Italien – chefutbol http://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Mon, 20 Aug 2018 13:58:18 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.4 http://www.chefutbol.com/content/uploads/2016/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Italien – chefutbol http://www.chefutbol.com 32 32 Lautaro Martínez und Icardi – Inters neuer Traumsturm braucht noch Zeit http://www.chefutbol.com/europa/italien/lautaro-martinez-icardi-inters-483793 http://www.chefutbol.com/europa/italien/lautaro-martinez-icardi-inters-483793#respond Mon, 20 Aug 2018 08:45:08 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=10952 Sein Transfer sorgte für Aufsehen: Lautaro Martínez gilt als einer der vielversprechendsten Südamerika-Importe seit langer Zeit. Seit diesen Sommer steht er dem Profikader von Inter Mailand zur Verfügung. Trotz Inters Niederlage im ersten Saison-Spiel zeigte der quirlige Angreifer gleich, mit...

The post Lautaro Martínez und Icardi – Inters neuer Traumsturm braucht noch Zeit appeared first on chefutbol.

]]>
Sein Transfer sorgte für Aufsehen: Lautaro Martínez gilt als einer der vielversprechendsten Südamerika-Importe seit langer Zeit. Seit diesen Sommer steht er dem Profikader von Inter Mailand zur Verfügung. Trotz Inters Niederlage im ersten Saison-Spiel zeigte der quirlige Angreifer gleich, mit was man bei ihm rechnen darf. Davon könnte auch Inters Torschützenkönig Mauro Icardi langfristig profitieren

Kleiner Mann mit großen Vorschusslorbeeren – Batistuta bremst Euphorie

Das Aufsehen, welches den Wechsel von Lautaro Martínez zu Inter Mailand begleitete, war groß. In Europa und Südmaerika beglückwünschte man die „Nerazzurri“, die unter anderem Borussia Dortmund ausstachen, zum Transfer. Manuel Fernandez, ehemaliger Jugendtrainer von Lautaro Martínez bei Racing Club di Avellaneda, erinnert sich: „Er kam mit 17 zu Racing, was seltsam war. In Argentinien spielen die stärksten Spieler normalerweise von klein auf bei den großen Klubs. Er kam spät, zwei Jahre danach war er bereits Stammspieler der ersten Mannschaft und jetzt ist er in Europa.“ Und glaubt man Fernandez, so hat Lautaro eine große Zukunft vor sich: „Er kann im Angriff alle Positionen spielen. Über außen geht er ins Dribbling und im Strafraum hat er diesen Torinstinkt. Als Zehner kann er die Bälle verteilen. Er erinnert sehr an Kun Aguero. Ich habe keine Zweifel, dass er sein Niveau erreichen kann“, so Fernandez gegenüber der Gazzetta dello Sport. Eine argentinische Stürmerlegende jedoch tritt zunächst auf die Euphoriebremse und bemüht einen ungewöhnlichen Vergleich: „Lautaro ist wie ein neues Auto. Er ist sehr stark, aber um zu sehen, ob er den Erwartungen standhält, muss man die ersten zwei- bis dreitausend Kilometer abwarten, so Gabriel Batistuta. Und „Batigol“ muss es wissen, schließlich hatte er selbst die Serie A jahrelang mitgeprägt und bei der Fiorentina, der Roma und Inter regelmäßig getroffen.

Neue taktische Möglichkeiten für Inter dank Martínez

Ursprünglich war Lautaro Martínez (Spitzname: El Toro, der Stier) in Inters Kaderplanungen wohl als Back-Up für Mauro Icardi gedacht. Zum einen, um dem „Capocannoniere“ der Saison 2017/18 in der neuen Saison mit Dreifachbelastung die nötigen Ruhepausen zu verschaffen. Zum anderen, um ihn langsam für seine Rolle als Icardi-Nachfolger aufzubauen, sollte dieser irgendwann doch noch den Weg zu Real Madrid finden. Die „Blancos“ gelten seit Langem als hochinteressiert an Icardi. In der Vorbereitung zeigte sich Lautaro Martínez jedoch bereits spiel- und laufstark und bestens ins Teamgefüge integriert. Der Höhepunkt hierbei: Lautaros Traumtor per Volleyabnahme im Testspiel bei Atlético Madrid (Inter siegte mit 1:0).

Trainer Luciano Spalletti blieb so praktisch nichts anderes übrig, Martínez mit einem Startelfeinsatz beim ersten Ligaspiel zu belohnen. Erst recht, da Radja Nainggolan, Königstransfer der Mailänder und ursprünglich auf der Zehnerposition eingeplant, in Sassuolo verletzungsbedingt fehlte .Wie schon in der Vorbereitung agierte Lautaro im ersten Ligaspiel nominell als eine Art „Neuneinhalb“ hinter Icardi.

Sand im Getriebe beim ersten gemeinsamen Liga-Auftritt

Bei Sassuolo, Inters Angstgegner (6 Niederlagen aus den bisherigen 10 Aufeinandertreffen), harmonierten Lautaro und Icardi noch nicht wie erwartet. Zwar rochierte insbesondere der Neuzugang zu Beginn viel und bildete zeitweise mit Icardi einen klassichen Doppelsturm. Doch in den entscheidenden Situationen gelang das Zusammenspiel nicht, die Sassuolo-Defensive hatte unterm Strich wenig Schwierigkeiten, ein Heilmittel gegen die argentinische Angriffswucht zu finden. Lediglich Icardi kam zweimal aussichtsreich zum Abschluss, verzog aber in der ersten Hälfte knapp und setzte eine scharfe Perisic-Flanke aus nächster Distanz über den Querbalken. Lautaro Martínez blieb ohne nennenswerten Abschluss, spielte unterm Strich aber dennoch nicht enttäuschend, sondern vielmehr glücklos. Sein Potential zeigte der kleine Argentinier aber mehr als nur einmal in Form explosiver Antritte und exzellenter Ballbehandlung – trotz widriger Platzverhältnisse in Sassuolo.

Fokus auf die Champions League

Nach dem verpatzten Debüt in der Meisterschaft sehnen die Interisti nun der Auslosung der Champions League-Gruppenphase am 30. August herbei – Inters letzter Auftritt in der Königsklasse liegt über sechs Jahre zurück. Mit dem argentinischen Sturmpaar Icardi-Martínez ist für Inter dort Einiges machbar – vorausgesetzt, die beiden Gauchos finden in den kommenden Wochen besser zusammen als beim Auftakt in Sassuolo.

The post Lautaro Martínez und Icardi – Inters neuer Traumsturm braucht noch Zeit appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/europa/italien/lautaro-martinez-icardi-inters-483793/feed 0
Esteban Cambiasso – Arbeiter, Dirigent und Ballvirtuose http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/esteban-cambiasso-arbeiter-328945 http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/esteban-cambiasso-arbeiter-328945#respond Sat, 18 Aug 2018 09:00:27 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5571 Zu Beginn seiner Karriere stand er bei Real Madrid im Schatten der „galaktischen“ Offensive um Figo, Zidane, Raúl oder Ronaldo. Später entwickelte er sich in Italien bei Inter zu einem der komplettesten defensiven Mittelfeldspieler der Welt. Chefutbol widmet Esteban Matías...

The post Esteban Cambiasso – Arbeiter, Dirigent und Ballvirtuose appeared first on chefutbol.

]]>
Zu Beginn seiner Karriere stand er bei Real Madrid im Schatten der „galaktischen“ Offensive um Figo, Zidane, Raúl oder Ronaldo. Später entwickelte er sich in Italien bei Inter zu einem der komplettesten defensiven Mittelfeldspieler der Welt. Chefutbol widmet Esteban Matías Cambiasso anlässlich seines 38. Geburtstags ein Porträt.

Cambiasso, in San Fernando geboren und bei den Arentinos Juniors ausgebildet, wechselte im Sommer 1996 mit nicht einmal 16 Jahren als verheißungsvolles Talent über den Atlantik nach Europa zu Real Madrid. Nach zwei Jahren in Madrids Jugendmannschaft fehlte jedoch die Perspektive bei den Profis. Daher erfolgte zunächst der Schritt zurück nach Argentinien für eine dreijährige Leihe zu Independiente. Im Anschluss wurde Cambiasso ein weiteres Jahr bei River Plate geparkt, bevor er seine Karriere bei Real Madrid endlich richtig beginnen durfte und sich zu Beginn der Saison 2002/03 einen Stammplatz im Starensemble erkämpfte. Von September bis Ende November spielte er sowohl in der Liga als auch in der Champions League durchgehend, erst danach wurden seine Einsätze weniger.  In der Folgesaison 2003/04 reduzierten sich seine Einsätze weiter, in der Liga stand er lediglich 17 Mal auf dem Feld.

Entwicklung zum Stamm- und Führungsspieler bei Inter

Cambiasso zog einen Schlussstrich unter sein Kapitel bei den Königlichen, ließ seinen Vertrag auslaufen und wollte seine Karriere in einem anderen europäischen Land wieder auf Kurs bringen. Inter Mailand war nach einer chaotischen Saison 2003/04 auf der Suche nach Stabilität im Zentrum, mit Roberto Mancini übernahm im Sommer 2004 ein Coach, in dessen 4-4-2-System Cambiassos Profil gefragt war. Zuerst kritisch beäugt, spielte sich der unscheinbare Argentinier schnell in Herzen der Tifosi. Als kongenialer Partner seines Landsmannes Juan Sebastian Verón im zentralen Mittelfeld machte sich Cambiasso schnell unverzichtbar und lief gleich in seiner Debütsaison 30 mal für Inter in der Serie A auf. Erste Titelgewinne in der Coppa Italia (2005, 2006) sowie dem italienischen Supercup (2005, 2006) folgten rasch. Auf internationaler Bühne jedoch lief es durchwachsen für den Strategen aus dem defensiven Mittelfeld. Mit Inter Mailand schied er jeweils früh in den K.O.-Phasen der Champions League aus. Zu wenig für den ambitionierten Kader der Nerazzurri um Klubpatron Massimo Moratti. Und auch in der Nationalmannschaft lief es für Cambiasso unglücklich. Trotz begeisterndem Fußball bei der WM 2006 und Cambiassos Traumtor gegen Serbien schied die Albiceleste im Viertelfinale gegen Deutschland nach Elfmeterschießen aus. Tragischer Fehlschütze auf Seiten der Argentinier: Esteban Cambiasso.

Schritt in die Weltklasse und Triple-Gewinn 2010

Cambiasso ging jedoch gestärkt aus seinen Erlebnissen bei der WM in Deutschland hervor. Bei Inter wurde er immer stärker und avancierte nach dem Abgang von Verón endgültig zum unangefochtenen Dirigenten im zentralen Mittelfeld. Zudem machte er sich in der Serie A einen Namen als torgefährlicher Mittelfeldspieler. In der Saison 2007/08 schoss er wettbewerbsübergreifend 8 Tore in 44 Spielen. Cambiasso konnte das Spiel wie kaum ein Zweiter aus der Tiefe heraus lenken, besaß zudem noch herausragende Stärken im Zweikampf. Seine Antizipationsfähigkeit gehörte ebenfalls zu seinem Markenzeichen wie seine oftmals unterschätze Technik und Ballfertigkeit. Zwischen 2006 und 2009 errang Inter unter der Regie Cambiassos vier Meisterschaften in Serie. Doch auch unter dem neuen Coach José Mourinho wollte es international zunächst nicht klappen. 2009 schied man gegen Manchester United im Achtelfinale der Champions League aus. Was folgen sollte, war jedoch nichts Geringeres als die erfolgreichste Saison der Klubgeschichte. Das mit Spielern wie Eto’o oder Sneijder gespickte Team wurde von einer „Gaucho-Connection“ um Zanetti, Cambiasso, Milito und Samuel zum Triple-Gewinn 2010 geführt. Es war die Krönung auf Cambiassos starke Jahre, die er seit seinem Wechsel von Real Madrid zu Inter erlebte. Kurios: Das Champions League Finale 2010 fand ausgerechnet dort statt, wo sich Cambiasso zunächst nicht durchsetzen konnte: Im Bernabéu-Stadion.

Cambiasso im Herbst der Karriere: Leicester City und Olympiakos Piräus

Nach dem Pokalsieg 2011 ging es bei Inter Mailand steil bergab. Das Management verpasste es, den Kader zu verjüngen. Verstärkungen schlugen nicht wie gewünscht ein. Im Sommer 2014, zehn Jahre nach seiner Ankunft, verließ Cambiasso den italienischen Traditionsklub und erfüllte sich den Traum von der Premier League. Dort trug er wesentlich zum Klassenerhalt von Leicester City bei, wurde von den Fans zum Spieler der Saison gewählt. Anschließend schnürte Cambiasso seine Kickstiefel für den griechischen Serienmeister Olympiakos Piräus und verpasste so das „Wunder von Leicester“, obwohl ihn Coach Claudio Ranieri im Sommer 2015 noch zum Bleiben überreden wollte. 2017 lief Cambiassos Vertrag bei Piräus aus, wo er längst nicht mehr alle Spiele bestritt. Noch ist unklar, bei welchem Verein es für Cambiasso weitergeht. Anfang August verbreitete sich ein Tweet, der Cambiasso mitsamt Foto als Neuzugang bei den Argentinos Juniors ankündigte. Die Freude der Fans währte jedoch nur kurz: Der Account wurde gehackt. Falls Cambiasso wirklich schon in diesem Sommer die Schuhe an den Nagel hängen sollte, käme zukünftig auch eine Anstellung als Trainer in Betracht. Im Juni 2017 jedenfalls wurde bekannt, dass Cambiasso an einem Trainerlehrgang im italienischen Stützpunkt Coverciano teilnimmt. Vermutlich dauert es nicht mehr lange und „El Cuchu“ schwingt am Spielfeldrand den Taktstock.

The post Esteban Cambiasso – Arbeiter, Dirigent und Ballvirtuose appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/esteban-cambiasso-arbeiter-328945/feed 0
Die alte Liebe als letzte Rettung: Gabigol zurück bei Santos http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/santos-gabigol-474879 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/santos-gabigol-474879#respond Fri, 02 Feb 2018 08:59:20 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=7701 Gabigol ist ein hochtalentierter brasilianischer Angreifer. Sein Wechsel zu Inter Mailand war lediglich die Konsequenz aus beständig guten Leistungen. Nun ist er allerdings wieder zu seinem Heimatverein nach Brasilien zurückgekehrt, weil er in Europa nicht zur erhofften Entfaltung kam. Im...

The post Die alte Liebe als letzte Rettung: Gabigol zurück bei Santos appeared first on chefutbol.

]]>
Gabigol ist ein hochtalentierter brasilianischer Angreifer. Sein Wechsel zu Inter Mailand war lediglich die Konsequenz aus beständig guten Leistungen. Nun ist er allerdings wieder zu seinem Heimatverein nach Brasilien zurückgekehrt, weil er in Europa nicht zur erhofften Entfaltung kam.

Im Sommer 2016 blätterte Internazionale schlappe 29,5 Mio. € für Gabigol auf den Tisch. Zu diesem Zeitpunkt, als der Brasilianer von seinem Heimatverein losgeeist wurde, war Gabigol noch keine 20 Jahre alt. Eine Stange Geld für einen Jugendlichen. Die Investition ging allerdings nicht so auf, wie man es sich in Mailand erhofft hatte. Nach neun Spielen für die Nerazzurri, in denen ihm ein Treffer gelang, wurde er zu Benfica Lissabon nach Portugal verliehen. Dort kam er einmal, für ganze 13 Minuten, zum Einsatz. Nun wurde das nächste Leihgeschäft abgeschlossen, diesmal zwischen Inter und dem FC Santos, seinem Jugendclub.

Der Aufstieg eines Sterns am Fußballhimmel

Gabigol ist keinesfalls das erste Beispiel, welches mit vielen Vorschusslorbeeren nach Europa kam und nicht auf Anhieb Fuß fassen konnte. Absehbar war der Leistungseinbruch in Mailand allerdings nicht. Dafür waren seine Leistungen in dessen Heimatland zu beständig. Bereits 2013 debütierte der damals 16jährige bei den Profis des FC Santos. In den folgenden Spielen erzielte er 24 Treffer in 83 Partien. Spätestens mit seiner Nominierung für die Nationalmannschaft und Auftritten bei der Copa América Centenario 2016, spukte er in den Köpfen europäischer Scouts umher.

Auch wenn das südamerikanische Kontinentalturnier 2016 aus Sicht der Brasilianer mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase ein jähes Ende nahm, war es für Gabriel Barbosa – so sein eigentlicher Name – ein Sprungbrett nach Europa. In allen drei Begegnungen kam er zum Einsatz und erzielte einen Treffer. Im August selben Jahres wurde er zudem in die Olympiaauswahl seines Landes berufen und gewann an der Seite von Neymar und Gabriel Jesus Gold in Rio. Kurz vor seinem 20. Geburtstag wurde sein Wechsel nach Italien perfekt gemacht. Es schien der Anfang einer schillernden Karriere zu sein.

Das Triebwerk stottert

Doch dann wurde Gabigol der lebende Beweis dafür, wie schnell es im Fußballbusiness gehen kann. Anderthalb Jahre sind seitdem beinahe vergangen. In dieser Zeit kam er in Summe auf zehn weitere Einsätze. Sein Berater hat den Grund für den Leistungseinbruch augenscheinlich bereits ausgemacht und wird folgendermaßen zitiert: „Fußballer sind wie Flugzeuge. Sie müssen ständig laufen und in der Luft bleiben. Gabriel kann nicht mal ein Spiel spielen und dann zwei oder drei Partien auf der Bank sitzen. Er hat viel Potenzial, aber er braucht Kontinuität.“ So begann die Suche nach einem Verein, welcher Gabigol diese Kontinuität geben konnte. Benfica Lissabon war die vermeintlich richtige Adresse.

Der Neuanfang beim portugiesischen Traditionsclub war die große Hoffnung für den Brasilianer, nach einem schwierigen Start nun doch im europäischen Fußball Fuß fassen zu können. Die Portugiesen hatten sich gar eine Kaufoption von 25 Mio. € für den Linksfuß vertraglich zusichern lassen. Die 13 Minuten, welche er bei seiner einzigen Partie in der Liga NOS auf dem Rasen stand, reichten Gabigol allerdings nicht aus um zu beweisen, dass er den hohen Betrag in der Kaufoption wert sein könnte. Die erhoffte Kontinuität fand er auch am Tejo-Ufer nicht. Selbst wenn Gabigols Berater noch posaunte, dass sein Schützling, was auch immer passieren mag, in Lissabon bleiben werde, packte der Rechtsaußen nach etwa vier Monaten wieder seine Koffer.

Zurück auf Anfang und zu altem Glanz?

Die Aussage des Beraters ist ein weiteres Beispiel dafür, was im Fußballgeschäft so abläuft. Worte verpuffen schnell zu Schall und Rauch. Nun beteuert Gabigol nach seinem Scheitern in Europa, dass er mit Herz und Seele beim FC Santos ist und dem Club helfen möchte. An eine Rückkehr nach Europa denke er aktuell nicht. Fraglich bleibt, ob sich das wieder ändern wird, wenn seine Leistungen stimmen und erneut Angebote aus Europa vorliegen werden. Dort war er nicht erfolgreich, weil er Fehler machte, so sagt er. Einer dieser Fehler ist es gewesen, die Ersatzbank beim Spiel von Inter aus Enttäuschung zu verlassen, als er nicht eingewechselt wurde.

Daraus will er lernen und seine Erfahrungen nutzen, um wieder erfolgreich Fußball zu spielen. Und das ist ihm auch möglich. Trotz der Talfahrt während seiner 18 Monate in Europa, ist Gabigol noch immer sehr jung. Mit 21 Jahren ist es ihm zuzutrauen, dass seine Leistungskurve wieder nach oben zeigt. Mit guten Leistungen bei seinem Herzensclub, zu dem er als Elfjähriger kam und stets beteuert den FC Santos im Herzen zu tragen, hofft er auf seinen Weg zurück in die Selecao. Für die Landesauswahl hat er nämlich nach der Copa América und den Olympischen Spielen nicht mehr auflaufen dürfen. Ob es noch für ein WM-Ticket reicht, bleibt abzuwarten. Zunächst muss er seine Kontinuität wiederfinden.

The post Die alte Liebe als letzte Rettung: Gabigol zurück bei Santos appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/santos-gabigol-474879/feed 0
Ivan Zamorano: Der chilenische Bomber http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/ivan-zamorano-chile-156631 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/ivan-zamorano-chile-156631#comments Thu, 18 Jan 2018 17:15:45 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=1566 Ivan “Bam Bam” Zamorano war ein Mittelstürmer, ein klassischer Neuner, ein Killer vor dem Tor. Ein Porträt über die personifizierte Torgefahr. Die klassische Nummer 9 ist im heutigen Fußball eine aussterbende Spezies. Gerade in Mannschaften, die ein ballbesitzorientiertes Spiel pflegen,...

The post Ivan Zamorano: Der chilenische Bomber appeared first on chefutbol.

]]>
Ivan “Bam Bam” Zamorano war ein Mittelstürmer, ein klassischer Neuner, ein Killer vor dem Tor. Ein Porträt über die personifizierte Torgefahr.

Die klassische Nummer 9 ist im heutigen Fußball eine aussterbende Spezies. Gerade in Mannschaften, die ein ballbesitzorientiertes Spiel pflegen, werden Mittelstürmer immer häufiger von der modernen Variante verdrängt, quasi ein Angreifer 2.0. Die falsche 9 spielt umtriebig, lässt sich fallen und ist kaum mehr im gegnerischen Strafraum anzutreffen. Doch es gab auch einmal Zeiten, da verbreiteten klassische Torjäger genau dort Angst und Schrecken. Ivan der Schreckliche beispielsweise.

Die Rede ist von Ivan Zamorano, ein Strafraumungeheuer der 90er-Jahre. Er erhielt seinen Spitznamen in Anlehnung an Iwan IV. Wassiljewitsch, im 16. Jahrhundert der erste Großfürst von Moskau und später selbsternannter Zar Russlands. Mit der historisch belegten Grausamkeit des autoritären Machthabers hat Zamorano jedoch wenig gemein. Der Chilene war als aktiver Fußballer, zum Leiden der gegnerischen Abwehrspieler, einfach nur grausam effizient.

Seine ersten Tore im Profifußball machte Zamorano für Club de Deportes Cobresa, ein chilenischer Verein aus El Salvador, dessen Stadion am Fuße der Anden liegt. Bereits in jungen Jahren zeigte der Stürmer seine klinische Effizienz, mit 20 war er fester Bestandteil der chilenischen Nationalmannschaft, seinen ersten Treffer für “La Roja” erzielte er gleich bei seinem Debüt gegen Peru.

Vom vermeintlichen Transferflop zum Torschützenkönig – Traumduo mit Davor Šuker

Die Qualitäten des Stürmers hatten sich nun bis nach Europa rumgesprochen. Im Jahr 1988 nahm ihn der FC Bologna unter Vertrag, nur um ihn leihweise in die Schweiz zum FC St. Gallen abzuschieben, da man ihn beim italienischen Erstligisten als nicht gut genug befand. Ein großer Irrtum, wie sich später herausstellen sollte. Für Bologna machte der damals schmächtige Zamorano kein einziges Spiel, St. Gallen nahm den Chilenen nur gegen eine Zuzahlung des FIFA-Agenten Vinico Fioranelli in seinen Kader auf. Er war der erste südamerikanische Spieler in der Geschichte des Erstligisten, seine Motivation für den Wechsel in die Schweiz war aber eine andere. “Ich wollte meiner Familie ein Haus kaufen, einen schönen Platz, in dem alle gemeinsam wohnen können. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich mir so etwas leisten”, erzählte der in Armut aufgewachsene Stürmer einmal über die damalige Zeit.

Zamorano war ein von den schweizerischen Medien prognostizierter Transferflop, doch diese Stimmen verstummten schnell, als er mit 23 Treffern Torschützenkönig der nationalen Liga wurde. Nach zwei Spielzeiten beim FC St. Gallen wechselte der heute 49-Jährige nach Spanien zum FC Sevilla, wo er mit dem Kroaten Davor Šuker ein Sturmduo bildete, von dem sie sich noch heute bei den Andalusiern erzählen. Schnell legten die beiden ein nahezu blindes Verständnis an den Tag und harmonierten so, als hätten sie seit jeher als Doppelspitze auf dem Feld gestanden. Šuker, gesegnet mit einer Technik wie kaum ein anderer Angreifer zu dieser Zeit, war die perfekte Ergänzung zu Zamoranos Torinstinkt und Kaltschnäuzigkeit.

Die große Bühne wartete auf Zamorano

Gemeinsam spielten sie sich ins Rampenlicht, doch Zamorano war nach nur zwei Jahren bei Sevilla bereit für eine noch größeren Bühne, der vielleicht bedeutendsten im europäischen Fußball: Real Madrid verpflichtete den Chilenen im Jahr 1994 für die heute winzig anmutende Ablöse von fünf Millionen Dollar. Hier erlebte Zamorano unter Trainer Jorge Valdano die wohl beste Zeit seiner Karriere. Der Argentinier, früher selbst für die Königlichen am Ball, war die vielleicht prägendste Figur in der Karriere Zamoranos. “Ich hatte viele tolle Trainer, doch Valdano war definitiv der Beste. Als Spieler bin ich unter ihm unglaublich gereift. Er ist eine ehrliche Person, die Vertrauen in mich hatte”, erzählte der Chilene in einem Interview mit dem britischen FourFourTwo-Magazin.

Während seiner Zeit in Madrid erzielte Zamorano 101 Tore in 173 Spielen – zur damaligen Zeit eine der besten Trefferquoten in der Geschichte der Königlichen. Mit 27 Treffern wurde der Chilene 1995 Torschützenkönig, im selben Jahr gewann er mit Real Madrid die spanische Meisterschaft und durchbrach so die Dominanz des FC Barcelona, der in den Spielzeiten zuvor den nationalen und internationalen Fußball unter Trainer Johann Cruyff maßgeblich geprägt hatte. Es war das Ende einer Ära, das Real Madrid mit einem berauschenden 5-0 Erfolg im Clasico bereits während der Saison einläutete. Zamorano erzielte an jenem Tag drei Tore und galt nun als einer der besten Stürmer der Welt.

Von Real Madrid zu Inter Mailand und zur Rückennummer “1+8”

Doch auch die Ära Zamoranos bei Real Madrid währte von da an nur mehr ein Jahr, 1996 verließ er die spanische Hauptstadt in Richtung Mailand. Die Königlichen wollten eine Mannschaft um den jungen Raúl aufbauen, bei Inter war gerade Massimo Moratti neuer Eigentümer geworden, um den Klub zu altem Glanz zu führen. Zamorano wählte wieder seine angestammte Rückennummer 9 und erreichte in der ersten Saison mit den Nerazzurri das Uefa Cup-Finale gegen Schalke 04, wo man gegen die “Eurofighter” jedoch den Kürzeren zog.

Es war das Jahr 1997, das bei Inter und Zamorano große Veränderungen mit sich brachte. Moratti verpflichtete mit Ronaldo den damals teuersten und besten Spieler seiner Zeit. Der Chilene verlor nicht nur seinen Stammplatz, sondern aus Marketinggründen auch seine Rückennummer. “R9” ist bei Nike eine internationale Marke geworden, Inter hatte mit dem amerikanischen Giganten gerade einen Ausrüster-Kontrakt unterzeichnet. Zamorano wollte aber nicht auf seine Lieblingsnummer verzichten. Er wählte die 18 und ließ das Trikot zwischen den Ziffern kurzerhand mit einem “+” bedrucken. Zumindest in der Summe hatte der Chilene wieder seine Nummer 9.

Mit Ronaldo war Inter wieder im Konzert der Großen angekommen. In der Serie A belegten die Mailänder den 2. Platz hinter Juventus Turin, noch heute diskutieren die Tifosi über fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen während der Saison 97/98. Im Uefa Cup erreichte Inter abermals das Finale, gewann diesmal aber 3:0 gegen Lazio Rom. Zamorano war neben Ronaldo einer der Torschützen an jenem Abend von Paris.

Unrühmliches Ende bei Colo Colo

In den Folgejahren investierte Moratti voller Sehnsucht nach dem Scudetto immer mehr Geld in die Mannschaft, allen voran im Angriff. Große Namen wie Christian Vieri, damals der teuerste Transfer aller Zeiten, Roberto Baggio oder Álvaro Recoba sorgten dafür, dass Zamorano fortan nicht mehr über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskam. Seine Karriere beendete er wenig rühmlich bei Colo Colo in Chile. Beim Finalrückspiel der Apertura-Runde 2003, das Colo Colo gegen CD Cobreloa bestritt, rastete der Stürmerstar aus und attackierte aufgrund einer umstrittenen Abseitsentscheidung den Schiedsrichter mit Fausthieben und Fußtritten. Das Ergebnis seines Ausrasters: die rote Karte wegen Tätlichkeit und in der Folge eine Rekordsperre von elf Spielen, die vom nationalen chilenischen Verband verhängt wurde. Colo Colo verlor das Spiel 0:4 und Zamorano beendete daraufhin seine Profikarriere. Es war der wohl unrühmlichste Moment von Ivan dem Schrecklichen.

The post Ivan Zamorano: Der chilenische Bomber appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/chile-lateinamerika/ivan-zamorano-chile-156631/feed 1
Suso – Nationalelfdebütant und Hoffnungsträger beim AC Mailand http://www.chefutbol.com/europa/spanien/suso-mailand-356633 http://www.chefutbol.com/europa/spanien/suso-mailand-356633#respond Sun, 19 Nov 2017 13:38:30 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6633 In Zeiten des sich immer wilder drehenden Spieler-Transfermarkts wirkt eine Ablösesumme von gerade einmal 1,3 Millionen Euro wie ein Relikt aus einer längst vergangenen, ruhigeren Zeit im internationalen Fußball. Der Januar 2015 ist so lange nicht her, und doch gelang...

The post Suso – Nationalelfdebütant und Hoffnungsträger beim AC Mailand appeared first on chefutbol.

]]>
In Zeiten des sich immer wilder drehenden Spieler-Transfermarkts wirkt eine Ablösesumme von gerade einmal 1,3 Millionen Euro wie ein Relikt aus einer längst vergangenen, ruhigeren Zeit im internationalen Fußball. Der Januar 2015 ist so lange nicht her, und doch gelang dem AC Mailand damals mit der Verpflichtung von Jesús Joaquín Fernández Sáez de la Torre, bekannt unter dem Namen Suso, einer der wenigen wirklich gelungenen Transfers in den letzten Jahren.

Auch diese Saison ist für den italienischen Traditionsklub wieder eine mit nur wenigen Lichtblicken. Gestern Abend setzte es gegen den SSC Neapel bereits die sechste Niederlage in der Serie A, die angestrebte Qualifikation für Champions League scheint bereits in weiter Ferne. Die Mannschaft stagniert unter Trainer Vincenzo Montella – auch weil die Transferoffensive mit Ausgaben von über 200 Millionen Euro aus dem Sommer auf dem Platz wirkungslos blieb. Selbst hochkarätige Neuzugänge wie der bei Juventus Turin in den letzten Jahren herausragende Leonardo Bonucci, der gleich mit der Kapitänsbinde beim AC Mailand betraut wurde, blieben bislang weit hinter den Erwartungen zurück.

Suso macht Hoffnung

Hoffnung macht ob dieser prekären sportlichen Situation derzeit wenig. Ausgerechnet der damals für den Spottpreis vom FC Liverpool verpflichtete Suso ist eine der wenigen Ausnahmen. Wenn im zumeist behäbigen und ideenlosen Offensivspiel der Mailänder kreative Impulse kommen, dann meist über ihn. Schon fünf Tore und vier Vorlagen gelangen dem 24-Jährigen in dieser Spielzeit, auch in der vergangenen Saison war er der beste Vorbereiter seiner Mannschaft.

Die Entwicklung Susos hin zur fast schon einsam anmutenden Kreativzentrale im Spiel der Mailänder blieb auch beim spanischen Nationaltrainer Julen Lopetegui nicht unbemerkt. Am vergangenen Dienstag erst feierte er sein Debüt für die „Furia Roja“ in einem Freundschaftsspiel gegen Russland – und das gleich mal in der Startelf. Lopetegui setzte Suso auf seiner Paradeposition auf der rechten Offensivseite ein, von der er als Linksfuß jedoch immer wieder Richtung Zentrum ausweicht und versucht, seine Mitspieler mit vertikalen Pässen in Szene zu setzen.

Schon in frühen Jahren wussten sie in Spanien um das Potential des technisch versierten und vielseitigen Offensivakteurs. Suso durchlief alle Jugendnationalmannschaften von der U17 bis zur U21. Der Durchbruch gelang ihm im Profibereich jedoch erst etwas später in Italien. Suso wechselte bereits in jungen Jahren vom Jugendbereich des FC Cádiz nach Liverpool, wurde aber auch nach einem überzeugenden Leihspiel in der Saison 2013/2014 beim FC Almería für nicht gut genug befunden.

Liverpool lässt Suso ziehen – ein Fehler

Ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Trotz des mit Spielern wie Philippe Coutinho oder Roberto Firmino bereits hochkarätig besetzten Liverpooler Angriffs wollte sein ehemaliger Klub Suso offenbar vergangenen Jahr zurückholen – für die damals festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 39,5 Millionen Euro. Auch andere Top-Klubs aus England sollen sich um Suso bemüht haben, der sich trotz der sportlichen Krise aber für einen Verbleib in Mailand entschloss und erst im September seinen Vertrag bis ins Jahr 2022 verlängerte.

„Ich hätte wechseln können, aber ich bin glücklich für diesen großen Klub spielen zu dürfen“, erklärte Suso kurz nachdem seine Unterschrift trocken war. Er sei dankbar für die Entwicklung, die er in Mailand genommen hat und glaube fest daran, dass der Traditionsklub schon bald wieder zurück in die Spur findet. Eine Hintertür scheint sich Suso aber offengehalten zu haben: „Ja, ich habe eine Ausstiegsklausel“, bestätigte er fragenden Reportern, „aber ich habe meinen Vertrag nicht verlängert, um zu wechseln.“

The post Suso – Nationalelfdebütant und Hoffnungsträger beim AC Mailand appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/europa/spanien/suso-mailand-356633/feed 0
Matías Vecino: Führt er Inter wieder nach oben? http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/vecino-uruguay-384914 http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/vecino-uruguay-384914#respond Wed, 27 Sep 2017 08:06:51 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=6093 Bei Inter Mailand werden sie sich vor der Verpflichtung von Matías Vecino vor allem an ein Spiel erinnert haben: Ende April siegte der AC Florenz in einem kuriosen Spiel mit 5:4 über die einmal mehr konfus auftretenden Lombarden. Hauptdarsteller war...

The post Matías Vecino: Führt er Inter wieder nach oben? appeared first on chefutbol.

]]>
Bei Inter Mailand werden sie sich vor der Verpflichtung von Matías Vecino vor allem an ein Spiel erinnert haben: Ende April siegte der AC Florenz in einem kuriosen Spiel mit 5:4 über die einmal mehr konfus auftretenden Lombarden.

Hauptdarsteller war mit zwei Treffern und einer Torvorlage der Nationalspieler Uruguays. Und allen voran bei den beiden Toren bewies er jene Flexibilität, die ihn als Spieler auszeichnet. Einmal verwerte Vecino im gegnerischen Strafraum eine flache Hereingabe mit dem linken Fuß, dann kombinierte er sich gemeinsam mit Borja Valero zunächst durch das Inter-Mittelfeld, ehe er sich den Ball schnappte, Richtung Tor marschierte und mit einem Flachschuss außerhalb des Strafraums vollstreckte.

Zwar sind Tore nicht unbedingt das Markenzeichen, mit dem der 26-Jährige in seiner Karriere bislang von sich reden machte – in der vergangenen Serie-A-Saison kam nämlich zu den beiden Treffern gegen Inter nur ein weiterer im letzten Saisonspiel gegen Absteiger Delfino Pescara hinzu. An der Art und Weise wie Vecino sie eingeleitet hat, lässt sich jedoch ablesen, dass er sich still und heimlich zu einem der komplettesten Mittelfeldspieler in Italien gemausert hat. Vecino kann mit Tempo durch das Mittelfeld an seinen Gegenspielern vorbei marschieren, auf engem Raum Lösungen finden und sich auch – am liebsten mit Borja Valero, mit dem er nun auch bei Inter wieder eine harmonische Mittelfeldachse bildet – mit wenigen Kontakten durch das Zentrum kombinieren.

Vecino einer wie Matuidi?

Auch Stefano Pioli, der letzte Saison noch Trainer bei den Mailändern war und zur neuen Spielzeit den Job bei der Fiorentina übernahm, sprach von einer „großartigen Verpflichtung“ seines ehemaligen Klubs. Der Italiener hätte Vecino, den er in der Vorbereitung eben auch besser kennenlernte, nur zu gerne behalten. „Er ist ein kompletter Mittelfeldspieler, auf demselben Niveau wie Blaise Matuidi“, fügte Pioli an. Und tatsächlich haben der französische Nationalspieler, der viele Jahre ein Fixpunkt bei Paris St. Germain war und nun auch bei Juventus Turin zu den Stammkräften zählt, und der Uruguayer so einiges gemeinsam. Zwar ist Vecino bei einer Körpergröße von 1,87 etwa zwölf Zentimeter größer als sein Pendant vom Erzrivalen, beide Mittelfeldakteure zeichnet aber neben ihren fußballerischen Vorzügen auch aus, dass sie in jeder Partie ein enormes Pensum betreiben, den Platz über die gesamte Spieldauer rauf und runter beackern, um entweder den ballführenden Gegner direkt und dynamisch zu attackieren, oder aber Räume und Passwege gekonnt zustellen.

Napoli-Trainer Sarri prägte Vecino

Vecino ist ein Spieler ohne Eitelkeiten, der einer unharmonischen Mannschaft, wie sie Inter in den letzten Jahren immer wieder war, helfen kann, wieder ein funktionierendes Kollektiv zu werden. Dass Vecino sich überhaupt zu dem kompletten Spieler entwickeln konnte, der er jetzt ist, hat auch viel mit Napoli-Trainer Maurizio Sarri zu tun. Sie arbeiteten gemeinsam beim FC Empoli, und Sarri, der aus den Neapolitanern die wohl mittlerweile am attraktivsten aufspielende Mannschaft Italiens geformt hat, hinterließ auch beim Uruguayer seine Handschrift. „Ohne Zweifel war er der prägendste Trainer in meiner Karriere“, erzählt Vecino. „Und das natürlich in positiver Hinsicht.“

Sarri formte während der Leihe nach Empoli aus einem lange Zeit unbeachteten Spieler einen selbstbewussten und geradlinigen Mittelfeldakteur, der sich peu á peu an die internationale Klasse herangearbeitet hat. Auch in der Nationalmannschaft Uruguays ist Vecino seit geraumer Zeit Stammspieler und Leistungsträger im zentralen Mittelfeld. Die 24 Millionen Euro – so hoch war seine festgeschriebene Ausstiegsklausel beim AC Florenz – die Inter in diesem Transfersommer für Vecino zahlte, könnten sich bei den Summen, die heutzutage auf dem Markt kursieren, noch als echtes Schnäppchen erweisen.

The post Matías Vecino: Führt er Inter wieder nach oben? appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerikanische-spieler-auf-der-welt/vecino-uruguay-384914/feed 0
Dybala bei Juventus: Der König im Reich der Königstransfers http://www.chefutbol.com/europa/italien/dybala-juventus-konig-347909 http://www.chefutbol.com/europa/italien/dybala-juventus-konig-347909#respond Mon, 04 Sep 2017 08:01:16 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5803 Paulo Dybala hat zur neuen Saison nicht nur die Nummer 10 bei Juventus bekommen, sondern auch mehr Verantwortung. Der Argentinier ist der Fixpunkt im „Kosmos Juve“ und im System von Trainer Massimiliano Allegri. Um ihn herum haben die Verantwortlichen eine...

The post Dybala bei Juventus: Der König im Reich der Königstransfers appeared first on chefutbol.

]]>
Paulo Dybala hat zur neuen Saison nicht nur die Nummer 10 bei Juventus bekommen, sondern auch mehr Verantwortung. Der Argentinier ist der Fixpunkt im „Kosmos Juve“ und im System von Trainer Massimiliano Allegri. Um ihn herum haben die Verantwortlichen eine Mannschaft zusammengestellt, mit der Dybala in den nächsten Jahren Titel holen kann – vielleicht auch endlich international.

Vor jedem Heimspiel ist es eigentlich bei allen Vereinen in Europa das gleiche Ritual. Mit der Vereinshymne, in der es um Liebe, Hingabe, Leidenschaft, Träume, Siege und Niederlagen, Hoffnungen und Schmerzen geht, beginnt schon kurz vor dem Anpfiff das Spektakel. Es folgt die vom Stadionsprecher vorgelesene Aufstellung und das Spiel beginnt. So auch im Allianz Stadium von Turin.

Allerdings haben sich die Namen, die der Stadionsprecher dort verliest, in den letzten Jahren bei Juventus häufig geändert. Allein in den letzten fünf Jahren verließen Juventus Spieler wie Leonardo Bonucci, Paul Pogba, Álvaro Morata, Arturo Vidal, Andrea Pirlo oder Carlos Tévez– zum Teil für sehr viel Geld.

National in einer anderen Liga

Dennoch schaffte es das Team um Sportdirektor Giuseppe Marotta immer wieder, den Trainern Antonio Conte und seinem Nachfolger Allegri eine Mannschaft zur Verfügung zu stellen, die national, ähnlich wie der FC Bayern oder Paris Saint-Germain, in einer anderen Liga spielt.

Während in Deutschland die Transfers von Borussia Dortmund zum FC Bayern heiß diskutiert wurden, hat dies bei Juventus seit Jahren Methode. So investierte man die Einnahmen aus dem Pogba-Transfer in die Schlüsselspieler der direkten Konkurrenten aus Rom und Neapel – Gonzalo Higuaín und Miralem Pjanić.

Hinzu kommen die Rückkehraktion von ehemaligen Serie-A-Spielern, die die Liga bereits kennen und deren Weg in anderen europäischen Topligen stockte. So konnte man der AS Rom und dem AC Florenz über Umwege Mehdi Benatia und Juan Cuadrado abluchsen.

Zur Saison 2015/2016 gelang der „Alten Dame“, mit Blick auf die Zukunft und trotz ablösefreier Transfers von Sami Khedira, Paul Pogba oder Dani Alves, vielleicht sogar der größte Coup auf dem Transfermarkt.

Das 40-Millionen-Euro Schnäppchen

Für 40 Millionen Euro wurde der damals 21-Jährige Paulo Dybala von US Palermo losgeist. 21 Tore und 16 Vorlage konnte Dybala bis dahin in 89 Serie-A- und B-Spielen aufweisen. Viele Stimmen wurden laut, dass dies, für ein ohne Zweifel großes Talent, doch zu viel sei. Hinzu kamen die großen Fußstapfen des sehr beliebten Tévez, der zurück nach Argentinien wechselte.

Aus heutiger Sicht und mit Blick auf den derzeit massiv überhitzen Markt sind die 40 Millionen Euro fast schon als Schnäppchen einzuordnen. Sollte Dybala den Verein irgendwann verlassen, wird sich die Summe vielleicht sogar verfünffachen – oder mehr.

Doch für einen Abschied gibt es derzeit wenige Gründe. Erst im April wurde der Vertrag bis ins Jahr 2022 verlängert. Gerüchten über einen möglichen Wechsel zum FC Barcelona kommentierte Marotta in der „tuttosport“ vor wenigen Tagen deutlich: “Er geht nicht.“

Sportlich gibt es ebenso keinen Anhaltspunkt für einen vorzeitigen Abschied. National räumt Juve seit Jahren die Meisterschaft ab und international schaffte es man es in den letzten drei Jahren zweimal ins Endspiel der Champions League.

Dybala in einer Reihe mit Platini und del Piero

Mit der Nummer 10, die bei Juve unter anderem von den Legenden Omar Sívori, Michel Platini, Roberto Baggio und Alessandro del Piero getragen wurde, wächst nun die Verantwortung für den 23-Jährigen.

Im System von Allegri ist er im Offensivbereich die zentrale Figur. Ob hinter, neben oder um seinen Landsmann Higuain drum herum – an Dybala führt kein Weg vorbei. Die Befürchtung, dass die zusätzliche Aufmerksamkeit ihn hemmen könnte, ist bislang nicht eingetreten. Während Dybala in der letzten Saison elf Treffer erzielte, sind es in der aktuellen nach zwei Spielen bereits vier.

An der nationalen Meisterschaft führt, trotz des Abgangs von Bonucci zum aufgepimpten AC Milan, auch in diesem Jahr kein Weg an Juventus vorbei. Es wäre die Siebte in Folge.

Doch es ist dann, wie auch bei dem Prozedere mit der Vereinshymen vor dem Spiel, bei den meisten europäischen Topteams wieder das Gleiche: Der Henkelpott bleibt der große Traum. Vor allem der Traum der Generation um Gianluigi Buffon, Giorgio Chiellini und Co. – und die Hoffnungen der alten Männer hinten ruhen auf Dybala.

The post Dybala bei Juventus: Der König im Reich der Königstransfers appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/europa/italien/dybala-juventus-konig-347909/feed 0
Sabatini lockt Toptalente Cecchini und Colidio zu Inter http://www.chefutbol.com/europa/italien/inter-sabatini-talente-945205 http://www.chefutbol.com/europa/italien/inter-sabatini-talente-945205#comments Thu, 20 Jul 2017 10:51:28 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=5250 Der italienische Traditionsverein Inter Mailand befindet sich im Umbruch. Seit etwa einem Jahr gehören die „Nerazzurri“ zu 70 Prozent dem chinesischen Einzelhandelsriesen Suning, im Laufe des Jahres sollen die verbleibenden 30 Prozent, derzeit noch in Händen des Indonesiers Erick Thohir,...

The post Sabatini lockt Toptalente Cecchini und Colidio zu Inter appeared first on chefutbol.

]]>
Der italienische Traditionsverein Inter Mailand befindet sich im Umbruch. Seit etwa einem Jahr gehören die „Nerazzurri“ zu 70 Prozent dem chinesischen Einzelhandelsriesen Suning, im Laufe des Jahres sollen die verbleibenden 30 Prozent, derzeit noch in Händen des Indonesiers Erick Thohir, folgen. Die Millionen aus Fernost bringen nicht nur völlig neue finanzielle Ressourcen bei den zuletzt klammen Lombarden, sondern auch strukturelle Veränderungen.

Seit  einigen Wochen fungiert Walter Sabatini als Sportdirektor für Inter, aber auch für den Hausklub in den chinesischen Super League, Jiangsu Suning. Er soll den sportlichen Kurs des Konzerns künftig entscheidend mitbestimmen. Der 62-Jährige, der bekennender Kettenraucher ist und schon mal Pressekonferenzen für eine kleine Zigarettenpause unterbricht, war zuvor der Transfer-Verantwortliche beim Ligakonkurrenten AC Rom. Sabatini verfügt über exzellente Kontakte zum südamerikanischen Spielermarkt, schon in der Hauptstadt entdeckte er damals schon junge Juwelen wie den Argentinier Érik Lamela oder Brasiliens Nationalverteidiger Marquinhos.

Kaum bei seinem neuen Arbeitgeber im Amt, zog Sabatini nun auch bereits bei Inter die ersten Strippen, um talentierte Südamerikaner in die Lombardei zu lotsen. Und er scheint mal wieder ein gutes Gespür für das Talent und Potenzial der jungen Akteure zu haben.

Emanuel Cecchini

 Cecchini (Mitte) spielte eine überragende Saison in Argentinien

Der 20-Jährige hat eine exzellente Saison bei Banfield hinter sich und gilt als einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass sich der argentinische Klub für die Copa Libertadores qualifizieren konnte. Inter sicherte sich Cecchini für eine kolportierte Ablöse von vier Millionen Euro, die aber – wie heute üblich – durch diverse Bonuszahlungen noch weiter ansteigen kann. Bereits mit 16 Jahren debütierte der Mittelfeldregisseur, der jedoch auch über einen starken Zug zum Tor verfügt und dynamisch ist, für Banfield in der Profimannschaft. Auch weitere Interessenten, etwa Erzrivale Juventus Turin oder der FC Sevilla, sollen sich ernsthaft um ihn bemüht haben – mitunter den Ausschlag für seine Entscheidung, in Zukunft für Inter aufzulaufen, soll Argentiniens Fußballlegende Javier Zanetti gegeben haben. Der langjährige Kapitän der Nerazzurri stammt ebenfalls aus der Jugendabteilung Banfields und ist mittlerweile Vize-Präsident bei Inter. Ohne Umschweife sagte auch Cecchini, was ein Transfer zu Inter für ihn bedeutet: „Das ist  nicht weniger als ein Traum, der für mich in Erfüllung geht.“ Allerdings muss er auf dessen Verwirklichung noch ein wenig warten. Wie Enrico Preziosi, der Präsident des CFC Genoa bereits bestätigte, wird Cecchini zunächst ein Jahr in die Region Ligurien verliehen, um Spielpraxis in der italienischen Serie A zu sammeln.

Facundo Colidio

Noch einmal teurer wird der gerade einmal 17-jährige Angreifer von den Boca Juniors. Sieben Millionen Euro wird Inter an den Klub aus Buenos Aires für Facundo Colidio überweisen, der in der argentinischen Heimat bereits mit dem jungen Carlos Tévez verglichen wird. Zwar ist der Youngster doch ein paar Zentimeter größer als der bullige Tévez, die Spielweise sei dennoch sehr ähnlich, berichten Fußballexperten aus Südamerika. Exzellente Technik, ein dynamischer Zug zum Tor – das soll Colidio vor allem auszeichnen. Obwohl der U17-Nationalspieler noch nicht in der Profimannschaft der Boca Juniors zum Einsatz kam, löste der Wechsel im Lande durchaus Empörung aus. Roberto Digón, der Alternativkandidat bei den bevorstehenden Wahlen für das Präsidentschaftsamt bei Boca, das derzeit Daniel Angelici inne hat, kritisierte diesen scharf: „Aus dem Bombanera dürfen keine Spieler mit so einem Potential verkauft werden, das entspricht nicht der Philosophie.“ Aber einen Spieler zu halten, der mal wieder Top-Interessenten aus Europa hatte? Neben Inter buhlte auch wieder Juventus Turin um das argentinische Angriffstalent.

The post Sabatini lockt Toptalente Cecchini und Colidio zu Inter appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/europa/italien/inter-sabatini-talente-945205/feed 1
Paulo Dybala – “Juwel” auf dem Weg zum Weltstar http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/paulo-dybala-juwel-weltstar-911895 http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/paulo-dybala-juwel-weltstar-911895#respond Sun, 18 Jun 2017 18:29:58 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=4618 Trotz der deutlichen Finalniederlage gegen Real Madrid meldete sich Juventus Turin diese Saison eindrucksvoll im Konzert der ganz großen europäischen Klubs zurück. Einen immensen Anteil daran trägt der Argentinier Paulo Dybala, einer der Stars der abgelaufenen Champions League-Saison. Wir stellen...

The post Paulo Dybala – “Juwel” auf dem Weg zum Weltstar appeared first on chefutbol.

]]>
Trotz der deutlichen Finalniederlage gegen Real Madrid meldete sich Juventus Turin diese Saison eindrucksvoll im Konzert der ganz großen europäischen Klubs zurück. Einen immensen Anteil daran trägt der Argentinier Paulo Dybala, einer der Stars der abgelaufenen Champions League-Saison. Wir stellen euch den Argentinier etwas ausführlicher vor.

Dybala, dessen Großvater von Polen nach Argentinien auswanderte, reifte in der Jugendabteilung des Klubs Instituto aus Córdoba heran. Als er sich mit 17 Jahren den Rekord des jüngsten Klubtorschützen von einem gewissen Mario Kempes schnappte, taufte ihn ein heimischer Journalist „La Joya“ – das Juwel. Dybalas Talent sprach sich schnell im ganzen Land herum und weit darüber hinaus. Im Sommer 2012 erreichte Instituto schließlich eine Offerte, die der Klub nicht ablehnen konnte. Dem US Palermo, ein Klub der sich zu jener auf den Kauf von südamerikanischen Talenten spezialisiert hatte, legte für Dybala die stolze Ablösesumme von 11,4 Millionen Euro auf den Tisch. Der damals 18-jährige Argentinier begann sein Abenteuer in Italien und nahm auch die italienische Staatsbürgerschaft an, da der Familienteil seiner Mutter aus dem Land entstammt.

Steiler Aufstieg in der Serie A

Dort zeigte er schnell, weshalb er Palermo so viel Geld wert war. In seiner Premierensaison absolvierte er 27 Einsätze, in denen er drei Mal traf und kam auf 1.251 Minuten Spielzeit. Nach dem bitteren Gang in die Serie B geriet die sofortige Rückkehr ins Oberhaus für Dybala zum Triumphzug: In der Saison 14/15 spielte er 34 mal, traf zweistellig (13 Tore) und steigerte seine Spielzeit auf über das Doppelte seiner letzten Serie A-Saison: 2.964 Minuten.  Spätestens nach der Saison 14/15 war klar, dass es Dybala nicht in Palermo halten würde. Als dann Juventus Turin mit 40 Millionen Euro winkte, wurde selbst der damalige exzentrische Klubpräsident Zamparini schwach und verabschiedete Dybala nach Turin. Juve hatte sich in einem Bieterduell unter anderem gegen Inter Mailand durchgesetzt.

In Turin zum kompletten Spieler gereift

Im Piemont entwickelte sich der 1,77 Meter große Dybala zu einem kompletten Fußballer. Sowohl als alleinige Spitze wie auch als hängender Stürmer und Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff lieferte er gute Spiele ab. Mal holt sich Dybala die Bälle tief aus der eigenen Hälfte und kurbelt so das Spiel an, mal wartet er vorne als klassischer „Fox in the Box“ auf den Schnittstellenpass . Zu seinen Spezialitäten zählt das Umgehen der gegnerischen Verteidigung,  indem der Argentinier auf die Seiten ausweicht und somit dem Zugriff der meisten Verteidiger entgeht. Zu all diesen Qualitäten hinzu kommt noch das Markenzeichen Dybalas, der angedrehte Schuss mit links, zu bestaunen unter anderem beim Treffer zum 1:0 im CL-Viertelfinale gegen Barcelona. Insgesamt traf Dybala in der abgelaufenen Saison wettbewerbsübergreifend 19 mal und steuerte 9 Vorlagen bei.

Skepsis bei einer Legende des großen Konkurrenten

Beeindruckende Daten eines beeindruckenden Spielers. Nur einen scheint der fantasiereiche Offensivspieler nicht zu beeindrucken. Ausgerechnet die brasilianische Legende Pelé, der der italienischen Zeitung „Tuttosport“ gegenüber die Ansicht vertrat, Dybala sei in seinen Fähigkeiten überbewertet. Auch Vergleiche mit Diego Maradona kann Pelé nicht nachvollziehen: „Das Einzige was die beiden gemeinsam haben ist, dass beide Linksfüße sind“, so der ehemalige Weltstar. Die Fans von Juventus dürfte dies eher wenig beeindrucken. Mit dem Traumsturm Dybala-Higuaín zählt die „Alte Dame“ auch im kommenden Jahr zu den Topanwärtern auf den Scudetto. Es sei denn, Dybala erliegt dem Werben des FC Barcelona, wo auch Diego Maradona schon spielte. Das wäre dann zwar eine weitere Gemeinsamkeit zu Maradona, die den Juve-Fans allerdings überhaupt nicht schmecken würde.

The post Paulo Dybala – “Juwel” auf dem Weg zum Weltstar appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/lateinamerika/argentinien/paulo-dybala-juwel-weltstar-911895/feed 0
Fernando Redondo – Der Stratege mit dem Engelshaar http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/fernando-redondo-stratege-475894 http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/fernando-redondo-stratege-475894#comments Tue, 06 Jun 2017 10:44:57 +0000 http://www.chefutbol.com/?p=4413 Mit Fernando Redondo feiert einer der größten Strategen des defensiven Mittelfelds der 90er Jahre und der frühen 2000er heute seinen 48. Geburtstag. Chefutbol.com zieht ein kleines Resumée und schaut auf die Karriere eines eleganten Fußballers, dessen langes Haar zu einem...

The post Fernando Redondo – Der Stratege mit dem Engelshaar appeared first on chefutbol.

]]>
Mit Fernando Redondo feiert einer der größten Strategen des defensiven Mittelfelds der 90er Jahre und der frühen 2000er heute seinen 48. Geburtstag. Chefutbol.com zieht ein kleines Resumée und schaut auf die Karriere eines eleganten Fußballers, dessen langes Haar zu einem Markenzeichen wurde. In seiner Nationalmannschaftskarriere stand ihm dieses Erkennungsmerkmal jedoch auch im Wege.

Fernando Carlos Redondo Neri wird als einer der besten „Sechser“ seiner Generation gesehen. Er vereint Ballkontrolle, Übersicht, präzises Passspiel mit kämpferischen Elementen wie Tacklings oder auch Stellungsspiel. Obwohl er selbst keine Tormaschine gewesen ist, war er für das Offensivspiel wertvoll und vor der Abwehr ein wichtiges Bindeglied der Mannschaftsteile. Ein Allrounder, den jeder Trainer gerne in seiner Mannschaft hat. Leider konnte Redondo an seinem Karriereabend nicht mehr auf seinen Körper zählen, dennoch hat er fast jeden großen Titel im Vereinsfußball gewonnen.

Steiler Karrierestart

Redondo ist in Buenos Aires geboren, in einem Vorort der Metropole lernte er das Fußballspielen. Nachdem er mit der U17-Nationalmannschaft Südamerikameister geworden war, wurde er bei den Argentinos Juniors zum Profi und seine Karriere kam schnell in Schwung. Im zarten Alter von 16 Jahren debütierte „el Principe“, wie er von seinen Fans genannt wurde, in Argentiniens höchster Spielklasse. Bei den Juniors agierte er insgesamt fünf Jahre auf dem Spielfeld, zwischen 1985 und 1990. Er spielte sich in die Herzen der Fans und wurde auch im Ausland bemerkt. Mit Anfang 20 wagte er den Sprung nach Spanien.

Seine erste Station in der Primera Division unternahm Redondo auf der Urlaubsinsel Teneriffa. Der Trainer bei CD Teneriffa war Landsmann Jorge Valdano, der seines Zeichens bis 1987 das Trikot der Königlichen trug. Die sportlich relativ erfolgreichen vier Jahre des argentinischen Duos auf Teneriffa blieben auch von der Konkurrenz in Spanien nicht unbemerkt. So verpflichtete Real Madrid für 5 Mio US-Dollar den argentinischen Strategen. Auch Valdano zog es in diesem Jahr zurück in die spanische Hauptstadt. Im ersten Jahr bei Real holten die beiden auf Anhieb die spanische Meisterschaft. Es war sein erster von vielen großen Titeln im Vereinsfußball. Auch als Valdano als Trainer ging, blieb Redondo eine feste Größe bei Real Madrid.

„The backheel of Old Trafford“

Bei den Königlichen angekommen, begann „el Principe“ allmählich zum Titelsammler zu avancieren. Insgesamt holte er bei den „Blancos“ zwei spanische Meisterschaften sowie zwei Championsleaguetitel. In der Saison 1999/2000 zeigte er beim Viertelfinalspiel gegen United sein ganzes Geschick, tunnelte seinen Gegenspieler mit der Hacke und bewies mit einem Querpass seine Übersicht und lud seinen Mitspieler Raúl gekonnt ein, den Ball über die Linie zu schieben. Im englischen Sprachgebrauch ist seitdem „the backheel of Old Trafford“ fest mit Fernando Redondo verbunden. Sir Alex Ferguson spekulierte im Anschluss an dieses Spiel über Magneten in Redondos Schuhen.

Im selben Jahr war neben seinem zweiten Sieg in der Championsleague auch der Titel als bester Spieler des Wettbewerbs der verdiente Lohn. Zu diesem Zeitpunkt stand der Argentinier, dessen langes Haar zu einem Markenzeichen wurde, wohl auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Dass er trotzdem für 17,5 Mio. € nach dieser Saison zum AC Mailand transferiert wurde, konnten viele Anhänger in Spaniens Metropole nicht verstehen. Der Wechsel löste sogar Ausschreitungen in Madrid aus. Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, dass Redondo´s beste Zeit gerade abgelaufen war.

Verletzungen verhindern Größeres

In Italien wurde er noch vor seinem ersten Spiel durch Knieverletzungen ausgebremst. Große Aufmerksamkeit erhielt er für sein Statement, dass er bis zu seinem Comeback kein Gehalt von der Rossoneri beziehen wolle. Zu seiner Premiere im Rot-Schwarzen Dress kam Redondo schließlich erst im Dezember 2002, über zwei Jahre nach seinem Wechsel zu Milan. Auch wenn er eine lange Leidenszeit hatte, wurde er zumindest mit weiteren Titeln für seine Sammlung entschädigt. In Italien gewann er je einmal die Meisterschaft und den Pokal. Zudem konnte er sich zum dritten Mal in seiner Karriere die europäische Krone aufsetzen. Dem Spiel seiner Mannschaft hatte er jedoch nicht mehr so seinen Stempel aufgedrückt, wie einst in Madrid. Redondo kam nur noch auf eine überschaubare Anzahl an Einsätzen.

Nach vier Jahren in Mailand machte Fernando Redondo Schluss mit dem Fußball. Die Verletzungsprobleme waren zu groß geworden, um weiterhin auf höchster Ebene spielen zu können. Bei der Rossoneri kam Redondo lediglich auf 16 Einsätze in der Serie A. Er hatte kein Karriereende, wie man es einem großen Athleten wünscht. Redondo war sich selbst jedoch immer treu geblieben und erreichte stets seine gesteckten Ziele. In seiner Verletzungspause sagte er, er wolle nicht sterben, ohne jemals das Trikot vom AC Mailand getragen zu haben. Er arbeitete hart an seiner Rückkehr auf das Spielfeld und hatte Erfolg. Auch wenn es nur jeweils acht Ligaspiele in seinen letzten beiden Jahren gewesen sind, hat er es geschafft und konnte mit sich selbst im Reinen sein, als er die Fußballschuhe endgültig an den Nagel hängte.

Redondo und die Albiceleste

Im Vergleich zu seinem Erfolg auf Vereinsebene, sind Redondos Versuche in der Nationalmannschaft eher von bescheidenem Ertrag gekrönt. Und das, obwohl er 1992 den Confed-Cup gewinnen konnte und ein Jahr später in der Copa América triumphierte. Bei seiner einzigen Teilnahme an einer WM-Endrunde, 1994 in den USA, schied Redondo mit seinem Team bereits im Achtelfinale aus. 1990 sagte er offiziell seine Teilnahme ab, weil er sein Studium nicht unterbrechen wollte. Inoffiziell munkelte man, dass Fernando Redondo mit der Defensivtaktik seines Trainers nicht einverstanden war. Bei der WM in Frankreich, acht Jahre später, wurde Redondo vor dem Turnier aus der Mannschaft geworfen. Als Grund dafür gilt sein langes Haar, welches der Trainer nicht akzeptierte. Der Nationaltrainer selbst begründete jedoch seine Entscheidung mit Differenzen über Redondo´s Rolle im argentinischen Mittelfeld.

Redondo wurde zwar später unter Coach Bielsa in die Nationalmannschaft zurückberufen, machte aber lediglich nur noch drei Partien im Jahr 1999. Im Anschluss verkündete Redondo sein Ende in der Albiceleste, um sich auf seinen Verein Real Madrid konzentrieren zu können. So kam er auf lediglich 29 Einsätze für sein Heimatland und erzielte dabei einen Treffer für die stolze Fußballnation. Für einen Spieler seiner Klasse ist es dennoch verwunderlich, dass er so wenige Spiele für die Landesauswahl bestritten hat. Sein Erfolg auf Vereinsebene spiegelt da schon eher sein Talent und sportliches Leistungsvermögen wider. Heute, an seinem Geburtstag darf er sich feiern lassen und auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Alles Gute Fernando Carlos Redondo Neri!

The post Fernando Redondo – Der Stratege mit dem Engelshaar appeared first on chefutbol.

]]>
http://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/fernando-redondo-stratege-475894/feed 1