Die ersten vier Spiele des Torneo Clausura sind in Mexiko gespielt und erste Tendenzen sind oben wie unten in der Tabelle erkennbar. Während Meister Tigres erst bei einem Sieg steht schaufeln die Abstiegskandidaten fleißig Punkte auf ihr Konto.
Resultados de Fútbol
Zwölf Spiele hatte es in der Hinrunde gebraucht, bis der spätere Meister Tigres UANL sich seine erste Niederlage erlaubte. In der Runde nach dem Titel sind erst vier Spieltage absolviert, doch mit zwei Pleiten hechelt der Universitätsklub der Ausbeute der vergangenen Spielzeit bereits merklich hinterher. Besonders die Offensive um Superstar André-Pierre Gignac lahmt dabei, lediglich beim 4:2 gegen América fand der Ball den Weg ins Gehäuse, sodass kurzerhand der chilenische Nationalstürmer Eduardo Vargas aus Hoffenheim als Unterstützung für den noch torlosen Franzosen geholt wurde. Nur langsam in Fahrt kommt auch Finalgegner América: Nachdem das erste Spiel in Chiapas ausfiel, startete Ricardo la Volpes Auswahl mit zwei Niederlagen. Erst am vergangenen Wochenende gab es durch das 1:0 über Veracruz nach dem Tor von Neuzugang Cecilio Domínguez den ersten Sieg. In gewisser Weise lässt sich der Stotterstart beider Teams allerdings entschuldigen, nach dem Finale blieben gerade einmal zwei respektive drei Wochen Vorbereitungszeit auf die neue Saison. Urlaub oder ausgiebige Trainingslager wie beim Rest der Liga waren in Anbetracht der Zeit unmöglich.
Tijuana und Pumas vorne, Santos und Monterrey schadlos
Entsprechend gelungener verlief der Auftakt für Tijuana und Pumas an der Spitze, die jeweils mit drei Siegen in Serie auf eine Auswärtsniederlage zum Start reagierten und mit neun Punkten das führende Duo bilden. Gerade für Tijuana keine Selbstverständlichkeit, nachdem Kapitän und Torhüter Federico Vilar seine Karriere beendete und mit den Angreifern Dayro Moreno und Gabriel Hauche die Personifikation von 23 Scorerpunkten aus der Hinrunde dem Verein den Rücken kehrten. In der Offensive von Verfolger Pumas erwies sich Neuzugang Nicolás Castillo schnell als guter Griff. Der Chilene überzeugte bei seinen bisherigen drei Einsätzen als steter Gefahrenherd und steuerte bisher zwei Treffer bei.
Hinter den Plätzen eins bis zwei geht es anschließend gewohnt ausgeglichen zu, klare Abstände haben sich logischerweise noch nicht gebildet. Dass mit dem erstarkten Santos Laguna und der Vorjahres-Enttäuschung Monterrey nur noch zwei Teams ohne Niederlage dastehen, ist einmal mehr Ausdruck der Ausgeglichenheit der Liga. Ein Blick auf die kommenden Wochen zeigt allerdings auch, dass es an Topspielen definitiv nicht mangelt. Am fünften Spieltag fühlt León dem Spitzenreiter aus Tijuana auf dem Zahn, der in der letzten Saison in den Play-offs an den Esmeraldas gescheitert war. Eine Woche später stehen gar zeitgleich der Clásico Jalisco zwischen Atlas und Deportivo Guadalajara sowie das Gastspiel der Pumas in Monterrey an, ehe schon am siebten Spieltag der Clásico Nacional zwischen Chivas und América lockt.
Aus drei mach‘ fünf: Der Abstiegskampf tobt
Chiapas, Veracruz, Morelia. Der Blick auf die Abstiegstabelle, in der die Punkte der letzten drei Jahre zur Ermittlung des einzigen Absteigers am Saisonende ermittelt werden, hatte vor Saisonbeginn drei akut gefährdete Vereine aufgewiesen. Doch weil das Trio mit zweimal sechs beziehungsweise fünf Punkten (Morelia) ordentlich in die Saison startete, sind mit Puebla (ein Punkt) und Querétaro (zwei Punkte) die beiden Fehlstarter ebenfalls ins Blickfeld gerückt.
Derzeit hat aber weiterhin Morelia die Rote Laterne inne, mit der die Mannschaft von Trainer Pablo Marini bereits in die Saison gestartet war. Nach einem Sieg zum Auftakt und anschließenden zwei Remis gab es zuletzt durch ein 1:3 bei Atlas die erste Saisonniederlage, sodass im Heimspiel gegen América trotz der Außenseiterrolle dringend wieder gepunktet werden muss. Besonders nötig ist das, weil mit Chiapas der eigentliche Abstiegskandidat Nummer eins exzellent in die Saison gestartet ist. Die Jaguares haben, anders als der Rest der Liga, erst drei Spiele absolviert, davon aber zwei gewonnen – nach nur neun Punkten in der gesamten Hinrunde eine gewaltige Steigerung. Und auch Veracruz steht bereits bei sechs Punkten und damit der Hälfte jener Ausbeute, die man in der Hinrunde in 17 Spielen erreichte. Ausschlaggebend dafür ist das heimische Estadio Luis „Pirata“ Fuentes, das die Tiburones Rojos durch zwei 1:0-Heimsiege wieder zu einer Festung machen konnten. In beiden Spielen hieß der Held des Tages jeweils Leobardo López – der Kapitän, eigentlich Innenverteidiger, übernahm angesichts der lahmenden Offensive zusätzlich auch das Toreschießen.
Am ersten Spieltag bekam das Querétaro zu spüren, die Gallos Blancos unterlagen zum Auftakt in der Hafenstadt und schleppen diese negative Dynamik bislang durch die Saison. Nach zwei torlosen Remis gegen Morelia und in Puebla verlor die Mannschaft von Altmeister Víctor Manuel Vucetich am Wochenende mit 0:1 gegen Guadalajara und ist damit noch immer ohne eigenen Treffer. Der Fehlstart und der Ausblick auf den enorm schweren Kalender der nächsten Wochen, bei dem man in der Hinrunde lediglich vier Punkte aus sieben Spielen holte, bedeuteten das Aus für Vucetich, der dem Verein mit dem Pokalsieg im letzten Jahr noch den ersten Titel der Vereinsgeschichte beschert hatte. Sein Nachfolger geht die Mission Klassenerhalt mit elf Punkten Vorsprung auf Morelia an, muss aber schnelle Ergebnisse liefern, sonst könnte es für Querétaro auf der Zielgeraden noch einmal unangenehm spannend werden.
Noch einmal vier Punkte dahinter und damit in deutlich nervöserer Lage liegt Puebla, mit nur einem Remis die schwächste Mannschaft im neuen Jahr. Nach dem überraschenden Abgang von Torjäger Matías Alustiza ist angesichts des dreifachen Torschützen Alexis Canelo nicht einmal die Offensive das Problem, vielmehr stellt man mit elf Gegentreffern die mit Abstand anfälligste Defensive der Liga. Grund genug für die Vereinsführung, Trainer Ricardo Valiño bereits den Laufpass zu geben. Als Nachfolger präsentierte man umgehend Sturmlegende José Saturnino Cardozo, der im Anschluss an eine erfolgreiche Zeit in Toluca zuletzt nur neun Spiele in Chiapas überstand. Trotz der schwachen Bilanz beim vorigen Arbeitgeber sind die Anforderungen klar: Siege in den beiden kommenden Heimspielen gegen Atlas und eben Ex-Klub Chiapas sind Pflicht, nachdem Puebla mit einem unterirdischen 0:0 gegen Querétaro bereits ein erstes Duell gegen die Konkurrenz in den Sand gesetzt hatte.
Chiapas im Mittelpunkt
Durch die Beteiligung von nun fünf Mannschaften halten die nächsten Spieltage immer auch einen Kracher aus dem Keller bereit, besonders für Chiapas stehen nun die Wochen der Wahrheit an. In direkter Folge tritt die Mannschaft von Feuerwehrmann Carlos Bueno zunächst in Veracruz an, empfängt dann Morelia und gastiert anschließend in Puebla. Nicht nur tabellarisch, sondern auch auf dem Platz geht der Abstiegskampf dementsprechend in den nächsten Wochen in die heiße Phase – für die eine oder andere Mannschaft vielleicht sogar schon mit vorentscheidendem Charakter.



