Deutschland – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Sat, 27 Apr 2019 10:11:09 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.1.1 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2016/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Deutschland – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Nicólas González auf den Spuren von Santiago Ascacíbar http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/nicolas-gonzalez-vfb-stuttgart-484913 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/nicolas-gonzalez-vfb-stuttgart-484913#respond Wed, 18 Jul 2018 16:08:47 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10561 Nach Santiago Ascacíbar bringt der VfB Stuttgart den nächsten Transfer eines Argentiniers unter Dach und Fach. Von den Argentinos Juniors wechselt Nicólas González für 8,5 Millionen Euro zu den Schwaben. Ausgebildet bei den Argentinos Juniors, wo einst Diego Maradona und...

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Nach Santiago Ascacíbar bringt der VfB Stuttgart den nächsten Transfer eines Argentiniers unter Dach und Fach. Von den Argentinos Juniors wechselt Nicólas González für 8,5 Millionen Euro zu den Schwaben.

Ausgebildet bei den Argentinos Juniors, wo einst Diego Maradona und Roman Riquelme ihre Fußballschuhe schnürten, verhalf er seinem Jugendklub mit sieben Toren zu einer ruhigen Saison im Tabellenmittelfeld. Mit der Ablöse in Höhe von 8,5 Millionen übertrifft er sogar jene Klublegenden und wird zum teuersten Abgang der Vereinsgeschichte. Zudem erhalten die Argentinier zwölf Prozent der Summe bei einem Weiterverkauf.

González stand kurz vor einem Wechsel zu Inter Mailand

Der 20-jährige Stürmer ist vielseitig einsetzbar und kann sowohl zentral, als auch den Außen eingesetzt werden. Durch sein stetiges Anlaufen der gegnerischen Abwehrreihen, seiner Kopfball- und Abschlussstärke gelang es ihm schnell, sich einen Namen im argentinischen Oberhaus zu machen. Wenig überraschend zeigte auch Inter Mailand großes Interesses an González. Jedoch konnten sich beide Vereine nicht auf eine Ablöse einigen, sodass der VfB Stuttgart letztendlich den Vorzug bekam.

Mit Santiago Ascacibar trifft González auf einen Landsmann, dem der Schritt in eine europäische Topliga schon mit Bravour gelungen ist und der die Integrierung des neuen Stürmers sicher vereinfachen sollte. Ähnlich wie der bissige Wadenbeißer verhofft sich González mit diesem Wechsel in Stellung für die Nationalmannschaft zu bringen, bei der zeitnah ein Generationswechsel ansteht.

Nachdem er in der Aufstiegssaison unter Gabriel Heinze seine ersten Sporen als Profi verdienen konnte, gelang González in der folgenden Saison der Durchbruch, obwohl er seinen Stammplatz eine Zeit lang an Lucas Barrios verloren hatte. Der Bundesligaklub wird sicherlich etwas Geduld aufbringen müssen, aber mit der nötigen Unterstützung und den entsprechenden Zuspielen kann sich der lauffreudige Stürmer als echte Waffe herausstellen, sodass der Abgang von Daniel Ginczek schnell in Vergessenheit geraten könnte.

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Bayer vor Rekordtransfer – Paulinho von Vasco im Anmarsch http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/bayer-vasco-paulinho-914782 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/bayer-vasco-paulinho-914782#respond Fri, 27 Apr 2018 09:37:18 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10046 Die Werkself aus Leverkusen hat in der Vergangenheit häufig beweisen, ein geschicktes Händchen bei der Auswahl südamerikanischer Talente zu haben. Nun hat man sich wohl mit dem Brasilianer Paulinho geeinigt – und im Buhlen um den vielversprechenden Spieler namhafte Konkurrenten...

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Die Werkself aus Leverkusen hat in der Vergangenheit häufig beweisen, ein geschicktes Händchen bei der Auswahl südamerikanischer Talente zu haben. Nun hat man sich wohl mit dem Brasilianer Paulinho geeinigt – und im Buhlen um den vielversprechenden Spieler namhafte Konkurrenten ausgestochen.

17 Jahre ist Paulinho alt und steht bei Vasco da Gama unter Vertrag. Im Klub aus Rio de Janeiro genoss er seine fußballerische Ausbildung und wurde im Juni 2017 zum Profi. Durch starke Leistungen konnte er unter anderem in der Copa Libertadores auf sich aufmerksam machen. In sechs Spielen gelangen dem Offensivmann zwei Treffer, weitere zwei Tore bereitete er vor – eine tolle Quote für sein Debüt im südamerikanischen Pendant zur Championsleague. In der brasilianischen Eliteliga kommt er bisher auf 18 Einsätze. Kein Wunder, dass Paulinho Begehrlichkeiten in Europa erwecken konnte.

Leverkusen gewinnt Rennen um Offensivtalent

Vor kurzem erst kursierte in der Medienlandschaft die Meldung, dass Atlético Madrid mit einem Angebot von 14 Millionen Euro bei den Verantwortlichen von Vasco abgeblitzt sei. Eine legitime Absage in Betracht auf die festgeschriebene Ausstiegsklausel von 30 Millionen Euro. Allerdings lag das Angebot bereits oberhalb des aktuellen Marktwertes von 10 Million Euro, welcher jedoch eine steigende Tendenz aufzeigt. Trotzdem soll sich die Werkself nach Angaben der brasilianischen Zeitschrift „Globoesporte“ nun für eine Summe zwischen 20 und 25 Millionen Euro die Dienste von Paulinho gesichert haben. Für Bayer wäre das ein Rekordtransfer.

Gerüchten zufolge soll dieses „Schnäppchen“ die Konsequenz aus finanziellen Schwierigkeiten beim Regatterklub aus Rio de Janeiro sein, welcher den Transfererlös dringend benötige. Auch die Bayern und der BVB sollen neben europäischen Topklubs wie Manchester City ihre Fühler nach Paulo Henrique Sampaio Filho, wie Paulinho mit bürgerlichem Namen heißt, ausgestreckt haben. Angesichts der Konkurrenz ein enormer Erfolg für die Werkself. Darf man allen Gerüchten glauben schenken, wird Paulinho schließlich am 15. Juli dieses Jahres sein Arbeitspapier in Leverkusen unterzeichnen – so verlangen es die Regularien der FIFA, weil der Spieler erst an besagtem Termin seine Volljährigkeit erlangt.

Bereicherung für die Bundesliga

Auch wenn die offizielle Bestätigung noch aussteht, deuten die Zeichen daraufhin, dass Paulinho ins Rheinland gehen wird. Ob er ein weiterer Spieler in der langen Reihe brasilianischer Ballkünstler wird, welche die Bundesliga bereits verzaubert haben, oder der Transfer zu einem „Brasilienflopp“ verkommt, wird sich dann in der kommenden Saison zeigen. Bei einer Ablösesumme in dieser Höhe ist ein gewisses Restrisiko definitiv gegeben. Tita hingegen, einer der ersten Brasilianer der Bundesliga und einst in Diensten von Bayer 04 Leverkusen gewesen, gibt sich davon überzeugt, dass Paulinho es schaffen wird: „Er ist ein junger, technisch versierter Spieler, der alles mitbringt, um erfolgreich zu sein.”

Aktuell laboriert der 1,75 Meter große Flügelstürmer an einem Armbruch. Wann er wieder auf dem Platz stehen kann, ist noch nicht bekannt. Vorfreude erweckt er allemal. Denn Heiko Herrlich wird mit ihm eine flexible Allzweckwaffe in der Offensive haben, welche häufig von der linken Seite aus den Torerfolg sucht, jedoch auch schon an der rechten Außenbahn oder im Sturmzentrum eingesetzt wurde. Jonas Boldt soll den Deal übrigens eingefädelt haben. Der designierte Sportdirektor hat in der Vergangenheit bereits mehrfach seinen Sinn für Talente unter Beweis gestellt und erhofft sich nun natürlich, den nächsten Coup gelandet zu haben.

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Was macht eigentlich..Elkin Soto? http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/mainz-elkin-soto-578959 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/kolumbien/mainz-elkin-soto-578959#respond Thu, 29 Mar 2018 06:23:26 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=8312 Neuneinhalb Jahre verbrachte Elkin Soto beim 1.FSV Mainz. Der Kolumbianer zählte über die ganzen Jahre zu den Leistungsträgern des Karnevalvereins. Auch bei den Fans machte sich der Familienvater mit seiner netten und sympathischen Art viele Freunde. Insgesamt kam der kolumbianische...

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Neuneinhalb Jahre verbrachte Elkin Soto beim 1.FSV Mainz. Der Kolumbianer zählte über die ganzen Jahre zu den Leistungsträgern des Karnevalvereins. Auch bei den Fans machte sich der Familienvater mit seiner netten und sympathischen Art viele Freunde. Insgesamt kam der kolumbianische Mittelfeldspieler auf 206 Pflichtspiele für die 05er.

Copa Libertadores-Sieg und Länderspiel-Debüt – Die sportlichen Anfänge machte der Techniker bei Once Caldas. In Kolumbien zählte der Verein zu dieser Zeit zu den stärksten Mannschaften. Auch international konnte sich Soto mit dem Klub in die Geschichtsbücher schreiben. 2004 gelang “El Blanco Blanco” der Sieg in der Copa Libertadores. Im Finale konnte man vor heimischem Publikum die Boca Juniors nach Elfmeterschießen bezwingen. Die starken Leistungen brachten ihm sogar Nominierungen bei der Nationalmannschaft ein. Bis heute brachte er es auf 26 Länderspiele, in denen er sechs Mal einnetzen konnte.

Wechsel nach Deutschland

2007 wagte er den Schritt in Richtung Europa. Mainz sicherte sich die Dienste des vielversprechenden Mittelfeldspielers. Seine Leidenschaft brachten ihm schnell den Ruf des Publikumlieblings ein. In den folgenden Jahren avancierte er zum Leistungsträger und machte auch 2007-2009 den Gang in die 2.Bundesliga mit. Bis 2013 konnte er dem Bundesliganiveau standhalten, eher er mit dem Alter auch verletzungsanfälliger wurde. Ab 2013 warfen ihn immer wieder Verletzungen zurück, die ein regelmäßiges Auflaufen verhinderten.

Vertragsverlängerung für Soto trotz Verletzung

Es war der 3.Mai 2015 als er, nach einem Zweikampf mit Rafael van der Vaart, derartig schwer verletzt wurde, dass er sich das vordere Kreuzband, das Innenband und den Meniskus riss. Obwohl der Vertrag des ehemaligen Nationalspielers eigentlich nicht hätte verlängert werden sollen, bot man ihm direkt nach der Horrorverletzung ein weiteres Jahr in Mainz an. Soto hatte ürsprünglich geplant, nach der Saison 2014/2015 wieder zu seinem Heimatverein Once Caldas zurückzukehren. “Wir werden den Jungen nicht hängen lassen. Er kann sofort einen neuen Jahresvertrag bei uns unterschreiben”, lauteten die Worte des früheren Mainzer Managers Christian Heidel.

374 Tage später kam es zu einer schönen Szene am 34.Spieltag der Saison 2015/2016. Eine Minute vor Abpfiff wurde der heute 37-jährige unter großem Applaus eingewechselt. Soto hatte seine schwere Verletzung erfolgreich überstanden und durfte ein letztes Mal für den Bundesligisten auflaufen.

Rückkehr nach Kolumbien

In der folgenden Sommerpause 2016 kam es wie geplant zu seiner Rückkehr nach Kolumbien. Bei Once Caldas wollte er noch einmal angreifen und dem Team mit seiner Erfahrung weiterhelfen. In Manizales durfte der zentrale Mittelfeldspieler wieder Spielpraxis sammeln und zählte bis zu Jahresbeginn zu den Leistungsträgern. Im Januar kam es zur Trainerverpflichtung von Hubert Bodhert. Unter Bodhert wurde der Vertrag von Soto nicht verlängert, weshalb er nun seit Anfang 2018 ohne Verein dasteht. Über diese Entscheidung zeigte sich der 37-jährige relativ überrascht: “Wenn sie mir gesagt hätten, dass sie wegen meines Alters oder meiner Leistung nicht mehr auf mich zählen, hätte ich das verstanden.” Seine Priorität war es immer bei Once Caldas weiterzumachen, weshalb es derzeit noch unklar scheint, ob sich Soto überhaupt noch einmal einem neuen Verein anschließen wird.

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Javi Martínez zurück auf der Sechs – Heynckes’ wichtigster Schachzug? http://www.chefutbol.com/europa/deutschland/javi-martinez-zuruck-sechs-373814 http://www.chefutbol.com/europa/deutschland/javi-martinez-zuruck-sechs-373814#respond Sun, 22 Oct 2017 22:10:07 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6349 Jupp Heynckes ist zurück beim FC Bayern und mit ihm kehrt auch Javi Martínez auf die Position zurück, für die der FC Bayern im Sommer 2012 die vereinsinterne Rekordablöse von 40 Millionen Euro nach Bilbao schickte. Martínez war einer der...

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Jupp Heynckes ist zurück beim FC Bayern und mit ihm kehrt auch Javi Martínez auf die Position zurück, für die der FC Bayern im Sommer 2012 die vereinsinterne Rekordablöse von 40 Millionen Euro nach Bilbao schickte. Martínez war einer der Hauptakteure der Triple-Saison 2013 und könnte nun erneut zur Schlüsselfigur der bayrischen Defensive werden.

Es gibt diese eine Statistik aus der Saison 2012/13, von der in Bayern-Fachkreisen oft geschwärmt wird, die in der breiten Öffentlichkeit jedoch kaum die angemessene Wertschätzung bekommen hat.

27 Bundesliga- Einsätze hatte Javi Martínez, keines dieser Spiele wurde verloren (24 Siege, drei Remis). Stand der Baske auf dem Feld, kassierten die Münchner nur acht Gegentore. So weit so gut, jetzt das Beeindruckende: Sechs dieser acht Tore fielen nach Standards. Gerade einmal zwei (!) aus dem Spiel heraus. Der Begriff des „Abfangjägers“ war geboren. Zaubern und glänzen sollten die vier Spieler vor ihm. Martínez’ Aufgabe bestand in der schnellen Rückgewinnung der Bälle, die Arjen Robben und Franck Ribéry zuvor in Eins-gegen-Eins Situationen verloren hatten.

Für den „Zirkus“ (Marcel Reif), den Szenenapplaus und das Stauen auf der Tribüne sind andere zuständig, Martínez erledigt die Aufräumarbeiten, die bei vielen erst auf den dritten oder vierten Blick sichtbar werden. Sein vorläufiges Meisterstück lieferte der damals 24-Jährige beim 4:0 im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona mit Lionel Messi, Xavi, Andrés Iniesta und Sergio Busquets in der Zentrale.

Kante, Casemiro, Busquets

Es sind genau diese Qualitäten der Balleroberung und Konterunterbindung vor der letzten Abwehrlinie, die Martínez 2013 aber auch in der jetzigen Phase so wertvoll machen. Tore gegen die Bayern zu erzielen war zu Hochzeiten der vergangenen Jahre (2013-2016) fast nur über Konter möglich.

Doch nicht nur bei den Bayern sondern durchgehend im europäischen Fußball verteilt, war der Abräumer im Mittelfeld in den letzten Jahren für viele Teams der Schlüssel zu Titeln. N’Golo Kanté zuerst bei Leicester und dann bei Chelseas Titelgewinn, Casemiro bei Real Madrid, Arturo Vidal bei Juventus Turin, Thiago Motta bei Paris Saint-Germain und über Busquets und dessen Wichtigkeit für ein Spiel braucht eigentlich kein weiteres Wort verloren werden – „Du betrachtest das Spiel und du siehst Busquets nicht. Doch wenn du Busquets betrachtest, dann siehst du das ganze Spiel.“ (Vicente del Bosque)

Pep Guardiola griff auf diese Qualitäten nur selten zurück. Zum einen brauchte es in der dominanten Spielweise keinen „Zerstörer“ auf der Sechs sondern eher den Ballverteiler Xabi Alonso mit seinen unfassbaren Diagonalbällen, zum anderen wurde Martínez, wenn er nicht gerade selber verletzt war, aufgrund der andauernden Verletzungsproblematik bei den Innenverteidigern (Jerome Boateng, Mehdi Benatia, Holger Badstuber) in der letzten Kette gebraucht.

Martínez auf der Zehn in Dortmund

Guardiolas größter taktischer Kniff mit Martínez war das Spiel in Dortmund im November 2013. Zur Unterbindung der Dortmunder Konter zu einem möglichst frühen Zeitpunkt spielte Martinez auf der Zehn vor der spielstarken Doppel-6 um Toni Kroos und Philipp Lahm. Um das Dortmunder-Gegenpressing gar nicht erst entstehen zu lassen, wurden für Guardiola-Verhältnisse auffällig viele lange Bälle auf die Kopfballstarken Martínez und Mario Mandžukić gespielt. Die Bayern gewannen 3:0.

Unter Jupp Heynckes kehrte Martínez im ersten Spiel direkt auf die Doppel-6 im Mittelfeld zurück. Der Spanier beschränkte sich auf die einfachen Aufgaben und überließ den Spielaufbau Boateng und Mats Hummels hinter ihm oder seinem Landsmann Thiago leicht versetzt vor ihm.

Der Gegner Freiburg war sicherlich nicht der entscheidende Gradmesser für die Bayern, doch gerade im zentralen Raum vor der Abwehr herrschte deutliche mehr Ruhe und Stabilität.

Die Schulterverletzung kostete Martínez bereits das Spiel gegen Celtic Glasgow in der Champions League und die Begegnung beim HSV am Samstag. Er selbst gab via Twitter Entwarnung, dass die Ausfallzeit nicht allzu lang sein werde. Das könnten die Münchner auch nicht unbedingt gebrauchen. Die nächsten vier Spiele werden zeigen wie weit die Bayern sind. Leipzig in Pokal und Liga, in der Champions League bei Celtic und beim Auswärtsspiel in Dortmund wäre ein fitter Martínez äußerst hilfreich.

3-4-3, 3-2-4-1, 4-2-3-1

Für große taktische Umstellungen oder Anpassungen an den jeweiligen Gegner wird bis zur Winterpause keine Zeit sein. Lediglich das Wintertrainingslager bietet da noch Möglichkeiten. Heynckes soll die Saison zu Ende bringen und die Mannschaft „besenrein“ (Uli Hoeneß) übergeben. Was nach dem 30.6.2018 kommt ist weiterhin offen.

Mit Martínez auf der Sechs und der angestammten Viererkette um Joshua Kimmich, Boateng, Hummels und David Alba hat jedoch jeder Trainer der Welt alle verfügbaren Möglichkeiten der Ausrichtung und Raumaufteilung in der Defensive zur Hand.

Ob Dreierkette mit extrem weit aufgerückten Außenspielern (3-4-3 oder 3-5-2), einer Dreierkette mit Kimmich und Alaba eingerückt als Doppelsechs (3-2-4-1) oder wie aktuell praktiziert die klassische Viererkette (4-2-3-1).

All diese taktischen Überlegungen hängen jedoch mit einem Spieler zusammen, der sowohl auf der Sechs als auch in der Innenverteidigung höchstes europäisches Niveau verkörpert und diese Positionen innerhalb von Sekunden auf dem Feld ändern kann. Viele dieser Spieler gibt es auf der Welt nicht. Javi Martínez ist einer von ihnen.

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Die 10 größten südamerikanischen Transferflops in der Bundesliga http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/10-transferflops-bundesliga http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/10-transferflops-bundesliga#respond Fri, 08 Sep 2017 12:44:47 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5858 Ohne Zweifel bringt der südamerikanische Kontinent in steter Regelmäßigkeit Spieler hervor, die bei europäischen Topvereinen Weltruhm erlangen und ihresgleichen suchen. Sei es Ronaldinho, Lionel Messi, Neymar oder auch der “echte” Ronaldo, seit jeher kommt eine Vielzahl an außergewöhnlichen Fußballern aus...

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Ohne Zweifel bringt der südamerikanische Kontinent in steter Regelmäßigkeit Spieler hervor, die bei europäischen Topvereinen Weltruhm erlangen und ihresgleichen suchen. Sei es Ronaldinho, Lionel Messi, Neymar oder auch der “echte” Ronaldo, seit jeher kommt eine Vielzahl an außergewöhnlichen Fußballern aus Südamerika. Leider ist nicht jeder südamerikanische Export zugleich auch ein Glücksgriff, mindestens ebenso viele Spieler können die hohen Erwartungen, die an sie gestellt werden nur bedingt oder gar nicht erfüllen und werden so zu “Transferflops”. Auch die Bundesligavereine bleiben von solchen Fehleinkäufen nicht verschont. Die 10 größten Transfermissverständnisse haben wir hier für euch zusammengestellt.

1. Breno

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Mit großen Vorschusslorbeeren verpflichtete der Branchenprimus FC Bayern München im Jahre 2007 den brasilianischen Innenverteidiger Breno aus São Paulo, der leider in erster Linie abseits des Platzes für Furore sorgen sollte. Ganze 12 Mio. € ließen sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße die Defensivhoffnung kosten; Rummenigge bezeichnete den damals 18-jährigen Nachwuchsakteur als “Investition in die Zukunft”.

In seinen ersten drei Jahren bei den Bayern kam Breno wettbewerbsübergreifend auf lediglich acht Einsätze, in denen er nicht ansatzweise überzeugen konnte. Nach einem Leihgeschäft mit dem 1. FC Nürnberg kehrte Breno 2011 zu den Bayern zurück und man hoffte, dass Breno nun endlich Gas geben würde. Unglücklicherweise waren es nur die Feuerwehrfahrzeuge, die 2011 Gas gaben, sie wurden zu einem Einsatz im Münchner Nobelvorort Grünwald gerufen, eine Villa stünde in Flammen. Wie sich herausstellte, legte Breno nach Alkoholgenuss und Familienstreitigkeiten Feuer in seinem Anwesen und wurde hierbei selbst leicht verletzt. 2012 verurteilte ihn das Gericht zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Der noch bestehende Vertrag mit dem deutschen Rekordmeister wurde selbstverständlich aufgelöst.

Nach vorzeitiger Haftentlassung kehrte Breno Deutschland den Rücken und spielt heute für Vasco da Gama in seiner brasilianischen Heimat.

2. Marcos Antonio

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Auch circa 170 Kilometer weiter nördlich, in der Frankenmetropole Nürnberg, kennt man sich mit südamerikanischen Fehleinkäufen bestens aus. Im Jahr 2012 verpflichtete der “Club” Marcos Antonio, einen Innenverteidiger mit vermeintlich “internationalem Format”. Und damit lagen die Verantwortlichen um Manager Martin Baader ja auch nicht so falsch, schließlich hatte Marcos Antonio zuvor schon mit Rapid Bukarest europäische Luft schnuppern dürfen.

Sein “internationales Format” konnten die Nürnberg-Anhänger allerdings nie zu Gesicht bekommen, was allerdings nicht heißen soll, dass Marcos Antonio den Franken nicht in bester Erinnerung geblieben ist. Zu skurril war sein Bundesligadebüt. Beim Spiel gegen den VfB Stuttgart war es ausgerechnet der hochgelobte Innenverteidiger, der nach 24 (!!) Sekunden mit einem absolut katastrophalen Rückpass das 0:1 verschuldete. Verunsichert durch seinen frühen Patzer machte Marcos Antonio einen Fehler nach dem anderen und stellte eher eine Gefahr für das eigene Team dar. Dieter Hecking, damals Nürnberg-Trainer, zog bereits nach 16 Spielminuten die Reißleine und nahm Marcos Antonio vom Feld, begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert der eigenen Anhänger.

Diese 16 Minuten sollten zugleich auch die Einzigen im Trikot des 1. FC Nürnberg bleiben. 2014 wurde der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Heute spielt Marcos Antonio in Malaysia beim Erstligisten Johor Darul.

3. Carlos Alberto

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Kaum ein Akteur kam mit derart hohen Erwartungen an die Weser die Carlos Alberto, der designierte Nachfolger des zuvor abgewanderten Spielmachers Diego. Ganze 7,8 Mio. € ließ sich Werder Bremen den damals 22-jährigen Brasilianer kosten, bis heute der zweitteuerste Transfer der Vereinsgeschichte!

Leider gehört Carlos Alberto trotz der hohen Ablösesumme und seines Status als Champions League Sieger (2004 mit dem FC Porto) definitiv zu den Transferflops. Die hohen Erwartungen, die an Carlos Alberto gestellt wurden, konnte der junge Brasilianer nie auch nur ansatzweise erfüllen, nur insgesamt fünf Spiele machte er für Werder in seinem ersten halben Jahr. Dafür fiel er abseits des Platzes durch allerhand Disziplinlosigkeiten wie Trainingsverspätungen und ausschweifende Ausflüge in das Nachtleben der Weser-Metropole auf.

Die Verantwortlichen bei Werder hatten auch alsbald Carlos Albertos Faxen dicke; nach Leihen zu São Paulo und Botafogo wechselte er 2010 ablösefrei zu Vasco da Gama. Der Champions League Sieg 2004 sollte das Karrierehighlight des ohne Zweifel hoch veranlagten Spielmachers bleiben.

4. Kahê

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Auch am Niederrhein bei Borussia Mönchengladbach wollte man im Jahre 2005 auf den “Südamerika-Zug” aufspringen und kaufte für circa 1,2 Mio. € den bulligen Mittelstürmer Kahê von Ponte Preta. Auch heute ist Kahê noch vielen Borussia-Fans bekannt, allerdings leider auch aufgrund ausbleibender Leistungen. In seinem ersten Jahr bei der Borussia konnte sich Kahê keinen festen Platz im Kader der Fohlenelf sichern, der junge Brasilianer hatte andauernd mit Übergewicht zu kämpfen. Man munkelte, dass der Torhunger des Transferflops eher zu tatsächlichem Hunger wurde. Besonders Bienenstich und andere Kuchenspezialitäten hatten es dem wuchtigen Angreifer angetan.

Nach einer radikalen Diät in der Sommerpause wollte Kahê in der Spielzeit 2006/07 so richtig angreifen, und zunächst sah es auch gar nicht schlecht aus. In den ersten fünf Spielen der Saison erzielte Kahê vier Tore. Es schien so, als würde der Mittelstürmer endlich liefern. Die vier Treffer blieben allerdings auch die einzigen Erfolgserlebnisse von Kahê am Niederrhein, sodass das Kapitel Bundesliga des Transferflops ein jähes Ende nahm.

Im August 2007 wechselte Kahê in die Türkei, heute schnürt er für Yeni Amasyaspor seine Stiefel.

5. Federico Insua

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Allerdings war Kahê nicht der einzige südamerikanische Fehleinkauf der Borussia. Im Sommer 2006 präsentierten die “Fohlen” den damaligen Rekordtransfer Federico Insua.

Für den argentinischen Spielmacher überwies Mönchengladbach 4,5 Mio. € an die Boca Juniors, man ging damals laut Präsident Rolf Königs an die Grenzen des finanziell Machbaren. Der 15-malige argentinische Nationalspieler konnte mit den hohen Erwartungen an seine Person allerdings nicht umgehen und somit nicht die kreative Anspielstation im Spiel der Fohlenelf werden. Obwohl Insua in seiner Premierensaison in 32 Ligapartien von Anfang an auf dem Platz stand, gelangen ihn in dieser Zeit nur mickrige zwei Törchen und zwei Vorlagen, definitiv zu wenig für eine derart hohe Ablösesumme.

Nach nur einem Jahr entschloss sich Insua bereits zu einem Wechsel, dem man von Vereinsseite aus keine Steine in den Weg legte, zumal dessen neuer Verein CF América aus Mexiko knapp 4,2 Mio. € an die Borussia überwies. Mittlerweile hat der hochveranlagte Spielmacher nach Stationen in Argentinien, Kolumbien und der Türkei seine Karriere allerdings beendet, ohne jemals über den Status einen Transferflops hinausgekommen zu sein.

6. Michel Bastos

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Als Ersatz für Lewis Holtby, der damals nach einer starken Saison nach England zu den Tottenham Hotspurs wechselte, nahmen die königsblauen Knappen 2013 den Brasilianers Michel Bastos ins Visier. Nachdem die Ablösemodalitäten mit Olympique Lyon geklärt waren, schloss sich der damals 29-jährige Linksaußen dem FC Schalke 04 zunächst auf Leibasis an.

Sportlich gesehen war für Bastos das Kapitel Schalke 04 auch gar nicht so katastrophal. In 14 Partien erzielte der Brasilianer vier Treffer. Nicht gut, aber auch nicht schlecht. Allerdings soll es immer wieder Unstimmigkeiten und Reibereien mit anderen Mitspielern sowie mit Trainer Jens Keller gegeben haben, sodass man bei S04 dem Brasilianer keine Steine in den Weg legte, als er bereits nach sieben Monaten in die arabische Wüste zu Al-Ain wechseln wollte.

Die Transferrechte des Spielers lagen zum damaligen Zeitpunkt weiterhin bei Olympique, Schalke hatte lediglich die Option, bei einem eingegangen Angebot für den Spieler ebenfalls eines abzugeben. Manager Horst Heldt nahm von einer Verpflichtung allerdings Abstand, was angeblich auch dem Willen des Spielers entsprach. Heute spielt Michel Bastos in der höchsten brasilianischen Spielklasse bei Palmeiras.

7. Juan Pablo Sorín

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Im Klub der südamerikanischen Transferflops der Bundesliga stellt auch der HSV einen Vertreter. Im Anschluss an die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland entschied man sich in der Hansestadt, einen echten Weltstar zu verpflichten. Juan Pablo Sorín, Kapitän der Albiceleste, sollte die wacklige Defensive des Bundesligadinos festigen und über die Außen auch offensive Akzente setzen. Nichts davon klappte jedoch.

In der Vorsaison hatte Sorín mit dem FC Villareal überraschend das Halbfinale der Champions League erreicht, in der die Hamburger in der Spielzeit 2006/07 nach dem dritten Platz im Vorjahr ebenfalls teilnahmeberechtigt waren. Die Freude über den Transfer währte allerdings nicht lange. Sorín wurde durch diverse Verletzungen zurückgeworfen, letztlich verpasste der Argentinier mehr Partien als er tatsächlich absolvierte, sodass bereits in der Winterpause Spekulationen über einen Weiterverkauf aufkeimten. Nach zwei enttäuschenden Jahren, in denen Sorín nicht ansatzweise an die Leistungen beim spanischen Erstligisten Villareal anknüpfen konnte, verließ er die Hanseaten wieder in Richtung Brasilien, ohne bleibende Fußspuren im Elbsand hinterlassen zu haben.

8. França

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Ein besonders peinlicher, aber auch tragischer Vertreter der südamerikanischen Transferflops in der Bundesliga ist ohne Zweifel França. Der Mittelfeldspieler sollte als Abräumer vor der Abwehr fungieren, absolvierte in seinen zwei Jahren allerdings kein einziges Spiel für die Hannoveraner, und das aus mehreren Gründen. Doch eines nach dem anderen.

Den Verantwortlichen bei Hannover um Manager Jörg Schmadtke war es in erster Linie wichtig, einen körperlich robusten und hochgewachsenen Mittelfeldspieler zu verpflichten, um die nötige körperliche Komponente in das Spiel von 96 zu bekommen. França erschien auf dem Papier wie geschaffen dafür, sodass man sich im Januar 2013 dazu hinreißen ließ, insgesamt 1,3 Mio. € an Ex-Klub Coritiba FC zu überweisen.

Beim Medizincheck in der niedersächsischen Landeshauptstadt folgte dann jedoch der Schock. Statt 1,91 Meter, wie versprochen, maß der Brasilianer nur 1,81 Meter, ganze zehn Zentimeter weniger! Zuerst fiel der Schwindel dem damaligen Coach Mirko Slomka auf, der selbst 1,87 m groß ist. Beim Gang in die Kabine und dem ersten Aufeinandertreffen bemerkte dieser, dass der brasilianische Neuzugang deutlich kleiner als er selbst war.

Hannover versuchte sogar, die ganze Sache zu vertuschen. In der offiziellen Mitteilung des Vereins bezeichnete Manager Schmadtke den Mittelfeldakeur als “1,90 m und 88 Kilogramm schweren Mittelfeldspieler, der genau in das Anforderungsprofil passt”.

Aufgrund eines Fitnessrückstandes absolvierte França zunächst ein zweiwöchiges Aufbautraining, ehe er erstmals für die “Roten” in einem Testspiel auflief, in dem er sich direkt verletzte. Die Blessur stellte sich zwar zunächst nur als Kniereizung heraus, sodass er bereits nach einwöchiger Zwangspause wieder ins Training zurückkehren konnte. Kurz vor dem anstehenden Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim jedoch ereilte sowohl Spieler als auch Verein die Schocknachricht. Tuberkulose. Ganze vier Monate setzte die schwerwiegende Lungenkrankheit den Brasilianer außer Gefecht, eine schwere Zeit für alle Beteiligten. Im Januar 2014 wurde França in seine Heimat an Palmeiras ausgeliehen. Bereits ein Jahr später, im Januar 2015 folgte dann der endgültige Wechsel zu Figueirense.

9. Fernando Santos

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Ein Transfer des TSV 1860 München, der nicht nur sündhaft teuer war, sondern auch den Rausschmiss des damaligen Chefscouts Stefan Schwarz bedeuten sollte. Fernando Santos. Der 1,91 m große Innenverteidiger schloss sich im Jahr 2003 den “Löwen” an, konnte den Abstieg allerdings nicht verhindern.

Ganze 1,2 Mio. € überwiesen die Giesinger im Winter 2003/04 an Santos Jugendklub Flamengo. Der damalige Coach Falko Götz bezeichnete Fernando Santos als seinen absoluten Wunschspieler, der trotz seines noch jungen Alters eine Führungspersönlichkeit darstelle und dem Verein direkt helfen könne. Weit gefehlt. Der brasilianische Defensivakteur absolvierte zehn Partien für den Münchner Traditionsverein, die nahezu alle an eine Katastrophe grenzten. Haarsträubende Fehler im Spielaufbau, einfachste Abspielfehler, miserables Stellungsspiel sind nur einige der Makel des brasilianischen Transferflops gewesen, sodass die 60er sich bereits nach nur einer Halbserie von Santos trennten. Dieser schloss sich Austria Wien an, konnte allerdings auch dort nicht ansatzweise überzeugen. Nach zwei Jahren in der Heimat bei Flamengo versuchte es Santos 2007 erneut mit der Bundesliga, wieder mit eher überschaubarem Erfolg.

Beim MSV Duisburg kam Santos zwar anfangs regelmäßig zum Einsatz, allerdings zog er sich alsbald einen Jochbeinbruch zu, sodass er den Abstieg der Zebras nicht mehr verhindern konnte. Am Ende der Spielzeit wurde der Vertrag aufgelöst und Fernando Santos kehrte in seine Heimat zurück. Im Jahr 2015 beendete der Innenverteidiger seine Karriere, ohne jemals groß sportlich in Erscheinung getreten zu sein.

10. Julio dos Santos

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Nach dem Abgang von Mittelfeldleader Michael Ballack zum FC Chelsea im Sommer 2005/06 klaffte ein großes Loch im Mittelfeld des Rekordmeisters. Beim deutschen Branchenprimus war man sich sicher, den designierten Nachfolger des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft in Paraguay gefunden zu haben. Julio dos Santos, vielversprechendes Talent des Hauptstadtklubs Cerro Porteno und Paraguays “Fußballer des Jahres”, wechselte für 2,7 Mio. € an die Isar um “El Capitano” zu beerben. Doch weit gefehlt.

Da dos Santos erst ab der Rückrunde spielberechtigt war, sollte sich der 22-jährige Paraguayer an die höheren physischen Anforderungen der höchsten deutschen Spielklasse zunächst im Kraftraum gewöhnen. Fitnesscoach Werner Leuthard schnallte ihm in seiner ersten Trainingseinheit einen 50 kg schweren Traktorreifen an den Rücken. Beim Versuch, diesen zu ziehen, scheiterte dos Santos kläglich, nicht einen Zentimeter konnte er diesen voranbewegen.

Sein Bundesligadebüt gab der Mittelfeldspieler am letzten Spieltag der Saison 2005/06 beim 3:3 Unentschieden gegen Borussia Dortmund. In der darauffolgenden Saison kam dos Santos lediglich auf acht Partien, sodass die Verantwortlichen an der Säbener Straße eine Ausleihe für das Beste hielten, der VfL Wolfsburg stand als Abnehmer parat.

In der niedersächsischen Provinz erhielt dos Santos allerdings auch keine wirkliche Spielpraxis. Einen Tag nach Bekanntgabe des Wechsels brach dos Santos sich das Wadenbein und war somit vorerst außer Gefecht gesetzt.

Nach seine Rückkehr zum Rekordmeister wurde dos Santos erneut verliehen, einmal zu UD Almería in die spanische Primera División und nach Brasilien zu Grêmio Porto Alegre. Da auch diese beiden Stationen von eher mäßigem Erfolg gekrönt waren, verkauften die Bayern das paraguayische Wunderkind 2008 an Atlético Paranaense nach Brasilien. Heute spielt dos Santos bei Sportivo Liqueno in seiner Heimat Paraguay.

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Ascacíbar-Deal ist fix – Wechselt auch Lucas Alario in die Bundesliga? http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/ascacibar-deal-fix-alario-945725 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/ascacibar-deal-fix-alario-945725#comments Wed, 23 Aug 2017 10:00:09 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5659 Der Transfer von Santiago Ascacíbar zum VfB Stuttgart ist unter Dach und Fach. Währenddessen bangt River Plate um Toptorjäger Lucas Alario, an dem Bayer Leverkusen heftig baggert. Gestern um 17:46 Uhr meldete der VfB Stuttagrt Vollzug: Santiago Ascacíbar wird in...

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Der Transfer von Santiago Ascacíbar zum VfB Stuttgart ist unter Dach und Fach. Währenddessen bangt River Plate um Toptorjäger Lucas Alario, an dem Bayer Leverkusen heftig baggert.

Gestern um 17:46 Uhr meldete der VfB Stuttagrt Vollzug: Santiago Ascacíbar wird in Zukunft das Trikot der Schwaben tragen – für eine relativ moderate Ablösesumme von acht Millionen Euro (Fünf Millionen sofort , drei später), die an seinen Ex-Verein Estudiantes de la Plata gehen. “El Rusito” wird einen Fünf-Jahresvertrag bis 2022 unterschreiben und ist zusammen mit Zdravko Kuzmanovic nun der teuerste Einkauf der VFB-Geschichte.

Der kampfstarke und aggressive Balleroberer mit einer Körpergröße von 1,68 m bekommt die Rückennumer 6 und zeigt sich voller Vorfreude auf die Bundesliga und sein neues Team: “Die Bundesliga zählt zu den besten Ligen der Welt. Ich habe schon einiges vom VfB gehört, tolle Bilder von den fantastischen Fans und der beeindruckenden Stimmung bei den Spielen gesehen.”

Neumanager Reschke mahnt zur Geduld mit dem 20-jährigen Talent, lässt aber auch durchblicken, dass man sich einiges von Ascacíbar erwartet: “Ganz grundsätzlich darf man von einem jungen Spieler keine Wunderdinge erwarten, aber Santiago wird uns schon in dieser Saison entscheidend helfen können. Und in Zukunft ist auch mehr als das möglich.” Aus unserer Sicht auf jeden Fall ein sehr guter Transfer für den VfB Stuttgart.

Alario nach Leverkusen?

Und der argentinischen Superliga droht drei Tage vor dem Start der Abgang des nächsten Stars. Diesmal könnte es Schwergewicht River Plate treffen, deren Toptorjäger Lucas Alario im Notizbuch von Bayer Leverkusen steht. Der Werksklub hat angeblich 16 Millionen Euro für den Mittelstürmer geboten, die River Plate jedoch abgelehnt hat. “Los Millonarios” beharren auf die vertraglich fixierte Ausstiegsklausel von 24 Millionen Euro. River Plate hält 60% der Rechte an Alario, der seinem Trainer Gallardo bereits gesagt haben soll, dass er gerne wechseln würde.

Man darf gespannt sein, ob Leverkusen sein Angebot erhöht. Nach dem Transfer von Sebastian Driussi zu Zenit hätte River damit sein komplettes Sturmduo verloren. Es wäre ein herber Rückschlag im Kampf um die Copa Libertadores.

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Bricht Jairo seine Zelte in Mainz bald ab? http://www.chefutbol.com/europa/deutschland/bricht-jairo-zelte-ab-384975 http://www.chefutbol.com/europa/deutschland/bricht-jairo-zelte-ab-384975#respond Mon, 31 Jul 2017 16:18:31 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5395 Vor wenigen Wochen hatte Jairo Samperio klargestellt, dass er bei einer Weiterbeschäftigung von Martin Schmidt als Trainer den FSV Mainz 05 mit sofortiger Wirkung verlassen hätte. Inzwischen hat der ehemalige U23-Trainer Sandro Schwarz das Zepter bei den Rheinhessen übernommen. Nun...

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Vor wenigen Wochen hatte Jairo Samperio klargestellt, dass er bei einer Weiterbeschäftigung von Martin Schmidt als Trainer den FSV Mainz 05 mit sofortiger Wirkung verlassen hätte. Inzwischen hat der ehemalige U23-Trainer Sandro Schwarz das Zepter bei den Rheinhessen übernommen. Nun könnte es Jairo selbst im umgekehrten Fall treffen.

„Wenn Schmidt Trainer geblieben wäre, wäre ich definitiv gegangen. Das weiß Rouven Schröder“, stellte Jairo Samperio noch vor gut zwei Wochen gegenüber dem kicker klar. Die Weichen beim FSV Mainz 05 sind seit einigen Wochen umgestellt, Sandro Schwarz übernahm für den geschassten Schweizer Übungsleiter. Was die Zukunft von Jairo anbelangt, gibt es offenbar noch einiges an Klärungsbedarf.

Schröder lässt Zukunft von Jairo offen

Der in Spanien geborene Flügelspieler hatte in der vergangenen Saison keinen Stammplatz inne, kam insgesamt nur auf elf Startelfeinsätze in der Bundesliga. Angesichts seines im Sommer 2018 auslaufenden Vertrags gibt sich 05-Sportvorstand Rouven Schröder im kicker zugeknöpft, sagt nur: „Es ist in beide Richtungen offen – und keine Entscheidung gefallen.“

Da der Kader der Nullfünfer 31 Spieler umfasst, gilt es als wahrscheinlich, dass bis zum Ende der Transferfrist am 31. August noch einige Spieler ihre Zelte abbrechen müssen. Einer davon könnte der in Kantabrien geborene Jairo sein. Und der in Spanien für Racing Santander und dem FC Sevilla tätige gewesene Spieler, hat im Sommer noch einen Konkurrenten vor die Nase gesetzt bekommen.

Dessen Name ist Viktor Fischer, der für drei Millionen Euro vom FC Middlesbrough unter Vertrag genommen wurde. Der 23 Jahre alte Däne galt einst als großes Talent, verschwand in den vergangenen Jahren aber etwas von der Bildfläche. Schröder ist klar, dass die Dichte auf den Flügelbahnen den Konkurrenzkampf belebt: „Auf den Außenpositionen haben wir richtig Dampf im Kessel.“ Und  gerade für Jairo könnte dies weitreichende Folgen haben.

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Raffael Caetano de Araújo – Von Favres Musterschüler zum Maestro der Fohlen http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/670533-raffael-caetano-de-araujo-portrat http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/670533-raffael-caetano-de-araujo-portrat#respond Thu, 27 Jul 2017 12:57:23 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5332 Raffael Caetano de Araújo, kurz Raffael, ist einer dieser Spieler, für die das Wort “Maestro” wie geschaffen erscheint. Partie für Partie verleiht der 32-jährige Brasilianer aus Fortaleza dem Spiel von Borussia Mönchengladbach den richtigen Takt und führt im Angriff ausgesprochen...

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Raffael Caetano de Araújo, kurz Raffael, ist einer dieser Spieler, für die das Wort “Maestro” wie geschaffen erscheint. Partie für Partie verleiht der 32-jährige Brasilianer aus Fortaleza dem Spiel von Borussia Mönchengladbach den richtigen Takt und führt im Angriff ausgesprochen erfolgreich Regie, und das auch noch mit einer gewissen Eleganz und einem Hauch Esprit. Doch trotz seines unbestrittenen Talents reichte es für den Musterschüler Lucien Favres nie zum ganz großen Ruhm. Ein Porträt seiner Karriere. 

Als Manager Max Eberl im Juni 2016 verkündete, dass Spielmacher Raffael seinen 2017 auslaufenden Vertrag zu erheblich verbesserten Konditionen bis 2019 verlängert hat, fiel wohl dem ein oder anderen Fan ein dicker Stein vom Herzen. Sowohl Branchenprimus Bayern München als auch Borussia Dortmund buhlten um die Dienste des Brasilianers und boten hierbei ein jährliches Salär von kolpotierten sechs Mio. €. Nichtsdestotrotz entschied sich der talentierte Angreifer für einen Verbleib bei den Fohlen, bei denen er seit seiner Ankunft im Sommer 2013 zum absoluten Fixpunkt im Angriffsspiel geworden ist.

Der lange Weg von Fortaleza bis an den linken Niederrhein

Nachdem Borussia Mönchengladbach unter dem damaligen Coach Lucien Favre eine wechselhafte Spielzeit 2012/13 durchlebte und mit Platz Acht auch nicht im europäischen Wettbewerb vertreten sein würde, bemühte sich der Schweizer bei seinen Bossen intensiv um eine Verpflichtung des brasilianischen Regisseurs und überzeugte letztlich beide Seiten von einem Transfer. Fünf Mio. € überwies Borussia an Dynamo Kiew, um Favre seinen absoluten Wunschspieler zur Verfügung zu stellen, schließlich arbeiteten Raffael und der exzentrische Schweizer bereits zuvor ausnehmend erfolgreich zusammen. Doch eins nach dem anderen.

Da Raffael in seiner Jugend hauptsächlich Futsal spielte, dauerte es vergleichsweise lang, bis der talentierte Angreifer aus der Küstenstadt Fortaleza erstmals Profiluft schnupperte. Erst 2001, im Alter von 16 Jahren unterschrieb Raffael einen Profi-Vertrag bei CA Juventus, einem Klub aus der Gegend um Sao Paolo, für den er bis 2003 in der ersten Mannschaft aktiv war.

2003 folgte schließlich der Wechsel ins Ausland, zum FC Chiasso in die Schweizer Super League. Für das Team aus dem Kanton Tessin traf Raffael in zehn Begegnungen zwei Mal, ehe er und sein Mentor und Lehrmeister Lucien Favre 2005 erstmals beim FC Zürich aufeinander trafen.

Raffael

mediadb.kicker.de / Raffael und Favre

Zwar wurde Raffael aufgrund bestehender Mängel im Defensivverhalten zunächst nur in Heimspielen eingesetzt, jedoch schien der Schweizer genau der richtige Trainer für den damals 20-jährigen Brasilianer zu sein. Raffael lernte schnell und verinnerlichte die ohne Zweifel komplexen Laufwege und Spielideen, die im Training einstudiert wurden, sodass Zürich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Meisterschaft gewinnen konnte.

Wettbewerbsübergreifend erzielte Raffael für Zürich in 106 Spielen 53 Tore und legte 20 weitere auf.

Als Favre 2007 in die Bundesliga zu Hertha BSC wechselte, holte dieser seinen Lieblingsschüler vom FC Zürich in der Winterpause ebenfalls an die Spree. Nach einer guten Saison, die auf dem vierten Platz endete folgte eine miserable Spielzeit, die den Rausschmiss Favres zur Folge hatte. Raffael entschied sich allerdings für einen Verbleib in Berlin.

Mit der Hertha erlebte Raffael sowohl den Abstieg 2009/10 als auch den direkten Wiederaufstieg in der darauffolgenden Spielzeit, bevor er trotz seines mittlerweile ebenfalls verpflichteten Bruders Ronny das Kapitel Berlin aufgrund eines erneut bevorstehenden Abstiegs 2012 beendete und für die stattliche Summe von neun Mio. € in die Ukraine zu Dynamo Kiew wechselte. Für Berlin konnte Raffael in 163 Spielen 39 Tore erzielen und 31 direkt vorbereiten.

Lange hielt es den talentierten Brasilianer allerdings nicht in der ukrainischen Hauptstadt. Schon in der Rückrunde 2012/13 zog es den mittlerweile 27-Jährigen zurück in die Bundesliga zu Schalke 04, zunächst auf Leihbasis. Doch schon im Sommer 2013 sollte aus dem vorübergehenden Deutschlandaufenthalt ein Dauerhafter werden.

Allerdings nicht bei den Königsblauen, sondern knapp 80 Kilometer weiter bei Borussia Mönchengladbach. Trainer dort? Natürlich Lucien Favre.

Raffael: Dreh- und Angelpunkt des Gladbacher Spiels

Seit seiner Ankunft bei Borussia 2013 ist Raffael ein echter Fixpunkt im Spiel der Fohlen. In 147 Spielen für Mönchengladbach schoss er ganze 57 Tore und leitete 30 Tore ein. Auch nachdem sein Lehrmeister Lucien Favre nach fünf sieglosen Spielen in Folge zu Beginn der Saison 2015/16 seinen Hut nahm, brachen die Leistungen des Brasilianers keineswegs ein. Im Gegenteil. In 39 Spielen traf er selbst 15 Mal und bereitete 13 Treffer vor, Topwert in der Mannschaft!

Für das Mönchengladbacher Spiel ist der trotz seines Alters immernoch quirlige Angreifer nahezu unabdingbar. Vergangene Spielzeit verpasste Raffael verletzungsbedingt 14 Spiele. In eben jenen Begegnungen reichte es für die Borussia nur vier Mal zum Sieg. Auch schossen die Fohlen nur 14 Tore in diesem Zeitraum, was die Wichtigkeit der Rolle Raffaels im Gladbacher Spiel eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Diese beinhaltet nämlich weit mehr als das bloße Erzielen von Toren. Raffael ist das personifizierte Umschaltspiel und darüber hinaus schafft er durch seine technisch anspruchsvollen Dribblings und intelligenten Laufwege Räume für seine Mitspieler. Hinzu kommen hohe Laufbereitschaft, sicheres Passspiel, grandiose Übersicht und eine unbestreitbare Qualität im Spielaufbau. Eine Qualität, die dem Kader der Borussia sichtbar abgeht, wenn Raffael fehlt. Aktuell befindet sich niemand in den Offensivreihen Mönchengladbachs, der es vermag, Raffaels Rolle zufriedenstellend auszufüllen.

Zwar haben Thorgan Hazard und auch Jonas Hofmann in ihrer Entwicklung einen Sprung nach vorne gemacht und auch Lars Stindl zeigte beim Confederations Cup, wozu er in der Lage ist. Ein lückenreißender Umschaltspieler und Spielgestalter wie Raffael ist jedoch keiner des Trios. Vor Allem bei Hazard und Stindl lässt sich gut beobachten, wie sich die Abwesenheit des Brasilianers auf deren Spiel auswirkt. Zwar vermögen es beide, die Rolle neben Raffael auszufüllen. Besonders Lars Stindl profitiert immens von den Pässen in die Schnittstelle des “Maestros”. Aber sowohl der Nachfolger Favres, André Schubert, als auch dessen Nachfolger Dieter Hecking vermochten es nicht, einen internen Ersatz für den Regisseur des Gladbacher Spiels zu finden.

Mittelfristig dürfte es für Borussia Mönchengladbach also von entscheidender Priorität sein, einen Nachfolger für den alternden Spielmacher zu finden.

Die “Selecao” und der fehlende “ganz große Wurf”: Raffael nur Mittelmaß?

Trotz all seiner Klasse und Spielintelligenz genügten die Leistungen Raffael Caetano de Araújos nie, um in den Fokus der Selecao, der Nationalmannschaft Brasiliens, zu rücken. Das mag zum einen daran liegen, dass die Brasilianer traditionell im Offensivbereich sehr breit aufgestellt sind, zum Anderen auch an der fehlenden internationalen Strahlkraft des 32-jährigen Brasilianers.

Zwar war Borussia Mönchengladbach in den vergangenen fünf Jahren vier mal im internationalen Geschäft vertreten, zweimal sogar in der Champions League. Allerdings besitzt die Borussia, bei allem Respekt, noch nicht das notwendige Standing im europäischen Fußball, um die Aufmerksamkeit des Nationaltrainers zu erregen.

Zu viele andere Spieler auf Raffaels Position spielen bei absoluten Schwergewichten des europäischen Vereinsfußballs und gewinnen regelmäßig Titel mit ihren Vereinen. Neymar beim FC Barcelona, Willian bei Chelsea London, Philippe Coutinho beim FC Liverpool, Lucas bei Paris St. Germain, nur um einige zu nennen. Die einzigen Titel, die sich über die Jahre in Raffaels Vitrine eingefunden haben, sind zwei Meisterschaften in der Schweiz. Im Vergleich zu Champions League oder auch dem Gewinn der Premier League in England schlicht und ergreifend zu wenig.

Es sollte sich nun aber nicht der Eindruck aufdrängen, Raffael sei lediglich ein mittelmäßiger Spieler. Ganz im Gegenteil. Bei keiner seiner Stationen mangelte es an Anfragen deutscher und auch europäischer Topclubs, das Interesse von Bayern München am technisch versierten Spielgestalter verdeutlicht gut, welche Qualität Raffael doch besitzt.

Wohlfühlfaktor Borussia

Doch Pokale in den Nachthimmel zu recken oder auch auf internationalem Parkett für Brasilien aufzulaufen sind nicht die entscheidenden Faktoren in der Karriere des eher zurückhaltenden Spielmachers. Angesprochen auf das Umfeld von Borussia Mönchengladbach stellte Raffael klar, dass es primär darauf ankäme, ob er und seine Familie sich sowohl im Verein als auch in der Region wohlfühlen, schließlich ist der 32-jährige Brasilianer gleich vierfacher Familienvater (zwei Söhne, zwei Zwillingstöchter). Dies sei sowohl bei Borussia als auch in der Region der Fall. Allein deshalb schon bestünde kein Grund, den Verein zu verlassen, um anderswo auf Torejagd zu gehen.

Auch ohne Titel bereits Legende!

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Raffael Caetano de Araújo aufgrund seiner außergewöhnlichen sportlichen Leistungen bei Borussia Mönchengladbach dort längst Legendenstatus besitzt und definitiv mehr ist, als “irgendein Spieler”. Auch neben dem Platz ist der 32 Jahre alte Maestro ein echter Profi und ein Spieler, der vorangeht. In Zeiten milliardenschwerer TV-Deals und Ablösesummen und Gehältern in astronomischen Höhen ist es fast schon ungewöhnlich, wenn ein Spieler nicht dem Ruf des Geldes folgt und stattdessen das tut, was für ihn als Mensch und auch für sein familiäres Umfeld am Besten ist.

Raffael ist für die Borussia nicht nur ein großartiger Fußballer, sonder ebenfalls eine Identifikationsfigur und ein Vorbild für die vielen jungen Spieler der Borussia. Er wird fehlen, wenn er irgendwann nicht mehr da ist. Egal ob mit oder ohne Titel.

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Von den Anden in die Alpen: Chilenen in der Bundesliga http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/670532chilenen-deutschland Wed, 19 Jul 2017 16:12:10 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5184 Nur knapp konnte sich die deutsche Nationalmannschaft im Finale des Confederations Cup in Russland gegen das chilenische Team um die Superstars Alexis Sánchez vom FC Arsenal und Arturo Vidal vom deutschen Rekordmeister Bayern München durchsetzen. Der Weltranglisten-Siebte ist spätestens seit...

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Nur knapp konnte sich die deutsche Nationalmannschaft im Finale des Confederations Cup in Russland gegen das chilenische Team um die Superstars Alexis Sánchez vom FC Arsenal und Arturo Vidal vom deutschen Rekordmeister Bayern München durchsetzen. Der Weltranglisten-Siebte ist spätestens seit dem Gewinn der Südamerikameisterschaft 2016 im erlesenen Kreis der großen Fußballnationen der Welt angekommen. Es erscheint somit nur allzu offensichtlich, dass auch die Spieler der Andennation weltweit immer begehrter werden, hiervon ist auch Deutschland keine Ausnahme. Abseits von Superstar Arturo Vidal wagten jedoch bereits einige Chilenen den Sprung über den großen Teich in die Bundesliga.

Diego Castro

Chilenen

Nasljerseys.com

Den Anfang machte Diego Castro im Jahre 1984. Der Chilene wechselte von Chicago Sting in die zweite deutsche Liga zu Hertha BSC. Für den Hauptstadtklub machte Castro insgesamt 22 Spiele, ehe es für ihn zurück in die USA ging. Ein Tor gelang ihm hierbei nicht.

Oscar Wirth

Chilenen

decabeza.cl / Oscar Wirth

Der Torhüter mit dem deutsch anmutenden Namen unterschrieb 1986 bei Rot-Weiß Oberhausen, als diese ebenfalls in der zweiten Liga spielten. Für ein halbes Jahr hütete Wirth das Tor für die Kleeblätter, ehe er sich im Winter Real Valladolid anschloss.

Nelson Pizarro

Chilenen

altstars.de

Als Fortuna Düsseldorf im Jahr 1998 den Transfers des Chilenen Nelson Pizarros bekanntgab, war man sich auf Vereinsseite sicher, einen Top-Stürmer ins Rheinland gelotst zu haben, schließlich erbrachte Pizarro bei seinen vorherigen Stationen Universidad Católica und CD Palestino eindrucksvolle Leistungen. Das Kapitel Fortuna Düsseldorf war allerdings für beide Seiten ein Fiasko. Bereits ein Jahr nach seinem Wechsel wurde der Vertrag zwischen der Fortuna und Pizarro aufgelöst. Pizarro absolvierte 24 Partien für Düsseldorf, dabei gelangen im zwei Tore und eine Vorlage.

Claudio Chavarría

Chilenen

goal.com

Ebenfalls im Jahre 1998 wechselte Claudio Chavarría zum deutschen Topklub Borussia Dortmund. Seine Stiefel schnürte der mittlerweile 37-jährige Chilene jedoch nur für die dritte Mannschaft des achtmaligen deutschen Meisters. Von dort aus ging es weiter zum Oberligisten SV Straelen, bevor Chavarría im Jahr 2001 wieder in die Heimat zu CD Puerto Montt zurückkehrte und dort seine Karriere fortsetzte.

Waldo Ponce

Chilenen

Wikimedia Commons / Waldo Ponce

Nach einer spektakulären Saison bei Universidad de Chile entschied man sich beim VfL Wolfsburg im Jahr 2003 für einen Transfers des Innenverteidigers Waldo Ponce in die Autostadt, zunächst auf Leihbasis. Dieser Schachzug der VfL-Bosse sollte sich bezahlt machen, da Ponce in der niedersächsischen Provinz in keinster Weise an seine Leistungen im Trikot von “La U” anknüpfen konnte. Nach sechs Einsätzen in Liga und Pokal kehrte Ponce der Bundesliga bereits im darauffolgenden Sommer den Rücken, um wieder für seinen Jugenklub Universidad de Chile aufzulaufen. Derzeit spielt der mittlerweile 34-jährige Chilene für Universidad de Concepción in Chiles Primera División.

Arturo Vidal

Wikimedia Commons / Arturo Vidal

Der wohl bekannteste Exportschlager des Andenstaats in Deutschland ist definitiv Mittelfeldmotor Arturo Vidal, der derzeit beim Branchenprimus FC Bayern München unter Vertrag steht und dort absoluter Leistungsträger ist. Dies ist bereits sein zweites Kapitel in Deutschlands höchster Spielklasse, nachdem Vidal bereits von 2007 bis 2011 für Bayer Leverkusen auflief. Für die Werkself erzielte Vidal in 144 Spielen 21 Tore und bereitete ebenso viele Treffer vor, bevor er zur “Alten Dame” nach Turin wechselte. Nach vier überaus erfolgreichen Jahren bei Juventus entschied sich “der Krieger” für einen Wechsel zurück in die Bundesliga zum FC Bayern, wo er unter Coach Carlo Ancelotti zum Stammpersonal gehört und bereits zwei mal die deutsche Meisterschaft feiern konnte.

 Gonzalo Vasquez

Chilenen

prensafutbol.cl / Gonzalo Vasquez

Zwei Jahre nach seinem Cousin Arturo Vidal schloss sich im Sommer 2009 auch Gonzalo Vasquez der Werkself aus Leverkusen an. An die Leistungen seines prominenten Cousins kam Vasquez jedoch nie heran, nach zwei Jahren wechselte er zurück nach Chile zu CD Nublense. Aktuell spielt Vasquez in Laos für Lane Xang Intra FC.

Junior Fernandes

Wikimedia Commons / Junior Fernandes

Der dritte Chilene, der für Bayer Leverkusen auflief, heißt Junior Fernandes. Ganze 4,7 Mio. € ließ sich der Werksklub den talentierten Linksaußen im Sommer 2012 kosten. Nach nur einer Saison verlieh man Fernandes allerdings nach Kroatien zum kroatischen Spitzenverein Dinamo Zagreb, die Fernandes im Sommer 2014 auch fest verpflichteten. Die verhältnismäßig hohe Ablösesumme, die Leverkusen für die Dienste des Chilenen zahlten, konnte dieser nie rechtfertigen.

 Luis Felipe Gallegos

Chilenen

prensafutbol.cl / Luis Felipe Gallegos

Auch Luis Felipe Gallegos suchte sein fußballerisches Glück in Deutschlands Hauptstadt beim zweiten großen Klub der Stadt nach Hertha BSC, deren Erzrivalen Union Berlin. Fündig wurde Gallegos dort allerdings nicht. Nach lediglich einer Spielzeit (Zehn Einsätze, drei Tore) zog es Gallegos zurück in die Heimat, er schloss sich Universidad de Chile an. Heute kickt Gallegos in der ersten Liga Mexikos bei Club Necaxa.

Miiko Albornoz

Chilenen

prensafutbol.cl / Miiko Albornoz

Einer der wenigen Chilenen, der bleibenden Eindruck in Deutschlands höchster Liga hinterlassen konnte, war Miiko Albornoz. Geboren in Schwedens Hauptstadt Stockholm spielte dieser zunächst für Topklub Malmö FF, ehe sich Hannover 96 im Sommer 2014 für einen Transfer des talentierten Linksverteidigers entschied. Bei Hannover zeigt Albornoz kontinuierlich gute Leistungen und steht nach dem Abstieg in die zweite Bundesliga 2016 nach eine furiosen Zweitligasaison, die man auf Platz Zwei abschloss, nun vor der Rückkehr ins Oberhaus.

Gonzalo Jara

Chilenen

Goal.com / Gonzalo Jara

Nach einer nur minder erfolgreichen Zeit in England bei West Bromwich Albion und Nottingham Forest wechselte Gonzalo Jara 2014 zu Mainz 05 in die Bundesliga. Bei den Rheinhessen machte Jara 25 Spiele in Liga und Pokal, ehe es für den Chilenen 2016 wieder in die Heimat zu Universidad de Chile zurückging.

Nicolás Castillo

Chilenen

Uefa.com / Nicolas Castillo

Ebenso wie sein Landsmann Jara wechselte auch Nicolás Castillo zu Mainz 05, wenn auch nur auf Leihbasis vom FC Brügge. Castillo verbrachte die Rückrunde der Saison 2014/15 bei Mainz, bevor er wieder nach Belgien zurückkehrte. Nach einer überaus erfolgreichen Leihstation bei Universidad Católica in Chile (70 Spiele, 39 Tore, 10 Vorlagen), schloss sich Castillo vergangenen Winter den UNAM Pumas in Mexiko an.

Marcelo Díaz

Chilenen

Uefa.com / Marcelo Díaz

Dem ein oder anderen KSC-Anhänger wird Marcelo Díaz noch in schmerzvoller Erinnerung sein. Beim Relegationsrückspiel der Saison 2014/15 war es Díaz, der kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit einen Freistoß traumhaft für die Hanseaten verwandelte und Hamburg somit in die Verlängerung rettete, aus der diese letztlich auch als Sieger hervortraten und die Klasse hielten.

Der Freistoß sollte zeitgleich auch der einzige Treffer des Chilenen für den HSV sein. Im Sommer 2016 schloss sich der Mittelfeldspieler dem spanischen Erstligisten Celta Vigo an.

Charles Aranguíz

Chilenen

Wikimedia Commons / Charles Aranguíz

Der nach Arturo Vidal wohl bekannteste Chilene in der Bundesliga. Der 28-jährige Mittelfeldakteur spielt seit 2015 für Bayer Leverkusen, nachdem Rudi Völler & Co. insgesamt 13 Mio.€ an Internacional Porto Alegre in Brasilien überwiesen. Für Leverkusen lief Aranguíz aufgrund einer schwerwiegenden Knieverletzung kurz nach seiner Verpflichtung erst 43 mal auf. Er kommt dabei auf vier Tore und sechs direkte Vorlagen und ist fester Bestandteil der Mannschaft.

Eduardo Vargas

Chilenen

Wikimedia Commons / Eduardo Vargas

Der Wirbel war groß im Kraichgau, als die TSG Hoffenheim im Sommer 2015 die Verpflichtung des chilenischen “Ausnahmestürmers” Eduardo Vargas für 6 Mio. € vom SSC Neapel bekanntgab. Vargas startete mit großen Vorschussloorbeeren in das Kapitel Hoffenheim, konnte sich dort trotz zweier Tore und fünf direkten Vorlagen nicht durchsetzen und fühlte sich auch abseits des Fußballs in der badischen Provinz nicht unbedingt heimisch.  Nach nur einem Jahr transferierte die TSG den Chilenen nach Mexiko, dort geht Vargas nun für den Erstligisten Tigres auf Torejagd.

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Allan de Souza – Das Opfer der FA-Statuten http://www.chefutbol.com/einer-fur-die-zukunft/allan-opfer-fa-statuten-348491 http://www.chefutbol.com/einer-fur-die-zukunft/allan-opfer-fa-statuten-348491#respond Sat, 29 Apr 2017 17:43:57 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=3636 Mit Allan de Souza steht ein verheißungsvolles Talent in den Startlöchern. Der Brasilianer ist beim FC Liverpool unter Vertrag und hatte vermutlich schon die „You´ll never walk alone“-Gesänge der legendären Anfield Road im Ohr. Der deutsche Übungsleiter, Jürgen Klopp, gilt...

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Mit Allan de Souza steht ein verheißungsvolles Talent in den Startlöchern. Der Brasilianer ist beim FC Liverpool unter Vertrag und hatte vermutlich schon die „You´ll never walk alone“-Gesänge der legendären Anfield Road im Ohr. Der deutsche Übungsleiter, Jürgen Klopp, gilt bereits als Fan des Talents. Allan darf jedoch nicht eingesetzt werden. Chefutbol wirft einen Blick auf den Spieler und die Gründe für seine aktuelle Odysee.

„When I saw him in training I said oh my God, why can´t we keep him? Then I learned about FA rules.”

(Jürgen Klopp, Trainer FC Liverpool)

Der charismatische Trainer Jürgen Klopp ist bekannt für seine öffentlichen Auftritte. Stets findet er die richtigen Worte und amüsiert die Journalisten. Selbst, wenn ihm etwas missfällt, bringt er es auf seine ganz eigene sympathische Weise rüber. Dafür lieben ihn die Medien. Im jüngsten Fall, um den Spieler Allan de Souza, verbirgt sich hinter seinem Schmunzeln auch eine gewisse Kritik gegenüber diversen Transferregelungen der FA. Ein junges Talent, von dem Klopp begeistert ist, darf nicht eingesetzt werden. Der Deutsche ist „not amused“.

Ein Wnadervogel, der keiner sein möchte

Allan de Souza unterzeichnete seinen Vertrag beim großen FC Liverpool bereits im Jahr 2015. Der Club ist in jüngerer Vergangenheit zu einer beliebten Anlaufstation für begabte Brasilianer geworden. Roberto Firmino und Phillipe Coutinho konnten unter Klopp bereits Fuß fassen. Der 20-jährige de Souza will es ihnen nachmachen. Zunächst muss er sich jedoch gedulden. Nach seiner Unterschrift an der Anfield Road wurde er vorerst nach Finnland verliehen, um dort die nötige Spielpraxis zu erhalten. Statt dem großen FC Liverpool wurde SJK Seinäjoki sein Arbeitgeber. Nach seiner Rückkehr hatte Allan keine Spielberechtigung der FA erhalten, da Nicht-EU-Ausländer diese nur bekommen, wenn sie aktuelle Nationalspieler eines Landes der Top 75 Nationen der Weltrangliste sind.

Nach seiner ersten Leihe in die finnische Liga, in der er mit seinem Team gar Meister wurde, folgte ein weiterer Transfer nach Belgien. Diesmal hieß sein neuer Club VV St. Truiden. Dort verweilte er ein halbes Jahr, ehe er im Sommer zum dritten Mal nach Liverpool kam. Von dort aus wurde der damals 19-jährige erneut verliehen. Dieses Mal führte der Weg nach Deutschland, zur Hertha in die Hauptstadt. Das Leihgeschäft wurde bereits als Meisterstück von Klopp gefeiert. Hinter dem Transfer stand die Idee, einen alternativen Weg zum Erhalt der Arbeitspapiere für die Premier League zu finden. Die Dinge liefen jedoch etwas anders als erwartet.

Der Durchbruch in Berlin bleibt aus

 Nach schwerem Start hat sich Allan bei Hertha BSC Berlin mittlerweile ins Team gespielt

Das Talent des jungen Mannes aus Porto Alegre wurde nie bezweifelt. Er besticht durch gute Antizipation der Ereignisse auf dem Spielfeld. Als zentraler Mittelfeldspieler ist er in der Lage, das Geschehen zu dirigieren. Auch der Kampf um den Ball und die dazugehörigen Grätschen zeichnen ihn und seine Spielweise aus. Ebenso spielt er hervorragende lange Pässe und ist für das Umschaltspiel und die Spielverlagerung eine wichtige Figur. Ein Manko bleibt jedoch – ein gerade 20 jähriger Neuzugang ist oft nicht die erste Wahl für die zentrale Position einer Topmannschaft. Allan hat sich nicht etabliert beim Hauptstadtclub.

Die Hertha spielt über die ganze Saison hinweg um die vorderen fünf Tabellenplätze mit. Das übersteigt die Erwartungen an die Mannschaft deutlich. Es verwundert kaum , dass Pál Dárdai häufig seinen erfahrenen Spielern den Vorzug gegenüber Allan gegeben hat. Nachdem er anfangs häufig nicht im Aufgebot der „Alten Dame“ zu finden war, hat er jedoch die letzten beiden Begegnungen gegen Mainz und gegen die Wölfe über die volle Distanz gespielt. Gegen Wolfsburg sprach man sogar von seinem bisher besten Spiel im europäischen Fußball. Insgesamt kommt der junge Brasilianer auf elf Einsätze und 540 Spielminuten in dieser Bundesligasaison.

FA durchkreuzt Klopps pläne

Und genau diese überschaubaren Einsatzzeiten, die Allan de Souza in Berlin bekommen hat, machen nun einen Strich durch die Rechnung von Jürgen Klopp. Mit ausreichend Spielzeit in einer der sechs besten Ligen Europas – zu denen die Bundesliga gehört – hätte man einen Weg für die Arbeitserlaubnis in England gefunden, auch wenn Allan noch kein Nationalspieler ist. Um eine Spielgenehmigung für die Premier League erhalten zu können, hätte Allan jedoch mindestens 30% der maximal möglichen Zeit auf dem Feld stehen müssen. Rein Hypothetisch sind bei den restlichen Partien lediglich noch 21% möglich. Klopp darf seinen Schützling also nach wie vor nicht an die Merseyside holen. Allan bleibt in der Warteschleife und ist das Opfer der Regularien.

Die FA koppelt die Bedingungen für die Arbeitserlaubnis an ein komplexes Punktesystem. Die Statuten besagen, dass der Nicht-EU-Ausländer in einer entsprechenden Anzahl an Spielen für seine Landesauswahl zum Einsatz kommt oder eine vorgegebene Menge an Punkten einheimst. Die benötigten Punkte wurden in der Bundesliga jedoch nicht erreicht. An internationalen Wettbewerben hat die Hertha in dieser Saison nicht teilgenommen. Es bleibt nur noch eine Option für Jürgen Klopp und dem FC Liverpool: Durch die Zahlung eines exorbitant hohen Gehaltes kann Allan weitere Punkte erhalten und vielleicht doch „schon“ im Sommer dieses Jahres die „You´ll never walk alone“-Chöre der Anfield Road hören. Ist das nicht der Fall, werden wir Allan de Souza womöglich wieder bei einem anderen Club sehen – und seine Odysee durch Europa geht weiter.

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