeboten wurde. Brasilien stand auf einem sechsten Platz in der WM-Qualifikation, der nicht zur Teilnahme in Russland genügt hätte. Zudem stand das schwere Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Ecuador auf knapp 3000 Höhenmetern an. Keine leichte Ausgangsposition für jemanden, der sich in seiner Karriere zuvor Stufe um Stufe hochgearbeitet hatte und von vielen Experten schon länger als Nationaltrainer gehandelt wurde. Er startete als Sportlehrer, wurde Trainer im Amateurbereich und arbeitete in der Jugend. Es folgten Anstellungen in Liga 2 und Liga 1. 2010/2011 sortierte er bei Corinthians unter anderem einen gewissen Ronaldo aus, für den es seiner Meinung nach nicht mehr reichte.


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Nach ein paar schlaflosen Nächten sagte er jedoch zu, und gewann sein erstes Pflichtspiel als Trainer Brasiliens in der Höhe Ecuadors 3:0. Es folgten neun Siege am Stück und die souveräne Qualifikation für Russland.

Brasilien spielt unter Tité souveräner und versucht den Gegner im Griff zu haben, ohne jedoch Künstlern wie Neymar oder Coutinho Freiräume zu nehmen. Tité denkt pragmatisch, den Gegner in und auswendig zu kennen gehört für ihn zum A und O eines Spiels. Seinen Plan von Kombinationsfußball mit überfallartigen Angriffen passt perfekt zu den individuell starken Spielern, denen der „Psychologe“ Tité jeglichen Druck zu nehmen versucht. Der Umgang mit seinen Stars scheint eine weitere Kunst Tités zu sein. Im WM-Quartier werden die Familien unweit der Spieler wohnen. Psychologischer Kniff sagen die einen, unprofessionell und unverantwortlich die anderen.

Vom letzten Weltmeistercoach der Brasilianer stammt übrigens sein Spitzname. In den 70ern spielte Tité mit Luiz Felipe Scolari im Süden Brasiliens beim Klub Caxias. Scolari verwechselte ihn damals mit einem anderen Spieler namens „Tité“. Scolari war zwar schnell wieder weg, der Name blieb bis heute.

Der Schlüsselspieler

Schafft er es oder nicht? Ist die Verletzung wirklich so gravierend oder sind die Sorgen unbegründet? Keine Verletzung im Jahr 2018 hat ein Land so dermaßen beschäftigt wie der Haarriss im Mittelfußknochen, den sich Neymar da Silva Santos Jùnior Ende Februar beim Spiel gegen Marseille zuzog. In unzähligen Talkshows und Radiosendungen wurde ein möglicher Ausfall Neymars für die Weltmeisterschaft in Russland diskutiert. O-Ton: ein gutes Abschneiden, was für Brasilien nicht weniger als den Weltmeistertitel bedeutet, sei alleine mit dem Ballkünstler von Paris Saint-Germain zu erreichen. Als ob die Selecão nicht über weitere großartige Fußballer mit Weltklasse-Format verfügen würde. Doch niemand von ihnen verkörpert nunmal diese individuelle Klasse eines Neymars, der nicht unbegründet auf eine Stufe hinter den zwei Giganten Lionel Messi und Cristiano Ronaldo gestellt wird. Im Land des Rekordweltmeisters, sehen viele in ihm sogar schon den besten Fußballer des Planeten.

Es sind die genialen Momente, Dribblings in atemberaubenden Tempo und wunderschönen Tore, die die Fans verzücken lassen. Er war es, der die Brasilianer 2025 zum Olympiasieg gegen Deutschland schoss. Gegen das Land, gegen das Brasilien ohne ihren verletzt fehlenden Superstar bei der Heim-WM 2014 die denkwürdigste Fußballpleite in der Geschichte Brasiliens erleben musste.


Facebook/Confederação Brasileira de Futebol

Zwar gehören zu Brasiliens 1A-Offensive mit Coutinho, Roberto Firmino oder Gabriel Jesus weitere Garanten des europäischen Spitzenfußballs, doch keinem dieser Spieler werden so extrem spielentscheidende Fähigkeiten wie Neymar zugeschrieben. Seine Kreativität, seine Abschlüsse, seine Dribblings, seine Finten und seine Technik sind auch unter diesen vielen Ausnahmekönnern einmalig. Zwar werden in Brasiliens Formation auch auf Defensivspieler wie beispielsweise Casemiro Schlüsselrollen zukommen, die allergrößte hat allerdings zweifelsohne Neymar inne.

Das Talent

Neben all den Stars wie Neymar, Coutinho, Casemiro usw. sticht ein junger Mann mit markanten Wangenknochen heraus. Die Rede ist von Gabriel Fernando de Jesus, kurz Gabriel Jesus. Der Youngster vom englischen Meister Manchester City gilt als größtes Talent im WM-Kader der brasilianischen Nationalmannschaft. Obwohl er erst 21 Jahre ist, wirkt er schon sehr abgezockt. Nationaltrainer Tité baut große Stücke auf den jungen Mann und plant mit ihm fest als 9er. Dass es das Vertrauen der Mannschaft und seines Coaches hat, wurde im Testspiel gegen Kroatien deutlich, als er die Seleção sogar als Kapitän aufs Feld führte, obwohl mit Thiago Silva, Marcelo und Casemiro etablierte Stammkräfte in der Startelf standen.


Facebook/Gabriel Jesus

Doch was macht Gabriel Jesus so stark und zugleich wertvoll für die brasilianische Nationalmannschaft? Dazu müssen wir einen Blick auf seine Vergangenheit werfen. Das Bild wie er für die Weltmeisterschaft 2014 die Straßen bemalt, ging weltweit viral. Vom Tellerwäscher zum Millionär. So könnte wohl eine Headline über Gabriel Jesus lauten. Nur, dass er eben keine Teller gewaschen hat, sondern Straßen bemalte. Vier Jahre später ist er nun einer der großen Hoffnungsträger des brasilianischen Volkes. Der 1,75m große Stürmer entstammt der Palmeiras-Jugend. Bereits bei den Junioren zeigte sich sein großes Talent. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er für die Profis debütieren würde. Bereits 2014 wurde er hin und wieder in den Profikader berufen, bekam aber noch keine Einsatzzeiten. 2015 war es dann soweit: Gabriel Jesus debütierte erstmals für Palmeiras und wurde am Ende der Saison auch noch zum Newcomer des Jahres gekürt. 2025 legte er noch eine Schippe drauf und führte Palmeiras erstmals nach 22 Jahren wieder zu einer Meisterschaft. Es folgte die Berufung in den Olympia-Kader und anschließend in die Seleção. Für 32 Mio. Euro wechselte das Supertalent im letzten Jahr zu Manchester City und mischte die Premier League ordentlich auf: 20 Tore in 39 Spielen sprechen für sich. Seine Quote in der Nationalmannschaft kann sich ebenfalls sehen lassen: 9 Tore in 16 Einsätzen.

Doch was macht ihn so wertvoll? Gabriel Jesus kann als Mittelstürmer, falsche 9 oder auch auf den beiden Außenpositionen spielen. Zudem gilt er als klassischer Straßenfußballer: Dribbelstark, wendig, explosiv und zugleich trickreich. Ein Alleskönner eben.

Chefutbol-Prognose

Die brasilianische Nationalmannschaft gilt ganz klar als einer der heißen Favoriten auf den Titel. Mit Serbien, Costa Rica und der Schweiz haben die Männer vom Zuckerhut eine Gruppe erwischt, in der sich die Brasilianer mit großer Wahrscheinlichkeit als Tabellenerster für KO-Runde qualifizieren dürften. Personell ist die Seleção großartig besetzt. Heißt: Das Minimalziel kann nur Halbfinale lauten. Wenn es den Brasilianern gelingt, im Kollektiv ihr Können abzurufen,, dann ist der WM-Titel allemal drin (vielleicht auch ein Muss).

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WM-Vorschau Panama: Großer Abschied für die alte Garde https://www.chefutbol.com/lateinamerika/panama/panama-groser-abschied-alte-garde-240511 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/panama/panama-groser-abschied-alte-garde-240511#respond Fri, 08 Jun 2018 07:24:27 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=10317 Als WM-Neuling und ohne große Ziele geht Panama die WM in Russland an. Jeder Punkt wäre ein gewaltiger Erfolg, das Achtelfinale eine kaum vorstellbare Sensation. Nach über 15 Jahren im Nationalteam hatten Routiniers wie Torhüter Jaime Penedo (36) und Kapitän...

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Als WM-Neuling und ohne große Ziele geht Panama die WM in Russland an. Jeder Punkt wäre ein gewaltiger Erfolg, das Achtelfinale eine kaum vorstellbare Sensation.

Nach über 15 Jahren im Nationalteam hatten Routiniers wie Torhüter Jaime Penedo (36) und Kapitän Felipe Baloy (37) innerlich wohl schon mit dem ganz großen Karrierehighlight abgeschlossen, doch nach der überraschenden WM-Qualifikation der Canaleros dürfen sie in Russland ihre lange Laufbahn mit dem ganz großen Highlight krönen. „Wir wollen diesen wunderbaren Traum genießen“ freut sich Baloy, der, ebenso wie die Angreifer Blas Pérez (37) und Luis Tejada (36), bereits angekündigt hat, nach der Endrunde zurückzutreten.

Der Weg nach Russland

13 Punkte und nur drei Siege aus zehn Spielen – Panama schleppte sich mit Minimalismus als Dritter zum direkten WM-Ticket, schließlich war es im 1996 eingeführten Hexagonal in der Qualifikation der CONCACAF noch keinem Land gelungen, mit derart schwacher Ausbeute das Ticket zu lösen. Im letzten Spiel gegen Costa Rica musste man zudem lange zittern, erst ein Phantomtor von Gabriel Torres in der 55. Minute, der späte Siegtreffer von Román Torres (88.) sowie die Niederlage der USA bei Trinidad & Tobago ebneten den Weg nach Russland.

Panamas WM-Geschichte

Nicht nur für die vielen Routiniers, für ganz Panama ist die WM Neuland: Noch nie hat man es unter die Teilnehmer geschafft, entsprechend sprach Landespräsident Juan Carlos Valera den 11. Oktober, den Tag nach der Qualifikation, zum landesweiten Feiertag aus

Die Mannschaft

Qualitativ gehört die Mannschaften zu den schwächsten im Feld, die Schlüsselspieler haben ihren Zenit schon weit überschritten, die folgende Generation rückt nur langsam nach und spielt in Russland daher nur eine untergeordnete Rolle. Torhüter Penedo ist ein verlässlicher Rückhalt, die Defensive im zuletzt häufiger praktizierten 5-4-1-System überzeugt durch Robustheit und großen Willen, hat bei hohem Tempo aber große Defizite. In der Abwehr sollen die jungen Michael Murillo und Fidel Escobar für etwas mehr Geschwindigkeit sorgen, Routiniers wie Baloy, Torres oder Adolfo Machado entsprechen eher der klassischen Verteidiger-Schule und haben ihre Stärken im Zweikampfverhalten. Das zentrale Mittelfeld ist mit MLS-Legionär Aníbal Godoy und Rekordnationalspieler Gabriel “Gavilán” Gómez läuferisch und physisch gut besetzt und gehört zu den besseren Mannschaftsteilen. Nach der Systemumstellung auf eine Fünferkette kam die offensive Produktion der Mannschaft nahezu komplett zum Erliegen. Trainer Hernán Darío Gómez hat es noch nicht geschafft, das Umschaltspiel bei tiefstehender Ausrichtung zu verbessern. Das zuvor über Jahre gespielte 4-4-2 offenbarte hingegen zu große Lücken in der Defensive, wenngleich es mit zwei Spitzen deutlich besser gelang, sich offensiv in Szene zu setzen.

Der Trainer

„Bolillo“ Gómez besitzt im Lager der Canaleros noch die größe WM-Erfahrung, als Trainer führte er 1998 sein Heimatland Kolumbien und 2002 Ecuador zu den WM-Endrunden in Frankreich sowie Japan und Südkorea, scheiterte aber jeweils in der Vorrunde. Seit 2014 verbesserte er das Nationalteam kontinuierlich, sodass selbst bei einem enttäuschenden Abschneiden in Russland davon auszugehen ist, dass er auch den folgenden Umbruch gestalten soll.

Der Schlüsselspieler

Von den zehn Feldspielern ragt niemand auf WM-Niveau heraus, die größten Hoffnungen auf ein gutes Turnier macht noch Torhüter Jaime Penedo. Der Weltenbummler wird im Land wie ein Heiliger verehrt und ist ein zuverlässiger Rückhalt mit starken Reaktionen. Nach Jahren in Guatemala, den USA und Costa Rica wechselte er 2025 überraschend noch einmal nach Europa und ist seitdem Stammtorhüter bei Dinamo Bukarest.

Das Talent

Rechtsverteidiger Michael Murillo setzte sich in der laufenden Saison bei den New York Red Bulls in der MLS durch und zog Gerüchten Zufolge bereits das Interesse europäischer Klubs auf sich. Der 22-Jährige, der auch innen verteidigen kann, hält seine Linie zuverlässig dicht und schaltet sich dank guter Ausdauer auch in die Offensive ein. Mit einer überzeugenden WM-Vorrunde könnte er den Weg für den Sprung über den großen Teich bereiten.

Die Chefutbol-Prognose

Panama geht beim WM-Debüt mit einer überalterten Mannschaft und begrenzter Qualität ins Rennen, in einer Gruppe mit Belgien, England und Tunesien ist das Achtelfinale daher praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Für viele Altstars ist das Turnier ein Abschied nach langen Jahren in Diensten des Nationalteams, die nachrückenden Jungen können das Turnier nutzen um wertvolle Erfahrung zu sammeln.

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