Lateinamerikanische Spieler auf der Welt – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Sat, 27 Apr 2019 10:11:09 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.1.1 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Lateinamerikanische Spieler auf der Welt – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Vinícius Júnior: Wunderkind oder Bankdrücker? http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/vinicius-junior-real-madrid_3410994 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/vinicius-junior-real-madrid_3410994#respond Fri, 24 Aug 2018 14:23:41 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10994 Vinícius Júnior ist das neue brasilianische Juwel bei den Königlichen und seit seinem 18. Geburtstag am 12. Juli Bestandteil des Kaders von Real Madrid. 45 Millionen Euro hat man sich dessen Dienste bereits vor über einem Jahr kosten lassen. Sein...

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Vinícius Júnior ist das neue brasilianische Juwel bei den Königlichen und seit seinem 18. Geburtstag am 12. Juli Bestandteil des Kaders von Real Madrid. 45 Millionen Euro hat man sich dessen Dienste bereits vor über einem Jahr kosten lassen. Sein Weg läuft allerdings ins Ungewisse: Viele sagen, dass er der neue Neymar werden könnte, andere befürchten einen Transferflop. Wir blicken auf die ersten Wochen des „Wunderkindes“ bei den Königlichen.

16 Jahre war Vinícius alt, als er von Real Madrid verpflichtet wurde. Von Beginn an ist es klar gewesen, dass man den Flügelstürmer frühestens zu dessen 18. Geburtstag nach Spanien holen könne, ohne gegen FIFA-Regularien zu verstoßen. Lange Zeit gab es allerdings keine Gewissheit, ob Vinícius dann auch direkt zu Real Madrid stoßen soll, ein weiteres Jahr bei seinem Heimatclub bleiben würde, oder gar innerhalb Spaniens an einen anderen Verein verliehen wird, um dort Spielpraxis in La Liga sammeln zu können. Letztlich entschieden die Verantwortlichen in Madrid, zum frühestmöglichen Zeitpunkt den Jungen mit der Zahnspange zur Mannschaft zu holen.

Vinícius mit starkem Debüt

Dort angekommen, zeigte sich der Brasilianer überglücklich und stolz. Es sei immer sein Traum gewesen, für die Königlichen zu spielen. Diese Freude demonstrierte er auch prompt auf dem Spielfeld: Schnell, flink, agil, torgefährlich! All diese Attribute zeigte Vinícius während der USA-Reise mit seinen neuen Kollegen. Auf jener Position, wo Ronaldo eine Lücke hinterlassen hatte, wusste der quirlige Neuzugang auf Anhieb zu gefallen. Für die Anhänger Madrids ein Trost für den Abgang des Portugiesen – Balsam auf die geplagte Seele. Auch die Medien zeigten sich voll des Lobes. Vinícius schien sehr schnell im Konzert der Großen angekommen.

Dann kam es am 15. August zur Pflichtspielpremiere der neuen Saison. Beim europäischen Supercup gegen Atlético Madrid wartete direkt der erste große Härtetest auf den Angreifer – vermeintlich. Trotz Verlängerung und dem möglich gewordenen vierten Wechsel verzichtete Real-Trainer Lopetegui auf seinen Juwel und Vinícius musste 120 Minuten lang zusehen, wie seine Mannschaft das Lokalderby hergeschenkt hatte. Ein ähnliches Bild gab sich am folgenden Wochenende beim La Liga-Debüt im Bernabéu-Stadion: Lopetegui vertraute auf Marco Asensio oder Lucas Vázquez. Vinícius fand sich wieder 90 Minuten lang auf der Bank wieder.

Geduld die Devise?

Während Vinícius die Ruhe bewahrt, hat man bei Flamengo wenig Verständnis für die aktuelle Entwicklung. In der brasilianischen Liga, die sich während der Sommerpause in Europa bereits in vollem Gange befindet, ist die Mannschaft aus Rio de Janeiro seit seinem Abgang bereits von Platz 1 auf Platz 3 abgerutscht. In der Copa Libertadores steht man nach einer 0:2-Niederlage gegen Cruzeiro vor dem Aus. Vinícius´ Torgefahr und Spielfreude wird bei „O Rubro Negro“ dringlich vermisst. Da sieht man es am Zuckerhut noch kritischer, dass der Flügelstürmer bei Real Madrid lediglich als Zuschauer auf der Bank Platz nimmt.

Für den Spieler bleibt allerdings die Hoffnung, dass dieser Zustand nicht sehr lange von Dauer sein wird. Lopetegui scheint einen klaren Plan mit ihm zu haben. Der Trainer äußerte bereits mehrfach seine Zufriedenheit mit dem Flügelspieler, will ihn behutsam über vermeintlich leichtere Spiele heranführen. Spaniens Sportzeitung Marca schreibt zutreffend zu der Thematik: „Real poliert den Diamanten, will ihn aber nicht verbrennen.“ Noch denkt man in der Hauptstadt über seine Zukunft positiv. Noch!

„Konzentriere dich auf deine Ziele, darauf kommt es an“

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Denn der Juwel sollte nicht zu lange poliert werden, weil gerade auch die Fans von Real ungeduldiger Natur sind: Nach dem Abgang von Ronaldo wollen sie den teuersten Einkauf in dieser Transferperiode spielen sehen oder weitere Neuzugänge präsentiert bekommen. Das würde allerdings wieder den Konkurrenzkampf für Vinícius erhöhen und die Chancen auf Spielzeit schmälern. Der Brasilianer bleibt angesichts seiner Situation allerdings locker und äußert sich nach dem ersten Spiel ohne Einsatz auf seinem Instagram-Account entspannt: „Konzentriere dich auf deine Ziele, darauf kommt es an.“ Wenn Vinícius seine Konzentration nicht verlieren wird, dann darf er sicherlich auch bei den Königlichen schon bald eine größere Rolle spielen. Wir werden seinen Weg gespannt verfolgen.

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Zieht es Neymar zu Real Madrid? – Unser Faktencheck http://www.chefutbol.com/europa/spanien/neymar-real-madrid-911237 http://www.chefutbol.com/europa/spanien/neymar-real-madrid-911237#respond Thu, 18 Jan 2018 23:01:26 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7432 Seit einem halben Jahr spielt Neymar beim Scheich-Club von Paris St. Germain. Fast genauso lange halten sich Gerüchte, dass er sich in der französischen Metropole nicht wohlfühle. Immer wieder gibt es Berichte, dass Real Madrid Interesse an einer Verpflichtung des...

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Seit einem halben Jahr spielt Neymar beim Scheich-Club von Paris St. Germain. Fast genauso lange halten sich Gerüchte, dass er sich in der französischen Metropole nicht wohlfühle. Immer wieder gibt es Berichte, dass Real Madrid Interesse an einer Verpflichtung des Brasilianers hätte, aber was ist dran, an der brisantesten Spekulation dieses Winters?

Im Sommer ist der Aufschrei groß gewesen. Neymar wechselte für 222 Mio. € vom FC Barcelona zu Paris St. Germain. Der teuerste Spieler in der Geschichte schlug auf Anhieb ein: In 22 Pflichtspielen erzielte der Linksaußen 20 Tore und bereitete 14 weitere Treffer vor. Trotz aller Gerüchte um Allüren und Extraklauseln im Vertrag des Brasilianers hat der Star der Seleção in der Stadt der Liebe auf Anhieb funktioniert und einen Hype ausgelöst. Er ist der Grund dafür, dass man mittlerweile in Paris realistische Träume über den Champions League Titel hegt. Angesichts der überschaubaren Konkurrenz in Frankreich, der einzig wahre Meilenstein, den es für PSG anzustreben gilt.

Trotz des momentanen Erfolges, herrscht in Paris seit dem Transfer keine Ruhe. Es halten sich schon lange stetige Gerüchte um einen Abschiedswunsch des Brasilianers – zu lange um bloß eine Ente zu sein, möchte man meinen. Unlängst wurde davon berichtet, dass der streitbare Vater von Neymar Real Madrids Präsident Pérez bereits ein Wechselversprechen gegeben haben soll. Weiterhin wird vermeldet, er wolle so viel Druck wie möglich auf Nasser Al-Khelaifi, dem Clubboss von Paris St. Germain ausüben. Eine Masche, die man dem als geldgierigen Mann beschriebenen Vater des Fußballers zutrauen könnte. Vielleicht tun ihm die Medien allerdings auch Unrecht und nutzen lediglich seinen Ruf, um ein brisantes Thema zu legitimieren.

Verwirrung, Spekulation und Gerüchte

Streitigkeiten innerhalb des Teams und Mitspieler, welche sich an Neymars Allüren stören haben angeblich zur Folge, dass er sich nicht wohl fühlt an der Seine. Wenn ein Spieler vom Kaliber des Brasilianers schließlich einen Wechselwunsch hegt, liegt es unwahrscheinlich Nahe, dass ein Club wie Real Madrid auf dem Radar erscheint. Sportlich ist er einer der wenigen Offensivspieler, welcher die Angriffsmaschinerie der Königlichen nochmals verstärken kann. Es gibt nur einen Haken, und das ist sein Preis. Schenkt man gar britischen Medienberichten glauben, ist eine Voraussetzung von Neymar für einen Wechsel, dass auch sein Landsmann und Teamkollege bei Paris, Marquinhos, verpflichtet werden soll. Dadurch würde die Gesamtablöse um einen nicht unerheblichen Betrag steigen.

Beim Wechsel von Neymar im Sommer wurden bereits alle Transferrekorde der Vergangenheit pulverisiert und offensichtlich auch diverse Finanzrichtlinien der FIFA umschifft. Angesichts der Leistungen des Brasilianers im abgelaufenen Halbjahr und seines Vertrages bis ins Jahr 2022 erscheint der aktuelle Marktwert von 150 Mio. € zu einer trivialen Größe zu verkommen, welche an der Realität weit vorbeigehen wird, sollte der Deal tatsächlich stattfinden. Egal, welcher Verein seine Route nach dem aktuell dicksten Fisch auf dem Fußballmarkt auswerfen wird, er muss tief in die Tasche greifen – sehr tief. Selbst die einst ausgerufenen 250 Mio. € könnten deutlich zu wenig sein.

Wer, wenn nicht Real Madrid?!

Auch wenn die Königlichen in der Vergangenheit stets für Rekordablösen auf dem Transfermarkt sorgen konnten, ist es in den vergangenen Transferperioden beinahe erschreckend ruhig um die Blancos geworden. War es lediglich die Ruhe vor dem Sturm und uns erwartet ein Paukenschlag? Angesichts der aktuellen sportlichen Misere werden die Forderungen nach einem neuen „Galaktischen“ in Madrid immer größer. Es kreisen Namen, wie Werner, Hazard oder Kane um das Bernabéu, der absolute Königstransfer wäre allerdings Neymar. Am Brasilianer wird zukünftig kaum ein Weg mehr zum Weltfußballer vorbeigehen und seine Rückkehr nach Spanien wäre der perfekte Seitenhieb für den FC Barcelona, welchen die Fans in Madrid so sehr herbeisehnen.

Sportlich und für das Selbstverständnis des Hauptstadtclubs ist Neymar die absolut perfekte Wahl. Das denkt man sich allerdings auch in Paris. Vereinsboss Al-Khelaifi wird seinen Star kaum ziehen lassen wollen. Jeder hat vielleicht ein Preisschild, das von Neymar ist aber besonders groß. Hinzu kommt, dass Paris ausgerechnet der Club ist, dem Geld und Ablösesummen am wenigsten zu interessieren scheinen. So kann ein Wechsel überhaupt erst realisierbar werden, wenn Neymar seinen Wechselwunsch tatsächlich bekundet. Trotz aller Gerüchte über sein nicht vorhandenes Wohlbefinden beteuert der Brasilianer, dass er in Paris glücklich sei und bleiben möchte. Wenn das stimmt, sind weitere Spekulationen bestandslos.

Es gibt einen Schlüssel für Real zu Neymar

Die Situation scheint, als hätte zunächst Neymar die Qual der Wahl. Will er tatsächlich weg aus Paris, müssen die Verantwortlichen Reals im Anschluss Al-Khelaifi überzeugen. Geld ist ein Mittel, welches ihn nur interessieren wird, wenn der Weltverband Nachforschungen zu den Transferausgaben anstellen wird und konkrete Sanktionen drohen. In Madrid gibt es allerdings ein Objekt der Begierde, welches dem Scheich womöglich doch zum Überlegen bringen könnte: Es ist Cristiano Ronaldo. Auf den Weltfußballer hat es der Al-Khelaifi augenscheinlich schon lange abgesehen. Ein Tauschgeschäft um Neymar und Ronaldo würde wohl alles Dagewesene übertreffen.

Noch gibt es aber keine konkreten Aussagen, Berichte zu dem Thema unterliegen Schwankungen. Diesen Winter wird voraussichtlich noch nichts geschehen. Ob uns dann der größte Transfer der Fußballgeschichte im Sommer bevorsteht, bleibt zunächst reine Spekulation. Bis dahin werden noch viele Namen und Summen fallen, denen man stets kritisch gegenüberstehen sollte. Eine Suppe wird nie so heiß gegessen, wie sie gekocht wird. Allerdings ist bei dieser Metapher von einer Suppe die Rede, an der sich auch die größten Vereine Europas die Zunge gehörig verbrennen könnten. Ob Real Madrid von der „Versuchung Neymar“ kosten wird, bleibt abzuwarten. Wir sind gespannt.

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Eduardo Silva-Von der Favela in die Champions League http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/67055-eduardo-silva http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/67055-eduardo-silva#respond Sun, 26 Nov 2017 15:30:26 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6730 Eduardo Silva lernte wie viele andere brasilianische Kids das Fußballspielen auf den Straßen und Hinterhöfen der Metropole Rio de Janeiro am Zuckerhut. Zwar schafft es Eduardo Alves da Silva, wie er mit vollem Namen heißt es nie, sich den Traum...

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Eduardo Silva lernte wie viele andere brasilianische Kids das Fußballspielen auf den Straßen und Hinterhöfen der Metropole Rio de Janeiro am Zuckerhut. Zwar schafft es Eduardo Alves da Silva, wie er mit vollem Namen heißt es nie, sich den Traum von der Selecao zu erfüllen, bei der WM 2014 im eigenen Land war der damalige Schachtjor Donezk-Star trotzdessen mit von der Partie. Ein Porträt.

“Joga Bonito” auf dem Balkan

“Joga Bonito” ist das Motto, dass den brasilianischen Straßenfußballern von Geburt an mit in die Wiege gelegt wird. “Spiel schön”. Auch Eduardo Silva, der auf den Bolzplätzen der Favela Vila Kennedy das Kicken lernte, hatte die Philosophie wie ein Mantra verinnerlicht. 1983 geboren, verbrachte er bereits früh einen großen Teil seiner Jugend und Freizeit auf den Fußballplätzen des Viertels und lief auch alsbald für den lokalen Club CBF Nova Kennedy auf. 1998, im Alter von nur 16 Jahren, beobachteten Scouts des kroatischen Erstligisten und Rekordmeisters Dinamo Zagreb einige Auftritte des jungen Stürmers. Seine Qualitäten, nämlich eine hohe Antritts-und Endgeschwindigkeit sowie ein natürlicher Torriecher, imponierten der kroatischen Delegation außerordentlich.

Man machte ihm ein Angebot, Eduardo Silva sagte zu und packte die Koffer und machte sich auf in Richtung Zagreb, wo er nun Teil der Jugendauswahl des Rekordmeisters sein würde.

Nach einer zweijährigen Leihstation bei Bangu Atlético Clube und einem sechsmonatigen Intermezzo bei Croatia Sesvete gehörte er 2002 erstmals dem Profi-Kader des 18-maligen kroatischen Meisters an, bereits ein Jahr später war er aus der Startformation nicht mehr wegzudenken.

Mit seiner immensen Abschlussstärke sowie beeindruckender Agilität und Trickreichtum spielte Eduardo Silva schnell alle Abwehrreihen der höchsten kroatischen Spielklasse schwindelig. Im Spiel von Dinamo war er Dreh-und Angelpunkt, da er trotz seiner Position als linker Stürmer auch die “tiefen” Wege ging und auch gegen den Ball hervorragend arbeitete. Weil er im Jahr 2002 neben der brasilianischen auch die kroatische Staatsbürgerschaft erhielt, dauerte es fortan nicht lange, bis er für Kroatien auch auf internationaler Ebene für Furore sorgte.

Für Dinamo Zagreb, für die er ab März 2007 sogar als Kapitän auf das Feld lief, erzielte Eduardo Silva insgesamt 73 Tore in 100 Spielen, alles andere als eine schlechte Ausbeute. In der kroatischen Nationalmannschaft, in der er 2004 in einem Freundschaftsspiel gegen Irland debütierte, stehen in 62 Spielen 29 Treffer zu Buche, nur Volksheld Davor Suker hatte öfter treffen können für die Vatreni.

Im Sommer 2007 dann war Eduardo Silva endgültig auf der schillernden Bühne des europäischen Spitzenfußballs angekommen. Umgerechnet 13,5 Mio. € ließen sich die Gunners die Dienste des damals 24-Jährigen kosten und holten den Brasilianer mit dem kroatischen Pass ins Emirates Stadium, nachdem er dort zuvor schon in Diensten Dinamo Zagrebs getroffen hatte.

Von London nach Donezk

In seiner ersten Saison im Norden Londons konnte Eduardo Silva direkt zeigen, wieso die Verantwortlichen bei Arsenal derart viel Geld für ihn in die Hand nahmen, in 32 wettbewerbsübergreifenden Spielen kam er auf 13 Tore und zehn Vorlagen, eine formidable Leistung. Und auch den Traum von der Champions League konnte er sich bei den Gunners erfüllen.

Fünf mal kam Eduardo Silva in der Gruppenphase 2007/2008 zum Einsatz und bereits in seiner ersten Partie gegen Sevilla konnte er sein Tordebüt in der Königsklasse feiern. In seiner Karriere lief er insgesamt noch 27 weitere Male in der Champions League auf, acht Tore und eine Vorlage gelangen ihm in diesem Wettbewerb.

Am 27. Spieltag seiner Premierensaison erlangte Eduardo Silva auch über die Grenzen Englands hinaus Berühmtheit, allerdings auf tragische Art und Weise. Durch ein brutales Foul von Birmingham-Gegenspieler Martin Taylor brach Silva sich das Schien- und Wadenbein, die Saison war gelaufen, die Europameisterschaft 2008 ebenso.

Erst im Februar 2009, ein Jahr später, gab er für die Gunners sein Comeback, allerdings gehörte er erst in der darauffolgenden Spielzeit wieder regelmäßiger zum Personal. Nach 27 Saisonspielen mit zwei Toren und sieben Vorlagen endete das Kapitel England nach drei Jahren wieder. Schachtjor Donezk war zuvor mit Arsenal handelseinig geworden und verpflichtete Eduardo Silva für gut sieben Mio. €.

Spitzenleistungen in der Ukraine

In seinen insgesamt sechs Jahren bei Schachtjor Donezk drehte Eduardo Silva nach der schwierigen Zeit bei Arsenal noch einmal so richtig auf. Ganze fünf mal gewann Schachtjor mit ihm das Double aus Meisterschaft und Pokal, eine fantastische Titelausbeute. Dass Eduardo Silva nebenbei mal so eben 58 Tore und 17 Vorlagen in 174 Spielen vorweisen kann, wird bei zehn Trophäen in sechs Jahren fast zur Randnotiz.

Weltmeisterschaft “zuhause” – Eduardo Silva kehrt nach Brasilien zurück

Im Jahr 2014 gehörte Eduardo Silva auch der kroatischen Nationalmannschaft an, die sich für die Weltmeisterschaft in Brasilien qualifiziert hatte. Besser noch, die kroatische Auswahl bestritt sogar das Eröffungsspiel in Sao Paulo gegen die Selecao.

„Ich hätte nie gedacht, dass diese Situation einmal eintreten würde: als Brasilianer eine WM im eigenen Land zu spielen, aber im Trikot einer anderen Auswahl! Und dann treffen wir auch noch im Eröffnungsspiel aufeinander – so viele Zufälle gibt es doch gar nicht!” gab Eduardo Silva im Vorfeld der Partie sichtlich aufgeregt zu verstehen.

Dass er in eben jener Partie nicht zum Einsatz kam, dürfte ihn besonders gewurmt haben, hätte es doch im Alter von 31 Jahren sein Debüt bei einer Weltmeisterschaft bedeutet. Im weiteren Turnierverlauf kam er nur einmal zu einem Kurzeinsatz und beendete seine Karriere in der Nationalmannschaft nach Kroatiens Aus, nachdem es zu diversen Querelen mit Teamkollegen kam.

Im Anschluss an das Turnier gab Eduardo Silva zu verstehen, dass er nicht im Kreise des Teams die Heimreise antreten würde, da er einen Vertrag bei Flamengo unterschrieben hatte und somit zunächst in seiner “alten” Heimat verweilen würde.

Zwar kehrte er im Sommer 2015 noch einmal für zwei Jahre zu Schachtjor zurück, allerdings verließ er Donezk und die Ukraine zu Beginn diesen Jahres auch aufgrund der politischen Situation wieder in Richtung Brasilien, Atlético Paranaense hieß sein neues Ziel.

Der verlorene Sohn kehrt heim

Zwar steht Atlético Paranaense aktuell nur auf dem elften Tabellenplatz der höchsten brasilianischen Spielklasse und hat keine Chancen mehr auf die Qualifikation für die Copa Libertadores, jedoch dürfte das dem mittlerweile 34-jährigen Eduardo Silva nicht allzu sehr die Laune verübeln. Nach einer summa summarum tollen Zeit in Europa und der Teilnahme an der “Heim-WM” kann Eduardo Silva zufrieden auf seine Karriere zurückblicken. Zwar fehlt ihm der ganz große Titel sowohl auf internationaler Ebene als auch mit dem Verein, jedoch konnte er sich den Traum eines jeden brasilianischen Straßenkickers erfüllen. Von der Favela in die Champions League.

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Ganso wird 28 – wohin führt der Weg des Edeltechnikers? http://www.chefutbol.com/europa/spanien/ganso-wird-28-659807 http://www.chefutbol.com/europa/spanien/ganso-wird-28-659807#respond Thu, 12 Oct 2017 08:30:13 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6266 Brasilianisches Wunderkind oder nächster Europa-Flop? Nach über einer Saison beim FC Sevilla ist es immer noch schwierig, die Leistungen von Paulo Henrique Ganso beim andalusischen Erfolgsklub richtig einzuordnen. Anlässlich des 28. Geburtstags des feinen Technikers aus Ananindeua beleuchtet Chefutbol die...

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Brasilianisches Wunderkind oder nächster Europa-Flop? Nach über einer Saison beim FC Sevilla ist es immer noch schwierig, die Leistungen von Paulo Henrique Ganso beim andalusischen Erfolgsklub richtig einzuordnen. Anlässlich des 28. Geburtstags des feinen Technikers aus Ananindeua beleuchtet Chefutbol die aktuelle sportliche Situation des Offensivspielers.

Enttäuschende erste Spielzeit in Europa

Ganso und der FC Sevilla, das schien ein großes Missverständnis zu werden. Eigentlich ist Sevilla bekannt für die gute Einbindung von sensiblen Spielern mit hohen fußballerischen Qualitäten. Bei Banega, Nasri und Jovetic hatte dies in den letzten Jahren gut bis hervorragend funktioniert. Bei Ganso lag der Fall in der abgelaufenen Saison 16/17 jedoch anders – sieht man einmal von den wenigen starken Auftritten im April ab. Kaum einmal konnte sich er über mehrere Spiele in Szene setzen, stand einen Großteil der Saison nicht einmal im Kader. Lag dies an Gansos fehlender Qualität oder machte ihm die Eingewöhnung in Europa zu schaffen? Viele Sevilla-Anhänger vermuteten, dass Gansos Blockade etwas mit dem als perfektionistisch geltenden Trainer Sampaoli zu tun haben könnte. Dieser gab wiederholt taktische Gründe für Gansos Nichtberücksichtigung an. Sampaoli trainiert mittlerweile die argentinische Nationalelf und hat die Albiceleste am letzten Spieltag der Qualifikation gerade noch zur WM geführt. Eduardo Berizzo übernahm die Andalusier im Sommer 2017. Wie also würde sich der Brasilainer unter Sevillas neuem Trainer schlagen?

Alte Probleme nach neuem Start?

Zu Beginn der aktuellen Spielzeit legte Ganso einen furiosen Start hin. Zum Auftakt gegen Espanyol zu Hause sowie in Getafe spielte er jeweils 90 Minuten durch, erzielte im Madrider Vorort gar das goldene Tor zum 1:0-Sieg.

An den Spieltagen drei bis sechs stand Ganso jeweils mehr als 60 Minuten auf dem Feld. Abgesichert vom starken N’Zonzi konnte Ganso in der Offensive seine Stärken entfalten. Grund genug für Ganso, im September vom Comeback in der brasilianischen Nationalelf zu träumen. „Ich hoffe, dass Tite meine Leistungen verfolgt“, richtete Ganso offensive Worte an den brasilianischen Nationaltrainer. Bei der 0:2-Auswärtsniederlage bei Atlético am 23. September (6. Spieltag) stand Ganso jedoch gar nicht im Kader der Andalusier. Sicher auch, weil die Konkurrenz im offensiven Mittelfeld mit Banega und Vázquez stark ist. Den 2:0-Heimerfolg gegen den FC Málaga am siebten Spieltag verfolgte er jedoch ebenfalls nur von der Tribüne aus. Das jähe Ende eines kurzen Aufschwungs? Der kommende Spieltag in der Primera División wird darüber Aufschluss geben. Dort wartet mit der Auswärtsfahrt nach Bilbao am Samstag um 13 Uhr eine wahre Mammutaufgabe auf Berizzos Team. Da Gansos Konkurrent auf der Kreativposition, der Argeninier Éver Banega, mit der argentinischen Nationalelf auf Reisen war, dürften Gansos Chancen nicht schlecht stehen. Die Sevilla-Anhänger wünschen sich jedenfalls, dass sich der Brasilianer nachträglich zu seinem 28. Geburtstag in Form von Toren und Vorlagen selbst beschenkt.

Die bisherige Laufbahn von Ganso

Die Karriere von Ganso begann beim legendären Pelé-Klub FC Santos. Dort debütierte der Edeltechniker bereits mit 17 Jahren im Profiteam. 2010 führte Ganso das Team als Regisseur zum Triumph im brasilianischen Pokal und ein Jahr später gewann das Team die Copa Libertadores. Es waren Gansos beste Jahre, zu jener Zeit lief der Offensivspieler insgesamt achtmal für die Selecao auf. Im September 2012 wechselte er für rund 10 Millionen Euro Ablöse zum FC Sao Paolo, wo er 2013 mit seinen Teamkollegen die Copa Sudamericana erringen konnte. Im Sommer 2025 schließlich entschied sich Ganso für den Wechsel nach Europa zum FC Sevilla.

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“El Tigre” stillt seinen Torhunger – Falcao im Fürstentum mit zweitem Frühling http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/falcao-still-torhunger http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/falcao-still-torhunger#respond Thu, 28 Sep 2017 22:24:56 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6123 Nach zwei überaus schwierigen Jahren in England beim FC Chelsea und Manchester United kehrte Falcao 2025 ins Fürstentum Monaco zurück. Der Rekordtransfer der Monegassen konnte sich weder bei den “Blues” noch bei den “Red Devils” im Sturmzentrum etablieren, die Karriere...

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Nach zwei überaus schwierigen Jahren in England beim FC Chelsea und Manchester United kehrte Falcao 2025 ins Fürstentum Monaco zurück. Der Rekordtransfer der Monegassen konnte sich weder bei den “Blues” noch bei den “Red Devils” im Sturmzentrum etablieren, die Karriere des 60 Millionen-Manns schien bereits mit 30 vorüber zu sein. Doch in Frankreichs höchster Spielklasse konnte “El Tigre” an seine phänomenalen Leistungen beim FC Porto und den “Colchoneros” aus Madrids Süden anknüpfen und bescherte Monaco im vergangenen Jahr den französischen Meistertitel vor dem Starensemble aus Paris. Es scheint, als wäre aus der zwischenzeitlichen “Schmusekatze” wieder ein echter “Tiger” geworden. Und die Raubkatze ist hungrig..

Für ingesamt vier Jahre versetzte Radamel Falcao García Zárate zahlreiche Defensivabteilungen europäischer Spitzenvereine regelmäßig in Angst und Schrecken. Der Kolumbianer war nur schwer zu stoppen und im Strafraum nahezu aus jeder Lage tödlich, was ihm den Spitznamen “El Tigre” einbrachte. Nach einem enttäuschenden Aufenthalt auf der Insel schickt sich der Kolumbianer beim AS Monaco im Alter von 31 Jahren nun wieder an, seinem Spitznamen alle Ehre zu machen.

De Madrid al cielo?

Die Bewohner der spanischen Hauptstadt Madrid, unabhängig davon ob sie Fans der Blancos aus dem noblen Chamartín im Norden oder Anhänger der Colchoneros aus den Arbeitervierteln im Süden der Metropole sind, stimmen in sich in einer Angelegenheit zu. Dem madrilenischen Lebensmotto: “De Madrid al cielo”. Von Madrid in den Himmel. Meint soviel wie: Nur im Himmel ist es schöner als in unserem Madrid. Für Falcao, der insgesamt zwei Jahre in der 3,2 Mio.-Stadt verbrachte, sollte sich dieser Spruch in gewisser Weise bewahrheiten.

Für die stattliche Summe von 47 Mio. € eisten die Rojiblancos den kolumbianischen Stürmerstar im Sommer 2011 vom FC Porto los, wo er in 87 Spielen ganze 72 Tore erzielt hatte, eine fantastische Ausbeute.

Das zum damaligen Zeitpunkt saftige Investment sollte sich für Atlético Madrid mehr als bezahlt machen. Für die Colchoneros spielte Falcao von Beginn an wie entfesselt auf. In seiner ersten Spielzeit in der Primera División gewann Falcao mit “Atleti” die Europa League, die er im Vorjahr bereits mit dem FC Porto gewinnen konnte und schoss 12 Tore in den 15 Partien des Wettbewerbs. Auch in der Liga schlug “El Tigre” 24 Mal zu, nur die beiden Außerirdischen CR7 und Leo Messi konnten öfter einnetzen.

Zu Beginn seiner zweiten Saison machte Falcao genau da weiter, wo er im Vorjahr aufgehört hatte. Am zweiten Spieltag gegen Athletic Bilbao gelang dem Kolumbianer ein Hattrick, nur einige Wochen später gar ein Fünferpack gegen Deportivo La Coruna.

Am Ende der Temporada konnte Falcao seine Torausbeute im Vergleich zum Vorjahr sogar noch steigern, im Ligabetrieb gelangen ihm 28 Treffer. Zusätzlich bezwang Atlético den ewigen Rivalen Real Madrid im Finale der Copa del Rey, was eine bereits sehr gute Saison der Rojiblancos sogar noch krönte.

Wechsel ins Fürstentum und Beginn der Leidenszeit für Falcao

Im Sommer 2013 machte der finanzstarke Ligue 1- Aufsteiger AS Monaco dem torgefährlichen Kolumbianer ein Angebot wie in Francis Ford Copollas preisgekröntem Meisterwerk “Der Pate”. Ein Angebot, dass er nicht ablehnen konnte. Ein Jahressalär von 14 Mio. €, netto wohlgemerkt, und die Aussicht auf den Lebensstil der Reichen und Schönen an der Côte d’Azur.

Falcao zögerte nicht lange und nachdem Monaco die von Atlético geforderten 60 Mio. € auf den Tisch gelegt hatte, dem russischen Investor sei Dank, kehrte “El Tigre” der spanischen Hauptstadt den Rücken. In den Himmel ging es allerdings erstmal nicht.

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Zunächst sah es für die kolumbianische Raubkatze gar nicht schlecht aus. Neun Tore in den ersten 15 Spielen für den Aufsteiger standen zu Buche, es schien, als würde sich der Tiger auch in seinem neuen Lebensraum behaupten können. Doch in einem Pokalmatch im Januar 2014 erlitt Falcao einen Kreuzbandriss im linken Knie, was ihn für die gesamte Rückrunde der Saison 2013/14 als auch für die Weltmeisterschaft 2014 außer Gefecht setzte. Ein schwerer Schlag für den kolumbianischen Stürmerstar.

Falcao und das englische Missverständnis

Im August 2014, am Transfer Deadline Day, vollzog Falcao einen Wechsel zu Manchester United, die vom niederländischen General Louis van Gaal trainiert wurden, zunächst auf Leihbasis mit vereinbarter Kaufoption.

Lange Zeit war in Monaco nicht klar, inwiefern der russische Milliardär und Mäzen Dmitry Rybolovlev sein Investment aufrecht erhalten würde. Da Falcao einer der Topverdiener im Fürstentum war, entschloss man sich, den Kolumbianer vorübergehend in England bis zur endgültigen Klärung der Umstände zu “parken” und ihn somit von der Gehaltsliste zu streichen.

Falcao brauchte im regnerischen England einiges an Anlaufzeit, sowohl die Kultur, als auch die Sprache und Spielweise in der Liga waren etwas Neues für den sonnenverwöhnten Falcao.

Coach van Gaal verlor jedoch alsbald das Vertrauen in den hochdekorierten Stürmerstar, weshalb Falcao fortan immer öfter mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen musste oder in der Am Ende der Saison standen für “El Tigre” magere vier Törchen in 26 Spielen auf der Habenseite, eine gebrauchte Spielzeit.

Im darauffolgenden Jahr zog des Falcao in die englische Finanzmetropole und Hauptstadt London zum FC Chelsea. Bei den Blues lief es für Falcao allerdings noch schlechter. Insgesamt absolvierte der Kolumbianer nur zehn Spiele für den Klub aus dem Nobelstadteil Chelsea, dabei gelang ihm ein Treffer. Den Großteil der Spielzeit verbrachte er entweder verletzt oder auf der Bank.

Rückkehr ins Fürstentum – Zweiter Frühling

Es schien, als wäre die vielversprechende Karriere des kolumbianischen Mittelstürmers aufgrund der Verletzungen der letzten Jahre schon an ihrem unvermeidlichen Ende angelangt. Allerhöchstens in der katarischen Wüste oder in der geldüberfluteten chinesischen Liga könnte er noch einmal dick abkassieren. Allerdings kehrte Falcao zur Saison 2025/17 ins Fürstentum Monaco zurück und fand in Leonardo Jardim einen Trainer vor, der an die Fähigkeiten von “El Tigre” glaubte und ein Spielsystem etablierte, dass perfekt auf den Mittelstürmer zugeschnitten ist. Der Glaube des Trainers war Balsam für die geschundene Stürmerseele und Falcao sollte das in ihn gesetzte Vertrauen mit Toren zurückzahlen. Vielen Toren.

Falcao ist vom Spielertyp her ein klassischer Neuner, der versucht, Räume zwischen den gegnerischen Innenverteidigern zu finden und als Anspielstation im Sturmzentrum fungiert. Über Monacos schnelle Außenspieler wurden viele Angriffe rasch über die Flügel vorgetragen und Falcao stand oftmals schlicht und ergreifend goldrichtig. Gemeinsam mit dem Youngster Kylian Mbappé als Sturmpartner spielte Falcao eine überragende Saison und konnte all die Qualitäten zeigen, die ihn schon Jahre zuvor zu einem von Europas gefürchtetsten Angreifern gemacht hatten: Physisches Durchsetzungsvermögen, Killerinstinkt vor dem Tor, überragende Abschlussstärke und Schnelligkeit auf den ersten Metern. Ein Komplettpaket. Für Monaco erzielte “El Tigre” in der vergangene Saison in der Liga 21 Tore und bereitete fünf weitere vor, was mit ausschlaggebend für den Gewinn der Meisterschaft vor dem Rivalen aus der Haupstadt, PSG, bedeutete.

Auch auf Europas hellster Bühne, der Champions League, fand Falcao glücklicherweise zurück in die Spur. Mit den Monegassen erreichte er das Halbfinale der Königsklasse, musste sich allerdings dort der “alten Dame” Juventus Turin geschlagen geben. Nichtsdestotrotz gelangen dem Kolumbianer sieben Tore, wenn man die Qualifikationsrunde noch einrechnet. Kein schlechter Wert.

“El Tigre” wieder mit Zähnen

Auch in der aktuellen Saison läuft es trotz des Abgangs von Superstar Mbappé mehr als zufriedenstellend für Falcao. Nach sieben Spieltagen in der französischen Ligue 1 stehen bereits elf Saisontore für den kolumbianischen Ausnahmestürmer zu Buche, der mittlerweile auch Kapitän der jungen Mannschaft des AS Monaco ist. Damit stellt “El Tigre” einen Liga-Rekord auf. Zwar hat Paris St. Germain mit Neymar Jr. und Mbappé ein brandgefährliches Sturmduo gekauft und gemeinsam mit dem Uruguayer Edinson Cavani nun einen 466 Mio. Sturm, allerdings könnte der AS Monaco, auch dank Falcao, ein Wörtchen mitreden, wenn es um den Titelgewinn in Frankreichs höchster Spielklasse geht. Derzeit liegen die Monegassen mit 18 Punkten aus sieben Spielen nur einen Zähler hinter dem Hauptstadtklub.

De Madrid al… Monaco?

Es scheint, als habe der mittlerweile 31-jährige Stürmer aus Santa Marta in Monaco das ideale Umfeld gefunden. Ein Trainer, der jegliches Vertrauen in ihn setzt, eine junge Mannschaft, die der erfahrene Goalgetter anführen kann, und.. nunja, durchschnittlich 15 Grad Celsius und fast ebenso viel Millionen, die jährlich auf das Konto wandern.

Für den Madrilenen gibt es nichts höheres als seine Stadt, Madrid. Von dort aus kann es nur noch weiter in den Himmel gehen. Falcao allerdings hat seinen Himmel an der Côte d’Azur gefunden. Letztlich könnte man also sagen, dass sich die vom Schrifsteller Luis Quiñones de Benavente geprägte Redewendung “De Madrid al Cielo” auch für Falcao bewahrheitet hat. Ein Himmel mit Umwegen.

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Matías Vecino: Führt er Inter wieder nach oben? http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/vecino-uruguay-384914 http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/vecino-uruguay-384914#respond Wed, 27 Sep 2017 08:06:51 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6093 Bei Inter Mailand werden sie sich vor der Verpflichtung von Matías Vecino vor allem an ein Spiel erinnert haben: Ende April siegte der AC Florenz in einem kuriosen Spiel mit 5:4 über die einmal mehr konfus auftretenden Lombarden. Hauptdarsteller war...

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Bei Inter Mailand werden sie sich vor der Verpflichtung von Matías Vecino vor allem an ein Spiel erinnert haben: Ende April siegte der AC Florenz in einem kuriosen Spiel mit 5:4 über die einmal mehr konfus auftretenden Lombarden.

Hauptdarsteller war mit zwei Treffern und einer Torvorlage der Nationalspieler Uruguays. Und allen voran bei den beiden Toren bewies er jene Flexibilität, die ihn als Spieler auszeichnet. Einmal verwerte Vecino im gegnerischen Strafraum eine flache Hereingabe mit dem linken Fuß, dann kombinierte er sich gemeinsam mit Borja Valero zunächst durch das Inter-Mittelfeld, ehe er sich den Ball schnappte, Richtung Tor marschierte und mit einem Flachschuss außerhalb des Strafraums vollstreckte.

Zwar sind Tore nicht unbedingt das Markenzeichen, mit dem der 26-Jährige in seiner Karriere bislang von sich reden machte – in der vergangenen Serie-A-Saison kam nämlich zu den beiden Treffern gegen Inter nur ein weiterer im letzten Saisonspiel gegen Absteiger Delfino Pescara hinzu. An der Art und Weise wie Vecino sie eingeleitet hat, lässt sich jedoch ablesen, dass er sich still und heimlich zu einem der komplettesten Mittelfeldspieler in Italien gemausert hat. Vecino kann mit Tempo durch das Mittelfeld an seinen Gegenspielern vorbei marschieren, auf engem Raum Lösungen finden und sich auch – am liebsten mit Borja Valero, mit dem er nun auch bei Inter wieder eine harmonische Mittelfeldachse bildet – mit wenigen Kontakten durch das Zentrum kombinieren.

Vecino einer wie Matuidi?

Auch Stefano Pioli, der letzte Saison noch Trainer bei den Mailändern war und zur neuen Spielzeit den Job bei der Fiorentina übernahm, sprach von einer „großartigen Verpflichtung“ seines ehemaligen Klubs. Der Italiener hätte Vecino, den er in der Vorbereitung eben auch besser kennenlernte, nur zu gerne behalten. „Er ist ein kompletter Mittelfeldspieler, auf demselben Niveau wie Blaise Matuidi“, fügte Pioli an. Und tatsächlich haben der französische Nationalspieler, der viele Jahre ein Fixpunkt bei Paris St. Germain war und nun auch bei Juventus Turin zu den Stammkräften zählt, und der Uruguayer so einiges gemeinsam. Zwar ist Vecino bei einer Körpergröße von 1,87 etwa zwölf Zentimeter größer als sein Pendant vom Erzrivalen, beide Mittelfeldakteure zeichnet aber neben ihren fußballerischen Vorzügen auch aus, dass sie in jeder Partie ein enormes Pensum betreiben, den Platz über die gesamte Spieldauer rauf und runter beackern, um entweder den ballführenden Gegner direkt und dynamisch zu attackieren, oder aber Räume und Passwege gekonnt zustellen.

Napoli-Trainer Sarri prägte Vecino

Vecino ist ein Spieler ohne Eitelkeiten, der einer unharmonischen Mannschaft, wie sie Inter in den letzten Jahren immer wieder war, helfen kann, wieder ein funktionierendes Kollektiv zu werden. Dass Vecino sich überhaupt zu dem kompletten Spieler entwickeln konnte, der er jetzt ist, hat auch viel mit Napoli-Trainer Maurizio Sarri zu tun. Sie arbeiteten gemeinsam beim FC Empoli, und Sarri, der aus den Neapolitanern die wohl mittlerweile am attraktivsten aufspielende Mannschaft Italiens geformt hat, hinterließ auch beim Uruguayer seine Handschrift. „Ohne Zweifel war er der prägendste Trainer in meiner Karriere“, erzählt Vecino. „Und das natürlich in positiver Hinsicht.“

Sarri formte während der Leihe nach Empoli aus einem lange Zeit unbeachteten Spieler einen selbstbewussten und geradlinigen Mittelfeldakteur, der sich peu á peu an die internationale Klasse herangearbeitet hat. Auch in der Nationalmannschaft Uruguays ist Vecino seit geraumer Zeit Stammspieler und Leistungsträger im zentralen Mittelfeld. Die 24 Millionen Euro – so hoch war seine festgeschriebene Ausstiegsklausel beim AC Florenz – die Inter in diesem Transfersommer für Vecino zahlte, könnten sich bei den Summen, die heutzutage auf dem Markt kursieren, noch als echtes Schnäppchen erweisen.

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Buenos dias Sankt Petersburg http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/buenos-dias-petersburg-zenit-582951 http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/buenos-dias-petersburg-zenit-582951#comments Fri, 15 Sep 2017 07:57:00 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5896 Nach dem dritten Platz in der Vorsaison und dem erneuten Verpassen der Champions League rüstete Zenit St. Petersburg im gerade abgelaufenen Transfersommer kräftig auf. Rund 85 Millionen Euro wurden für Neuzugänge ausgegeben. Die fünf teuersten Zugänge sind allesamt Argentinier und...

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Nach dem dritten Platz in der Vorsaison und dem erneuten Verpassen der Champions League rüstete Zenit St. Petersburg im gerade abgelaufenen Transfersommer kräftig auf. Rund 85 Millionen Euro wurden für Neuzugänge ausgegeben. Die fünf teuersten Zugänge sind allesamt Argentinier und schon zu Beginn der Saison die zentralen Bausteine im System vom neuen Trainer Roberto Mancini.

Die fetten Jahre, so schien es zuletzt, sind vorbei bei Zenit St. Petersburg. Noch im Jahr 2012 wechselten Axel Witsel und Hulk auf den letzten Drücker für über 80 Millionen Euro nach Russland. Zu dieser Zeit ließ sich in der Premier Liga gutes Geld verdienen, auch wenn die Liga sportlich nicht mit den europäischen Topligen aus Spanien oder England mithalten konnte – ähnlich wie aktuell China.

Doch die heimische Liga war nicht unbedingt das primäre Ziel. Vor allem in der Champions League sollte es endlich weiter als bis in die Gruppenphase oder das Achtelfinale gehen. Dies gelang nur bedingt.

Zwar war Zenit von der Saison 2011/12 an fünf Jahre in Folge in der Königsklasse vertreten, das angesprochene Achtelfinale war jedoch das höchste der Gefühle. National lief es ebenfalls nicht rund. Nur eine Meisterschaft wanderte nach den Investitionen 2012 noch in die zweitgrößte Stadt Russlands. Hinzu kamen im letzten Jahr die Abgänge von jenen Witsel und Hulk nach China und damit einhergehend ein Transferüberschuss von 81 Millionen Euro.

Das Jahr vor der WM

Ein Jahr vor der heimischen WM rüstete Zenit nun also erneut auf. Der neue Trainer Roberto Mancini setzte dabei vor allem auf junge Talente aus Argentinien. Für die Abwehr kam Emanuel Mammana aus Lyon, das zentrale Mittelfeld verstärkten Leandro Paredes von der AS Roma und Matías Kranevitter von Atletico. Für die vorderste Linie wechselten Sebastián Driussi und Emiliano Rigoni direkt aus der Primera Division in Argentinien nach Russland.

Der Kader wurde damit deutlich verjüngt. Während Spieler wie Danny (33) oder Nicolas Lombaerts (32) den Verein verließen, ist keiner der argentinischen Neuzugänge älter als 24. Sportlich scheint sich der eingeleitete Umbruch auszuzahlen.

Neun Spieltage sind in Russland bereits absolviert und Zenit grüßt von der Tabellenspitze. Gerade einmal drei Gegentore mussten die Innenverteidigung um Mammana und den erfahrenen Branislav Ivanovic bislang hinnehmen. Sechs Siege und drei Unentschieden lautet die starke Bilanz.

Zentrale Bausteine von Beginn an

Während Kranevitter, der in der letzten Saison von Madrid zum FC Sevilla verliehen wurde, erst vier Einsätze in der Liga bekam, alle als Einwechselspieler, ist Paredes der Dreh- und Angelpunkt im 4-4-2 von Mancini. Alle neun Spiele absolvierte der 23-Jährige von Beginn an und glänzte bereits als Torschütze und Vorbereiter.

Für die Tore zuständig ist jedoch eigentlich Sebastian Driussi. Der 21-Jährige gilt neben dem vor kurzem zu Bayer Leverkusen gewechselten Lucas Alario als eines der größten Sturmtalente in Argentinien. Trotz der klimatischen Unterschiede gibt es bislang keine Startschwierigkeiten für den Stürmer. Sechs Torbeteiligungen in neun Ligaspielen sind ein Topwert.

Die beeindruckende Frühform, unter anderem wurde der Meister Spartak Moskau im neuen Stadion mit 5:1 abgefertigt, bekam zuletzt leichte Dellen. Erst in der Verlängerung gelang gegen Utrecht der Einzug in die Europa-League-Gruppenphase. Gegen Rostov und bei Dinamo Moskau setzte es jeweils ein 0:0.

Zenit: Euro-League-Sieg reloaded?

Nach dem dritten Platz in der Vorsaison ist die Meisterschaft oder zumindest die Qualifikation für die Champions League das erklärte Ziel. Doch auch international will man sich im Jahr vor der WM von der besten Seite zeigen. In der Europa League zählt Zenit neben dem AC Milan und dem FC Arsenal zu den Mannschafen für die es, rechnet man die Teams die aus der Champions League „runterkommen“ könnten noch nicht mit ein, sehr weit gehen könnte.

Dazu jährt sich der Sieg im damaligen UEFA Cup im nächsten Sommer zum zehnten Mal. Eine viel schönere Geschichte könnten sie sich in St. Petersburg wohl kaum ausdenken, wenn der Pott dann erneut in die Kulturstadt wandert.

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Die 10 größten südamerikanischen Transferflops in der Bundesliga http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/10-transferflops-bundesliga http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/10-transferflops-bundesliga#respond Fri, 08 Sep 2017 12:44:47 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5858 Ohne Zweifel bringt der südamerikanische Kontinent in steter Regelmäßigkeit Spieler hervor, die bei europäischen Topvereinen Weltruhm erlangen und ihresgleichen suchen. Sei es Ronaldinho, Lionel Messi, Neymar oder auch der “echte” Ronaldo, seit jeher kommt eine Vielzahl an außergewöhnlichen Fußballern aus...

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Ohne Zweifel bringt der südamerikanische Kontinent in steter Regelmäßigkeit Spieler hervor, die bei europäischen Topvereinen Weltruhm erlangen und ihresgleichen suchen. Sei es Ronaldinho, Lionel Messi, Neymar oder auch der “echte” Ronaldo, seit jeher kommt eine Vielzahl an außergewöhnlichen Fußballern aus Südamerika. Leider ist nicht jeder südamerikanische Export zugleich auch ein Glücksgriff, mindestens ebenso viele Spieler können die hohen Erwartungen, die an sie gestellt werden nur bedingt oder gar nicht erfüllen und werden so zu “Transferflops”. Auch die Bundesligavereine bleiben von solchen Fehleinkäufen nicht verschont. Die 10 größten Transfermissverständnisse haben wir hier für euch zusammengestellt.

1. Breno

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Mit großen Vorschusslorbeeren verpflichtete der Branchenprimus FC Bayern München im Jahre 2007 den brasilianischen Innenverteidiger Breno aus São Paulo, der leider in erster Linie abseits des Platzes für Furore sorgen sollte. Ganze 12 Mio. € ließen sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße die Defensivhoffnung kosten; Rummenigge bezeichnete den damals 18-jährigen Nachwuchsakteur als “Investition in die Zukunft”.

In seinen ersten drei Jahren bei den Bayern kam Breno wettbewerbsübergreifend auf lediglich acht Einsätze, in denen er nicht ansatzweise überzeugen konnte. Nach einem Leihgeschäft mit dem 1. FC Nürnberg kehrte Breno 2011 zu den Bayern zurück und man hoffte, dass Breno nun endlich Gas geben würde. Unglücklicherweise waren es nur die Feuerwehrfahrzeuge, die 2011 Gas gaben, sie wurden zu einem Einsatz im Münchner Nobelvorort Grünwald gerufen, eine Villa stünde in Flammen. Wie sich herausstellte, legte Breno nach Alkoholgenuss und Familienstreitigkeiten Feuer in seinem Anwesen und wurde hierbei selbst leicht verletzt. 2012 verurteilte ihn das Gericht zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Der noch bestehende Vertrag mit dem deutschen Rekordmeister wurde selbstverständlich aufgelöst.

Nach vorzeitiger Haftentlassung kehrte Breno Deutschland den Rücken und spielt heute für Vasco da Gama in seiner brasilianischen Heimat.

2. Marcos Antonio

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Auch circa 170 Kilometer weiter nördlich, in der Frankenmetropole Nürnberg, kennt man sich mit südamerikanischen Fehleinkäufen bestens aus. Im Jahr 2012 verpflichtete der “Club” Marcos Antonio, einen Innenverteidiger mit vermeintlich “internationalem Format”. Und damit lagen die Verantwortlichen um Manager Martin Baader ja auch nicht so falsch, schließlich hatte Marcos Antonio zuvor schon mit Rapid Bukarest europäische Luft schnuppern dürfen.

Sein “internationales Format” konnten die Nürnberg-Anhänger allerdings nie zu Gesicht bekommen, was allerdings nicht heißen soll, dass Marcos Antonio den Franken nicht in bester Erinnerung geblieben ist. Zu skurril war sein Bundesligadebüt. Beim Spiel gegen den VfB Stuttgart war es ausgerechnet der hochgelobte Innenverteidiger, der nach 24 (!!) Sekunden mit einem absolut katastrophalen Rückpass das 0:1 verschuldete. Verunsichert durch seinen frühen Patzer machte Marcos Antonio einen Fehler nach dem anderen und stellte eher eine Gefahr für das eigene Team dar. Dieter Hecking, damals Nürnberg-Trainer, zog bereits nach 16 Spielminuten die Reißleine und nahm Marcos Antonio vom Feld, begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert der eigenen Anhänger.

Diese 16 Minuten sollten zugleich auch die Einzigen im Trikot des 1. FC Nürnberg bleiben. 2014 wurde der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Heute spielt Marcos Antonio in Malaysia beim Erstligisten Johor Darul.

3. Carlos Alberto

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Kaum ein Akteur kam mit derart hohen Erwartungen an die Weser die Carlos Alberto, der designierte Nachfolger des zuvor abgewanderten Spielmachers Diego. Ganze 7,8 Mio. € ließ sich Werder Bremen den damals 22-jährigen Brasilianer kosten, bis heute der zweitteuerste Transfer der Vereinsgeschichte!

Leider gehört Carlos Alberto trotz der hohen Ablösesumme und seines Status als Champions League Sieger (2004 mit dem FC Porto) definitiv zu den Transferflops. Die hohen Erwartungen, die an Carlos Alberto gestellt wurden, konnte der junge Brasilianer nie auch nur ansatzweise erfüllen, nur insgesamt fünf Spiele machte er für Werder in seinem ersten halben Jahr. Dafür fiel er abseits des Platzes durch allerhand Disziplinlosigkeiten wie Trainingsverspätungen und ausschweifende Ausflüge in das Nachtleben der Weser-Metropole auf.

Die Verantwortlichen bei Werder hatten auch alsbald Carlos Albertos Faxen dicke; nach Leihen zu São Paulo und Botafogo wechselte er 2010 ablösefrei zu Vasco da Gama. Der Champions League Sieg 2004 sollte das Karrierehighlight des ohne Zweifel hoch veranlagten Spielmachers bleiben.

4. Kahê

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Auch am Niederrhein bei Borussia Mönchengladbach wollte man im Jahre 2005 auf den “Südamerika-Zug” aufspringen und kaufte für circa 1,2 Mio. € den bulligen Mittelstürmer Kahê von Ponte Preta. Auch heute ist Kahê noch vielen Borussia-Fans bekannt, allerdings leider auch aufgrund ausbleibender Leistungen. In seinem ersten Jahr bei der Borussia konnte sich Kahê keinen festen Platz im Kader der Fohlenelf sichern, der junge Brasilianer hatte andauernd mit Übergewicht zu kämpfen. Man munkelte, dass der Torhunger des Transferflops eher zu tatsächlichem Hunger wurde. Besonders Bienenstich und andere Kuchenspezialitäten hatten es dem wuchtigen Angreifer angetan.

Nach einer radikalen Diät in der Sommerpause wollte Kahê in der Spielzeit 2006/07 so richtig angreifen, und zunächst sah es auch gar nicht schlecht aus. In den ersten fünf Spielen der Saison erzielte Kahê vier Tore. Es schien so, als würde der Mittelstürmer endlich liefern. Die vier Treffer blieben allerdings auch die einzigen Erfolgserlebnisse von Kahê am Niederrhein, sodass das Kapitel Bundesliga des Transferflops ein jähes Ende nahm.

Im August 2007 wechselte Kahê in die Türkei, heute schnürt er für Yeni Amasyaspor seine Stiefel.

5. Federico Insua

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Allerdings war Kahê nicht der einzige südamerikanische Fehleinkauf der Borussia. Im Sommer 2006 präsentierten die “Fohlen” den damaligen Rekordtransfer Federico Insua.

Für den argentinischen Spielmacher überwies Mönchengladbach 4,5 Mio. € an die Boca Juniors, man ging damals laut Präsident Rolf Königs an die Grenzen des finanziell Machbaren. Der 15-malige argentinische Nationalspieler konnte mit den hohen Erwartungen an seine Person allerdings nicht umgehen und somit nicht die kreative Anspielstation im Spiel der Fohlenelf werden. Obwohl Insua in seiner Premierensaison in 32 Ligapartien von Anfang an auf dem Platz stand, gelangen ihn in dieser Zeit nur mickrige zwei Törchen und zwei Vorlagen, definitiv zu wenig für eine derart hohe Ablösesumme.

Nach nur einem Jahr entschloss sich Insua bereits zu einem Wechsel, dem man von Vereinsseite aus keine Steine in den Weg legte, zumal dessen neuer Verein CF América aus Mexiko knapp 4,2 Mio. € an die Borussia überwies. Mittlerweile hat der hochveranlagte Spielmacher nach Stationen in Argentinien, Kolumbien und der Türkei seine Karriere allerdings beendet, ohne jemals über den Status einen Transferflops hinausgekommen zu sein.

6. Michel Bastos

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Als Ersatz für Lewis Holtby, der damals nach einer starken Saison nach England zu den Tottenham Hotspurs wechselte, nahmen die königsblauen Knappen 2013 den Brasilianers Michel Bastos ins Visier. Nachdem die Ablösemodalitäten mit Olympique Lyon geklärt waren, schloss sich der damals 29-jährige Linksaußen dem FC Schalke 04 zunächst auf Leibasis an.

Sportlich gesehen war für Bastos das Kapitel Schalke 04 auch gar nicht so katastrophal. In 14 Partien erzielte der Brasilianer vier Treffer. Nicht gut, aber auch nicht schlecht. Allerdings soll es immer wieder Unstimmigkeiten und Reibereien mit anderen Mitspielern sowie mit Trainer Jens Keller gegeben haben, sodass man bei S04 dem Brasilianer keine Steine in den Weg legte, als er bereits nach sieben Monaten in die arabische Wüste zu Al-Ain wechseln wollte.

Die Transferrechte des Spielers lagen zum damaligen Zeitpunkt weiterhin bei Olympique, Schalke hatte lediglich die Option, bei einem eingegangen Angebot für den Spieler ebenfalls eines abzugeben. Manager Horst Heldt nahm von einer Verpflichtung allerdings Abstand, was angeblich auch dem Willen des Spielers entsprach. Heute spielt Michel Bastos in der höchsten brasilianischen Spielklasse bei Palmeiras.

7. Juan Pablo Sorín

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Im Klub der südamerikanischen Transferflops der Bundesliga stellt auch der HSV einen Vertreter. Im Anschluss an die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland entschied man sich in der Hansestadt, einen echten Weltstar zu verpflichten. Juan Pablo Sorín, Kapitän der Albiceleste, sollte die wacklige Defensive des Bundesligadinos festigen und über die Außen auch offensive Akzente setzen. Nichts davon klappte jedoch.

In der Vorsaison hatte Sorín mit dem FC Villareal überraschend das Halbfinale der Champions League erreicht, in der die Hamburger in der Spielzeit 2006/07 nach dem dritten Platz im Vorjahr ebenfalls teilnahmeberechtigt waren. Die Freude über den Transfer währte allerdings nicht lange. Sorín wurde durch diverse Verletzungen zurückgeworfen, letztlich verpasste der Argentinier mehr Partien als er tatsächlich absolvierte, sodass bereits in der Winterpause Spekulationen über einen Weiterverkauf aufkeimten. Nach zwei enttäuschenden Jahren, in denen Sorín nicht ansatzweise an die Leistungen beim spanischen Erstligisten Villareal anknüpfen konnte, verließ er die Hanseaten wieder in Richtung Brasilien, ohne bleibende Fußspuren im Elbsand hinterlassen zu haben.

8. França

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Ein besonders peinlicher, aber auch tragischer Vertreter der südamerikanischen Transferflops in der Bundesliga ist ohne Zweifel França. Der Mittelfeldspieler sollte als Abräumer vor der Abwehr fungieren, absolvierte in seinen zwei Jahren allerdings kein einziges Spiel für die Hannoveraner, und das aus mehreren Gründen. Doch eines nach dem anderen.

Den Verantwortlichen bei Hannover um Manager Jörg Schmadtke war es in erster Linie wichtig, einen körperlich robusten und hochgewachsenen Mittelfeldspieler zu verpflichten, um die nötige körperliche Komponente in das Spiel von 96 zu bekommen. França erschien auf dem Papier wie geschaffen dafür, sodass man sich im Januar 2013 dazu hinreißen ließ, insgesamt 1,3 Mio. € an Ex-Klub Coritiba FC zu überweisen.

Beim Medizincheck in der niedersächsischen Landeshauptstadt folgte dann jedoch der Schock. Statt 1,91 Meter, wie versprochen, maß der Brasilianer nur 1,81 Meter, ganze zehn Zentimeter weniger! Zuerst fiel der Schwindel dem damaligen Coach Mirko Slomka auf, der selbst 1,87 m groß ist. Beim Gang in die Kabine und dem ersten Aufeinandertreffen bemerkte dieser, dass der brasilianische Neuzugang deutlich kleiner als er selbst war.

Hannover versuchte sogar, die ganze Sache zu vertuschen. In der offiziellen Mitteilung des Vereins bezeichnete Manager Schmadtke den Mittelfeldakeur als “1,90 m und 88 Kilogramm schweren Mittelfeldspieler, der genau in das Anforderungsprofil passt”.

Aufgrund eines Fitnessrückstandes absolvierte França zunächst ein zweiwöchiges Aufbautraining, ehe er erstmals für die “Roten” in einem Testspiel auflief, in dem er sich direkt verletzte. Die Blessur stellte sich zwar zunächst nur als Kniereizung heraus, sodass er bereits nach einwöchiger Zwangspause wieder ins Training zurückkehren konnte. Kurz vor dem anstehenden Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim jedoch ereilte sowohl Spieler als auch Verein die Schocknachricht. Tuberkulose. Ganze vier Monate setzte die schwerwiegende Lungenkrankheit den Brasilianer außer Gefecht, eine schwere Zeit für alle Beteiligten. Im Januar 2014 wurde França in seine Heimat an Palmeiras ausgeliehen. Bereits ein Jahr später, im Januar 2015 folgte dann der endgültige Wechsel zu Figueirense.

9. Fernando Santos

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Ein Transfer des TSV 1860 München, der nicht nur sündhaft teuer war, sondern auch den Rausschmiss des damaligen Chefscouts Stefan Schwarz bedeuten sollte. Fernando Santos. Der 1,91 m große Innenverteidiger schloss sich im Jahr 2003 den “Löwen” an, konnte den Abstieg allerdings nicht verhindern.

Ganze 1,2 Mio. € überwiesen die Giesinger im Winter 2003/04 an Santos Jugendklub Flamengo. Der damalige Coach Falko Götz bezeichnete Fernando Santos als seinen absoluten Wunschspieler, der trotz seines noch jungen Alters eine Führungspersönlichkeit darstelle und dem Verein direkt helfen könne. Weit gefehlt. Der brasilianische Defensivakteur absolvierte zehn Partien für den Münchner Traditionsverein, die nahezu alle an eine Katastrophe grenzten. Haarsträubende Fehler im Spielaufbau, einfachste Abspielfehler, miserables Stellungsspiel sind nur einige der Makel des brasilianischen Transferflops gewesen, sodass die 60er sich bereits nach nur einer Halbserie von Santos trennten. Dieser schloss sich Austria Wien an, konnte allerdings auch dort nicht ansatzweise überzeugen. Nach zwei Jahren in der Heimat bei Flamengo versuchte es Santos 2007 erneut mit der Bundesliga, wieder mit eher überschaubarem Erfolg.

Beim MSV Duisburg kam Santos zwar anfangs regelmäßig zum Einsatz, allerdings zog er sich alsbald einen Jochbeinbruch zu, sodass er den Abstieg der Zebras nicht mehr verhindern konnte. Am Ende der Spielzeit wurde der Vertrag aufgelöst und Fernando Santos kehrte in seine Heimat zurück. Im Jahr 2015 beendete der Innenverteidiger seine Karriere, ohne jemals groß sportlich in Erscheinung getreten zu sein.

10. Julio dos Santos

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Nach dem Abgang von Mittelfeldleader Michael Ballack zum FC Chelsea im Sommer 2005/06 klaffte ein großes Loch im Mittelfeld des Rekordmeisters. Beim deutschen Branchenprimus war man sich sicher, den designierten Nachfolger des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft in Paraguay gefunden zu haben. Julio dos Santos, vielversprechendes Talent des Hauptstadtklubs Cerro Porteno und Paraguays “Fußballer des Jahres”, wechselte für 2,7 Mio. € an die Isar um “El Capitano” zu beerben. Doch weit gefehlt.

Da dos Santos erst ab der Rückrunde spielberechtigt war, sollte sich der 22-jährige Paraguayer an die höheren physischen Anforderungen der höchsten deutschen Spielklasse zunächst im Kraftraum gewöhnen. Fitnesscoach Werner Leuthard schnallte ihm in seiner ersten Trainingseinheit einen 50 kg schweren Traktorreifen an den Rücken. Beim Versuch, diesen zu ziehen, scheiterte dos Santos kläglich, nicht einen Zentimeter konnte er diesen voranbewegen.

Sein Bundesligadebüt gab der Mittelfeldspieler am letzten Spieltag der Saison 2005/06 beim 3:3 Unentschieden gegen Borussia Dortmund. In der darauffolgenden Saison kam dos Santos lediglich auf acht Partien, sodass die Verantwortlichen an der Säbener Straße eine Ausleihe für das Beste hielten, der VfL Wolfsburg stand als Abnehmer parat.

In der niedersächsischen Provinz erhielt dos Santos allerdings auch keine wirkliche Spielpraxis. Einen Tag nach Bekanntgabe des Wechsels brach dos Santos sich das Wadenbein und war somit vorerst außer Gefecht gesetzt.

Nach seine Rückkehr zum Rekordmeister wurde dos Santos erneut verliehen, einmal zu UD Almería in die spanische Primera División und nach Brasilien zu Grêmio Porto Alegre. Da auch diese beiden Stationen von eher mäßigem Erfolg gekrönt waren, verkauften die Bayern das paraguayische Wunderkind 2008 an Atlético Paranaense nach Brasilien. Heute spielt dos Santos bei Sportivo Liqueno in seiner Heimat Paraguay.

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Dybala bei Juventus: Der König im Reich der Königstransfers http://www.chefutbol.com/europa/italien/dybala-juventus-konig-347909 http://www.chefutbol.com/europa/italien/dybala-juventus-konig-347909#respond Mon, 04 Sep 2017 08:01:16 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5803 Paulo Dybala hat zur neuen Saison nicht nur die Nummer 10 bei Juventus bekommen, sondern auch mehr Verantwortung. Der Argentinier ist der Fixpunkt im „Kosmos Juve“ und im System von Trainer Massimiliano Allegri. Um ihn herum haben die Verantwortlichen eine...

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Paulo Dybala hat zur neuen Saison nicht nur die Nummer 10 bei Juventus bekommen, sondern auch mehr Verantwortung. Der Argentinier ist der Fixpunkt im „Kosmos Juve“ und im System von Trainer Massimiliano Allegri. Um ihn herum haben die Verantwortlichen eine Mannschaft zusammengestellt, mit der Dybala in den nächsten Jahren Titel holen kann – vielleicht auch endlich international.

Vor jedem Heimspiel ist es eigentlich bei allen Vereinen in Europa das gleiche Ritual. Mit der Vereinshymne, in der es um Liebe, Hingabe, Leidenschaft, Träume, Siege und Niederlagen, Hoffnungen und Schmerzen geht, beginnt schon kurz vor dem Anpfiff das Spektakel. Es folgt die vom Stadionsprecher vorgelesene Aufstellung und das Spiel beginnt. So auch im Allianz Stadium von Turin.

Allerdings haben sich die Namen, die der Stadionsprecher dort verliest, in den letzten Jahren bei Juventus häufig geändert. Allein in den letzten fünf Jahren verließen Juventus Spieler wie Leonardo Bonucci, Paul Pogba, Álvaro Morata, Arturo Vidal, Andrea Pirlo oder Carlos Tévez– zum Teil für sehr viel Geld.

National in einer anderen Liga

Dennoch schaffte es das Team um Sportdirektor Giuseppe Marotta immer wieder, den Trainern Antonio Conte und seinem Nachfolger Allegri eine Mannschaft zur Verfügung zu stellen, die national, ähnlich wie der FC Bayern oder Paris Saint-Germain, in einer anderen Liga spielt.

Während in Deutschland die Transfers von Borussia Dortmund zum FC Bayern heiß diskutiert wurden, hat dies bei Juventus seit Jahren Methode. So investierte man die Einnahmen aus dem Pogba-Transfer in die Schlüsselspieler der direkten Konkurrenten aus Rom und Neapel – Gonzalo Higuaín und Miralem Pjanić.

Hinzu kommen die Rückkehraktion von ehemaligen Serie-A-Spielern, die die Liga bereits kennen und deren Weg in anderen europäischen Topligen stockte. So konnte man der AS Rom und dem AC Florenz über Umwege Mehdi Benatia und Juan Cuadrado abluchsen.

Zur Saison 2015/2025 gelang der „Alten Dame“, mit Blick auf die Zukunft und trotz ablösefreier Transfers von Sami Khedira, Paul Pogba oder Dani Alves, vielleicht sogar der größte Coup auf dem Transfermarkt.

Das 40-Millionen-Euro Schnäppchen

Für 40 Millionen Euro wurde der damals 21-Jährige Paulo Dybala von US Palermo losgeist. 21 Tore und 16 Vorlage konnte Dybala bis dahin in 89 Serie-A- und B-Spielen aufweisen. Viele Stimmen wurden laut, dass dies, für ein ohne Zweifel großes Talent, doch zu viel sei. Hinzu kamen die großen Fußstapfen des sehr beliebten Tévez, der zurück nach Argentinien wechselte.

Aus heutiger Sicht und mit Blick auf den derzeit massiv überhitzen Markt sind die 40 Millionen Euro fast schon als Schnäppchen einzuordnen. Sollte Dybala den Verein irgendwann verlassen, wird sich die Summe vielleicht sogar verfünffachen – oder mehr.

Doch für einen Abschied gibt es derzeit wenige Gründe. Erst im April wurde der Vertrag bis ins Jahr 2022 verlängert. Gerüchten über einen möglichen Wechsel zum FC Barcelona kommentierte Marotta in der „tuttosport“ vor wenigen Tagen deutlich: “Er geht nicht.“

Sportlich gibt es ebenso keinen Anhaltspunkt für einen vorzeitigen Abschied. National räumt Juve seit Jahren die Meisterschaft ab und international schaffte es man es in den letzten drei Jahren zweimal ins Endspiel der Champions League.

Dybala in einer Reihe mit Platini und del Piero

Mit der Nummer 10, die bei Juve unter anderem von den Legenden Omar Sívori, Michel Platini, Roberto Baggio und Alessandro del Piero getragen wurde, wächst nun die Verantwortung für den 23-Jährigen.

Im System von Allegri ist er im Offensivbereich die zentrale Figur. Ob hinter, neben oder um seinen Landsmann Higuain drum herum – an Dybala führt kein Weg vorbei. Die Befürchtung, dass die zusätzliche Aufmerksamkeit ihn hemmen könnte, ist bislang nicht eingetreten. Während Dybala in der letzten Saison elf Treffer erzielte, sind es in der aktuellen nach zwei Spielen bereits vier.

An der nationalen Meisterschaft führt, trotz des Abgangs von Bonucci zum aufgepimpten AC Milan, auch in diesem Jahr kein Weg an Juventus vorbei. Es wäre die Siebte in Folge.

Doch es ist dann, wie auch bei dem Prozedere mit der Vereinshymen vor dem Spiel, bei den meisten europäischen Topteams wieder das Gleiche: Der Henkelpott bleibt der große Traum. Vor allem der Traum der Generation um Gianluigi Buffon, Giorgio Chiellini und Co. – und die Hoffnungen der alten Männer hinten ruhen auf Dybala.

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Raffael Caetano de Araújo – Von Favres Musterschüler zum Maestro der Fohlen http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/670533-raffael-caetano-de-araujo-portrat http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/670533-raffael-caetano-de-araujo-portrat#respond Thu, 27 Jul 2017 12:57:23 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5332 Raffael Caetano de Araújo, kurz Raffael, ist einer dieser Spieler, für die das Wort “Maestro” wie geschaffen erscheint. Partie für Partie verleiht der 32-jährige Brasilianer aus Fortaleza dem Spiel von Borussia Mönchengladbach den richtigen Takt und führt im Angriff ausgesprochen...

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Raffael Caetano de Araújo, kurz Raffael, ist einer dieser Spieler, für die das Wort “Maestro” wie geschaffen erscheint. Partie für Partie verleiht der 32-jährige Brasilianer aus Fortaleza dem Spiel von Borussia Mönchengladbach den richtigen Takt und führt im Angriff ausgesprochen erfolgreich Regie, und das auch noch mit einer gewissen Eleganz und einem Hauch Esprit. Doch trotz seines unbestrittenen Talents reichte es für den Musterschüler Lucien Favres nie zum ganz großen Ruhm. Ein Porträt seiner Karriere. 

Als Manager Max Eberl im Juni 2025 verkündete, dass Spielmacher Raffael seinen 2017 auslaufenden Vertrag zu erheblich verbesserten Konditionen bis 2019 verlängert hat, fiel wohl dem ein oder anderen Fan ein dicker Stein vom Herzen. Sowohl Branchenprimus Bayern München als auch Borussia Dortmund buhlten um die Dienste des Brasilianers und boten hierbei ein jährliches Salär von kolpotierten sechs Mio. €. Nichtsdestotrotz entschied sich der talentierte Angreifer für einen Verbleib bei den Fohlen, bei denen er seit seiner Ankunft im Sommer 2013 zum absoluten Fixpunkt im Angriffsspiel geworden ist.

Der lange Weg von Fortaleza bis an den linken Niederrhein

Nachdem Borussia Mönchengladbach unter dem damaligen Coach Lucien Favre eine wechselhafte Spielzeit 2012/13 durchlebte und mit Platz Acht auch nicht im europäischen Wettbewerb vertreten sein würde, bemühte sich der Schweizer bei seinen Bossen intensiv um eine Verpflichtung des brasilianischen Regisseurs und überzeugte letztlich beide Seiten von einem Transfer. Fünf Mio. € überwies Borussia an Dynamo Kiew, um Favre seinen absoluten Wunschspieler zur Verfügung zu stellen, schließlich arbeiteten Raffael und der exzentrische Schweizer bereits zuvor ausnehmend erfolgreich zusammen. Doch eins nach dem anderen.

Da Raffael in seiner Jugend hauptsächlich Futsal spielte, dauerte es vergleichsweise lang, bis der talentierte Angreifer aus der Küstenstadt Fortaleza erstmals Profiluft schnupperte. Erst 2001, im Alter von 16 Jahren unterschrieb Raffael einen Profi-Vertrag bei CA Juventus, einem Klub aus der Gegend um Sao Paolo, für den er bis 2003 in der ersten Mannschaft aktiv war.

2003 folgte schließlich der Wechsel ins Ausland, zum FC Chiasso in die Schweizer Super League. Für das Team aus dem Kanton Tessin traf Raffael in zehn Begegnungen zwei Mal, ehe er und sein Mentor und Lehrmeister Lucien Favre 2005 erstmals beim FC Zürich aufeinander trafen.

Raffael

mediadb.kicker.de / Raffael und Favre

Zwar wurde Raffael aufgrund bestehender Mängel im Defensivverhalten zunächst nur in Heimspielen eingesetzt, jedoch schien der Schweizer genau der richtige Trainer für den damals 20-jährigen Brasilianer zu sein. Raffael lernte schnell und verinnerlichte die ohne Zweifel komplexen Laufwege und Spielideen, die im Training einstudiert wurden, sodass Zürich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Meisterschaft gewinnen konnte.

Wettbewerbsübergreifend erzielte Raffael für Zürich in 106 Spielen 53 Tore und legte 20 weitere auf.

Als Favre 2007 in die Bundesliga zu Hertha BSC wechselte, holte dieser seinen Lieblingsschüler vom FC Zürich in der Winterpause ebenfalls an die Spree. Nach einer guten Saison, die auf dem vierten Platz endete folgte eine miserable Spielzeit, die den Rausschmiss Favres zur Folge hatte. Raffael entschied sich allerdings für einen Verbleib in Berlin.

Mit der Hertha erlebte Raffael sowohl den Abstieg 2009/10 als auch den direkten Wiederaufstieg in der darauffolgenden Spielzeit, bevor er trotz seines mittlerweile ebenfalls verpflichteten Bruders Ronny das Kapitel Berlin aufgrund eines erneut bevorstehenden Abstiegs 2012 beendete und für die stattliche Summe von neun Mio. € in die Ukraine zu Dynamo Kiew wechselte. Für Berlin konnte Raffael in 163 Spielen 39 Tore erzielen und 31 direkt vorbereiten.

Lange hielt es den talentierten Brasilianer allerdings nicht in der ukrainischen Hauptstadt. Schon in der Rückrunde 2012/13 zog es den mittlerweile 27-Jährigen zurück in die Bundesliga zu Schalke 04, zunächst auf Leihbasis. Doch schon im Sommer 2013 sollte aus dem vorübergehenden Deutschlandaufenthalt ein Dauerhafter werden.

Allerdings nicht bei den Königsblauen, sondern knapp 80 Kilometer weiter bei Borussia Mönchengladbach. Trainer dort? Natürlich Lucien Favre.

Raffael: Dreh- und Angelpunkt des Gladbacher Spiels

Seit seiner Ankunft bei Borussia 2013 ist Raffael ein echter Fixpunkt im Spiel der Fohlen. In 147 Spielen für Mönchengladbach schoss er ganze 57 Tore und leitete 30 Tore ein. Auch nachdem sein Lehrmeister Lucien Favre nach fünf sieglosen Spielen in Folge zu Beginn der Saison 2015/16 seinen Hut nahm, brachen die Leistungen des Brasilianers keineswegs ein. Im Gegenteil. In 39 Spielen traf er selbst 15 Mal und bereitete 13 Treffer vor, Topwert in der Mannschaft!

Für das Mönchengladbacher Spiel ist der trotz seines Alters immernoch quirlige Angreifer nahezu unabdingbar. Vergangene Spielzeit verpasste Raffael verletzungsbedingt 14 Spiele. In eben jenen Begegnungen reichte es für die Borussia nur vier Mal zum Sieg. Auch schossen die Fohlen nur 14 Tore in diesem Zeitraum, was die Wichtigkeit der Rolle Raffaels im Gladbacher Spiel eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Diese beinhaltet nämlich weit mehr als das bloße Erzielen von Toren. Raffael ist das personifizierte Umschaltspiel und darüber hinaus schafft er durch seine technisch anspruchsvollen Dribblings und intelligenten Laufwege Räume für seine Mitspieler. Hinzu kommen hohe Laufbereitschaft, sicheres Passspiel, grandiose Übersicht und eine unbestreitbare Qualität im Spielaufbau. Eine Qualität, die dem Kader der Borussia sichtbar abgeht, wenn Raffael fehlt. Aktuell befindet sich niemand in den Offensivreihen Mönchengladbachs, der es vermag, Raffaels Rolle zufriedenstellend auszufüllen.

Zwar haben Thorgan Hazard und auch Jonas Hofmann in ihrer Entwicklung einen Sprung nach vorne gemacht und auch Lars Stindl zeigte beim Confederations Cup, wozu er in der Lage ist. Ein lückenreißender Umschaltspieler und Spielgestalter wie Raffael ist jedoch keiner des Trios. Vor Allem bei Hazard und Stindl lässt sich gut beobachten, wie sich die Abwesenheit des Brasilianers auf deren Spiel auswirkt. Zwar vermögen es beide, die Rolle neben Raffael auszufüllen. Besonders Lars Stindl profitiert immens von den Pässen in die Schnittstelle des “Maestros”. Aber sowohl der Nachfolger Favres, André Schubert, als auch dessen Nachfolger Dieter Hecking vermochten es nicht, einen internen Ersatz für den Regisseur des Gladbacher Spiels zu finden.

Mittelfristig dürfte es für Borussia Mönchengladbach also von entscheidender Priorität sein, einen Nachfolger für den alternden Spielmacher zu finden.

Die “Selecao” und der fehlende “ganz große Wurf”: Raffael nur Mittelmaß?

Trotz all seiner Klasse und Spielintelligenz genügten die Leistungen Raffael Caetano de Araújos nie, um in den Fokus der Selecao, der Nationalmannschaft Brasiliens, zu rücken. Das mag zum einen daran liegen, dass die Brasilianer traditionell im Offensivbereich sehr breit aufgestellt sind, zum Anderen auch an der fehlenden internationalen Strahlkraft des 32-jährigen Brasilianers.

Zwar war Borussia Mönchengladbach in den vergangenen fünf Jahren vier mal im internationalen Geschäft vertreten, zweimal sogar in der Champions League. Allerdings besitzt die Borussia, bei allem Respekt, noch nicht das notwendige Standing im europäischen Fußball, um die Aufmerksamkeit des Nationaltrainers zu erregen.

Zu viele andere Spieler auf Raffaels Position spielen bei absoluten Schwergewichten des europäischen Vereinsfußballs und gewinnen regelmäßig Titel mit ihren Vereinen. Neymar beim FC Barcelona, Willian bei Chelsea London, Philippe Coutinho beim FC Liverpool, Lucas bei Paris St. Germain, nur um einige zu nennen. Die einzigen Titel, die sich über die Jahre in Raffaels Vitrine eingefunden haben, sind zwei Meisterschaften in der Schweiz. Im Vergleich zu Champions League oder auch dem Gewinn der Premier League in England schlicht und ergreifend zu wenig.

Es sollte sich nun aber nicht der Eindruck aufdrängen, Raffael sei lediglich ein mittelmäßiger Spieler. Ganz im Gegenteil. Bei keiner seiner Stationen mangelte es an Anfragen deutscher und auch europäischer Topclubs, das Interesse von Bayern München am technisch versierten Spielgestalter verdeutlicht gut, welche Qualität Raffael doch besitzt.

Wohlfühlfaktor Borussia

Doch Pokale in den Nachthimmel zu recken oder auch auf internationalem Parkett für Brasilien aufzulaufen sind nicht die entscheidenden Faktoren in der Karriere des eher zurückhaltenden Spielmachers. Angesprochen auf das Umfeld von Borussia Mönchengladbach stellte Raffael klar, dass es primär darauf ankäme, ob er und seine Familie sich sowohl im Verein als auch in der Region wohlfühlen, schließlich ist der 32-jährige Brasilianer gleich vierfacher Familienvater (zwei Söhne, zwei Zwillingstöchter). Dies sei sowohl bei Borussia als auch in der Region der Fall. Allein deshalb schon bestünde kein Grund, den Verein zu verlassen, um anderswo auf Torejagd zu gehen.

Auch ohne Titel bereits Legende!

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Raffael Caetano de Araújo aufgrund seiner außergewöhnlichen sportlichen Leistungen bei Borussia Mönchengladbach dort längst Legendenstatus besitzt und definitiv mehr ist, als “irgendein Spieler”. Auch neben dem Platz ist der 32 Jahre alte Maestro ein echter Profi und ein Spieler, der vorangeht. In Zeiten milliardenschwerer TV-Deals und Ablösesummen und Gehältern in astronomischen Höhen ist es fast schon ungewöhnlich, wenn ein Spieler nicht dem Ruf des Geldes folgt und stattdessen das tut, was für ihn als Mensch und auch für sein familiäres Umfeld am Besten ist.

Raffael ist für die Borussia nicht nur ein großartiger Fußballer, sonder ebenfalls eine Identifikationsfigur und ein Vorbild für die vielen jungen Spieler der Borussia. Er wird fehlen, wenn er irgendwann nicht mehr da ist. Egal ob mit oder ohne Titel.

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