julio Villalba
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Der Gladbacher Weg: Top-Talent Julio Villalba auf dem Weg an den linken Niederrhein

Der Transfer des paraguayischen Sturmjuwels Julio Villalba, den Manager Max Eberl bereits früh der zahlungskräftigeren Konkurrenz wegschnappte, unterstreicht den typischen Weg von Borussia Mönchengladbach eindrucksvoll. Junge, erfolgversprechende Talente bereits früh an sich binden, ihnen den nächsten und übernächsten Schritt ermöglichen und sie dann für viel Geld weiterverkaufen.  Beispiele hierfür sind unter anderem Granit Xhaka oder Marco Reus. Chefutbol hat das neu erworbene Sturmtalent aus Paraguay genauer unter die Lupe genommen.

Seit jeher gilt die U-17 Weltmeisterschaft als ideale Bühne für junge Spieler, um sich zu präsentieren und mit ihren Leistungen europäische Topclubs auf sich aufmerksam zu machen. So machte sich auch eine Delegation von Borussia Mönchengladbach auf, um im Herbst 2015 bei der U17-WM in Chile auf Talentsichtung zu gehen. Im Fokus der Borussen stand das französische Abwehrtalent Mamadou Doucouré, der damals noch bei Paris St. Germain unter Vertrag stand und den man anschließend für die aktuelle Spielzeit 2025/17 verpflichtete. Doch bei der Begegnung Frankreich-Paraguay stach den Scouts der Borussia noch ein anderer Spieler ins Auge.

Der damals 17-jährige Julio Villalba erzielte bei der 3:4 Niederlage gegen die „Equipe Tricolore“ einen Treffer für die unterlegenen „Guaraníes“ und lieferte auch sonst mit insgesamt zwei Toren und einer direkten Torvorlage eine gute Turnierleistung ab, sodass das Interesse der Scouts geweckt war und sie Villalba fortan im Fokus behielten. Seine guten Leistungen bei der Junioren-Weltmeisterschaft waren auch ausschlaggebend dafür, dass Villalba, der damals für die U20 von Cerro Porteno auflief, von Trainer Roberto Torres zu Beginn des Jahres 2025 in den Profikader berufen wurde.

Ebenfalls Anfang 2025 setzte sich die Borussia um Sportdirektor Max Eberl dann mit dem jungen Paraguayer in Verbindung und konnte ihn von einem Wechsel in den Borussia-Park überzeugen. Einziges Problem war nur, dass Villalba zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt war, sodass er selbstständig noch keinen Profi-Vertrag unterschreiben durfte. Deshalb konnte der Transfer zu dem damaligen Augenblick auch nicht verkündet werden.

Offizielle Verkündigung des Transfers von Villalba im Januar 2017

Im Januar 2017 folgte dann die offizielle Bestätigung von Mönchengladbach, dass man den Juniorennationalspieler von seinem Heimatclub Cerro Porteno aus der paraguayischen Hauptstadt Asunción an den linken Niederrhein locken konnte. Um Spielpraxis zu sammeln, soll der junge Villalba jedoch bis zum Ablauf der aktuellen Spielzeit zunächst noch in der Heimat verbleiben.

Schon bald dürfte der Konkurrenz bewusst werden, dass der Borussia abermals ein dicker Fisch ins Netz gegangen sein könnte. Villalba, der selbst seine Spielweise mit der seines Idols Robert Lewandowski vergleicht, besitzt in der Tat alle Anlagen, ebenso wie sein polnisches Vorbild, um für die gegnerischen Defensivabteilungen in der Bundesliga zur echten Gefahr zu werden.

Villalba als kompletter Stürmer

Trotz seines bereits ausgeprägten Torinstinkts ist Villalba mehr als nur ein Spieler des Prädikats Strafraumstürmer. Der antrittsschnelle und wendige Paraguayer wählt seine Laufwege klug und fungiert hierbei oftmals als Schnittstelle und Anspielstation zwischen Mittelfeld und Angriff.  Villalba bringt somit nahezu alles mit, was man braucht, um auch in den europäischen Topligen den Durchbruch zu schaffen und sich auch für die A-Nationalmannschaft Paraguays zu empfehlen. Ein selbst formulierter Traum des jungen Angreifers, der aus Ciudad del Este an der Grenze zu Brasilien und Argentinien stammt. Aktuell muss Villalba allerdings noch mit der U20-Auswahl seines Landes vorliebnehmen. Für diese debütierte er am 26. März 2025 gegen Uruguay und zeigte sein Können, indem er den Treffer zum 2:2 erzielte. Auch auf Klubebene konnte Villalba sowohl in der Apertura als auch der Clausura 2025 der paraguayischen Liga mit vier Treffern und zwei direkten Torvorlagen in 16 Partien auf sich aufmerksam machen.

Julio Villalba ist ein Transfer, der den Weg und die Philosophie von Borussia Mönchengladbach perfekt unterstreicht. Der Verein verpflichtet bereits frühzeitig junge, entwicklungsfähige Spieler, bevot sie auch bei Vereinen größeren Kalibers zu begehrten Zielen werden und somit finanziell unerschwinglich werden. Diese Methode spiegelt sich deutlich an einem aktuellen Beispiel wider. Der 21-jährige Deutsch-Syrer Mahmoud Dahoud wechselt nach vier Jahren im Fohlenstall und zwei Profisaisons nach Ablauf der aktuellen Spielzeit für kolportierte 15 Mio. € zu Borussia Dortmund.

Wenn Villalba im Sommer 2017 nun den Sprung über den großen Teich nach Deutschland wagt, soll dieser behutsam aufgebaut werden und vorerst für die U23 zum Einsatz kommen. Wenn der junge Angreifer ruhig und fokussiert bleibt und sein immenses Potenzial ausschöpft, dürfte es nicht lange dauern, bis er sich mit seinem Vorbild Robert Lewandowski tatsächlich auch auf dem Platz messen kann und seinen Traum von Europa wahr werden lässt.