Portugal – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Sat, 27 Apr 2019 10:11:09 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.1.1 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Portugal – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Spielbericht: Porto schläft ein und wird böse geweckt http://www.chefutbol.com/europa/portugal/spielbericht-porto-guimaraes-239487 http://www.chefutbol.com/europa/portugal/spielbericht-porto-guimaraes-239487#respond Sun, 26 Aug 2018 19:41:52 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11004 Der FC Porto verpasste es gegen den Nachbarn aus Guimarães die Tabellenspitze zu übernehmen. Guimarães gewann nach 22 Jahren wieder in Porto, und bog dabei einen 2:0 Halbzeitrückstand um. Wer vor dem Spieltag Geld darauf gesetzt hätte, dass am Ende...

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Der FC Porto verpasste es gegen den Nachbarn aus Guimarães die Tabellenspitze zu übernehmen. Guimarães gewann nach 22 Jahren wieder in Porto, und bog dabei einen 2:0 Halbzeitrückstand um.

Wer vor dem Spieltag Geld darauf gesetzt hätte, dass am Ende des Lissabonner Derby-Tages „Vitória“ und „Porto“ in den portugiesischen Twitter-Trends ganz oben stehen würden, hätte vermutlich fast so viel Geld dafür zurückbekommen, wie wenn man zur Halbzeit noch auf einen Sieg für eben jenes Vitória Guimaraes gesetzt hätte. Nach der Steilvorlage aus Lissabon, Benfica und Sporting hatten sich am Nachmittag 1:1 unentschieden getrennt, verlor der amtierende Meister zu Hause, zum ersten Mal seit 22 Jahren, wieder gegen den bis dato noch punktlosen Nachbarn aus Guimarães. Dabei stand es zur Halbzeit schon 2:0 für die Hausherren, und jeder Porto-Fan überlegte sich sicherlich schon, wo er denn den Sieg und die Übernahme der Tabellenführung feiern sollte.

Vor dem Spiel

Wer etwas Zeit vor dem Spiel mitbringt, bzw. dessen Bierdurst größer ist als die Strandlust, sollte nicht direkt mit der Metro zum Estádio Dragão fahren, sondern entweder schon an der Haltestelle 24 de Agosto oder Marquês bzw. Combatentes aussteigen und sich in Ruhe unter die Porto-Fans mischen, die vor dem Spiel in Stadionnähe noch etwas essen und ein paar Superbocks (Bier aus Porto) trinken. Ich hatte das Glück in der Avenida de Fernão de Magalhães eine Porto-Bar zu finden, die typischer nicht hätte sein können, und in der ich mehr typisch Nordportugiesisches vorfand als einem bei manch einer Stadtführung gezeigt wird: Fado-Gitarren und traditionelle Hüte an der Wand, Fernseher mit Fußball, und Francesinha (typisches nordportugiesisches Sandwich) zum Essen. Die Francesinha mit Pommes, ein 0,25-Bier (pt. Fino) und einen Espresso gab es für knappe 8€. Umso näher ich dem Estádio Dragão kam, umso zahlreicher wurden die Bars und Kneipen und die Zahl der Menschen mit weiß-blauen Trikots wurde mit jedem Meter mehr. Anschließend bog ich in die Alameda das Antas ein und hatte einen tollen Panoramablick inklusive Vollmond auf das Drachenstadion. (Die “Panoramabilder” der Kamera meines chinesischen Billigsmartphones erspare ich euch.)

 

Direkt neben dem Stadion befindet sich ein großes Einkaufszentrum, in dem man bei Bedarf Partner und Familie „parken“ kann.

1. Halbzeit – VAR fällt aus – Porto geht in Führung

Die Kommerzialisierung ist in Portugal genauso weit vorangeschritten wie in Deutschland, jedoch blieb nicht das durch Lautsprecher angeregte rhythmische Klatschen zum Einlauf der Spieler in Erinnerung, sondern die Vereinshymne der Gastgeber, deren Refrain mit zehn Wiederholungen des Stadtnamens endet: Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto – vermutlich damit auch wirklich jeder englische Hooligan zu Hause noch weiß, wo er eigentlich war.

Vom Anpfiff weg übernahm die Elf von Sérgio Conceição das Kommando, ohne sich dabei allerdings große Torchancen zu erarbeiten. Die Gäste standen tief und verteidigten das Zentrum robust, ohne jedoch viel für Entlastung zu sorgen. Bei einem stärkeren Pressing Portos und einer besseren Nutzung des ziemlich breiten Spielfeldes hätte man die Gäste sicherlich früh vor größere Probleme stellen können. So plätscherte das Spiel bis zur 35. Minute dahin, bis João Afonso nach einer Großchance von Aboubakr für seinen geschlagenen Keeper vor der Linie rettete. Doch nur zwei Minuten später gingen die weiß-blauen nach einem sehenswerten Schuss von Brahimi aus 16m in den Winkel in Führung und nur sechs Minuten später erhöhte der agile Andre Pereira per Kopf, aus Abseitsposition, nach einem Standard auf 2:0. Diesen irregulären Treffer hätte eigentlich der Videoschiedsrichter kassieren müssen, doch die Verbindung via Headset zum Schiedsrichter auf dem Platz funktionierte von der 15. Minute bis zur Halbzeit nicht, sodass der Treffer schlussendlich doch zählte (#ComOuSemVAR). Zudem wurde wenige Minuten vorher den Gästen ein relativ klarer Elfmeter verweigert. Ein gebrauchter Tag für Guimarães sollte man meinen.

In der Halbzeit wurde statt eines Halbzeitspiels die Fahrradabteilung des FC Porto im Stadion geehrt und bei der Ehrenrunde spendeten alle Tribünen lautstarken Applaus. Eine schöne Aktion. Außerdem fielen die gut “mitspielenden” Balljungen auf, die kaum über die Bande ragten, und bei Angriffen der Hausherren das Spiel schnell machten.

2. Halbzeit – Der Fußballgott macht 22 lange Jahre vergessen

Vor Anpfiff des 2. Durchgangs schworen sich die Guimarães-Spieler auf dem Platz in einem Spielerkreis noch einmal ein, so als würden sie tatsächlich noch an ihre Siegchance glauben, wohingegen der neutrale Fan bzw. Porto-Fan dies wohl so interpretierte, dass man hier nicht völlig untergehen wollten. Die ersten fünf Minuten nach Seitenwechsel hatten ihren Höhepunkt in der Auswechslung von Torschütze Brahimi, während das Spiel dagegen immer weiter abflachte. Nachdem auf dem Platz nicht mehr viel passierte, begannen die ca. 1.000 Gästefans sich selbst zu unterhalten und legten eine „kleine“ 5-minütige Pyro-Show hin – ohne dass auch nur eine Durchsage kam dies zu unterlassen – und unterhielten so das Stadion. In diese Stimmungsphase fiel dann passenderweise der Elfmeterpfiff für die Gäste, den Ex-Porto-Spieler André André sicher verwandelte. Casillas hatte zwar die Ecke geahnt, konnte den hart geschossenen Strafstoß aber nicht halten. Das Spiel ging nach dem Treffer genauso gemächlich weiter wie vor dem Anschlusstreffer, und der 2:2 Ausgleich, durch Tozé (ebenfalls Ex-Porto), kam genauso aus dem Nichts wie der vorherige Treffer. Der Meister versuchte danach zwar wieder Fahrt aufzunehmen, konnte den Hebel aber nicht mehr umlegen, da vor allem das Passspiel in der 2. Hälfte immer schwächer wurde.

Der Fußballgott schien sich an diesem Abend aber an die langen 22 sieglosen Jahre der mitgereisten Guimarães-Fans zu erinnern und schenkte ihnen sogar noch das 3:2. Davidson schloss in der 89. Minute einen Konter eiskalt ab; jeder Schuss der Gäste aufs Tor von Casillas in der 2. HZ war somit Treffer. In der 5-minütigen Nachspielzeit avancierte dann Keeper Douglas zum Helden des Tages und zum Man of the Match. Die anrennenden blau-weißen vergaben noch drei hundertprozentige Torchancen, und weitere Halbchancen. Mit diesen scheiterten sie sowohl an Douglas, dem Pfosten, eigenem Unvermögen und einer heldenhaften Rettungsaktion auf der Linie.

 

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“Guerra total” bei Sporting Lissabon http://www.chefutbol.com/europa/portugal/carvalho-sporting-lissabon-392872 http://www.chefutbol.com/europa/portugal/carvalho-sporting-lissabon-392872#respond Sun, 08 Apr 2018 12:32:20 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=9739 Nach der 2:0 Niederlage im Europa League Viertelfinale bei Atlético Madrid am vergangenen Donnerstag wurde anscheinend die Frustrationsgrenze bei Präsident Bruno de Carvalho überschritten. Seitdem herrscht ein offener Krieg zwischen Mannschaft und Vereinsboss, mit Trainer Jorge Jesus als Vermittler. Sporting...

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Nach der 2:0 Niederlage im Europa League Viertelfinale bei Atlético Madrid am vergangenen Donnerstag wurde anscheinend die Frustrationsgrenze bei Präsident Bruno de Carvalho überschritten. Seitdem herrscht ein offener Krieg zwischen Mannschaft und Vereinsboss, mit Trainer Jorge Jesus als Vermittler.

Sporting hatte sich trotz der klaren Außenseiterrolle viel ausgerechnet für das Duell gegen Atlético Madrid, doch  bereits nach 22 Sekunden bog man nach einem schlimmen Fehlpass von Verteidiger Coates auf die Verliererstraße ein. Dem 2:0 der Colchoneros durch Griezmann in der 40. Minute ging ein Stockfehler von Abwehrveteran Mathieu voraus. Auch wenn beide Gegentore selbstverschuldet waren, ging der Sieg Atléticos in Ordnung. Allerdings darf bezweifelt werden, ob das Chaos bei Sporting auch ausgebrochen wäre, wenn Montero in der 92. Minute das wichtige, und nicht unverdiente, Auswärtstor erzielt hätte. Jedoch vergab der Kolumbianer freistehend am Fünfmeterraum. Seitdem geht es bei den Lissabonnern drunter und drüber.

Sporting-Präsident Carvalho in Rage

Auslöser war, dass Präsident Carvalho nach der Niederlage Spieler persönlich via Facebook kritisierte. Er kritisierte die Fehler der beiden Verteidiger, und warf Bas Dost und Fabio Coentrão vor sich absichtlich gelbe Karten abgeholt zu haben, um das Rückspiel nicht spielen zu müssen. Außerdem schrieb er, dass Coates und Mathieu das geschafft hatten, zu dem die Atlétic Stürmer nicht im Stande waren, und dass man gefühlt mit neun Mann spielte. Die Spieler ließen dies nicht auf sich sitzen, und kritisierten ihrerseits den Präsidenten, ebenfalls via Facebook, und fast alle Kollegen solidarisierten sich mit ihnen. Der Tenor der Nachricht war: „Wir sind eine Mannschaft, und wir gewinnen und verlieren zusammen“. Daraufhin reagierte Präsident Carvalho postwendend, und warf den Spielern vor sich wie verwöhnte Kinder aufzuführen. In diesem Zuge suspendierte er angeblich auch gleich 19 Spieler der ersten Mannschaft – was der Verein dementiert –, und es hieß, dass man im heutigen Spiel gegen Paços de Ferreira mit der Reservemannschaft antreten würde.

Somos Sporting Clube de Portugal, em nome do plantel, somos a informar o seguinte…Suamos, lutamos e honramos sempre…

Gepostet von William Carvalho am Freitag, 6. April 2018

Jorge Jesus als Mediator

Am bemitleidenswertesten ist momentan Coach Jorge Jesus, der sich klar hinter die Spieler stellte, und angeblich um seine Entlassung gebeten hatte, falls die Spieler weiterhin suspendiert bleiben sollten. Zudem sagte der als Heißsporn bekannte Trainer, dass es kein gutes Zeichen sein kann, wenn er derjenige ist, der die Situation beruhigen muss. Jedoch scheint er dies gerade geschafft zu haben, und beide Parteien wieder an einen Tisch gebracht zu haben. Jesus ist momentan der Mann der Professionalität ausstrahlt, und der auch die Fans um Verzeihung und weitere Unterstützung gebeten hat.

Die langfristigen Folgen für den Verein sind nicht absehbar, aber es ist kaum vorstellbar, dass es nach dieser Episode in dieser Konstellation weitergehen kann. Carvalho hat durch sein Handeln viel Rückhalt im Verein verloren, und kann sich langfristig wohl auf seine Abwahl einstellen. Dem Image des Vereins hat er stark geschadet, und Bas Dost hat inzwischen öffentlich Wechselgedanken aufgrund der unprofessionellen Vereinsführung geäußert. Rund um das Estádio Alvalade wird es auf jeden Fall spannend bleiben, auf dem Platz gilt es Rang 3 zu sichern, und vielleicht noch ins Pokalfinale einzuziehen. Dazu muss am 18. April eine 1:0 Niederlage gegen den FC Porto aus dem Hinspiel wettgemacht werden.

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Zum 30. Geburtstag: Ein Blick auf die Karriere von Fábio Coentrão http://www.chefutbol.com/europa/portugal/30-fabio-coentrao-868962 http://www.chefutbol.com/europa/portugal/30-fabio-coentrao-868962#respond Sun, 11 Mar 2018 11:25:33 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=8201 Fábio Coentrão feiert heute seinen 30. Geburtstag. All seine Erfahrungen und das Alter hindern ihn nicht daran, gelegentlich seinem heißblütigen Gemüt Freilauf zu gewähren. Erst letzte Woche beim Topspiel in Porto lieferte er sich an der Außenlinie eine Rangelei um...

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Fábio Coentrão feiert heute seinen 30. Geburtstag. All seine Erfahrungen und das Alter hindern ihn nicht daran, gelegentlich seinem heißblütigen Gemüt Freilauf zu gewähren. Erst letzte Woche beim Topspiel in Porto lieferte er sich an der Außenlinie eine Rangelei um den Ball mit einem Ersthelfer. Wir nehmen seinen Jubeltag zum Anlass, einen Blick auf den hitzköpfigen Außenverteidiger zu werfen, dessen Zukunft noch ungewiss ist.

In der kleinen Küstenstadt Vila do Conde, welche gut 30 km nördlich von Porto liegt, machte Fábio Coentrão seine ersten fußballerischen Gehversuche. Vom dort ansässigen Erstligisten FC Rio Ave ging er zum portugiesischen Spitzenklub Benfica Lissabon. Im Jahr 2011 wurde er dann für 30 Millionen Euro nach Madrid geholt, wo er noch heute unter Vertrag steht. Langfristig konnte er sich nicht durchsetzen und hatte mit Verletzungspech zu kämpfen. „In Madrid begann ich zu denken, dass ich vergessen habe Fußball zu spielen“, sagte der Blondschopf diese Woche in einem Interview mit der Marca. In seiner Heimat konnte er nun seine Leistungen wieder festigen.

Coentrão liebäugelt mit Verbleib in Lissabon

Aktuell spielt Coentrão in der Liga NOS für Sporting Lissabon. Dorthin ist er bis zum Sommer verliehen. Nach seinem Intermezzo beim AS Monaco ist es bereits die zweite Leihe, seitdem er bei den Königlichen ist. Im Benabéu hat er kaum eine Zukunft. Mit Marcelo ist auf seiner Position der womöglich beste Außenverteidiger der Welt gesetzt und Theo Hernández wurde erst im vergangenen Sommer als Backup verpflichtet. Am Tejo-Ufer hat er mehr Chancen auf Spielpraxis und er fühlt sich wohl in seiner Heimat. Deshalb hat er bereits signalisiert, über das Leihgeschäft hinaus bei Sporting bleiben zu wollen.

Der Spieler müsste dafür allerdings finanzielle Abstriche in Kauf nehmen, um sich diesen Wunsch zu ermöglichen. Aufgrund schlechter Aussichten in Madrid, dennoch die für ihn beste Lösung. „Ich habe einen Vertrag mit Real bis 2019 und sollten sie wieder auf mich zählen, ist alles perfekt. Wenn nicht, werde ich weiter meinen Weg gehen“, lies der Linksfuß bereits während der letzten Saison Einblicke in seine Gefühlswelt zu. Die Situation bei Real dürfte sich seit jeher kaum verbessert haben, weshalb die Zeichen auf Abschied stehen.

Unüberlegte Aktion lässt Rivalität aufkochen

Coentrão ist ein Heißsporn, welcher gelegentlich durch unüberlegte Aktionen aufzufallen weiß. Allein in den paar Monaten bei Sporting hat er bereits einen Mitspieler auf dem Spielfeld attackiert, die Ersatzbank zerschlagen oder eben eine Rauferei mit einem Sanitäter angezettelt. Ebenso pikant: Im Sommer 2017 verbreitete sich ein Bild mit ihm und zwei Sporting-Fans in den sozialen Medien, welches den Linksverteidiger mit einem Schal zeigt, der die Aufschrift „Benfica ist Scheiße“ trägt.

Besonders irritierend ist diese Aktion vor dem Hintergrund, dass er stets Benfica als seinen Herzensverein titulierte. „Ich liebe Benfica“, wurde er damals zitiert und bestätigte zu Madrider Zeiten den Wunsch, eines Tages zu den Adlern zurückkehren zu wollen. Sein jetziges Engagement beim Stadtrivalen ist für ihn kein Problem: Nach seiner Ankunft bei den Löwen bezeugte er, dass er seitdem er klein ist für Sporting sei. Er fühle sich dort zu Hause und würde seine Seele für den Verein geben. Angesichts der Rivalität von Benfica und Sporting ein paradoxer Sinneswandel beim Mann mit den blonden Strähnen.

Wankelmütig, charakterschwach oder nur ein großes Kind?

Ihm soll nun allerdings nicht unterstellt werden, er sei einer dieser „Wappenküsser“, welcher beim nächstbesten Angebot die Seiten wechselt. Wir sehen einen Fußballer, der stets die Farben seines Trikots verteidigt und alles für den Klub gibt. Begangene Fehltritte zeugen von seinem Temperament, die Trauer nach bitteren Niederlagen von seinem Ehrgeiz. „Ich bin ein Mann und keine Maschine“, verteidigte er einst seine Tränen nach einer Auswechslung. Coentrão ist mit Leib und Seele dabei, egal für welchen Klub. Das ehrt ihn.

In ihm steckt lediglich das Wesen eines großen Kindes. Mannschaftskameraden in Madrid können das bestätigen: Unter José Mourinho nahm er einst auf der Ersatzbank der Königlichen Platz, obwohl er nicht einmal im Kader stand. Nach anfänglicher Verwunderung mussten ihn seine Kollegen darauf aufmerksam machen, dass sein Platz auf der Tribüne ist. Ein Exempel seines jugendlichen Leichtsinns.

Das kindliche Wesen hat er sich bis zu seinem 30. Geburtstag bewahren können. Damit ist er auf seine besondere Weise ein Vorbild für unsere Gesellschaft und das raue Fußballgeschäft. Dafür feiern wir ihn an seinem Ehrentag. Parabéns para você – Fábio Coentrão – bleib so wie du bist!

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Fußball und Justiz http://www.chefutbol.com/europa/portugal/portugal-e-toupeira-benfica-porto-392082 http://www.chefutbol.com/europa/portugal/portugal-e-toupeira-benfica-porto-392082#respond Fri, 09 Mar 2018 15:33:21 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=8192 Nach dem Sieg über Sporting am letzten Wochenende scheint der Weg für den FC Porto zur Meisterschaft geebnet. Man ist nach 25 Saisonspielen immer noch ungeschlagen und hat den Titel selbst in der Hand. Doch aktuell überschatten zwei juristische Affären...

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Nach dem Sieg über Sporting am letzten Wochenende scheint der Weg für den FC Porto zur Meisterschaft geebnet. Man ist nach 25 Saisonspielen immer noch ungeschlagen und hat den Titel selbst in der Hand. Doch aktuell überschatten zwei juristische Affären die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit der Liga Nos, und sorgen aktuell für viele Diskussionen im Land.

Im Land des amtierenden Europameisters hat sich durch die Niederlage von Sporting Lissabon am letzten Wochenende gegen den FC Porto der Titeldreikampf in einen Zweikampf verwandelt. Übrig sind nach 25 Spieltagen der noch ungeschlagene Tabellenführer FC Porto mit 67 Punkten (21 Siege, 4 Remis), und Benfica Lissabon. Die Águilas haben fünf Zähler weniger auf dem Konto, und dürfen sich nur dank Toptorjäger Jonas noch leichte Hoffnungen auf die Meisterschaft machen. Der brasilianische Stürmerveteran ist für ganze 30 von 67 Toren der Hauptstädter verantwortlich, und führt die Torjägerliste mit zehn Treffern Vorsprung vor Bas Dost an. Entscheidenden Charakter wird das Topspiel am 15. April im Estádio da Luz zwischen den beiden Schwergewichten haben, wo Benfica versuchen wird noch einmal auf zwei Punkte an die Mannschaft von Deutschland-Schreck Sérgio Conceição heranzukommen.

Stärke der Liga Nos

Die Stärke der Liga Nos wird dieses Jahr stärker als sonst in Frage gestellt, einerseits aufgrund des diesjährigen schlechten Abschneidens in den internationalen Wettbewerben (Sporting ist der letzte portugiesische Vertreter), und andererseits wegen dem immer größer werdenden Leistungsgefälle auf nationaler Ebene. In dieser Saison gelangen den übrigen 15 Mannschaften gerade einmal zwei Siege gegen die drei Spitzenteams. Boavista Porto konnte Benfica schlagen, und der aktuell Tabellenletzte Estoril gewann vor fünf Wochen sensationell gegen Sporting. Estoril hatte auch den FC Porto am Rande der ersten Saisonniederlage, doch bei 1:0 Führung musste das Spiel wegen einer einsturzgefährdeten Tribüne abgebrochen werden. Im Wiederholungsspiel setzten sich die Nordportugiesen dann mit 3:1 durch.

Korruptionsvorwürfe

Jedoch hat eine Zahlung von 784.000 € von Porto an Estoril, die anonym angezeigt wurde, Korruptionsvorwürfe hervorgerufen. In der Anzeige wird ein Treffen von einem Mitglied der Mehrheitseigentümer von Estoril und einem Verantwortlichen des FC Porto am Vorabend des Spiels, mit einer Zahlung von 784.000 € wenige Tage nach dem Spiel in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, doch beide Vereine wiesen die Anschuldigungen zurück. In einer Mitteilung an die Presse erklärte der FC Porto, dass es sich bei der Überweisung um eine Nachzahlung im Rahmen des Transfers von Carlos Eduardo und der Leihe von Licá handelte.

Operation Maulwurf – “e-Toupeira“

Doch nicht nur der FC Porto hat außerhalb des Platzes Probleme. Auch Benfica ist aktuell im Visier der Justiz. Im Rahmen der “e-Toupeira-Affäre“ wird gegen Benfica’s Rechtsberater Paulo Gonçalves, José Silva, und drei weitere Personen ermittelt. Die Vorwürfe lauten passive Korruption, aktive Korruption, persönliche Vorteilsnahme, Dokumentenfälschung und Geheimnisweitergabe.

Hauptsächlich geht es aber darum, dass die Zugangsdaten einer Amtsrichterin im Raum Lissabon gestohlen wurden, und sich damit Zugang zum internen IT-System der Justiz verschafft wurde. Dabei wurde Einsicht in laufende Prozesse genommen, und vertrauliche Informationen weitergegeben. Nach der ersten Anhörung durfte Gonçalves das Gericht zwar wieder verlassen, aber es wurde ihm verboten sich mit den anderen Personen auszutauschen. Es kam schon zu zahlreichen Durchsuchungen, darunter auch Büroräume im Estádio da Luz.

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Die alte Liebe als letzte Rettung: Gabigol zurück bei Santos http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/santos-gabigol-474879 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/santos-gabigol-474879#respond Fri, 02 Feb 2018 08:59:20 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7701 Gabigol ist ein hochtalentierter brasilianischer Angreifer. Sein Wechsel zu Inter Mailand war lediglich die Konsequenz aus beständig guten Leistungen. Nun ist er allerdings wieder zu seinem Heimatverein nach Brasilien zurückgekehrt, weil er in Europa nicht zur erhofften Entfaltung kam. Im...

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Gabigol ist ein hochtalentierter brasilianischer Angreifer. Sein Wechsel zu Inter Mailand war lediglich die Konsequenz aus beständig guten Leistungen. Nun ist er allerdings wieder zu seinem Heimatverein nach Brasilien zurückgekehrt, weil er in Europa nicht zur erhofften Entfaltung kam.

Im Sommer 2025 blätterte Internazionale schlappe 29,5 Mio. € für Gabigol auf den Tisch. Zu diesem Zeitpunkt, als der Brasilianer von seinem Heimatverein losgeeist wurde, war Gabigol noch keine 20 Jahre alt. Eine Stange Geld für einen Jugendlichen. Die Investition ging allerdings nicht so auf, wie man es sich in Mailand erhofft hatte. Nach neun Spielen für die Nerazzurri, in denen ihm ein Treffer gelang, wurde er zu Benfica Lissabon nach Portugal verliehen. Dort kam er einmal, für ganze 13 Minuten, zum Einsatz. Nun wurde das nächste Leihgeschäft abgeschlossen, diesmal zwischen Inter und dem FC Santos, seinem Jugendclub.

Der Aufstieg eines Sterns am Fußballhimmel

Gabigol ist keinesfalls das erste Beispiel, welches mit vielen Vorschusslorbeeren nach Europa kam und nicht auf Anhieb Fuß fassen konnte. Absehbar war der Leistungseinbruch in Mailand allerdings nicht. Dafür waren seine Leistungen in dessen Heimatland zu beständig. Bereits 2013 debütierte der damals 16jährige bei den Profis des FC Santos. In den folgenden Spielen erzielte er 24 Treffer in 83 Partien. Spätestens mit seiner Nominierung für die Nationalmannschaft und Auftritten bei der Copa América Centenario 2025, spukte er in den Köpfen europäischer Scouts umher.

Auch wenn das südamerikanische Kontinentalturnier 2025 aus Sicht der Brasilianer mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase ein jähes Ende nahm, war es für Gabriel Barbosa – so sein eigentlicher Name – ein Sprungbrett nach Europa. In allen drei Begegnungen kam er zum Einsatz und erzielte einen Treffer. Im August selben Jahres wurde er zudem in die Olympiaauswahl seines Landes berufen und gewann an der Seite von Neymar und Gabriel Jesus Gold in Rio. Kurz vor seinem 20. Geburtstag wurde sein Wechsel nach Italien perfekt gemacht. Es schien der Anfang einer schillernden Karriere zu sein.

Das Triebwerk stottert

Doch dann wurde Gabigol der lebende Beweis dafür, wie schnell es im Fußballbusiness gehen kann. Anderthalb Jahre sind seitdem beinahe vergangen. In dieser Zeit kam er in Summe auf zehn weitere Einsätze. Sein Berater hat den Grund für den Leistungseinbruch augenscheinlich bereits ausgemacht und wird folgendermaßen zitiert: „Fußballer sind wie Flugzeuge. Sie müssen ständig laufen und in der Luft bleiben. Gabriel kann nicht mal ein Spiel spielen und dann zwei oder drei Partien auf der Bank sitzen. Er hat viel Potenzial, aber er braucht Kontinuität.“ So begann die Suche nach einem Verein, welcher Gabigol diese Kontinuität geben konnte. Benfica Lissabon war die vermeintlich richtige Adresse.

Der Neuanfang beim portugiesischen Traditionsclub war die große Hoffnung für den Brasilianer, nach einem schwierigen Start nun doch im europäischen Fußball Fuß fassen zu können. Die Portugiesen hatten sich gar eine Kaufoption von 25 Mio. € für den Linksfuß vertraglich zusichern lassen. Die 13 Minuten, welche er bei seiner einzigen Partie in der Liga NOS auf dem Rasen stand, reichten Gabigol allerdings nicht aus um zu beweisen, dass er den hohen Betrag in der Kaufoption wert sein könnte. Die erhoffte Kontinuität fand er auch am Tejo-Ufer nicht. Selbst wenn Gabigols Berater noch posaunte, dass sein Schützling, was auch immer passieren mag, in Lissabon bleiben werde, packte der Rechtsaußen nach etwa vier Monaten wieder seine Koffer.

Zurück auf Anfang und zu altem Glanz?

Die Aussage des Beraters ist ein weiteres Beispiel dafür, was im Fußballgeschäft so abläuft. Worte verpuffen schnell zu Schall und Rauch. Nun beteuert Gabigol nach seinem Scheitern in Europa, dass er mit Herz und Seele beim FC Santos ist und dem Club helfen möchte. An eine Rückkehr nach Europa denke er aktuell nicht. Fraglich bleibt, ob sich das wieder ändern wird, wenn seine Leistungen stimmen und erneut Angebote aus Europa vorliegen werden. Dort war er nicht erfolgreich, weil er Fehler machte, so sagt er. Einer dieser Fehler ist es gewesen, die Ersatzbank beim Spiel von Inter aus Enttäuschung zu verlassen, als er nicht eingewechselt wurde.

Daraus will er lernen und seine Erfahrungen nutzen, um wieder erfolgreich Fußball zu spielen. Und das ist ihm auch möglich. Trotz der Talfahrt während seiner 18 Monate in Europa, ist Gabigol noch immer sehr jung. Mit 21 Jahren ist es ihm zuzutrauen, dass seine Leistungskurve wieder nach oben zeigt. Mit guten Leistungen bei seinem Herzensclub, zu dem er als Elfjähriger kam und stets beteuert den FC Santos im Herzen zu tragen, hofft er auf seinen Weg zurück in die Selecao. Für die Landesauswahl hat er nämlich nach der Copa América und den Olympischen Spielen nicht mehr auflaufen dürfen. Ob es noch für ein WM-Ticket reicht, bleibt abzuwarten. Zunächst muss er seine Kontinuität wiederfinden.

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Rui Rio: Persona non grata im Estádio do Dragão http://www.chefutbol.com/europa/portugal/rui-rio-fc-porto-estadio-dragao-382709 http://www.chefutbol.com/europa/portugal/rui-rio-fc-porto-estadio-dragao-382709#respond Sun, 28 Jan 2018 10:21:33 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7632 Das Fußballvereine von der Lokalpolitik oft als wichtiger Repräsentant oder sogar Stolz einer Stadt proklamiert werden, ist nichts Neues. Damit einher gehen oft aber auch wirtschaftliche Privilegien, die ein Geschmäckle haben. In Porto versuchte einst ein Bürgermeister diese enge Bande...

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Das Fußballvereine von der Lokalpolitik oft als wichtiger Repräsentant oder sogar Stolz einer Stadt proklamiert werden, ist nichts Neues. Damit einher gehen oft aber auch wirtschaftliche Privilegien, die ein Geschmäckle haben. In Porto versuchte einst ein Bürgermeister diese enge Bande zwischen Sport und Politik zu durchtrennen, und sorgte für eine aufregende Zeit in der Stadt am Douro.

Im Jahr 2001 wurde überraschend, und entgegen aller Vorhersagen der PSD-Politiker Rui Rio zum Bürgermeister von Porto gewählt. Dieser trat mit dem Ziel an die bisher vermeintlich enge Bande zwischen Rathaus und dem FC Porto zu durchtrennen. Seine Amtseinführung legte der konservative Politiker, der die deutsche Schule besuchte, symbolisch auf den 25. April, dem Jahrestag der Nelkenrevolution, um auch Porto eine „neue Hoffnung“ zu geben. Zudem stellte er klar, dass „das Volk die Politik kontrolliert, aber dass einige andere Kräfte diese, ohne demokratische Legitimität schwächen und beeinflussen würden“. In erster Linie meinte er damit seinen Vorgänger Fernando Gomes, dessen Regierungsstil er kritisierte, und dem er mangelnde Transparenz bei Bauvorhaben sowie Interessenskonflikte vorwarf. Und im Besonderen warf er seinem sozialistischen Vorgänger dessen zu große Nähe zum FC Porto vor, indem er sagte:

„Unsere politische Bestätigung kann sich nicht auf die sportlichen Erfolge beschränken, die die Stadt erringt. Diese Erfolge zu feiern und zu fördern ist zweifelsfrei positiv. Sie jedoch systematisch für die eigene politische Karriere auszunutzen, ist ein Tick der uns vor dem ganzen Land politisch bloßstellt.“

Im Anschluss daran entwickelte sich eine Privatfehde zwischen dem Lokalpolitiker und dem Präsidenten des FC Porto, Jorge Nuno Pinto da Costa. Diese hatte ihren Höhepunkt darin, dass der Bürgermeister einst nur unter Polizeischutz das Rathaus verlassen konnte, da ihm Hooligans des FC Porto an den Kragen wollten. Doch der Reihe nach.

Es fing damit an, dass der neugewählte Rio, das von seinem Amtsvorgänger bereits unterzeichnete Bauvorhaben (Plano de Pormenor das Antas) für das neue Estádio do Dragão, das ein Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro hatte – inklusive Infrastruktur (Parkplätze, neue Metro-Haltestelle, 3 große Zugangsstraßen inkl. einem Tunnel und zwei Brücken), Park, Wohngebiet, Multifunktionshalle, und Shoppingcenter – noch einmal unter die Lupe nahm, und sowohl die Höhe der Kostenbeteiligung der Stadt, als auch die Größe der vorgesehenen Gebäude und den Nutzen für die Bevölkerung in Frage stellte. Kurz darauf, im Februar 2002, gab er bekannt, dass die hochverschuldete Stadt maximal 15 Millionen, anstatt der benötigten 60 Millionen für die benötigte Infrastruktur zusteuern könne, und dass doch die Regierung angesichts der Europameisterschaft mehr Geld für das neue Stadion des FC Porto beisteuern sollte. Zusätzlich wollte Rio erreichen, dass die Verkaufsfläche des Einkaufszentrums von 40.000m² auf 10.000m² verkleinert werde. Und auch die Handelskammer Portos (Associação de Comerciantes do Porto (ACP)) wollte weitere Zugeständnisse der zukünftigen Betreiberfirma des Komplexes, woraufhin es zu Nachverhandlungen kam.

Baustopp am Estádio do Dragão

Doch während dieser zähen Verhandlungen, verhängte der Präsident des FC Porto Pinto da Costa eigenmächtig einen Baustopp am Estádio do Dragão, solange bis sich die beiden Parteien geeinigt hätten, wohl wissend welchen Druck er im Hinblick auf die nahende Europameisterschaft erzeugte. Mit dieser Aktion rief er sogar kurzzeitig die UEFA auf den Plan, die drohte dem Land die Europameisterschaft zu entziehen, falls der Streit nicht bald beigelegt werden würde. Schlussendlich schaltete sich der portugiesische Präsident Jorge Sampaio persönlich ein um in dem Streit zu vermitteln. Und tatsächlich wurde der modifizierte Bauplan am 16. April 2002 von der Stadt abgesegnet, inklusive weiterer kleinen Erfolgen für den Bürgermeister. Trotzdem zeigte sich dieser auch am Tag der Unterzeichnung resigniert und verkündete, „dass wenn er schon zwei Jahre früher Bürgermeister gewesen wäre, so eine Siedlung niemals gebaut worden wäre, dass es jedoch nicht möglich war etwas zu stoppen, das schon im Gang war“. Aber im Kräftemessen mit Pinto da Costa sah er sich dennoch als Sieger, da diese Episode aus seiner Sicht  einen Wendepunkt in der Politik der Stadt Porto darstellte, auch wenn er damit persönlich politischen Selbstmord beging.

Die Beziehung zwischen den beiden sollte sich nie mehr normalisieren, und hält auch bis heute noch an. Pinta da Costa, erklärte den Politiker zur Persona non grata im Dragão, und war ein steter Kritiker von ihm, und unterstützte dessen politische Rivalen. Rio revanchierte sich indem er den Verein weder nach der errungenen Meisterschaft noch nach dem Champions-League Triumph 2004 im Rathaus empfing. Selbst im Jahr 2025 – 14 Jahre nach dem Konflikt – verbot der Verein einen Kongress in seiner Multifunktionshalle, bei dem auch Rui Rio teilnehmen sollte.

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Geburtstag des großen Eusébio – Idol einer ganzen Nation http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/geburtstag-eusebio-idol-nation-651243 http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/geburtstag-eusebio-idol-nation-651243#respond Wed, 24 Jan 2018 23:00:29 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7559 Ob er nun am 5. oder doch erst am 25. Januar geboren wurde: darüber ranken sich weiterhin Legenden und Mythen. Unbestritten ist jedoch die pure Klasse, die Eusébio da Silva Ferreira auf dem Fußballplatz verkörperte. Anlässlich seines 76. Geburtstags blickt...

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Ob er nun am 5. oder doch erst am 25. Januar geboren wurde: darüber ranken sich weiterhin Legenden und Mythen. Unbestritten ist jedoch die pure Klasse, die Eusébio da Silva Ferreira auf dem Fußballplatz verkörperte. Anlässlich seines 76. Geburtstags blickt Chefutbol zurück auf einen Spieler, der den Fußball in Portugal und der ganzen Welt für immer veränderte – und viel zu früh verstarb.

Spätstarter und Schnellzünder zugleich – Eusébio, in einem der Elendsviertel der heutigen mosambikanischen Hauptstadt Maputo geboren, begann spät mit dem Vereinsfußball. Zwar verbrachte er bereits als Kind jede freie Minute auf der Straße und spielte mit sporadisch hergestellten Bällen aus alten Stoffresten. Seinem ersten Verein schloss er sich in seiner Heimat Portugiesisch-Ostafrika jedoch erst mit 15 Jahren an. In diesem Alter haben die Talente von heute bereits den Großteil ihres Lebens in den Talentakademien der Profiklubs verbracht. Doch während sich heute viele junge Spieler schwer tun und im Männerfußball kaum Tritt fassen können, brauchte Eusébio nicht lange, um zu überzeugen. Unmittelbar nach seinem Vereinseintritt und zahlreichen Toren wurde er bereits in der Herrenmannschaft eingesetzt. Seine Spielweise und sein Torriecher sprachen sich herum, Scouts aus Portugal wurden auf das Juwel aufmerksam – und Eusébio verschlug es schließlich in die Hauptstadt Lissabon zum Traditionsklub Benfica.

Goldene Ära bei Benfica

Keine Frage – Eusébio war ein Glücksfall für Benfica. Zumal es zunächst danach aussah, als wechsele das Talent aus Afrika zum Erzrivalen Sporting Clube de Portugal – doch letztendlich sicherten sich die Roten die Dienste des Ausnahmekönners und ließen den Lissaboner Konkurrenten konsterniert zurück. Mit Benfica errang Eusébio insgesamt elf nationale Meistertitel, stand vier Mal im Finale des Landesmeister-Wettbewerbs (Vorläufer der Champions League), wovon das Team im Jahre 1962 dank zweier entscheidender Eusébio-Tore zum 4:3 und 5:3 das Star-Ensemble von Real Madrid in einem legendären Spiel in die Knie zwang. Den portugiesischen Pokal gewann das Team um Eusébio fünf Mal, sogar den goldenen Schuh als Europas bester Torjäger konnte der Ausnahmespieler in den Jahren 1968 und 1973 erringen. Am Ende stand neben den zahllosen Titeln die unfassbare Bilanz von 317 Toren in 301 Spielen für Benfica.

Eusébio: Seiner Zeit voraus

Antrittsstark, torgefährlich, offensiver Dreh- und Angelpunkt – Eusébio vereinte viele Eigenschaften, die im damaligen Fußball üblicherweise auf mehrere Spieler verteilt waren. Es gab den klassischen Regisseur, den Vollstrecker, den Dribbler auf den Außenbahnen. Eusébio war all das zusammen. Der italienische Sportjournalist Federico Buffa fasste es einmal so zusammen. „Er ist ein moderner Spieler, allerdings nach heutigen Maßstäben, man stelle sich das also nun früher vor. Er ist gleichzeitig ein Zehner und ein Mittelstürmer. Er kommt aus der Tiefe und schießt mit rechts und links gleichermaßen beeindruckend.“ Eusébio prägte wie Pelé den Fußball in den 1960er-Jahren und war spielerisch der damaligen Zeit weit voraus.

Die fantastische WM 1966 in England

Bei der ersten WM-Teilnahme Portugals überragte der damals 23-jährige Eusébio, schoss erst Brasilien um Pelé aus dem Turnier und drehte dann das Spiel gegen Nordkorea im Viertelfinale im Alleingang: aus 0:3 wurde ein triumphales 5:3 mit vier Eusébio-Treffern. Spätestens jetzt war Eusébios Name in aller Munde. Das hervorragende Abschneiden der Portugiesen endete erst im Halbfinale, als die Engländer ihren Heimvorteil nutzen. Der „schwarze Panther“, wie ihn der Journalist Desmond Hackett aufgrund seiner Mischung aus Athletik, Schnelligkeit und Eleganz taufte, traf zwar einmal – doch die Engländer gewannen dank zweir Charlton-Tore. Eusébio jedoch hatte noch nicht genug und traf im Spiel um Platz 3 gegen die Sowjetunion zum 2:1-Sieg. Es war sein neunter Turniertreffer, womit er sich die Torjägerkanone der WM sicherte. Insgesamt erzielte er in seinen 64 Länderspielen stolze 41 Tore.

Bescheidenes Genie

Trotz seiner Genialität war Eusébio kein Spieler, der Star-Allüren pflegte oder schwierig im Umgang war. Als er mit 30 Jahren das Amt des Nationalmannschaftskapitäns übernehmen sollte, war es ihm beinahe peinlich. Erst einige Überredungsversuche brachten ihn dazu, die Binde zu tragen. Sein letztes Spiel für Benfica absolvierte er 1975, mit 33 Jahren. Dann zwang ihn eine Knieverletzung zum Aufhören. Anschließend tingelte er durch Nord- und Mittelamerika und spielte unter anderem für Monterrey in Mexiko, Las Vegas oder New Jersey. Doch die großen Jahre waren vorbei und Eusébio auf dem Platz nie wieder der Alte. Einmal wurde Eusébio nach seinen finanziellen Verhältnissen gefragt, woraufhin er antwortete: „Die Leute in Portugal denken, ich sei reich. Ich lache mich tot.“ Anders als viele europäische Spieler wurde Eusébio besonders in den Anfangsjahren bei Benfica als schwarzer Einwanderer nur spärlich bezahlt. Doch lange vor Figo und Cristiano Ronaldo war Eusébio der erste richtige portugiesische Weltstar. Nach seinem Tod am 5. Januar 2014 in Folge eines Herzstillstands wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Bereits 2011 (Lungenentzündung) und 2012 (Schlaganfall) hatte das Idol gesundheitliche Probleme gehabt.

Was also bleibt noch zu sagen zu einem der Besten aller Zeiten? José Mourinho, der als Trainer in England dort aktiv ist, wo Eusébio der Fußballwelt nachhaltig seinen Stempel aufdrückte, meinte einmal: „Eusébio ist unsterblich.“ Das sehen nicht nur die Fans von Benfica so, die vor jedem Heimspiel ehrfürchtig vor Eusébios Bronzestatue am Estadio da Luz innehalten. Auf der ganzen Welt wird er als einer der Größten des Fußballs in Erinnerung bleiben. In diesem Sinne: Alles Gute zum Geburtstag!

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Dreikampf im Titelrennen der Liga Nos http://www.chefutbol.com/europa/portugal/dreikampf-im-titelrennen-der-liga-nos-384983 http://www.chefutbol.com/europa/portugal/dreikampf-im-titelrennen-der-liga-nos-384983#respond Fri, 29 Dec 2017 14:50:13 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7231 Nach 15 Spieltagen in der portugiesischen Liga Nos zeichnet sich ein spannender Dreikampf um den Meistertitel ab. Der FC Porto und Sporting Lissabon stehen punktgleich an der Spitze, während Titelverteidiger Benfica sich mit nur drei Punkten weniger in Lauerstellung befindet. CheFutbol...

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Nach 15 Spieltagen in der portugiesischen Liga Nos zeichnet sich ein spannender Dreikampf um den Meistertitel ab. Der FC Porto und Sporting Lissabon stehen punktgleich an der Spitze, während Titelverteidiger Benfica sich mit nur drei Punkten weniger in Lauerstellung befindet. CheFutbol hat einen Blick auf die Kandidaten geworfen.

1. FC Porto – 39 Punkte

Aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Sporting stehen die Dragões auf dem 1. Tabellenplatz. Nach 15 Spieltagen stehen für die Elf von Deutschland-Schreck Sérgio Conceição 12 Siege und 3 Unentschieden bei einer Tordifferenz von 39:6 zu Buche, womit man sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive der Liga stellt. Zudem hat man sich als einziger portugiesischer Verein für das Achtelfinale der Champions-League qualifizieren können, und ist auch noch im Pokal und Ligapokal vertreten. Trotzdem wird man sich in der Stadt am Douro ärgern, dass man in den direkten Duellen gegen die Lissaboner Vereine jeweils nur Unentschieden spielte, obwohl man in beiden Spielen die bessere Mannschaft war, und die klareren Torchancen besaß. Die Mannschaft, die bis auf Rúben Neves (Wolverhampton Wanderers) und Laurent Depoitre (Huddersfield) relativ wenig Substanzverlust zu verkraften hatte, spielt gewohnt stabil und dominant, ohne jedoch spielerisch groß zu begeistern. Die Stürmer Aboubakar und Marega stehen mit jeweils 12 Treffern auf Rang 3 der Torjägerliste.

2. Sporting Lissabon – 39 Punkte

Ebenso wie der FC Porto ist auch die Mannschaft von Jorge Jesus ungeschlagen, und ist ebenfalls noch in allen Wettbewerben vertreten; wobei man von der Champions-League in die Europa-League (vs. Astana) abgestiegen ist. Der ehemalige Meistertrainer von Benfica hat den grün-weißen zu einer bemerkenswerten Stabilität verholfen, die früher oft fehlte. Gegen die vermeintlich „Kleinen“, von denen es in Portugal sehr viele gibt, lässt man inzwischen kaum noch Punkte liegen. Dabei profitiert man sowohl von Top-Torjäger Bas Dost (13 Tore in der Liga), als auch von der eingekauften Erfahrung von Fábio Coentrão und Jérémy Mathieu, die zusammen mit Nationalkeeper Rui Patricios hinten wenig zulassen. Für die notwendige Kreativität im Spiel und die Vorlagen für Dost sorgen Nationalspieler William Carvalho und Gelson Martins. Vor allem letzterer spielt eine starke Saison, und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis er zu einem größeren Verein wechseln wird. Nach langer Zeit scheint Sporting endlich wieder eine Titelreife Mannschaft zu haben, und je nachdem wie man mit der Mehrfachbelastung zurechtkommt, könnte nach 16 Jahren Titeldürre im Estádio José Alvalade XXI wieder gefeiert werden.

3. Benfica Lissabon – 36 Punkte

Der Vorjahresmeister befindet sich nur drei Punkte hinter dem Spitzenduo (11 S, 3 U, 1 N (gegen Boavista Porto)), ist jedoch schon aus allen nationalen sowie internationalen Pokalwettbewerben ausgeschieden. Vor allem das desaströse punktlose Ausscheiden aus der Champions-League, wo man sich gute Chancen auf den 2. Platz hinter Manchester United ausgerechnet hatte, lässt den Haussegen mehr als schief hängen. Doch genau darin liegt auch der Vorteil der Águias, die sich im Gegensatz zum FC Porto und dem Stadtrivalen Sporting komplett auf die Liga konzentrieren können. Dabei kommt dem Stadtderby am 3. Januar gegen Sporting enorme Bedeutung zu. Dass Benfica überhaupt noch in Schlagdistanz ist, liegt am brasilianischen Stürmer-Veteran Jonas, der in 15 Ligaspielen schon 18 Tore erzielt hat, und die Torjägerliste anführt. Eventuell darf Rui Vitória die Mannschaft im Transferfenster auch noch verstärken, denn nach den Abgängen im Sommer von Lindelöf, Semedo und Ederson ist noch genügend Geld vorhanden. Von den drei Teams zeigte Benfica bisher die am wenigsten überzeugenden Leistungen, doch bei nur drei Punkten Rückstand wäre es ein Fehler sie abzuschreiben, die ihren 5. Titel in Folge holen würden.

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Unentschieden im Clássico – Sporting der lachende Dritte http://www.chefutbol.com/europa/portugal/portugal-benfica-porto-classico-124589 http://www.chefutbol.com/europa/portugal/portugal-benfica-porto-classico-124589#comments Sat, 02 Dec 2017 12:49:40 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6863 Am gestrigen Freitag stand in der Liga Nós das Topspiel zwischen dem Tabellenführer FC Porto und dem amtierenden Meister und aktuellem Tabellendritten Benfica Lissabon an. Nach einem intensiven Spiel im ausverkauften Estádio do Dragão, stand es nach 90 Minuten 0:0,...

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Am gestrigen Freitag stand in der Liga Nós das Topspiel zwischen dem Tabellenführer FC Porto und dem amtierenden Meister und aktuellem Tabellendritten Benfica Lissabon an. Nach einem intensiven Spiel im ausverkauften Estádio do Dragão, stand es nach 90 Minuten 0:0, doch das Spiel bot mehr als das Ergebnis aussagt.

Vor dem Topspiel lag der Verein aus der Stadt am Douro drei Punkte vor dem großen Rivalen aus der Hauptstadt, war noch ohne Saisonniederlage (10S 2U), und hatte zu Hause überhaupt noch keinen Punkt. Jedoch ließ man am vorherigen Spieltag überraschend zwei Punkte bei Desportivo Aves liegen, wodurch Sporting durch einen Sieg im Vorabendspiel (1:0 gegen Belenenses, Tor: Bas Dost) vorübergehend auf den ersten Platz springen konnte. Benfica reiste mit einer Serie von sechs Siegen aus den letzten sechs Ligaspielen an, während der man aber in der Champions League drei Niederlagen hinnehmen musste (2x Manchester Untied, 1x ZSKA Moskau). Beide Vereine zeigten im bisherigen Saisonverlauf wenig Spektakuläres, was natürlich auch am jährlichen großen Aderlass im Sommer zu tun hat, wovon Benfica diesmal wahrscheinlich stärker gebeutelt wurde (Abgänge u.a.: Ederson, Lindelöf, Semedo, Mitroglu). Im Vergleich zu den vergangenen Jahren scheinen die Klubs aber mehr damit zu kämpfen zu haben, beziehungsweise, die eigenen Verpflichtungen konnten sich nicht so nahtlos einfügen wie man es gewohnt war. Trotzdem werden sich mit Sicherheit wieder zahlreiche Scouts eingefunden haben, um sich den Weg nach Südamerika zu sparen. Das Spiel war mit 49.809 Zuschauern selbstverständlich ausverkauft, und vor Anpfiff wurde eine schöne Choreografie gezeigt. Es war angerichtet.

1. Halbzeit – Intensives Abtasten ohne große Chancen

Benfica kam sehr gut ins Spiel, presste sehr hoch, und ließ die Hausherren fast nicht aus der eigenen Hälfte kommen. Ohne sich jedoch wirklich Torchancen zu erarbeiten, dafür deutete Porto-Keeper José Sá zweimal Unsicherheiten beim Herauslaufen an. In der 12. Minute leistete sich Porto-Verteidiger Felipe ein sehr dunkelgelbes Einsteigen gegen Benfica-Goalgetter Jonas, für das er aber nicht einmal verwarnt wurde. Allgemein ließ Referee Jorge Sousa viel laufen, zeigte anfangs so gut wie keine Karte, und konnte sich bei den Spielern bedanken, dass es löblicherweise kaum Nickligkeiten gab. Bei einem 2. Liga-Derby auf nassem Rasen, wäre ihm das Spiel mit so einer Leitung vermutlich relativ schnell entglitten (worden). Erst nach ca. 15 Minuten konnten sich die Hausherren langsam aus der Umklammerung befreien, und zeigten sich meist durch Moussa Marega nun auch offensiv. Der junge Malier spielte seine Schnelligkeit oft gut aus, und sorgte das ganze Spiel über für Wirbel auf seiner rechten Seite. Im Mittelfeld übernahm der Algerier Brahimi langsam die Kontrolle und sortierte das Spiel der azuis e brancos, Benfica zog sich dagegen immer weiter zurück, ohne jedoch große Chancen herzugeben. Eine Minute vor der Halbzeit sorgte Benfica-Veteran Luisão (seit 14 Jahren im Verein) für Aufregung, als er durch eine ungeschickte Rettungsaktion fast einen Handelfmeter verursachte.

2. Halbzeit – Der FC Porto dreht auf

Hatte die Heimelf das Spiel ab der 30. Minute unter Kontrolle bekommen, so legte sie jetzt noch eine Schippe drauf. Benfica konnte sich während der kompletten 2. Halbzeit kaum befreien, brachte kaum einen nennenswerten Entlastungsangriff zustande, und Porto sollte zu Chancen kommen. In der 51. Minute hielt der junge Benfica-Keeper Varela einen Schuss von Brahimi aus ca. 14m stark, und in der 56. Minute ereignete sich die Szene des Spiels, als das Schiedsrichtergespann ein reguläres Tor von Herrera wegen vermeintlichem Abseits aberkannte, obwohl sich ein Benfica Spieler  nach einem vorhergehenden Zweikampf fernab des Geschehens noch fast auf Höhe der Eckfahne befand – diesen hatte der Linienrichter wohl schlichtweg übersehen. Dieses zu Unrecht aberkannte Tor sollte vor allem deshalb noch so sehr in den Blickpunkt rücken, da es die Heimelf trotz bester Chancen und zehnminütiger Überzahl (Der in der 76. Minute eingewechselte Zivkovic sah in der 80. gelb, und in der 82. Gelb-rot) nicht mehr schaffen sollte ein Tor zu erzielen. Der 23-jährige Bruno Varela im Tor der Águias avancierte dafür zum Mann des Tages (Eine port. Internetseite schrieb poetisch: O coração do dragão morreu nas luvas de Varela – Das Herz der Drachen starb in den Handschuhen von Varela). In der 64. Hielt er einen Fernschuss von Herrera, und vier Minuten später Schoss Porto-Verteidiger Felipe nach einer Ecke knapp vorbei. In der 84. Minute bot sich überraschend für Benfica die große Chance in Führung zu gehen, doch José Sá behielt im Eins-gegen-Eins gegen Krovinovic die Oberhand. Die größte Chance des Spiels bot sich Moussa Marega in der 93. Minute, als er völlig freistehend aus fünf Metern über das Tor köpfte und den Sieg vergab.

Unschöne Szene nach Abpfiff: Ein „Heimfan“ versucht Benficas Pizzi anzugreifen, kann aber abgedrängt werde.

Sporting – Belenenses:

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Sporting x Olympiakos: Die Exkursion ins Land des Europameisters http://www.chefutbol.com/europa/portugal/sporting-olympiakos-champions-league-393827 Mon, 27 Nov 2017 17:36:48 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6776 Die Sprache des Fußballs ist immer gleich. Dennoch wird diese wundervolle Sportart überall ein wenig unterschiedlich gelebt. Wir waren in Lissabon, um uns das Championsleague-Spiel zwischen Sporting Lissabon und Olympiakos Piräus anzusehen. Die Portugiesen konnten sich verdient mit 3:1 durchsetzen....

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Die Sprache des Fußballs ist immer gleich. Dennoch wird diese wundervolle Sportart überall ein wenig unterschiedlich gelebt. Wir waren in Lissabon, um uns das Championsleague-Spiel zwischen Sporting Lissabon und Olympiakos Piräus anzusehen. Die Portugiesen konnten sich verdient mit 3:1 durchsetzen. Der Bericht über ein Stadionerlebnis mit anderer Mentalität, günstigem Bier und einem wohlbekannten Matchwinner.

Die Portugiesen sind verrückt nach Fußball. Daran soll kein Zweifel gelassen werden. Spaziert man allerdings an einem Spieltag der Champions League durch die engen und verträumten Gassen der Lissabonner Innenstadt, merkt man jedoch davon nichts. Die Sporting-Fans bleiben inkognito, gehen vermutlich ihrer Arbeit nach oder treffen sich entspannt mit Freunden in einer Tapas-Bar, wie man das in Portugal eben so tut. Das bevorstehende Spiel, welches allerdings recht hohe Wichtigkeit für beide Protagonisten besitzt, lockt den gemeinen Portugiesen noch lange nicht aus seinem gewohnt gemütlichen Alltag. Wenn man auf der Straße Fußballfans sieht, sind es höchstens vereinzelte Griechen, welche den Tag in Lissabon nutzen, um mit einem Bier in der Hand die ein oder andere Sehenswürdigkeit zu besuchen.

Unbekümmert zum vorentscheidenden Gruppenspiel

Es steht der 5.Spieltag der Gruppenphase in der europäischen Königsklasse bevor. Für Olympiakos ist es die letzte Chance, im direkten Duell noch auf den dritten Platz der Tabelle zu rutschen, um zumindest die weitere Teilnahme an der Europa League zu gewährleisten. Für Sporting ist mit einem Sieg der dritte Platz bereits sicher. Zusätzlich darf man am letzten Spieltag noch auf eine Überraschung hoffen und vielleicht doch noch Juve vom zweiten Platz verdrängen. Es wäre eine große Genugtuung für die Löwen von Sporting, zumal der große Stadtrivale Benfica in seiner Gruppe abgeschlagen Letzter ist. Damit wäre man endlich wieder Lissabons internationales Aushängeschild.

Erst als es in der Hauptstadt Portugals bereits zu dämmern begann, versammelte sich so langsam die griechische Fraktion am „Rossio“. Das ist ein sehr belebter Platz in der Unterstadt Lissabons und ein allseits beliebter Treffpunkt für Auswärtsfans vor dem Spiel. Anhänger von Sporting gab es nach wie vor nicht zu sehen. Auch auf dem Weg zum Stadion, welches am Einfachsten mit der U-Bahn zu erreichen ist, waren grün-weiße Schals noch die absolute Ausnahme. Nur Gelegentlich konnte man ein oder zwei Fans in den Menschenmassen des Feierabendtrubels erkennen. Die „Lisboetas“ machen offensichtlich keinen großen Aufriss vor einem Spiel. Die Gelassenheit der Portugiesen ist ein signifikantes Merkmal, welches schnell aufzufallen vermag.

In der Ruhe liegt die Kraft

Daran ändert sich auch nichts, als – man möchte fast sagen typischerweise – etwa 90 Minuten vor dem Anpfiff technische Probleme bei der U-Bahn auftreten und alle Fahrgäste auf eine andere Linie ausweichen müssen. Die Wagons der U-Bahn sind zwar nun teilweise überfüllt, hektisch ist dennoch niemand. Die gewohnte Gelassenheit, lassen sich die Portugiesen einfach nicht nehmen. Steigt man dann etwas später als geplant an der Haltestelle „Campo Grande“ aus, darf man dann auch zum ersten Mal an diesem Tag Menschenmengen in grün-weißem Gewand bestaunen. Wo sie alle auf einmal herkommen, bleibt allerdings schleierhaft.

Von der Haltestelle überquert man lediglich noch eine Straße, bevor man vor dem zur Fußball-EM 2004 erbauten Stadionkomplex steht. Die Anlage beinhaltet nicht nur die Arena, sondern beheimatet auch einen Lidl, Fitnessstudios sowie ein Schwimmbad. Auffällig sind vor allem die riesigen gelben Stahlträger, welche sich in den Lissabonner Nachthimmel erstrecken. Bunt lackierte Kacheln dominieren ebenso das erste Erscheinungsbild des farbenfroh gestalteten Estádio José Alvalade XXI. Die bunten Kacheln – Azulejos genannt – sind typisch für Häuserfassaden in ganz Lissabon und finden sich überall im Stadion wieder. Die multifunktionale Anlage vermischt gelungen moderne Nutzungsmöglichkeiten mit portugiesischer Tradition.

http://www.sporting.pt/pt/clube/infraestruturas/estadio-jose-alvalade

Andere Länder, andere Sitten

Nach dem mühsamen Aufstieg in den Oberrang des 50.000 Zuschauer fassenden Stadions, erblickt man die kunterbunten Sitzschalen, welche verspielt und recht kitschig wirken. Das farbenfrohe Schauspiel kann man relativ lange bestaunen, weil in Portugal die Zuschauer gewohnt etwas knapper zu den Spielen in das Stadion gehen, als wir das in Deutschland kennen. Die „Lisboetas“ sitzen größtenteils noch vor dem Komplex und unterhalten sich bei einem Bier. Apropos: Ein Stadionbier kostet in Lissabon zwei Euro, in Deutschland kaum vorstellbar. Eine Stadionwurst gibt es allerdings nicht, dafür Sandwiches oder Snacks, wie Chips beziehungsweise Popcorn.

Kurz vor dem Anpfiff sind dann auch die Zuschauerränge weitestgehend gefüllt. Es folgt eine einstudierte Choreografie, die dann auch zum ersten Mal unterstreicht, dass es sich hier tatsächlich um kein gewöhnliches Spiel handelt. Auf der Südtribüne, wo sich die Ultras aufhalten, wird ein riesiges Banner in die Luft gezogen, welches bis unter das Stadiondach reicht. Es zeigt einen Löwen, dem Wappentier von Sporting. Er hat eine Krone auf und sitzt auf einem Thron. Darunter in englischer Sprache: „Betrachtet den allmächtigen Löwen“. Alle anderen Zuschauer im Stadion aktivieren die Taschenlampenfunktion ihres Smartphones und lassen die Ränge wie einen Sternenhimmel erleuchten. Es entsteht die perfekte Kulisse für die Hymne von Sporting.

Die Welt weiß es

In der Hymne wird über die immerwährende Liebe zu Sporting gesungen. Die Fans versprechen ihrem Club, immer das Beste für den Verein zu geben um Sporting stets ganz vorne zu sehen. Weil das alle Welt weiß, trägt das Lied auch den Namen „O mundo sabe que…“. Der Text wird zur Melodie des Songs „I did it my way“, dem Klassiker von Frank Sinatra gesungen. Dazu erheben sich alle Fans aus ihren Sitzen, strecken ihre Schals in den Himmel und brüllen inbrünstig und textsicher die Strophen aus ihren Kehlen. Nun fangen die „Lisboetas“ das brennen an, die Gelassenheit im Vorfeld ist damit für die nächsten 90 Minuten passé. Jetzt entfacht sich endlich das Feuer in der portugiesischen Seele.

Während des Spiels herrscht gute Stimmung, die Partie ist kurzweilig. Von der Südkurve werden permanent Lieder angestimmt und die anderen Ränge steigen ein. Bei Torchancen springen die Portugiesen aus ihren Sitzen und fiebern mit. Sie leiden, schimpfen, lamentieren und applaudieren. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn man seine Kappe in der Euphorie einer vergebenen Torchance von seinem Hintermann vom Kopf geschlagen bekommt. Das gehört dazu, ebenso wie die liebevolle Entschuldigung nach dem Gefühlsausbruch. Auch die geschätzt 5.000 Griechen im Stadion machen gute Stimmung im Gästeblock, allerdings nur bis kurz vor der Pause. Mit einem Doppelschlag stellt Sporting nämlich noch vor dem Seitenwechsel die Weichen auf Sieg.

Ex-Wolf wird zum König der Löwen

Der zweite Durchgang wird aus Sicht der Hausherren dominant gestaltet. Spätestens mit dem 3:0 machen die Löwen den Sack zu. Es ist der zweite Treffer eines ehemaligen Bundesligaakteurs, welcher einst vom VfL Wolfsburg als zu schwach gehalten wurde und nun in Portugal im Torrausch ist: Die Rede ist von Bas Dost. Letzte Saison erzielte er 34 Tore, wurde damit Portugals Torschützenkönig und befand sich im Wettstreit mit Messi um die europäische Torjägerkanone. Dieses Jahr hat er bereits wieder neun Treffer nach 12 Spielen verbucht. In Lissabon wird er dafür gefeiert und hat von den Fans einen eigenen Song erhalten, welcher nach einem Treffer im weiten Rund des Stadions zelebriert wird. Auf die Melodie von AC/DC´s „Hells Bells“ grölen die Zuschauer „Na-na-na-na-na-na, Bas Dost!“. Das ist mittlerweile zum Brauch im Alvalade-Stadion geworden.

Der abschließende Ehrentreffer der griechischen Gäste ging im Rausch des Jubels quasi völlig unter. Zu ausgelassen war die Stimmung auf den Tribünen. Nach dem Abpfiff leeren sich die Ränge wieder so schnell, wie sie sich gefüllt hatten. Nach kurzer Zeit erblickt man erneut all die bunten Sitzschalen des Stadions. Bleibt man noch einige Augenblicke auf der Tribüne sitzen, wird man auch recht zügig – aber stets freundlich – von den Sicherheitsleuten zum Ausgang gebeten. Wenige Minuten nach dem Spielende sieht man kaum noch jemanden auf den Straßen. Die grün-weißen Anhänger sind wieder verschwunden und bereiten sich womöglich bereits wieder auf einen gediegenen Tag in ihrer geliebten Metropole am Tejo-Ufer bei Tapas und Wein vor. Ab jetzt mit dem guten Gefühl, auch 2018 noch im europäischen Wettbewerb vertreten zu sein.

 

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