Europa – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Fri, 03 May 2019 06:29:24 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.1 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Europa – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Académica de Coimbra im Dienste der Demokratie – Ein Finale als Demonstration gegen das autoritäre Regime http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/academica-de-coimbra-196941 http://www.chefutbol.com/neben-dem-feld/academica-de-coimbra-196941#respond Fri, 03 May 2019 06:11:07 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=3031 Das portugiesische Pokalfinale zwischen Benfica Lissabon und Académica Coimbra im Jahr 1969 war ein hochpolitisiertes Spiel und gleichzeitig die größte Versammlung gegen das autoritäre Salazar-Regime, die es gab. Hintergrund war die sogenannte crise académica (akademische Krise) von 1969 in der...

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Das portugiesische Pokalfinale zwischen Benfica Lissabon und Académica Coimbra im Jahr 1969 war ein hochpolitisiertes Spiel und gleichzeitig die größte Versammlung gegen das autoritäre Salazar-Regime, die es gab. Hintergrund war die sogenannte crise académica (akademische Krise) von 1969 in der berühmten Universitätsstadt.

Das Finale der Taça de Portugal findet seit seiner Eröffnung im altehrwürdigen, am Berliner Olympiastadion inspirierten, Estádio Nacional do Jamor, in der Nähe von Lissabon statt. Am 22. Juni 1969 machten sich tausende Anhänger Académicas auf den Weg nach Lissabon, jedoch nicht nur um das Fußballspiel zu sehen, sondern auch um für die Demokratie zu kämpfen. Denn Coimbra war in Aufruhr.

Akademische Krise 1969

Am 17. April 1969 brach in Coimbra die akademische Krise aus, nachdem es dem Präsidenten der Assoçiacão Académica (studentische Vereinigung, zu der auch der Fußballverein gehörte), Alberto Martins, im Vorfeld verboten wurde, bei der Eröffnungsveranstaltung der neuen Mathematischen Fakultät für die Studenten zu sprechen. Stattdessen sollten nur der Direktor der Universität, militärische und kirchliche Repräsentanten, und Minister des Regimes sprechen. Zu diesem Zeitpunkt kämpften die Studenten in Coimbra bereits für mehr Mitspracherecht und die Demokratisierung der Hochschullehre, und wollten ihre Forderungen in Anwesenheit des damaligen Staatspräsidenten, Américo Tomás, kundtun. Der Saal der Zeremonie war bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Studenten forderten erneut, das Wort erteilt zu bekommen. Jedoch wurde dies wieder vom Staatspräsidenten abgelehnt, woraufhin dessen Rede durch Zwischenrufe gestört wurde, und er, ohne seine Rede zu beenden, abrupt den Saal verließ. Daraufhin war die Bühne frei für die Rede Alberto Martins, und die Interessen der Studenten wurden schließlich doch noch vorgetragen.

Noch am selben Abend, wurde Martins von der PIDE (Staatsschutz) festgenommen. Insgesamt wurden über 200 Studenten verhaftet und teilweise unmittelbar zum Militärdienst herangezogen, und sogar in den Kolonialkriegen – in Angola und Mosambik – eingesetzt. Als Konsequenz bestreikten die Studenten Vorlesungen und Prüfungen, und hielten die Universität besetzt. Ironischerweise verkündete dann der Bildungsminister José Saraiva in einer Fernsehansprache, dass die Ordnung an der Universität wiederhergestellt werden würde, von der das halbe Land aber aufgrund der Zensur noch überhaupt nichts mitbekommen hatte. Am 2. Juni rückten Polizei- und Militäreinheiten in die Stadt ein, riegelten die Universität ab, patrouillierten an öffentlichen Plätzen, und sorgten, für ein „Saigon-ähnliches Gefühl“ in der Stadt. Während dieser Wochen kam es zu großen kulturellen Demonstrationen in den Gebäuden der Assoçiacão Académica, mit bekannten Persönlichkeiten, wie den Sängern José „Zeca“ Afonso und Adriano Correia da Oliveira, und Mitgliedern der demokratischen Opposition. Coimbra wurde zu „einem Leuchtturm der Freiheit und Hoffnung für das ganze Land“. Das positive Abschneiden der Fußballabteilung kam den Studenten zugute, denn so konnte man auch in anderen Städten auf die Lage aufmerksam machen.

Der Finaltag

Die Südkurve des Estádio Nacional verwandelte sich am Tag des Spiels in eine Versammlung gegen das Regime. Angesichts der zu erwartenden regimefeindlichen Stimmung nahmen weder Präsident António Salazar noch der Bildungsminister auf der Ehrentribüne Platz. Es ist damit das erste und einzige Pokalfinale in der Geschichte Portugals, dem der Präsident fernblieb. Des Weiteren wurde das Spiel nicht im Fernsehen übertragen, um den Forderungen der Studenten keine zusätzliche Bühne zu bieten. Durch die Zensur des Regimes war das Ausmaß der Vorgänge in Coimbra im Rest des Landes noch relativ unbekannt geblieben.

Aufgrund des zu erwartenden, regimekritischen Szenarios, war ein immenses Polizeiaufgebot vor Ort. Zusätzlich befanden sich noch zivile Beamte sowie Angehörige des Staatsschutzes im Stadion. Bereits vor dem Anpfiff gab es zahlreiche Festnahmen, welche die Spieler Académicas hautnah miterlebten.

Coimbra

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Die Spieler Académicas liefen mit den traditionellen Mänteln der akademischen Tracht, die das Stadtbild in Coimbra prägen, ein, und stellten klar, wem ihre Solidarität galt. Bereits in den beiden Halbfinalspielen gegen Sporting Lissabon griff man zu ähnlichen Maßnahmen. Im Hinspiel im Estádio Alvalade lief man in weißen Trikots mit schwarzen Armbinden auf, statt in den traditionellen schwarzen Trikots. Die Spieler behaupteten aber, dass man wegen der Hitze im Stadion die weißen Jerseys wählte, nicht aus politischen Gründen, denn „es geht ja auch niemand schwarz gekleidet an den Strand“. Im Rückspiel war die Maßnahme eindeutiger, man überklebte das Vereinswappen mit Klebeband, um auf die Repressionen der Studenten aufmerksam zu machen.

Über die Stimmung an jenem Tag sagte der Benfica-Spieler António Simões, dass er schon in „hunderten vollen Stadien gespielt hatte, aber so eine Atmosphäre noch nie erlebt hatte“. Während des Spiels rollten die Coimbra Fans ihre mitgebrachten Plakate aus, auf denen Forderungen nach einer „freien Universität“, „Bildung für alle“ oder „besserem Unterricht, weniger Polizei“ zu lesen waren. Um nicht von den Zivilpolizisten verhaftet zu werden, wurden die Spruchbänder während des Spiels wieder eingerollt und weitergegeben, um an anderen Ecken im Stadion wieder aufzutauchen. Auch die Benfica Anhänger machten mit. Des Weiteren wurden 35.000 Flugblätter im Stadion verteilt, um über die Situation in der Universitätsstadt zu berichten.

Das Spiel

Die Vorzeichen vor dem Spiel waren klar, Benfica mit dem großen Eusébio war der Favorit und Académica der klare Außenseiter. Die 60er Jahre waren das goldene Jahrzehnt des Hauptstadtklubs, in dem er acht Meisterschaften, drei Pokalsiege und zwei Europapokal der Landesmeister-Siege feierte. Außerdem bestand die Mannschaft Académicas, im Gegensatz zum Gegner, nicht aus Berufssportlern, sondern nur aus Studenten oder ehemaligen Studenten, was damals in der Satzung so festgelegt war. Darunter auch einige Studenten, die aus den Kolonien stammten (Araújo, Chipenda, França), und die von der Polizei als gefährliche Elemente eingestuft, und der Freiheitsbewegung ihrer Länder zugeschrieben wurden. Trotzdem zählte die Mannschaft aus der Stadt am Rio Mondego damals noch zu den besten vier Vereinen Portugals und schied in diesem Jahr im Europapokal gegen Olympique Lyon unglücklich nach Münzwurf aus, auf der das Konterfei Francos nach oben zeigte.

Im Finale hielten die Studenten bis zur 80. Minute das 0:0 und gingen dann sogar durch Manuel António in Führung. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Gervásio ließ er den Ball, umringt von drei Benfica-Spielern, von der Brust auf den Boden tropfen und versenkte den Ball per Dropkick. Doch zur Sensation kam es nicht. Simões glich zwei Minuten vor dem Ende per Abstauber aus, nachdem der Torhüter einen halbhohen Freistoß aus 30 Metern, der durch Freund und Feind durchging, nur nach vorne abprallen lassen konnte. In der Verlängerung sorgte dann der starke Eusébio selbst für die Entscheidung. In der 109. Minute erzielte er, nach einer Flanke vom Sechzehnereck, mit einem seiner seltenen Kopfballtore das 2:1, von dem sich Coimbra nicht mehr erholte. Nach Abpfiff herrschte eine freundschaftliche Stimmung, und die Spieler tauschten die Trikots und drehten eine gemeinsame Ehrenrunde. Vor einigen Jahren sagte der damalige Académica-Innenverteidiger José Belo in einem Interview, dass er aus heutiger Sicht denkt, dass ein Sieg Académicas gefährlich gewesen wäre, und zu unabwägbaren Konsequenzen hätte führen können.

Finale der Taça 2012 – Coimbra holt nach 73 Jahren den Titel

Erst 43 Jahre später, im Jahr 2012, schaffte es Académica wieder ins Finale der Taça de Portugal. Doch diesmal hatte man das bessere Ende für sich, und konnte nach 73 Jahren, durch ein 1:0 gegen Sporting Lissabon, den Titel wieder nach Hause holen. Die Legende besagt, dass an diesem Abend in Coimbra das Bier ausging. Während des Finales präsentierten die Anhänger, im Geiste von 1969, wieder kritische Spruchbänder. Dabei wurden vor allem die Bildungspolitik, die teuren Studiengebühren, und die hohe Jugendarbeitslosigkeit kritisiert. Im Vergleich zu 1969 war dies nur ein kleines Zeichen, aber in einem Zeitalter, in dem die UEFA die Zensur ausübt, und jegliche politischen Botschaften aus den Stadien verbannt hat, eine Notiz wert.

Der komplette Film zum obigen Trailer:

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Die Umbauphasen des Estadio Santiago Bernabéu http://www.chefutbol.com/europa/spanien/umbauphasen-santiago-bernabeu-490243 http://www.chefutbol.com/europa/spanien/umbauphasen-santiago-bernabeu-490243#respond Mon, 21 Jan 2019 11:48:28 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11213 Das Estadio Santiago Bernabéu ist das Sinnbild schlechthin, für den Aufschwung und den Erfolg des erfolgreichsten Klubs der Welt. Es ist der Beweis dafür, wie aus einer kühnen Träumerei, Realität werden kann und das Exempel für planbaren Erfolg. Der oft...

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Das Estadio Santiago Bernabéu ist das Sinnbild schlechthin, für den Aufschwung und den Erfolg des erfolgreichsten Klubs der Welt. Es ist der Beweis dafür, wie aus einer kühnen Träumerei, Realität werden kann und das Exempel für planbaren Erfolg. Der oft gescholtene Visionär Santiago Bernabéu hat sich mit diesem Monument bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gebaut. Und auch das Stadion selbst hat einen Entwicklungsprozess durchgangen. CHEFUTBOL zeigt die Bauphasen der königlichen Spielstätte und den Weg zu dem Fußballtempel, der er heute ist.

Der Grundstein für das gewagte Stadionprojekt wurde am 27. Oktober 1944 gelegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der damalige Vereinspräsident Santiago Bernabéu genug Spenden seiner Vereinsmitglieder beisammen, um das ambitionierte Bauvorhaben zu starten. Das für damalige Verhältnisse gigantische Projekt wurde im Zentrum von Chamartín realisiert, damals noch weit außerhalb der Stadtgrenzen von Madrid, an der Stelle, wo auch das vorangehende Stadion gestanden hatte. Noch bis heute bleibt es vielen ein Rätsel, wie ein derartig großes Vorhaben in der Nachkriegszeit bei der damals herrschenden Zementknappheit realisierbar gewesen ist.

Trotz aller Zweifel hatte Bernabéu „sein“ Nuevo Estadio Chamartín am 14. Dezember 1947 mit einem Fassungsvermögen von 75.000 Personen eröffnen dürfen. Doch das war dem Präsidenten schnell nicht genug. Aller Vorwürfe des Größenwahns zum Trotz, wurde bereits 1953 die erste Umbaumaßnahme umgesetzt. Ziel war es, die Kapazität auf 125.000 Zuschauer zu erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt avancierte die Spielstätte zur größten Europas. Die Ideen von Bernabéu zündeten, denn auch sportlich wurden die ersten Ziele des Präsidenten erreicht – finanziert durch die hohen Zuschauereinnahmen. Zum Dank machte ihn die Mitgliederversammlung am 14. Januar 1955 zum Namensgeber des Bauwerks.

Im Jahr 1982 wurden erste Modernisierungsmaßnahmen ergriffen, um das Stadion für die WM in Spanien auf Hochglanz zu bringen. Das Facelift sah eine Umwandlung aller Stehplätze auf der Haupttribüne und der Gegengerade in Sitzplätze vor. Dadurch verringerte sich die Kapazität auf 90.000 Plätze. Zugleich zog die Haupttribüne von Ost nach West. Erstmals waren, abgesehen der Osttribüne, alle Ränge überdacht. Der Umbau unter der Leitung von Luis und Rafael Alemany und Manuel Salinas kostete damals 704 Millionen Peseten, wovon circa 530 Millionen Peseten der Verein aus seiner eigenen Kasse finanzierte.

Zehn Jahre später folgte die bis heute größte Renovierung des inzwischen 45 Jahre alten Bauwerks. Neben der Installation einer Rasenheizung bekam das Stadion auf allen Tribünen, außer Ost, seinen dritten Rang. Damit erhöhte sich die Zuschauerkapazität wieder auf 106.500 Plätze. Dafür hatte man das Dach von 22 auf 45 Metern anheben müssen und diverse Anpassungen vorgenommen. Bereits sechs Jahre später musste allerdings die Gesamtkapazität wieder auf 74.300 reduziert werden, weil die neuen UEFA-Regularien reine Sitzplatzstadien vorgesehen hatten.

Ab 2000 – mit der Amtsübernahme von Pérez – wurden unzählige weitere Umbaumaßnahmen angestrebt, welche größtenteils dem höheren Komfort dienlich sein sollten. Zunächst wurde die Osttribüne ausgebaut und überdacht. Dadurch stieg die Kapazität wieder auf 80.354 potentielle Besucher an. Ebenfalls zeigten sich die Umkleidekabinen in neuem Gewand, die Ehrentribünen und VIP-Logen wurden aufgehübscht sowie die Presseräume erneuert. Die Installation von Rolltreppen und der markanten Panoramaaufzüge erhöhten zudem den Komfort innerhalb des Stadions.

2003 kehrte dann die Haupttribüne wieder auf die erweiterte und mittlerweile überdachte Ostseite zurück, wo sie bis heute zu finden ist. Bis 2006 fanden diese Erneuerungen kontinuierlich statt und vertilgten insgemsamt 129 Millionen Euro. Seitdem ist auch das angrenzende Multifunktionsgebäude eröffnet, welches Presseräume, Büros und TV Sets beherbergt. Auch ein Adidas-Fanshop bekam ein neues Zuhause im Bernabéu-Stadion, welches seitdem auch drei Restaurants beherbergt.

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Santiago Bernabéu: Der Vater des Erfolgs von Real Madrid http://www.chefutbol.com/europa/spanien/santiago-bernabeu-real-madrid-438784 http://www.chefutbol.com/europa/spanien/santiago-bernabeu-real-madrid-438784#respond Sat, 17 Nov 2018 11:33:37 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11243 Die Historie von Real Madrid scheint endlos zu sein. Unzählige Titel wurden gesammelt – ebenso viele wie glorreiche Spieler für die Königlichen ihre Schuhe schnürten. Ein Mann sticht dennoch bei allen denkwürdigen Momenten heraus. Ohne ihn gäbe es den Klub...

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Die Historie von Real Madrid scheint endlos zu sein. Unzählige Titel wurden gesammelt – ebenso viele wie glorreiche Spieler für die Königlichen ihre Schuhe schnürten. Ein Mann sticht dennoch bei allen denkwürdigen Momenten heraus. Ohne ihn gäbe es den Klub Real Madrid womöglich heute gar nicht mehr: Santiago Bernabéu Yeste. Wir blicken in großer Dankbarkeit auf dessen Schaffenszeit zurück.

1895 in der Provinz Albacete geboren, zog Bernabéu bereits als kleines Kind mit seinen Eltern in die spanische Hauptstadt. Als Teenager tritt er der Jugend vom Madrid Football Club, wie der Verein damals noch bezeichnet wurde, bei und feiert 1912 sein Debüt bei den Herren. Den größten Erfolg als aktiver Fußballer feiert er 1917 durch den Gewinn der Copa del Rey. Insgesamt sollte Bernabéu 69 Treffer in 79 Spielen für die Blancos erzielen – eine enorm gute Quote, aber noch nichts im Verhältnis zu den Leistungen, die er im Anschluss für den Verein erbringen sollte.

„Was die Franco-Diktatur getan hat war uns auszunutzen und sie haben uns niemals auch nur fünf Cent gegeben“

Noch neben seiner fußballerischen Laufbahn schließt Santiago Bernabéu erfolgreich das Jurastudium ab und erhält die Zulassung als Rechtsanwalt. Nach seiner aktiven Zeit bleibt er zunächst als Sekretär der Junta Directiva dem Verein treu. Diese Tätigkeit findet ihr abruptes Ende nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges, Bernabéu flüchtet ins Exil nach Frankreich. Als er wieder zurückkehrt liegt sein geliebter Verein in Trümmern. Hier hätte die Geschichte von Real Madrid bereits enden können, bevor sie richtig begonnen hatte – dank Bernabéu tat sie das nicht.

Der Sportfunktionär akquirierte ehemalige Spieler und Funktionäre, um sich an den Wiederaufbau des Stadions und der Vereinsliegenschaften zu machen. Auf Fördergelder vom Staat konnte Bernabéu allerdings nicht zählen. Das zwischenzeitlich in Atlético Aviación umbenannte Atlético Madrid hatte nach dem Krieg die sportliche Vormachtstellung in der spanischen Hauptstadt eingenommen und lag deshalb in der Gunst des Diktators. Auch deshalb setzte sich Bernabéu vehement gegen jegliche Vorwürfe, Real sei ein Régime-Klub, zur Wehr. Und aller Hürden zum Trotz gelang es ihm, den Spielbetrieb bei den Blancos aufrecht zu erhalten.

Zum Präsidenten des Vereins avancierte Bernabéu dann 1943 eher durch ein Kuriosum: Nach einem Clásico gab es zwischen den beiden Fanlagern derartige Ausschreitungen, dass die Regierung die jeweiligen Präsidenten zur Amtsaufgabe gezwungen hatte. Aufgrund vorangegangener Verdienste wurde er zum Legitimen Nachfolger und behielt sein Amt bis zu seinem Tode inne, auch wenn er seine Aufgaben schon vorher weitergereicht hatte. In seiner 35-jährigen Amtszeit sicherten sich die Königliche 71 Trophäen.

„Dieser Argentinier muss in Madrid spielen“

Die Ziele des neuen Präsidenten waren klar definiert: Er wollte den größten Klub der Welt schaffen. Dazu brauchte er ein neues Stadion, um die besten Spieler der Welt finanzieren zu können. Nebenbei forcierte er die Reorganisation sämtlicher Vereinsstrukturen und trieb die Professionalisierung auf allen Ebenen voran – und die Arbeit trug ihre Früchte. Nicht nur im Fußball, auch andere Abteilungen, unter anderem Basketball, strichen nationale sowie internationale Erfolge ein.

1947 wurde das Nuevo Estadio Chamartín eingeweiht und schon acht Jahre später in seinen heutigen Namen Estádio Santiago Bernabéu umgetauft. Der Jurist hatte sich schon zu Lebzeiten sein Denkmal gebaut und manifestierte seinen Mythos durch die glorreichen Erfolge mit der Mannschaft um Alfredo di Stéfano, seinem ganz persönlichen Transfercoup: „Ich will diesen Spieler, koste es was es wolle, dieser Argentinier muss in Madrid spielen“, hatte der Visionär um die Wichtigkeit des „blonden Pfeils“ gewusst.

Hinterlassenschaften von Don Bernabéu bleiben bis heute

Am 02. Juni 1978 verstarb der Mann, dem der Verein mehr zu verdanken hat, als jedem Spieler. Don Bernabéu ist der Grundvater des „Mythos Real Madrid“. Er war ein Visionär in seinem Amt und konnte jede Hürde und jeden Wiederstand überwinden, dem 1977 diagnostiziertem Krebsleiden stand er letztlich machtlos gegenüber. Was bleibt ist „sein“ altehrwürdiges Stadion und die von ihm propagierte Klubphilosophie, die bis heute gelebt wird und den Madridismo so besonders macht.

„Das Trikot von Real Madrid ist weiß, es kann mit Schlamm, Schweiß oder sogar Blut beschmutzt sein, aber niemals mit Schande“

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Real Madrids Rodrygo: Ganz großer Coup oder teurer Teenie-Spaß? http://www.chefutbol.com/einer-fur-die-zukunft/real-madrid-verpflichtung-rodrygo-48942 http://www.chefutbol.com/einer-fur-die-zukunft/real-madrid-verpflichtung-rodrygo-48942#respond Sat, 27 Oct 2018 11:42:39 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11241 Real Madrid rüstet weiter für die Zukunft auf. Neben Vinícius Júnior und Rodrigo verpflichteten die Königlichen mit Rodrygo den dritten brasilianischen Teenager in kürzester Zeit. Insgesamt überweisen die Königlichen für die Dienste dieser drei Talente 94 Millionen Euro nach Brasilien....

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Real Madrid rüstet weiter für die Zukunft auf. Neben Vinícius Júnior und Rodrigo verpflichteten die Königlichen mit Rodrygo den dritten brasilianischen Teenager in kürzester Zeit. Insgesamt überweisen die Königlichen für die Dienste dieser drei Talente 94 Millionen Euro nach Brasilien. 45 Millionen Euro davon entfallen auf den jüngsten Transfercoup. Wir werfen einen Blick auf den Deal mit dem 17-jährigen Brasilianer vom FC Santos.

Rodrygo Silva de Goes lautet der volle Name des Offensivtalentes, dessen Dienste sich Real Madrid Mitte Juni sichern konnte. Angesichts der Begerhlichkeiten, welche der Brasilianer jüngst geweckt hatte, darf der Transfer durchaus als Coup bezeichnet werden. Neben dem Rivalen aus Barcelona hatten auch Paris St. Germain, der FC Bayern München und Borussia Dortmund ihre Fühler nach dem 1,73 Meter großen Angreifer ausgestreckt. Das immense Interesse wurde bewusst von Rodrygo abgeschirmt, sodass er sich auf seinen Fußball konzentrieren konnte, versichert Nick Arcuri, der Berater des Spielers: “Er bewertete nur das Angebot von Real Madrid, weil es das einzige war, welches den Wünschen des FC Santos und der Familie von Rodrygo entsprach”, stellt Arcuri klar und versichert, dass der Spieler nicht zwischen den Klubs zu entscheiden musste.

Der FC Barcelona steht sich beim Tauziehen selbst im Wege

Vor allem auch aus Katalonien soll großes Interesse am Juwel vorgelegen haben. Aber wie schon bei Vinícius hatten die Königlichen eine höhere Überzeugungskraft am Verhandlungstisch. Die brasilianische Globoesoporte hatte schon vor der offiziellen Bestätigung des Transfers nach Madrid berichtet, dass ein Wechsel von Rodrygo zum FC Barcelona auch am angespannten Verhältnis zwischen dem FC Barcelona und den Schwarz-Weißen aus der brasilianischen Hafenstadt scheitern würde. So wurde bereits im Mai das Interesse aus Barcelona seitens des FC Santos bestätigt. Der Präsident der Brasilianer schloss allerdings aus, mit den Katalanen verhandeln zu wollen, ehe diese noch offene Beträge aus dem Neymar-Transfer vor einigen Jahren begleichen würden. Das ist augenscheinlich nicht geschehen und der FC Barcelona hatte das Nachsehen.

Verzicht von Rodrygo öffnet Real die Tür

Mit 45 Million Euro Ablösesumme darf Rodrygo kaum als Schnäppchen bezeichnet werden, dennoch bleiben die Königlichen fünf Millionen Euro unterhalb der geforderten Ausstiegsklausel, auf welche der FC Santos beharrt hatte. Dafür gibt es einen Grund: Das Arbeitspapier von Rodrygo sieht es vor, dass der FC Santos 80 Prozent des Transferlerlöses erhalt, der Rest wird dem Spieler zugesichert. Rodrygo verzichtete auf einen Teil (5 Millionen Euro) seiner Beteiligung, damit das königliche Angebot ausreichen konnte, um sich die Dienste des 17-jährigen zu sichern. Übrigens bleibt er analog zum Vinícius-Transfer vorerst in Brasilien: Rodrygo ist noch keine 18 Jahre alt und die FIFA untersagt den Wechsel von Minderjährigen. Deshalb hat Rodrygo noch bis Juli 2019 Zeit, sich beim FC Santos zu entwickeln.

Kostspieliges Versprechen in die Zukunft

Wie bei allen verheißungsvollen Talenten ist das Risiko des Transfers relativ hoch. Der Akteur, welcher wie in Brasilien üblich vor der Profikarriere seine technischen Fähigkeiten zunächst in der Futsal-Abteilung des FC Santos geschärft hatte, bleibt vorerst eine Wundertüte: Erst zwölf Spiele hat der Angreifer in Brasiliens höchster Spielklasse bestritten – etwas wenig, um ihm Kontinuität attestieren zu können. Allerdings erzielte er in dieser Saison nach zehn Partien bereits fünf Treffer, darunter einen Hattrick Anfang Juni. In der Copa Libertadores war Rodrygo bei sechs Einsätzen einmal erfolgreich und wurde damit zum jüngsten Brasilianer, der jemals im Kontinentalwettbewerb getroffen hatte.

Trotz der beeindruckenden Leistungen der vergangenen Wochen sollte man eine vorsichtige Erwartungshaltung einnehmen. Auch der ehemalige Madrid-Profi Clarence Seedorf steht den Einsatzchancen für Vinícius und Rodrygo skeptisch gegenüber, wie er letzte Woche bei SporTV erklärte: “Madrid ist ein Klub, der hohe Anforderungen hat. Sie werden nicht spielen! Wenn du Glück hast, schicken sie dich zu einem anderen Verein wie Porto, um zu wachsen.” Vorher bleibt Rodrygo noch mindestens ein halbes Jahr in der Heimat, um sich zu entwickeln, ehe der große Karrieresprung ansteht. Indes spricht der Shootingstar selbst von einem Traum, der in Erfüllung geht: “Wir stellen uns das in jedem Moment vor, es ist ein Traum den wir immer haben, in Europa mit diesen großen Namen zu spielen.” Hoffentlich wird der Traum “Real Madrid” für Rodrygo nicht zum Alptraum.

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Spielbericht: Porto schläft ein und wird böse geweckt http://www.chefutbol.com/europa/portugal/spielbericht-porto-guimaraes-239487 http://www.chefutbol.com/europa/portugal/spielbericht-porto-guimaraes-239487#respond Sun, 26 Aug 2018 19:41:52 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=11004 Der FC Porto verpasste es gegen den Nachbarn aus Guimarães die Tabellenspitze zu übernehmen. Guimarães gewann nach 22 Jahren wieder in Porto, und bog dabei einen 2:0 Halbzeitrückstand um. Wer vor dem Spieltag Geld darauf gesetzt hätte, dass am Ende...

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Der FC Porto verpasste es gegen den Nachbarn aus Guimarães die Tabellenspitze zu übernehmen. Guimarães gewann nach 22 Jahren wieder in Porto, und bog dabei einen 2:0 Halbzeitrückstand um.

Wer vor dem Spieltag Geld darauf gesetzt hätte, dass am Ende des Lissabonner Derby-Tages „Vitória“ und „Porto“ in den portugiesischen Twitter-Trends ganz oben stehen würden, hätte vermutlich fast so viel Geld dafür zurückbekommen, wie wenn man zur Halbzeit noch auf einen Sieg für eben jenes Vitória Guimaraes gesetzt hätte. Nach der Steilvorlage aus Lissabon, Benfica und Sporting hatten sich am Nachmittag 1:1 unentschieden getrennt, verlor der amtierende Meister zu Hause, zum ersten Mal seit 22 Jahren, wieder gegen den bis dato noch punktlosen Nachbarn aus Guimarães. Dabei stand es zur Halbzeit schon 2:0 für die Hausherren, und jeder Porto-Fan überlegte sich sicherlich schon, wo er denn den Sieg und die Übernahme der Tabellenführung feiern sollte.

Vor dem Spiel

Wer etwas Zeit vor dem Spiel mitbringt, bzw. dessen Bierdurst größer ist als die Strandlust, sollte nicht direkt mit der Metro zum Estádio Dragão fahren, sondern entweder schon an der Haltestelle 24 de Agosto oder Marquês bzw. Combatentes aussteigen und sich in Ruhe unter die Porto-Fans mischen, die vor dem Spiel in Stadionnähe noch etwas essen und ein paar Superbocks (Bier aus Porto) trinken. Ich hatte das Glück in der Avenida de Fernão de Magalhães eine Porto-Bar zu finden, die typischer nicht hätte sein können, und in der ich mehr typisch Nordportugiesisches vorfand als einem bei manch einer Stadtführung gezeigt wird: Fado-Gitarren und traditionelle Hüte an der Wand, Fernseher mit Fußball, und Francesinha (typisches nordportugiesisches Sandwich) zum Essen. Die Francesinha mit Pommes, ein 0,25-Bier (pt. Fino) und einen Espresso gab es für knappe 8€. Umso näher ich dem Estádio Dragão kam, umso zahlreicher wurden die Bars und Kneipen und die Zahl der Menschen mit weiß-blauen Trikots wurde mit jedem Meter mehr. Anschließend bog ich in die Alameda das Antas ein und hatte einen tollen Panoramablick inklusive Vollmond auf das Drachenstadion. (Die “Panoramabilder” der Kamera meines chinesischen Billigsmartphones erspare ich euch.)

 

Direkt neben dem Stadion befindet sich ein großes Einkaufszentrum, in dem man bei Bedarf Partner und Familie „parken“ kann.

1. Halbzeit – VAR fällt aus – Porto geht in Führung

Die Kommerzialisierung ist in Portugal genauso weit vorangeschritten wie in Deutschland, jedoch blieb nicht das durch Lautsprecher angeregte rhythmische Klatschen zum Einlauf der Spieler in Erinnerung, sondern die Vereinshymne der Gastgeber, deren Refrain mit zehn Wiederholungen des Stadtnamens endet: Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto, Porto – vermutlich damit auch wirklich jeder englische Hooligan zu Hause noch weiß, wo er eigentlich war.

Vom Anpfiff weg übernahm die Elf von Sérgio Conceição das Kommando, ohne sich dabei allerdings große Torchancen zu erarbeiten. Die Gäste standen tief und verteidigten das Zentrum robust, ohne jedoch viel für Entlastung zu sorgen. Bei einem stärkeren Pressing Portos und einer besseren Nutzung des ziemlich breiten Spielfeldes hätte man die Gäste sicherlich früh vor größere Probleme stellen können. So plätscherte das Spiel bis zur 35. Minute dahin, bis João Afonso nach einer Großchance von Aboubakr für seinen geschlagenen Keeper vor der Linie rettete. Doch nur zwei Minuten später gingen die weiß-blauen nach einem sehenswerten Schuss von Brahimi aus 16m in den Winkel in Führung und nur sechs Minuten später erhöhte der agile Andre Pereira per Kopf, aus Abseitsposition, nach einem Standard auf 2:0. Diesen irregulären Treffer hätte eigentlich der Videoschiedsrichter kassieren müssen, doch die Verbindung via Headset zum Schiedsrichter auf dem Platz funktionierte von der 15. Minute bis zur Halbzeit nicht, sodass der Treffer schlussendlich doch zählte (#ComOuSemVAR). Zudem wurde wenige Minuten vorher den Gästen ein relativ klarer Elfmeter verweigert. Ein gebrauchter Tag für Guimarães sollte man meinen.

In der Halbzeit wurde statt eines Halbzeitspiels die Fahrradabteilung des FC Porto im Stadion geehrt und bei der Ehrenrunde spendeten alle Tribünen lautstarken Applaus. Eine schöne Aktion. Außerdem fielen die gut “mitspielenden” Balljungen auf, die kaum über die Bande ragten, und bei Angriffen der Hausherren das Spiel schnell machten.

2. Halbzeit – Der Fußballgott macht 22 lange Jahre vergessen

Vor Anpfiff des 2. Durchgangs schworen sich die Guimarães-Spieler auf dem Platz in einem Spielerkreis noch einmal ein, so als würden sie tatsächlich noch an ihre Siegchance glauben, wohingegen der neutrale Fan bzw. Porto-Fan dies wohl so interpretierte, dass man hier nicht völlig untergehen wollten. Die ersten fünf Minuten nach Seitenwechsel hatten ihren Höhepunkt in der Auswechslung von Torschütze Brahimi, während das Spiel dagegen immer weiter abflachte. Nachdem auf dem Platz nicht mehr viel passierte, begannen die ca. 1.000 Gästefans sich selbst zu unterhalten und legten eine „kleine“ 5-minütige Pyro-Show hin – ohne dass auch nur eine Durchsage kam dies zu unterlassen – und unterhielten so das Stadion. In diese Stimmungsphase fiel dann passenderweise der Elfmeterpfiff für die Gäste, den Ex-Porto-Spieler André André sicher verwandelte. Casillas hatte zwar die Ecke geahnt, konnte den hart geschossenen Strafstoß aber nicht halten. Das Spiel ging nach dem Treffer genauso gemächlich weiter wie vor dem Anschlusstreffer, und der 2:2 Ausgleich, durch Tozé (ebenfalls Ex-Porto), kam genauso aus dem Nichts wie der vorherige Treffer. Der Meister versuchte danach zwar wieder Fahrt aufzunehmen, konnte den Hebel aber nicht mehr umlegen, da vor allem das Passspiel in der 2. Hälfte immer schwächer wurde.

Der Fußballgott schien sich an diesem Abend aber an die langen 22 sieglosen Jahre der mitgereisten Guimarães-Fans zu erinnern und schenkte ihnen sogar noch das 3:2. Davidson schloss in der 89. Minute einen Konter eiskalt ab; jeder Schuss der Gäste aufs Tor von Casillas in der 2. HZ war somit Treffer. In der 5-minütigen Nachspielzeit avancierte dann Keeper Douglas zum Helden des Tages und zum Man of the Match. Die anrennenden blau-weißen vergaben noch drei hundertprozentige Torchancen, und weitere Halbchancen. Mit diesen scheiterten sie sowohl an Douglas, dem Pfosten, eigenem Unvermögen und einer heldenhaften Rettungsaktion auf der Linie.

 

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Vinícius Júnior: Wunderkind oder Bankdrücker? http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/vinicius-junior-real-madrid_3410994 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/vinicius-junior-real-madrid_3410994#respond Fri, 24 Aug 2018 14:23:41 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10994 Vinícius Júnior ist das neue brasilianische Juwel bei den Königlichen und seit seinem 18. Geburtstag am 12. Juli Bestandteil des Kaders von Real Madrid. 45 Millionen Euro hat man sich dessen Dienste bereits vor über einem Jahr kosten lassen. Sein...

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Vinícius Júnior ist das neue brasilianische Juwel bei den Königlichen und seit seinem 18. Geburtstag am 12. Juli Bestandteil des Kaders von Real Madrid. 45 Millionen Euro hat man sich dessen Dienste bereits vor über einem Jahr kosten lassen. Sein Weg läuft allerdings ins Ungewisse: Viele sagen, dass er der neue Neymar werden könnte, andere befürchten einen Transferflop. Wir blicken auf die ersten Wochen des „Wunderkindes“ bei den Königlichen.

16 Jahre war Vinícius alt, als er von Real Madrid verpflichtet wurde. Von Beginn an ist es klar gewesen, dass man den Flügelstürmer frühestens zu dessen 18. Geburtstag nach Spanien holen könne, ohne gegen FIFA-Regularien zu verstoßen. Lange Zeit gab es allerdings keine Gewissheit, ob Vinícius dann auch direkt zu Real Madrid stoßen soll, ein weiteres Jahr bei seinem Heimatclub bleiben würde, oder gar innerhalb Spaniens an einen anderen Verein verliehen wird, um dort Spielpraxis in La Liga sammeln zu können. Letztlich entschieden die Verantwortlichen in Madrid, zum frühestmöglichen Zeitpunkt den Jungen mit der Zahnspange zur Mannschaft zu holen.

Vinícius mit starkem Debüt

Dort angekommen, zeigte sich der Brasilianer überglücklich und stolz. Es sei immer sein Traum gewesen, für die Königlichen zu spielen. Diese Freude demonstrierte er auch prompt auf dem Spielfeld: Schnell, flink, agil, torgefährlich! All diese Attribute zeigte Vinícius während der USA-Reise mit seinen neuen Kollegen. Auf jener Position, wo Ronaldo eine Lücke hinterlassen hatte, wusste der quirlige Neuzugang auf Anhieb zu gefallen. Für die Anhänger Madrids ein Trost für den Abgang des Portugiesen – Balsam auf die geplagte Seele. Auch die Medien zeigten sich voll des Lobes. Vinícius schien sehr schnell im Konzert der Großen angekommen.

Dann kam es am 15. August zur Pflichtspielpremiere der neuen Saison. Beim europäischen Supercup gegen Atlético Madrid wartete direkt der erste große Härtetest auf den Angreifer – vermeintlich. Trotz Verlängerung und dem möglich gewordenen vierten Wechsel verzichtete Real-Trainer Lopetegui auf seinen Juwel und Vinícius musste 120 Minuten lang zusehen, wie seine Mannschaft das Lokalderby hergeschenkt hatte. Ein ähnliches Bild gab sich am folgenden Wochenende beim La Liga-Debüt im Bernabéu-Stadion: Lopetegui vertraute auf Marco Asensio oder Lucas Vázquez. Vinícius fand sich wieder 90 Minuten lang auf der Bank wieder.

Geduld die Devise?

Während Vinícius die Ruhe bewahrt, hat man bei Flamengo wenig Verständnis für die aktuelle Entwicklung. In der brasilianischen Liga, die sich während der Sommerpause in Europa bereits in vollem Gange befindet, ist die Mannschaft aus Rio de Janeiro seit seinem Abgang bereits von Platz 1 auf Platz 3 abgerutscht. In der Copa Libertadores steht man nach einer 0:2-Niederlage gegen Cruzeiro vor dem Aus. Vinícius´ Torgefahr und Spielfreude wird bei „O Rubro Negro“ dringlich vermisst. Da sieht man es am Zuckerhut noch kritischer, dass der Flügelstürmer bei Real Madrid lediglich als Zuschauer auf der Bank Platz nimmt.

Für den Spieler bleibt allerdings die Hoffnung, dass dieser Zustand nicht sehr lange von Dauer sein wird. Lopetegui scheint einen klaren Plan mit ihm zu haben. Der Trainer äußerte bereits mehrfach seine Zufriedenheit mit dem Flügelspieler, will ihn behutsam über vermeintlich leichtere Spiele heranführen. Spaniens Sportzeitung Marca schreibt zutreffend zu der Thematik: „Real poliert den Diamanten, will ihn aber nicht verbrennen.“ Noch denkt man in der Hauptstadt über seine Zukunft positiv. Noch!

„Konzentriere dich auf deine Ziele, darauf kommt es an“

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Foco nos teus objetivos, isso é o que importa! ⚽???

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Denn der Juwel sollte nicht zu lange poliert werden, weil gerade auch die Fans von Real ungeduldiger Natur sind: Nach dem Abgang von Ronaldo wollen sie den teuersten Einkauf in dieser Transferperiode spielen sehen oder weitere Neuzugänge präsentiert bekommen. Das würde allerdings wieder den Konkurrenzkampf für Vinícius erhöhen und die Chancen auf Spielzeit schmälern. Der Brasilianer bleibt angesichts seiner Situation allerdings locker und äußert sich nach dem ersten Spiel ohne Einsatz auf seinem Instagram-Account entspannt: „Konzentriere dich auf deine Ziele, darauf kommt es an.“ Wenn Vinícius seine Konzentration nicht verlieren wird, dann darf er sicherlich auch bei den Königlichen schon bald eine größere Rolle spielen. Wir werden seinen Weg gespannt verfolgen.

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Lautaro Martínez und Icardi – Inters neuer Traumsturm braucht noch Zeit http://www.chefutbol.com/europa/italien/lautaro-martinez-icardi-inters-483793 http://www.chefutbol.com/europa/italien/lautaro-martinez-icardi-inters-483793#respond Mon, 20 Aug 2018 08:45:08 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10952 Sein Transfer sorgte für Aufsehen: Lautaro Martínez gilt als einer der vielversprechendsten Südamerika-Importe seit langer Zeit. Seit diesen Sommer steht er dem Profikader von Inter Mailand zur Verfügung. Trotz Inters Niederlage im ersten Saison-Spiel zeigte der quirlige Angreifer gleich, mit...

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Sein Transfer sorgte für Aufsehen: Lautaro Martínez gilt als einer der vielversprechendsten Südamerika-Importe seit langer Zeit. Seit diesen Sommer steht er dem Profikader von Inter Mailand zur Verfügung. Trotz Inters Niederlage im ersten Saison-Spiel zeigte der quirlige Angreifer gleich, mit was man bei ihm rechnen darf. Davon könnte auch Inters Torschützenkönig Mauro Icardi langfristig profitieren

Kleiner Mann mit großen Vorschusslorbeeren – Batistuta bremst Euphorie

Das Aufsehen, welches den Wechsel von Lautaro Martínez zu Inter Mailand begleitete, war groß. In Europa und Südmaerika beglückwünschte man die „Nerazzurri“, die unter anderem Borussia Dortmund ausstachen, zum Transfer. Manuel Fernandez, ehemaliger Jugendtrainer von Lautaro Martínez bei Racing Club di Avellaneda, erinnert sich: „Er kam mit 17 zu Racing, was seltsam war. In Argentinien spielen die stärksten Spieler normalerweise von klein auf bei den großen Klubs. Er kam spät, zwei Jahre danach war er bereits Stammspieler der ersten Mannschaft und jetzt ist er in Europa.“ Und glaubt man Fernandez, so hat Lautaro eine große Zukunft vor sich: „Er kann im Angriff alle Positionen spielen. Über außen geht er ins Dribbling und im Strafraum hat er diesen Torinstinkt. Als Zehner kann er die Bälle verteilen. Er erinnert sehr an Kun Aguero. Ich habe keine Zweifel, dass er sein Niveau erreichen kann“, so Fernandez gegenüber der Gazzetta dello Sport. Eine argentinische Stürmerlegende jedoch tritt zunächst auf die Euphoriebremse und bemüht einen ungewöhnlichen Vergleich: „Lautaro ist wie ein neues Auto. Er ist sehr stark, aber um zu sehen, ob er den Erwartungen standhält, muss man die ersten zwei- bis dreitausend Kilometer abwarten, so Gabriel Batistuta. Und „Batigol“ muss es wissen, schließlich hatte er selbst die Serie A jahrelang mitgeprägt und bei der Fiorentina, der Roma und Inter regelmäßig getroffen.

Neue taktische Möglichkeiten für Inter dank Martínez

Ursprünglich war Lautaro Martínez (Spitzname: El Toro, der Stier) in Inters Kaderplanungen wohl als Back-Up für Mauro Icardi gedacht. Zum einen, um dem „Capocannoniere“ der Saison 2017/18 in der neuen Saison mit Dreifachbelastung die nötigen Ruhepausen zu verschaffen. Zum anderen, um ihn langsam für seine Rolle als Icardi-Nachfolger aufzubauen, sollte dieser irgendwann doch noch den Weg zu Real Madrid finden. Die „Blancos“ gelten seit Langem als hochinteressiert an Icardi. In der Vorbereitung zeigte sich Lautaro Martínez jedoch bereits spiel- und laufstark und bestens ins Teamgefüge integriert. Der Höhepunkt hierbei: Lautaros Traumtor per Volleyabnahme im Testspiel bei Atlético Madrid (Inter siegte mit 1:0).

Trainer Luciano Spalletti blieb so praktisch nichts anderes übrig, Martínez mit einem Startelfeinsatz beim ersten Ligaspiel zu belohnen. Erst recht, da Radja Nainggolan, Königstransfer der Mailänder und ursprünglich auf der Zehnerposition eingeplant, in Sassuolo verletzungsbedingt fehlte .Wie schon in der Vorbereitung agierte Lautaro im ersten Ligaspiel nominell als eine Art „Neuneinhalb“ hinter Icardi.

Sand im Getriebe beim ersten gemeinsamen Liga-Auftritt

Bei Sassuolo, Inters Angstgegner (6 Niederlagen aus den bisherigen 10 Aufeinandertreffen), harmonierten Lautaro und Icardi noch nicht wie erwartet. Zwar rochierte insbesondere der Neuzugang zu Beginn viel und bildete zeitweise mit Icardi einen klassichen Doppelsturm. Doch in den entscheidenden Situationen gelang das Zusammenspiel nicht, die Sassuolo-Defensive hatte unterm Strich wenig Schwierigkeiten, ein Heilmittel gegen die argentinische Angriffswucht zu finden. Lediglich Icardi kam zweimal aussichtsreich zum Abschluss, verzog aber in der ersten Hälfte knapp und setzte eine scharfe Perisic-Flanke aus nächster Distanz über den Querbalken. Lautaro Martínez blieb ohne nennenswerten Abschluss, spielte unterm Strich aber dennoch nicht enttäuschend, sondern vielmehr glücklos. Sein Potential zeigte der kleine Argentinier aber mehr als nur einmal in Form explosiver Antritte und exzellenter Ballbehandlung – trotz widriger Platzverhältnisse in Sassuolo.

Fokus auf die Champions League

Nach dem verpatzten Debüt in der Meisterschaft sehnen die Interisti nun der Auslosung der Champions League-Gruppenphase am 30. August herbei – Inters letzter Auftritt in der Königsklasse liegt über sechs Jahre zurück. Mit dem argentinischen Sturmpaar Icardi-Martínez ist für Inter dort Einiges machbar – vorausgesetzt, die beiden Gauchos finden in den kommenden Wochen besser zusammen als beim Auftakt in Sassuolo.

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FC Barcelona: Mit neuem Personal zurück auf Europas Thron? http://www.chefutbol.com/europa/spanien/fc-barcelona-vorschau-484098 http://www.chefutbol.com/europa/spanien/fc-barcelona-vorschau-484098#respond Sun, 19 Aug 2018 09:17:12 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10943 “Wir werden alles dafür tun, um die Champions League zu gewinnen.” Es war eine klare Ansage des neuen Kapitäns des FC Barcelona, Lionel Messi, im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung im Camp Nou, als gegen die Boca Juniors die traditionelle Joan...

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“Wir werden alles dafür tun, um die Champions League zu gewinnen.” Es war eine klare Ansage des neuen Kapitäns des FC Barcelona, Lionel Messi, im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung im Camp Nou, als gegen die Boca Juniors die traditionelle Joan Gamper Trophäe ausgespielt wurde. 3:0 hieß es am Ende standesgemäß, und natürlich knipste auch Messi persönlich.

Der Argentinier und sein Club haben ein schwieriges halbes Jahr hinter sich. Klar, die Liga war früh zugunsten der Blaugrana entschieden, den spanischen Pokal gab es nach einem klaren Sieg im Finale gegen Sevilla obendrein. Aber der Anspruch von Barcelona ist ein anderer. Zum dritten Mal in Folge hat ausgerechnet der große Rivale aus Madrid die Champions League gewonnen, und damit natürlich auch Messis persönlicher Konkurrent um den Titel des besten Spielers der Welt, Cristiano Ronaldo. Dass Barcelona dreimal in Folge am Bildschirm zuschauen musste, wie die Blancos den Königspokal feiern, war schlimm genug. Das blamable Ausscheiden gegen die AS Rom nach einem 4:1 im Hinspiel aber machte die vergangene Saison umso bitterer, trotz des Doubles. Im Frühsommer ging es für die Blaugrana mit einer weiteren bitteren Meldung weiter: Antoine Griezmann, dessen Ausstiegsklausel über 100 Millionen Euro man ziehen wollte, bleibt lieber Atlético treu. Die Entscheidung teilte er in einem kuriosen Video namens “La Decision” mit, das ausgerechnet von Gerard Piques Firma produziert worden war.

Bei der WM gab es für Messi wenig zu lachen. Gegen den späteren Champion Frankreich um Griezmann und Kylian Mbappé, einen weiteren möglichen Nachfolger als Gewinner des Ballon d’Or, war bereits im Achtelfinale Schluss.

Sinnvolle Transfers von Geschäftsführer Abidal

Doch hatte dieser Sommer für Barcelona auch ein paar gute Nachrichten parat: Mit dem Ex-Spieler Eric Abidal als neuem Geschäftsführer Sport scheint der Club vieles richtig gemacht zu haben. Denn mit Rechtsaußen Malcon, der der AS Rom vor der Nase weggeschnappt wurde, dem möglichen Xavi-Nachfolger Arthur, Clement Lenglet als Back-Up für Piqué und Umtiti in der Innenverteidigung und zuletzt Arturo Vidal als Ersatz für den nach einem Jahr nach China zurückgekehrten Paulinho haben die Blaugrana einen in der Breite deutlich stärkeren Kader als in der vergangenen Saison.Womöglich hat Griezmann dem Club mit seiner Absage sogar einen Gefallen getan, denn das Geld, das er gekostet hätte, wurde anderweitig sehr gut genutzt.

Die Abgänge von Lucas Digne, Marlon, Yerry Mina, Andrè Gomes (Leihe) und Paulinho verschlanken den Kader und spülen zudem Geld in die Kassen des hoch verschuldeten Clubs. So richtig schmerzt nur, dass Vereinslegende Iniesta jetzt in Japan die Fußballschuhe schnürt. Der 34-Jährige zeigte dort zuletzt bei zwei Traumtoren seine Klasse. Wer ihn aber beispielsweise im Rückspiel gegen Rom gesehen hat, versteht, wieso der Weltmeister es vorzieht, in Fernost gefeiert zu werden, als in Barcelona langsam aber sicher zum Edelreservisten zu werden. Iniesta hatte kaum mehr Kraft für 60 Minuten auf höchsten Niveau und gegen starke Gegner wurde die fehlende Spritzigkeit immer wieder deutlich.

Hoffnungen liegen auf Coutinho, Dembélé und Rafinha

Dafür gibt es drei weitere Personen, die im Vergleich zum Vorjahr Hoffnung machen: Coutinho, der bei der WM der beste Brasilianer war und nun auch in der Champions League ran darf. Ousmane Dembélé, der nach viel Verletzungspech diesmal von Beginn an richtig durchstarten will, und zuletzt ein gewisser Rafael Alcantara, besser bekannt als Rafinha. Eigentlich stand er schon im Schaufenster mit einem Preisschild um den Hals. Doch der jüngere Bruder von Thiago, der zuletzt an Inter Mailand ausgeliehen war, war einer der besten Spieler in der Saisonvorbereitung und überzeugte Ernesto Valverde. Dass zudem Cristiano Ronaldo jetzt in Italien auf Torejagd geht und sein Abschied zumindest kurzfristig den ewigen Rivalen schwächt, kommt als gute Nachricht dazu.

Und was ist mit La Masia, werden einige Kritiker einwenden. Nach Iniestas und Mascheranos Abgang wurden mit Piqué und Sergi Roberto zwei waschechte Katalanen zu Co-Kapitänen ernannt, sie komplettieren damit Busquets und Messi. Und mit Riqui Puig und Miranda, die während der USA-Reise positiv auffielen, dürfen sich zwei Nachwuchsspieler berechtigte Hoffnungen auf Kurzeinsätze machen.

Unter dem Strich gehen die Katalanen um Lionel Messi also mit viel Hoffnung in die neue Saison. Ernesto Valverde dürfte nach dem ersten Jahr bei einem absoluten Topclub mehr Wert auf Rotation und Trainingssteuerung legen, um in den entscheidenden Monaten von Februar bis Mai fitte und motivierte Stars zur Verfügung zu haben. Wer aber befürchtet, dass dem großen Ziel Champions League alles geopfert wird: Sowohl Piqué als auch Valverde haben schon darauf hingewiesen, dass Barcelona immer nur dann den Königspokal geholt  hat, wenn auch die Liga gewonnen wurde. Die Katalanen haben also große Ziele. Aber auch gute Voraussetzungen, um diese zu erreichen.

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Esteban Cambiasso – Arbeiter, Dirigent und Ballvirtuose http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/esteban-cambiasso-arbeiter-328945 http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/esteban-cambiasso-arbeiter-328945#respond Sat, 18 Aug 2018 09:00:27 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5571 Zu Beginn seiner Karriere stand er bei Real Madrid im Schatten der „galaktischen“ Offensive um Figo, Zidane, Raúl oder Ronaldo. Später entwickelte er sich in Italien bei Inter zu einem der komplettesten defensiven Mittelfeldspieler der Welt. Chefutbol widmet Esteban Matías...

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Zu Beginn seiner Karriere stand er bei Real Madrid im Schatten der „galaktischen“ Offensive um Figo, Zidane, Raúl oder Ronaldo. Später entwickelte er sich in Italien bei Inter zu einem der komplettesten defensiven Mittelfeldspieler der Welt. Chefutbol widmet Esteban Matías Cambiasso anlässlich seines 38. Geburtstags ein Porträt.

Cambiasso, in San Fernando geboren und bei den Arentinos Juniors ausgebildet, wechselte im Sommer 1996 mit nicht einmal 16 Jahren als verheißungsvolles Talent über den Atlantik nach Europa zu Real Madrid. Nach zwei Jahren in Madrids Jugendmannschaft fehlte jedoch die Perspektive bei den Profis. Daher erfolgte zunächst der Schritt zurück nach Argentinien für eine dreijährige Leihe zu Independiente. Im Anschluss wurde Cambiasso ein weiteres Jahr bei River Plate geparkt, bevor er seine Karriere bei Real Madrid endlich richtig beginnen durfte und sich zu Beginn der Saison 2002/03 einen Stammplatz im Starensemble erkämpfte. Von September bis Ende November spielte er sowohl in der Liga als auch in der Champions League durchgehend, erst danach wurden seine Einsätze weniger.  In der Folgesaison 2003/04 reduzierten sich seine Einsätze weiter, in der Liga stand er lediglich 17 Mal auf dem Feld.

Entwicklung zum Stamm- und Führungsspieler bei Inter

Cambiasso zog einen Schlussstrich unter sein Kapitel bei den Königlichen, ließ seinen Vertrag auslaufen und wollte seine Karriere in einem anderen europäischen Land wieder auf Kurs bringen. Inter Mailand war nach einer chaotischen Saison 2003/04 auf der Suche nach Stabilität im Zentrum, mit Roberto Mancini übernahm im Sommer 2004 ein Coach, in dessen 4-4-2-System Cambiassos Profil gefragt war. Zuerst kritisch beäugt, spielte sich der unscheinbare Argentinier schnell in Herzen der Tifosi. Als kongenialer Partner seines Landsmannes Juan Sebastian Verón im zentralen Mittelfeld machte sich Cambiasso schnell unverzichtbar und lief gleich in seiner Debütsaison 30 mal für Inter in der Serie A auf. Erste Titelgewinne in der Coppa Italia (2005, 2006) sowie dem italienischen Supercup (2005, 2006) folgten rasch. Auf internationaler Bühne jedoch lief es durchwachsen für den Strategen aus dem defensiven Mittelfeld. Mit Inter Mailand schied er jeweils früh in den K.O.-Phasen der Champions League aus. Zu wenig für den ambitionierten Kader der Nerazzurri um Klubpatron Massimo Moratti. Und auch in der Nationalmannschaft lief es für Cambiasso unglücklich. Trotz begeisterndem Fußball bei der WM 2006 und Cambiassos Traumtor gegen Serbien schied die Albiceleste im Viertelfinale gegen Deutschland nach Elfmeterschießen aus. Tragischer Fehlschütze auf Seiten der Argentinier: Esteban Cambiasso.

Schritt in die Weltklasse und Triple-Gewinn 2010

Cambiasso ging jedoch gestärkt aus seinen Erlebnissen bei der WM in Deutschland hervor. Bei Inter wurde er immer stärker und avancierte nach dem Abgang von Verón endgültig zum unangefochtenen Dirigenten im zentralen Mittelfeld. Zudem machte er sich in der Serie A einen Namen als torgefährlicher Mittelfeldspieler. In der Saison 2007/08 schoss er wettbewerbsübergreifend 8 Tore in 44 Spielen. Cambiasso konnte das Spiel wie kaum ein Zweiter aus der Tiefe heraus lenken, besaß zudem noch herausragende Stärken im Zweikampf. Seine Antizipationsfähigkeit gehörte ebenfalls zu seinem Markenzeichen wie seine oftmals unterschätze Technik und Ballfertigkeit. Zwischen 2006 und 2009 errang Inter unter der Regie Cambiassos vier Meisterschaften in Serie. Doch auch unter dem neuen Coach José Mourinho wollte es international zunächst nicht klappen. 2009 schied man gegen Manchester United im Achtelfinale der Champions League aus. Was folgen sollte, war jedoch nichts Geringeres als die erfolgreichste Saison der Klubgeschichte. Das mit Spielern wie Eto’o oder Sneijder gespickte Team wurde von einer „Gaucho-Connection“ um Zanetti, Cambiasso, Milito und Samuel zum Triple-Gewinn 2010 geführt. Es war die Krönung auf Cambiassos starke Jahre, die er seit seinem Wechsel von Real Madrid zu Inter erlebte. Kurios: Das Champions League Finale 2010 fand ausgerechnet dort statt, wo sich Cambiasso zunächst nicht durchsetzen konnte: Im Bernabéu-Stadion.

Cambiasso im Herbst der Karriere: Leicester City und Olympiakos Piräus

Nach dem Pokalsieg 2011 ging es bei Inter Mailand steil bergab. Das Management verpasste es, den Kader zu verjüngen. Verstärkungen schlugen nicht wie gewünscht ein. Im Sommer 2014, zehn Jahre nach seiner Ankunft, verließ Cambiasso den italienischen Traditionsklub und erfüllte sich den Traum von der Premier League. Dort trug er wesentlich zum Klassenerhalt von Leicester City bei, wurde von den Fans zum Spieler der Saison gewählt. Anschließend schnürte Cambiasso seine Kickstiefel für den griechischen Serienmeister Olympiakos Piräus und verpasste so das „Wunder von Leicester“, obwohl ihn Coach Claudio Ranieri im Sommer 2015 noch zum Bleiben überreden wollte. 2017 lief Cambiassos Vertrag bei Piräus aus, wo er längst nicht mehr alle Spiele bestritt. Noch ist unklar, bei welchem Verein es für Cambiasso weitergeht. Anfang August verbreitete sich ein Tweet, der Cambiasso mitsamt Foto als Neuzugang bei den Argentinos Juniors ankündigte. Die Freude der Fans währte jedoch nur kurz: Der Account wurde gehackt. Falls Cambiasso wirklich schon in diesem Sommer die Schuhe an den Nagel hängen sollte, käme zukünftig auch eine Anstellung als Trainer in Betracht. Im Juni 2017 jedenfalls wurde bekannt, dass Cambiasso an einem Trainerlehrgang im italienischen Stützpunkt Coverciano teilnimmt. Vermutlich dauert es nicht mehr lange und „El Cuchu“ schwingt am Spielfeldrand den Taktstock.

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Cambados de „Sito Miñanco” – Narcofutbol in Galicien http://www.chefutbol.com/deutsche-posts/cambados-sito-minanco-narcofutbol-galicien-392873 http://www.chefutbol.com/deutsche-posts/cambados-sito-minanco-narcofutbol-galicien-392873#respond Tue, 24 Jul 2018 14:47:56 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10631 Ende der 1980er Jahren verhalf der spanische Drogenboss José Ramón Prado Bugallo alias „Sito Miñanco“, der Kontakte zum Medellín-Kartell pflegte, dem galicischen Provinzverein Juventud aus dem ruhigen Fischerort Cambados zu einem kometenhaften Aufstieg, der ihn bis ins Estadio Santiago Bernabéu...

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Ende der 1980er Jahren verhalf der spanische Drogenboss José Ramón Prado Bugallo alias „Sito Miñanco“, der Kontakte zum Medellín-Kartell pflegte, dem galicischen Provinzverein Juventud aus dem ruhigen Fischerort Cambados zu einem kometenhaften Aufstieg, der ihn bis ins Estadio Santiago Bernabéu und bis nach Südamerika führte.  

Das 13.000-Einwohner Städtchen Cambados liegt an der herrlichen Ría de Arousa im Bezirk Pontevedra und lebt nach wie vor überwiegend vom Fischfang. In dem verschlafenen Ort erinnert wenig an die glamourösen und ereignisreichen Jahre von 1986-1989, als der lokale Fußballverein ans Tor zur 2. Liga klopfte, und hinter Deportivo La Coruña und Celta de Vigo die dritte Kraft in Galicien war. Diese Zeiten sind jedoch lange vorbei, und Juventud Cambados spielt, nach dem Aufstieg in der letzten Spielrunde, inzwischen wieder in der 5. Liga, der vermutlich angemesseneren Spielklasse.

Die goldenen Jahre des Vereins sind mit dem „berühmtesten“ Sohn des Städtchens verbunden, dessen bürgerlicher Name José Ramón Prado Bugallo ist, der aber in Spanien allgemein unter seinem Alias „Sito Miñanco” bekannt ist. Besagter Mann entwickelte sich vom kleinkriminellen Tabakschmuggler zu einem der größten europäischen Kokainschmuggler, der in Hochzeiten 80% des Europa-Konsums deckte. Er pflegte Kontakte zum Medellín Kartell von Pablo Escobar und war mit Odalys Rivera liiert, der Nichte eines panamaischen Ministers aus dem Kabinett des ehemaligen Militärdiktators Manuel Antonio Noriega Moreno. Die Hauptaufgabe des galicischen Capos war es mit Schnellbooten auf hoher See Drogen von Schiffen aus Lateinamerika abzuholen, bevor diese in spanische Häfen einliefen.

Sito Miñanco der Wohltäter

Der Mann der als Kind selbst in der Jugendmannschaft von Juventud Cambados spielte, aber kein allzu großes Talent bewiesen hatte, verdiente so viel Geld, dass er vermutlich nicht mehr wusste wohin damit. Im Nachhinein lassen sich in seinem Verhalten einige Parallelelen zu anderen großen Drogenbossen v.a. Pablo „El Patrón“ Escobar zeichnen, dessen Aussehen er anscheinend sogar versuchte zu kopieren (Schnurrbart, Art sich zu kleiden, siehe Bild unten). Zudem versuchte Miñanco ebenso wie Escobar durch Spenden oder Geschenke das Ansehen und Vertrauen der einfachen Leute zu gewinnen. Er spendierte unter anderem einen neuen Kirchenaltar, bezahlte medizinische Behandlungen und übernahm Studiengebühren von Kindern ärmerer Familien. Dazu sei gesagt, dass Galicien in den 90er Jahren eine wirtschaftsschwache Region war, in der die Politik keinen guten Ruf genoss, und die Bewohner somit dem spendablen Mann von neben an mit seinem Ferrari Testarossa mehr trauten als den meisten Politikern. Mit dem Ferrari chauffierte er seine Spieler manchmal sogar persönlich zum Sportplatz.

Zusätzlich zu den erwähnten sozialen Wohltätigkeiten übernahm der fußballbegeisterte Mann das Präsidentenamt bei seinem Kindheitsverein, womit der kometenhafteste Aufstieg an den man sich in Galicien erinnern kann, fahrt aufnahm. Denn Cambados begann auf einmal Spieler zu verpflichten die locker 2-3 Klassen höher hätten spielen können, und stieg innerhalb von drei Jahren aus der 5. Liga (galicische Regionalliga) bis in die Segunda División B (3. Liga) auf. Die Gehälter die gezahlt wurden lagen dank dem Drogenmillionär bei bis zu 2,5 Millionen Peseten im Jahr zuzüglich Prämien, womit man sich ebenfalls in einer Liga mit Deportivo und Celta bewegte, und den Spielern die Spiele auf den Erdplätzen schmackhaft machte.

Südamerikareise nach Panama und Venezuela

Im Sommer 1989, nach der bis dahin besten Saison der Vereinsgeschichte, die mit dem Aufstieg in die 3. Liga gekrönt wurde, belohnte der Boss seine Spieler mit einer Reise nach Südamerika, wohin er gute Kontakte pflegte und wo er regelmäßig sein Geld wusch. Später stellten die Medien die Reise hauptsächlich als Vergnügungsreise dar – was sie vermutlich auch war – bei der es den Spielern an nichts fehlte. Auch nicht an Luxusyachten, Prostituierten, besten Meeresfrüchten und teuren Champagner. Einige der Spieler wiesen dies jedoch zurück, und wiesen darauf hin, dass man während der zwölftägigen Reise immerhin auch fünf Spiele gegen lokale Teams austrug.

https://www.elespanol.com/reportajes/20180210/cambados-narcoequipo-pagaba-sito-minanco-llego-bernabeu/283722670_0.html

Zuerst reiste der galicische Drittligist nach Panama, wo ein Freundschaftsspiel sogar im nationalen panamaischen Fernsehen übertragen wurde, und selbst der damalige spanische Botschafter Tomás Lozano vor Ort war und sich nach Abpfiff mit der Mannschaft fotografieren ließ. Ein spanischer Justizangestellter der 2006 zu einem Kongress nach Panama flog, erzählte anschließend, dass Sito Miñanco in Panama selbst 15 Jahre nach seiner Festnahme in Spanien immer noch sehr bekannt war, und die Taxifahrer genau wussten wer er ist. Im Anschluss ging es für den Tross weiter nach Venezuela wo Cambados u.a. ein Spiel gegen Deportivo Galicia (heutiger Name: Galicia de Aragua) austrug, ein Verein der von galicischen Auswanderern gegründet worden war.

Doch die Reise war nicht alles, was José Bugallo seinem Heimatverein spendierte, denn ebenso finanzierte er einen Stadionausbau – das ganze 2.000 Plätze hat – und den lang ersehnten Rasenplatz, auf dem der Aufstieg in die 2. Liga erreicht werden sollte. Beim Einweihungsspiel gegen Racing de Ferrol waren auch viele lokale Politikgrößen zugegen, und ein Priester segnete das neue Stadion.

(Ausschnitt aus der span. Serie Fariña (galicisch für Mehl, ugs. Kokain), in der es um den Drogenhandel in Galicien geht)

Festnahme Miñanco’s und Absturz

Nachdem Sito Miñanco 1990 im Zuge der Operation Nécora verhaftet wurde, und das Drogengeld versiegte, war es nur mehr eine Frage der Zeit bis es sportlich wieder abwärts gehen sollte mit Cambados. Trotzdem beendete man die Saison 1989/90 auf einem respektablen vierten Platz, und durfte in der darauffolgenden Saison im Estadio Santiago Bernabéu gegen die Zweitvertretung von Real Madrid auflaufen (1:0 Niederlage), und hielt in diesem Jahr ebenfalls noch die Klasse. Erst in der dritten Drittligasaison folgte der Abstieg, und zehn Jahre nach dem Aufstieg in die 3.Liga spielte man schon wieder in der 6. Liga gegen Vereine aus der Nachbarschaft.

Dies ist die legendäre Mannschaft, an die man sich heute noch in Cambados erinnert: Sanisidro, Charlín, García, Estévez, Cacharrón, Montoto, Collazo, Bericat, Covelo, Dibuja y Asensio.

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