Neben dem Feld – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Sat, 27 Apr 2019 10:11:09 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.1.1 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Neben dem Feld – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Copa Libertadores: Verzerrt das Klima den Wettbewerb? http://www.chefutbol.com/lateinamerika/copa-libertadores-de/copa-libertadores-klima-wettbewerb-489234 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/copa-libertadores-de/copa-libertadores-klima-wettbewerb-489234#respond Thu, 06 Dec 2018 12:01:48 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11349 Die Copa Libertadores sorgt dieses Jahr für viel Zündstoff. Das liegt allerdings nicht nur an den Ausschreitungen rund um das Final-Rückspiel, sondern auch am unterschiedlichen Klima Südamerikas. Rund um das „Superfinal“, wie dieses Jahr das Finale der Copa Libertadores in...

The post Copa Libertadores: Verzerrt das Klima den Wettbewerb? appeared first on chefutbol.

]]>
Die Copa Libertadores sorgt dieses Jahr für viel Zündstoff. Das liegt allerdings nicht nur an den Ausschreitungen rund um das Final-Rückspiel, sondern auch am unterschiedlichen Klima Südamerikas.

Rund um das „Superfinal“, wie dieses Jahr das Finale der Copa Libertadores in Anlehnung an den „Superclassico“, dem wohl berühmtesten Stadtderby der Welt zwischen den Boca Juniors und River Plate genannt wird, gab es in den letzten Tagen viel Aufruhr. Jetzt soll es nach mehrfachen Verlegungen am kommenden Samstag in Madrid zum Final-Rückspiel der beiden Erzrivalen kommen. Während diese Paarung in einem Endspiel der Copa Libertadores für viele argentinische Fußballfans der Höhepunkt ihres Fußballjahres, wenn nicht sogar ihres Fußballlebens bedeutet, gibt es immer wieder Stimmen, die die Fairness der Copa Libertadores in Frage stellen. Hauptkritikpunkt ist, dass sich aufgrund klimatischer Gegebenheiten des großen Kontinents eindeutige Vorteile für einige Teams ergeben. Ist an diesen Aussagen etwas dran, oder handelt es sich dabei um die Meinung von Menschen, die mit Niederlagen nicht klarkommen?

Geographische Besonderheiten Südamerikas

Weite Teile Südamerikas liegen in den Tropen. Dort sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit ganzjährig sehr hoch. Im Westen des Kontinents erstrecken sich jedoch in Nord-Süd-Richtung die Anden. Dort wird das Klima wesentlich stärker von der Höhenlage als von der Breitenlage bestimmt. Während es in den Tropen unangenehm heiß ist, nimmt im Gebirge mit steigender Höhe nicht nur die Temperatur, sondern auch der Sauerstoffgehalt der Atemluft ab. Eine Akklimatisierung würde einige Zeit in Anspruch nehmen, die man im Fußballgeschäft natürlich nicht hat. Die Fifa versuchte beispielsweise 2008 ein Dekret durchzusetzen, welches für Spiele in Höhenlagen über 3000 Meter eine Akklimatisierungszeit von zwei Wochen zwingend voraussetzt. Gerade in Bolivien traf dieser Beschluss auf sehr viel Protest, da es schwierig geworden wäre die Heimspiele der bolivianischen Nationalmannschaft im Stadion der größten Stadt des Landes La Paz, das auf 3637 Metern über dem Meeresspiegel liegt, auszutragen. Präsident Evo Morales schaffte es damals mit einer Klage wegen Diskriminierung und Ausgrenzung bei den Vereinten Nationen eine Ausnahmeregelung für La Paz zu beantragen und kippte die Regelung der Fifa.

Heimstärke bolivianischer Vereine

Nicht zu übersehen ist allerdings die äußerst auffällige Heimstärke der bolivianischen Klubmannschaften auf internationaler Ebene und der Nationalmannschaft in den Qualifikationsrunden für Weltmeisterschaften. Der Verein The Strongest aus La Paz beispielsweise gewann in der Copa Libertadores im eigenen Stadion 50 von 79 Partien. 13 Spiele gingen verloren und 16-mal teilte man sich die Punkte mit dem Gast. Auswärts dagegen konnten man von 77 Spielen nur vier gewinnen und verlor 61 Partien. Dasselbe ist bei der bolivianischen Nationalmannschaft zu beobachten. In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland holte man alle 14 Punkte in La Paz. Gerade die großen und stolzen Fußballnationen in Südamerika, wie Brasilien und Argentinien, versuchen immer wieder einer Partie in La Paz aus dem Weg zu gehen.

Spricht man mit bolivianischen Fußballballfans bekommt man oft als Antwort, dass gerade die brasilianischen „Diven“ die Bedingungen einfach akzeptieren sollten und es in der schon erwähnten schwül-heißen Hitze brasilianischer Städte auch nicht einfacher zu spielen sei.

Gleicher Meinung sind auch Sportärzte wie Robert C. Roach. Der Spezialist für Höhenmedizin von der Universität Colorado schreibt, dass hohe Temperaturen Athleten vor wesentlich größere Probleme stellen als die Höhe das tut. Der Akklimatisierungsprozess bei Hitze vollzieht sich nur, wenn man sich mindestens fünf Tage in der Hitze belastet. So viel Zeit hat man als Fußballer während einer „englischen Woche“ (drei Spiel in sieben Tagen) allerdings nicht. Warum die Fifa in diesem Falle nichts vorschreiben möchte, weiß niemand. Der Verdacht, dass sich mit dem attraktiveren Fußball brasilianischer Klubs und der Nationalmannschaft, gegenüber der aus Bolivien mehr Geld verdienen lässt, ist, gerade aufgrund jüngst aufgedeckter Vorgänge innerhalb der Fifa, nicht ganz so weit hergeholt.

Erfindergeist der Teamärzte gefragt

Um den körperlichen Einschränkungen der Höhe zu entgehen, überlegten sich Teamärzte in der Vergangenheit schon die verrücktesten Dinge. Die Spieler von River Plate bekamen 2015 vor dem Spiel gegen den bolivianischen Verein Club San José aus Oruro eine Mixtur aus Koffein, Aspirin und Viagra verabreicht. Das gleiche war bei Gremio Porto Alegre in Brasilien im Gespräch, als sie in der Copa Libertadores bei mehreren Auswärtsspielen in Folge gegen Klubs ranmussten, deren Stadien jenseits der 2500 Metermarke liegen.

Viagra scheint also nicht nur ein Potenzmittel zur sein, sondern auch ein Medikament mit dem Traditionsreiche Vereine von der Küste gegen die Höhenkrankheit vorgehen. Sildenafil, ein Wirkstoff in Viagra, senkt nämlich den Lungenhochdruck, zu dem es in Folge des Sauerstoffmangels in extremen Höhen kommt. Ob Viagra in der in der verabreichten Dosierung bei den Spielern auch so gewirkt hat, wie es das normalerweise tut und manche Körperteile stärker durchblutet wurden als andere, ist nicht überliefert.

Keine Copa Libertadores-Sieger aus Bolivien

Trotz der Vorteile bolivianischer Teams in der Höhe, schaffte es noch keines die wichtigste Trophäe im südamerikanischen Vereinsfußball zu gewinnen, geschweige denn ins Finale zu kommen. Spätestens im Halbfinale war bisher immer Schluss. Ein Grund dafür ist, dass die finanziellen Mittel der Klubs aus dem ärmsten Land Südamerikas deutlich geringer sind, als die der Teams aus Buenos Aires oder Rio de Janeiro. Außerdem gibt es auch immer ein Rückspiel, bei dem sie dann auch mit den „unfairen“ klimatischen Bedingungen der Stadt des Kontrahenten leben müssen und diese, wie die Statistik von The Strongest zeigt, meistens als Verlierer verlassen.

Es ist ganz klar zu sehen, dass aufgrund der klimatischen Beschaffenheit Südamerikas in einem internationalen Wettbewerb ganz selten „faire“ Bedingungen geschaffen werden können. Denn so wie die einen von der Höhe stark beansprucht werden, leiden die anderen unter schwül-heißen Temperaturen. Sich zu beschweren ändert nichts, auch wenn die Fifa schon versucht hat den Sport in über 3000 Metern Höhe einzuschränken. Gibt man sein bestes und hat den totalen Siegeswillen, ändert auch das Klima nichts am Ausgang eines Spieles. Den Sport in der Höhe einzuschränken, während man bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit und 40 Grad Celsius spielen lässt, wäre allerdings, wie es der bolivianische Präsident Evo Morales damals so schön sagte, „gegen die Universalität des Sportes“ und eine „Aggression gegen alle Familien und menschlichen Wesen, die in der Höhe leben“.

The post Copa Libertadores: Verzerrt das Klima den Wettbewerb? appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/copa-libertadores-de/copa-libertadores-klima-wettbewerb-489234/feed 0
Jair Bolsonaro – Präsident mit fußballerischer Unterstützung? http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/jair-bolsonaro-fusball-oura-293847 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/jair-bolsonaro-fusball-oura-293847#respond Wed, 10 Oct 2018 15:30:40 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11188 Vermutlich in keinem anderen Land der Welt stellen Fotos mit Fußballprofis eine so große Wahlhilfe dar wie in Brasilien. Auch der rechtspopulistische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro weiß dies zu Nutzen. 46 Prozent der Wählerstimmen konnte Jair Bolsonaro (PSL) – der einige...

The post Jair Bolsonaro – Präsident mit fußballerischer Unterstützung? appeared first on chefutbol.

]]>
Vermutlich in keinem anderen Land der Welt stellen Fotos mit Fußballprofis eine so große Wahlhilfe dar wie in Brasilien. Auch der rechtspopulistische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro weiß dies zu Nutzen.

46 Prozent der Wählerstimmen konnte Jair Bolsonaro (PSL) – der einige Wochen zuvor noch ein Attentat überlebte – im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl für sich gewinnen. Nur sehr knapp und dank vieler Gegenstimmen im Nordosten des Landes kommt es überhaupt noch zu einer Stichwahl (am 28.10.) zwischen dem „Trump der Tropen“ und Lula-Vertreter Fernando Haddad (PT) der 29% der Stimmen holte. Fußball und Religion (für diejenigen für die es nicht dasselbe ist) spielen traditionell eine große Rolle in dem fußballbegeisterten Land und ergo auch im Wahlkampf. Vor allem Bolsonaro ließ sich oft in Stadien sehen und wechselte wie es im modernen Fußball so üblich ist sehr oft die Farben. Er ließ sich u.a. als Fan von Flamengo, Botafogo, Vasco da Gama und Palmeiras fotografieren.

Die Unterstützer Bolsonaros auf dem Feld

Zu den bekanntesten Spielern, die ihre Unterstützung für Bolsonaro öffentlich machten gehören u.a. Tottenham-Mittelfeldspieler und Nationalspieler Lucas Moura und Palmeiras-Veteran Felipe Melo (u.a. Inter, Juve, Galatasaray).

Lucas Moura machte bereits am 10. September auf Twitter seine Meinung kund. Er gab zwar zu verstehen, dass er eigentlich gegen ein lockereres Waffengesetz ist, schrieb aber fragend als Antwort auf einen Tweet: „Mit was willst du die Verbrecher bekämpfen? Er (Bolsonaro) fördert nicht die Gewalt, sondern die Justiz und die Verbrecher haben Angst vor der Polizei. Aber wenn du eine bessere Lösung hast…“ Die Ankündigung Bolsonaros die Waffengesetze zu lockern hatten in den vergangenen Wochen die Aktien des brasilianischen Waffenherstellers Forjas Taurus um 140% in die Höhe schießen lassen.

Felipe Melo widmete dem Kandidaten sein Tor gegen Bahia in einem Interview nach dem Spiel vor laufender Kamera: „Ich danke Gott für das Tor und die Familie. Dieses Tor geht an unseren zukünftigen Präsidenten Bolsonaro“.

Doch auch andere Spieler wie der führende der Torschützenliste der 2. Liga Lucão (Goiás Esporte Clube), der Ex-Bremer Carlos Alberto oder Ex-Nationalspieler Edmundo gaben ihre Unterstützung für den Rechtspopulisten bekannt. Zudem gaben bei einer Umfrage im Dezember vergangenen Jahres von 111 befragten Spielern aus der 1. und 2. Liga 20,72% an, dass sie für Bolsonaro stimmen würden, sofern er zur Wahl stünde und nur 5,4% für den Ex-Präsidenten Lula.

The post Jair Bolsonaro – Präsident mit fußballerischer Unterstützung? appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/jair-bolsonaro-fusball-oura-293847/feed 0
Fútbol boi – Fußball und Stierkampf in einem http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/futbol-boi-fusball-stierkampf-paraguay-394856 http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/futbol-boi-fusball-stierkampf-paraguay-394856#respond Thu, 06 Sep 2018 07:17:31 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11098 Was auf den ersten Blick nach einer verrückten japanischen Fernsehshow aussieht, ist tatsächlich eine Fußballvariante, die im nördlichen Paraguay beheimatet ist, und die auf lange Sicht die Zukunft des Fußballs sein wird. Während in Europa die unersättliche Kommerzialisierung dazu beiträgt,...

The post Fútbol boi – Fußball und Stierkampf in einem appeared first on chefutbol.

]]>
Was auf den ersten Blick nach einer verrückten japanischen Fernsehshow aussieht, ist tatsächlich eine Fußballvariante, die im nördlichen Paraguay beheimatet ist, und die auf lange Sicht die Zukunft des Fußballs sein wird.

Während in Europa die unersättliche Kommerzialisierung dazu beiträgt, den Fußball langweiliger werden zu lassen, da die Kluft zwischen den Topteams und den restlichen Mannschaften immer größer wird und sportliche Überraschungen immer seltener werden, hat man in Paraguay dem Fußball einfach ein Element hinzugefügt, das wieder Spannung in den Sport bringt und das die unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen ein wenig ausgleicht. Die meisten werden es sich sicher schon gedacht haben, bei diesem Element kann es sich nur um eine Kuh handeln!

Problemlos in Deutschland durchführbar

Fútbol boi wird seit 20 Jahren im Norden Paraguays praktiziert, kann jedoch bei Bedarf problemlos auch auf jedem deutschen Kreisliga-Acker gespielt werden. Nur in den Großstädten könnte es zu Engpässen kommen, da es dort schweiriger sein könnte, an den Wochenenden genügend Kühe bereitzustellen. Gegebenenfalls könnte jedoch der DFB in jeder Stadt einen Kuhstall errichten und somit für den notwendigen neutralen Spieler auf dem Platz sorgen. Geld dafür sollte eigentlich vorhanden sein, da beim Fútbol boi weder Schiedsrichter (die sich dann in Ruhe aufs Cornflakes essen konzentrieren könnten ?) noch VAR benötigt werden.

Fútbol boi wird 5 gegen 5 auf einem kleinen Platz mit mannhoher Bande gespielt. Eine Halbzeit dauert dabei zehn Minuten. Bis hierhin klingt noch alles normal, wäre da nicht die eingebaute Schwierigkeit: die freilaufende (neutrale) Kuh, die ihr eigenes, nur ihr bekanntes Ziel, verfolgt und die normalerweise in jedem Spiel für einige Verletzte sorgt. Dies sollte bei den großen Wettanbietern für große Freude sorgen, wohingegen die Spieler nicht nur Ball und Gegner im Auge behalten müssen, sondern auch noch darauf achten müssen nicht auf die Hörner genommen zu werden. Bei Weltmeisterschaften im arabischen Raum, könnte man eventuell auf Kamele umsteigen.

Fouls gegen den neutralen Spieler sind natürlich verboten und laut Aussagen der Spieler kam es auch noch zu keinen Tätlichkeiten gegen Unparteiische. Vor Kurzem fand ein Turnier in Concepción vor stattlicher Kulisse statt, an dem 16, mehrheitlich von regionalen Viehzüchtern gesponsorte, Mannschaften teilnahmen. Den Sieg holten sich Los Polluelos (Die Küken) aus Jhugua Tadeo, die das Turnier bereits zum dritten Mal gewinnen konnten.

(Im südlichen Brasilien gibt es eine ähnliche Variante)

The post Fútbol boi – Fußball und Stierkampf in einem appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/futbol-boi-fusball-stierkampf-paraguay-394856/feed 0
Ein Mann, ein Verein – Pablo Vicó http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/brown-de-adrogue-pablo-vico-argentinien-392893 http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/brown-de-adrogue-pablo-vico-argentinien-392893#respond Sat, 05 May 2018 19:53:09 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10113 Es gibt viele Beispiele für Vereinstreue, und doch ist Pablo Vicó eines der bekanntesten in Argentinien. Der kauzige Ex-Spieler und aktuelle Trainer von Brown de Adrogué hat eine einzigartige Geschichte auf und neben dem Platz vorzuweisen, die durchaus Filmpotential in...

The post Ein Mann, ein Verein – Pablo Vicó appeared first on chefutbol.

]]>
Es gibt viele Beispiele für Vereinstreue, und doch ist Pablo Vicó eines der bekanntesten in Argentinien. Der kauzige Ex-Spieler und aktuelle Trainer von Brown de Adrogué hat eine einzigartige Geschichte auf und neben dem Platz vorzuweisen, die durchaus Filmpotential in sich birgt. Und jetzt steht man sogar in den Playoffs um den Aufstieg in die 1. Liga.

Besagter Pablo Vicó verhalf dem Verein aus dem Süden von Buenos Aires im Jahr 2013 zum ersten Aufstieg in die zweite Liga in der damals 68-jährigen Vereinsgeschichte. Die Freude bei den Fans von El Trico war dementsprechend riesig, und vergrößerte sich noch dadurch, dass der Aufsteigs-Trainer der Lieblingssohn des Vereins war.

Denn viel enger als Pablo Vicó, kann man mit einem Verein kaum verbunden sein. Bereits 14 Jahre vor dem großen Wurf fing der ehemalige Stürmer des Klubs an bei Brown de Adrogué zu arbeiten. Allerdings noch lange nicht als Trainer. Sein erster Job bei seinem Herzensverein, dessen Logo er sich inzwischen auf den Oberarm tätowieren ließ, war der Nachtwächterposten für das Stadion, wo er seitdem sein eigenes Bett stehen hat, und wo er zwischenzeitlich wohnte. Anschließend war er einige Jahre für die Vermietung und Instandhaltung der vereinseigenen Tennisplätze verantwortlich, und arbeitete später zum ersten Mal als Jugendtrainer. Nach einigen Jahren im Nachwuchsbereich ging im Jahr 2009 der Traum des hageren Mannes mit dem auffälligen Schnurrbart in Erfüllung: Trainer der 1.Mannschaft.

Vicó wird zur Legende

Und Pablo Vicó war noch lange nicht am Ende. Nach seinem persönlichen beruflichen Aufstieg schaffte er mit El Trico 2013 den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga (B Nacional). Durch diese sportliche Leistung wurde der Coach auch zum ersten Mal von den überregionalen Medien wahrgenommen, und allerspätestens als man mit dem 2:1 Sieg über Independiente zum ersten Mal einen der großen argentinischen Vereine schlug, kannte das ganze Land den Mann mit dem Schnurrbart. Zwar stieg man weider ab, doch Vicó durfte im Amt bleiben und zahlte das Vertrauen zurück.

Nur drei Jahre nach dem ersten Aufstieg, gelang nach einem Herzschlagfinale der erneute Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse. Dank eines 2:1 Sieges über Deportivo Morón, mit einem Tor in der 94. Minute durch Juan Manuel García, und heute steht man in den Playoffs um den Aufstieg in die 1. Liga (1. Spiel morgen Abend gegen Rafaela). Zumindest als neutraler Zuschauer würde man sich wünschen, dass Vicó und Brown einen weiteren historischen Aufstieg feiern könnten.

Eigene Straße

Bei den eigenen Fans ist Vicó alias „Don Ramón“ schon längst eine Legende, und sein Kultstatus wächst weiter. Der große Brown-Fan, und Immobilienbesitzer Alejandro Cignetti benannte eine Straße in einer privaten Wohnanlage nach Vicó. Dem Trainer war dies fast unangenehm, und er sagte, dass Cignetti verrückt sei, doch nachdem dieser nicht locker ließ, kam Vicó doch zur Taufe vorbei.

The post Ein Mann, ein Verein – Pablo Vicó appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/brown-de-adrogue-pablo-vico-argentinien-392893/feed 0
Democracia Corinthiana: Doktor Sócrates und sein Kampf gegen die Militärdiktatur http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/democracia-corinthiana-socrates-569842 http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/democracia-corinthiana-socrates-569842#respond Mon, 16 Apr 2018 14:03:54 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=9842 Wir schreiben das Jahr 1960: Jânia Quadros wird zum neuen Präsidenten Brasiliens gewählt. Er möchte den desaströsen Haushalt seines Landes auf Vordermann bringen und sich von der Abhängigkeit der USA lösen. Als er merkt, dass dieses Unterfangen kläglich scheitern wird,...

The post Democracia Corinthiana: Doktor Sócrates und sein Kampf gegen die Militärdiktatur appeared first on chefutbol.

]]>
Wir schreiben das Jahr 1960: Jânia Quadros wird zum neuen Präsidenten Brasiliens gewählt. Er möchte den desaströsen Haushalt seines Landes auf Vordermann bringen und sich von der Abhängigkeit der USA lösen. Als er merkt, dass dieses Unterfangen kläglich scheitern wird, tritt er nach wenigen Monaten schon zurück. Der bisherige Vize-Präsident João Goulart wird zum Nachfolger ernannt. Seine Präsidentschaft verläuft ebenso mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen. Bis 1964 sollte dies so weitergehen, dann putschte das Militär unter Humberto Castelo Branco und das Elend nahm seinen Lauf.

Die Phase ab 1964 sollte eine schwarze und zugleich schwierige Zeit für das brasilianische Volk werden. Unterdrückungen, Zensuren, ja auch Morde standen an der Tagesordnung. Alles was sich dem Regime quer stellte, wurde in irgendeiner Weise aus dem Weg geräumt. Der Unterdrückungsapparat des Staates funktionierte dahingehend „blendend“ – somit schien die Situation, die wahrlich sehr wild war, nach Außen hin recht ruhig. Die Politik des Militärs bot dem Volk aber keine Anhaltspunkte als Identifikation. Worauf können die Brasilianer stolz sein? Wie kann das Militärregime die Gesellschaft vereinen? Die Antwort war schnell gefunden. Wenn sich das brasilianische Volk in einer Sache einig ist und war, dann ist es der Fußball.

Die WM 1970 als Propaganda-Maschine

Gesagt, getan. Das Militär rüstete für die kommende WM 1970 ordentlich nach. Man nahm viel Geld in die Hand und benutzte auch die Medien optimal. Auch innerhalb des Nationalteams wurde viel rumgepfuscht. Beispielsweise ersetzte der damalige Diktator Emílio Médici den Nationaltrainer João Saldanha durch Mário Zagallo. Der Grund für diese Intervention war, dass Saldanha Dario José dos Santos, kurz Dadá, nicht nominierte, der Médicis Lieblingsspieler war. Außerdem war Saldanha Kommunist – was wäre denn das für ein Unding, wenn die Militärdiktatur den WM-Titel mit einem kommunistischen Nationaltrainer hätte teilen müssen? Wie dem auch sei, Brasilien wurde 1970 Weltmeister, Saldanha war nicht dabei und die diktatorische Regierung wurde gefeiert: Besser hätte es also nicht laufen können. Dieser Titel löste viel Euphorie und Hoffnung innerhalb der Gesellschaft aus. Diktator Médici hatte es also geschafft – Das Volk war vereint und auf seiner Seite.

Erfolglose Jahre bis in die 80er Jahre

Die kommenden Jahre waren gekrönt von Erfolgslosigkeit. Bei der WM 1974 belegte die Nationalmannschaft lediglich den 4. Platz. Vier Jahre darauf wurde man immerhin noch Dritter. Mehr und mehr spürte man die Unzufriedenheit innerhalb des Volks. Nicht ausschließlich aufgrund des Abschneidens der Nationalmannschaft. Die Zeit war geprägt von Repressionen und Unterdrückungen.

Eine Mannschaft aus São Paulo hat eine Idee

Wir sind mittlerweile im Jahr 1981 angekommen. João Figueiredo ist mittlerweile seit zwei Jahren der neue Präsident im militär-diktatorischen System und in São Paulo soll in den kommenden Jahren etwas Unglaubliches passieren. Der Sport Club Corinthians Paulista, im deutschsprachigen Raum auch als Corinthians São Paulo bekannt, spielte 1981 eine schwache Runde in der Liga (damals Taça de Ouro) und bei den Staatsmeisterschaften von São Paulo, sodass die Unzufriedenheit innerhalb des Vereins wuchs. Etwas Neues musste her. Als dann im darauffolgenden Jahr die Präsidentschaft des autoritären Clubchefs Vicente Matheus – übrigens war er ein erklärter Freund der Militärdiktatur – endete, war der Weg für ein neues Corinthians frei. Waldemar Pires wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Der installierte den Soziologen Adílson Alves als neuen Sportdirektor, der wiederum mit den Spielern über die Zukunft des Vereins diskutierte und sie in Entscheidungen miteinbezog. In Verbindung mit politisch interessierten und engagierten Spielern wie Wladimir, Casagrande und allen voran o doutor, der Doktor, Sócrates erfolgte die Umwälzung des Vereins. Fortan wurden Entscheidungen gemeinsam und demokratisch getroffen.

Sócrates sagte Jahre später noch dazu: „Wir haben jede Entscheidung kollektiv getroffen und uns an der gesamten Clubführung beteiligt. […] Der einfachste Angestellte hatte das gleiche Gewicht wie der Repräsentant des Unternehmens, seine Stimme hatte den gleichen Wert. Es war alles sehr demokratisch. Diese Zeit war wunderbar und hat uns alle verändert.“ Sócrates war der Inbegriff des Rebells des Fußballs. Ein Rockstar im Weltfußball, mit einer wahrlich hohen Intelligenz. Er rauchte täglich 20 Zigaretten, hatte ein Revoluzzergen wie keiner Anderer, und verpasste die WM 1978, aufgrund seines Medizinstudiums. Ein Mensch mit zahlreichen Facetten wurde das Aushängeschild der Utopie.

Deutlich wurde es auch, als die Spieler ihren Kollegen Zé Maria, 1983, als neuen Trainer vorschlugen. Es wurde demokratisch abgestimmt und Zé Maria war fortan der neue Coach der Corinthians.

Die erste Mannschaft mit Trikotwerbung

Die verrückte Geschichte um die Corinthians blieb natürlich nicht im Verborgenen. Ein wichtiger Fixpunkt wurde der damals junge Werbetexter Washington Olivetto, der von der Aktion des Vereins hörte. Ihm wird der Ausdruck „Democracia Corinthiana“ zugeschrieben. Fortan trugen die Spieler von Corinthians politische Botschaften auf den Trikots. Diretas já (Dikrektwahlen jetzt!) oder Eu quero votar para presidente (Ich will meinen Präsidenten wählen) wurden nun die Ausrufe des Vereins – und des Volkes. Das Motto der Spieler um den Anführer Sócrates lautete: Ganhar ou perder, mas sempre com democracia (Gewinnen oder verlieren – aber immer demokratisch). Dieser Satz sagt eigentlich alles aus. Vielen bleibt das Bild von Wladimir und Sócrates in den Gedächtnissen, als sie mit einem riesen Transparent ins Stadion liefen und das Motto, die Philosophie, des Vereins zeigten.

Der Umschwung trägt Früchte

Sócrates

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die demokratische Mannschaft von Corinthians holte sich schon in den Jahren 1982 und 1983 die Staatsmeisterschaft von São Paulo zurück. Zum gesamtbrasilianischen Titel reichte es im Nachhinein nicht, jedoch hatten die Paulistas die Masse, die Gesellschaft im ganzen Land erreicht. Der Verein kam seinem Ziel immer näher. Erfolg war hierbei eher zweitrangig. Auch der doutor betonte dies in gewohnt revolutionärer Manier: „Die Meisterschaft ist nur ein Detail.“ Das Volk wurde allmählich mobilisiert und zeigte seinen Unmut über die politische Lage des Landes deutlich. So kam es im Jahr 1984 zu einem Referendum, die sogenannte Emenda Constitucional Dante de Oliveira, das eine Direktwahl (diretas) des brasilianischen Präsidenten ermöglicht hätte.  Zuvor hatte Sócrates bei einer Kundgebung auf dem Platz der Kathedrale in São Paulo vor zwei Millionen Menschen bekannt gegeben, dass er nicht nach Italien wechselt, falls die Gesetzesänderung in Kraft treten würde. Das Referendum scheiterte an 22 Stimmen und Sócrates wechselte infolgedessen zum AC Florenz nach Italien. Ein Jahr darauf folgte aber die erste freie Wahl des Präsidenten und der oppositionelle Tancredo Neves setzte sich durch. Somit ging João Figueiredo als letzter Präsident der 21-jährigen Militärdiktatur Brasiliens in die Geschichte ein. (Neves verstarb aber noch vor Amtsantritt.)

Die letzten Jahre der „Democracia Corinthiana“

Die Verfassungsänderung scheiterte, Sócrates war nicht mehr in Brasilien, Neves starb noch vor Amtsantritt – Die Corinthians hatten trotzdem das Land bewegt. Die Militärdiktatur war passé und der demokratische Weg, den der Verein einschlug, sollte nun weitergehen. Es dauerte keine zehn Jahre und die Sache mit der Demokratie war bei den Corinthians wieder vergessen. Alberto Dualib wurde 1993 zum neuen Präsidenten des Clubs ernannt und sollte bis 2007 an der Spitze stehen. Während seiner Regentschaft schloss er mit der Investmentgruppe MSI einen Vertrag ab. Der Verein wurde somit Eigentum der Investmentgruppe – bis 2007. Da griff die brasilianische Justiz durch und beendete die Kooperation mit MSI aufgrund von Korruption. Mit MSI verschwand auch der Präsident Alberto Dualib.

Der letzte Weg von Sócrates

Sócrates

Ein besseres Drehbuch für eine Tragödie hätte man nicht schreiben können. O Doutor war im August 2011 aufgrund von Magenblutungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden und verbrachte einige Tage auf der Intensivstation. Dann kam der 4. Dezember 2011: Sócrates Brasileiro Sampaio de Souza Vieira de Oliveira, wie er bürgerlich hieß, schloss zum letzten Mal und für immer die Augen. Der einstige Revolutionsführer starb in São Paulo. An jenem Tag, als seine große Liebe Corinthians wenige Stunden nach seinem Tod die 5. Meisterschaft klarmachte – und das ausgerechnet gegen den Stadtrivalen Palmeiras. Vor Anpfiff gedachten alle Beteiligten der Corinthians-Legende und streckten in Nachahmung von Sócrates‘ Geste die Fäuste in die Luft. Sócrates war es zusammen mit seinem Verein Corinthians gelungen einen utopischen Mikrokosmos zu schaffen – inmitten einer Militärdiktatur.

The post Democracia Corinthiana: Doktor Sócrates und sein Kampf gegen die Militärdiktatur appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/democracia-corinthiana-socrates-569842/feed 0
Politik & Fußball: Die Entführung des Alfredo di Stéfano http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/entfuhrung-alfredo-di-stefano-58925 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/entfuhrung-alfredo-di-stefano-58925#respond Fri, 06 Apr 2018 22:01:53 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=9662 Heutzutage stehen Fußballprofis in der Öffentlichkeit und sind schillernde Persönlichkeiten. Früher war das eigentlich noch anders. Die Fußballer von damals konnten sich frei auf der Straße bewegen –  so dachte man – bis Alfredo di Stéfano dessen sportlicher Erfolg und...

The post Politik & Fußball: Die Entführung des Alfredo di Stéfano appeared first on chefutbol.

]]>
Heutzutage stehen Fußballprofis in der Öffentlichkeit und sind schillernde Persönlichkeiten. Früher war das eigentlich noch anders. Die Fußballer von damals konnten sich frei auf der Straße bewegen –  so dachte man – bis Alfredo di Stéfano dessen sportlicher Erfolg und der große Name zum Verhängnis wurden: 1963 geriet er durch seinen Ruhm ins Visier politischer Bestrebungen. Um Aufmerksamkeit zu generieren, wurde er in Venzuela verschleppt und als Geisel genommen. Hier ist die Geschichte des womöglich ersten Weltstars und den Schattenseiten seines Erfolgs. Es ist die Geschichte von Alfredo di Stéfano, der zum Spielball der Politik wurde.

In Lateinamerika besitzt Alfredo di Stéfano bereits Heldenstatus, bevor man ihn in Europa auf dem Zettel hat. Er war schon mit River Plate zweifacher argentinischer Meister und stand in Kolumbien bei den Millionarios aus Bogotá unter Vertrag, als der junge di Stéfano vermeintlich zum ersten Mal Spielball der Politik wird. Zu diesem Zeitpunkt ging es darum, welcher Klub den torgefährlichen Offensivmann unter Vertrag nehmen darf: Real Madrid oder der FC Barcelona. Es entwickelt sich ein Transferstreit, der bis heute Diskussionen in beiden Lagern nach sich zieht.

Transferstreit und Vorwurf der politischen Einflussnahme

Der FC Barcelona hatte La Saeta Rubia“ (der blonde Pfeil) quasi schon verpflichtet und bereits in Freundschaftsspielen eingesetzt, als Santiago Bernabéu – seines Zeichens Präsident von Real Madrid – auf den Argentinier aufmerksam wurde. Das findige Oberhaupt der Königlichen machte sich die Ungewissheit über die Transferrechte des Spielers zu eigen und überwies eine Ablösesumme an dessen Ex-Klub in Bogotá, während der FC Barcelona über einen Wechsel mit River Plate einig gewesen ist. So kam es zu der Situation, dass sich beide Vereine die Transferrechte des Spielers gesichert hatten und das spanische Sportministerium ein Urteil fällen musste, für welchen Verein der Argentinier letztlich auflaufen soll.

Die hinfällige Entscheidung lautete, dass di Stéfano zwei Jahre in Madrid spielen werde und im Anschluss für zwei weitere Jahre nach Barcelona wechseln solle. Für die Katalanen ein Affront, woraufhin sie von der Verpflichtung des Spielers abrückten. Bis heute existieren Vorwürfe aus dem katalanischen Lager, dass bei diesem Urteil das Franco-Regime seine Finger im Spiel gehabt hätte. Weil er sich mit dem sportlichen Erfolg des Hauptstadtklubs schmückte, soll er diesen beim Transfertheater unterstützt haben. Zwar nur Gerüchte, die aber angesichts anderweitiger Geschichten rund um die Franco-Diktatur nicht abwegig erscheinen.

Di Stéfano als unfreiwillige politische Werbe-Ikone

Falls das Regime tatsächlich aktiv Einfluss genommen hatte, war dieser Eingriff erfolgreich. Alfredo di Stéfano wurde zur Ikone des Klubs und war Gesicht der erfolgreichsten Epoche in der Vereinsgeschichte. Diese Erfolge führten zu enormer Strahlkraft des „blonden Pfeils“ und der resultierende Ruhm rückte ihn parallel noch weiter in den Fokus politischer Bewegungen. Als die Königlichen 1963 in Venezuela bei einem internationalen Turnier angetreten sind, wurde die Bekanntheit di Stéfanos zu dessen Verhängnis: Früh am Morgen klopfte es an seinem Hotelzimmer in Caracas, drei uniformierte Männer standen vor seiner Tür. Sie gaben sich als Polizisten zu erkennen und baten den Argentinier, sie auf das Revier zu begleiten. Der Fußballer soll unter Verdacht stehen, Drogen zu besitzen – wie sich herausstellte nur ein Vorwand.

Mit der Vermutung, lediglich Opfer eines großen Missverständnisses zu sein, begleitete di Stéfano die Gruppe. Die vermeintlichen Polizisten offenbarten später im Wagen, von der Gruppierung „Fuerzas Armadas de Liberacion Nacional“ (FALN), einer linksradikal gerichteten Guerilla-Organisation zu sein. Die Entführer machten ihm klar, dass sie ihn als Geisel nehmen würden, ihm aber nichts zustoßen würde, wenn er sich an die Regeln halte. „Wir haben nichts gegen Sie, wir machen das einfach nur, damit sich die Presse für uns interessiert“, sollen sie dem Fußballer erklärt haben. Die separatistische Bewegung, bestehend aus Regimekritikern, Revoluzern und radikalisierten Mitgliedern der kommunistischen Partei, hatte es sich zum Ziel gesetzt, gegen die Regierung des damaligen venezolanischen Präsidenten Rónulo Betancourt zu protestierten – und die Idee fruchtete.

Verständnisvolles Opfer

Durch die Entführung des erfolgreichsten Fußballers jener Zeit war die FALN in Medien und Öffentlichkeit stark vertreten. Die Entführung schmückte die Titelseiten von Zeitschriften auf der ganzen Welt. Der Erfolg der Aktion war für Di Stéfano ein Glücksfall. Weil das einzige Ziel – Aufmerksamkeit für die Verhältnisse in Venezuela zu erwecken – mit der Entführung erreicht wurde, konnte der Argentinier nach 72 Stunden in Gewahrsam wieder freigelassen werden. Die Entführer brachten den Spieler in die Avenida Libertadores und forderten ihn auf, auszusteigen. Dort nahm er sich ein Taxi und fuhr zur spanischen Botschaft. Trotz der Strapazen demonstrierte das Opfer  Verständnis für die Ziele und Anliegen der Bewegung: „Das waren Altruisten, die haben Ideale“, gab sich der Fußballer anschließend empathisch.

Letztlich kam er mit dem Schrecken davon und blieb unversehrt. Auf Wunsch von Bernabéu ging er sogar am Tag seiner Freilassung bereits wieder seiner Berufung nach, spielte eine Halbzeit gegen São Paulo, ehe er aus Erschöpfung ausgewechselt werden musste. Im Nachhinein kursierten Meldungen, er habe während der Gefangenschaft mit seinen Entführern Karten und Schach gespielt, als hätte der Argentinier neue Freundschaften geschlossen: „Zuhause hängt ein Bild, abgezeichnet von einem der Entführer. Er schickte es mir, um mich für die Leiden zu entschädigen.“ Ob er in Kontakt mit seinen Peinigern geblieben ist, wird nicht berichtet. Aufgrund des glimpflichen Ausgangs der Aktion konnte di Stéfano jedenfalls wieder das tun, was ihm am meisten Freude bereitete: Tore schießen. Ganz getreu seiner Weisheit, „Fußball ohne Tore ist wie ein Tag ohne Sonne.“

The post Politik & Fußball: Die Entführung des Alfredo di Stéfano appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/entfuhrung-alfredo-di-stefano-58925/feed 0
Die Skandale des Ricky C. – Racings Centurión mal wieder auf Abwegen http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/ricardo-racings-centurion-247841 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/ricardo-racings-centurion-247841#respond Wed, 21 Mar 2018 15:51:54 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=8289 Ricardo Centurión, ein begnadeter Fußballer, der aber abseits des Platzes immer wieder für Probleme sorgt. Montagfrüh überfuhr er wohl alkoholisiert zwei Ampeln vor einer Schule bei Rot. Daraufhin geriet er in eine Polizeikontrolle, wo er zuerst einen Alkohholtest verweigerte und...

The post Die Skandale des Ricky C. – Racings Centurión mal wieder auf Abwegen appeared first on chefutbol.

]]>
Ricardo Centurión, ein begnadeter Fußballer, der aber abseits des Platzes immer wieder für Probleme sorgt. Montagfrüh überfuhr er wohl alkoholisiert zwei Ampeln vor einer Schule bei Rot. Daraufhin geriet er in eine Polizeikontrolle, wo er zuerst einen Alkohholtest verweigerte und dann auch noch vergeblich versuchte den Polizisten zu bestechen. Dumm für ihn, dass dies alles auf Video aufgenommen wurde. Nicht der erste Skandal des Racing-Profis. Wir werfen einen Blick auf die Schlagzeilen des Ricky C:

Wieder mal sieht sich Ricardo Centurión einem Orkan ausgesetzt, und wieder einmal selbstverschuldet. Es ist nicht das erste Mal, dass Racings Neuzugang abseits des Platzes negativ auffällig wird. Sein erster Skandal ereignete sich im August 2012, als im Internet ein Foto von Centurión mit einer Waffe zirkulierte.

Centurión

2017 tauchte im Internet ein weiteres ähnlihches Bild auf, diesmal mit einem Gewehr in seiner Hand.

Als er bei den Boca Juniors unter Vertrag stand, verursachte er im September 2025 einen Unfall in Avellandea (Buenos Aires), wobei zwei Personen verletzt wurden. Laut Zeugenaussagen beging Centurión Fahrerflucht und war sichtlich angetrunken.

Im Januar 2017 geriet ein Video an die Öffentlichkeit, das von einer Sicherheitskamera des Hotels aufgenommen wurde, wo die Boca Juniors ihre Vorbereitung absolvierten. Dort sieht man Ricardo Centurión vollkommen außer sich, wie er von seinen Teamkollegen zurückgehalten wird. Wohl weil er auf einen Teamkollegen losgehen wollte.

Im Mai desselben Jahres wurde er von seiner damaligen Freundin Melina Tozzi wegen häuslicher Gewalt und Drohungen angezeigt. Im Juli gab es eine Auseinandersetzung in einem Boliche, was dann schließlich seinen Abgang bei den Boca Juniors besiegelte.

Nach zwei Monaten der nächste Rückfall von Centurión

Nach seinem erfolglosen Gastspiel bei Genua in Italien heuerte er nun in Racing an und gelobte Besserung. Zwei Monate ging es gut, nun der erneute Rückfall. Anscheinend hat der Flügelspieler ein Problem mit Alkohol, wie es Racing-Präsident Víctor Blanco im Interview zugab. Der Klub steht weiter hinter seinem Starneuzugang und will ihn mithilfe eines Psychologen wieder in die Spur bringen.

Auf dem Platz ein Genie, außerhalb des Platzes ergreift ihn oft der Wahnsinn. Centurión ist einer von so vielen südmaerikanischen Profis, die es dank Talent und Ehrgeiz aus dem Armenviertel raus geschafft haben, aber im Leben außerhalb des Platzes immer wieder durch Exzesse auffallen. Wir hoffen, dass Ricky Centurión seine Probleme in den Griff bekommt und bald nur noch Schlagzeilen auf dem Platz produziert.

The post Die Skandale des Ricky C. – Racings Centurión mal wieder auf Abwegen appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/ricardo-racings-centurion-247841/feed 0
La Gorda Matosas und La Raulito http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/la-gorda-matosas-und-la-raulito-293820 http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/la-gorda-matosas-und-la-raulito-293820#respond Wed, 14 Mar 2018 10:39:53 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=8233 Anlässlich des morgigen Superclásicos (0:45) zwischen River Plate und Boca Juniors um die Supercopa Argentina, stellen wir die beiden berühmtesten weiblichen Fans der zwei Vereine vor. Auf der Seite der Millonarios handelt es sich um La Gorda Matosas und auf...

The post La Gorda Matosas und La Raulito appeared first on chefutbol.

]]>
Anlässlich des morgigen Superclásicos (0:45) zwischen River Plate und Boca Juniors um die Supercopa Argentina, stellen wir die beiden berühmtesten weiblichen Fans der zwei Vereine vor. Auf der Seite der Millonarios handelt es sich um La Gorda Matosas und auf der Seite der Xeneizes um La Raulito.

Wie alle großen Derbys auf der Welt lebt auch das Duell River-Boca von seiner Geschichte und seinen Anekdoten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Die Spieler hingegen sind austauschbare Elemente und bis auf wenige Legenden werden fast alle früher oder später in Vergessenheit geraten. Aus diesem Grund porträtieren wir zwei Persönlichkeiten die Teil des transzendenten Rahmens des Superclásicos sind, zwei Frauen über die in alle Ewigkeit gesprochen werden wird, und die jeweils Teil der Seelen der Klubs sind. Zwei Frauen, die eine schwere Kindheit eint, die beide gerne Bier tranken und viel rauchten, die wenig “damenhaft“ waren, und die sich in den männerdominierten Stadien der 60er und 70er Respekt erarbeiteten.

River – La Gorda Matosas (1933-1996)

Die auf den Namen Haydée Luján Martínez getaufte Frau kam 1933 im andalusischen Granada auf die Welt, doch als sie fast noch ein Säugling war, wanderten ihre Eltern nach Buenos Aires aus. Dort nahm sie ihr Vater schon in jungen Jahren mit ins Stadion von River Plate. Als Haydée fünf Jahre alte war, starben ihre Eltern bei einem tragischen Autounfall, und sie lebte von da an bei ihrem Onkel, der sie zusammen mit seinen Söhnen weiter zu River mitnahm. Unter anderem zu einem Superclásico gegen Boca, wo sich das junge Mädchen in die Rot-Weißen verliebte, da ihr die Farben besser gefielen. Jedoch verstarb ihr Onkel nur acht Jahre später, woraufhin die 13-jährige in staatliche Obhut genommen wurde. Nachdem sie dem Richter der über ihr zukünftiges Sorgerecht entscheiden musste, drohte, dass sie das Waisenhaus verwüsten würde, falls man ihr verbieten würde sonntags zu River zu gehen, schickte er sie in eine Pflegefamilie.

https://ugc.kn3.net/i/origin/http://4.bp.blogspot.com/_Obsfun0tZDU/S9IvwgXp2gI/AAAAAAAASVY/s8VYulflJ6M/s1600/GordaMatosas.jpg

Als sie volljährig wurde, verließ sie diese Familie und stand kurz davor ihren Freund zu heiraten, der vorgab ihre Leidenschaft zu tolerieren. Doch nur wenige Tage vor der Hochzeit verließ sie ihn, da er ihr nach der Hochzeit verbieten wollte weiterhin ins Stadion zu gehen. Anschließend soll sie ihren berühmten Satz geäußert haben: “River es mi amigo, mi novio y mi amante y con esto tengo bastante” (River ist mein Kumpel, mein Freund und mein Liebhaber, und damit habe ich genug). Sie ging weiterhin ins Stadion, und reiste ihrem Herzensklub wann immer es ging bei Auswärtsspielen hinterher. Im Monumental saß sie für gewöhnlich hinter der Gästebank, von wo aus „die ordinäre Frau, die wenn man so will eine Beleidigung der Weiblichkeit war“, ihre Beleidigungssalven abfeuerte. Die Wände in ihrem Haus waren genauso wie ihre Fingernägel rot-weiß bemalt, und zusätzlich mit Wimpeln und Fotos ihrer Lieblingsspieler dekoriert.

Ihren Spitznamen “La Gorda Matosas“ (Die dicke Matosas) erhielt sie, als ihr eines Tages der uruguayische Verteidiger von River, Roberto Matosas, sein Trikot mit der Rückennummer 6 schenkte. Das Trikot sollte sie die nächsten 30 Jahre an mit Stolz tragen, und der Spieler Matosas äußerte später in einem Interview mit einer argentinischen Zeitung, dass die “dicke Matosas“ berühmter sei als er selbst.

Haydée verstarb wenige Tage bevor River zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte die Copa Libertadores gewinnen konnte. Aber ihr Geist lebt weiter im Estadio Monumental, da ihre Asche nach der Beerdigung über dem Rasen verstreut wurde. Bis heute ist sie jedem River-Fan ein Begriff und jeder versucht Boca so sehr zu hassen, wie es “La Gorda Matosas“ vorlebte.

Boca – La Raulito (1933-2008)

Das Gegenstück zur “Gorda Matosas“ war die glühende Boca-Anhängerin María Esther Duffau, alias “La Raulito“. Sie hatte augenscheinlich eine noch härtere Kindheit als ihr River-Äquivalent – ihr Vater war Alkoholiker und die Mutter starb an Tuberkulose –, weshalb sie mehr oder weniger auf der Straße aufwuchs. Zeitweise war sie in einem Erziehungsheim untergebracht, und später verbrachte sie sowohl Zeit im Gefängnis als auch in der Psychiatrie, aus der sie jedoch immer wieder ausbrach um als Zeitungsverkäuferin oder Schuhputzerin zu arbeiten. Um es auf der Straße leichter zu haben, kleidete sie sich als Junge, und schnitt sich die Haare ab, wodurch sie weniger Belästigungen ausgesetzt war, und es auch für die Polizei schwieriger war sie zu finden.

Berühmtheit erlangte sie zusätzlich dadurch, dass ihr Leben auf der Straße im Jahr 1975 auf die große Leinwand gebracht wurde. Der Film über ihre Kindheit „La Raulito“ gewann zahlreiche Prämien, und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme in Argentinien in den 1970ern.

Zudem spielte María gut Fußball, und ihre Gegenspieler kamen fast nie auf die Idee, dass sie eigentlich ein Mädchen war. Sie spielte sogar einmal bei der Jugendabteilung von Boca vor, woraufhin sie angeblich ein italienischer Geschäftsmann gleich nach Europa mitnehmen wollte. Doch aus diesem Traum konnte nichts werden, da sie ein Mädchen war. Kurz vor ihrem Tod erzählte sie, dass sie gerne als Junge geboren worden wäre, um mit Maradona in der ersten Mannschaft von Boca spielen zu können. Apropos Boca. Sie selbst entschied sich dazu Boca-Fan zu werden, da sie wusste, dass ihr diese Farben viel Freude machen sollten (“nadie me hizo de Boca, yo solita ya sabía que esos colores me iban a dar muchísimas alegrías”).

https://2.bp.blogspot.com/-cML0CjlYwzM/Vt57eYoVO3I/AAAAAAAAAL0/jZm1FboYDZM/s1600/Borrar003.jpg

Als sie ins Altersheim musste, schenkte ihr der Verein einen Rollstuhl in den Vereinsfarben, und einen Fernseher, damit sie die Xeneizes auch sehen konnte, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht ins Stadion gehen konnte. “La Raulito“ hatte außerdem Zutritt zu allen Trainingseinheiten und wurde regelmäßig zu den Asados (Barbecues) der ersten Mannschaft eingeladen. Endgültigen Heldenstatus brachte ihr die Anekdote ein, dass sie für die Bluttransfusion, die schlussendlich die letzte ihres Lebens sein sollte, verlangte, dass sie von einem Boca-Fan stammte. Vor ihrer Beerdigung auf dem vereinseigenen Friedhof, wurde ihr Sarg im größten Raum in La Bombonera aufgebahrt und mit hunderten Blumenspenden geschmückt. Zudem spielte Boca beim nächsten Copa Libertadores Spiel gegen Cruzeiro mit Trauerflor, und ihr zu Ehren wurde vor Anpfiff eine Schweigeminute eingelegt.

The post La Gorda Matosas und La Raulito appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/la-gorda-matosas-und-la-raulito-293820/feed 0
Der tiefe Fall des ecuadorianischen Rohdiamanten José Angulo http://www.chefutbol.com/lateinamerika/ecuador-de/fall-jose-angulo-854732 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/ecuador-de/fall-jose-angulo-854732#respond Sat, 03 Mar 2018 23:01:49 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=8135 Esmeraldas, die nördlichste Provinz Ecuadors, ist seit jeher eine der Hochburgen für Spitzenfussballer des Andenlandes. Aus dieser Region stammt auch José Enrique Angulo Caicedo. Geboren 1995 in der Kleinstadt San Lorenzo, unweit der kolumbianischen Grenze, erlebte er in den letzten...

The post Der tiefe Fall des ecuadorianischen Rohdiamanten José Angulo appeared first on chefutbol.

]]>
Esmeraldas, die nördlichste Provinz Ecuadors, ist seit jeher eine der Hochburgen für Spitzenfussballer des Andenlandes. Aus dieser Region stammt auch José Enrique Angulo Caicedo. Geboren 1995 in der Kleinstadt San Lorenzo, unweit der kolumbianischen Grenze, erlebte er in den letzten drei Jahren seine grössten Erfolge und einen tiefen Fall.

Mit 16 Jahren wechselte José Angulo wegweisend zum Neo-Spitzenclub Independiente del Valle (Quito) in die Jugendabteilung und vier Jahre später schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft. Dort schlug er ein wie eine Bombe: 11 Tore in 14 Spielen. Im Folgejahr unterstrich er neben 15 Toren in der ecuadorianischen Serie A mit 6 Toren in der Copa Libertadores seine Qualitäten.

Er galt bald als Sturmhoffnung der ecuadorianischen Nationalmannschaft. Kein Wunder also umwarben ihn amerikanische und europäische Clubs. Im August 2025 einigte sich Independiente del Valle mit dem spanischen Erstligisten FC Granada. Die Karriere von José Angulo nahm unaufhaltsam ihren Lauf.

Positive Dopingprobe im Libertadores Finalhinspiel bei Angulo

Doch nur knapp zwei Wochen später kam der grosse Schock: Angulo war beim Dopingtest nach dem Copa-Libertadores-Finalhinspiel positiv auf Kokain getestet worden. Der Ecuadorianer stritt zwar alles ab und erklärte, niemals Drogen konsumiert zu haben. Der FC Granada bestätigte im September 2025 indes, dass auch der Befund der B-Probe positiv gewesen sei.

Granada reagierte unverzüglich, löste den Vertrag auf und José Angulo kehrte nach Ecuador zurück. Eine Sperre von zwei Jahren schien nur Formsache. Unterstützung erhielt er nicht unerwartet von seinem Ex-Klub Independiente, der von seiner Unschuld überzeugt war.

Negative Probe im Finalrückspiel wirft Fragen auf

Nachdem er auch beim Finalrückspiel der Copa Libertadores zufällig für die Dopingprobe ausgewählt wurde und das Ergebnis überraschend negativ ausfiel, versuchte José Angulo mit allen Mitteln seine Unschuld zu beweisen. Neben Anhörungen bei der CONMEBOL in Paraguay sollten auch weitere Proben in Frankreich und Kuba für Aufklärung sorgen, denn alle diese Tests fielen negativ aus.

Der südamerikanische Verband sah als erwiesen an, dass Angulo das Kokain nicht zur Steigerung der Leistung, sondern eher zufällig eingenommen hatte. Die Disziplinarkommission sperrte den 22-jährigen dennoch rückwirkend für ein Jahr. Nach permanentem Fithalten beim Stammverein, konnte José Angulo im Juli 2017 wieder auf das Spielfeld zurückkehren. Das Thema war somit abgehakt…dachte man.

FIFA sorgt für 4-Jahres-Sperre

Natürlich hatte auch die FIFA den Dopingfall schon lange aufgegriffen und beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne gegen das Urteil appelliert. Kurz vor den letzten Weihnachten folgte dann die Hiobsbotschaft für den Ecuadorianer: gestützt darauf, dass Angulos Beweismittel nicht durch wissenschaftliche Stellen erstellt wurden und somit unzulässig sind, revidierte der Sportgerichtshof das Urteil und vervierfachte die Sperre. Zwar lassen Independiente del Valle und die Anwälte keine Möglichkeit aus, um das Urteil doch noch umzustossen, sollte der CAS dieses jedoch bestätigen, würde José Angulo nicht vor Mitte 2020 weitere Tore schiessen. Mit dem riesigen Problem, sich nicht bei Ernstkämpfen auf dem nötigen Niveau halten zu können, hängt nun vor allem seine internationale Zukunft an einem sehr dünnen Faden.

The post Der tiefe Fall des ecuadorianischen Rohdiamanten José Angulo appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/ecuador-de/fall-jose-angulo-854732/feed 0
Hit del verano à la Argentina http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/sommerhit-argentinien-293873 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/sommerhit-argentinien-293873#respond Fri, 02 Mar 2018 14:08:44 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=8155 Die politische Unzufriedenheit in Argentinien mit der Regierung von Präsident Mauro Macri drückt sich aktuell in dem sogenannten „Hit del verano“ („Sommerhit“) mit dem Titel “Mauricio Macri la puta que te parió” aus, der mittlerweile in zahlreichen Fankurven in der...

The post Hit del verano à la Argentina appeared first on chefutbol.

]]>
Die politische Unzufriedenheit in Argentinien mit der Regierung von Präsident Mauro Macri drückt sich aktuell in dem sogenannten „Hit del verano“ („Sommerhit“) mit dem Titel “Mauricio Macri la puta que te parió” aus, der mittlerweile in zahlreichen Fankurven in der argentinischen Primera División angestimmt wurde.

Der beleidigende „Hit“ (wörtliche Übersetzung: „Mauricio Macri, die Hure die dich geboren hat.” – Hat aber nichts mehr mit der ursprünglichen Bedeutung zu tun, sondern ist ein alltäglicher Fluch.) wurde in der Kurve von San Lorenzo erfunden, die zu den kreativsten des Landes zählt, und erklang inzwischen auch schon in den Stadien von River Plate, Racing Club, Independiente, All Boy’s, Chacarita Juniors und Lanús; und fast wöchentlich reiht sich ein neuer Verein in die Liste ein. Doch es wird nicht nur beim Fußball gesungen, sondern ebenso beim Basketball, in der U-Bahn oder bei Konzerten.

Der Ursprung des Hit del verano

Startmoment war das Ligaspiel zwischen den Cuervos aus dem Stadtteil Boedo und den Boca Juniors, welches nach einigen sehr umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen unentschieden ausging. Die Unzufriedenheit mit der Leistung des Referees übertrugen die Heimfans auf das Staatsoberhaupt Mauricio Macri, der zwischen 1995 und 2007 Präsident von Boca war. Weshalb bei den Fans der anderen Vereinen allgemein das Vorurteil herrscht, dass die Boca Juniors von der AFA bevorteilt werden. Zudem steht Macri auch politisch stark unter Beschuss. Wobei davon ausgegangen werden kann, dass einige derjenigen die jetzt gegen ihn singen, bei den letzten Wahlen ihre Stimme für ihn abgegeben haben.

Doch in der Zwischenzeit stimmen die Leute auf den Rängen den Gesang spontan an, ohne dass es eines umstrittenen Pfiffs des vermeintlich Unparteiischen braucht.

Das 1. Mal bei San Lorenzo:

Die Fans von River Plate, dem größten Rivalen der Boca Juniors machten natürlich gerne mit:

Auch bis zu Racing Club hat sich der Hit rumgesprochen:

Und da musste der Nachbar Independiente natürlich nachziehen:

Zur Abwechslung ohne Flutlicht beim Spiel Huracán – Estudiantes:

Und auch bei Chacarita Juniors ließ man sich nicht lumpen, und stimmte mit ein:

The post Hit del verano à la Argentina appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/sommerhit-argentinien-293873/feed 0