Lionel Messi – chefutbol https://www.chefutbol.com football news from Latin America and elsewhere Thu, 12 Apr 2018 00:23:26 +0000 en-GB hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.4 https://www.chefutbol.com/content/uploads/2025/06/twitter_400x400_v3-75x75.jpg Lionel Messi – chefutbol https://www.chefutbol.com 32 32 FC Barcelona — Das größte Debakel der Vereinsgeschichte? https://www.chefutbol.com/europa/spanien/fc-barcelona-rom-debakel-284759 https://www.chefutbol.com/europa/spanien/fc-barcelona-rom-debakel-284759#respond Thu, 12 Apr 2018 00:23:26 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=9778 Barcelona scheidet im Viertelfinale aus der Champions League aus. Kennt man schon. Aber so schlimm wie diesmal, gegen die AS Rom, war es noch nie. Weil es so unterwartet kam – und so unnötig wie nie zuvor. Vermutlich haben sie...

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Barcelona scheidet im Viertelfinale aus der Champions League aus. Kennt man schon. Aber so schlimm wie diesmal, gegen die AS Rom, war es noch nie. Weil es so unterwartet kam – und so unnötig wie nie zuvor.

Vermutlich haben sie in Barcelona schon Hotels verglichen in Liverpool, München oder Madrid. Haben sich in auf mögliche Halbfinalgegner vorbereitet, schon Material für Videoanalysen zusammengesucht und sich gefragt, ob es eine anstrengende Woche wird, wenn am 21. April das Copa del Rey-Finale ansteht gegen Sevilla und es wenige Tage später im Champions-League-Halbfinale gegen einen großen Gegner geht.

Die gute Nachricht für alle im Katalonien: Darüber muss man sich jetzt keine Sorgen mehr machen. Denn der stolze FC Barcelona, der Club von Lionel Messi, von Iniesta und Piqué, von Luis Suarez und Sergio Busquets, ist raus aus der Champions League. Gescheitert an der Associazione Sportiva Roma, dem Tabellendritten der italienischen Liga, nach einem 4:1 im Hinspiel. Unfassbar, unglaublich, unbeschreiblich.

Ganz Fußball-Europa reibt sich verwundert die Augen. Jürgen Klopp konnte die Nachricht vom Ausscheiden der Blaugrana nach dem eigenen Triumph gegen Manchester City erst gar nicht glauben. Andere, wie die Ex-Realspieler Guti und Alvaro Arbeloa, amüsieren sich köstlich und teilen das in den sozialen Medien auch allen mit, die es interessiert.

Wie aber ist das möglich, dass der Pokalfinalist, der ungeschlagene spanische Tabellenführer und designierte Meister, der Champions-League-Mitfavorit auch bei den Buchmachern so untergeht?

Die größte spanische Sportzeitschrift Marca hat in ihrer Internetausgabe die Fans gefragt. Etwa die Hälfte der Teilnehmer an der Umfrage gibt der Mannschaft die Schuld. Falsch liegen sie nicht. Der Torwart ter Stegen? Noch der beste Mann bei den Gästen, aber beim frühen 1:0 durch Dzeko (6. Spielminute) zu zögerlich. Die Abwehr? Ein Hühnerhaufen. Umtiti, der seit Wochen mit seiner Form kämpft, und auch Piqué waren mit den großen Stürmern Schick und vor allem Dzeko überfordert. Bei jedem hohen Ball in den Strafraum brannte es lichterloh. Auch, weil Semedo und Alba auf ihren Seiten viele Flanken nicht verhinderten und offensiv praktisch nicht zu sehen waren und nicht für Entlastung sorgten. Semedo, der 30-Millionen-Euro-Neuzugang, kam beim entscheidenden 0:3 viel zu spät und war vermutlich der schlechteste Mann auf dem Platz. Im Mittelfeld erreichte ebenfalls niemand Normalform. Der noch vor kurzem verletze Busquets konnte nicht wie gewohnt das Spiel beruhigen oder mit gezielten Pässen aufbauen. Rakitic an seiner Seite ging ebenso im Sturm und Drang der Römer unter wie Sergi Roberto auf rechts und der bemitleidenswerte Andres Iniesta, der gefühlt keinen einzigen Zweikampf gewann.

Selbst Messi wirkte überfordert

Und vorne? Luis Suarez rieb sich wie gewohnt auf, aber bekam kaum gute Zuspiele im oder um den gegnerischen Strafraum. Und Lionel Messi, der am Wochenende mit drei Toren der Matchwinner gegen den spanischen Zwerg Leganes war, wirkte müde und überfordert. Ein großes Wort für den Mann, den viele als besten Spieler der Welt oder sogar der Geschichte betrachten. Fakt ist, dass Messi nun zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale aus der Champions League ausscheidet. Ein Tor ist ihm dabei weder gegen Atletico Madrid 2025 noch gegen Juventus 2017 noch gegen Rom 2018 gelungen. Der überragende Mann in La Liga ist in Europa viel zu oft nicht auf der Höhe. War sich die ganze Mannschaft, die vermeintlich in Bestbesetzung in Rom auflief, zu sicher, dass es nicht mehr schief gegen kann nach dem 4:1 im Hinspiel? Spätestens nach dem frühen Rückstand galt diese Ausrede nich mehr.

Auch Ernesto Valverde hat seinen Anteil an der Katastrophe. Der Trainer setzt seit Monaten sehr oft, vielleicht viel zu oft, auf die gleichen 12, 13 Akteure. Spieler aus der zweiten Reihe wie Denis Suarez, Lucas Digne, Paco Alcácer oder der erst im Winter verpflichtete Yerry Mina spielen kaum eine Rolle. Die Stars müssen statt dessen fast immer ran. Dabei ist die Liga im Grunde seit Wochen entschieden, die meisten Trainer hätten längst viel mehr rotiert, gerade gegen kleine Gegner. Vielleicht liegt es an Valverdes Unerfahrenkeit bei absoluten Topclubs, dass er die anstrengenden Wochen im März und April, wenn es in die entscheidende Saisonphase geht, unterschätzt hat.

Aber nicht nur vor dem Spiel gegen Rom, auch während der Partie leistete er sich einen großen Fehler. Was tut ein Trainer, wenn er merkt, dass seine Mannschaft keinen Fuß auf den Boden bekommt? Er reagiert – taktisch oder mit neuem Personal. Was tat Valverde? Viel zu lange nichts. Nicht nach dem frühen Gegentreffer, nicht in der Halbzeit, als es längst nötig gewesen wäre, mindestens einen Spieler aufzuwechseln. Vor allem Iniesta und Semedo hätten sich dafür angeboten, der robuste Paulinho hätte zumindest körperlich dagegen gehalten, wenn es der ganzen Mannschaft schon nicht gelingt, ihr Kurzpassspiel durchzuziehen. Der pfeilschnelle Dembélé wäre zudem eine Option gewesen, gegen die hoch stehenden Römer mit langen Bällen zu agieren. Er kam erst in der 81. Minute – da stand es schon 0:3 aus Sicht der Blaugrana und Rom stellte sich logischerweise hinten rein. Valverde wirkte 90 Minuten lang ratlos statt entschlossen. Diese Niederlage geht auch auf sein Konto.

Xavi wurde vermisst

(Klopp Reaktion bei 7:30)

Auch die Club-Führung muss sich an die eigene Nase fassen. Was spätestens gegen Rom offensichtlich wurde, ist das Fehlen eines Xavi. Den genialen Regisseur konnte seit seinem Weggang 2015 niemand ersetzen. Zwar spielte er in seiner letzten Saison keine so große Rolle mehr, kam auch im Champions-League-Finale gegen Juventus nur von der Bank. Aber ein Zufall ist es nicht, dass Barcelona den Henkelpott seitdem nicht mehr gewonnen hat. Trotz Messi, Suarez, Busquets und all der anderen Stars. Vor dieser Spielzeit sollte Marco Verratti die Lücke füllen. Geklappt hat das nicht. Zudem ist Andres Iniesta, Xavis kongenialer Partner bei etlichen Triumphen, merklich in die Jahre gekommen. Der 33-Jährige ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Ivan Rakitic und Paulinho sind andere Spielertypen, denen die Eleganz, die Übersicht und das perfekte Passspiel eines Xavi fehlt. Die Folge: Barcelona spielt nicht mehr so dominant im Mittelfeld, hat weniger Spielkontrolle. Der Blick auf die Tabelle in La Liga täuscht darüber hinweg, dass diese Mannschaft oft, viel zu oft auf die Tore und Vorlagen ihres Superstars angewiesen ist. Auch Neymar fehlt. Sein kurzfristig im Sommer gekaufter Ersatz, Ousmane Dembélé, scheint (noch) mit den großen Fußstapfen überfordert. In der spanischen Presse gilt er auch angesichts seiner horrenden Ablösesumme von 140 Millionen Euro inklusive Prämien schon als Fehleinkauf. Der im Winter gekaufte Philippe Coutinho darf in der Champions League nicht mitspielen.

Selbst wenn der FC Barcelona erwartungsgemäß mit goßen Abstand und womöglich sogar ohne Niederlage die Liga gewinnt und auch die Copa del Rey holt. Diese Saison is seit Dienstagabend eine der größten Enttäuschungen in der Vereinsgeschichte. Wegen einer bitteren Niederlage, an der jeder seinen Anteil hat.

 

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Happy Birthday Pep Guardiola – Cruyffs leidenschaftlichster Schüler wird 47 https://www.chefutbol.com/europa/england-de/happy-birthday-pep-guardiola-878747 https://www.chefutbol.com/europa/england-de/happy-birthday-pep-guardiola-878747#respond Thu, 18 Jan 2018 14:07:27 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=7439 Er galt schon als Spieler als verlängerter Arm des damaligen Barcelona-Trainers  Johan Cruyff, der den La Masia-Absolventen förderte, wo er nur konnte. Heute ist Ballbesitz-Guru Josep Guardiola einer der erfolgreichsten Trainer der Welt, an dem sich etliche Kollegen orientieren. Ob...

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Er galt schon als Spieler als verlängerter Arm des damaligen Barcelona-Trainers  Johan Cruyff, der den La Masia-Absolventen förderte, wo er nur konnte. Heute ist Ballbesitz-Guru Josep Guardiola einer der erfolgreichsten Trainer der Welt, an dem sich etliche Kollegen orientieren. Ob er den Erfolg, den er als Trainer in vier Spielzeiten beim FC Barcelona hatte, auch ohne Messi und Co. wiederholen kann, muss Pep aber noch zeigen.

Verhinderte ein unaussprechlicher isländischer Vulkan die erste Verteidigung des Champions-League-Titels, ganze sieben Jahre, bevor es Real Madrid unter Zinedine Zidane fertigbrachte? Nach dem Triple 2009 galten die Blaugrana dank Spielern wie Regisseur Xavi, Andres Iniesta und dem noch jungen Lionel Messi als klarer Favorit auf die Titelverteidigung im Königspokal. Torjäger Samuel Eto’o, im Finale 2009 noch Torschütze gegen Manchester United, hatte man vor der Saison an Inter Mailand abgegeben. Ausgerechnet. Vor dem Halbfinale gegen eben jenes Inter, trainiert von José Mourinho, machte Eyjafjallajökull den Reiseplänen der Katalanen einen Strich durch die Rechnung. Eine Aschewolke machte einen Flug unmöglich, die etwa 1000 Kilometer lange Busreise soll einen halben Tag gedauert haben. Das Ergebnis ist bekannt. 3:1 gewann Inter im Hinspiel, im Rückspiel ermauerten die Lombarden ein 0:1, obwohl sie eine Stunde in Unterzahl agierten. Ein Vulkan spielte womöglich eine Rolle beim Ausscheiden, genau wie Samuel Eto’o. Aber mit Sicherheit auch die Trainer. Der eine wollte spielen, der andere gewinnen.

Mourinhos Triumph war Peps Scheitern. Barcelona hatte in diesem Spiel im Camp Nou 86,4 Prozent Ballbesitz, 93,6 Prozent aller Pässe kamen beim Mitspieler an (Statistiken laut Sky Sports). Zahlen, die Pep entzücken mussten. Aber Barcelona brauchte Tore, keinen Ballbesitz.

Pep sollte die Champions League 2011 erneut gewinnen, insgesamt holte er in vier Spielzeiten als Trainer bei seinem Heimatverein satte 14 Titel. Peps Barcelona gilt vielen als beste Vereinsmannschaft mindestens der letzten Jahrzehnte. Und dennoch muss die Frage erlaubt sein: Wäre noch mehr möglich gewesen mit einem etwas weniger dogmatischen Trainer? Zugegeben, er hatte Lionel Messi als “falsche Neun” zum vielleicht besten Spieler aller Zeiten gemacht und Gegner dank unzähliger Passstaffetten erst müde und dann schwindelig spielen lassen.

Guardiola – Passen um des Passens willen?

Peps Barcelona legte so viel Wert auf Kontrolle, dass zeitweise fast jede Ecke kurz ausgeführt wurde. In seinen besten Momenten war dieses Barcelona eine perfekt abgestimmte Maschine, die Gegner mit Leichtigkeit überrollte. Manchmal aber, wie schon 2010 gegen Inter Mailand und vor allem in der Saison 2011/2012, wirkte Barcelona wie eine Karikatur des Ballbesitz-Fußballs. Passen um des Passens willen, viel Spielkontrolle ist noch nicht genug. Trotz eines enttäuschenden vierten Jahres: Pep galt als Wundertrainer, als er sich nach vier Spielzeiten und 14 Titeln eine einjährige Auszeit in New York gönnte.

Waren seine anschließenden drei Jahre in München ein Erfolg? Der deutsche Abo-Meister hatte Pep nicht geholt, um die Schale zu verteidigen. Man wollte den europäischen Titel. Den holte Jupp Heynckes prompt 2013, aber sein Nachfolger scheiterte dreimal im Halbfinale.

Vom deutschen Serienmeister zum englischen Krösus. Dort legte der Katalane in seiner ersten Saison eine Bauchlandung hin. Ein Jahr ohne Titel? Das war nicht sein Anspruch, und auch nicht der des schwerreichen Vereins. Doch dieses Jahr läuft es. Die Liga hat Pep fast schon in der Tasche. Auch dank des nötigen Kleingelds, dass Pep für Verstärkungen zur Verfügung gestellt bekam. Bei Manchester City kann sich Pep finanziell austoben, er kann Verteidiger zu Stürmerpreisen kaufen und hat das Team, seit er es im Sommer 2025 übernahm, schon ordentlich umgekrempelt – mehr als 450 Millionen Euro flossen seit Sommer 2025 in neue Akteure. Von den 13 Spielern, die am vergangenen Wochenende bei der ersten Saison-Niederlage gegen den FC Liverpool zum Einsatz kamen, holte Pep sieben. Vier weitere kamen im Jahr zuvor. Citys Idenfikationsfiguren sind der Argentinier Sergio Agüero und der Spanier David Silva.

Vielleicht am entscheidendsten für den Erfolg in der Premier League in diesem Jahr: Er hat in Keeper Ederson einen mitspielenden Schlussmann, der nach dem Vorbild des FC Barcelona den gepflegten Pass in den Fuß des Kollegen einem Abschlag ins Nirgendwo vorziehen soll. Claudio Bravo, den Pep im Jahr zuvor von Barelona loseiste, hätte diese Rolle im vergangenen Jahr übernehmen sollen, machte aber überhaupt keine gute Figur und wärmt jetzt die Bank.

Sieg in der Champions League ohne Messi & Co?

Wie bei Bayern soll Pep Man City vor allem den internationalen Erfolg bringen. Geht es nach den Buchmachern, gehen die Sky Blues als Favorit in die K.O.-Spiele der Champions League. Dank eines sündteuren Kaders, der in dieser Saison national wie international gut funktioniert und die meisten Reifeprüfungen mit Bravour bestanden hat. Und dank eines Coaches, der weltweit bewundert wird. Aber mehr denn je zuvor ist Pep unter Druck. Nachdem die Premier League schon so gut wie eingetütet ist, kann er sich in der Rückrunde verstärkt auf die europäische Bühne konzentrieren.

Peps Idee von Fußball ändert sich nicht. Dank vieler Pässe den Gegner laufen lassen, müde spielen, selbst Sicherheit gewinnen. Tore für City fallen häufiger in der zweiten Halbzeit. Keine Niederlage, sei sie gegen den Erzrivalen Mourinho oder seinen deutschen Quälgeist Jürgen Klopp, der City am vergangenen Wochenende die erste Pleite der Saison beibrachte, wird Guardiola am Ballbesitzfußball zweifeln lassen. Dieser Stil, Cruyffs Idee und längst seine eigene, hat ihm große Erfolge als Spieler und Trainer gebracht. Er hat den europäischen Fußball der vergangenen Jahre geprägt wie kaum ein anderer.

Aber nachdem sein Image als Dauergewinner im vergangenen Jahr erste Kratzer erhalten hat, liegt es jetzt am 47-Jährigen, in den kommenden Spielzeiten die Fragen zu beantworten, die sich viele Fußball-Fans mittlerweile stellen: Das legendäre Barcelona – war das Peps Mannschaft? Oder doch eher jene von Xavi, Messi, Iniesta? Kann er sich bei einem zweiten Verein unsterblich machen oder schrumpft er in England vom bewunderten Über-Trainer zu einem (nur noch) sehr guten Coach, der das Glück hat(te), immer die beste oder teuerste Mannschaft betreuen zu dürfen?

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“Somos todo Chape”-Ein Jahr nach der Tragödie https://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-mannschaften/somos-todo-chape-670543 https://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-mannschaften/somos-todo-chape-670543#respond Wed, 20 Dec 2017 16:13:57 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=7138 Am 28. November 2025 machte sich das brasilianische Team Chapecoense auf, um im kolumbianischen Medellín gegen Atlético Nacional das Erste von zwei Copa Sudamericana-Finals zu bestreiten. Was dann geschah, ist eine tragische Geschichte. Das Flugzeug stürzte ab, nur sechs Insassen...

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Am 28. November 2025 machte sich das brasilianische Team Chapecoense auf, um im kolumbianischen Medellín gegen Atlético Nacional das Erste von zwei Copa Sudamericana-Finals zu bestreiten. Was dann geschah, ist eine tragische Geschichte. Das Flugzeug stürzte ab, nur sechs Insassen überlebten die Katastrophe. Ein Jahr später ziehen wir Bilanz: Wie geht es den Hinterbliebenen und Überlebenden? Wer hat Schuld am Tod von 71 Menschen und wie steht “Chape” heute da? Chefutbol blickt zurück auf das furchtbare Unglück und dessen Folgen.

Die Überlebenden

An Bord des Fluges LaMia 2933 nach Medellín befanden sich an diesem Tag insgesamt 77 Menschen, nur sechs überlebten den Absturz der Maschine kurz vor der kolumbianischen Metropole. Neben zwei Crewmitgliedern, der Stewardess Ximena Suarez und dem Bordmechaniker Erwin Tumiri, der bolivianischen Airline überlebte der brasilianische Journalist Rafael Henzel, Mittelfeldspieler Alan Ruschel, Goalkeeper Jackson Follmann und Abwehrspieler Helio Zampier, genannt Neto.

Henzel flog gemeinsam mit der Mannschaft zum Endspiel der Sudamericana, da “Chape”, der Provinzklub aus dem Süden Brasiliens, noch nie zuvor in seiner 43-jährigen Geschichte das Endspiel des prestigeträchtigen Turniers erreicht hatte. Als Chapecoense gut neun Monate später im sagenumwobenen Camp Nou gegen den großen FC Barcelona eine Art Benefinzspiel bestritt, kommentierte Henzel die Partie für den brasilianischen Sender “RadioOeste” live aus Barcelona. Und er hatte es dem fünfmaligen Weltfußballer Lionel Messi, der an diesem Tag ebenfalls auf dem Platz stand, zu verdanken, dass er die Partie überhaupt kommentieren konnte.

Einige Wochen zuvor flog die argentinische Nationalmannschaft mit “La Pulga” an Bord mit eben jenem Flugzeug von Belo Horizonte nach Buenos Aires, Henzels Kollege Renan Agnolin wollte um jeden Preis auf dem selben Platz sitzen wie der argentinische Weltstar zuvor. Dessen Platz war allerdings Henzel zugewiesen, er tauschte mit Agnolin, der beim Absturz ums Leben kam. “Agnolin hat mein Leben gerettet”, sagte Henzel später in einer brasilianischen Talkshow. Seitdem hat er in seiner Twitter-Bio zwei Geburtstage angegeben. Einmal den 25. August 1973 und 29.November 2025. Der Tag, an dem er sein Leben erneut erhielt.

Von den drei überlebenden Spielern Chapecoenses konnte nur Alan Ruschel die Partie gegen die “Blaugrana” wirklich bestreiten. Auch er tauschte vor dem Abflug mit einem Kollegen den Sitzplatz, nur so und durch riesiges Glück konnte er lebend aus den Trümmern geborgen werden. Am Schlimmsten sei für ihn die Tatsache, dass er seine Teamkollegen nie wieder sehen würde, gab er nach der Partie sichtlich bewegt zu Protokoll. Privat hat Ruschel sein Glück gefunden. Im Februar 2017 fand die Hochzeit zwischen ihm und seiner Freundin Marina statt.

Goalkeeper Follmann führte mit Neto zwar den Anstoß aus, allerdings musste ihm der rechte Unterschenkel amputiert werden, sodass er seine Karriere als Profifußballer leider Gottes beenden musste. Aber seinen Willen hat er nicht verloren. Aktuell arbeitet Follmann als eine Art Zeugwart im Klubheim von “Chape”, das Training führt er jedoch weiterhin fort.

Sein Traum ist es, eines Tages für das brasilianische Paralympics-Team zu spielen. Desweiteren bietet Follmann Gespräche zum Thema “Bewältigung traumatischer Erlebnisse” an, um so nicht nur das tragische Unglück, dass ihm widerfuhr zu verarbeiten, sondern zugleich anderen Menschen in ähnlichen Situationen zur Seite zu stehen. Die für Dezember 2025 geplante Hochzeit mit seiner Freundin Andrea hat auch er mittlerweile nachgeholt.

Innenverteidiger Neto ist von allen Überlebenden am Schlimmsten versehrt. Nach diversen Knie- und Rückenoperationen trainiert er weiter für sein Comeback, mittlerweile im Kreise der Mannschaft. Im September brachte Neto seine eigene Biographie heraus, die den Titel “Ich glaube an morgen” trägt. Darin schildert er unter Anderem, dass er in der Nacht vor dem Absturz einen Albtraum hatte, der die Tragödie sozusagen prognostizierte.

Für Ximena Suarez begann mit dem Absturz ebenfalls eine Leidenszeit. Die Stewardess ist bis zum heutigen Tag auf Physiotherapie angewiesen, aufgrund einer Verschiebung der Nasenscheidewand durch den Aufprall wäre eine Nasenoperation eigentlich dringend von Nöten. Die finanziellen Mittel dafür fehlen leider. Auch Ximena verarbeitete das tragische Erlebnis in einem Buch, das ihren größten Traum als Titel trägt. “Mein Traum ist es, wieder fliegen zu können”.

Bordmechaniker Tumiri hat sich dahingegen völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der 25-Jährige hat ein Studium begonnen, das Flugzeug kommt für ihn als Transportmittel nicht mehr in Frage.

Die Hinterbliebenen

Für die Hinterbliebenen des Flugzeugunglücks hat die Leidenszeit ebenfalls noch kein Ende gefunden. Zusätzlich zum Verlust geliebter Menschen warten die Angehörigen noch heute auf Entschädigungszahlungen. Um ihre Interessen besser vertreten und durchsetzen zu können, wurde AFAV-C gegründet, die Vereinigung der Familien der Opfer des Chapecoense-Flugs. Einige Familien gingen sogar soweit, den ehemaligen brasilianischen Fußballstar Romario, der nach seiner Karriere nun eine Position als Senator inne hat, um Unterstützung zu bitten.

Grund hierfür ist, dass die Verfahren hinsichtlich der Entschädigungszahlungen und der Strafbarkeit aus diversen Gründen immer weiter verschleppt werden. Vom Verein selbst haben die Hinterbliebenen zwar eine einmalige Ersthilfe erhalten, laut Opfer-Anwalt Fabiano Emery stehen den Angehörigen insgesamt aber gut 400 Mio. $ zu. Die bolivianische Versicherungsfirma “Bisa” weigert sich bislang, den entsprechenden Betrag zu entrichten. Deren Angebot beläuft sich derzeit auf 200.000 $ Zug-um Zug gegen Abtretung jeglicher Ansprüche, die möglicherweise gegen die Airline bestehen und einen Verzicht auf strafrechtliche Verfolgung der Fluglinie “LaMia”.

Dieses Angebot wurde von der AFAV-C abgelehnt.

Die Schuldfrage

Die Frage, die allen Angehörigen wohl immer noch schlaflose Nächte bereitet, ist die Frage, wer nun Schuld am Tod der 71 Menschen hat. Problem ist, dass die komplexe Ausgangslage, die insgesamt drei Länder, nämlich Bolivien, Brasilien und Kolumbien involviert, dazu beiträgt, die tatsächliche und rechtliche Aufarbeitung des Sachverhaltes weiter zu verschleppen und zu verschleiern. Die Opfer sind brasilianische Staatsangehörige, die Airline hat ihren Sitz in Bolivien, der Unfallort befindet sich nahe der kolumbianischen Stadt Medellín.

Fakt ist: Der Absturz des Flugzeugs erfolgte angesichts der Tatsache, dass der Kerosinfüllstand der Maschine für den Flug von Chapeco nach Medellín schlicht zu niedrig war. Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um eine weltweit gängige Praxis, da im Falle von Notlandungen Kerosin abgelassen werden muss und die Airlines somit aus Kostengründen mit der geringstmöglichen Spritmenge kalkulieren. Grob fahrlässig, leider jedoch Usus.

Die bolivianische Regierung machte im Zuge der Ermittlungen kurzerhand “LaMia” Besitzer Miguel Quiroga verantwortlich. Eben jener Miguel Quiroga befand sich allerdings ebenfalls als Pilot an Bord der Maschine und hat den Absturz leider nicht überlebt. Sein Geschäftspartner Marco Rocha ist nicht auffindbar. Die Ermittlungen der brasilianischen Staatsanwaltschaft erlauben allerdings andere Schlüsse und zeigen auf, wie komplex sich der gesamte Sachverhalt darstellt.

Angeblich war Quiroga zum Zeitpunkt des Absturzes nicht Eigner von “LaMia”, sondern die Venezolanerin Loredana Albacete. Angeblich hat Albacete, nebenbeibemerkt Tochter des mächtigen venezolanischen Politikers Ricardo Albacete, den Gewinn des Fluges über ein Konto in Hongkong erhalten.

Auch ein Jahr nach der Katastrophe sind somit immernoch nicht alle Umstände geklärt, was es allen Beteiligten zusätzlich erschwert, mit dem Unglück auch psychisch abzuschließen.

Der Verein – Wo steht “Chape” heute?

Sportlich gesehen erholte sich “Chape” auch dank weltweiter Anteilnahme und Solidarität recht zügig. Als Chapecoense vom einen auf den anderen Tag quasi ohne erste Mannschaft da stand, liehen zahlreiche Clubs ihre Reservisten an “Chape” aus, mehr als 10.000 neue Mitglieder hat der Verein seitdem gewonnen. Mit insgesamt 23 Neuzugängen konnte Chapecoense im Mai diesen Jahres die Bundesland-Meisterschaft gewinnen, zeitweise führte man sogar die brasilianische Serie A als an. Allerdings schied “Chape” schon früh in der Copa Libertadores aus, insgesamt zwei Trainer verschlissen die Brasilianer und man musste bis zum Schluss auf den Klassenerhalt hoffen, der letztlich allerdings gelang.

Mitleid habe das Team auf dem Platz schnell keines mehr erfahren, gab Alan Ruschel zu verstehen. “Am Anfang hat es viel Mitgefühl gegeben. Es wurde viel gesprochen über das, was passiert ist. Aber jetzt ist schon ein Jahr seit der Tragödie vorbei und wir mussten die Routine eines normalen Teams aufnehmen. Die Freude in der Kabine wiederzufinden, davon lebt eine Fußballmannschaft.” gab der Außenstürmer zu verstehen.

Im August dann durfte die gesamte Mannschaft nach Rom in den Vatikan reisen, Papst Franziskus hatte zur Audienz geladen, um sein Mitgefühl auszudrücken.

Am Jahrestag der Tragödie hat der Klub bewusst auf eine große Zeremonie verzichtet. Das Stadion, die Arena Conda, wurde allerdings für Gebete und Anteilnahme geöffnet, tausende kamen um den Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Auch Atlético Nacional hielt am Jahrestag eine Gedenkveranstaltung in Medellín ab.

Chapecoense und den designierten Gegner aus Medellín im Finale der Copa Sudamericana 2025 verbindet seit dem Unglück eine tiefe Freundschaft. Ohne zu zögern überließen die Kolumbianer “Chape” den Titel, auch um dem brasilianischen Klub die Siegprämie zuteil werden zu lassen. Der Absturzberg, “Cerro Gordo”, was soviel wie “fetter Hügel” bedeutet wurde in “Cerro Chapecoense” umbenannt.

Die Bürger der Metropole Medellín bildeten sogar eine Bürgervereinigung, um die persönlichen Gegenstände, die teils unbefugt vom Unfallort zum Zwecke der Hehlerei entwendet wurden, wie bspw. Armbanduhren, den Hinterbliebenden zukommen zu lassen – im Mai fanden fast 200 persönliche Dinge zurück zu den Angehörigen. Medellíns Bürgermeister, Federico Gutiérrez, skizzierte die Situation kurz und prägnant: “Aus einer großen Traurigkeit und Tragödie erwächst die Möglichkeit zu einer großen Freundschaft”.

Das Flugzeugunglück wird, wie beispielsweise auch bei Manchester United, für immer einen festen Bestandteil der Vereinshistorie ausmachen. Allerdings hat man sich ein neues Motto gegeben. “Pra sempre Chape”, für immer “Chape”. Denn, wie auch Chapecoense in einer Pressemitteilung in treffender Weise konstatierte, ist die größte Errungenschaft des Vereins die Tatsache, dass er nach so vielen Verlusten weiterlebt.

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Argentiniens langer und steiniger Weg nach Russland – ein Blick zurück https://www.chefutbol.com/lateinamerika/eliminatorias/argentinien-langer-weg-373914 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/eliminatorias/argentinien-langer-weg-373914#comments Sat, 04 Nov 2017 21:19:46 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=6496 Eine WM ohne Argentinien? Was für viele und insbesondere für die stolzen Gauchos unvorstellbar erschien, wäre beinahe bittere Realität geworden. Es war ein langer und steiniger Weg nach Russland, an dessen Ende ein Mann ganz allein für die WM-Qualifikation der...

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Eine WM ohne Argentinien? Was für viele und insbesondere für die stolzen Gauchos unvorstellbar erschien, wäre beinahe bittere Realität geworden. Es war ein langer und steiniger Weg nach Russland, an dessen Ende ein Mann ganz allein für die WM-Qualifikation der Albiceleste sorgte: Lionel Messi. Wir blicken zurück auf die WM-Qualifikation der Argentinier.

40 Sekunden waren gespielt in der Höhe von Quito und Argentinien lag im entscheidenden Spiel gegen Ecuador bereits mit 1:0 zurück. Der bittere Albtraum schien Realität zu werden. Doch eine unglaubliche Vorstellung von Lionel Messi wendete das Blatt zu Gunsten der “Albiceleste”. Man gewann letztendlich dank eines Dreierpacks von “La Pulga” mit 3:1 und darf 2018 nach Russland reisen. Es wäre das erste Mal seit 1970 gewesen, dass sich Argentinien nicht für eine WM qualifiziert hätte. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Wir werfen einen Blick zurück.

Messi und dann lange nichts

Zuerst ein paar Fakten: 44 Spieler, drei Trainer, drei Präsidenten. Gerardo Martino, Edgardo Bauza und Jorge Sampaoli hießen die drei Nationaltrainer dieser turbulenten Reise nach Russland. Dabei holte Martino 74% aller Punkte, während Bauza und Sampaoli deutlich schlechter abschnitten (45,8% und 50%). Torhüter Sergio Romero spielte jede Minute, Ángel Di María stand auch bei allen 18 Spielen auf dem Platz. Danach folgen Mascherano und Otamendi (15 Spiele), gefolgt von Lucas Biglia (12) und Lionel Messi (10). Diese zehn Spiele reichten Messi um bester Torschütze seines Teams mit sieben Toren zu sein. Danach kommt erst einmal lange nichts. Di María, Mercado und Lucas Pratto trafen jeweils zweimal.

Argentinien fängt sich nach Stotterstart

Unter Interimspräsident Luis Segura wurde Ex-Barça-Coach Gerardo Martino als Nachfolger von Alejandro Sabella vorgestellt, der nach der Finalniederlage gegen Deutschland 2014 zurückgetreten war. Der Beginn der Qualifikation ließ schon erahnen, was da auf die Argentinier wartet. Man verlor ohne Messi daheim gegen Ecuador und spielte in Paraguay nur Unentschieden.

Einem weiteren Unentschieden gegen Brasilien (1:1) folgten aber drei Siege (1:0 in Kolumbien, 2:1 in Chile und 2:0 gegen Bolivien) und somit eine ordentliche Punkteausbeute von elf Punkten nach sechs Spielen.

Nach der erneuten Finalniederlage bei der Copa América Centenario 2025 und atmosphärischen Störungen innerhalb des Verbandes nahm Martino seinen Hut. Der neue von FIFA und Conmebol eingesetzte Interimspräsident Armando Pérez entschied sich für São-Paulo-Trainer Bauza als Martino-Nachfolger. Argentinien stand zu diesem Zeitpunkt auf dem dritten Tabellenplatz mit elf Punkten und damit nur zwei hinter Uruguay und Ecuador.

Auf und ab unter Bauza

Bauza startete gut mit einem 1:0-Sieg gegen Uruguay, danach folgten jedoch zwei bittere Unentschieden gegen Venezuela und Peru (jeweils 2:2). Es sollte noch schlimmer kommen: Man verlor daheim in Cordoba gegen Paraguay mit 1:0 und wurde vom Erzrivalen Brasilien mit 3:0 abgefertigt. Die Kritik an Bauza nahm zu, aber die Mannschaft zeigte Charakter: man gewann dank Pratto, Di María und Messi mit 3:0 gegen Kolumbien in San Juan.

Man schlug auch Chile mit 1:0 durch ein Tor von Juan Antonio Pizzi. Es schien so, als würde Argentinien und Bauza die Kurve kriegen, doch eine peinliche 0:2-Niederlage in La Paz gegen Bolivien brachte das Fass zum überlaufen und der neue und offiziell gewählte AFA-Präsidentent Tapia setzte Bauza vor die Tür und holte seinen Wunschkandidaten Samapoli.

Unter Sampaoli zittert sich Argentinien zur WM

Doch der Ex-Trainer des FC Sevilla hatte einen sehr holprigen Start mit nur drei mageren Unentschieden gegen Uruguay (0:0), Venezuela (1:1) und Peru (0:0). Gegen Peru half selbst das legendäre “La Bombonera” nicht und die Angst vor einem Verpassen der Endrunde in Russland wurde immer größer. Dann kam das Endspiel in Ecuador. Der Ausgang ist bekannt.

Es könnte der Wendepunkt in der bis dahin unglücklichen Nationalmannschaftskarriere des Lionel Messi gewesen sein. Messi hat in den letzten zwei Jahren an Farbe (und das nicht nur aufgrund seiner Tattoos) und Charakter gewonnen. Durch das Match in Quito scheint er nun auch endlich vollends von den argentinischen Fans akzeptiert und geliebt zu werden. Das einst so distanzierte Verhältnis gehört der Vergangenheit an. Nun fehlt dem argentinischen Superstar nur noch eines, um mit seinem ewigen Schatten Diego Maradona gleichzuziehen: der WM-Titel 2018 in Russland. Nach dieser turbulenten WM-Qualifikation sollte man mit den Argentiniern sicherlich rechnen, wenn der Titel in Russland vergeben wird. Steinig genug war der Weg bis dahin auf jeden Fall.

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Eliminatorias – Brasiliens Weg nach Russland https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/brasilien-weg-russland-947924 https://www.chefutbol.com/lateinamerika/brasilien/brasilien-weg-russland-947924#respond Sat, 21 Oct 2017 13:23:20 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=6347 Der Rekordweltmeister Brasilien darf bei einer WM-Endrunde nicht fehlen. Für die Teilnahme an der Endrunde in Russland erstickten die Brasilianer jeden Zweifel im Keim. Die Selecao zeigte eine starke Qualifikationsrunde und zählt bereits heute zum engeren Favoritenkreis für die WM...

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Der Rekordweltmeister Brasilien darf bei einer WM-Endrunde nicht fehlen. Für die Teilnahme an der Endrunde in Russland erstickten die Brasilianer jeden Zweifel im Keim. Die Selecao zeigte eine starke Qualifikationsrunde und zählt bereits heute zum engeren Favoritenkreis für die WM in Russland. Wir werfen einen Blick auf die Qualifikation der Brasilianer.

Vor gut zwei Jahren, am 08. Oktober 2015, begann der lange Weg durch die südamerikanische Qualifikationsrunde. Und dieser startete für brasilianische Verhältnisse eher schlecht. In Santiago de Chile unterlagen die Brasilianer mit 2:0. Anschließend bezwang man zwar zu Hause die Mannschaft aus Venezuela, gefolgt von einem Remis gegen den Dauerrivalen aus Argentinien. Es war dennoch ein holpriger Start für die erfolgsverwöhnten Brasilianer. Im Lande des „Joga Bonito“, des „schönen Spiels“, machte sich Unmut über die Leistungen der Mannschaft breit: Wenn in Brasilien eines schlechter ankommt als Ergebnisfußball, dann ist es wenig erfolgreicher Ergebnisfußball.

Trainerwechsel wird zum Wendepunkt

Nach dem Sieg über Peru im vierten Spiel und zwei weiteren Unentschieden gegen Uruguay und Paraguay musste Dunga, der einstige Kapitän der Selecao, als Cheftrainer seinen Hut nehmen. Dunga war in seiner zweiten Amtszeit als Verantwortlicher vermehrt in die Kritik geraten. Zu diesem Zeitpunkt stand Brasilien in der Quali zwar nicht schlecht da – lediglich eine Niederlage nach sechs Spielen – aber das frühe Ausscheiden bei der Copa América brachte das Fass zum überlaufen. Wirklich zufrieden ist man mit dem Weltmeister von 1994 schon lange nicht mehr gewesen, weshalb das Aus beim Kontinentalwettbewerb als Glücksfall für den weiteren Verlauf der WM-Quali betrachtet werden kann. Der Trainerwechsel wurde zur Kehrtwende des brasilianischen Fußballs.

Tite übernahm das Amt und die Auswahl zeigte prompt ein anderes Gesicht (chefutbol.com berichtete im April). Der neue Trainer konnte vom aktuellen brasilianischen Meister Corinthians geholt werden und prägte auf Anhieb das Spiel. In den 12 Begegnungen unter Tite gab es bisher zehn Siege und zwei Unentschieden. Und nicht nur das: Die Selecao spielt seitdem wieder erfrischenden Fußball und konnte sich letztlich ohne Probleme qualifizieren. Die WM-Teilnahme Brasiliens wird zwar ohnehin immer erwartet, aber die Qualifikationsgruppe in Südamerika zu durchlaufen ist stets ein hartes Stück Arbeit. Exempel stellten dieses Jahr der ungeliebte Nachbar und „La Roja“ dar. Die Argentinier mussten bis zum letzten Spieltag bangen und die in den letzten Jahren so starken Chilenen müssen sogar vor dem Fernseher die WM verfolgen.

Brasilianische Dominanz in Südamerika

Diesem Schicksal entgingen die Brasilianer deutlich, die Teilnahme war früh gesichert. Der Blick auf die Tabelle lässt bereits viele Rückschlüsse zu. Die Selecao hat mit lediglich 11 Gegentoren in 18 Spielen die beste Abwehr in dieser Staffel. 41 Treffer bedeuten auch die erfolgreichste Torausbeute. Zum Vergleich: Der Powersturm Argentiniens, um Messi, Higuaín, Dybala, Agüero oder Icardi, erzielte lediglich 19 Treffer. Die torgefährlichsten Spieler für die Brasilianer waren Gabriel Jesus, Paulinho und Neymar. Sie hatten jeweils sechs Treffer auf dem Konto. Der 20jährige Jesus ist besonders hervorzuheben. Für seine Tore benötigte er weniger als 800 Minuten auf dem Spielfeld. Er ist der große Gewinner, gerade der letzten Monate.

Das Rezept für Brasiliens jüngste Erfolge wird in der mannschaftlichen Ausgeglichenheit zu finden sein. Während bei der WM 2014 im eigenen Land alles auf den Superstar Neymar konzentriert schien, liegt die Verantwortung nun auf mehreren Schultern. Neymar bleibt zwar der Star in diesem Ensemble, er kann aber auch ersetzt werden, wenn er keinen guten Tag haben sollte. Gegen Chile konnte Tite den Spieler von Paris St. Germain ohne Qualitätsverlust auf der Bank Platz nehmen lassen. Mit Gabriel Jesus, Philippe Coutinho, Firmino oder auch Willian, steckt die Offensive Brasiliens voller Qualität. Beim 5:0 über Bolivien im Oktober 2025 reihten sich zum Beispiel fünf verschiedene Spieler in die Torschützenliste ein.

Routine in der Abwehrreihe

Etwas untypisch erscheint die herausragende Defensivleistung der Brasilianer. Mit Dani Alves, Marcelo und Filipe Luis stehen allerdings auch drei Außenverteidiger zur Verfügung, die nicht nur absolutes Weltklasse-Format besitzen, sondern auch im Offensivspiel Akzente setzen. Mit Innenverteidigern wie David Luiz, Thiago Silva, Miranda oder Marquinhos hat Brasilien international erfahrene Spieler und jede Position doppelt besetzt. Allesamt bringen viel Erfahrung aus Europas Topligen mit und bilden das Fundament für die Offensivkünstler. Perfekt umgesetzt wurde diese Balance gegen Argentinien im vergangenen November. Beim 3:0 brannte in der brasilianischen Defensive nichts an, während Coutinho und Neymar schon in der ersten Hälfte für klare Verhältnisse sorgen konnten.

Diese Machtdemonstration gegen Argentinien sowie der 4:1 Auswärtssieg in Montevideo gegen Uruguay können als die brasilianischen Highlights während der Qualifikation betrachtet werden. In Südamerika sind die Rivalitäten riesig, solche Siege werden hoch gewertet und sind wichtig für die Fußballseele. Paulinho war gegen die „Urus“ dreimal erfolgreich gewesen. Er ist ein wichtiger Faktor im brasilianischen Mittelfeld und hat mit Spielern wie Casemiro, Fernandinho und Renato Augusto starke Partner an seiner Seite, die allesamt auf Topniveau spielen können. Die Breite des Kaders ist jedenfalls gegeben, es wird keine leichte Aufgabe für Tite, seine Mannschaft für das nächste Jahr zu bestimmen – lediglich ein Luxusproblem.

Nichts zu bemängeln bei Brasilien

Unter Tite haben die Brasilianer wieder zu ihrer alten Linie gefunden. Begeisternder Offensivfußball gepaart mit überragenden Einzelkönnern, die sich auch zu verstehen scheinen. Stehen sich die Brasilianer nicht selbst im Weg, gibt es nur wenige Mannschaften, die den Samba-Kickern das Wasser reichen können. In der harten Qualifikation Südamerikas haben sie ihre Fähigkeiten demonstriert. Nach 18 Spielen gab es bei harter Konkurrenz nur eine Niederlage. Gerade die Offensive ist noch jung und kann sich im kommenden Jahr noch steigern. In der Defensive befinden sich viele Routiniers, für die es die letzte WM-Teilnahme sein wird und viel Erfahrung aufweist. Hält die Mannschaft ihre Qualifikationsform, werden sie ein Favorit auf den goldenen Pokal in Russland sein.

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60 Jahre Camp Nou https://www.chefutbol.com/europa/spanien/60-jahre-camp-nou https://www.chefutbol.com/europa/spanien/60-jahre-camp-nou#comments Sun, 24 Sep 2017 19:24:18 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=6068 Das Camp Nou ist mehr als einfach nur ein Ort, an dem Fußball gespielt wird. Es ist seit sechs Dekaden ein Treffpunkt für Weltstars des Fußballs, ein Sammelplatz für politische Demonstrationen, eine Art kirchlicher Zufluchtsort für so viele Katalanen und...

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Das Camp Nou ist mehr als einfach nur ein Ort, an dem Fußball gespielt wird. Es ist seit sechs Dekaden ein Treffpunkt für Weltstars des Fußballs, ein Sammelplatz für politische Demonstrationen, eine Art kirchlicher Zufluchtsort für so viele Katalanen und nebenbei das größte Vereins-Fußballstadion der Welt. Der Bau wurde vor 60 Jahren abgeschlossen. Die kolossale Schüssel ist in die Jahre gekommen, es soll aber noch lange nicht ihr Ende sein.

„Neues Feld“, soviel bedeutet das katalanische „Camp Nou“ in der deutschen Übersetzung. Neu ist das zum jetzigen Zeitpunkt eher marode Stadion allerdings nicht mehr. Dennoch ist es jedem Fußballfan unseres Kontinents ein Begriff. Für Fußballliebhaber ist es eine Gedenkstätte, in der so viele Feiertage dieser wunderbaren Sportart zelebriert wurden. Und das nicht erst seitdem Lionel Messi seine Solos auf den Rasen zaubert. Die größten Stars unseres Planeten jagten dem runden Leder vor phasenweise über 100.000 Zuschauern hinterher. Trotz dieser Größe liegt die aktuelle Wartezeit auf eine Dauerkarte bei über 40 Jahren. Das Camp Nou und der FC Barcelona sind zu einer Einheit verschmolzen und nun feiern sie gemeinsam den Jahrestag des Ortes, an dem die Katalanen so viele Erfolge bejubeln durften.

Estadi del FC Barcelona

Nach der dreijährigen Bauphase hatte das Stadion 1957 zunächst den Namen „Estadi del FC Barcelona“ erhalten. Von Beginn an wurde der Fußballtempel allerdings im Volksmund als „Camp Nou“ tituliert. Den meisten Menschen ist allerdings nicht bewusst, dass der Name des Stadions erst zur Saison 2000/2001 tatsächlich auch offiziell in „Camp Nou“ geändert wurde. Bei einer schriftlichen Abstimmung zu dieser Thematik hatten sich bei knapp 30.000 abgegebener Mitgliederstimmen 68% dazu ausgesprochen, dem Stadion seinen heutigen Namen zu geben. Es wurde damals errichtet, weil die vorangehende Spielstätte Namens „Les Corts“ mit seiner Kapazität von 60.000 Zuschauern bereits zu klein gewesen ist. Der Bau war ein gewagter Schritt in eine verheißungsvolle Zukunft des Clubs.

Als Ursache für die hohe Auslastung der Spielstätte in Barcelona werden die beiden spanischen Meistertitel aus den Jahren 1948 und 1949 sowie die Verpflichtung des ungarischen Starspielers Laszlo Kubala angeführt. Der FC Barcelona war bereits damals ein Aushängeschild Kataloniens und die Menschen strömten in das Stadion, um ihre Mannschaft zu bejubeln. Immer wieder wurde aber auch das weite Rund als Plattform für politische Proteste gegen das Franco-Regime oder für die Unabhängigkeitsbewegung der Katalanen genutzt. Das Camp Nou war nicht einfach nur ein Stadion, es wurde zu einem Ort der freien Meinungsäußerung, einer politischen Bewegung. Das ist es bis heute geblieben.

Frischzellenkur für die „alte Dame“ verzögert sich

Als die riesige Schüssel 1957 erbaut wurde, fanden 93.000 Zuschauer Platz. So sollte es aber nicht bleiben. Zur WM in Spanien wurde das ohnehin schon riesige Bauwerk abermals aufgestockt. Nun konnten 120.000 Zuschauer den Mannschaften auf dem Rasen zusehen, teilweise aus schwindelerregenden Höhen. Diese Menschenmasse bekommt man heutzutage aufgrund der Sicherheitsbestimmungen nicht mehr in das weite Rund. Nach diversen Auflagen sind es heute noch 99.787 Zuschauer. So soll es aber, wenn es nach dem Präsidium der Katalanen geht, nicht mehr lange bleiben. Wie eine rüstige alte Dame ist das Camp Nou in die Jahre gekommen. Höchste Zeit für Schönheitskorrekturen.

Bereits Im Jahr 2007 wurden Pläne zu einer Rundumerneuerung präsentiert. Die Mittelknappheit, welche seit längerer Zeit beim FC Barcelona vorherrscht brachte allerdings die Bemühungen zum stagnieren. Priorität wurde zunächst auf die Halle gelegt, dem anliegenden Palau Blaugrana. Dort spielen unter anderem die erfolgreichen Basketballer, Handballer sowie die Futsal-Mannschaft des FC Barcelona. Eine Erneuerung war dringend nötig, um vor allem der Basketballmannschaft die Lizenz für das Pendant der Fußball-Championsleague gewährleisten zu können. Die Sporthalle ist, wie das Camp Nou, in die Jahre gekommen und soll demnächst gänzlich mit einem 100 Mio. €-Projekt neu errichtet werden.

Camp Nou –  mehr als nur ein Stadion

Der Palau Blaugrana ist nicht die einzige Sportstätte im näheren Umfeld des Camp Nou. Das Gelände rund um das Stadion ist ein Sportkomplex. Im Mini Estadi sind die Jugendmannschaften des FC Barcelona beherbergt. Im Camp Nou selbst befindet sich das Vereinsmuseum, welches mit Führungen, der sogenannten „Camp Nou Experience“ besichtigt werden kann. Die Führung bietet nicht nur einen Blick auf die große Trophäensammlung und die Kabinen des FC Barcelona, sondern man passiert auch die kleine Kapelle im Spielertunnel. In Katalonien sind Glauben und Fußball eng verknüpft, für manch Fan der FC Barcelona gar eine eigene Religion – das Camp Nou kommt entsprechend einer Kirche gleich.

Und dann findet man noch den Geist des FC Barcelona: Dem Sportstättenkomplex vorgelagert befindet sich in einem kleinen eingezäunten Gelände eine ganz unscheinbare Bauernhütte. Jene Hütte prägte die Vereinsgeschichte des FC Barcelona und ist Sinnbild für die Erfolge des Clubs. Die Sprache ist von „La Masia“. Das Bauwerk, welches einer Steinbaracke zu ähneln scheint, stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und war von 1979 bis 2011 die Jugendakademie des FC Barcelona. Viele Stars, die heute als Profifußballer ihr Geld verdienen, gingen durch diese Akademie. Messi, Xavi, Iniesta, Piqué oder Busquets sind nur ein paar Beispiele. Als Initiator dieser Anstalt gilt übrigens der im letzten Jahr verstorbene Holländer Johan Cruyff. Getreu dem Vereinsmotto „Mehr als ein Club“, ist das Camp Nou auch mehr als ein Stadion.

Schauplatz des bayerischen Championsleague-Dramas

Wie es sich für ein Stadion des Kalibers Camp Nou gehört, war es bereits Schauplatz vieler großer Spiele. Vor 110.000 Zuschauern konnte der FC Barcelona 1982 den Europapokal der Pokalsieger gegen Standard Lüttich erringen. Unparteiischer der Begegnung war die deutsche Schiedsrichterlegende Walter Eschweiler. Im selben Jahr fand auch das Eröffnungsspiel der WM zwischen Belgien und Argentinien statt (1:0). Ebenso war das Camp Nou Austragungsort des Halbfinales dieser WM-Endrunde. Italien bezwang damals Polen mit 2:0. 1989 fand das Finale des Europapokals der Landesmeister in Barcelona statt. Beim 4:0 des AC Mailand gegen Steaua Bukarest waren je zweimal Marco van Basten und Ruud Gullit erfolgreich. Drei Jahre später setzten sich die Spanier im Finale der Heimolympiade 1992 mit 3:2 gegen die Mannschaft aus Polen durch.

Negativ erinnern sich die Bayern-Fans an das Championsleague-Finale der Saison 1999 zurück. Die Partie war an Drama und Spannung kaum zu übertreffen, wenngleich mit unglücklichem Ausgang für die Münchner. Viele können sich noch erinnern, als sich der FC Bayern München und Manchester United um David Beckham in Barcelona gegenüberstanden. In der sechsten Spielminute gingen die Münchner durch den Freistoßtreffer von Mario Basler in Führung und die Bayern sahen lange als der sichere Sieger aus, bis dann die Nachspielzeit anbrach. Binnen zwei Minuten stellten Teddy Sheringham (90+1) und Ole Gunnar Solskjaer (90+3) das Spiel auf den Kopf und sicherten United den begehrten Henkelpott. Ähnlich spektakulär verlief die „Remontada“ des FC Barcelona gegen Paris St. Germain in der abgelaufenen Chapionsleague-Saison. Nach der 0:4 Hinspielniederlage konnte der FC Barcelona mit drei Treffern in der Schlussphase durch ein 6:1 noch in letzter Minute in die nächste Runde einziehen.

Die Zukunft des Camp Nou

Die Pläne, welche 2007 vorgestellt und anschließend eingestellt wurden, scheinen jetzt wieder aufgegriffen zu werden. Bis 2022 sollen nun noch 400 Mio. € anstatt der ursprünglich veranschlagten 600 Mio. € in das Stadion fließen – und diese Investition ist auch dringend nötig. So riesig und anmutend dieser Bau auch wirkt, so wenig Attraktivität strahlt der Betonklotz für viele Besucher aus. Der Komfort für die Zuschauer im Stadion ist absolut ausbaufähig, aktuell lediglich die Haupttribüne überdacht. Ein Club wie der FC Barcelona braucht auch ein Stadion in Topzustand, ein Stadion, welches dem Club würdig ist. Das Camp Nou ist es einmal gewesen und soll es auch wieder werden.

Wirft man einen Blick auf die Pläne, darf man sich als objektiver Liebhaber des Fußballs auf eine Bühne freuen, die den Stars des FC Barcelona gerecht wird. Die Kapazität soll wieder über die magische 100.000 Zuschauer-Marke steigen und der Innenraum wird komplett überdacht sein. Glasfassaden und Lichtspiele machen auch das Äußere des Stadions zu einem zeitlosen Hingucker. Das Camp Nou soll wieder zu dem Prestigebau werden, was es einst war. Moderne VIP-Boxen ein vergrößerter Medienbereich und die Aufstockung des Vereinsmuseums machen aus dem Bau wieder mehr als ein Stadion, getreu dem Motto „Mehr als ein Club“. Und mit den zusätzlichen Kapazitäten verkürzt sich vermutlich auch wieder die Wartezeit für den ein oder anderen Dauerkartenanwärter.

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La Liga startet am Wochenende – steht der spanische Meister bereits fest? https://www.chefutbol.com/europa/spanien/la-liga-real-favorit-984747 https://www.chefutbol.com/europa/spanien/la-liga-real-favorit-984747#respond Thu, 17 Aug 2017 21:25:46 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=5629 Real Madrid strotzt vor Selbstbewusstsein, Barcelona wirkt angeknockt, Atlético darf nicht einkaufen. Womöglich steht den spanischen Fans ein langweiliger Titelkampf bevor. Wer Mittwochnacht in die Gesichter der Barça-Akteure und des neuen Trainers Ernesto Valverde blickte, sah Enttäuschung, Verzweiflung, vielleicht sogar...

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Real Madrid strotzt vor Selbstbewusstsein, Barcelona wirkt angeknockt, Atlético darf nicht einkaufen. Womöglich steht den spanischen Fans ein langweiliger Titelkampf bevor.

Wer Mittwochnacht in die Gesichter der Barça-Akteure und des neuen Trainers Ernesto Valverde blickte, sah Enttäuschung, Verzweiflung, vielleicht sogar ein bisschen Fassungslosigkeit. Man muss einige Jahre zurückblicken, ehe Barcelona in Hin- und Rückspiel von einem Gegner so vorgeführt wurde. 5:1 gewann Real Madrid die beiden Clásicos um den Spanischen Supercup. Und das Ergebnis war in Summe hochverdient. Das einzige Tor der Katalanen gelang Messi per Elfmeter nach Schwalbe von Luis Suarez im Hinspiel. Viel mehr klappte in dieser Partie nicht. Im Rückspiel trafen immerhin Messi und Suarez die Latte beziehungsweise den Pfosten. Doch da stand es längst 2:0, der Drops war gelutscht. Schlimmer als das Ergebnis: Barça hatte weniger Ballbesitz, wirkte im Mittelfeld trotz nomineller Überzahl dank eines überraschenden 3-5-2 mit Alba und Sergi Roberto auf den Außenbahnen überfordert und im Sturm fehlte ein Akteur wie Neymar mit seinen Tempodribblings an allen Ecken und Enden.

Neymars Wechsel war ein Schock – Valverde schon unter Druck

Der Wechsel des Brasilianers war ein Schock, gerade für das Selbstbewusstsein des Clubs, seiner Spieler und Fans. Wieso sollte ein Weltklasseakteur wie Neymar Barcelona verlassen? Seit Luis Figos Wechsel vor 17 Jahren hat die Blaugrana der Weggang eines Spielers nicht mehr so verletzt wie Neymars Abschied in Richtung Paris. Das kongeniale Sturmtrio, das zwei Jahre lang mehr oder weniger gut kaschieren konnte, dass Barcelona seit Xavis Abschied nicht mehr nicht mehr der gleiche Verein ist, ist Geschichte.

222 Millionen Euro wären vor ein, zwei Jahren noch genug Geld gewesen, um mindestens in der Breite gleichwertigen Ersatz zu finden. Doch die Clubs wissen um Barcelonas Kaufkraft und vor allem um die Notwendigkeit der Katalanen, sich zu verstärken und nutzen das clever aus. Kommt Coutinho aus Liverpool? Kommt Dembélé aus Dortmund? Seit Wochen gibt es nur Wasserstandsmeldungen. Die Qualität beider Spieler kann Barcelona gut gebrauchen. Doch angenommen, die Transfers gelingen – wie schnell sich beide integrieren und die ersehnten Leistungen bringen, steht in den Sternen. Dass Gerard Deulofeu, der Rückkehrer, Neymar gleichwertig ersetzen kann, glaubt jedenfalls keiner. Und Paulinho, der zentrale Mittelfeldspieler, der mit 29 Jahren für 40 Millionen Euro aus China gekommen ist, gilt unter den culés nicht gerade als Hoffnungsträger.

Ernesto Valverde, der neue Trainer nach dem Abgang von Luis Enrique, wirkt bereits vor dem ersten Ligaspiel unter Druck. Mit zwei Pflichtspielniederlagen, noch dazu zwei Demütigungen gegen den ärgsten Rivalen in ein neues Abenteuer zu starten ist nie ideal. Erst recht nicht bei einem so großen Verein wie Barcelona. Was macht Hoffnung? Eigentlich nur einer. Lionel Messi.

Atlético: Keine neuen Spieler – dafür ein neues Stadion

Rund 500 Kilometer weiter südöstlich hat einer der stolzen Hauptstadtvereine ganz andere Sorgen. Auch Atlético Madrid würde sich gerne verstärken. Nur dürfen sie nicht. Wegen Verstößen gegen Transferbestimmungen von minderjährigen Spielern darf der Verein in diesem Sommer nicht einkaufen. Dabei wäre eine gewisse Blutauffrischung bei den Colchoneros ähnlich nötig wie bei den Blaugrana. Ex-Akteur Diego Costa, vergangenes Jahr noch englischer Meister mit dem FC Chelsea, scheint unbedingt zurückkehren zu wollen. Und dem Transfer an sich steht nichts in Wege: Ähnlich wie Barcelona vor zwei Jahren mit Arda Turan und Aleix Vidal dürfte Atlético aktuell durchaus Spieler kaufen. Nur dürfen diese erst im Januar, zur neuen Transferperiode, eingesetzt werden. Doch die Forderungen von Chelsea und die Angebote von Atlético gehen bisher noch weit auseinander.

Statt neuer Spieler müssen sich die Fans von Atlético auf ein neues Stadion einstellen. Das Estadio Vicente Calderon ist Geschichte, ab sofort tritt die Elf von Diego Simeone im Wanda Metropolitano an, einem umgebauten Leichtathletikstadion. Das heißt: Mit über 70000 Sitzplätzen mehr Kapazität. Aber vermutlich zunächst nicht das Gefühl eines Heimspiels für die Akteure und ihre Fans. Wie der Verein mit der Mixtur aus neuem Stadion und Transfersperre umgeht, bleibt abzuwarten. Als Topfavorit auf den Titel hat die Colchoneros allerdings keiner auf dem Zettel.

Real als Topfavorit auf den Titel

Diese Rolle ist an den großen Stadtrivalen vergeben. Real Madrid ist amtierender Meister und Champions-League-Sieger, hat den spanischen und den europäischen Supercup gewonnen und geht mit einer extrem breiten Brust in die Saison. Zurecht: Der Kader sucht seinesgleichen. Real ist in allen Mannschaftsteilen exzellent besetzt, wobei das Mittelfeld mit Casemiro, Kroos und Modric herausragt und fast an die große Barcelona-Elf dieses Jahrhunderts mit Busquets, Xavi und Iniesta erinnert. Es überrascht nur auf den ersten Blick, dass Real Madrid in diesem Sommer keinen Superstar verpflichtet hat. Die Zeiten, in denen große Namen wichtiger waren als die Zusammenstellung der Mannschaft sind unter Zinedine Zidane vorbei. Der Franzose hat sich als fähiger Mediator herauskristallisiert, der das Ego von Cristiano Ronaldo im richtigen Moment streichelt, dem alternden Torjäger aber auch vermittelt, dass es manchmal besser ist, gegen kleine Clubs eine Pause zu machen um fit zu sein für die großen Aufgaben. Das könnte auch in dieser Saison wieder ausgezeichnet funktionieren, denn Real Madrid hat die nötige Kadertiefe. Auch Karim Benzema und der extrem talentierte Marco Asensio sind immer für ein Tor gut, und mit einem gut aufgelegten Isco als Regisseur könnte aus dem gewohnten 4-3-3 immer häufiger ein 4-4-2 mit Raute werden. Ein kleines Fragezeichen steht hinter Gareth Bale, der auch wegen regelmäßigen Verletzungen nicht die Rolle spielt, die sich der Verein nach dem Transfer des Walisers gewünscht hat. Die jungen Verstärkungen Dani Ceballos und Theo Hernandez gelten beide als extrem entwicklungsfähig.

Vor dem ersten Spieltag hat Real Madrid jedenfalls alle Trümpfe in der Hand. Die blancos sind zurecht der Topfavorit auf die spanische Meisterschaft. Und aktuell spricht wenig dafür, dass der Titelkampf auch in diesem Jahr bis zum letzten Spieltag offen ist. Zu ausgeglichen, zu stark und zu gierig wirkt der Kader des Meisters – und zu schwach die beiden einzigen nennenswerten Konkurrenten.

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Bonjour Neymar? – Faktencheck und Beweggründe zum möglichen Rekordtransfer https://www.chefutbol.com/europa/frankreich/bonjour-neymar-faktencheck-und-beweggrunde-zum-moglichen-rekordtransfer https://www.chefutbol.com/europa/frankreich/bonjour-neymar-faktencheck-und-beweggrunde-zum-moglichen-rekordtransfer#comments Fri, 21 Jul 2017 15:15:13 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=5268 Erst am 19. Juli hatten wir in unserem Artikel das heiße Gerücht um die Wechselgedanken des brasilianischen Superstars Neymar berichtet. Mittlerweile kommen neue Infos an die Öffentlichkeit und der schier undenkbare Transfer könnte schon bald realisiert sein. Es wäre ein...

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Erst am 19. Juli hatten wir in unserem Artikel das heiße Gerücht um die Wechselgedanken des brasilianischen Superstars Neymar berichtet. Mittlerweile kommen neue Infos an die Öffentlichkeit und der schier undenkbare Transfer könnte schon bald realisiert sein. Es wäre ein neues Kapitel im Buch des Fußballwahnsinns der letzten Jahre.

Nur ein Jahr, nachdem die magische 100 Mio. Euro Grenze beim Transfer von Paul Pogba gebrochen wurde, besteht schon wieder das Gerücht, dass auch dieser unvorstellbare Betrag durch einen neuen Rekord pulverisiert werden würde. 222 Mio. € steht auf dem Preisschild, welches der FC Barcelona seinem Star umgehängt hat. Die Summe wirkt abstrus. Noch verrückter klingt nur der Gedanke, dass ein Schiech in Paris sitzt, und diese Summe auch noch bereit ist zu bezahlen.

Finanzielles Fragezeichen

Fraglich ist jedoch, wie St. Germain Neymar finanzieren will. Die Summe aufzutreiben ist kein Thema in Paris. Dabei helfen unzählige „Scheichmillionen“. Die enormen Ausgaben vor der FIFA zu rechtfertigen ist eine ganz andere Sache. Das Financial Fairplay sitzt dem Club gewaltig im Nacken. PSG hatte bereits mit der FIFA diesbezüglich zu kämpfen und es drohte der Ausschluss aus der Championsleague. Das weiß auch Barcas Präsident Josep Maria Bartomeu. Im Financial Fairplay liegt wohl auch die einzige Möglichkeit, Neymar zu halten. Will der Spieler tatsächlich gehen und Paris bezahlt die festgeschriebene Ausstiegsklausel, wäre der spanische Topclub absolut machtlos.

„Niemand kann die Ausstiegsklausel zahlen, ohne gegen das Financial Fairplay zu verstoßen“, Bartomeu über den Transfer von Neymar

Ob Bartomeu Recht besitzt, oder ob das sein letzter Strohhalm ist, nachdem er greift muss sich zeigen. Fakt ist, wenn Neymar 222 Mio. Euro kosten wird, muss der PSG schnellstmöglich auch Transfereinnahmen generieren. An der Stelle kommt Veratti ins Spiel, an dem – wie soll es auch anders sein – der FC Barcelona Interesse bekundet. Deshalb könnte sich auch ein Tauschgeschäft rund um den Megadeal anbahnen. Für Verratti selbst werden übrigens auch Summen zwischen 80 und 100 Mio. Euro aufgerufen. Ebenfalls kein Schnäppchen, welches Barca einfach aus seiner Portokasse bezahlen kann. In diesem verrückten Wechselkarussell könnte der Italiener einer der großen Gewinner hervorgehen.

Neymar mimt das Pokerface

Der FC Barcelona hat im Endeffekt am wenigsten Einfluss. PSG muss die Summe irgendwie wieder reinholen und dann liegt die Entscheidung nur noch bei Neymar selbst. Der Brasilianer würde in Paris jedenfalls einige Landsmänner aus der Selecao vorfinden, was ebenso für einen Wechsel spricht. Ein Bekenntnis von Neymar zu einem der Clubs gibt es keins. Er inszeniert sich und seine Situation perfekt auf Instagram – er lässt Bilder statt Worte sprechen. Sein letztes Foto zeigt den Brasilianer beim Training des FC Barcelona auf dem Bauch liegend, mit der Hand am Kinn in nachdenklicher Pose inklusive entsprechendem Smiley. Er legt immer wieder Brennstoff in den Ofen der Gerüchteküche. Und welchem Spieler mag dieses Bild wohl gefallen? Genau, es ist kein geringerer als Marco Verratti.

Neymar wird auf finanzieller Ebene von einem Wechsel profitieren, das ist klar! Ein Nettogehalt von 30 Mio. Euro wird ihm in Aussicht gestellt. Das ist unbestritten ein Beweggrund, aber vielleicht – und das hofft man als Fußballfan – steckt noch mehr dahinter. Neymar ist ein absoluter Weltstar. Jedes Team bereichert er, sogar in Barcelona. Dennoch spielt er dort nur die zweite Geige hinter Messi, denn der ist selbst für Neymar (noch) nicht erreichbar. Möglicherweise ist auch die Idee, der unbestrittene Star bei PSG zu sein, der entscheidende Anreiz für einen Wechsel. Es wäre eine Begründung, die aus sportlicher Sicht sinnvoll erscheint. Das wäre zumindest ein wenig Balsam für die geplagten Seelen der Fußballromantiker, die nur noch Spieler erleben, die dem Ruf des Geldes folgen.

Spannung garantiert

Am Freitagmorgen wurden Meldungen publik, der Vater Neymars sei sich beinahe einig mit dem neuen Club. Von 95%iger Sicherheit wird berichtet und der Vater hätte bereits ein lapidares Handgeld von 40 Mio. Euro entgegengenommen. Was diese Prozentzahl letzten Endes wert sein wird ist offen. Bei solchen Geschäften zählt nur eines: Die trockene Tinte unter dem Vertrag. Und bis es soweit ist, wird es noch viele herrliche Spekulationen um die Transferposse des Sommers geben. Wir freuen uns drauf und halten euch auf dem Laufenden.

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Wer ist Cristiano Ronaldo? – Eine kritische Hommage https://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/wer-ist-cristiano-ronaldo-684233 https://www.chefutbol.com/fur-die-ewigkeit/legendare-spieler/wer-ist-cristiano-ronaldo-684233#respond Fri, 14 Jul 2017 22:01:23 +0000 https://www.chefutbol.com/?p=5155 Cristiano Ronaldo ist ohne Zweifel eine der schillerndsten Figuren im Fußballgeschäft. Mit seiner Art, weiß er zu provozieren und zu polarisieren. Jeder Fußballfan hat eine Meinung zu ihm, ob positiver oder auch negativer Natur. Ohne Zweifel ist er aber auch...

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Cristiano Ronaldo ist ohne Zweifel eine der schillerndsten Figuren im Fußballgeschäft. Mit seiner Art, weiß er zu provozieren und zu polarisieren. Jeder Fußballfan hat eine Meinung zu ihm, ob positiver oder auch negativer Natur. Ohne Zweifel ist er aber auch einer der begabtesten Fußballer, die auf dieser Erde gespielt haben. Sein Ehrgeiz treibt ihn immer voran, sein bescheidenes Ziel ist es, der Beste zu sein. Eine „kritische Hommage“ an den Portugiesen.

Seit fast einer Dekade sind Cristiano Ronaldo und Lionel Messi die unausweichlichen Kontrahenten, wenn es um die Wahl des Weltfußballers geht. Bis auf die unglaubliche Anzahl an Toren, welche die beiden Jahr für Jahr erzielen, haben die zwei Ausnahmekönner nicht viel gemein. Cristiano Ronaldo hat nicht gerade einen Sinn für Understatement. Sein maßloses Selbstbewusstsein, welches viele als Arroganz deklarieren würden, ist beinahe schon ein Markenzeichen geworden und spaltet die Fußballwelt in Fans und Kritiker. Eines ist jedoch gewiss, in jedem Falle wird über ihn gesprochen.

„Fans haben gepfiffen, weil ich gut aussehe, reich und ein großartiger Fußballer bin“ (Cristiano Ronaldo nach einem Champions League Spiel in Zagreb 2011)

Tore, Tore, Tore – Ronaldo und sein ewiger Rivale

Der größte Sympathieträger wird Ronaldo kaum mehr werden. Dazu zeigt er doch zu viele Marotten, gerade auch auf dem Spielfeld. Das wird ihm aber egal sein. Kritiker straft er stets Lügen – durch Leistungen auf dem Spielfeld. Meinen manche, er sei am Zenit, legt Ronaldo eine neue Bestmarke auf. Der Beweis: Diese Champions League Saison. Als viele dachten, Ronaldo spiele eine durchschnittliche Spielzeit nach der Fußball-EM, drehte er in den entscheidenden Spielen, ab dem Viertelfinale, so richtig auf. Bayernfans mögen es verzeihen, aber die Münchner bezwang Ronaldo mit fünf Treffern quasi im Alleingang. Es folgten drei Tore gegen den Stadtrivalen im Halbfinale und zwei weitere Male war er im Finale gegen die Alte Dame aus Turin erfolgreich. Am Ende war er wieder der erfolgreichste Torschütze der Königsklasse, vor Dauerrivale Messi. So verzeihen ihm seine Anhänger gerne das divenhafte auftreten und jubeln ihm zu.

„Ich suche die Rekorde nicht, die Rekorde finden mich“ (Cristiano Ronaldo)

Es ist quasi nicht möglich, über die Leistungen Ronaldo´s zu berichten, ohne auch den ewigen Kontrahenten Lionel Messi zu erwähnen. Kaum einen Rekord hat CR7 in seinem Wetteifer gegenüber Lionel Messi nicht brechen können. Die beiden größten Konkurrenten, sei es mit ihren Clubs Real Madrid und dem FC Barcelona, oder individuell, spornen sich erst zu diesen herausragenden Leistungen an, als stünden sie in einer Symbiose zueinander. Und bei der ewigen Frage, wer im Duell der beiden der Gewinner ist, gibt es auch eine ganz klare Antwort: Wir! Diejenigen, die diesen Sport lieben. Ohne solche Rivalitäten und Duelle, würde uns schier der Diskussionsstoff ausgehen. Wer von beiden tatsächlich besser ist, kann ohnehin nicht geklärt werden. Daran ändert auch der Videobeweis der geliebten FIFA nichts. Und befinden wir uns im so sehr gefürchteten Sommerloch, sorgt Ronaldo zumindest für Gesprächsstoff, weil er sich bei seinem Verein gerade nicht so wohl fühlt und Wechselgedanken hegt. Für Unterhaltung ist immer gesorgt.

Der Mensch, hinter der Maschine

Trotz all dieser Erfolge, wirkt der Portugiese leider oft, wie ein großes Kind. Auf dem Platz gestikuliert er wild, wenn er mit seinen Mitspielern oder Entscheidungen des Unparteiischen unzufrieden ist. Seine bemitleidenswerte Mimik lässt nach einem vermeintlichen Foulspiel oft darauf schließen, dass ihm jeden Moment die Tränen kommen könnten, um nur wenige Augenblicke später wie ein aufgeblasener Hirsch seine extrovertierten Jubelposen vor dem Publikum zu zelebrieren. Man muss das nicht mögen, es gehört aber zu Cristiano Ronaldo, wie die Butter auf das Brot. Das gleiche gilt für seinen eigenwilligen Anlauf zum Freistoß in Western-Manier. Dass die perfekt in Szene gesetzten Standards dann doch häufiger im Oberrang des Bernabéu landen, oder manchmal eine „Ein-Mann-Mauer“ bestehend aus Philipp Lahm bereits die Gefahr bannt, ist Nebensache. Vieles ist Show und Cristiano liebt sein Rampenlicht.

Es gibt aber auch noch eine andere Facette des Superstars. Er ist ein absoluter Profi, trainiert hart, ernährt sich gesund und trinkt keinen Schluck Alkohol, weil sein Vater alkoholabhängig war und an Nierenversagen starb. Und dann gibt es noch die Geschichte mit Ronaldos Freund Albert: Die beiden spielten gemeinsam bei ihrem Jugendverein, als Verantwortliche von Sporting Lissabon mitteilten, dass der Spieler mit den meisten Treffern in der Jugendakademie aufgenommen wird. Ronaldo und Albert waren gleichauf, als Albert den Torhüter soeben ausgespielt hatte. Anstatt ins leere Tor zu schieben, spielte Albert quer auf Ronaldo. Cristiano netzte ein und begann seine Karriere als Profisportler. Wenn man Albert fragt, wieso er das tat antwortet er stets, dass Ronaldo eben der Bessere sei. Er hatte Ronaldo den Vorrang überlassen. Albert ist heute arbeitslos. Dennoch geht es ihm gut, er lebt in einer Villa und genießt ein luxuriöses Leben. Ronaldo hat seinen Freund nicht vergessen und ermöglicht ihm diesen Lebensstil. Ronaldo kann auch der Gute sein!

Einfach nur Respekt

Es gibt die verschiedenen Seiten des CR7. Ob man ihn jetzt mag oder nicht, zumindest Respekt muss man dessen sportlichen Leistungen haben, sonst hat man keine Ahnung vom Fußball. Durch den überraschenden Triumpf mit der portugiesischen Nationalmannschaft bei der EM 2025 ist ihm jetzt noch der Coup gelungen, dem ihm viele nicht mehr zugetraut hatten – ein nationaler Titel mit der Landesauswahl. Für ihn ein persönlicher Meilenstein und ein Titel, dem er seinen Rivalen Messi voraus hat. Zudem nutzte er das Finale nach seiner Verletzung, um noch ein verborgenes Talent zu zeigen: Mit seinen wilden Gesten an der Außenlinie stellte er seinen Trainer in den Schatten und sorgte direkt für neue Gerüchte um die Karriere nach der Karriere, nämlich als Coach. Auch das gefiel nicht jedermann, aber es passte zu Ronaldo, seine Fans verehren ihn dafür, seine Kritiker nicht.

„Eure Liebe macht mich stark, euer Hass macht mich unaufhaltbar“ (Cristiano Ronaldo)

Egal welcher Beschäftigung Cristiano nach seiner aktiven Zeit als Fußballer nachgeht, finanzielle Sorgen wird er sich kaum machen müssen. Ob er bei Real bleibt, oder nochmal woanders sein Zelt aufschlägt, ist ebenso irrelevant. Vielleicht plant er auch eine Großfamilie nachdem er erst kürzlich Zwillinge bekommen hat – man kann nur spekulieren. Unzählige Werbeengagements und die perfektionierte Selbstvermarktung haben den stets perfekt gestylten Spieler längst unabhängig von seinem sportlichen Salär gemacht. Schaut man sich sein Fußballspiel so an, möge der ein oder andere Kritiker auch auf die Idee geraten, dass ihm eine Schauspielkarriere à la Hollywood liegen könnte. Dieser versteckte Vorwurf an seiner Art zu spielen ist durchaus berechtigt. Nötig hat er dabei sein voreiliges „Zu-Boden-Gehen“ nicht. Abstellen wird er dieses Verhalten dennoch nicht mehr und irgendwo ist das auch gut so. Danke CR7, dass du den Fußball mit all deinen Facetten bereicherst! Man muss ihn nicht mögen, um über ihn zu sprechen.

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Messi oder Ronaldo? Wer ist der Bessere? Ist einer von beiden vielleicht sogar der beste Fußballer aller Zeiten? Fragen, die immer wieder hitzige Diskussionen unter Fußballfans auslösen und schnell zu einer Glaubensfrage ausarten  – „Der kompaktere Fußballer“, „kann nur das eine“, „profitiert von seinen Mitspielern“, „könnte mit Darmstadt nix reißen“.

Auch der „kicker“ sah sich in Zeiten des Sommerlochs vor wenigen Tagen genötigt, aus dieser Diskussion eine Titelgeschichte zu basteln. Daten wurden gesammelt und Experten gefragt. Eine eindeutige abgeschlossene Meinung oder gar ein Fazit wird es wohl nie geben. Vor allem nicht unter den Real Madrid und Barcelona Fans, die naturgemäß ihren Schützling für den Besten halten.

Brady, LeBron, AirJordan

In anderen Sportarten sind die GOAT-Diskussionen längst an der Tagesordnung. Vor allem im amerikanischen Sport – und genau dort liegt der Knackpunkt. In den amerikanischen Sportarten sind Zahlen, Werte und Statistiken (Rebounds, Assists und Punkte in der NBA, Yards, Touchdowns und Interceptions in der NFL usw.) längst eine akzeptierte Größe für die Bemessung von Leistungen, während im Fußball Tore und Assists als alleinige Bewertungsgrundlage zu wenig sind, und neue Herangehensweise (bspw. Packing) für viele nicht verständlich und damit direkt inakzeptable sind. Der vielleicht größte Unterschied vom amerikanischem zum europäischen Sportmodell in der Vergleichbarkeit bleibt:  In allen amerikanischen Sportarten gibt es nur einen Titel.

Drei Superbowl-Siege und damit verbunden drei Ringe sind mehr, als ein Superbowl-Sieg, es gibt keinen Pokal der parallel zu nationalen Meisterschaft ausgetragen wird. Anders im europäischen Fußball, der aufgrund der Vielzahl von nationalen und internationalen Wettbewerben, kaum einen vernünftigen Vergleich zulässt. Zählen drei Meisterschaften so viel wie ein Champions League Titel? Was ist eine Meisterschaft in Frankreich im Vergleich zu einer in England wert? Steht der Europameistertitel vor dem Gewinn der Champions League? Sevilla hat drei Mal nacheinander die Europa League gewonnen, was bedeutet das im Vergleich zu Vereinen die drei Mal in Folge ins Champions League Viertelfinale gekommen sind?

Teil der ganz Großen

So erübrigen sich die Diskussionen um die Frage: Wer ist denn nun der Beste? Für die Antwort „einfach froh sein, dass wir beide (Messi und Ronaldo) erleben dürfen“ wird man des Öfteren belächelt, ein Ausweichen sei dies.

Doch es ist weit mehr als das. Es ist in Zeiten, in denen Musikstars in Halbzeiten auftreten, Kameras an Biergläsern installiert werden, eine chinesische U20-Auswahl in der deutschen Regionalliga mitkickt, Überlegungen über die Verlegung des nationalen Pokalfinals ins Ausland anstehen und die Summen für Ablösen und Gehälter ins Unermessliche steigen, das, woran man sich noch in Jahren erinnern wird.

So wie die Generationen zuvor von Pele, Beckenbauer, Maradona, Cruyff, Netzer, Platini, Müller, Seeler und Zidane schwärmen, werden es irgendwann Ronaldo und Messi sein, die in dieser Reihe erwähnt werden.

Titel für diese Saison – Spiele für die Ewigkeit

In der Bewertung der abgelaufenen Saison wird Real Madrid in den meisten Einschätzungen vor dem FC Barcelona landen. Dem Team von Zinédine Zidane ist es neben dem Gewinn der spanischen Meisterschaft, der zweiten in den letzten neun Jahren, als erstem Team gelungen, die Champions-League-Krone zu verteidigen. Nebenbei schaffte es Zidane den alternden Cristiano Ronaldo vom Tempodribbler auf Außen zum vielleicht besten Abschlussspieler im Strafraum umzuformen und das zuvor auf den Portugiesen ausgerichtete System zu verändern. Die Quote von zehn Champions-League-Toren seit dem Achtelfinale unterstreicht die Wandlung Ronaldos.

Am Ende blieb dem FC Barcelona der Sieg im nationalen Pokal. Ein Titel, der die Saison in der öffentlichen Wahrnehmung zumindest zu keiner katastrophalen werden lässt. Fernab aller gewonnen oder nicht gewonnenen Titel wird diese Saison des FC Barcelona, vor allem aber ein Spiel, dem neutralen Fan dennoch bis in alle Ewigkeiten in Erinnerung bleiben.

Es ist der 08.03.2017 und der FC Barcelona gewinnt zuhause 6:1. Solche Ergebnisse sind im Camp Nou nicht unbedingt eine Seltenheit, allein diese Saison gewannen die Katalanen neun Mal mit fünf oder mehr erzielten Toren vor heimischem Publikum. Doch wenn der Gegner Paris Saint-Germain heißt, es das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale ist und die Franzosen das Hinspiel 4:0 für sich entscheiden könnten, dann wird das Ausmaß dieses Resultats spektakulär.

Gut einen Monat später steht das El Clásico im Estadio Santiago Bernabéu auf dem Programm. Mit einem Auswärtssieg würden die Katalanen die Tabellenführung, Real hat noch ein Spiel in der Hinterhand, übernehmen. Dem 2:2 Ausgleich für die Hausherren durch James Rodriguez vier Minuten vor Spielende folgt das 2:3 durch Messis 500. (!) Pflichtspieltor für Barça.

„Weißt du noch damals …”

Es sind Spiele wie diese, unglaubliche Aufholjagden wie gegen Paris und Werte wie Ronaldos „K.O.-Spiel-Bilanz“, die die Faszination für diesen Sport ausmachen. Zwei der Größten aller Zeiten duellieren sich seit Jahren auf dem höchsten Niveau. Die aktuelle Generation von Fußballfans darf dank der Sozialen Medien an jeder Aussage und jeder Ballberührung teilhaben.  Schon in wenigen Jahren werden Ronaldo und Messi nicht Teil des auf dem Rasen Gezeigten, sondern in Geschichten, die oft mit „Weißt du noch damals, als …“ beginnen werden, sein.

Bis dahin bleiben (hoffentlich) noch ein paar Jahre, in denen beide weiterhin bejubelt, verehrt, gefeiert oder gehasst werden. Vor allem aber sollten alle Fußballfans es genießen, was beide Woche für Woche auf den Rasen bringen und es nicht durch Vergleiche schlechtreden, denn dafür war selbst eine Saison, in der „nur“ ein Titel am Ende in den Trophäenschrank wandert, immer noch eine von der viele andere Fußballer nur träumen. Und viele Fans noch in Jahren von erzählen werden: „Weißt du noch damals, das Rückspiel gegen Paris …“

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